Vollständige Version anzeigen : Reanimation in Bauchlage (Reverse CPR)
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Anm. d. Red.:
Aus dem Thread : Alternativen zu KCI?? (http://forum.zwai.net/showthread.php?t=878)
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[...] By the way: Es gibt Hinweise darauf, dass man auch in Bauchlage effektiv reanimieren kann.
Besten Gruß,
André
Obs-Pfleger
16.07.2006, 22:32
Hallo!
Es gibt Hinweise darauf, dass man auch in Bauchlage effektiv reanimieren kann.
:confused: Wie soll das gehen? Kann mir das gerade nicht vorstellen!?! Hast du das schonmal durchgeführt?
Mfg Obs-Pfleger - "geht gleich auf den Bauch :schlafen: "
Wie soll das gehen?
Während die Bauchlage zur Therapie des ARDS mittlerweile etwas differenzierter betrachtet wird, wird sie auch in einem ganz anderen Zusammenhang genannt.
Forscher der Johns Hopkins University (Baltimore) und der Columbia University (New York) berichten in einer Studie über die Vorteile einer Reanimation in Bauchlage.
Im Columbia Presbyterian Medical Center wurden sechs Intensivpatienten mit Herzstillstand nach mindestens einer halben Stunde erfolgloser konventioneller Reanimationsmaßnahmen auf den Bauch gedreht. Mit einem Sandsack unter dem Brustbein wurde die Herzmassage durch Druck auf den Rücken fortgesetzt.
>>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Intensivmedizin/Reverse_CPR_-_Reanimation_in_Bauchlage/)
Hi,
ich selber war noch nicht in einer Situation, wo diese Maßnahme erforderlich war, kenne aber den o.g. Bericht und der zeigt ja nun mal ganz erstaunliche Ergebnisse, wenn auch diese Studie nicht gerade für eine Empfehlung ausreicht. Wenn es zu diesem Thema aber noch weitere Studien geben sollte, die einen Vorteil gegenüber der CPR in Rückenlage zeigen, dann wird man wohl in Zukunft in Bauchlage reanimieren müssen.
Während die Bauchlage zur Therapie des ARDS mittlerweile etwas differenzierter betrachtet wird, wird sie auch in einem ganz anderen Zusammenhang genannt.
Wie ist denn das gemeint, dass die Bauchlage "differenzierter" betrachtet wird?
Besten Gruß,
André
fridolin
17.07.2006, 20:59
Hallo, @all,
dieser Artikel bestätigt meine Vorurteile gegenüber sogenannten "Studien" aus dem ärztlichen Bereich.
Zitat:
"Zwar überlebte dadurch keiner der Patienten....."
>Häää??
Zitat:
"...denn der durch Reanimationsmaßnahmen erreichte Blutdruck ist im Allgemeinen zu niedrig."
>Häää??
Wer kann denn hier nicht konventionell reanimieren?
Oder ist der Artikel etwa ein verspäteter Aprilscherz?
Selbst bei schwierigen Verhältnissen ("steifer Thorax") ist es durchaus möglich, systolische Blutdruckwerte von über 100 mmHg zu erreichen.
Oder: habt ihr andere Erfahrungen?
Viele liebe Grüße
fridolin
Hi!
Stimmt, Studien sollte man nie unkritisch zur Kenntnis nehmen, die Studie nimmt für sich auch nicht in Anspruch, endgültig zu sein (was ja auch am Studiendesign liegt).
Dennoch bietet sie Hinweise darauf, dass es möglicherweise besser sein könnte, in Bauchlage zu reanimieren.
Zwei Dinge sollte man bedenken:
Zum einen wurde vorher schon konventionell eine halbe Stunde reanimiert, was das Outcome sicherlich nicht gerade in die Höhe treibt ("kein Patient überlebt"). Wäre dies in Rückenlage besser gewesen? Sehr fraglich...
Zum anderen vergleicht die Studie nicht die Blutdrücke der Patienten, die nur 10 Minuten reanimiert wurden, sondern eben die erste halbe Stunde mit der nächsten halben Stunde bei dem evaluierten Patientenkollektiv.
Dass man mal Drücke über 100 systolisch erreicht, unterschreibe ich gerne. Dass man diese Drücke grundsätzlich erreicht, würde ich nicht unterschreiben, insbesondere bei einer Langzeitreanimation. Außerdem ist dieser Wert ja auch immer noch durch einige Medikamente modifizierbar.
Wie schon angedeutet - auch durch die Studie: Sie taugt nicht zur Empfehlung, sie zeigt aber interessante Wege auf. Gerade auch in Hinblick auf Bauchlagerung...
Besten Gruß,
André
Hanno H. Endres
17.07.2006, 22:49
dieser Artikel bestätigt meine Vorurteile gegenüber sogenannten "Studien" aus dem ärztlichen Bereich.
Zitat:
"Zwar überlebte dadurch keiner der Patienten....."
>Häää??
Andre hat sich ja schon sehr treffend zu dem Studiendesign geäußert - rein vorsorglich sei dennoch darauf hingewiesen, dass die zitierte Formulierung natürlich nicht ein O-Ton aus der Studie ist, sondern aus der Feder meines werten Kollegen HolBeu stammt.
In der Studie (bzw. dem Abstract) selbst heißt es nur: "No patients had return of spontaneous circulation."
Legt lieber sich als andere auf den Bauch:
hhe
Obs-Pfleger
18.07.2006, 22:29
Danke :zwai-Schild: für die den Literaturhinweis!
Grüße vom Obs-Pfleger
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