Forum zwai AI Top

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #16
    AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

    @wombat- seh mal die Fachintensivpflege als eigenständigen Beruf- dann verändert sich die Sichtweise. Eine Intensivpflegekraft ist etwas besonderes. Es macht durchaus Sinn die hohe Spezialisierung bereits von der Pieke auf an zu verfolgen.

    ´Warum verschlafen wir Entwicklungen? Sind wir vielleicht immer noch nicht in der Realität angekommen? Sinkende Sozialabgaben bei gleichzeitig steigendem Pflegebedarf in allen Bereichen- wie soll dies gelöst werden?

    Da Pflege in D alle Wege blockiert, wird halt die Politik selbst aktiv und wählt den preiswertesten Weg, der Erfolg garantiert- siehe OTA.

    Nach WB-Einrichtungen zu schreien ist der falsche Weg. Er orientiert sich nicht an den aktuellen Gegebenheiten und hat eher was von: es war so, es sit so, es wird immer so sein.

    Elisabeth

    Wir brauchen dringend ein sofortiges und konsequentes Umdenken im Bereich der Ausbildung: weg von der Monopolstellung der eierlegenden Wollmilchsau- hinzu einem Personalmix, der dem Bedarf entspricht.
    Entweder lauter Einzelberufe... oder 4 jähriges Studium mit mind einem Jahr Spezialisierung. Ist immer noch billiger als 3+2 Jahre.

    Braucht nur noch eine Standesvertretung die den Mut hat gegen sich ca. 80% der Pflegekräfte stark zu machen und gravierende Veränderungen angeht.

    Kommentar


      #17
      AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

      Elisabeth, ich kann es nicht als eigenständigen Beruf sehen. Vielleicht bin ich zu „traditionell“. Nach 3 Jahren harter Ausbildung war die Intensivstation trotzdem eine Herausforderung. Fachlich, Menschlich, und Überhaupt.

      Warum so Bescheiden? Entwicklung? Wohin? Man hat die Pflege in Deutschlach niedergemacht (sie hat einen Anteil daran, anderes Kapitel), warum auch immer, aber sicherlich auch, weil keiner weis was die Pflege (Intensivpflege) so tut und warum sie für das Überleben Schwersterkrankter nötig ist. Beispiel: Eine Herztransplantation ist Klasse, ohne Intensivpflege hat der transplantierte Mensch keine Überlebenschance, siehe Historie.

      Hast Du eine Doc gesehen, der sich direkt spezialisiert? Fachliches Können ist sehr wichtig, wie Fridolin sagt, auch menschliche Reife.

      Hast Du gesehen, dass Docs „die Entwicklung“, wie Du sagst, verschlafen und weniger Geld für ihre Leistungen verlangen? Bitte, bitte, wir geben ab, damit wir die Entwicklung nicht verschlafen?

      Der Weg zu guter Pflege ist nicht in „Billig“ oder minderwertiger Ausbildung/Bildung zu suchen. Warum nicht nach WB Stätten schreien? Wenn Studiengänge so rar und teuer sind, dann möchte ich MINDESTENS denn vorhandenen Standard erhalten. Rückwärts NIE. Ist für Patienten nicht nur gesundheitsbeeinträchtigend, kann sogar tödlich sein. Nein, ich fühle mich nicht als Opfergabe auf dem Seziertisch der Politik, nicht so lange ich sprechen oder schreiben kann. Warum aufgeben? Wenn jeder in diesem Land vorzügliche Pflege bekommt, dann bin ich bereit meinen Mund zu halten und Ruhe zu geben. Oder wenn ich halt eines Tages Ruhe halten muss, so aus unausweichlichen Gründen…Du weist, was ich meine.

      Kannst Du Dir eine 18jährige vor einem richtigem Polytrauma mit großen Bahnhof vorstellen? Vor einer exab. COPD? Vor einem septischem Bauch? Vor einer nicht-wirklichen gelungenen Reanimation mit weiterhin vorhandenen VZ? Vor einem Menschen nach --- Whipple? Vor einer HIT, DIC, Organspender oder MOV? Wie soll das in 3 Jahren „Lehre“ gehen? Wir sind Bildungsmäßig eh schon 20 Jahre hinter anderen entwickelten Länder…Ich lasse die menschliche, soziale Kompetenz mal ganz außen vor…auch wenn sie dringender denn je in Deutschland nötig ist.

      Ja, wir brauchen dringend ein Umdenken für die Bildung in den Pflegeberufen. Der Weg ist aber nicht rückwärts. Weniger ist in diesem Fall unter Umständen tödlich. Siehe MaFa’s. Da halt die Presse die Fresse.

      WomBat, wundert sich, dass sich so wenige melden. Gefrustet? Ausgebrannt? Keine Lust etwas zu sagen? Es ändert sich eh nix? Zu Müde?

      Auf die Barrikaden - zur Pflegekammer, z.B.
      Weder die Raumpflegerin noch der Arzt spricht für uns.

      Wir haben keinen Grund, die Fresse zu halten. Wer will uns denn 'was? Wir sprechen nur die Wahrheit.

      Und so ganz nebenbei: BaWü, hat wie viele andere Deutsche Länder, eine gesetzliche Regelung der Ausbildung und Weiterbildung. Wo passt die IPK?
      Zuletzt geändert von WomBat; 26.05.2010, 20:16.
      Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

      Kommentar


        #18
        AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

        Moin,
        den Statements von fridolin und WomBat kann ich nur zustimmen.
        Eine sofortige Spezialisierung, egal für welchen Bereich (Intensiv, OP, Anästhesie, Wundmanagement ...) find ich nicht gut. Diese Vorschläge dienen nicht dazu, mehr Pflegepersonal zu finden, sondern nur Kosten zu senken.
        Gruß ostfriesland

        Kommentar


          #19
          AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

          Gegenvorschläge, wie man in den nächsten Jahren sinkenden Sozialeinnahmen und steigendem Pflegebedarf gerecht werden kann? Dabei nicht vergessen: die sinkende Anzahl derer, die den Beruf erlernen wollen... und ihn dann auch über einige Jahre ausüben wollen.

          Wer hat die Pflege niedergemacht? Sind wir nicht täglich damit beschäftigt, dies intensiv selbst voran zu treiben? Worthülsen flattern durch den Raum: Pflegediagnostik, Pflegeplanung, evidenzbasiert... . Worthülsen, die ca. 80% der Pflegekräfte noch nicht mal buchstabieren können.
          Professionelle Pflege- was ist das? Wo fängt sie an? Brauch ich wirklich für jede Aufgabe ein Examen? Wieviel unserer Tätigkeiten sind reine Dressurleistungen? Wo ist das vielgepriesene Fachwissen... ich meine jetzt mal nicht das speziell, sondern das allgemeine.

          Wer auf eine allgemeine Ausbildung wert legt, muss sich fragen lassen- wieviel er von dem dort gelernten dann tatsächlich noch anwendet. Pflegeprozess? Anatomie/Physiologie? Psychologie? Pharmakologie? usw. usw. usw.

          Wie gesagt: es gibt bereits erfolgreiche Modelle, die beweisen, dass es auch ohne den "Ballast" gehen kann. Siehe OTA. Warum nicht in drei Jahren nur das lernen, was man dann auch wirklich braucht.

          Wo steht, dass es für die I-PK keine weiteren WBs geben wird? Gabs in eurer Branche nicht den Atemtherapeuten?

          Wo steht, dass eine I_PK mit den Jahren keine Berufserfahrung erwerben wird und damit ihr Wissen erweitern kann.

          Pflege wird sich darauf einlassen müssen, dass sie umdenken MUSS- wenn sie überleben will. Die Bedingungen können wir nicht ändern. Die demographische Entwicklung der nächsten Jahre ist unumkehrbar. Die Folgen der zunehmenden Technisierung lassen sich nicht beiseite schieben. Pflege existiert nicht außerhalb der gesellschaftlichen Entwicklungen sondern ist ein Teil der Gesellschaft.

          Also: die Türen auf. Den Muff der letzten Jahrzehnte raus. Schluss mit dem Denken bis vor die eigene Stationstür. Ideen sind gefragt, die es ermöglichen Pflege endlich zu dem werden zu lassen, was sie sein sollte: eine Profession. Und vielleicht kann man dann auch mal über eine angemessene Bezahlung reden: nicht alle denselben Lohn, sondern mal tatsächlich nach Fachkompetenz.

          Elisabeth (die auch mal Frust ablassen muss)

          Kommentar


            #20
            AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

            Ich kann WomBat nur zustimmen. Er hat es auf den Punkt gebracht. Elisabeths Antwort geht für mich leider überwiegend am Thema vorbei.
            Dann habe ich ein ganz großes Problem. Wer OTA MAFA und ATA in einen Topf wirf weiss nach meiner Meinung nicht, wie die Anforderungen sind. Wofür brauche ich im OP die Krankenpflege? In der Anästhesie und Intensiv geht nichts ohne die Basis der Pflege. Kann diese Meinung jemand mit mir teilen? Es gibt nicht nur schwarz weiß. Wer eine 3jährige Ausbildung als Qualifikation für Intensiv ernsthaft in Erwägung zieht, ich für mich persönlich kein berufspolitischer Gesprächspartner. Die Einsparungen in Krankenhaus werden nur in der allgemeinen Pflege möglich sein. Dafür müssen außerhalb Versorgungsstrukturen geschaffen werden, die eine zeitnahe Entlassung ermöglichen. Das Prinzip erfordert aber noch mehr Qualität in der ITS. Senkung der ITS Verweildauer geht nur über qualitativ hochwertige Behandlungskonzepte oder Therapie und Pflege Reduzierung mit Anhebung der Mortalität.

            Sören
            wat mut dat mut

            Kommentar


              #21
              AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

              Zitat von Elisabeth
              ... glaubt wirklich jemand der Herzblutintensivler, dass er in eine periphere Station umsteigen will/kann? Auch dort steppt der Bär- nur anders als auf der Intensiv,...
              Elisabeth
              Jawohl, ich hab's auch schon gesehen! Und nicht jeder "Intensivler" hängt mit Herzblut an der Intensiv.
              gruß morgenmuffel

              Kommentar


                #22
                AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                Es war so, es ist so, es wird immer so sein... wirklich?

                @Sören- ist dir das aktuelle Curriculum bekannt?
                Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist das anerkannte Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland.


                Was spricht dagegen, all diese Inhalte unter dem Fokus: Intensivpflege zu unterrichten. Wie kommst du darauf, dass man die Inhalte der WB nicht in so Grundausbildung integrieren kann?
                Was ist denn wirklich negativ an der bisherigen allgemeinen Grundausbildung: sie zielt auf Dressurleistungen ab. Da sie viel zu breit aufgefächert ist, bleibt einfach keine Zeit für eine tiefergehende Wissensvermittlung. Heraus kommen zu einem hohen Prozentsatz Leuts, die wundervoll Kreuzchen in Checklisten setzen können und verstehen nach Drehbuchstandards zu handeln.
                Die I-KP- Ausbildung versucht dies zu umgehen indem sie sich konkret einem Berufsfeld zuwendet.... wie z.B. die OTAs.

                Das einzigste, was diesen Kollegen fehlen wird, ist die Berufserfahrung. Vieles kann man nicht lernen aus Büchern o.ä.. Das kann man auch nicht in der WB vermitteln. Und hier sind die derzeit vorhandenen Fachkräfte- ob mit oder ohne WB- gefragt. Sie müssen dieses "Bauchwissen" weiter vermitteln.

                Auch die I-KPs werden über die Jahre ihre Erfahrungen sammeln und diese dann weitergeben. Es ist der Lauf der Zeit, dass man älter und weiser wird. Egal, wie man mal angefangen hat.

                Auch wenn du meine Aussagen am Thema vorbei findest- es geht nunmal um Geld. Ausbildung kostet Geld- und das nicht wenig. WB kostet Geld. Geld ist mehr als knapp. Die Pflege existiert nun mal nicht in einem freien Raum, sondern ist abhängig von den gesellschaftlichen Entwicklungen.

                Auch wenns niemand so gerne hören mag: Es muss primär nicht nur um das Bekämpfen der Zersplitterung der Ausbildung gehen. Es muss im gleichen Atemzug die Akademisierung der Pflege eingefordert werden. Denn das ist aus meiner Richtung, der einzige wirklich sinnvolle Weg und vielleicht auch gar nicht soviel teurer.... wenn man bereit ist, einen Personalmix in der Pflege einzuführen.

                Meint: Ausbildung nach Bedarf. Es müssen nicht 100% der anwesenden Pflegekräfte so eine Ausbildung durchschreiten. Würde für deinen Bereich bedeuten: I-KP + Pflegeakademiker und Pflegeakademiker= der aktuelle Bildungsweg: GuK+WB... nur innerhalb von 4 Jahren. Ein Jahr Ersparnis.

                Nochmehr kannst einsparen, wenn du den Gedanken konsequent durch alle Pflegefelder ziehst. Warum muss man für Routinetätigkeiten stets eine große Ausbildung durchmachen? Auch in der Peripeherie kann man einen Personalmix einführen. Den gibts schon. Spricht bloß keiner drüber. Horch mal rum, welche Tätigkeiten an Azubis... oder nich schlimmer: FSJler und Zivis delegiert wird. Und eigenartigerweise kommt es nicht zum befürchteten Supergau. Für Checklisten und Drehbuchstandards brauchts m.E. keine 3 Jahre. Es braucht aber eine Spezies, die es bis dato noch nicht gibt: Leuts, dei entscheiden, welche Checkliste und welcher Standard für welchen Pat. sinnvoll ist. Ergo: "KPH"+ Pflegeakademiker.

                Brauchst nur noch jemanden, der das auch vertritt und durchdrückt. *grübel* Die Verbände werdens kaum tun, weil sie dann 'Butter bei de Fische geben' müssten und den (eh nicht genug vorhandenen) Mitgliedern reinen Wein einschenken müssen: es geht mit einem Personalmix. Nicht jede Tätigkeit bedingt eine hohe Qualifizierung. Jenseits der Grneze wird es bereits so gemacht.

                Elisabeth

                PS Mir ist keine Intensivabteilung bekannt, die zu 95% aus fachweitergebildetem Personal besteht. Im Gegenteil. Durch den Personalmangel hat sich die Möglichkeit für Freistellungen zur WB massiv reduziert. Willst du den Kollegen ohne WB unterstellen, dass sie eine gefährliche Pflege leisten?

                Kommentar


                  #23
                  AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                  Was mich an dieser ganzen Sache stört ist die Tatsache sich so frühzeitig festlegen zu müssen. Wir konnten uns noch sämtliche Bereiche innerhalb der Ausbildung ansehen und "rein schnüffeln". Wenn ich mich aber schon zu Anfang meiner Ausbildungszeit (jetzt ja schon mit 16 Jahren ) festlegen muß oder evtl. dann noch mal (nach der Ausbildungszeit) wechseln möchte wird es nicht wirklich "billiger". Wer weiß denn mit 16 Jahren schon wie eine Intensivstation funktioniert und ob das etwas für mich ist? Ebenso im OP bereich. Ich finde, dies kann auch nicht verlangt werden. Völlig falsche Entwicklung!

                  Gruß
                  Heike
                  Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

                  Kommentar


                    #24
                    AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                    hallo Elisabeth,
                    vielleicht drücke ich mich schlecht aus.
                    1. Ich halte die Grundausbildung eher für zu kurz und generell nicht für schlecht.
                    2. Also sind 4 Jahre insgesamt zu wenig, von der persönlichen Reife ganz zu schweigen.
                    3. Deine Gleichung I+KP+ Akad+Akad=GUK+WB kann ich trotz guter Allgemeinbildung nicht nachvollziehen
                    4. Ich meine immer noch, dass man nichts mit OTA verleichen kann, sie brauchen als einzige keine Krankenpflegeausbildung
                    5. Was willst du auf der allgem. Station noch für ein Personalmix? Wir haben im Früh /Spät /Nachtdienst ca 2/1/1 dreijährig Ausgebildete. Alle anderen haben schon eine niedrigere Qualifikation. Willst du da kürzen?
                    6. Warum soll jemand ohne WB gefährliche Pflege leisten. Im Prinzip der ärztl. Delegation kann jeder Dinge an den Arzt zurückgeben. Wo sind die Vorbehaltsaufgaben für Fachkrankenpflege? Haben wir nicht. Also kann es jeder!

                    Sören
                    wat mut dat mut

                    Kommentar


                      #25
                      AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                      ich seh das genau so wie die mehrheit hier. jemanden in 3 jahren einen pflege-job lernen zu lassen, mit dem man nur auf intensiv und sonst nirgends arbeiten kann, klingt nicht nach zukunftsfähig und mitarbeiterfreundlich. nach 10, 15 jahren intensiv gehts irgendwann einfach nicht mehr, wenn man nicht ein komplett abgestumpfter ober-zombie werden will.
                      es wundert mich, dass der lehrgang ausgerechnet von jemandem von der dgf entwickelt oder durchgeführt wird. schade, dass rolf dubb sich der diskussion irgendwie nicht stellen möchte, sonst hätte er ja sicher nochmal was geantwortet. anlässe gäbe es hier im thread genug!
                      Nein, ich bin nicht die Signatur - ich putze hier nur!

                      Kommentar


                        #26
                        AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                        Elisabeth, der demographische Wandel ist uns schon wie lange bekannt? Wie lange ist uns schon bekannt dass er zum absoluten Gau wird, wenn nicht genügend Pflegepersonal da ist? Hat jemand aufgerüstet, die Pflege attraktiver gemacht, die Ausbildung verbessert oder gar die Professionalisierung ernsthaft gefördert? Nein, es würden erstmal 50 000 Stellen geopfert. Das ist klasse Zukunftsplanung. Ich verzichte darauf weitere Beispiele zu nennen (doch, der Hauptschulabschluss als Eingangsvoraussetzung nenne ich noch).

                        Zum skill-mix: das wird in den anglo-sprachigen Länder schon viele, viele Jahre nicht nur propagiert, sondern auch durchgeführt. Siehe USA, es gibt verschiedenen Hilfs-Ausbildungen in der Pflege (z.B. ½ Jahr für „care assistants“, die examinierte Pflegende unterstützen, oder 2 J. LPN, die ebenfalls unter der Aufsicht der professionellen Pflege arbeiten). Es hat aber trotz dieses „mixes“ nicht dazu geführt, dass man Intensivpflegepersonal schlechter ausbildet, eher noch besser. Niemand hat die grundständige Bildung der Pflege in Frage gestellt. Man hat nur festgestellt, dass viele Hilfsjobs das ganze billiger machen. Ohne Verzicht auf eine gute Ausbildung bzw. Studium usw. für alle, die den Titel „RN“ tragen.

                        Dazu kann man stehen wie man will, letztendlich sind die examinierten Pflegenden dort trotzdem unter enormen Druck durch die neoliberale Verbilligung. Bisher hast Du nie den Eindruck hinterlassen, dem kapitalistischem Gier auf dem Leim gegangen zu sein. Viele können Die erzählen, dass wir dringend (wegen Sparmaßnahmen) einen skill-mix brauchen – da habe ich nicht wirklich etwas dagegen, wenn diese der Pflege zuarbeiten. Aber nicht auf Kosten der Pflege. Überleg’ Dir noch mal, wo es hin gehen soll.

                        WomBat
                        Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

                        Kommentar


                          #27
                          AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                          Drei wichtige Dinge fallen mir in dieser Diskussion auf:
                          1. Wenn wir über die Anwesenheit von Angehörigen bei einer Reanimation diskutieren, dann stelle man sich vor: ein 16; 17; oder 18 - Jähriger solle die Angehörigenbetreuung übernehmen! Und die Reaktion der Angehörigen?
                          2. Gegen neue Berufsstände mit klar beschriebenen Aufgaben, die der Pflege zuarbeiten, ist eigentlich nichts einzuwenden. Natürlich verändern sich dann auch die Inhalte der Pflege, Rückzugsmöglichkeiten durch "Nebenarbeiten" werden deutlich reduziert, der persönliche Stress für die Pflegenden erhöht.
                          Und, was hier noch gar nicht diskutiert wurde, aber aus meiner Sicht zwingend dazu gehört:
                          3. Wie passt hier gerade die ärztliche Seite in das Konzept, die gerade mal wieder eindrucksvoll demonstriert, dass sie auf Kosten der Pflege leben will mit ihren Forderungen? Das dürfen wir uns schon gar nicht gefallen lassen. Aber Wie, wenn die Verbandsvertreter solche Ausbildungen wie die I-PK auflegen?
                          Ich bin auf Eure Meinungen gespannt...
                          Viele liebe Grüße
                          fridolin
                          immer gelegentlich manchmal
                          Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

                          Kommentar


                            #28
                            AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                            Zitat von Sören Lösche
                            6. Warum soll jemand ohne WB gefährliche Pflege leisten. Im Prinzip der ärztl. Delegation kann jeder Dinge an den Arzt zurückgeben. Wo sind die Vorbehaltsaufgaben für Fachkrankenpflege? Haben wir nicht. Also kann es jeder!
                            Und mit diesem Eingeständnis erübrigt sich eigentlich jede weitere Diskussion zur Zersplitterung der Pflegeausbildung.

                            Übrigens: die Ausbildung muss sich nicht nur verlängern- um tatsächliches Fachpersonal hervorzubringen- es müssen sich auch dringend die Inhalte ändern. Und das so ein Abschluss nicht gleichzeitig bedeutet: nie wieder Fortbildung dürfte sich wohl von selbst verstehen. Demzufolge bleibt die Daseinsberechtigung der aktuellen Ausbildungsstätten durchaus vorhanden... nur: hier braucht es eine dann eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten.

                            Und wir streiten hier um Pflege. Was ist denn eigentlich Professionelle Pflege? Wo ist da konkret die Pflegequalität, die ausschließlich durch Fachleute erbracht werden kann? Braucht es wirklich in jeder Schicht nur Examinierte?

                            Und zu meiner Gesinnung. Ich kann gegen das System sein. Das nutzt mir aber nur sehr wenig. Wenns ihr dies angeht, sagt mir Bescheid, ich bin dabei. Bis dahin muss ich mich notgedrungen mit den aktuellen Bedingungen zufrieden geben- was mehr als schwer fällt. Den Sozialstaat gibst schon lange nicht mehr- es geht um Gewinnmaximierung... und diese ist mittlerweile leider auch im Gesundheitswesen angekommen.
                            Und wie stands so schön nach der Wende an einer Mauer in unserer Stadt: Mündiger Bürger, du hast gewählt, jetzt halts Maul.

                            Jeder bekommt, was er verdient. Und Pflege ist da nicht ausgenommen. Die Prozentzahl der organisierten Fachkräfte dürfte sich im Promillebereich befinden. Die Anzahl der Aktiven pro Pflegekammer sind vielleicht 500??? Wie willst damit eine "Revolution" anzetteln?

                            Elisabeth

                            Kommentar


                              #29
                              AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                              OTA Amputierte Teamplayer



                              Passt nicht ganz. Aber in der Hinsicht, ausserhalb der Gesetzgebung zu sein, und was dann passiert, passt es doch.

                              WomBat
                              Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

                              Kommentar


                                #30
                                AW: Ausbildung zur Intensivpflegefachkraft (I-PK)

                                Hier delegiert die OP Sr / der OP Pfleger

                                Der Artikel ist von 1999. War im AORN (OP Pflege Berufsverband). So stelle ich mir das vor, wenn es um Skill-Mix (Quali-Mix) geht. Ich stelle mir nicht vor, eine neue Art der Intensiv-Schnell-Pflege, wie es im Süden für 2011 geplant ist. Weiterhin fällt es mir schwer, diesen Artikel in bestehende Threads einzufädeln. Er passt zur Delegations-Diskussion, zu Fachpflege insgesamt, zur Zukunft (?), hierher – zur „IPK“ - ebenso.
                                Ich glaube, es poste es hier UND mach’ ne neuen Thread auf. Damit unsere OP Kollegen auch was davon haben !

                                Der Artikel ist in mehrere Seiten (mit Werbung) aufgeteilt, es lohnt sich ihn zu lesen. Auch kann ich mir vorstellen, dass DGF Menschen sich dafür interessieren könnten.

                                Sucessful delegation skills enhance patient care, 1999


                                WomBat
                                Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X