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| Anästhesiepflege / Intensivpflege Allgemeines Diskussionsforum für alle Aspekte der Anästhesie- & Intensivpflege |
| Umfrageergebnis anzeigen: Stellst du dich im Ernstfall als Multi-Organspender zur Verfügung? | |||
| Nein. Ich habe noch nie Organspender betreut. |
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2 | 2,94% |
| Nein. Ich habe bereits gelegentlich Organspender betreut. |
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18 | 26,47% |
| Nein. Ich betreue regelmäßig Organspender. |
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1 | 1,47% |
| Ja. Ich habe noch nie Organspender betreut. |
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5 | 7,35% |
| Ja. Ich habe bereits gelegentlich Organspender betreut. |
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32 | 47,06% |
| Ja. Ich betreue regelmäßig Organspender. |
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10 | 14,71% |
| Teilnehmer: 68. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen | |||
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Themen-Optionen | Ansicht |
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#11
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ich habe mich vor einiger zeit *für* die organspende (und für die blutspende, ist hier aber nicht thema) entschieden.
organspende hat mich ein bisschen grübeln lassen, v.a. wegen der fälle, wo angeblich leute für tot erklärt wurden, damit man an ihre organe kommen könne. mittlerweile hab ich mich mit der hirntoddiagnostik beschäftigt und für mich festgestellt, dass ich als leiche nun wirklich keinen gesteigerten bedarf mehr an organen habe. "leiche" bezieht sich im moment auf den zustand "hirntot". also warum soll nicht jemand anders dank meiner niere nicht mehr zur dialyse müssen? warum soll nicht ein mensch mit mukoviszidose dank meiner lunge weiterleben können? ich hab zu dem zeitpunkt der organentnahme nun wirklich keinen schaden mehr davon, denn ich bin ohnehin tot. und in diesem zusammenhang erwarte ich einfach, dass meine familie meine aus freiem willen getroffene entscheidung respektiert. mein organspendeausweis ist direkt bei meinen papieren. just my 50 cent... |
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#12
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"leiche" bezieht sich im moment auf den zustand "hirntot".
Genau da liegt für mich der Hund begraben. Der Spender sieht nicht aus wie eine Leiche, fühlt sich auch nicht so an und ich behandle ihn wie jeden anderen Patienten auch. Der Tod ist eben kein Zustand sondern ein Prozess. Während einige Zellen noch leben, sind andere bereits Tod und wieder andere sterben grade. Was mich interessiert ist: Bis zu welchem Grad an "Todsein" ist noch Erleben/Wahrnehmung möglich? Watcher |
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#13
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Moin,
ich arbeite seit einiger Zeit auf einer Intensivstation, wo häufig transplantierte Patienten betreut werden, vor allem Patienten nach Lebertransplantationen, aber auch Patienten nach Nieren- bzw. nach Pankreas-/Nierentransplantation. Seit ich auf dieser Station beschäftigt bin, habe ich mich auch gegen eine Organentnahme entschieden (und ich möchte auch keine Organe erhalten), und auch bei keinem meiner Angehörigen wäre ich bereit einer Organentnahme zuzustimmen, außer diejenigen hätten sich im Vorfeld dafür ausgesprochen. Die Angehörigen von Spendern sind in der Regel, denke ich zumindest, mit der Situation häufig doch überfordert und müssen dann innerhalb kurzer Zeit eine Entscheidung treffen - vielleicht wäre eine Widerspruchsregelung, wie sie z.B. in Österreich Gesetz ist, eine bessere Lösung. Ich meine nicht damit, das es dann mehr Organe gibt, sondern damit, das sich jeder im Vorfeld mit dieser Situation auseinandersetzen muss und nicht die Angehörigen, in einer für sie sowieso schon schwierigen Situation sich noch mit diesem Thema auseinander setzen müssen. Der Bericht der Mutter machte mich sehr betroffen und nachdenklich. Gruß |
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#14
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Chirurgen fordern neue Konzepte zur Organspende
Bereitschaft muss drastisch erhöht werden - Lebendspende keine Alternative Zitat:
>>> weiter >>> (hhe) |
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#15
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Wenn ich beide Beiträge vergleiche, so fällt mir auf das der Beitrag der Mutter sehr emotional ist, der Beitrag aus Rostock nur Fakten enthält.
Der Mensch besteht nicht nur aus Organen sondern in jedem Körper wohnt auch ein Geist und eine Seele. Liegst viellicht daran, dass das Problem der Mutter nur ungenügend wahrgenommen wird? Medizin teilt sich seit mehreren Jahrhunderten in einen somatischen und in einen psychischen Bereich. Decartes, der Begründer dieser Denkeweise, geht von einem mechanistischen Modell des Menschen aus. Wir sprechen von Hirntod und meinen das das Organ Gehirn nicht mehr versorgt ist und keine elektrische Wellen mehr meßbar sind. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, wie man sich ganz sicher sein kann, dass dies den Tod des Menschen bedeutet. Das Haus der Seele- um es mal bildlich auszudrücken- lebt ja noch. Bei einem Apalliker ist das Großhirn- der sogenannte Sitz der Seele- ausgefallen. Es gibt Studien, die nachweisen, dass diese Menschen Schmerzen wahrnehmen können. Ich erinner mich dabei an eine Demonstration der Aktivitäten des Gehirns bei einem Wachkomapat. mittels Spect- Aufnahme: es gab mitten im Nichts ein Areal- ca. 1-2 cm groß- das arbeitete. Ich habe nicht oft Spender betreuen müssen. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, fällt mir auf das ich eine optimale somatische Pflege geleistet habe. Emotionen, Gedanken habe ich bewußt unterdrückt. Ich hätt auch nicht gewußt, wohin ich mich wenden hätte sollen wegen meiner Zweifel. Elisabeth Geändert von Elisabeth (06.02.2006 um 08:52 Uhr). Grund: Ergänzung |
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#16
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Hab ich eben auf der Startseite von GMX gefunden:
Gesichtstransplantation: Französin vor der Presse http://www.gmx.net/de/themen/gesundh...8181AiwE2.html http://www.gmx.net/de/themen/gesundh...g/1615538.html Mir fehlen jetzt irgendwie die Worte und die Vorstellung, dass mal irgendjemand mit meinem Gesicht rumläuft.
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Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. ![]()
Geändert von Groha (06.02.2006 um 12:00 Uhr). Grund: Link |
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#17
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Zitat:
Dazu kam vor ein paar Tagen eine ziemlich gute Dokumentation von Tilman Jens in der ARD: "Gesicht auf Bestellung - Von den Abgründen der plastischen Chirurgie" Das Manuskript zur Sendung gibt es als PDF unter dieser Adresse. U.a. ab Seite 14 geht es um das 'Face Race' - das Wettrennen um die erste Gesichtstransplantation. Mal ein paar Zitate aus dem Manuskript: __________________________________________________ _______________ Nur die dicke Schlagzeile zählt: Wer ist der erste im Face Race, im Rennen ums verpflanzte Gesicht? Ein Ärzte-Team aus Ohio verschickte schon mal vorab Computeranimationen ans Fernsehen. Die Pioniertat sei nah. In einem amerikanischen Hospital. Interview: Maria Simionow, Chirurgin, Clevland „Uns geht es um Menschen, die eigentlich kein Gesicht mehr haben, die sich im Haus verstecken, die ihre Identität verloren haben. Um Patienten, die sogar dann Masken tragen, wenn sie ihre Verwandten besuchen, weil sie fürchten, dass ihr Anblick die Kinder traurig macht. Ihre einzige Hoffnung ist, dass wir mehr für sie tun.“ [...] Wenig später: das böse Erwachen! Die Franzosen machten das Rennen. Verpflanzt worden war zwar nur ein halbes Gesicht, aber die akribisch inszenierten Bilder des Triumphs – die Patientin war stets nur in Ansätzen zu erkennen: sie wurden nun von Amiens in die Welt ausgestrahlt. War das Timing ein Zufall? [...] Ob nun Zufall oder nicht: Devauchelle und sein Co-Chirurg Dubernard waren über Nacht in den Olymp der Operateure gelangt, seit an Seit mit Sauerbruch oder Christian Bernard. Verlautet wurde nur Gutes: Ja, die Patientin sei wohlauf, könne zwar noch nicht sprechen, habe aber ein Blatt Papier mit dem Wort „Merci“ versehen. Aber ob das die ganze Wahrheit ist? Einer der renommiertesten plastischen Chirurgen Deutschlands hat da seine Zweifel. Interview: Hans-Ulrich Steinau, Chirurg, Bochum „Das ist die Frage, was gebe ich dem Patienten mit auf den Weg? Ich gebe ihm eine lebenslange Medikamenteneinnahme die mit erheblichen Problemen wie sie bei Immunabwehr, selbst bei banalen Infekten, einher geht. Ich gebe ihm ein Risiko von ungefähr 7% mit auf dem Weg, dass sich ein Tumor durch diese Medikamente entwickelt und zwar ein bösartiger Tumor. Ich gebe ihm die regelmäßigen Kontrollen mit auf den Weg, ich gebe ihm Abstoßungsrisiken mit auf den Weg,ich gebe ihm auf den Weg, dass eventuell eine schleichende Abstoßung durch das Transplantat ausgelöst wird mit einer Veränderung des Transplantates selbst.“ Interviewer: „Was wäre denn die Konsequenz wenn abgestoßen wird nach ein paar Jahren? Wieder ein neues Gesicht?“ Steinau: „Tja, von wem nehme ich dann das neue Gesicht?“ Die geplagte Frau sollte sich also besser nicht an ihr neues Antlitz gewöhnen. Das Erwachen könnte eines Tages grausam sein, die Wiederkehr der Entstellungen. (2 sec. Pause) Die Jubel-Bulletins sind verfrüht. Der Direktor des Transplantations-Zentrums Augsburg geht noch einen Schritt weiter. Für ihn ist der Coup mit dem neuen Gesicht ein wenig seriöser Rekordversuch in einem Wettbewerb um Eitelkeit und sehr viel Geld. Interview: Eckard Nagel, Chirurg, Mitglied des Ethikrates, Augsburg „Das Problem ist, dass hier Menschen instrumentalisiert werden, um Forschungsgelder zu bekommen und das halte ich für ethisch verwerflich. Im wahrsten Sinne des Wortes für nicht tragbar. Wenn ich Ergebnisse publiziere nach denen ich am Ende auch einen bestimmten Erfolg tatsächlich der Öffentlichkeit darstellen kann, wenn ich eineEinschätzung, eine wissenschaftliche Einschätzung abgeben kann, dann ist es völlig legitim auch wenn ich als erster herauskomme, auch wenn ich versuche als erster herauszukommen. Nur bevor ich das tun kann, nur sozusagen mit meinem Aktivismus mich darzustellen, das halte ich wirklich für problematisch.“ __________________________________________________ _____________ Zitat Ende ...
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#18
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Danke, werde später mal etwas schmöckern; habe von der Reportage nur die letzten paar Minuten gesehen.
Wie weit wird das alles noch gehen? Wann kommt die Gehirntransplantation? ![]()
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Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. ![]()
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#19
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Zitat:
Der Bericht der Mütter ist bewegend und ich kann diese Gefühle und diesen Schmerz, besonders wenn man selbst Kinder hat, nachvollziehen, wenn auch nur begrenzt da er sicher mein Vorstellungsvermögen übersteigt. Meiner Meinung nach ist das A und O beim Thema Organentnahme die intensive Betreuung des Patienten. Ganz besonders der Angehörigen von Anfang bis zum Schluß. Mit Schluß meine ich auch das Sehen und Berühren können ihres Angehörigen nach der Entnahme der Organe und Zeit lassen zum Abschied nehmen. Es ist übrigens kein Problem die Verstorbenen so aussehen zu lassen wie sie vor der Organentnahme aussahen, ausser der Farbe der Haut. Bei Hornhautspenden gibt es Augenprothesen (Glasauge) und der Schnitt ist mit einem Verband abgedeckt wie nach jeder anderen Op auch. Diese Betreuung kann aber nur Pflegepersonal leisten das sich nicht selbst mit dem Leid und dem Schmerz der Patienten und Angehörgien idendifiziert und damit sich selbst handlungsunfähig macht. Dazu bedarf es guter psychologischer Betreuung, Supervision, um mit diesem Thema pflegerisch professionell umzugehen und einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Nur so kann ich auch Angehörigen in solchen Situationen helfen und ihnen beistehen. Natürlich kann ein Einzelner das nicht alleine bewältigen. Dazu muß das gesamte Team geschult sein, um die Angehörigen vom ersten bis zum allerletzten Kontakt mit ihrem Verstorbenen nicht allein zu lassen. Wir haben in unserem Hause sehr gute Erfahrungen mit der DSO Region Mitte gemacht die uns in allen Fragen berät, weiter schult und auch Supervisonen für das Intensivteam, das Anästhesie- und Op-pflegepersonal veranstaltet. Dort finden alle brennenden Fragen breiten Raum und auch Antworten zu z.B. Hirntod, -feststellung, Lazarusphänomen, Narkose ja oder nein und so weiter. Allerdings muß man sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und es auch wollen. |
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#20
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Im vergangenen Jahr sind 1220 Menschen 3.777 Organe zur Transplantation entnommen worden - damit ist die Zahl der Organspender laut einer Meldung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf einem Höchststand.
Dennoch stehen auf den Wartelisten 12.000 Menschen, die auf eine Organspende warten. Etwa 1000 davon versterben jedes Jahr in Deutschland. Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, hat eine vom Bundesforschungsministerium finanziell unterstützte der Technikfolgenabschätzungs-Akademie GmbH in Bad Neuenahr-Ahrweiler beauftragte Expertengruppe von Professoren aus Jura, Medizin, Ökonomie und Soziologie ein Memorandum zu "Handlungsoptionen zur Minderung des Organmangels" verfasst: demnach fordert die Gruppe, dass jeder, der nicht ausdrücklich einer Organentnahme widerspricht als Spender anzusehen sei. Auch soll Lebendspendern der Verkauf einzelner Nieren gestattet werden .... (hhe) >>> weiter zum Bericht bei taz.de >>> |
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