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Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

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  • Randbayer
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Guude!

    Hab hier was aktuelles aus den USA

    Nurses’ Perceptions of Their Self-confidence and the Benefits and Risks of Family Presence During Resuscitation

    American Journal of Critical Care (AJCC) March 1 2008, Volume 17, Issue 2

    Gruß der Randbayer

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  • Monty
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Hallo!

    Reanimation hinter verschlossener Tür ist sicher nicht angebracht, wenn Angehörige anwesend sind, von denen man ausgeht, dass sie 1. den Ernst der Lage erfasst haben und 2. psychisch dazu in der Lage sind.
    Aber läßt man sich im Beisein von Angehörigen nicht eher zu aussichtslosen Maßnahmen hinreissen? Kann man in deren Beisein laut über den Sinn und Unsinn weiterer Maßnahmen diskutieren? Man muß dies immer wieder hinterfragen, wie lange geht es weiter, welche Optionen gibt es noch, was für einen Endpunkt hat man, ... . Sachen die sich für Außenstehende vielleicht hart anhören, Argumente, die man ansonsten hinter der Hand äußert. Da hätte ich lieber eine Glastüre zwischen dem Team und den Angehörigen. Sicherlich ist klinische und präklinische Reanimation hierbei zu unterscheiden, von den Umständen, dem Überraschungsmoment, der Anamnese, ... .
    Hatte bislange nur präklinische Reanimationen mit Angehörigen, klinisch bislang noch nicht, also fehlen mir hierzu die Eindrücke.

    Gruß,
    Monty

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  • rettungsmaus
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Tschuldigung, ich hab es als Ironie verstanden.

    Ich finde dies wirklich einen interessanten Aspekt über den es sich lohnt mal nachzudenken. Ich denke, wenn man sich die äusländischen Angehörigen anschaut, dass dort schon gewaltige Unterschiede zu unserer Auffassung von Krankheit, Sterben ect. bestehen.
    Wobei ich auch denke, dass wir hier nicht auf alle Sitten und Gebräuche eingehen sollten. Aber Reanimationen hinter verschlossener Tür kann in keinem Kulturkreis auf völlige Zustimmung stoßen.

    Gruß
    Heike

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  • Monty
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Zitat von rettungsmaus
    @monty,

    Ironie an....

    Gruß
    Heike

    Das war nicht ironisch gemeint, hoffe, dass hab ich nicht so dargestellt!
    Habe öfters Kontakt zu Angehörigen anderer Kulturkreise (z.B. arabischer Kreis), die Beobachtungen in Umgang mit den Angehörigen, der Kontakt mit Pflegenden oder Ärzten, die unterschiedliche Wertschätzung, Geschlechterrolle, ...


    Monty

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  • rettungsmaus
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Zitat von Monty
    Wäre interessant, wie gewisse Umgänge und Gegebenheiten in verschiedenen (Kultur-)Kreisen gewachsen sind, wie z.B. die Einstellung der Wiener zur Autopsie, etc.

    @monty,

    Ironie an....

    Gruß
    Heike

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  • Monty
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Zitat von rettungsmaus
    Interessant ist die Tatsache, dass im anglo-amerikanischen Bereich das Beisein von Angehörigen fast schon eine völlig normale Sache ist. Warum wird hier in "old Germany" so ein Problem draus gemacht bzw. haben wir als Fachkräfte und Ärzte so Berührungsängste???
    Hallo,

    ich weiß nicht ob´s wirklich Berührungsängste sind. Eher vielleicht die Bedenken über die Reaktionen der Angehörigen, welche man doch eher schlecht vorweg einschätzen kann, selbst Angehörige von ITS-Patienten, welche man nach ein paar Tagen kennt. Im Großen und Ganzen findet Medizin in unserem Land doch wohl hinter verschlossenen Türen statt. Selbst der Erfolg oder Mißerfolg wird mit Angehörigen oft vor der Tür besprochen. Eigentlich schade, was für eine (historische) Ursache hat das wohl?
    Was mich allerdings wundert, dass bei der offensichtlichen schnellen Bereitschaft der Amerikaner gegen jeden und alles zu klagen, eine Anwesenheit bei CPR häufig sein soll. Bei einer OP lassen die sich doch auch nicht über die Schulter schauen, oder?
    Wäre interessant, wie gewisse Umgänge und Gegebenheiten in verschiedenen (Kultur-)Kreisen gewachsen sind, wie z.B. die Einstellung der Wiener zur Autopsie, etc.

    Gruß,
    Monty

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  • rettungsmaus
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Da ich erst vor ein paar Tagen auf diese Internetseite gestoßen bin habe ich erst jetzt die hier geführte Diskussion durchgelesen.

    Viele der hier genannten Argumente, für wie wider der Anwesenheit von Anghörigen, kann ich gut nachvollziehen. Ich selber habe alle Möglichkeiten von Reanimationen mit erlebt. (Im RD als Rettungassistentin, als Fachkrankenschwester auf ITS oder normaler Station, und als Angehörige bei der Reanimation meines Vaters)

    Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wie sich die Sprache der "reanimierenden" ändern würde wenn Angehörige im Raum wären?? Ich glaube, dass viele "Sprüche" (die natürlich auch ein Venitl darstellen) nicht kommen würden bzw. bin ich mir ziemlich sicher, dass dieses teilw. sehr menschenunwürdige Tun bei einer Reanimation anders ablaufen würden.
    Ich habe diese Erfahrungen machen dürfen und glaube auch, das die Begleitung während so einer fürchterlichen Situation für die Angehörigen das Wichtigste ist. Gute Erfahrungen habe ich, sowohl in der klinik als auch im RD, mit Notfallseelsorgern gemacht. Wenn die vieleicht noch mit einem medizinischen Grundwissen ausgerüstet sind ist das eine super gute Sache!

    Interessant ist die Tatsache, dass im anglo-amerikanischen Bereich das Beisein von Angehörigen fast schon eine völlig normale Sache ist. Warum wird hier in "old Germany" so ein Problem draus gemacht bzw. haben wir als Fachkräfte und Ärzte so Berührungsängste???

    Gruß
    Heike

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  • WomBat
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    COX B.

    AJCC Patient Care Page. Family presence during CPR and invasive procedures.

    Am J Crit Care. 2007;16:283.


    WomBat

    Link: http://ajcc.aacnjournals.org/cgi/reprint/16/3/283
    Zuletzt geändert von WomBat; 04.07.2007, 19:11. Grund: Link hinzugefügt

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  • Schnoeps
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Hallo zusammen,

    ich habe die Umfrage nun beendet. Vielen, vielen Dank für die knapp 160 Antworten, die ich erhalten habe. Die Ergebnisse - ohne irgendeine Interpretation - sind unter
    www.family-witnessed-resuscitation.de
    und dort unter "Aktuelles" abrufbar.
    Fast sommerliche Grüße aus Freiburg,

    Schnöps

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  • NoName
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Hallo Randbayer,
    stimme Dir ja auch zu; nur – wie im vorletzten Beitrag geschrieben – drehen wir uns im Kreise, weil es aber auch allgemein keine gültige Lösung/Faustformel/Kybernetik gibt, die in all diesen komplex-unterschiedlichen Situationen greifen könnte.
    Ich sehe die Schwierigkeiten und die Zeitnot, den Stress und die Hektik, den eigenen Wunsch nach 'ruhigem' Arbeiten, aber auch – wie Du beschrieben hast, den Wunsch und das Recht (!!!), seinen Angehörigen zu sehen und ihm nahe (oder näher) zu sein.
    Wie in einigen Beiträgen beschrieben, möchten viele auch dann gar nicht weiter anwesend sein, aber wenn: dann!
    Und wer 'stört', den kann man mit kurzer Aufforderung immer noch nach draußen verweisen.
    Und kein Angehöriger hat die Pflicht, dabeizubleiben!
    Soviel kurz noch mal meine Gedanken zum Problem.
    Frohe und ruhige Rest-Ostern wünscht
    NoName

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  • Randbayer
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Hallo sammen!

    Ich muss ehrlich sagen das ist ein ganz schön heisses Thema, Argumentation und so.
    Ich habe heute das Thema bei uns im Team mal eingebracht und musste feststellen, dass viele der Argumente auch hier in diesem Thread niedergeschrieben wurden. Zum einen wird immer wieder ein Unterschied zwischen häuslicher und hospitaler Reanimation gemacht und der möglichen Traumatisierung der Angehörigen, ich nehm mich da nicht aus. Ich denke in beiden Fällen ist es die gleiche Situation, nur dass das Umfeld ein anderes ist. Fängt ein Angehöriger eine Reanimation an, ist er denke ich in der Lage einzuschätzen, was er tut und wie präkär die Situation ist. Wie er im Nachhinein die Situation verarbeitet ist eine andere Geschichte. Wird ein Angehöriger zu Hause "Augenzeuge" einer Reanimation, wird er wenn er die Situation nicht ertragen kann rausgehen. In der Klinik wird er in der Regel aus dem Zimmer geschickt, aber wenn er jetzt die Wahl hätte, würde er den Raum auch verlassen, wenn er den Anblick nicht ertragen könnte. Daher habe ich für mich den Entschluss gefasst, dass man die Entscheidung den Angehörigen überlassen sollte. Angehörige, die die Arbeit behindern, würde ich allerdings mit Nachdruck hinausbitten.
    Was die Betreuung der Angehörigen betrifft, da bin ich mir uneins. Ich weiß nicht, wie es in anderen Häusern mit Schülern, oder neuen Kollegen in einer Notfallsituation gehandhabt wird . Ich persönlich bin jemand der einen Schüler, die Situation beobachten lässt und ihm anschließend alles noch mal erkläre. Ich denk das ist mit Sicherheit auch mit Angehörigen praktizierbar, zu mindestens danach reflektiert.
    Warum wollen wir den Angehörigen es verbieten, ihren Nahestehenden möglicherweise in den letzten Minuten ihres Daseins, anwesend zu sein?
    Auf der anderen Seite, möchte ich es aber auch nicht, wie der Eine oder Andere hier geschrieben hat, auf die Finger schauen lassen. Nicht das ich mich beobachtet fühle, sondern weil ich in Ruhe arbeiten möchte. Ok in der Ruhe der Hektik. Ich finde es immer wieder eine Extremsituation für alle Anwesenden und somit kann man auch argumentieren, dass Angehörige in dieser Situation für das Personal belastend sein können.


    Gruß der Randbayer

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  • WomBat
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Heute gefunden:


    FAMILY PRESENCE DURING CPR AND INVASIVE PROCEDURES

    http://www.pulmonaryreviews.com/mar06/family.html

    Key Point: (Zitat)

    "Family presence during CPR and invasive procedures appears to be beneficial for both patients and family members, with no disruption in patient care."


    WomBat

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  • Elisabeth
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Auf die von tip-top angesprochene Situation wollte ich ebenfalls noch einmal hinweisen.

    Zitat von Tempo
    ...Abgesehen davon geht es bei einer CPR ja auch nicht gerade locker-flockig-softig zu. Mit was für einem Gefühl gehen die Angehörigen irgendwann raus, wenn sie eine traumatische Intubation mitansehen mußten, daß knacken des Sternums oder einer Rippe in den Ohren haben ( neben all den für sie völlig fremden Geräten und ihren vielfältigen Alarmtönen )??...
    Versetzen wir diese Sitiation in den häuslichen Bereich. Wird der Angehörige da nicht traumatisiert?

    Wir drehen uns im Kreis mit der Diskussion. Ich denke, es wird zukünftig ähnlich wie mit den Besuchen bei Intensivpat., mit der Begleitung bei der Geburt u.ä. werden: es wird sich entwickeln und in einigen Jahren findet wahrscheinlich niemand mehr etwas anstößiges daran, dass Angehörige bei einer Reanimation im klinischen Bereich dabei sind.

    Elisabeth

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  • tip-top
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Hallo,
    Zitat Tempo: (Warum denn keine Kleinkinder? Wenn schon, denn schon! Hopp, oder Topp!! Und warum bitte die Angehörigen herausschicken wenn es irgendwie unangenehm werden könnte? Wird es Dir da vielleicht doch ein wenig heiß und unsicher? Abteilung ' kalte Füße '? Ich weiß ja nicht wie ihr so besetzt seid, aber eine unmittelbare Angehörigenbetreuung könnten wir in solch einer Extremsituation - und das ist sie für alle Beteiligten - nicht ansatzweise gewährleisten )
    Da ich im Op/Anästhesie, beim Herzalarm in allen Bereichen der Klinik arbeite und zusätzlich im Rettungsdienst tätig bin (System ohne Notarzt) weis ich sehr wohl wovon ich rede.
    Mit einem Dreier Team ist eine Rea und eine eventuelle Führung der Angehörigen durchaus möglich.
    Wenn die Angehörigen bis zu unserem Eintreffen eine per Telefon angeleitete
    Laienreanimation bei
    ihren Angehörigen durch geführt haben gib es keine vernünftigen Gründe sie,nach der Übernahme der Rea durch uns,weg zuschicken.
    Alles was gemacht wird,wird kurz erklärt und und wenn die Angehörigen anwesend sein wollen dürfen Sie das.
    Mehr nicht .
    Ich finde wir haben kein Recht die Angehörigen weg zuschicken.
    Es gibt verschiedene Ansichten , Möglichkeiten und Erfahrungen.
    Grüsse Tip-Top

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  • Superfantastisch
    antwortet
    AW: Anwesenheit von Angehörigen während der CPR

    Zitat von Tempo
    Deshalb: Keine Angehörigen bei einer Rea!
    trotzdem hat noch niemand aus der contra-fraktion verraten, warum die angehörigen das nicht selbst entscheiden dürfen.

    wie schon jemand geschrieben hat: es gibt ja auch extra schulungen für angehörige von herzkranken, das bedeutet, dass diese angehörigen sogar bereit wären, selbst zu reanimieren.

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