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Vollständige Version anzeigen : CO2-Messung auf ITS


Macs
20.09.2006, 12:30
Hallo Kollegen,
ich habe bei der CO2 Messung beim beatmeten Patienten (egal ob Hauptstrom oder Nebenstrom) das Problem einer extremen Abweichung von den arteriellen Blutgaswerten. Zum Teil von mehr als 20 mmHg. Ich habe verschiedenen Module ausprobiert und alle lieferten die gleiche Differenz. Welche Erfahrungen habt ihr zu diesem Thema gemacht. Wo liegt mein Denkfehler?
(habe die Aufwärmphase abgewartet und ordnungsgemäß kalibriert.

Hilfe,
Grüsse,
Danke,
Macs

Broesel
20.09.2006, 23:16
Hallo.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß das nur sehr selten mit dem im Blut gemessenen Werten übereinstimmt.

Man kann lediglich eine Richtung erkennen...das heißt...sehen ob die Veränderungen am Beatmungsgerät den gewünschten Erfolg bringt ...sprich... ob zB das CO2 fällt oder steigt.;)

Aber als Messwert ist es ungeeignet.

gruß

Broesel

Dirk Jahnke
21.09.2006, 00:49
Moin Macs

Versuche mich mal daran :)

Kann die Gedankengänge aber nicht komplett schriftlich belegen !

Ersteinmal ist der Ausgangswert, der Ursprung des CO2´s ja gemischtvenöses Blut. Der pCO2 ist dort sogar noch höher als in der art. BGA.
Bei der Diffusion wird nun nur ein Teil des pCO2´s abgegeben. . Sonst wäre in einer art. BGA der pCO2 noch geringer. Also können die Werte gar nicht identisch sein. Der etCO2 ist ja nur der Anteil der den Körper verlässt. Durch eine vermehrte Ventilation wird auch der gemischtvenöse pCO2 gesenkt - es wird weniger CO2 pro Atemzug abgegeben.

Für den Verlauf Klasse wenn nötig. Aber auch ich kontrolliere nach Einbau einer Kapnometrie mit einer BGA gegen, um den Verlauf beurteilen zu können. Dann stört mich auch die Abweichung nicht.

Wenn man nur mit Kapnometrie die Ventilation steuert muss der etCO2 halt knapp unter 30 liegen um eine Normoventilation zu erreichen.

Macs
21.09.2006, 00:53
Danke, für die Antworten
Der etCO2 taugt halt nur für den Trend und das wars, na ja immerhin etwas.
Grüsse Macs

Norbert Schwabbauer
21.09.2006, 15:32
Hi Kollegen!

Na ja, das EtCO2 nur als Trend wäre ein bischen wenig...

Prinzipiell ist eine Differenz zwischen EtCO2 und PaCO2 physiologisch. Das normale "Delta-CO2" liegt beim lungengesunden (die solls ja auch geben) zwischen 2 - 5mmHg. Erhöhte Differenzen wie z. B. beim ARDS, Lungenembolie und der COPD sind in der Regel Ausdruck eines Ventilations/Perfusions - Missverhältnisses.
Beispiel: Lungenembolie - Gefäß dicht - CO2 kommt nicht zur Alveole - paCO2 bleibt - EtCO2 erniedrigt, Differenz hoch.
Beispiel ARDS: Alveole dicht - CO2 bleibt im Blut - kommt zur Alveole aber nicht weiter weil kollabiert - EtCO2 erniedrigt - Differenz hoch.
Also: Je kränker die Lunge desto höher das Delta CO2 (ganz grob)
Beatmung rein nach EtCO2 steuern geht natürlich nicht (behauptet glaub ich auch keiner), die Differenz muß bekannt sein.
Interessant: Die Kurvenform des Kapnogramms: da liegen viele wertvolle Informationen - (Obstruktion, Spontanatmungsaktivitäten, Gerätedefekt,liegt der Tubus in der Lunge?....) Beim EKG schau ich ja auch nicht nur die Zahlen an...

Grüße aus Tübingen

Norbert Schwabbauer

R.Fischer
22.09.2006, 14:22
Hi Kollegen!

Na ja, das EtCO2 nur als Trend wäre ein bischen wenig...

Prinzipiell ....



Genau so kenne ich das auch. Gruß, Rainer.

morgenmuffel
23.09.2006, 18:24
Hallo @ all,
hier ein Literaturtipp: CO2-Messung in der Beatmung (http://www.draeger-medical.com/MT/internet/pdf/CareAreas/CriticalCare/cc_co2_book_de_9097449.pdf)

Gruß morgenmuffel

Macs
23.09.2006, 19:08
Danke Morgenmuffel,
dann mache ich mich mal ans Lesen, ist ja recht umfangreich deine Quelle.
Gruß nach Franken Macs