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Pflegekammer- es geht voran... wenn wir es denn wollen

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    Lieber Fridolin, Liebes Forum,
    das war ein großer, gut recherchierter Beitrag!
    Wie schon gesagt, wenn die Mehrheit keine Kammer möchte, kann ich damit leben. Ich bin der Meinung, es wurden Fehler gemacht, z.B. die Aussage „wir sind für Arbeitsbedingungen nicht zuständig“. Kein guter Plan. Wenn ein Beruf anderes definiert, politisch durchsetzt, dann sind Arbeitsbedingungen durchaus im Zuständigkeitsbereich.
    Aber langsam, der Reihenfolge nach:
    1. Verstoß gegen Grundgesetz (Koalitions-, Berufsfreiheit) da bin ich kein guter Ansprechpartner, denn nicht in Rechtswissenschaften firm.
    2. Prüfungsabnahme: Stimmt, überwiegend (aber doch nicht ganz?) von Pflegenden. Allerdings, wer lange Zeit mit Prüfungen zu tun hat, wird wissen dass es wenig Normen, Einheitliches gibt. Die Entscheidungen sind nicht immer evidenz-basiert, kaum pflegewissenschaftlich untermauert (wie denn auch?), oft nach Muster der entsprechenden Pflegeschule. Ebenso in der WB. Prüfungsvorsitzenden sind je nach Land, Ärzte, Anwälte, selten Pflegende. Meine Erfahrung sowohl mit Ärzten wie mit Anwälten sind sehr positiv. Probleme gab es eher mit Pflegenden (die unterschiedliche „Meinungen“ hatten, aber nicht immer gute Argumente). So viel dazu. Ich habe die große Hoffnung, dass mehr Pflegewissenschaft und eine Kammer (oder irgendeine Form beruflicher Vertretung, die ernst genommen wird und Entscheidungskompetenz für pflegefachliche Inhalte hat), eindeutigere Kriterien für prüfungsrelevantes Wissen und Können vermitteln könnte. Das ist evtl. nur Wunschdenken von mir. Deine Frage: was würde sich inhaltlich ändern? Siehe nächsten Punkt
    3. Qualitätssicherung: ich bin fest davon überzeugt, dass nur die Pflege selbst entscheiden kann, was „Pflegequalität“ ist. Und danach müssten sich auch Geschäftsführer richten. (ich greife nach den Sternen, und hoffe dass Irgendwer aus der Pflege das versteht und mitmacht). Nicht umgekehrt. Unsere (z.Z. kaum vorhandene) Pflegewissenschaft beweist (wird beweisen), was pflegerisch sinnvoll ist und was nicht. Wir sagen dem AG, was Gute Pflege ist und nicht umgekehrt. Dadurch wird auch glasklar, dass eine qualifizierte Intensivpflegeperson nicht 3 oder 4 Intensivpatienten betreuen kann (ja, sie kann Feuerwehr Pflege umsetzen, dass sollte aber nicht das Ziel sein). Ein Ärgernis „ausreichende Pflege“! Nicht definiert, hat uns aber ganz schön runtergezogen. Da möchte ich nicht mit-machen. Jeder Patient verdient verdammt gute Pflege. Egal auf welcher Station, in welchem KH. Dafür sollten----ja, ich frage Dich, wer soll dafür sorgen?
    Ich bleibe mal bei diesen Punkten, sonst wird der Beitrag zu lang!
    Noch ein Wort zu 3:
    Mein Erstes Bewerbungsgespräch, 1990, für eine Stelle in einer Krankenpflegeschule. Der Geschäftsführer war auch dabei. Seine Frage an mich: „Wenn wir wüssten, dass zur Mundpflege nur sterile Tupfer Patienten schützen, ich Ihnen aber sage, wir nehmen hier unsterile Tupfer damit wir Geld sparen, wie würden sie sich entscheiden?“

    Viel Spaß mit meinen Gedanken! Als Rentner will ich nicht mit-entscheiden, nur Anstöße geben. Entscheiden muss jeder selbst. Ich bleibe bei dem Wunsch nach Selbstverwaltung. Vielleicht muss Pflege „erwachsener“, solidarischer, sicherer in Sachen Pflege werden bevor sie für Selbstverwaltung ist. Viellicht müssen potenzielle Vertreter der Selbstverwaltung besser werden, attraktivere Angebote machen. Die "Pflege" mehr im Auge behalten.
    Ich weiß es nicht.



    WomBat, Gute Nacht, süße Träume

    PS Fort- und Weiterbildung: die AGer könnten finanziell unterstützen, sie profitieren auch davon.

    Zuletzt geändert von WomBat; 15.07.2021, 00:53.
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

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      Moin,

      fridolin, @ wombat, danke für eure Beiträge.

      Natürlich kann der AG Fort- und Weiterbildung unterstützen, aber viele tun es nicht.
      Vor etlichen Jahren machte ich einen Online-Weiterbildung, dabei mussten zwei Präsenztage absolviert werden. Die Kosten des Kurses übernahm ich selbst, hatte meinen AG auch gar nicht darauf angesprochen. Als ich aber wegen Freistellung für einen der Präsenztage (da der zweite ein Samstag war, fiel er sowieso in meine Freizeit) fragte, lautete die Antwort "Du kannst ja Bildungsurlaub dafür beantragen" und das wars. Nur ist es häufig kaum möglich, Bildungsurlaub für derartige Fortbildungen zu bekommen. Da greife ich fridolins Bremer Intensivkongress auf, dort gibt es schon seit Jahren keine Zulassung mehr als Bildungsurlaub in Niedersachsen.
      Ich bin ja bereit Zeit und Kosten in Fortbildung zu investieren, aber warum soll ich alles schultern?
      Im Entwurf des Kammergesetztes der Pflegekammer Niedersachsen war beispielsweise noch die Rede, dass AG sich an den Kosten von Fortbildungen beteiligen müssen; im beschlossenen Kammergesetz keine Rede mehr davon. Und da wundern sich Funktionäre, wenn die Pflegenden keine Kammer wollen, wenn im Gesetz es dann arbeitgeberfreundlich wird.

      Ich kann aber auch Wombats Gründe gut nachvollziehen, vor allem Punkt 3. Gerade bei privaten Konzernen ist Gewinn-Maximierung der wichtigste Punkt.

      Liebe Grüße

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        Natürlich kann der AG Fort- und Weiterbildung unterstützen, aber viele tun es nicht.
        Ja, ostfriesland, genau der zweite Halbsatz ist einer der Punkte. Viele Arbeitgeber werden sich die Finger lecken und sagen: "...seht mal selber, ich bin nicht dazu verpflichtet!"
        Es sind ja nicht nur die Fortbildungskosten zu berechnen, sondern auch der Verdienstausfall und die weniger virhandene Freizeit. Viele meiener Kolleg*innen legen genau auf diesen Punkt (Freizeit) viel wert, obwohl sie oft auch einspringen.
        Für Bildungsurlaub gibt es entsprechende Vorschriften, nicht jeder darf Bildungsurlaub anbieten (es muss ein Nachweis über die „Anerkennung der Bildungsveranstaltung“ vorliegen) und die Angebote müssen im Kontext zur Arbeit, Politik oder Geschichte stehen.
        Näheres zu Bildungsurlaub findet Ihr hier.

        Viele liebe Grüße
        der den Sinn der augenblicklichen Pflegekammern strak bezwifelnde
        fridolin
        immer gelegentlich manchmal
        Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

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          Leute werdet wach,
          auch in NRW machen Pflegende krach!

          Kommt alle zur ersten Demo gegen die Pflegekammer NRW am 30.07.2021 in Minden!
          Siehe hier...

          Ich hoffe, es klappt bei mir...
          fridolin
          immer gelegentlich manchmal
          Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

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            fridolin,

            und hast Du es zur Demo geschafft? Ich hoffe, es gibt eine rege Beteiligung ...

            Liebe Grüße

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