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Thema: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

  1. #1
    chris ist offline registrierter Benutzer
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    Daumen runter Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Hallo,
    gerade habe ich einen Bericht gelesen wonach die Harzkliniken (Asklepios) vermehrt 1/2 jährig ausgebildete Pflegeassistenten einsetzen möchte. Dadurch wird wohl kein/e frisch ausgebildete/r Krankenpfleger/in in diesem Jahr übernommen.
    Halbjährig ausgebildete Assistenten sind ja VIEL BILLIGER!!!


    http://www.goslarsche.de/gz/specials...493&showit=yes

    Chris

  2. #2
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    ... und können wunderbar einfache Pflegeaufgaben übernehmen wie füttern, waschen, trocken legen. Aufgaben, die wir nicht mehr machen (wollen) zugunsten ärztlicher Tätigkeiten.

    Wir haben diese Entwicklung selbst ausgelöst, indem wir nachgewiesen haben, dass (Grund-)Pflege auch ohne solche Sachen wie Pflegeprozess sehr gut funktioniert. Wir haben wie Laien gepflegt und uns dabei an Checklisten und "Drehbuchstandards" orientiert. Jetzt gibts die Quittung.

    Elisabeth

  3. #3
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Das sehe ich ein bisschen anders Elisabeth. Schaut man mal über unsere Grenzen hinaus wie zum beispiel in die Schweiz oder USA, wo schon seid jahren Pflegeassistenten arbeiten, funktioniert dieses System sehr gut. Viel zu viel beschäftigen wir "Examinierten" uns mit Aufgaben, die wenig oder gar nichts mit Pflege zu tun haben. Warum sollte sich nicht ein Pflegeassistent mit verschiedenen Aufgaben befassen damit uns mehr zeit bleibt den Pflegeprozess des Patienten unter beachtung einer ganzheitlichen Betreuung zu planen und zu gewährleisten. Denn DAS ist doch unsere Aufgabe und nicht die übernahme ärztlicher Tätigkeiten.
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass ich das System in der Schweiz sehr gut finde. Wir hatten mehrere Pflegeassistenten auf der IPS, die uns bei Grundpflege, Medikamentenbereitstellung, Aussendienst etc. wunderbar unterstützt haben. Natürlich waren ihre Aufgaben und Kompetenzen klar definiert. Auch hier in Deutschland haben wir zwei KPH´s auf der IPS, die uns sehr viel arbeit abnehmen, z.B. Grundpflegerische tätigkeiten bei stabilen, nichtintubierten Patienten.

    Was dort berufspolitisch gesehen bei Asklepios läuft ist natürlich keines Falls korrekt, aber das ist ein anderes Thema.

    Schöne Grüsse

  4. #4
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Das Problem in D ist, dass hierzulande Pflegeprozess eher unbekannt ist. *fg* Das eröffnet noch viele Möglichkeiten.

    Elisabeth

  5. #5
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Was wiederrum bestätigt das Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern hinsichtlich der professionalisierung der Pflege ein Entwicklungsland ist. Ob sich die Situation dadurch bessert das wir uns durch Assistenz-Personal besser in diese Richtung orientieren können ist natürlich fraglich, zumal noch einige andere Faktoren wie Motivation, Weiterbildungsbereitschaft hinsichtlich pflegewissenschaftlicher Grundlagen eine Rolle spielen, dennoch scheint das System ja (zumindest in anderen Ländern) zu funktionieren.

  6. #6
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Ich finde den Einsatz von Pflegeassistenten mehr als berechtigt. Zu lange wurden einfache Tätigkeiten zu teuer vergütet. Fachkompetenz besteht nun mal nicht nur aus Handeln nach Vorschrift.
    Vielleicht wird ja im Zuge dieser Entwicklung endlich mal eine anständige Entlohnung für die Anwendung von Fachwissen möglich.

    Elisabeth

  7. #7
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Bei uns startet die Pflegeassistentenausbildung im nächsten Schuljahr, gleich an zwei Schulen.(2 jährig)
    Unsere Pflegedirektion wartet geradezu darauf, dass die Grundpflege von Hilfskräften gemacht wird.
    Meine Bedenken sind aber, dass es dann auf den großen Stattionen ( bei uns 34 betten) nur noch eine KS gibt, plus vielleicht 2 Pflegeassistenten, mit Praktikanten aus beiden Ausbildungen. Dies läuft in anderen Kliniken bereits. Das die Pflegeassis bei uns nur satt, sauber lernen ist leider bei der Kürze der Ausbildung nicht anders zu erwarten, somit läuft es wohl wieder auf die gute alte Funktionspflege hinaus.
    Elisabeth du hast recht wir haben uns bisher nicht genug für unser Berufsbild stark gemacht.

    LG Anke F.

  8. #8
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Berufspolitik war auf dem Kongress in Bremen ein Themenkomplex. U.a. auch das Thema: Vom Umgang mit Veränderungen. Da kam dann auch das Thema über das Verschieben von Arbeitsabläufen in z.B. Pflegehelferinnenhände. Sehr interessant. Leider mit nicht vielen Wortmeldungen. Ich hätte mir da eigentlich noch mehr kontroverse Diskussionen gewünscht. Aber interessant war es auf jeden Fall.

    Wir haben, auf meiner "alten" Station, mit Pflegehelferinnen gearbeitet und ich war (und bin es immer noch) begeistert. Es gab klare Arbeitsstrukturen an die sich alle gehalten haben und mit denen auch jeder klar kam. Hilfe bei der Grundpflege, Lagerungen, Essen/Trinken anreichen, Botengänge ect. wurden übernommen und wir konnten am Bett bleiben und z.B. mit dem Weaning beginnen. Auch eine Stationssekretärin vermisse ich z.Z. schmerzhaft
    Wir bekommen nun wenigstens schon einmal den "Versorgungsassistenten" der sich um unsere Lager- und die Apothekenbestellung kümmert.
    Hoffe sehr, dass ich so einige, für mich erpropte und super funktionierende, Arbeitsabläufe u.a. mit Pflegehelferin oder Pflegeassistenten auf meiner "neuen" Station einbringen kann und wir auch dort wieder mehr Zeit mit den eigentlichen Aufgaben einer Fachpflegkraft verbringen können.

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  9. #9
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Inzwischen gibt es viele Beiträge, die sich mit skill-mix bzw. mit differenziertem Einsatz des Personals beschäftigen.
    Beispiel: bisher gehört z.B. die Stellung der Diagnose, Operationen, Wundbehandlung, Viggo usw, VW zum Bereich der Docs.

    Während Infusionen, Waschungen, Tabletten richten, Essen austeilen usw. in den Bereich der Pflegenden gehört.

    Nach neuen Moden wird das verschoben, beim Doc bleibt Diagnose und OP, während Wundbehanldung, Viggo, VW in den Bereich der Pflege gerne verschoben wollen werden möchte sollte.
    Das Waschen, Tabletten richten, Essen austeilen wird dann logischerweise z.B. Bereich „Service“ oder Pflegeassistenz eingeteilt.

    Im Internet gibt es viele bunte powerpoint Präsentationen dazu.

    Für uns liegt die Bedeutung darin, unsere Qualifikation zu erhöhen (verschärfen), z.B. mit konsequenter Anwendung des Pflegeprozesses. Ergo, mehr Denkarbeit, mehr Delegierarbeit und Überwachungsarbeit (mit dem Service Personal) dabei weniger das, was die einen als „Grundpflege“ (Haß-Wort), die anderen als „Service“ bezeichnen. Wichtig dabei finde ich, dass es nicht nur beim Planen und Denken bleibt (trotzdem eine anspruchsvolle Arbeit), sondern dass examiniertes und weitergebildetes Pflegepersonal „am Bett“ bleibt, dabei aber unterstützt wird (hol mir mo, bring mir mo, halte e mo, so jetzt wider loslasse, Jo, vergess’ nett, die Beine einzureiben mit LabberRhabarba). Wie Rettungsmaus so schön geschildert hat.

    Pflegeprozess hört sich „lapidar“ an, bedeutet allerdings, dass wir konstant viele Informationen sammeln, auswerten und entscheiden, welche Pflege der Mensch braucht (Pflegebedarf genannt). Danach entscheiden, wer was wie durchführt und wann wieder kontrolliert und evtl. müssen wir schon wieder neue Pläne machen. Mühsam, aber bestimmt besser als in Runden Bettenmachen, VZ messen, ein paar Runden Medis anhängen, ohne jeglichen Zusammenhang (Funktionspflege, klassisches Model). Oder, genauso schlimm, uns nicht nach Patienten zu richten, sondern nach Uhrzeiten (wann was dran ist – jetzt kann ich nicht Masken CPAP machen, jetzt sind Verbände oder Systemwechsel dran). Pflegeprozess heißt nicht sinnlose „Romane“ zu schreiben, sondern einen pflegerischen Behandlungsplan aufzustellen und dafür zu sorgen dass er korrekt (evidenz-basiert) durchgeführt mit mitsamt Kontrollen im Form von weiterer oder erweiterter Krankenbeobachtung. Wir beobachten dabei nicht nur, wir Denken! Denn die Beobachtungen müssen interpretiert werden und Urteile müssen gefällt werden. Das ist harte Arbeit.
    Das Interpretieren und Urteilen können die Pflegeassistenten nicht (evtl. sollte ich „noch nicht“ sagen, denn wenn wir sie „zu gut“ ausbilden, führt das dazu, gepaart mit Erfahrung, dass sie sich dann auch noch Professionalisieren wollen! z.B. in der „Grundpflege“. ) Und dann werden sie sich „von uns“ befreien wollen – und auch noch mitreden wollen! Igitt, ich bin gerade dabei, schon wieder ein Märchen zu erfinden.

    Wombat, Gute Nacht Liebes Forum

  10. #10
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    Standard AW: Pflegeassistenten statt Krankenpfleger/innen

    Hallo Wombat,

    interessante Interpretation! Mal amüsierend, mal erschreckend, aber immer auf den Punkt getroffen.
    Das Runter-deligieren von pflegefremden Aufgaben und Serviceleistungen (hab erst vor kurzem eine Stellenausschreibung für Hotel- oder Servicefachkräfte für ein Krankenhaus gelesen!) ist bei uns bereits seit Jahren im Gange. Alles was nicht mit dem Pat. zu tun hat wird von Stationsassistenten erledigt, allerdings sind diese Stellen aus den Planstellen der Pflege hervorgegangen. Wenn ich aber bedenke, was die alles von mir fernhalten, dann brauch ich kaum noch das Pat.-Zimmer verlassen, während ich meine Pflege ausführe.

    Ob allerdings die Körperpflege, Medikamente richten (!) zu den Aufgaben einer Servicekraft gehört? Weder auf Intensiv noch auf Normalstation!!!!
    Wann soll ich mir denn einen Eindruck meines Patienten machen, wenn nicht bei der Körperpflege?! Wenn wir schon von einem Prozeß sprechen, dann gehört die Informationsaufnahme doch da sicherlich dazu. Und die Evaluierung meiner Maßnahmen setzt auch eine Beobachtung und Bewertung voraus!

    Manche tun grade so, als ob die Körperpflege (egal auf welcher Station) eine nicht mehr angemessene Aufgabe für Pflegefachpersonal ist! Na geht´s noch!?
    Wer sich dafür zu schade ist, ist meines Erachtens an seinem Beruf vorbeigelaufen!

    Mit dem Punkt "Professionalisierung der Pflegeassistenten": Wenn wir nicht aufpassen, werden wir vielleicht irgendwann mal überholt, von "Berufsverband der Pflegeassistenten e.V., BdPA"

    Frohe Märchenstunde,
    Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

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