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Thema: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

  1. #1
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    Frage Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Hallo!

    Bei uns auf Station ist die Diskussion ausgebrochen, ob man Katecholamine nur zusammen mit einer Trägerlösung (zum Beispiel NaCL 0,9% auf 10 ml/h) oder besser alleine an einem Schenkel des ZVK laufen lassen sollte!
    Wie wird dies bei Euch auf den Stationen gehandhabt?

    Danke für Antwort und freundlicher Gruß

  2. #2
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    Standard Lieber doch nicht!

    Hi Signore.

    Danke für die Frage zu meinem zweitliebsten Lieblingsthema! Da erlaube ich mir einfach mal die erste Antwort im Thread:

    Ich persönlich favorisiere und kenne nur die Variante ohne Trägerlösung.

    Mir will auch kein Grund einfallen, der für eine Trägerlösung spricht - eher ein paar dagegen:

    So eine NaCl-Flasche am Katecholaminschenkel verleitet schonmal eher dazu, über das System auch andere (Kurz-)Infusionen laufen zu lassen als keine NaCl-Flasche

    Grund Nummer 2 und wahrscheinlich auch bestes Contra-Argument: der Infusomat an sich. Wenn man die Tropfkammer bei höheren Laufraten mal beobachtet, fällt auf, dass die Maschinen zwar die eingestellte Menge / Stunde durchlaufen lassen, allerdings bauartbedingt nicht kontinuierlich.
    Dieser Infusiomaten-Antrieb arbeitet ja so ähnlich wie eine Rollerpumpe, nur halt mit Lamellen, die sich wellenartig von oben nach unten bewegen und dadurch die Flüssigkeit durch die Leitung drücken.

    In dem Moment, wo die Welle unten angekommen ist und es oben wieder von vorne losgeht, kommt es halt zu einer Veränderung der Laufrate des NaCls - und somit auch zur einer veränderten Rate des Katecholamins.

    Also: Katecholaminen gehört (mindestens) ein Schenkel reserviert.

    Ein paar weitere, sehr brauchbare Praxistipps findest du im zwai-Journal unter dieser Adresse:

    -> http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/.../Praxis-Tipps/

    Nachmachen!

    Trägerfrei und Spaß dabei: hhe

  3. #3
    Avatar von PICCOlina
    PICCOlina ist offline Freifrau und Mama der Eisfee
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Was soll man da noch sagen....
    der "Chef" hats prima erklärt

    Es soll auch Leute geben, die bei "Luftalarm" in der Trägerlösung kurz "mal durchlaufen lassen"

    Ganz klar - bei "uns" nur über einen separaten Schenkel und ohne "Beiläufer"
    Auch völlig problemlos - wir nutzen meist 4 oder 5- lumige ZVK`s

    Gruß PICCOlina
    -- Anja`s Kids on Ice --
    www.eistheater.de

  4. #4
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Moin,
    im Zuge meiner Laufbahn durch verschiedene Kliniken habe ich beide Möglichkeiten kennen gelernt.
    Allerdings wird in den meisten Kliniken die Variante alleine über einen Schenkel des ZVK's und ohne Trägerlösung genutzt, auch an meinem derzeitigen Arbeitsplatz laufen Katecholamine grundsätzlich alleine über einen Schenkel.
    Tschau

  5. #5
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Liebe Kollegen!

    Auch ich kenne nur die Variante ohne Trägerlösung, und auch mir will kein Grund dafür, sondern nur welche dagegen einfallen.
    Hanno hat es schon ganz genau auf den Punkt gebracht.

    "Außerdem bin i em Schwobaländle, ond a Fläschle meh gschpart isch emmer guet, gell?"

    Fällt denn irgendjemandem ein Grund für Trägerlösungen ein?

    Viele Grüße
    Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

  6. #6
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Moin, liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Typisches bzw. ausschließliches Regime auf unserer Intensivstation ist ein separater Zugang für
    => Katecholamine
    => Analgosedierung

    um die Appikationsgeschwindigkeit konstant zu halten ( aufgrund bereits genannter Schwankungen der Förderrate der Infusion ).

    Liebe Grüsse

    Sabine

  7. #7
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Da danke ich doch schonmal recht herzlich für die Antworten!
    Mal sehen was bei rum kommt wenn wir´s bei uns auf Station
    "ausdiskutiert" haben!
    Mir persönlich will auch kein wirklich guter Grund für eine
    Trägerlösung einfallen!Aber vielleicht gibt es sie ja doch
    irgendwo in der "Infusions-Regime-Welt"? Wenn ja,bitte mal schreiben!
    Ziel der Sache mit Träger soll ja sein die RR-Schwankungen des Patienten
    bei Katecholamin-Wechseln zu minimieren!Meiner Erfahrung nach erfüllt es
    diesen Zweck nur leider nicht!Eher ganz im Gegenteil: Sollte die Trägerlösung
    mal leer sein und sowas soll ja mal vorkommen sind die RR-Schwankungen ähnlich
    oder sogar noch höher als wenn man die Katecholamine alleine laufen lässt!So ein Infusomat braucht ja auch seine Zeit bis er wieder anläuft!Und in der Zeit Zeit kommt es auch zu einer beträchtlichen Verringerung des Infusionsflusses am ZVK-Schenkel.......usw. usw.

    Nun gut,soviel hierzu
    Raffi77

  8. #8
    Registriert seit
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Hi Raffi.

    Zitat Zitat von SignoreR12
    Ziel der Sache mit Träger soll ja sein die RR-Schwankungen des Patienten
    bei Katecholamin-Wechseln zu minimieren!
    Wie gesagt: eine bessere, sichere und einfachere Lösung stellen wir in dem Artikel "Tipps zum sicheren Umgang mit Spritzenpumpen" unter dem Absatz "überlappender Spritzenwechsel" vor.

    Sieht dann in etwa so aus:



    Wär das nix für Euch?

    Schönes Wochenende,

    hhe

  9. #9
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    Daumen runter AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Hallo

    also ein paar Argumente für eine Trägerlösung bei uns vielmehr Einschwemminfusion genannt. Der Name sagt schon wofür es gut sein soll Katecholamine einschwemmen; viel besser noch dafür sorgen, dass meine Veränderungen in kleinen Schritten von 0,1 - 1 ml /h nicht erst nach einer Stunde oder wann auch immer wirksam werden. Veränderungen an kreislaufwirksamen Medikamenten sollen schnell beim Patienten ankommen, das erreiche ich eben durch eine höhere Flussrate (beiu uns mind. 20 ml/h) schneller als nur durch die Perfusoren. Schwankungen durch den Antrieb des Infusomaten finden in der Theorie sicher statt haben in der Praxis aber keinerlei sichtbare effekte. Das Argument klingt allerdings ziemlich toll !!
    Ich habe in den letzten Jahren mit beiden Verfahren gearbeitet und halte die Methode mit Einschwemminfusion für günstiger um Veränderungen beim Patienten schnell zu realisieren. Man erspart sich viele Katecholaminbolusgaben aus der Hand.
    Probleme beim Wechsel der Spritzen/Einschwemmung treten nur bei extrem instabilen Patienten auf, bei denen wir auch das von hhe propagierte Verfahren mit Dreiwegehahn verwenden.
    Kurzinfusionen oder Boligaben von Medikamenten an dem Katecholaminschenkel lassen sich durch adäquate Markierung und Beseitigung der zuspritzmöglichkeiten gut verhindern.

    Viele Grüße

    Christoph

  10. #10
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    Standard AW: Katecholamine mit Trägerlösung?-Oder lieber doch nicht?

    Hallo Christoph!

    Eins verstehe ich dabei nicht:
    Katecholamine werden bei uns nur zentralvenös verabreicht.
    Dies bedeutet: wenn ich eine Änderung am Perfusor einstelle, kommt das Ergebnis direkt vor Ort an, also reagiert der Patient auch sofort.
    Warum also die Trägerlösung? Oder gebt ihr auch periphervenös Katecholamine?
    Ich kann mir zwar vorstellen, daß der Patient vielleicht minimal schneller reagiert, aber auch Boligaben sind ja mit den heutzutage gängigen Perfusoren sehr komfortabel verabreichbar, da muß man nicht mehr aus der Hand spritzen, vor allem nicht bei den von Dir angegebenen Dosierungen.
    Vielleicht kannst Du mir das ja nochmal deutlicher veranschaulichen, ich arbeite in der Anästhesie, da kommt diese Situation nicht ganz so häufig vor.

    Viele Grüße aus dem Schwabenland von Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

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