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Thema: Infektion externer Ventrikeldrainage

  1. #1
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    Standard Infektion externer Ventrikeldrainage

    Hallo Zusammen!

    Ich bin neu hier und hoffe auf Euren Fachmännischen/frauischen Rat.

    Es geht darum, inwieweit die Infektion einer externen Ventrikeldrainage sich kostenwirksam auf das Krankenhaus auswirkt vor dem Hintergrund der DRG's

    1. )Muss der Patient aufgrund einer Infektion länger bleiben oder ist die Grunderkrankung eh schon so schwer, dass eine Infektion sich zeitlich nicht bemerkbar macht, da sie innerhalb der gewöhnlichen Liegedauer behoben wird?

    2.) Wenn er länger bleiben muß, wie lange im Schnitt?

    3.) Was passiert bei einer Infektion? Muss der Katheter getauscht werden, wird zusätzlich Personal / Material benötigt? Wenn ja in welchem ungefähren Umfang?(Arzt/Std, Pflegekraft/Std, Mikrobiologe/Std, Antibiotika)

    4.) Wie hoch ist die Infektionsrate ca? sind Euch hierzu Studien bekannt?

    Falls Ihr manches nicht so ohne weiteres beantworten könnt, habt Ihr vielleicht einen Tipp, wo man Literatur zu diesem Thema finden kann?

  2. #2
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    Beitrag AW: Infektion externer Ventrikeldrainage


  3. #3
    Markus ist offline registrierter Benutzer
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Hallo!

    Meines Wissen nach gibt es sehr wenig aussagekräftige Studien über externe Ventrikeldrainagen.
    Infektionsraten werden von allen Krankenhäusern nur ungerne bekannt gegeben, da herrscht dichter Bodenenebel.
    Selbst die Hersteller dieser Drainagen, die sonst gerne mit Studien nur so um sich werfen, haben wenig bis gar nichts vorzuweisen.
    Das Problem ist, das im Verhältnis nur äußerst wenige Patienten eine externe Ventrikeldrainage brauchen. Eine Studie müsste über Jahre gehen und die Ein- und Ausschlußkriterien wären schwer festlegbar.
    Allerdings gibt es immer mal wieder kleinere "Studien", demnächst bei uns wieder. Wir testen Antibiotika-beschichtete externe Ventrikelkatheter.

    Gruß Markus

  4. #4
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Danke für die Antwort Markus!

    Was passiert denn eigentlich mit dem Patienten bei einer Infektion?
    Muss die Schwester dann nur eine Spritze mehr mit Antibiotika
    aufziehen und damit hat es sich? Oder zieht das größere Konsequenzen
    nach sich?

  5. #5
    Markus ist offline registrierter Benutzer
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Hi Corega...

    Infektionen bei liegenden Ventrikelkathetern also externen Ventrikeldrainagen sind äußerst selten. Das ist natürlich ein subjektives Erleben von mir.

    Das hängt zum einen mit der äußerst engen Indikationsstellung zusammen, zum anderen werden aber auch oft genug "in eine bestehende Infektion hinein" ein Ventrikelkatheter gelegt, um lokal Antibiotika einzusetzen.

    Falls es doch dann mal soweit kommt, zeigt sich das i.d.R. laborchemisch. Ich muss erwähnen, das wir bei liegendem Katheter tgl. Liquor abnehmen.

    Das ist ein recht gutes Frühwarnsystem.

    Auch heute noch ist eine Meningitis oder Encephalitis lebensbedrohlich, der nur mit einer 4-fach- oder 5-fach-Antibiose beizukommen ist. Zum Thema Kosten muss dann nichts mehr gesagt werden.

    Gruß Markus

  6. #6
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Was kostet eigentlich so ein Tag auf der Intensiv Station?

    Wird es durch die Krankenkassen erstattet, wenn der Patient über die
    durchschnittliche Liegedauer hinaus, z.B. wegen einer Infektion, länger liegen
    muß?

  7. #7
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Hallo Markus!

    Du sagtest, dass Ihr an einer Studie mit imprägnierten Kathetern teilnehmt, kannst Du mir sagen, was es ca kostet, so eine Drainage zu verlegen?
    Wo würde man alternativ so etwas erfragen können?

    Gruß

    Corega Tom

  8. #8
    Markus ist offline registrierter Benutzer
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Hallo Corega!

    Die Studie startet erst demnächst, so zum 1.9. oder 1.10. . Ich kann Dir dann aber Informationen zukommen lassen.

    Gruß Markus

  9. #9
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Das wäre klasse!


    Danke!

  10. #10
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    Standard AW: Infektion externer Ventrikeldrainage

    Zitat Zitat von Corega-Tom
    Was kostet eigentlich so ein Tag auf der Intensiv Station?
    .

    Genau kann ich's nicht sagen. Die Kosten dürften sich je nach Versorgungsstufe usw. gehörig unterscheiden. Aus dem Stand hab ich nur ein paar Zahlen aus dem Jahr 2000 gefunden:

    Zitat Zitat von http://www.medizinimdialog.com/mid4_02/gesundheits.html
    Im Jahr 2000 gab es in Deutschland 23.115 Intensivbetten1, die während 6.226.000 Pflegetagen zu 75% ausgelastet waren. Nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherung betrug der Hauptabteilungspflegesatz Intensivmedizin im Jahr 2000 durchschnittlich 1.536 DM. Im Jahr 2000 gab es in Deutschland 23.115 Intensivbetten, die während 6.226.000 Pflegetagen zu 75% ausgelastet waren. Nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherung betrug der Hauptabteilungspflegesatz Intensivmedizin im Jahr 2000 durchschnittlich 1.536 DM.]
    Zitat Zitat von Corega-Tom
    Wird es durch die Krankenkassen erstattet, wenn der Patient über diedurchschnittliche Liegedauer hinaus, z.B. wegen einer Infektion, länger liegenmuß?
    Abgerechnet wird ja seit einiger Zeit über die DRGs - eine kleine Wissenschaft für sich.

    Hier mal ein Beispiel, entliehen bei Wikipedia:

    Ein Patient mit akutem Herzinfarkt wurde bis 2002 nach der Verweildauer und einem, für die Fachabteilung des Krankenhauses gültigen Abteilungs-Pflegesatz abgerechnet (Preis = Verweildauer x Pflegesatz). Dazu kam die Verweildauer * Basispflegesatz, der die "Hotelleistungen" des Krankenhauses abbildete.

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Mit Einführung des DRG-Systems erfolgt eine Eingruppierung des Patienten in eine DRG, beispielsweise für das Jahr 2004 in die DRG F60B Kreislauferkrankungen mit akutem Myokardinfarkt, ohne invasive kardiologische Diagnostik ohne äußerst schwere Begleiterkrankungen. Die Bewertungsrelation dieser DRG ist 1,08. Für ein Krankenhaus mit einem Basisfallwert von beispielsweise 2.500 € ergäbe sich für die Behandlung ein Preis von 1,08 x 2.500 € = 2.700 €.

    Bei Vorliegen relevanter Nebendiagnosen könnte sich auch die DRG F60A' Kreislauferkrankungen mit akutem Myokardinfarkt, ohne invasive kardiologische Diagnostik mit äußerst schweren Begleiterkrankungen ergeben. Deren Bewertungsrelation liegt bei 1,62, der Preis für die Behandlung ergäbe sich somit durch 1,62 x 2.500 € = 4.050 €.
    Beim Auftreten von behandlungspflichtigen Komplikationen wird also schon mehr gezahlt; ob die Summe aber im Zweifelsfall ausreicht, um damit einen oder auch mehr Tage zusätzliche Intensivtherapie zu bezahlen, weiß ich nicht.

    Schöne Grüße,

    hhe

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