Vollständige Version anzeigen : Konzept zur (früh)enterale Ernährung
Randbayer
21.04.2006, 13:37
Hallo Leute!
Ich bin zur Zeit damit beschäftigt ein Konzept zur (früh)enteralen Ernährung für unsere Station zu erstellen.
Das Klientel umfasst überwiegend allgemeinchirurgische Patienten, sowie gynäkologische, urologische und unfallchirurgische.
Leider kann man nicht immer sofort mit einem (früh)enteralen Kostaufbau beginnen, da die Patienten oft septisch und somit auch meist katecholaminpflichtig sind(Mukosadurchblutung usw.). Die Leitlinien der DGEM liegen mir vor.
1. Wann ist der günstigste Zeitpunkt und wie überprüfe ich Diesen (Refluxkontrolle...)?
2. Mit welcher Sondenkost starte ich?
3. Welche Startmengen sind zu empfehlen?
4. Ist ein Entscheidungsbaum und Dokumentationsplan empfehlentswert?
Gruß der Randbayer
Hanno H. Endres
21.04.2006, 17:44
Hallo Markus.
Die Leitlinien der DGEM liegen mir vor.
Hmmm ... werden deine Fragen in den Leitlinien (http://www.dgem.de/enteral.htm) nicht schon beantwortet?
Trotzdem mal so ganz allgemein ein paar Aspekte:
1. Wann ist der günstigste Zeitpunkt und wie überprüfe ich Diesen (Refluxkontrolle...)?
Der günstigste Zeitpunkt ist immer der frühestmögliche, also innerhalb der ersten 24h nach Aufnahme.
Die Magenrestmengen sind natürlich regelmäßig zu überprüfen, möglichst alle 4 Stunden. Als "Schallgrenze" für eine Stufe vor oder zurück im Stufenschema gelten bei uns 150 ml.
2. Mit welcher Sondenkost starte ich?
Erstmal z.B. Standard-Kost, z.B. Salvimulsin MCT Neutral ®, sofern es keine konkreten anderweitigen Wünsche gibt.
3. Welche Startmengen sind zu empfehlen?
Bei uns z.B. 50 ml über 1 Stunde im 4 h-Intervall, also 6 x 50 ml.
Die DGEM legt sich da allerdings nicht so richtig fest.
DGEM-Leitlinie Enterale Ernährung Intensivmedizin (http://www.dgem.de/leitlinien/II.1.pdf)
"Eine allgemeingültige Dosierempfehlung kann nicht gegeben werden, da die Ernärhung an den Verlauf der Erkrankung angepasst werden sollte.
4. Ist ein Entscheidungsbaum und Dokumentationsplan empfehlentswert?
Aber selbstverständlich!
Ich schick dir mal was per Mail dazu.
Interessant sind in dem Zusammenhang noch die
- DGEM-Leitlinie Enterale Ernährung Grundlagen (http://www.dgem.de/leitlinien/I.B.pdf) und die
- DGEM-Leitlinie Enterale Ernährung Chirurgie und Transplantation (http://www.dgem.de/leitlinien/II.2.pdf)
Weitere Aspekte findest du in den unten aufgelisteten "Ähnlichen Themen" hier aus dem Forum.
Schönes Wochenende,
hhe
Randbayer
21.04.2006, 19:07
Danke Hanno!
Wie gesagt die Richtlinien der DGEM liegen mir vor. Mich interessiert es, wie in anderen KH`s die (früh)enterale Ernährung umgesetzt wird bzw. welche Erfahrungen andere Leidensgenossen gemacht haben.
Gruß der Randbayer
Hei Randbayer,
zu 1. Wir beginnen so schnell wie møglich, oft auch "Misch"ernæhrung enteral / parenteral gleichzeitig.
zu 2. Patientenabhængig. Wir nehmen oft Fresubin (glaube "normal" oder so), da gibt es noch die verschiedensten Sorten von. Haben aber auch schon mit ganz normaler Glucose 5% angefangen.
zu 3.Wir starten mit 20 ml/h. Zweimal pro schicht Reflux probe und bei ca. dreifacher Refluxmenge ist die "Schallgrenze".
zu 4.Ja, haben wir aber leider in dem Sinne auch nicht. Ernæhrung wird verordnet. Aber wir haben sogenannte Richtlinien an denen wir uns orientieren kønnen und die werden jeden Tag evaluert.
Ach so, Visite und Behandlungsplan macht der behandelnde Arzt zusammen mit der anwesenden Pflegekraft, idealerweise mit dem Kontaktsykepleier ( derjenigen Pflegekraft, welchen Pat. aufgenommen hat, Pflegeplan geschrieben und damit Hauptkontaktperson fuer Aerzte und Angehørige ist.)
Funktioniert ganz gut.
Mvh
Hosc
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