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Weiterbildung Stroke - Unit

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    Weiterbildung Stroke - Unit

    Hallo Zusammen! Bei uns im Hause soll die Stroke - Unit zertifiziert werden. Dazu sollen einige KollegInnen zu Stroke - Unit Fachpersonal weitergebildet werden. Gibt es KollegInnen und Krankenhäuser, die schon Erfahrung damit haben? Vielen Dank

    #2
    AW: Weiterbildung Stroke - Unit

    Also auf unserer internistischen Intensivstation wurde vor ca. 1 Jahr eine Stroke-Unit eingerichtet und das Personal diesbezüglich fortgebildet (durch die Neurologen). Die aufnahme und untersuchungsabfolge läuft bei uns nach einem strengen Schema. Alles ist ziemlich standartisiert um den Pat. optimal in der Akutphase zu versorgen. Die Pflegekräfte mußten ihre Grundkenntnisse bezüglich Apoplex, Meningitis und anderer neurlogischer Erkrankungen auffrischen und mittlerweile läuft der "Laden" eigentlich. Nervig ist nur, daß wirklich jede kleine neurologische Auffälligkeit wie TIA oder was auch immer erstmal auf der Intensivstation landet und das für 24 Stunden. Das erinnert dann wieder sehr an Normalstation.

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      #3
      AW: Weiterbildung Stroke - Unit

      Hallo phil
      Könntest Du dieses Schema hier mal veröffentlichen?
      Steht bei uns nämlich an und ich brauch noch Innovation

      Gruß
      Der Fred
      Die Wirklichkeit hat nichts mit der Realität zu tun
      Berti Vogts

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        #4
        AW: Weiterbildung Stroke - Unit

        Nervig ist nur, daß wirklich jede kleine neurologische Auffälligkeit wie TIA oder was auch immer erstmal auf der Intensivstation landet und das für 24 Stunden
        Pat. ca. 45 Jahre kommt zur Aufnahme mit Z.n. kurzzeitigem Sprachverlust und Schwäche im re. Arm. Schon bei Aufnahme ist alles verschwunden. Er verbleibt sogar 2 Tage auf der Stroke. In der Zeit gibt es keine Auffälligkeiten: RR, HF usw. im Normbereich. Dann steht die Verlegung auf die Normalstation an. Der Pat. packt seine Sachen- legt sich wieder ins Bett... und erleidet einen CS: Hemiplegie, Aphasie. Auslöser war eine kurzzeitige Tachyarrhythmie- ca. 30 sec..

        TIAs und PRINDs sollten wenn möglich wenigstens 24 Stunden gemonitort werden. In der Regel kündigt sich ein CS stets an über TIAs und PRINDs.

        Ein Monitoring auf einer Normalstation kann in dem Ausmaß, wie es nötig wäre kaum genutzt werden- Personalproblematik.

        Elisabeth

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          #5
          AW: Weiterbildung Stroke - Unit

          "Ein Monitoring auf einer Normalstation kann in dem Ausmaß, wie es nötig wäre kaum genutzt werden- Personalproblematik."

          Hör, Hör. Ein Politikum.

          Ich weis nicht so recht, was ich jetzt schreiben soll.

          Dieses steht auch exemplarisch für andere Erkrankungen usw.

          Das gehört in die Öffentlichkeit.

          WomBat , not really confused, but wondering
          Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

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            #6
            AW: Weiterbildung Stroke - Unit

            Eine Stroke unit ist primär eine Intensivüberwachung- keine Intensivtherapiestation.

            Wir haben ehedem auch lange gebraucht, bis uns dies klar war. Unser Schwerpunkt lag demzufolge auch nicht in der Intensivtherapie, sondern in der Frühreha. Die Besetzung war bei 8 Betten im Frühdienst: 4 VK, im Spätdienst: 3 VK, im Nachtdienst: 2 VK- Team gesamt: 15 Vk (?)
            Mittlerweile gibt es die Station in der Form nicht mehr. Sie wurde an eine interdisziplinäre Intensivtherapiestation angegliedert- mit den entsprechenden (notwendigen) Anpassungen und Veränderungen. Meines Wissens kommt die Stroke bei den DRGs nicht besonders gut weg: kostenintensiv.

            http://www.eusi-stroke.com/l3_pdf/Eu...att%202003.pdf
            http://www.eusi-stroke.com/eusi_slides2003d/index.htm
            http://www.uni-essen.de/neurosurgery...Monitoring.pdf
            http://www.dgn.org/59.0.html

            Mein Einstieg in die Thematik hab ich übrigens über die ANIM bekommen.
            http://www.anim2006.de/


            Elisabeth

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              #7
              AW: Weiterbildung Stroke - Unit

              Elisabeth,
              Habe mir die Links angeschaut, Danke. Ich finde es interessant, wie Du
              den Lernprozess bezüglich der Stationsorganisation usw. beschreibst
              Dieser Bereich (TIA, PRIND, CS und so) ist nicht mein Bereich, von
              besonderem Verständnis kannst Du bei mir nicht ausgehen ! Trotzdem
              habe ich Fragen über Fragen.

              Wenn ein Patient (wie beschrieben, 45J alt) 2 Tage überwacht wird,
              verlegt wird, der Gau passiert (kenne ich auch von anderen
              Krankheitsbilder), dann könnte ich sagen, OK, gut, wir können nicht
              alles im Griff haben. Nun betrachte ich mir die Krankenpflege
              ("Gesundheits- und...pflege") und frage mich: Was ist mit Pflegeanamnese
              und kontinuierlicher weiterer Infosammlungen während des
              Krankenhausaufenthaltes sowie deren Dokumentation - auch auf
              Normalstation. Wie kann es "bewerkstelligt" werden, das Pat. mit höherem
              Risiko für (x?x) auch auf der sog. Normalstation erkannt werden sowie
              besser, anders, spezifischer oder häufiger (was halt nötig wäre)
              üerwacht werden. Wären wir bereit, mal ne Waschung "sausen" zu lassen
              (oder an eine Hilfskraft zu delegieren - falls vorhanden) und dafür
              einen engmaschigen Überwachungsplan (von mir aus "Pflegeplan")
              umzusetzen? Wäre das nicht in Richtung Primary Nursing (Verantwortung
              für den Patienten übernehmen)?
              Oder eine SOP (standard operating procedure) in der Art: 1) so (exakt
              nennen) schätzen wir ein erhöhtes Risiko ein - auch
              berufsgruppenübergreifend
              2) wenn Risiko vorhanden, dann besteht die Pflege aus zusätzlicher
              Überwachung (exakt nennen)
              3) wenn xxx eintritt, dann ist yyy zu tun (wer, wann usw.).

              Für mich wäre das die Umsetzung von "der Patient sollte im Mittelpunkt
              der Bemühungen stehen" und ein Beitrag zur Professionalisierung der
              Pflege. Es gibt bestimmt tausend Gegenargumente, ich träume ja auch nur.
              Die Funktionspflege müsste zu Grabe getragen werden- sowie
              Bereichspflege, die trotzdem wie Funktionspflege abläuft - ich nenne
              diese Spielart gerne "Camouflage Funktionspflege". Den Stress für
              Pflegende will ich mit diesen Gedanken nicht erhöhen, nur darüber
              diskutieren, ob eine Veränderung der Schwerpunkte in der Pflege nützlich
              sein könnte? Mir ist schon klar, dass der Gau (wie auch immer dieser
              aussieht) durch Überwachung nicht unbedingt verhindert werden kann...ich
              frage mich nur, OB dadurch irgend'was positives für den Patienten dabei
              herausspringen könnte?

              Wie komme ich auf die Träumerei? Relativ einfach. Durch Patienten, die
              wie ein australischer Boomerang zurückkamen - i.d.R. schlechter wie
              zuvor......

              Pflegende von den IMC und ICU könnten hier doch eine tragende Rolle,
              bes. in der Informationsübermittlung, übernehmen? Die hatten und haben
              es "im Urin", wer besonders gefährdet ist....fehlt nur noch die evidenz-basierte
              Verschriftlichung und Weitergabe

              Ideen dazu fand ich auch bei: siehe z.B. Early Warning Scores und Critical Care Outreach Programme

              WomBat, wartet auf gute Ideen
              Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

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                #8
                AW: Weiterbildung Stroke - Unit

                *grübel* Warum funktioniert auf der peripheren Station manches anders als auf der Intensiv? Gute Frage.

                Meine Erfahrungen:
                1. Es existiert ein Schmalspurwissen. Eine Bauchchirurgiestation kennt sich mit der Problematik der Bauchchierurgie aus... genau wie ihr Stationsarzt. Das der Mensch aus mehr als aus Abdomen besteht ist fremd. Probleme mit der Lunge werden zwangsläufig übersehen oder zu spät erkannt.

                2. Es fehlt an Selbstbewußtsein der Pflegekräfte. Die Anordung des Arztes ist oft Gesetz. Mitdenken empfinden nicht wenige Ärzte als unangenehm. In der fachlichen Diskussion außerhalb des Abdomenbereiches (wenn wir bei unserem Beispiel bleiben) wirds schwierig mit dem Verständnis.

                3. Übernahme von Verantwortung- ein ganz schwieriges Thema. Wenn überhaupt Verantwortung übernommen wird, dann höchstens für die eigene Schicht. Man ist sich seines eigenen Fachwissens unsicher. Vielleicht weil man erkennt, dass man etwas ausführt aus Tradition- diese Tradition aber nicht begründen kann. Verantwortung hat in der Pflege einen schlechten Stellenwert weil wir ein Null- Fehler- Management fahren: es gibt keine Fehler und es hat keine Fehler zu geben. Wenn doch der Ernstfall eintritt wird nicht die Fehlerursache gesucht, sondern die Person angegangen.

                4. Einsatz von Checklisten nutzen ohne Fachwissen gar nichts. Schönes Beispiel hierfür sind m.E. die Dekubitus-, Atem- u.ä. Skalen. So durfte ich erleben, dass der Pat. nach der Waterlowskala eingestuft wurde, die angefügte Vorgabe empfahl eine WDM. Prompt lag der Pat. auf der WDM. Er hatte eine hohe Punktzahl erreicht, weil er eine Hemiparese hatte. Die skala nimmt aber keine Differenzierung zwischen Parese und Plegie vor. Für den "Laien" ists oft eins. Die WDM war hier eindeutig kontraindiziert. Die Kollegin verteidigte sich mit: ich hab nach Vorgabe gehandelt. Pflege ist so multfaktoriell, dass man das vielfältige Leben nicht in Skalen pressen kann.

                5. Primärpflegsystem- ein gutes System. Ich hab gerade den (gescheiterten?) Versuch der Einführung hinter mir. Das Problem sind die Mitarbeiter- siehe oben. O-Ton: Wir sind doch alle gleich, haben alle dieselbe Ausbildung und wissen alle was zu tun ist... wirklich?

                Elisabeth

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                  #9
                  AW: Weiterbildung Stroke - Unit

                  Ebenfalls "grübel".

                  1. Woran liegt das mit dem Schmalspurwissen? Es ist bestimmt eine gute Sache, sich im "eigenen" Bereich bes. gut auszukennen (Benner). Dazu gehört allerdings einen Überblick des "Allgemeinen" - nämlich der anderen Körpersysteme, Risiken usw. Zu Deiner Aussage fällt mir lediglich ein, "echter Fachidiot"?. Ist das eine Frage der Jahre, der Routine auf Station?
                  Oder so 'was wie in der Psychiatrie - ein echter "Blinddarm" wird übersehen weil fachlich falsch eingeordnet? Dieses Phänomen betrifft auch Ärzte...hoffentlich haben wir das nicht dort gelernt!? Wie sehen was wir erwarten. Wir erwarten nach einer abdom. OP auch abdom. Komplikation, in der Psych erwarten wir Pysch-Befunde. Dabei kann jeder Mensch Läuse haben, aber auch Läuse und Flöhe. Eine eingeengte Sichtweise sieht nur noch Läuse, obwohl der Patient Flöhe hat? So 'ne Art Tunnelblick? Was hilft da? Aufmerksamkeit? Reden im Team? Vergleichen? Ernst nehmen? Immer an Läuse und Flöhe denken?

                  2. Stimme Dir zu (bis auf diejenigen, die eine bes. große Portion Selbstbewußtsein bekommen haben - schon wieder ein Phänomen!). Wie könnte das geändert werden? Viele Schulen erziehen ihre Schüler eigentlich schon zu Selbstbewußtsein, die Stationen müssen (sollten, könnten?) das unterstützen. Geht aber schlecht, wenn Schüler bis zum Examen wie Schüler behandelt werden. Ich glaube, Schüler sollten wie Kollegen - lernende Kollegen behandelt werden, schon mal vor Probleme gestellt werden, die sie selbst lösen müssen. Natürlich ohne Patientengefährdung und mit Hilfe in der Rückhand.
                  Für das "Empfinden" der Ärzte bezüglich mitdenkenden Pflegenden- oh, ich muss mein Tränenglas füllen - habe ich inzwischen mein vorher marginales Interesse nicht gerade weiterentwickelt.
                  Absolutistische Ansprüche an Autorität kann ich nicht bedienen! Es ist sooooo altmodisch, out-of-date! Selbst die WHO weis das schon lange, sonst würden die nicht vom "Teams" sprechen.

                  3. Verantwortung. Inzwischen glaube ich nicht mehr, dass nur Pflegende dieses "Problem" haben.
                  Bei uns erinnert es mich trotzdem an Antje Grauhan (so ca. die 80iger Jahre), die davon schrieb, das Pflegenden vielen im Krankenhaus dienen, z.B. der Verwaltung, den Ärzten, usw. Jetzt bringst Du auch die "Schicht" dazu! Nach dem Motto, wie gut würde die Station funktionen wenn doch nur die Patienten nicht mehr da wären!
                  Wie kann es gelingen, das Pflegende sich für Menschen verantwortllich fühlen - nicht im dusseligem Ganzheitsstil, sondern verantwortlich sein für den pflegerischen Verlauf eines Einzelnen - wir müssen ja nicht die Verantwortung für die ganze Person (für die nä 50 Jahre) übernehmen. Wenn wir uns bemühen, die Person künstlich in bio-psycho-sozial-kulturell---------aufzuspalten und dann wieder zusammenzusetzen? Das war wirklich großer Dumfug. Da hätte doch jemand sagen können, es ist ja nur analytisch-theoretisch für die Sichtweise Egal, alle bes. guten Pflegende, die ich kenne, haben schon immer Verantwortung für ihr Tun und Ihre Patienten übernommen. Das waren und sind nicht immer alle, vielleicht müssen wir uns damit zufrieden geben, oder höhere Ziele anstreben?

                  4. Stimme Die völlig zu. Abkürzungen kann nur nehmen, der auch weis, wo sie sich befinden.

                  5. Schade, Du hast meine volle Empathie.

                  Das mit dem "wir sind doch alle gleich" ist vielleicht doch nicht so gut für den Berufsstand? Gleichmacherei....jedoch sind Lernende dabei, Anfänger, Intermediate, Experten mit Erfahrung (nur in einem anderen Bereich). Schneller und weniger Schnelle, Bewußte und...., Verantwortungsvolle und weniger....

                  Ich habe, glaube ich, mehr Fragen hinterlassen....
                  Zwei Worte drehen sich im meinen Hirnwindungen, nämlich Fachwissen und Verantwortung.
                  Schwere Wörter.
                  Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

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                    #10
                    AW: Weiterbildung Stroke - Unit

                    Fachwissen Mein derzeitiger Arbeitsauftrag beinhaltet das Vermitteln von Fachwissen... im Bereich Pflege. Meine Kollegin und ich haben uns angewöhnt eine Vorabfrage zu den Grundkenntnissen im Seminar zu stellen. Bei den Ergebnissen fällt auf, dass oft schon anatomische Grundkenntnisse fehlen und kausale Zusammenhänge nicht benannt werden können. Beim Aufzählen von Maßnahmen sind die TN dann wieder top. Nur wann sollen diese Maßnahmen sinnvoll zum Einstaz kommen? Wie entstehen Dekubitus, Thrombose, Pneumonie, Hautprobleme?
                    Dieses Manko wird von Pflegekräften aber nicht als solches erkannt. Gemäß dem Satz: pflegen kann jeder und wozu gibts Checklisten. Manchmal überlege ich, wie so eine Situation entstehen konnte. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwähren, dass das ein selbstgemachtes Problem in der Pflege ist. Werden nicht schon in der Ausbildung die Grundsteine für diese Entwicklung gelegt? Und weht da nicht noch der alte Geist durch viele Stationen: Dienstanweisung, Dienstanweisung und die Qualität ist gesichert? Problem hier nicht selten, dass der Anweisende nach seinem "Schmalspurwissen" was er vor Jahren erworben hat, handelt.

                    Pflege bedeutet ein Leben lang lernen... und das nicht nur auf die neueste medizinische Therapie bezogen. Bleibt für mich die Frage: wie wichtig ist die aktuelle medizinische Einstellung meines Stationsarztes für mein pflgerisches Handeln? Wieviel Gewicht hat (Grund)pflege?

                    Was ist überhaupt Pflegefachwissen?

                    Verantwortung Was meinen wir, wenn wir von Verantwortungsübernahme reden? Verantwortlich handeln würde ja bedeuten, ich erkenne kausale Zusammenhänge. Trifft dies auf (grund)pflegerische Handlungen zu?

                    Elisabeth (die die Teilung in Grund- und Behandlungspflege unmöglich findet)

                    PS Irgendwie sind wir hier vom Thema abgekommen. Kann man den Thread eventuell sinnvoll teilen?

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