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fredokus
04.01.2006, 22:39
MoinMoin
Hatte heute mal wieder eine schöne Diskussion auf der Station zum Thema Besuchszeiten.
Bei uns folgendermaßen geregelt:
Offene Zeiten, keine Altersbeschränkung.

Frage:
Wie ist das so bei euch geregelt und wie findet ihr das dann.
Auf Antworten freut sich
Der Fred

ostfriesland
04.01.2006, 23:33
Moin,
wir haben Besuchszeiten von 13 - 19 Uhr, keine Zeitbeschränkung inbezug auf die Dauer des Besuches, allerdings max. 2 Personen je Patient; Kinder dürfen in der Regel nicht auf die Intensivstation. In Ausnahmefällen und vorheriger Rücksprache werden auch vormittags Besuche erlaubt.

bearly
05.01.2006, 01:26
- nur enge angehörige
- 2/patient
- keine kinder (nur ab 14 nach unserem ermessen ausnahmen)
- 14-18:00 und 18-20:00
- ausnahmen nach absprache
- vor station telefon, über das sich alle angehörigen auf unserem schnurlosen melden, welches immer einer des pflegteams pro schicht besetzt
- alle angehörigen erhalten eine visitenkarte mit unserer durchwahl aufs schnurlose-dürfen alle jederzeit anrufen (das spart viel glaubts mir an besucherverkehr)
- ausnahmen selbstverständlich in besonderen fällen

zusätzlich:
wir haben einen flyer entworfen, welcher n jeden besucher und patienten verteilt wird-dort wird der ganze tagesablauf, das "gepiepe" auf station, der besuch, das anrufen, der unsinn eines morgendlichen besuches während die gnze diagnostik läuft u.ä. dinge so erklärt, dass nach eiführung eine deutliche toleranz-erhöhung für unsere medizinisch/pflegerische arbeit seitens der mit unserem klientel verbundenen angehörigen festzustellen war.

na j, die ultimativ-lösung ist das auch nicht.....

Obs-Pfleger
06.01.2006, 17:25
Mahlzeit!

Bei uns auf der Intensivstation gibt es keine festen Besuchszeiten. :dafuer: Die Angehörigen/Freunde können jederzeit kommen. Die Besucherzahl pro Patient versuchen wir jedoch auf 2 Personen zu beschränken, sonst wird`s zu eng im Zimmer und zu stressig für Patient und Pflegepersonal. :eek: Wir hatten durchaus auch schon Kinder unter 14 Jahren zu Besuch, das geschah jedoch nach Rücksprache mit dem Stationsarzt. Ansonsten läuft`s wie überall, Besucher klingeln an der Tür, wir melden uns über Sprechanlage mit "..und bitte eine Schutzkittel anziehen und die Hände desinfizieren blablabla....."

Ich persönlich begrüße diese lockere Besucherregelung da wir bei uns größtenteils Kardiochirurgische Patienten in der postoperativen Phase betreuen. Diese Patientengruppe neigt ja bekanntlich zum Durchgangssyndrom :prost: :wut: :schock: !!! Intensiver und nicht zeitlich begrenzter Kontakt v.a. dieser Patienten mit ihren nahen Angehörigen hat schon wahre "Wunder" bewirkt!

Mfg Obs-Pfleger

Miss Honey
06.01.2006, 19:57
Wir hatten auch "offene Besuchszeit" bis vor etwa einem Jahr, es konnte immer und jederzeit und so lange wie man wollte besucht werden, maximal jedoch 2 Besucher pro Patient am Bett, Kinder generell erst ab 14 Jahren.

Mittlerweile haben wir uns jedoch zu einer gewissen Einschränkung der Uhrzeiten geeinigt, da der "Ansturm" und "Durchmarsch" tagtäglich bei einer Belegung von bis zu 20 Patienten einfach Überhand nahm.
Dauerndes Klingeln, wir haben eine Gegensprechanlage mit Kamera im Kanzelbereich, Abholen an der Tür (wir holen die Angehörigen grundsätzlich zumindest beim ersten Besuch und dann je nach Zustand des Patienten vorn an der Tür ab), dauerndes rein und raus, Angehörige, die teilweise auch spätabends und nachts dauerhaft anwesend waren, obwohl es dem zugehörigen Patienten nicht akut schlecht ging führte zu einer erheblichen Unruhe auf der Station, nicht zuletzt, weil wir sowohl Ein- als auch Zweibettzimmer haben und manche Patienten durch den Besucheransturm des Nachbarn nie zur Ruhe kommen konnten. Manche Angehörige gehörten schon fast mit zum Inventar :-) und das war teilweise alles andere als angenehm für uns! Andere Besucher waren immer noch unzufrieden, weil sie wegen diagnostischer Eingriffe oder pflegerischer Versorgung etwas warten mussten- man kann es eben nie allen recht machen.

Jetzt haben wir offizielle Besuchzeiten von 10 bis 13h und von 15 bis 19h und damit sind wir bisher sehr zufrieden. Innerhalb dieser Zeiten sollte es jedem möglich sein, seinen Besuch zu erledigen und wir halten diese Zeiten auch ein. Die Dauer des Besuchs beschränkt sich also auf das Ende der offiziellen Besuchszeit.
"Besucherfreie" Zeiten auf Station sind sehr angenehm, besonders, wenn man das Gegenteil kennt :-)
Selbstverständlich bestätigen Ausnahmen die Regel- Neuaufnahmen, akute Verschlechterung des Gesundheitszustandes, Sterbefälle- da sind wir dann flexibel auch was die Anzahl der Besucher betrifft pro Bett, besonders bei Sterbenden.
Wir haben auch vor der Station im Wartebereich eine Informationsbroschüre zum Mitnehmen über die Intensiv, auch mit Angabe unserer Telefonnummern ausliegen. So können sich die Wartenden schonmal etwas "vorbereiten". Häufig beziehen wir die Angehörigen auch in pflegerische Maßnahmen ein, lassen sie beim Betten helfen, wenn sie das möchten, sodass sie nicht aus dem Zimmer geschickt werden, wenn Lagern des Patienten etc. anfällt.
Anrufen können die Angehörigen jederzeit, wir geben aber nur Auskunft am Telefon an den nächsten Angehörigen und dann müssen sich die Leute innerhalb der Familie untereinander informieren.

Habe es auch anders kennen gelernt auf einer Station während meiner FWB, da gab es genau zwei Stunden Besuchszeit am Tag, eine morgens und eine abends.
Das halte ich persönlich für sehr kurz, vor allem, weil die Angehörigen auch nicht länger bleiben durften, wenn sie innerhalb dieser Zeit wegen was auch immer nicht zum Patienten hineindurften.

Hanno H. Endres
06.01.2006, 22:06
... Kinder generell erst ab 14 Jahren.

Da gabs mal eine Untersuchung - im intensiv-ticker [intensiv 2004; 12: 260-261] haben wir folgendes dazu geschrieben:

Alexander Loos und Michael Pirsch haben im Rahmen ihres Studiums die Besuchsregelungen für Kinder auf Intensivstationen untersucht. Bislang gibt es hierzu kaum Literatur zu dem Nutzen, den Gefahren und den Rahmenbedingungen.

Die noch häufig vor den Stationen vorzufindenden Hinweisschilder zeigen, dass die Regelungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden und dass der Sinn einer Altersbeschränkung von den Pflegenden erst auf Nachfrage reflektiert wird.

Dazu haben die beiden Studierenden der EFH Darmstadt Fragebögen in 163 deutsche Kliniken geschickt. Erfragt wurden die institutionellen Regelungen, die Abweichungen davon, die Besuchszeiten, Hilfsangebote und Broschüren sowie die Besuchsregelungen für Kinder. Zusätzlich wurden die Pflegenden nach Ausgrenzungs- und Integrationsargumenten befragt.

Die ersten Ergebnisse spiegeln deutlich die sehr uneinheitliche Handhabung der Besuchszeiten wider:

Mehr als drei Viertel der Stationen haben feste Besuchszeiten. Knapp 60 % weichen jedoch „oft” davon ab, immerhin 34 % tun dies „gelegentlich”.

In 65 % der Kliniken gibt es keine besonderen Besuchszeiten für Kinder. Ein Drittel der übrigen Kliniken gewährt Kindern ab dem 12. Lebensjahr Einlass, knappe 60 % erst am dem 14.

Als Hauptgrund gegen den Besuch von Kindern auf Erwachsenenintensivstationen spricht für 57 % der Befragten die psychische Belastung für das Kind. 37 % sehen hygienische Aspekte im Sinne einer wechselseitigen Infektionsgefahr.

Auf der anderen Seite empfinden über 22 % das „System Familie” und die „Eltern-Kind-Beziehung” als einen der wichtigsten Gründe für den Besuch der Kinder. 10 % sehen einen positiven psychischen Effekt für den Patienten, die Hälfte davon immerhin noch für das Kind.

Insgesamt sprachen sich knapp 58 % generell gegen den Besuch von Kindern auf Intensivstationen aus, 42 % dafür [http://www.pflegewissenschaft.org/besuchsregelungen.html].

Die Meinungen darüber, ob Kinder als Besucher nun eine Be- oder Entlastung für den Patienten darstellen, gehen also noch weit auseinander. Ebenso sind die Einflüsse auf die Kinder noch weitestgehend unerforscht.

Den hygienischen Aspekt als Kontra-Argument haben jedoch Daschner et al. bereits im Jahre 2000 entkräftet: „Gesunde Kinder jeden Alters dürfen aus hygienischer Sicht auf eine Intensivstation mitgenommen werden” [Anaesthesist 2000; 49: 96 - 101].

hhe

Groha
07.01.2006, 19:20
Guten Abend,

bei uns dürfen Angehörige den ganzen Tag auf Station, die ersten Tage aber nur eine halbe Std bleiben. Kinder ab 12 Jahren dürfen nicht auf Station, aber nur wg. der Infektionsgefahr für unsere transplantierten Pat.
In den "Normalbett" Zimmern keine Einschränkungen was die Besuchszeit/Dauer angeht.:-o

Grüße Groha

Tobi Bo
07.01.2006, 19:21
bei uns dürfen Angehörige den ganzen Tag auf Station, die ersten Tage aber nur eine halbe Std bleiben...

... weil ???

Groha
07.01.2006, 19:25
Zu viel Streß für die Pat. Aber ehrlich gesagt weis ich es nicht genau, war schon immer so..... :confused:

madison
08.01.2006, 20:13
Beispiel von einer Kinder-IPS:
Besuchszeiten ganztägig, auch später am Abend.
Die Eltern werden allerdings darauf hingewiesen, dass diag., therap. oder pflegerische Massnahmen bei dem eigenen Kind oder den im gleichen Raum untergebrachten kleinen Patienten einen Besuch verhindern können.

Die Beteiligung der Eltern an der pflegerischen Versorgung ist gewünscht, wird gefördert (Känguruhen) und mittels Terminkalender organisiert.
Und die Gewissheit, immer anrufen zu können, auch vor der Frühschicht des Vaters, erleichtert vieles, auf beiden Seiten.

Zum Thema Kinder als Besuch:'früher' wurde dies abgelehnt aus Sorge um die erwachsenen Patienten, als Schutz vor noch nicht ausgebrochenen Kinderkrankheiten.

Aus dem Erleben in der eigenen Familie denke ich, dass Vorsicht geboten ist, wenn jüngere Kinder zu Besuchen mitgenommen werden, die psychische Belastung der Kinder ist nicht zu unterschätzen. Der Anblick von Oma oder Opa im Krankenhaus auf der Normalstation kann schon belastend genug sein, ich würde eigenen kleinen Kindern den intubierten Opa jedenfalls ersparen.

Gruss vom Rhein, Madi

R.Fischer
10.01.2006, 09:49
Ich denke auch, die psychische Belastung ist enorm.

Andererseits: wenn ich mir vorstelle, einer der Elternteile hätte einen "plötzlichen" Intensivaufenthalt und das Kind hätte vielleicht die letzte Chance Mama oder Papa zu sehen wäre dies (ab einem Alter von meinem Gefühl nach 7 - 8 Jahren) für mich schon eine Überlegung wert.

Gruß aus Schwaben von Rainer.

fredokus
10.01.2006, 17:02
MoinMoin
Ich denke, jetzt kommen wir an den Kern der Sache.
Ist es nicht unser eigenes Gefühl, wann eine Situation belastend wird für ein Kind?
Wenn ich davon ausgehe, das jeder Einzelne, der auf einer ITS arbeitet unterschiedliche Wahrnehmungen und Belastungsgrenzen hat, so kann ich doch auch davon ausgehen, dass das den Besuchern ebenso geht.
Der eine fällt in Ohnmacht, der andere ist technikfaziniert, der nächste voller Sorge um den Angehörigen und der letzte hofft, das "der Alte bald abnippelt, um an die Kohle zu kommen". Wir setzen also unsere eigene Bewertung ein, um Grenzen zu setzen.
Aber wer ist denn für das Wohlergehen der Kinder verantwortlich?
Rechtlich gesehen erstmal der/die Erziehungsberechtigten. Dann der Staat, wenn diese versagen.
Dürfen wir die Eltern davon entbinden, "nur" weil wir unsere eigene Vorstellung von Belastung haben?
Eine FSK wie beim Film gibt es glaube ich für Krankenhäuser nicht und empirisch sind die Folgen für die Kinder auch noch nicht erfasst.
Meine Kinder reagieren auf Belastungssituationen auch anders als andere, ja sogar sehr unterschiedlich untereinander.
Für mich steht die Frage im Vordergrund:
Was bringt es dem Patienten, wenn er/sie von wem Besuch empfängt.
Für viele dürften die eigenen Kinder eine Wohltat sein, wenn nicht gar gesundheitsfördernd, für andere wiederum stellen die Kinder in einer solchen Situation eine Belastung dar.
Ich denke, Besuche sollten in alle Richtungen offen gehalten werden und der Wille bzw. mutmaßliche Wille des Patienten steht im Vordergrund.
Persönlich erlebe ich Besucher selten als Belastung und ich glaube, da liegt auch der Hase begraben.
Meist geht es wohl nämlich eher um den störenden Besucher, der nachfragt und beobachtet.Das scheint Angst zu machen. Wovor eigentlich?
Ist aber nur ein persönlicher Eindruck
Der Fred

WomBat
10.01.2006, 19:40
Vielen Dank! Treffend formuliert Fred.

WomBat

R.Fischer
11.01.2006, 21:16
Finde ich auch - gut getroffen.

Otto
12.01.2006, 20:23
Hallo,
Bei uns steht an der Patientenschleuse (sinngemäß):

Besuchzeiten von 16.00-17.00
Kinder ab 12 Jahre
Keine Besucher mit ansteckenden Krankheiten


Die Zeiten werden großzügig ausgelegt.
Wir versuchen die Besucher trotzdem auf den Nachmittag zulenken, einfach weil es ruhiger auf der Station ist und die Wartezeiten kürzer sind.
Völlig frei würde ich die Zeiten nicht geben, da Besucher auch eine Belastung für Patienten bzw. Mitpatienten sein können. In Ausnahmefällen können Besucher auch rund um die Uhr kommen.

Otto

fredokus
13.01.2006, 06:45
Hallo Otto
Wer entscheidet bei euch, ob der Besuch für den Patienten belastend ist?
Der Patient?Der Arzt?Die Angehörigen?Die Pflege?Das Monitoring?
Welche Ausnahmeregelungen habt ihr festgelegt, für einen "Besuch, rund um die Uhr"?
Oder entscheidet ihr nach persönlichen Kriterien?
Was macht ihr mit Menschen, die nur morgens zu Besuch kommen können?
Pech gehabt?
Habt ihr Erfahrung damit, wie die Patienten dies empfinden?

Viele Fragen :D
Auf Antwort hofft
Der Fred

maiwald
13.01.2006, 10:23
Tach auch,

Angehörigenbesuch ist doch in der Regel ein Zugewinn u.a. wg. der Info-Sammlung. Hier erfährt man doch einiges über die Vorlieben der Patienten z.B. Musikgeschmack, Tee oder Kaffee zur Mundpflege, Schlafgewohnheiten, Pflegegewohnheiten etc. Die Angehörigen können doch auch in die Pflege mit einbezogen werden und merken dadurch doch auch, dass sie nicht mehr hilflos auf die Monitore schauen, sondern etwas für ihren Lieben aktiv tun können.
Hie benötigt die Pflege auch Mut, um abgeben zu können...

Kinder sind halt ein sensibles Thema. Sollten hier nicht die Erziehungsberechtigten entscheiden können, vor allem nach einem ausführlichen Gespräch mit Arzt und Pflegekraft??? Außerdem sollten wir die Kompetenz der Kinder nicht unterschätzen. Sie gehen mit vielen Dingen anders um als wir Großen...

Bis dahin und schönes Wochenende...

Nanni
13.01.2006, 10:57
Moin,
bei uns geht die Besuchszeit von 11.00 Uhr bis 11.30 Uhr und von 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr. Kinder unter 14 Jahren haben normalerweise keinen Zutritt (Ausnahmen werden in Einzelfällen gemacht.).
Auch kann die Besuchzeit nach vorheriger Absprache geändert bzw. ausgedehnt werden.
Die Besucheranzahl ist auf 2 Personen/Patient begrenzt (nur enge Angehörige).
Vor dem ersten Besuch bekommen die Angehörige Visitenkarten von der Station und können dann jederzeit anrufen. Ausserdem verteilen wir Broschüren, wo Informationen zur Station, Geräten und Verhaltensregeln nachzulesen sind.
Mit dieser Regelung haben wir ganz gute Erfahrungen gemacht. Besonders Angehörige, die auch Schichtdienst haben, sind über die morgendl. Besuchszeit froh.

Otto
13.01.2006, 20:23
Hallo Otto
Wer entscheidet bei euch, ob der Besuch für den Patienten belastend ist?
Der Patient?Der Arzt?Die Angehörigen?Die Pflege?Das Monitoring?
Welche Ausnahmeregelungen habt ihr festgelegt, für einen "Besuch, rund um die Uhr"?
Oder entscheidet ihr nach persönlichen Kriterien?
Was macht ihr mit Menschen, die nur morgens zu Besuch kommen können?
Pech gehabt?
Habt ihr Erfahrung damit, wie die Patienten dies empfinden?

Viele Fragen :D
Auf Antwort hofft
Der Fred
Hallo, Fred

Besuch ist bei uns Willkommen
Grundsätzlich wird unsere Reglung so ausgelegt, daß die Angehörigen so gut wie immer besuchen dürfen.
Besuch rund um die Uhr wird ermöglicht, bei Patienten die im Sterben liegen bzw. sehr kritisch krank sind.
Wir weisen Angehörige drauf hin ,daß sie max. zu zweit an das Bett treten sollten und sich gegebenenfalls abwechseln. Wir haben einen Besucherraum, wo die Angehörigen warten können.
Die Patienten empfinden den Besuch unterschiedlich. Es kommt oft vor , daß Besucher den Patienten, wenn es zu viele sind bzw. wenn zu lang geblieben wird belasten ( veg. Symptome bis Dyspnoe usw).Auch Patienten im Zimmer, die keinen Besuch bekommen, haben ein Recht auf Ruhe. Ich denke es ist schon meine Pflicht, wenn es zuviel für die Patienten wird, einen Hinweis an die Besucher zu geben. Es wird zumeist Verständnis aufgebracht.

Warum nun aber die relativ engen Besuchszeiten? Wir versuchen die Besucher
auf die Nachmittagsstunden zulenken.
Die Nachmittagsstunden sind erfahrungsgemäß am Besten geeignet, da relative Ruhe herrscht, ein ruhiges Gespräch mit Arzt oder Pflegepersonal möglich ist, Wartezeiten für Besucher sind gering und es passt gut in den Tagesrhythmus der Pat. (Mittagsruhe) .

OTTO

fredokus
13.01.2006, 20:29
Hallo Nanni
wenn Angehörige anrufen:
Wer gibt ihnen dann welche Informationen?-------> Datenschutz?
Woher wisst ihr, dass das auch Angehörige sind, die da anrufen.(Vielleicht ist es ja der Chef um sich ein Bild über die zukünftige Arbeitsfähigkeit eines Mitarbeiters zu machen, oder SAT1, wie bei mir mal)?
Ist eine halbe Stunde nicht arg wenig?oder manchmal zuviel?

Ich weiß,........ ich nerve :mosh:

Der Fred

fredokus
13.01.2006, 20:45
Hallo Otto
Danke für die Antwort!
Wenn ihr die Besuchszeiten individuell auslegt, was ich auch als richtig empfinde, warum habt ihr dann ein Schild an der Tür, auf dem etwas anderes steht?
Ist das nicht verwirrend, oder sogar lenkend?
Nach dem Motto, wenn ich mehr Besuchszeit eingeräumt bekomme, dann muß ich dankbar sein?
Das ist jetzt sehr überspitzt dargestellt, ich weiß.
Ich glaube halt an den Willen der Patienten. Wenn diese eine Mittagsruhe haben wollen, sollen sie diese auch kriegen.Aber nimmt da irgendjemand anderes Rücksicht drauf?Oder auf andere Ruhezeiten? Untersuchungen finden statt, wenn sie angesagt sind.Wir waschen Patienten nach unserem Gutdünken etc.....
Im Bereich "Umgang mit Besuchern " muß sich das Krankenhauswesen meiner Meinung nach deutlich öffnen, allein, weil wir die Angehörigen in Zukunft brauchen werden, um uns in unserer Arbeit zu unterstützen, bzw. um uns diese manchmal auch abzunehmen.
Im Rettungsdienst bleiben Angehörige sogar bei der Reanimation im Zimmer, um Infusionen zu halten, oder andere Dinge zu übernehmen.
Man stelle sich vor, Angehörige bleiben bei der Reanimation ihres/r Lieben im Zimmer!!!! Unvorstellbar?
Ich glaube nicht!

Der Fred

PICCOlina
14.01.2006, 12:14
Man stelle sich vor, Angehörige bleiben bei der Reanimation ihres/r Lieben im Zimmer!!!! Unvorstellbar?

Uiii, und.. Man stelle sich vor, Angehörige sehen Dinge, die sie nicht sehen sollen!!!!! Unvorstellbar! :wow:
Uiii, welche Möglichkeiten ergeben sich da (ganz fieses Grinsen)

Gruß PICCOlina
...immer rein ins Wespennest....

Obs-Pfleger
14.01.2006, 15:09
Hallo fredokus!

Ich stimme dir in fast allen Dingen zu, Angehörigenintegration ist auch meiner Meinung nach aus der heutigen Intensivpflege nicht mehr weg zu denken und unverzichtbarer Bestandteil wenn es z.B. darum geht uns in unserer Arbeit zu unterstützen oder wenn sie uns "nur" behilflich sind im Rahmen der Pflegeanamnese die Gewohnheiten der Patienten zu erforschen!

Das Angehörige jedoch bei der Reanimation ihres/r Lieben im Zimmer bleiben???? :schock: Für mich persönlich in der Tat unvorstellbar!!!

Viele Besucher bekommen ja schon einen halben Kreislaufzusammenbruch wenn sie ihren Angehörigen beim Besuch auf der Intensivstation "verkabelt" und "am Tropf hängend" im Bett danieder liegen sehen! Ich frage mich wie sie dann reagieren würden wenn sie bei einer Reanimation dabei wären?? :schock: :( :confused: :eek:

Selbst wenn ein eingespieltes Team reanimiert ist es meiner Meinung nach fast nie Routine, ich habe schon Reanimationen erlebt wo wir auf Station Patienten thorakotomiert haben, z.B. bei rupturiertem Aortenaneurysma. Ich finde solch einen Anblick sollte man den Angehörigen auf jeden Fall ersparen. Wie gesagt, es können viele unvorhergesehene Dinge während einer Reanimation passieren, die einen voll und ganz fordern, ich persönlich hätte in solch einer Situation keine Zeit und keine Lust mich auch noch um die ganz bestimmt sehr aufgeregten Angehörigen zu sorgen!

Also, wie siehst du das? Was spricht deiner/eurer Meinung nach dafür, dass Angehörige während einer Reanimation dabei sind!


Mfg Obs-Pfleger

fredokus
14.01.2006, 18:08
Hi Obs-Pfleger
Ist schon klar, war sicher erstmal übertrieben dargestellt und wäre in einer solchen Extremsituation sicher abhängig von derselben.Obwohl.........

Mal ein Beispiel aus der nahen Vergangenheit : Ein sehr anstrengender Angehöriger, weil sehr besorgt um die Ehefrau(Übrigens auch der Ausgangsgrund für die Diskussion über Angehörige auf meiner Station und Schuld an diesem Beitrag :D ) wird von der Oberärztin vor die Tür geschickt, weil seine Frau reintubiert werden mußte, da sie aspiriert hat.Oberärztin von naturell eher unruhig, schickt also besagten Angehörigen raus und fängt mit der Reintubation an. Der Mann,völlig fertig, klingelt nun alle 2 Minuten an der Tür (Zentrale Schelle-"Schwester Rita").Schwester Rita ruft nun andauernd ins Zimmer-----> OA genervt, Pflegepersonal genervt,Situation sehr anstrengend.Also entscheide ich mich rauszugehen und mit dem Mann zu reden.Sein Hauptproblem: Was ist, wenn meine Frau jetzt stirbt (kurz gesagt, sie hatte gute Chancen, dies in diesem Moment zu tun), dann stirbt sie ohne mich und wir hatten uns versprochen in einer solchen Situation für einander da zu sein.Alles Beruhigen meinerseits brachte verständlicherweise nix und ich hatte keine Chance den Mann reinzulassen, ohne die ausdrückliche Anweisung der OA zu umgehen. Also Paniksituation pur. Wäre der Mann reingekommen und ich hätte ihn still in eine Ecke gesetzt, wo er nicht im Weg ist, wäre die Situation sicher entspannter gewesen und er hätte seiner Frau durch Anwesenheit helfen können.
Dadurch, dass er noch nicht mal Infos bekommen konnte, ist das Vertrauensverhältnis zu uns nachhaltig gestört und er ist noch "nerviger".
Darum auch die entstandene Diskussion.
Es gibt bestimmt Situationen, da kann man Angehörige auch in Notfallsituationen reinlassen oder drinlassen.
Dies setzt voraus: Das richtige Handeln und ganz wichtig: ein entstandenes Vertrauensverhältnis zu den Angehörigen.
Sicher meine ich nicht:
Jeder Angehörige kann jederzeit rein.
Hab ich ja weiter oben schon geschrieben: Immer individuell und im Sinne des Patienten handeln.
Bei einer Thorakotomie sind Angehörige sicher fehl am Platz, aber in anderen Situationen können diese auch in hektischen Momenten hilfreich sein.
Ne Geburt ist für viele Männer auch schon hart an der Grenze und trotzdem dürfen sie dabei sein :D Ich weiß ich weiß, der Vergleich hinkt ein klein wenig.(Obgleich, ich weiß noch wie die Hebamme seinerzeit zu mir sagte:Wenn sie umfallen, hat keiner Zeit sich um sie zu kümmern und das war beinahe ein Grund lieber ein Bier trinken zu gehen :schock: )
Und wie gesagt, der Rettungsdienst schmeisst Angehörige bei einer Rea auch nicht aus der eigenen Wohnung.
Fazit: Ich will nix pauschalisieren, aber auch nix ausschliessen.

Gruß
Der Fred

Obs-Pfleger
14.01.2006, 20:06
Hi fredokus!



Sicher meine ich nicht:
Jeder Angehörige kann jederzeit rein.

Ok, da muß ich dir Recht geben! In diesem von dir beschriebenen Fall hätte es wohl wahrscheinlich allen Beteiligten ein wenig Streß und Hektik erspart! Wichtig finde ich hierbei das ja schon von dir erwähnte Vertrauensverhältnis zu den Angehörigen, je länger ich einen Patienten betreue, desto genauer lerne ich ja auch mit der Zeit seine Angehörigen kennnen, kann sie somit evtl. auch "besser" einschätzen wie sie vielleicht in solch oder einer ähnlichen Situation reagieren würden!


Und wie gesagt, der Rettungsdienst schmeisst Angehörige bei einer Rea auch nicht aus der eigenen Wohnung.

Hm, interessanter Gedanke! Ist es aber nicht vielleicht ein Unterschied ob eine Reanimation zuhause in den eigenen "vertrauten vier Wänden" stattfindet oder in der für Angehörige oft als "kalt", "unwirklich" und "befremdlich" wirkenden Intensivstation? Klar, so oder so, es stellt immer eine Extremsituation für die Angehörigen der betreffenden Person dar, egal ob zuhause oder auf der Intensivstation!

Mfg der grübelnde Obs-Pfleger :confused:

fredokus
14.01.2006, 20:18
Hi
Ich gebe Dir natürlich vollkommen recht!
Sind ja auch nur Gedankenspiele........
Wenn das das einzige Problem wäre im Umgang mit Besuchsregelungen, dann wären wir auch auch schon ein ganzes Stück weiter.
Schönen Gruß aus Lünen nach Münster, wo ich meine Lieben bestimmt immer besuchen dürfte, wenn sie mich brauchen. ;)

Der Fred

Obs-Pfleger
14.01.2006, 20:32
Hi!

Jawohl! Genauso ist es, Recht hast du! Sind aber durchaus sehr interessante Gedankenspiele!

Gruß zurück nach Lünen


Mfg Obs-Pfleger

Ducky
15.01.2006, 14:08
Hallo,
Bei uns ist es so geregelt. Die Angehörigen bekommen einen Flyer wo sie alle wichtigen Information bezüglich unserer Intensivstation und der Besuchszeiten erhalten. In diesem Flyer sind Besuchzeiten von 14:00 bis 19:00 Uhr als feste Besuchzeiten vorgegeben. Andere Regelungen sind bei uns jederzeit nach Absprache möglich. Wir bitten die Angehörigen darum sich an die Zeiten zu halten, da morgens bei uns die meisten Untersuchungen, pflegerischen Tätigkeiten sowie auch die Krankengymnastik läuft. Dann ist es immer sehr unruhig in den Zimmern ( wir haben auch drei Bett Zimmer).
Ausserhalb dieser Zeiten bitten wir die Besucher vorher anzurufen und dies mit der betreuenden Pflegekraft abzusprechen, damit sich die Wartezeiten vor der Intensivstation in Grenzen halten, und die Pflegekraft es in ihrer Planung mit einplanen kann.
Ansonsten ist die Zahl der Besucher auf zwei Personen beschränkt. Bei kritisch Kranken und Sterbenden Patienten haben wir keine Begrenzung. Kinder je nach Patientensituation und Absprache mit dem Pflegepersonal. Hier versuchen wir dem Patienten und Angehörigen entgegen zu kommen.
In Notfallsituationen im Zimmer werden Angehörigen konsequent rausgeschickt. Eine Pflegekraft die nicht zum Notfallteam gehört und wenn es die Zeit zulässt spricht dann mit den Angehörigen.
Viele Grüße aus NRW
Ducky

fridolin
15.01.2006, 17:10
Hi, @all.
Unsere Besuchszeitenregelung sieht wie folgt aus:
Generell von 14:00 h bis 16:00 h,
von 18:00 h bis 19:00 h für Beruftätige.
Max. 2 Personen pro Bett, nur die nächsten Angehörigen, Kinder nur nach Absprache, d.h. generell eher nicht. (Kinderregelung ist m. E. Blödsinn)
Angehörige von Beatmeten Pat., Sterbenden und Pat. im Weaning können nach Absprache jederzeit dabei bleiben.
Offene Besuchszeiten haben sich aus diversen Gründen bei uns leider nicht bewährt, die derzeitige Regelung ist leider auch nicht ideal.
Gruß
fridolin

fredokus
15.01.2006, 17:44
Hi Fridolin


von 18:00 h bis 19:00 h für Beruftätige

Wie überprüft ihr das? :D

Der Fred

fridolin
15.01.2006, 17:55
Hi, fredokus!
Gar nicht, wie auch? Wenn Zeit ist, wird mündlich darauf hingewiesen - aber wann ist bei uns schon einmal Zeit für die eigentlich ach so wichtige Arbeit mit den Angehörigen....
Gruß
fridolin

Nanni
15.01.2006, 18:10
Hallo Fred,
eine halbe Stunde kann im Einzelfall zu wenig sein. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass oft die halbe Stunde nicht ganz von den Angehörigen genutzt wird.
Aber wie schon erwähnt, die Besuchszeit kann ausgedehnt werden (sterbende/ extrem kritische Patienten). Leider haben wir das Problem, dass wir Großräume mit je 4 Betten haben und Patienten sich von Angehörigen schon mal gestört fühlen.
Was die Information am Telefon betrifft! Wir geben zur Therapie, Befunde etc. generell keine Auskunft. Darüber werden auch die Angehörigen informiert.
Es kann aber schon mal vorkommen, dass schon während der Besuchszeit Angehörige sagen dass sie später (Uhrzeit wird festgelegt) nochmals anrufen (meistens noch im selben Dienst). Sollte ich Angehörige am Telefon nicht wieder erkennen bzw. Zweifel haben, gebe ich keine Auskunft.
Ich hoffe, es ist nicht der Eindruck entstanden, dass bei uns jeder Auskunft über die Patienten erhalten kann. Dies ist natürlich nicht der Fall. :)

fredokus
15.01.2006, 19:07
Hi
Keine Sorge
Es sind keine Eindrücke entstanden :D
Ich frag hier halt nur nach, um festzustellen, ob ich mit meiner Meinung alleine da stehe, bei der Argumentation alle Aspekte bedenke, zu "egoistisch" mit meiner Meinung bin etc.

Bin dankbar über jede Antwort und frage bei Unklarheiten nach.

Bis denne
Der Fred

Superfantastisch
16.01.2006, 00:30
Angehörige von Beatmeten Pat., Sterbenden und Pat. im Weaning können nach Absprache jederzeit dabei bleiben.

... und bei den wachen / fitten patienten muss die family nach ner halben stunde wieder nach hause?

sorry, aber die logik verstehe ich nicht.

fridolin
16.01.2006, 18:09
Lieber Superfantastisch,
die Logik stammt leider nicht von mir, aber Du hast recht - nur die Angehörigen von den "fitten" Pat. dürfen schon die gesamte Besuchszeit (2 Stunden) über bleiben. :duck:
Aber: auch unter den "fitten" Pat. gibt es immer wieder einige Pat., die sich durch "langen" Besuch gestört, erschöpft und sogar genervt fühlen. Dies zu erkennen und regulierend eingreifend ohne Konflikte ist eine der Königsdisziplinen von Pflegepersonal.
Schöne Grüße ohne Wartezeit vor einer ICU wünscht
fridolin

zwai
20.01.2006, 16:39
Im deutschsprachigen Raum gibt es drei herausragende Studien über Angehörige im Intensivbereich.
Sie untersuchen die Aspekte Besuchsregelungen sowie die Beziehungen Angehörige-Pflegende und Angehörige-Patienten.

Die Ergebnisse und Interpretationen hat Peter Nydahl jetzt für uns zusammengefasst. (hhe) >>> zum Artikel 'Angehörige im Intensivbereich' >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Intensivpflege/Angehoerige_im_Intensivbereich/)

fredokus
20.01.2006, 16:54
MoinMoin
Vielen Dank an Peter Nydahl und die Zwai Redaktion, für den guten Artikel. Werde ihn in meine Argumentation auf Station aufnehmen.

Der Fred

Yvonne
29.01.2006, 12:17
Hallo...

bei uns sind die Besuchszeiten von 15 - 16 Uhr. Finde das auch selbst etwas kurz. Außerdem kommen bei uns immer nur zwei Angehörige gleichzeitug zu einem Patienten. Natürlich gibt es auch Ausnahmesituationen. ;)

fridolin
29.01.2006, 19:54
Hallo Yvonne,
sei herzlich begrüßt in diesem Forum.
Schön, das Du uns hier gefunden hast, denn hier treffen sich nur die Besten der Besten um noch besser zu werden. :bravo:
Sicherlich wist Du Einige der Forumsteilnehmer kennen - vielleicht persönlich, vielleicht auch nur dem Namen nach.
Auf jeden Fall freuen uns auf Deine Beiträge und eine angeregte Diskussion. :jubel:
Wenn es Frage gibt - stelle sie ruhig, denn hier bekommst Du neben witzigen oder nicht ganz ernst gemeinten Antworten auch seriöse, mit guten und verständlichen Erklärungen versehene Antworten.
Eine Frage: wie weit bist Du mit Deiner Fachweiterbildung?
Viele liebe Grüße
fridolin

P.S.: Das Lob weiter oben muß einfach einmal sein, da Loben in der Pflege die ganz große Ausnahme ist.

ostfriesland
19.07.2006, 02:19
Moin,

auf der Seite
http://www.uweulsamer.de/_private/dokumente/angehoerigenbetreuung.pdf
findet sich ein Artikel über die Angehörigenbetreuung auf der Intensivstation, hat zwar nur indirekt mit Besuchszeiten zu tun, aber trotzdem interessant.
Gruß

tildchen
23.07.2006, 16:45
Hallo,
ich arbeite seit über 15 Jahren im pädiatrischen Intensivbereich und die Diskussion um Besuchszeiten findet dort zwar auch statt, aber dort diskutiert man eher darüber ob Geschwisterkinder auch Zutritt haben und nicht ob es nun zeitlich festgelegt 1-2 Stunden Besuchszeit gibt.
In der Intensivpflege neigt man dazu viele Regeln mit dem Zustand des Patienten, den es zu schonen gilt, zu erklären und zu rechtfertigen. Aber wenn man ehrlich ist, geht es doch häufig nur darum die Bedürfnisse des Personals zu berücksichtigen. In der Kinderkrankenpflege ist es völlig normal, sich mit Angehörigen zu beschäftigen die Sorge und Angst um ihr Kind haben und deshalb manchmal etwas "schwierig" sind. Aber die Eltern und nahen Angehörigen haben das Recht anwesend zu sein und in die Versorgung der Kinder einbezogen zu werden.

Meine Meinung ist, dass es tagsüber den engsten Angehörigen erlaubt sein muss, jederzeit den Patienten zu besuchen. Die Angehörigen werden schon Verständnis dafür haben, dass sie hin und wieder das Zimmer verlassen müssen. Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass mir eine Pflegekraft verbietet meine evtl schwerkranken Eltern, Geschwister oder Ehepartner mehr als nur 1-2 Stunden täglich zu besuchen und zu unterstützen. Sorry, aber dafür fehlt mir wirklich das Verständnis.....

Obs-Pfleger
24.07.2006, 16:39
Meine Meinung ist, dass es tagsüber den engsten Angehörigen erlaubt sein muss, jederzeit den Patienten zu besuchen. Die Angehörigen werden schon Verständnis dafür haben, dass sie hin und wieder das Zimmer verlassen müssen. Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass mir eine Pflegekraft verbietet meine evtl schwerkranken Eltern, Geschwister oder Ehepartner mehr als nur 1-2 Stunden täglich zu besuchen und zu unterstützen. Sorry, aber dafür fehlt mir wirklich das Verständnis.....

:bravo: :bravo: :bravo: und ein großes RIICHTIIIGG meinerseits! Mehr ist dazu nicht zu sagen!

Mfg Obs-Pfleger