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Vollständige Version anzeigen : Takus bei sedierten Pat.


Hexe
19.09.2006, 16:36
Hi @ll,
Wenn gar nix mehr hilft, werden bei und sed. Pat. (nach Darmop.) ultima ratio mittels Takus abgeführt. Die Wirkung tritt meistens recht rasch und drastisch ein. Ein Steckbecken, wie es bei uns verwendet wird, ist da nicht unbedingt ausreichend, um die einsetzende Defäkation aufzunehmen. Nun hat eine Kollegin davon gesprochen, daß der Pat. in Seitenlage (links) abführen sollte. Wie funktioniert das pflegerisch? Wie wird der Stuhl aufgefangen usw.

Danke
Hexe

fridolin
19.09.2006, 18:22
Hi, Hexe!
Sei begrüßt in diesem Forum! Hier bist Du zusammen mit den nettesten Intensiv`lern der BRD (und natürlich auch Anästhesie`lern). Darum heißt es hier auch zwai.net, abgeleitet von "ziemlich wissende allgemein interessierte.nette (...Menschen...)

Wir freuen uns alle auf DEINE Beiträge.
Somit: herzlich willkommen!

Nun zu Deinem Beitrag:
:confused: "Tukus" :confused: ???
Meinst Du etwas Takus???

:confused: "Stechbecken" :confused: ???
Meinst Du etwa Steckbecken??? (War das der Schreibfehlerteufel? Trifft mich auch immer unvorbereitet!)

Hanno, so glaube ich, wird gleich statt "Abführmaßnahmen" "Zusammenführmaßnahmen" durchführen!

Viele liebe Grüße
fridolin

Hexe
19.09.2006, 18:28
ups............wow, ja, der Fehlerteufel hat da scheinbar heftig zugeschlagen! I´am so sorry.....
Gibst trotzdem Antwort???

fridolin
19.09.2006, 19:06
...Gibst trotzdem Antwort???
Liebe Hexe,
wir sind doch alle zwai.net, darum geben wir natürlich Antwort.
Nun ernsthaft: wir geben immer alles, soll heißen von Einlauf über PP (Paspertin und Panthenol) bis hin zu Takus.
Die Erfolge sind schwankend. Gelegentlich gibt es Patienten, die obwohl jeder Tag ein "Abführtag" ist, ca. 7Tage nicht abführen.
Kommt dann der Erfolg, ist es, als ob die Maßnahmen kumuliert wären.
Unsere derzeitigen Ärzte haben eine "Abführmanie". Hat der Patient ausreichend abgeführt, so wird er sofort wieder mit Abführmedikamenten bombadiert, als ob unsere Ärzte angst hätten, selbst nicht mehr zu können....

Anbei noch der Link zu den "Abführmaßnahmen" von den netten zwai.nettern: http://http://forum.zwai.net/showthread.php?t=757 (http://forum.zwai.net/showthread.php?t=757)

Viele liebe, derzeit nicht abführende Grüße
fridolin

Hexe
19.09.2006, 19:24
Ja, so ähnlich läuft es bei uns auch. Frage: lasst ihr den Pat. in Rückenlage (Steckbecken) oder lagert ihr ihn in linke Seitenlage zum Abführen?
Merci
Hexe

fridolin
19.09.2006, 19:35
Liebe Hexe,
sedierte, beatmete Patienten kommen natürlich nicht auf ein Steckbecken. Hier benutzen wir Inkontinenzunterlagen (werden gewaschen und sind hautfreundlich), ggf. noch zusätzlich Moltex (Einmalkrankenunterlagen). Die Patienten bleiben in Seitenlage und kommen sowieso nur für pflegerische oder therapeutische Maßnahmen auf den Rücken.
Viele liebe Grüße
fridolin

Superfantastisch
19.09.2006, 20:01
lasst ihr den Pat. in Rückenlage (Steckbecken) oder lagert ihr ihn in linke Seitenlage zum Abführen?

ein super-tipp ist in solchen fällen auch ein fäkalkollektor (http://www.pflegewiki.de/wiki/F%C3%A4kalkollektor)!

ostfriesland
19.09.2006, 20:04
Moin,
wir benutzen bei sedierten Patienten, wenn der Stuhlgang flüssig ist, häufig einen Fäkal-Kollektor oder ein weiches Darmrohr (evtl. geblockt).
Gruß

fridolin
19.09.2006, 20:23
Lieber Superfantastisch,
wir sind supertraurig, denn bei uns fällt gutes Material der Sparwut zum Opfer!
gruß von nicht sparenden
fridolin

Obs-Pfleger
19.09.2006, 21:50
Abend!

Ich kann mich Superfantastisch nur anschließen :guck mal: ein super-tipp ist in solchen fällen auch ein fäkalkollektor!
Das ist einfach die sauberste Methode und für Personal und Patient am angenehmsten!:dafuer:
Ansonsten, Takus gibt's bei uns nicht mehr! Wurde nicht mehr bestellt weil es zu viele Nebenwirkungen hatte (...das wurde glaube ich als Grund genannt..)

Mfg Obs-Pfleger:jubel:

Andre
19.09.2006, 22:46
Erstmal eine kleine Randbemerkung zu dem Froschsekret (http://www.intensivcareunit.de/medikamentenliste/medikamente_t.html#takus). Die Nebenwirkungen sind offiziell überschaubar. Vielleicht lag es ja am Preis, dass es bei einigen nicht eingesetzt wird (EUR 27,83 für 40µg)?!?

Medikamentöse Alternativen: Low-Dose-Erythromycin oder der Klassiker Donnertropf (http://www.intensivcareunit.de/donner.html).

Zu der Lagerung: Da es einen als Pflegenden immer ganz unvorbereitet trifft, achten wir nicht gezielt auf Lagerung, eher dass etwas untergelegt ist. Hautfreundliche, waschbare Unterlagen z.B. Auf Plastik wird so gut es geht verzichtet. Zum Einsatz kommen auch Kostbarkeiten wie der Fäkalkollektor (wobei sich meine Sammelleidenschaft auf andere Dinge beschränkt und ich persönlich Abstand von dieser Erfindung nehme) und Darmrohr wenn es konsistenzmäßig Sinn macht und nicht als Stöpsel dient.

Und noch ein persönliches abführendes Wort an dieser Stelle: Warum ist es denn so wichtig, dass regelmäßig Häufchen gemacht werden? Richtig: Der Darm muß aktiv bleiben, damit keine Bakterien durch die Darmwand marschieren und das Blut vergiften. Und die Organe, die von dem Blut abhängen. Deshalb ist also in erster Linie eine Peristaltik wichtig und nicht die Stuhlmenge! Mir wäre es also völlig egal, ob nur eine (f)laue Briese weht oder man mehrmals täglich zur Forke greifen muß. Hauptsache die Geräusche im Bauch klingen drollig! Und dem entsprechend würde ich auch Abführmaßnahmen regulieren.

Besten Gruß,

André

Randbayer
20.09.2006, 18:39
Ich kann mich Andre nur anschließen.

Als aller Erstes zur Lagerung bei abführenden Vorgängen. Naja, mit Vorliebe in Seitenlage. Man kommt am einfachsten an den Ort des Geschehens, ist einfach so. Zudem kann man den Tatort besser observieren. Selbstverständlich nur auf hautfreundlicher Wäsche, man muß ja nen Wärme- und Feuchtigkeitsstau durch folienbeschichtete Unterlagen nicht fördern. In der Regel sind unsere sedierten Patienten auch nicht in der Lage eine Defäktion mittels Betätigung einer "Klingel" dem betreuenden Pflegepersonal mitzuteilen. Steckbecken prophylaktisch unterstecken? Gibt es schon Steckbecken mit besonderer Weichlagerung und Selbstentlüftung für den Allerwehrtesten, vieleicht von Tupperware? Fäkalkollektoren gibts bei uns aus Kostengründen nicht mehr. Darmrohre? Na da muß die Konsitenz passen und wie wir alle Wissen dürfen sie nicht lange liegen. Und wenn der Korken knallt ist man meist sowie so nicht im Krisengebiet.

Takus - wurden bei uns bis vor einem Jahr auch noch als aller letztes Mittel zum abführen genutzt, doch seit dem wir am 2. postop. Tag mit Prostigmin 3 mg/24 h den Darm wieder zu stimulieren beginnen und zeitgleich, wenn keine Kontraindikationen vorliegen, mit der frühenenteralen Ernährung starten (MCP 3x 20 mg kommt auch noch ins Programm) führen 80 % unserer Patienten zwischen dem 3. und 5. postop. Tag ab. Ist keine Peristaltik vorhanden führen wir die "Therapie" mit Prostigmin weiter, allerdings 3mg/6h.

....Deshalb ist also in erster Linie eine Peristaltik wichtig und nicht die Stuhlmenge! .....
Ich denk wenn frühzeitig damit beginnt etwas für den Darm zu tun, also Peristaltik fördern und ernähren, kommt man recht schnell zum Erfolg und kann einige Komplikationen reduzieren (Der Darm ist der Motor der Sepsis). Letzt endlich sind wir doch alle glücklich wenn ein "Häufchen" :jubel: im Bett ist. (Wenn`s Arscherl brummt wird er gesund)

Gruß vom Randbayer

fridolin
20.09.2006, 19:18
....
Und noch ein persönliches abführendes Wort an dieser Stelle: Warum ist es denn so wichtig, dass regelmäßig Häufchen gemacht werden? Richtig: Der Darm muß aktiv bleiben, damit keine Bakterien durch die Darmwand marschieren und das Blut vergiften. Und die Organe, die von dem Blut abhängen. Deshalb ist also in erster Linie eine Peristaltik wichtig und nicht die Stuhlmenge! Mir wäre es also völlig egal, ob nur eine (f)laue Briese weht oder man mehrmals täglich zur Forke greifen muß. Hauptsache die Geräusche im Bauch klingen drollig! Und dem entsprechend würde ich auch Abführmaßnahmen regulieren.

Besten Gruß,

André
Lieber Andre,
liebe zwai.meinde,
der Andre hat aus meiner Sicht eine Superbeschreibung mit einer zwerchfellmassierenden Wortwahl geliefert. :danke: :danke: :danke:
Natürlich hat er recht - aber unsere anal-fäkal fixierten Ärzte :streik: -ken, wenn die Fäkalmenge sich nicht ungefähr einer Tonne pro Tag nähert....

Übrigens Danke für den Link zum "Donnertropf"!
Die armen Patienten. Sollten sie nicht in Vollnarkose liegen, muß es sich bei dieser Dosierung anfühlen, wie die Geburt von Drillingen, die gleichzeitig den Uterus verlassen wollen...
Viele donnernde Grüße
fridolin

Hexe
20.09.2006, 19:25
Puh.....erst mal vielen Dank für Eure Antworten! Ja, bei uns wird mit den Abführmitteln, auch mit Takus, durchaus sehr großzügig hantiert. Und, wenn eine Defäkation absehbar ist, der Pat. auch auf das Steckbecken verfrachtet. Ist sicher nicht so der Bringer, wird aber bei uns auf Stat. allgemein so gehandhabt......

Hexe

fridolin
20.09.2006, 19:25
[QUOTE=Randbayer...Steckbecken prophylaktisch unterstecken? Gibt es schon Steckbecken mit besonderer Weichlagerung und Selbstentlüftung für den Allerwehrtesten, vieleicht von Tupperware?....
Gruß vom Randbayer[/QUOTE]
Lieber Randbayer,
es gibt sie doch!!! Seit Jahrzehnten schon!!!
Folge dem Link
http://pflege.klinikum-grosshadern.de/Museum2/pflegeart/steckbecken_aufblasbar.htm
Werden aber meines Wissens nicht mehr eingesetzt.
Viele sitzende Grüße
fridolin

Tempo
20.09.2006, 19:44
Wieso eigentlich nicht? Ist doch eigentlich eine ganz elegante Lösung!??

WomBat
20.09.2006, 23:02
Wollte nochmal auf die Eingangsfragen zurück kommen (auch wenn hoffnungslos :hihi: nach hinkend)...

Seitenlage „links“.
Nach :hihi: meiner Erinnerung (immer fragwürdig) wurde in den frühen 70igern keinen besonderen Wert auf eine li SL beim Einlauf gelegt.

Die Generation danach lernte „absolut-NUR LINKS-auf-keinen-Fall-andere-Lagerung-alles-andere-ist-:motz: Sünde“ (viel Adrenalin verpufft :schock: )

Siehe alte Juchlis :D , und neue „Pflege heute“, da heißt es: „die Spülflüssigkeit fließt in Linksseitenlage anatomisch bedingt leichter in den Darm“.
Gut, wenn Schüler ihre Bücher vorweisen :-p



In Bücher aus englisch-sprachigen Ländern heißt es: „Assist the client into a left Sims’ or lateral position“. :confused:

Li SL wird beschrieben: „the rectum is in the inferior part of the abdomen; this permits solution to flow into the rectum by force of gravity“ (Rectum is dann in unteren Teil des Abdomens, Flüssigkeit kann durch Schwerkraft einfließen“.

Variation: für eine rectale Untersuchung: Left Lateral (Sims’) position. Turn patient on to left side with pelvis vertical. Ask patients to draw knees up to chest with buttocks on the side... Also the position of choice for enema administration, as the sigmoid and descending colon are on the left. (Sigma und Colon descendens sind dann links). Ergo, Wasser fließt nicht gerne den Berg hoch.


Hier noch etwas intensiver beschrieben ;)

Quelle: http://www.lifeknox.com/sample.htm

HOW TO GIVE AN ENEMA, Love Thine Enemas & Heal Thyself , :-o © Copyright 2002, Dr. J. Glenn Knox BA, DC

Schlüsselsatz: “Any position that requires muscular effort to maintain will be self defeating.”
(ca. Jede Lagerung, die eine muskuläre Anstrengung erfordert (um die Flüssigkeit zu “halten”) wird nicht funktionieren.) J (Lagerung usw. ca. in der Mitte des Textes)

Und warum heißt die Lagerung left „Sims“ ? Nach einem Doc benannt? Wahrscheinlich!

Sims' position (James Marion Sims) US Gynäkologe, lebte von 01.25.1813 bis 11.13.1883

Und warum gibt es keine evidenz-basierte Richtlinie (oder SOP)

“Darmmanagement für Intensivpatienten” bzw.

warum finde ich das nicht?
Ich meine damit aus verschiedenen beruflichen Perspektiven (Intensivmediziner, Magen-Darmspezialist, Pflege, Ernährung/Diät, Apotheker, Kinästhetik (siehe Sabine R. Beitrag)…usw. kein Anspruch auf Vollständigkeit)

und von Anfang (z.B. schon prä- oder perioperativ) bis auf die Intensivstation und danach.

Von mir aus kann es „Peristaltik Management“ oder „Gastrointestinale Motilitäts Förderung“ heissen.

WomBat, ach so :( , es betrifft die sog. "niedrigen Organe", da forscht fast keiner.


PS jetzt wo es (der Darm, wasen sonst?) schon "Gehirn-ähnlich" beschrieben wird....Ja, dann werden sich wohl die Neurochirurgen demnächst damit befassen :wow:

Wetten das? Nee, eher doch nicht. Das wäre so ähnlich wie "Flatus cerebri". Und das gibt es ja nicht wirklich. :-p Oder?

fridolin
21.09.2006, 21:11
Lieber WomBat,
sicher hast Du recht, ein umfassender Magen-Darmspezialist mit ernährungsweissenschaftlicher Ausbildung wäre ein Fortschritt, denn auch der Umgang mit Diäten und hier auch speziell mit Sondenkost ist mangelhaft.
Die meisten Ärzte auf Intensivstationen gehen bei Sondenkost nach folgenden Prinzip vor:
"Oben schütte Nahrung hinein,
unten wird es dann schon Scheiße sein..."
(Sorry für den harten Ausdruck, ist aber in diesem Zusammenhang meines Erachtens nach durchaus passend)
"Und ist auch Unten nichts zu finden,
musst Du Takus in die Medis einbinden...
Nützt auch das nicht mehr viel,
kommt die Schwester hier ins spiel...
Letzter Hoffungsschimmer -
der Chirurg kommt und hilft Dir immer..."
Viele abgeführte Grüße
fridolin

Miss Honey
22.09.2006, 09:39
Moin zusammen!

Erstmal muss ich ein dickes Lob an meine lieben Kollegen hier aussprechen für die ausgespochen amüsante Komponente dieses Threads :) *feingemacht*

Bei uns wird Takus ebenso nicht mehr verwendet. Als allerletzte Maßnahme, wenn sämtliche anderen "Mittelchen" versagt haben, bekommen unserer Patienten einen Mix aus Neostigmin und Paspertin, je 6 Ampullen, über 4 Stunden. Gabe muss auch schonmal über zwei, drei Tage wiederholt werden.

Benutzt hier eigentlich irgendjemand die dicken 28CH Blasenkatheter als Darmrohre wegen der Möglichkeit zu blocken? Oder Tuben?
Gibt es bei uns jetzt nicht, aber habe davon aus anderen Häusern gehört.

*gg* Übrigens einer der schönesten Sätze, die man während der Schicht hören kann lautet: "Bei Deinem Patienten in sowieso tropft es so braun unten aus dem Bett..."

Man MUSS diesen Job doch einfach lieben, oder????:jubel:

WomBat
22.09.2006, 17:42
"Man muss diesen Job einfach lieben" :D

Und bringt mich auf Ideen :hihi:

Standard:
Benutzung von Takus

Gültig für:
Mitarbeiter des ärztlichen und pflegerischen Dienstes

Beginn: Ab Sofort

Dienstanweisung:
1) Wer leichtfertig / frühzeitig Takus verordnet
2) Wer im Falle 1) eine solche Anordnung entgegennimmt und ohne weitere Besprechung der Alternativen durchführt:

Wird für eine Zeitraum von mind. 24 Stunden:
1 Isoliert
2 Immobilisiert (strenge Bettruhe)
3 Neu eingekleidet mit einem Flügelhemd (das war's, mehr nicht)
4 An non-invasive Überwachungsgeräte angeschlossen
5 Mit Sondennahrung seiner Wahl versorgt (nach Körpergewicht berechnet)
6 Erhält Tee oder Wasser ebenfalls nach KG (ausschließlich Schnabeltassen erlaubt)
7 Erhält Takus (ebenfalls nach KG) auf Wunsch entweder i.v. oder i.m.
8 Toilettenstuhl ist streng verboten wegen Punkt 2, Bettpfanne erlaubt
.....

WmBt, Das ist eine Einladung zum Vervollständigen des Standards durch die neugegründete "Arbeitsgruppe Takus"

Hexe
22.09.2006, 17:47
Äh.......lieber WomBat - Takus ist bei nicht sedierten Pat. denke ich sowas wie der blanke Sadismus. Ich habe schon bei unseren Patienten, die nicht ganz so tief sediert sind, böse Zweifel, ob sie von den üblen Kämpfen mehr mitkriegen als wir ahnen..... Ich habe auch so manches Mal das Gefühl, daß sie sich unbewußt gegen das Abführen wehren und versuchen, einzuhalten.....

Kann nicht sein, oder?

Hexe

ostfriesland
22.09.2006, 22:02
Moin,
wir benutzen 30 CH Latex-Katheter; Tuben sind zu hart, habe an einer anderen Klinik schon Nekrosen aus diesem Grund gesehen. Es gibt aber auch spezielle Darmrohre zum Blocken, weiß nur die Firma nicht.
Gruß

WomBat
23.09.2006, 00:12
Zitat:
"Takus ist bei nicht sedierten Pat. denke ich sowas wie der blanke Sadismus. Ich habe schon bei unseren Patienten, die nicht ganz so tief sediert sind, böse Zweifel, ob sie von den üblen Kämpfen mehr mitkriegen als wir ahnen..... Ich habe auch so manches Mal das Gefühl, daß sie sich unbewußt gegen das Abführen wehren und versuchen, einzuhalten.....Kann nicht sein, oder? Hexe"

Hallo Hexe,

Und bei sedierten Patienten? Wie ist das zu "rechtfertigen"?

Deine Beobachtungen sind auch die meinigen Beobachtungen. Kann doch sein. Wir haben es offenbar gesehen. Andere auch.

Der Überspitzte "Standard": vielleicht bemerken es andere auch? / und wir sind nicht einige Wenige mit unseren Beobachtungen?

Ich bleibe dabei, eine evidenz-basierte Richtlinien wäre mir lieber. Takus ist so 'was wie das Allerletzte.

WomBat, Tukus ist lustig, Takus überhaupt nicht

fridolin
23.09.2006, 15:26
Liebe ostfriesland,
hier ein paar Links zu Firmen, die die gewünschten Darmrohre verkaufen. Die bekannteste ist wohl die Fa. Rüsch.

http://www.ruesch.de/scripts/wgate/zcatalog/!?~language=DE%22[/URL]l]%3Cbr%20/%3E%3Cbr%20/%3E[URL=%22http://www.medizinbedarf.de/roentgen/darmrohre_u._zubehoer/mit_ballon.html[/URL]%3Cbr%20/%3E%3Cbr%20/%3E[URL=%22http://www.medizinbedarf.de/roentgen/darmrohre_u._zubehoer/mit_ballon.html
(Bitte die gesamte Adresse in die Adressleiste des Browsers kopieren oder den Link benutzen und dann über den Ordner Ruesch Produktkatalog, Chirurgie, Gastroenterologie, Darmrohre "herunterhangeln".)

http://www.medizinbedarf.de/roentgen/darmrohre_u._zubehoer/mit_ballon.htmll

http://www.ecomedis.de/de/darmrohre.htm

Viel Spaß bein Lesen
fridolin

WomBat
25.09.2006, 22:58
Noch ein paar unzusammenhängende Daten zu (umbenannt :) „Tukus“, alias Ceruletid usw.

Geleitet vom Gedanke, dieses eben nicht leichtfertig oder zu früh einzusetzen. Es scheint so zu sein (das erfahren wir auch ohne Evidenz, die braucht man heute nun mal....), dass die Lage nicht so eindeutig ist, wie ich gerne glauben möchte.

a. …Ein weiteres Medikament, das häufiger zur Induktion von Peristaltik bei paralytischen Ileuszuständen verwendet wird, ist Ceruletid…Ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis hinsichtlich einer Verkürzung von Ileuszuständen durch diese Medikamente steht bisher aus…

Quelle: http://www.springerlink.com/content/erwj3lwxc9bxrkkv/fulltext.pdf
Dünndarmileus, ein altes Problem und neue Lösungen, 2000

b. ….Bei fehlendem Erfolg dieses Therapieregimes wird der Versuch mit Ceruletid empfohlen…


Quelle: http://www.springerlink.com/content/dfy9hfx953qw1nw5/fulltext.pdf
Anesthesist 2000 (Leserfragen) (Beachte: es heißt "Versuch")

c. ...Postoperatively, the strategies surgeons used to minimize the risks of delayed recovery of GI function varied widely between the UK, France, Germany, Italy and Spain and also within each country. Again, some of the postoperative measures applied most commonly by European surgeons, for example nasogastric intubation and use of prokinetics, are despite evidence in the literature indicating that they have no benefit for quicker resolution of POI (Postoperative Ileus)... (FETT von mir)

Quelle: A survey of perceptions and attitudes among European surgeons towards the clinical impact and management of postoperative ileus; H. Kehlet et al.
Blackwell 2004


Und zu Prokineta:

…Trotz einer Reihe von interessanten Therapieansätzen ist das optimale Prokinetikum noch nicht gefunden. Eine exakte Diagnosestellung, an welcher Stelle des GIT (oberer oder unterer) das Problem liegt, ist unbedingte Voraussetzung für einen effektiven Einsatz der Medikamente….Nicht zu vernachlässigen ist die Entwicklung einer Tachyphylaxie und das zu hohe Dosen von Prokinetika auch zu einer kompletten Hemmung der Peristaltik führen können….


Quelle: Akutes Darmversagen in der Intensivmedizin – Therapeutische Ansätze;

M. Ragaller, B. Gottschlich, Intensivmed und Notfallmed, Heft 8, 2005