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| Anästhesiepflege / Intensivpflege Allgemeines Diskussionsforum für alle Aspekte der Anästhesie- & Intensivpflege |
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#1
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Liebe KollegInnen,
ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit dem Thema "Anwesenheit von Angehörigen während der CPR". Ich würde gerne von Euch wissen, ob Ihr schon Erfahrungen damit gemacht habt und wenn ja welche. Dazu habe ich einen Online-Fragebogen erstellt, der unter http://www.fragebogen-tool.de/f.php?i=476&c=emegh abrufbar ist. Bitte füllt alle (auch die ohne Erfahrungen) den Fragebogen aus!! Vielen Dank. Stefan Köberich (Freiburg i.Br.) |
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#2
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Also mal ganz ehrlich...Angehörige anwesend während der CPR... progressive Pflege in Ehren, aber man kanns auch übertreiben... es sei denn, man steht darauf, Angehörigen das Trauma ihres Lebens zu verpassen... denn darauf läuft es hinaus... |
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#3
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Zitat:
Hallo erstmal! Mit was genau beschäftigst du dich denn dabei? Führst du ein Pilotprojekt durch bei dem Angehörige während einer Reanimation dabei sind??? Literaturrecherche??? Ich persönlich habe es schon ein paar mal erlebt das Angehörige zu Beginn einer Reanimation dabei waren (...waren gerade zufällig im Zimmer als das "Reanimationpflichtige Ereigniss" begann! Es war eine absolute Katastrophe - und das ist noch untertrieben!!!! Ich persönlich halte von dieser Idee überhaupt nichts, kann mich da nur der Meinung von Volker anschließen! Wir hatten dieses Thema schon mal in einem anderen Thread angeschnitten, nämlich genau hier - http://forum.zwai.net/showthread.php?t=701&page=3 Zitat:
Mfg Obs-Pfleger
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..."Früher haben wir Obse immer mit doppel p in der Mitte geschrieben - Oppse halt"..... |
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#4
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Moin,
mich würde interessieren, wer überhaupt auf so eine Idee kommt. Mir wäre die Sache zu abstruss, um überhaupt Energie für Nachforschungen zu investieren. Warum soll man die Angehörigen nicht dabeilassen? Man müsste nur von seiten des Hauses einen Anwalt, einen Seelsorger, einen Psychologen, einen Arzt und eine erfahrene Pflegekraft dem Angehörigen an die Seite stellen. Ist dann die akute Phase überwunden, ist der Angehörige vielleicht mit langdauernder ambulanten Psychotherapie in der Lage, das Trauma zu verarbeiten. Das ginge doch!! Sören aus Hannover |
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#5
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Sören, Wer auf so eine Idee kommt? Hier ein paar Beispiele:
1) Family presence during cardiopulmonary resuscitation: Foote Hospital emergency department_s nine-year perspective. Hanson, C., Strawser D. J Emerg Nurs 1992 Apr 18(2): 104-6 2) Family Presence During Cardiopulmonary Resuscitation and Invasive Procedures: Practices of Critical Care and Emergency Nurses American Journal of Critical Care. 2003;12: 246-257, B Susan L. MacLean et al. 3) 2005 American Heart Association Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care, Part 2: Ethical Issues, Circulation 2005; 112:IV-6-11 4) Practice Alert http://www.aacn.org/AACN/practiceAlert.nsf/Files/FP/$file/Family%20Presence%20During%20CPR%2011-2004.pdf Grüße, WomBat |
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#6
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Hallo.
Zufällig haben wir gestern einen Mann reanimiert und seine Frau stand am Bett. Er kam mit NAW und hat beim umlegen geflattert, daraus wurde 20 min. CPR. Ich hatte einen recht fitten Doc., 2 PJ´tler und eine Internistin, die letzten drei zum lernen. Ich hatte aber keinen Kollegen als Springer oder so, da die beiden auch notfälle zu versorgen hatten. Die Frau (selber Krankenschwester in einer anderen Klinik) fragt ob sie am Bett bleiben kann und mein Doc. (warscheinlich im Afekt) erlaubt das. Ich konnte mich nicht drum kümmern da einer ja den Pat. behandeln sollte. Es war eine riesen Katastrophe!!! Das reanimieren, das Zugängelegen.... Sie war total fertig. WER ARBEITET DAS AUF??? Im Rettungsdienst erleben die Angehörigen öfters eine CPR mit. Ich hab noch von keinem gehöhrt der das gut fand. Cu Simon
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Alles wird gut !!! |
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#7
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Hallo zusammen,
ich denke, dass dies kein Thema ist, bei dem man sagen kann, dass die oder andere Verfahrensweise richtig ist. Das Verarbeiten einer solchen Situation ist so unterschiedlich wie die Menschen auch. Ich halte es auf jeden Fall für praktikabel, dass Angehörige anwesend sind, wenn diese wie bereits hier erwähnt von einer extra Person betreut werden und das Rea-Team ungestört arbeiten kann. Angehörige wollen in einer solchen Situation bei ihren geliebten Menschen sein und nicht vor verschlossener Tür darüber grübeln, was gerade geschieht. Manchmal ist die Konfrontation mit solchen Ereignissen auch eine Möglichkeit die Situation in ihrer Ernshaftigkeit zu begreifen. Ich glaube nicht, dass man generell allen Angehörigen das Trauma ihres Lebens verpasst, wenn sie zusehen, wenn der ihm nahestehende Mensch reanimiert wird. Was ist denn, wenn die Reanimation erfolglos ist? Könnte die Anwesenheit den Angehörigen nicht trösten, dass er in Nähe des geliebten Menschens war, als er gestorben ist. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass er gesehen hat, dass man um das Leben des Patienten gekämpft hat und es letztlich erfolglos war, eine Hilfe das Ganze zu verarbeiten. Man kann solche Dinge nicht über einen Kamm scheren, jeder geht anders damit um. Eine unserer Aufgaben, als professionell Pflegende, muss es sein, Strategien für solche speziellen Situationen zu entwickeln um damit umgehen zu können. Das dies leicht ist, wird niemand behaupten. Liebe Grüße Tildchen |
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#8
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Mit welchem Recht schicken Sie die Angehörigen bei einer Raeanimation anwesend sind, weg ?
Es gibt nur einen Grund, das ist ist eine Störung oder Behinderung der Reanimation. Ein Arzt ist nicht berechtigt, die Angehörigen Grundlos aus zuschliesen. Wenn Angehörigen die durch zuführenden Massnahmen bei einer Reanimation erklärt werden, ist Ihre Anwesenheit kein Problem. Wenn Angehörige nicht anwesend sein wollen gehen Sie von selbst der Situation aus dem Wege. Mit welchem Recht nehmen Sie den Angehörigen die Möglichkeit in der ev. letzten Phase mit einer geliebten Person zu komunizieren und sie zu berühren solange sie noch warm ist. Das Gefühl während der letzten Momente dort und eine Hilfe für eine nahestehende Person da gewesen zu sein als diese es brauchte. Wenn eine Rea kompetent und offen durch geführt wird gibt es in der Regel keine Probleme mit den Angeöhrigen. Den Umgang den Manche in Bezug auf Angehörige oder Anwesende pflegen, in dem sie als Gaffer oder Störer bezeichnet werden ist für eine bestimmte Spezies typtisch . Vielleicht sollten diese Kollegenüber ihre eigenen Bedürfnisse in Extremstiuationen reflektieren. Grüsse H. M. |
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#9
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Hallo @all,
die Situation habe ich selbst noch nicht erlebt, meine erste Reaktion beim Lesen des Threads war 'So ein Schwachsinn'...., aber was Tildchen schreibt, ist sicher zu bedenken. Warum reagiere ich erstmal ablehnend? Vielleicht auch, weil mich Angehörige in einer Situation erleben, in der ich mein eigenes Arbeiten anders wahrnehme, mich auch anders verhalten muss als in einer normalen Besuchssituation. Ich bin evtl. lauter als gewohnt, nicht mehr so ruhig und souverän, wie ich sonst erscheine... Ich denke, dass dieses unter ganz besonderer Beobachtung stehen auch eine Rolle spielt, auch wenn ich die Reanimationssituation sicher beherrsche. Das gesamte Geschehen wird von den Angehörigen wahrgenommen, und nicht nur bei unerwartetem Misserfolg kann das traumatisch sein. Gruss vom Rhein, Madi
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Die Absicht bestimmt die Sicht. |
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#10
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Hallo zusammen.
Nachdem die Umfrage für rege Diskussion gesorgt hat, haben wir nun die Literaturanalyse von Stefan Köberich aus der intensiv im zwai-Journal veröffentlicht: >>> zum Artikel >>> Schöne Grüße, hhe Köberich S, Anwesenheit von Angehörigen während einer kardiopulmonalen Reanimation, intensiv 2005; 13: 215-220 |
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