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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unangenehmes erleben?



Peter Nydahl
03.10.2005, 02:02
Hallo zusammen und guten Abend

Ich habe da einen Knoten im Kopf und kann den nicht lösen …
Fakt 1: es wird immer leichter sediert: erhaltenes Bewusstsein bei Schmerzfreiheit und Beatmungstoleranz und so weiter ...
Fakt 2: jemand, der ein Trauma bewusst erlebt, kann es besser verarbeiten als jemand, der das Trauma unbewusst, bzw. im Dämmerzustand erlebt und deswegen später Ängste bis psych. Störungen hat, ohne zu wissen, warum und woher...
Dies hat zur Konsequenz, dass ich jemanden gerade nicht vorübergehend tiefer sediere, wenn z.B. ein neuer ZVK angelegt wird (oder er gar tracheotomiert wird!), damit er die unangenehme Situation bewusst erleben und damitauch verarbeiten kann –bei bestehender Schmerzfreiheit, versteht sich.
Irgendwie sträuben sich mir bei diesem Gedanken die Nackenhaare, obwohl es doch richtig gedacht ist?! Gibt es hierzu Erfahrungen?
Viele Grüße
Peter

Skysurfer
03.10.2005, 04:46
Hallöle,

Tja beim ZVK legen kann ich das noch nachvollziehen, bei vorheriger Mo Gabe und lokaler Anästhesie......aber Tracheotomie :confused: Wollte ich jetzt nu wirklich nicht bewusst erlebt haben, da träum ich lieber währenddessen.
Mich würde auch interessieren, wie und was ich bei einer Tracheotomie verarbeiten sollte, so unter etlichen sterilen Tüchern liegend, gewahr werdend, dass sich ein Oberarzt und seine Assis über mich hermachen mal mehr mal weniger gefühlvoll.....
Ich denke bei uns wird doch generell zu wenig Schmerzmittel und Sedativa verabreicht, wenn man so einigen Studien und Schmerztherapeuten glauben schenken darf.
Ich denke Aufklärung ist da das A und O. will sagen, wird der Patient mehr oder weniger bei Bewusstsein ordentlich aufgeklärt über die folgenden Massnahmen, ist nachweisslich die Komplikationsrate viel geringer und die Patientenkompliance viel höher. Dazu gibt es genug Studien vorwiegen in den USA.
Ich denke es muss hier von Fall zu Fall entschieden werden und vor allem von Patient zu Patient. Ich denke da an den Kaiserschnitt meiner Liebsten in lokaler Anästhesie, das war nun wirklich nicht schön, nicht für mich und schon garnicht für Sie....Lokale hat nicht wirklich gewirkt, 3 Mediziner haben sich auf Ihren Bauch gestämmt bis ihr, spontan atmender Weise die Luft wegblieb, vom Gezerre am Unterbauch mal ganz zu schweigen :bravo: .
Das war schon was zum Verarbeiten, soo ein kaltschweissiger Schockzustand mit jenseitsmässigen Schmerzen.
soviel zu meiner Erfahrung.
Grüssle Sky

madison
03.10.2005, 08:49
guten morgen,

aus meiner arbeit kenne ich sowohl das legen eines zvk, als auch die tracheotomie in la mit keiner oder nur geringer sedierung, allerdings bei wachen, nicht intensivpflichtigen patienten (zvk).
tracheotomien werden selten bei bereits mehrfach am larynx-ca voroperierten patienten erforderlich, wegen akuter luftwegsverlegung.
die durchführung in la ist dann in der regel unproblematisch, natürlich muss man den patienten beruhigen, ein bisschen händchen halten...

ich könnte mir vorstellen, dass die situation für einen sedierten intensivpatienten ungleich schwieriger ist, da ihm womöglich schon über längere zeit 'richtige' orientierung fehlt.

gruss vom rhein, madi