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Ambu das Beuteltier
27.09.2005, 22:00
Hallo Kolleginnen und Kollegen,

an welchen Häusern wird eine regelmäßige Visite der Patienten durch Anästhesiepflegekräfte durchgeführt.

Wird das überhaupt irgend wo in der BRD durchgeführt?

Falls Ja:

Welche Daten werden erhoben?
Welchen weiteren Zweck hat diese Visite?


Danke eurer Antworten! Mich interessieren auch die "schon mal davon gehört" Antworten, allerdings nur BRD bezogen!

Gruß, T.

madison
27.09.2005, 22:56
....machen wir nicht. (leider?)
aber wir haben schon davon gehört... *g*

unsere abteilung betreibt eine prämedikationsambulanz, wäre eine schöne möglichkeit für die pflegeplanung, beides ist aber bei unserer knappen besetzung nicht leistbar.

gute nacht. madi

Martina Bauer
28.09.2005, 11:24
Hallo,

in einem unserer Verbundhäuser wird seit Juli (Probeweise) eine Visite durch Anästhesiepflegende erstellt. Zur Zeit werden die Patienten besucht, die später zur Intensivstation verlegt werden.
Bei diesem pflegerischen Anästhesiegespräch stellt sich jetzt schon herraus, dass die Patienten die Möglichkeit nutzen nicht verstandenes bei der Prämedikationsvisite zu klären.
Als Daten werden Fragen nach den ATLs gestellt.....Gewohnheiten und Bedürfnisse, die dem Patienten wichtig sind schriftlich fixiert.
Zweck der Visite ist es, dass der Patient über die Gewohnheiten der Anästhesie und der Intensivpflege bescheid weiß z.B. das die meisten I-Stationen keinen Schrank haben, Besuchszeiten, Monitoring usw.
Die Pflegenden verschaffen sich so einen Überblick über den Patienten und sie versuchen die Bedürfnisse und/oder Wünsche des Patienten zu berücksichtigen, da alle voher davon Kenntnisse hatten.
Die Zufriedenheit der Patienten ist laut einer Umfrage gestiegen :jubel:
ist ganz schön lang geworden oder....
Gruß Martina

fredokus
28.09.2005, 23:21
Aloa
Ich war just gestern auf einer Veranstaltung die da hieß:
"Ethik in der Spitzenmedizin" mit renomierten Ethikern und Medizinern.
Ein Aspekt dort war die Wahrnehmung der Bevölkerung bzgl. der Intensivmedizin.Nach Umfragen (ich weiß, sehr gefährlich in der heutigen Zeit http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/frech/f080.gif ) würden sich 80% der Menschen in Deutschland lieber der alternativen
Medizin anvertrauen, als der Organmedizin.
Ein Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, dass die medial dargestellte Versorgung auf Intensivstationen immer mit der Vorstellung von unermesslichem Leid einhergeht.
Eine präoperative Visite durch die Anästhesiepflege (Warum eigendlich nicht Intensivpflege?) würde diese Fehleinschätzung sicherlich verhindern helfen.
Ich denke über eine solche Einführung schon länger nach.

Ich kann bestimmt auf Deine(Martina) Hilfe hoffen ;)
Bis dahin
Fred

Tempo
29.09.2005, 13:36
Werden solche Visiten in unserern Nachbarländern durchgeführt?

phil
29.09.2005, 17:52
Ich verstehe nicht so ganz, warum anästhesiepflegepersonal Visiten durchführen sollte. Interessant wäre es doch nur für das Intensivpflegepersonal, weil wir ja schließlich nach OP die "arbeit" mit dem Patienten habe. Diese Art von Visite fände ich garnicht schlecht, um sich ein Bild vom Patienten vor OP machen zu können, aber aus personellen Gründen ist dies leider bei uns unmöglich.

chris
29.09.2005, 18:03
Hallo zusammen,

wir haben als Intensivpflegende vor ca. einem Jahr begonnen, Patienten die post op auf die Intensiv kommen sollen, einen Tag vor Op zu besuchen.
Dies nur sporadisch und ohne etwas nach Liste abzuarbeiten, oder schriftlich zu fixieren. Ziel war es, dem Patienten bestimmte Dinge zu erläutern, z.B. ob sie beatmet werden, wie die Ernährung vonstatten geht, es wurde die Besucherregelung erläutert und auch was die Patienten zusammenpacken sollten für die ITS ( Waschzeug etc.).
Es kam bei den Patienten ganz gut an die " Blauen" vorher schon mal zu sehen.
Aber wie vieles ließ sich auch dieses aufgrund Zeit- und Personalmangel
leider nicht fortsetzen.

Grüße, Chris

Grüße, Chris

R.Fischer
29.09.2005, 20:05
Liebe KollegInnen!

Hoffe, ich komme jetzt nicht doppelt an, habe eigentlich vorhin schon mal meine Antwort geschickt.

Also, nochmals:

ich finde präoperative Pflegevisiten sinnvoll, zumindest für einen Teil der Patienten. :mosh:

Dabei könnten sich Intensiv- und Anästhesiepflege diese Aufgabe teilen:
die Patienten für die Intensivstation werden von dieser besucht, für die Anästhesiepflege fände ich den Besuch der Kinder und deren Eltern im Vorfeld für sehr wichtig.

Viele Grüße aus dem regnerischen Schwaben, Rainer.

PICCOlina
02.10.2005, 17:28
Dabei könnten sich Intensiv- und Anästhesiepflege diese Aufgabe teilen:


Hallo,
bei uns läuft dies seit etwa einem Jahr - zumindest ansatzweise :-o

Die Patienten, denen nach der OP noch ein Intensivaufenthalt bevorsteht, bekommen von den KollegInnen auf der "periphären" Station einen bebilderten Flyer ausgehändigt, in dem erklärt wird, was sie auf der Intensiv erwartet.
Monitoring, Besucherregelungen etc... Aufgedruckt ist eine Telefonnummer, die sie bei weiteren Fragen anrufen können. (das wird aber so gut wie nie in Anspruch genommen, auf Nachfrage geben viele Patienten an, garnicht so genau Bescheid wissen zu wollen)
Nach dem Intensivaufenthalt, geht ein(e) Kollege(in) der Anästhesie zum Patienten, quasi Post-op Visite.
Er befragt den Patienten nach seinem "Erleben" vom Abrufen in den OP, über den Intensivaufenthalt, bis zum Eintreffen auf der "Heimatstation".
Der Anästhesieteil wird gesammelt und ausgewertet, um Verbesserungen zum Beispiel der Prämedikation (kennen wir doch alle: Prämed. zu spät verabreicht; Pat. vor Wirkeintritt schon im OP) zu erreichen.

Allerdings schaffen wir das nur bei einigen Patienten, leider, es fehlt auch hier an Zeit und Personal. Aber auch diese "Stichproben" haben schon manche Änderung auf den Weg gebracht. Ich kann nur sagen: die Mühe lohnt sich :mosh:

Gruß PICCOlina
die von ITS zur Anä gewechselt ist und versucht beide Seiten zu verstehen

Ambu das Beuteltier
02.10.2005, 18:18
Ich verstehe nicht so ganz, warum anästhesiepflegepersonal Visiten durchführen sollte. Interessant wäre es doch nur für das Intensivpflegepersonal, weil wir ja schließlich nach OP die "arbeit" mit dem Patienten habe.

gerne könnt ihr das auch machen, und dein beschriebener Einsatz ist sicher wertvoll!

Und wer hat die "Arbeit" mit den Patienten perioperativ?
Hast du da nicht etwas vergessen?

Ich denke beides kann sinnvoll sein!
Eventuell sogar ergänzend und gemeinsam, wioe hier schon in manchem Beitrag beschrieben.
Gruß, T.

phil
04.10.2005, 15:24
Welche Arbeit hast Du denn perioperstiv mit einem schlafenden Patienten? Natürlich sind z.B. "internistische Polytraumen" schon mal etwas auffändiger, aber da les ich mir vorher den Prämedikationsbogen durch und die Sache hat sich erledigt. Zudem Rede ich ja auch mit dem Patienten in der Einleitung und mache mir so ein Bild von seinem Zustand. Ob ich den Patienten vorher auf Station visitiere oder nicht, die Arbeit beibt doch die selbe und auf Komplikationen muß man bei jeden Patienten achten.

PICCOlina
04.10.2005, 18:30
Hallo Phil,

warst Du im Rahmen Deiner Weiterbildung schon in der Anästhesie?
Die Arbeit dort wird gerne mal unterschätzt.
(ich kenne beide Seiten- und auch ich habe mal die Anästhesiearbeit unterschätzt)
Ich nenne mal ein Beispiel, welches mir als Schwester, dem direkten Bindeglied zwischen Patient und Krankenhaus, sehr am Herzen liegt:
Ein sehr ängstlicher Patient ist nicht gut einzuleiten.... und er schläft dann auch nicht so problemlos, macht also Arbeit. Das warum kann ich mir an dieser Stelle sparen, denke ich, weiß eh jeder.
Wenn ich also den Patienten schon vorher besucht habe, kennt er schon mal mein Gesicht, er hat einen direkten Bezug - es sind nicht mehr - die vom OP!
Er kann noch Fragen stellen, oder einfach nur von seinen Ängsten berichten.... und so weiter... da könnte ich jetzt noch viel mehr anführen.
Lange Rede, kurzer Sinn - im Idealfall hat er nun deutlich weniger Angst vor dem OP-Tag und macht mir perioperativ weniger Arbeit.
Der Patient ist doch jetzt Kunde - und ein Kunde der sich wohlgefühlt hat, kommt wieder und empfiehlt das Krankenhaus weiter... sichert das nicht ein Stück weit meinen Arbeitsplatz??

Mit kollegialen Grüßen
PICCOlina

WomBat
04.10.2005, 23:14
Ja! Piccolina wird nun die Anästhesie Pflege verteidigen, bzw. tut das schon (sehr anschaulich). Ich versuche auch zu helfen :), wenn möglich.

Phil, "Patienten machen Arbeit" ?

In der heutigen Zeit (eigentlich schon fast zu spät) muss ich erkennen, Patienten bezahlen meine monatlichen, aähhh, Zuwendungen. Mein Vorschlag: "Patienten sind unsere Arbeit".

WomBat.

Skysurfer
05.10.2005, 02:39
wir Ziel war es, dem Patienten bestimmte Dinge zu erläutern, z.B. ob sie beatmet werden, wie die Ernährung vonstatten geht, es wurde die Besucherregelung erläutert und auch was die Patienten zusammenpacken sollten für die ITS ( Waschzeug etc.).
Es kam bei den Patienten ganz gut an die " Blauen" vorher schon mal zu sehen.

Bei uns in der Schweiz (ST.Gallen) ist das genau so. Jedenfalls als ich noch auf der Chir.IPS (Erwachsene) gearbeitet hab.
Kam immer gut an, am Vorabend vor Verlegung is man Durchs Haus getuckert und hat die Leute Besucht, informiert und aufgeklärt.

Greetz Sky

R.Fischer
07.10.2005, 10:00
Hi Piccolina und Wombat!

Finde ich toll, daß die Anästhesiepflege mal nicht unterschätzt wird! :mosh:

Auch ich halte die direkte präoperative Zuwendung zum Patienten für sehr wichtig, vom Aufwachraum postop gar nicht zu reden.

Postoperative Visiten habe ich mir bisher noch nicht überlegt, aber die Aussagen der Kollegen überzeugen mich. Vielleicht sind wir ja irgendwann soweit, das nötige Personal dafür zu haben, dann wäre das eine tolle Sache.

Gruß aus Schwaben von Rainer.

andreasuhl
08.10.2005, 12:12
Höchste Zeit, daß wir Pflegevisite wieder einmal Thematisieren. Bei uns scheiterte die Umsetzung,wie in den meistenAbteilungen, bisher an der Zeit und dem Personal.
Unsere Vorstellung war, alle zu operierenden Patienten am Vortag zu besuchen.
Mit den derzeitigen Dienstmodellen, Bereitschaft ab 15:30 Uhr war das jedoch nicht möglich. Dies wird sich wohl zum 1.Januar ändern, da wir ein Schichtmodell einführen.
Es bleibt jedoch die Frage offen, wieviel Mitarbeiter dann im Spät/Nachtdienst eingesetzt werden und wie hoch die Arbetisbelastung durch laufende OP und Notfälle ist.
Zum IST Stand.
1.Wir sind derzeit in der Anästhesiambulanz präsent. Dort werden alle ambulanten Patienten von einem Chirurgen und Anästhesiten angesehen und aufgeklärt. Unser Anteil besteht in der Assistenz und einem Gespräch von Pflege zu Patient mit anschließender Pflegeplanung auf einem standardisierten Pflegedokumentations Dokument. Abweichungen werden hervorgehoben.
2.Zu unserem Zentral OP gehört eine präoperative Wartezone. Dort werden ein Großteil der Patienten vor der Narkoseeinleitung durch Anästhesiepersonal auf die Narkoseeinleitung vorbereitet. Hier findet ein Gespräch mit dem Patienten und die Arbeitsplanung statt.

Ziel beider Maßnahmen ist es, für uns relevante Daten über die Patienten zu erhalten bevor diese in den OP eingeschleust werden.

Zusätzlich findet zu Dienstbeginn eine kurze Dienstbesprechung statt in der das geplante Programm besprochen wird. Hier können wir auf die von uns erhobenen Daten eingehen. Auf den aktuellen OP-Programmen sind handschriftlich Narkoseverfahren und medizinisch wichtige Informationen der Anästhesisten vermerkt. Wesentliche Informationen aus der präop-Zone werden den Kollegen in den Sälen mitgeteilt.

Konzept
Wir planen, unter Berücksichtigung der neuen Dienstzeiten und sofern es zeitlich machbar ist, alle stationären Patienten am Vortag zu besuchen und den Ablauf für den OP Tag im Gespräch darzustellen. Dabei soll dann auch eine individuelle Arbeitsplanung unter Berücksichtigung der standardsierten Abläufe erfolgen. Wichtig ist hierbei auch das Gespräch mit den Kollegen der Station und deren Pflegeanamnese.

Unsere Erfahrung aus der präoperativen Wartezone bestärkt uns in unseren Zielen. Die Patienten haben die Möglichkeit auf der Ebene Pflege Fragen zu stellen, was vielen leichter fällt als auf der Arztebene. Viele bisher in den Einleitungsräumen gestellte Fragen und Ängste werden bereits im Vorfeld befriedigt.

Unser Benefit ist eine umfassende Information über den Patienten auf unserer Kommunikationsebene und eine Pflegeplanung für den Ablauf.
Benefit für den Patienten ist, daß er was ich schon immer mal fragen wollte aber........ meist befriedigend beantwortet bekommt und weitaus entspannter der Narkose und OP entgegen sieht.

Aber Vorsicht, alle Maßnahmen sollten den Patienten nicht überfordern. Bei der derzeitigen Praxis, Patienten werden zeitnah einbestellt, d.h. stationäre Aufnahme am Vortag, Aufnahmegespräch auf der Station, Gespräch mit dem Stationsarzt, ggf. Gespräch mit dem Operateur(wenn dies nicht der Stationsarzt ist), Visite durch den Anästhesisten, ggf. noch konsiliarische Untersuchung, ggf. EKG, Röntgen etc., dann pflegerische Visite, Besuch und Gespräch mit Angehörigen, sind die Patienten schnell an ihrer Belastungsgrenze.
Dazu kommt, daß stationäre Patienten oft nicht im Zimmer anzutreffen sind und erst gesucht werden müssen. Und dann kommt wieder der Faktor Zeit ins Spiel.

Also, Pflegevisite wenn ein Benefit für den Patienten und das Personal JA. Das Konzept muß aber stimmen.
Pflegevisite um der Viviste willen um was zu machen NEIN.

phil
12.10.2005, 17:57
Um Gottes willen! Ich will die Anästhesiepflege nicht unterschätzen! Ich habe meinen Anästhesie-Einsatz hinter mir und fand es ganz schön anspruchsvoll, obwohl wir in unserer Klinik leider nur "Handlanger" sind und nicht wirklich viel selber machen dürfen (z.B. Intubationen, Lanynxmasken, etc).

@andreasul: Die Idee mit der anwesenheit beim Aufklärungsgespräche finde ich gar nicht so schlecht. Da schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Aber wie schon gesagt, ist das bei unserer personellen Situation derzeit undenkbar.

Gasmann
19.10.2005, 14:20
Hallo
Also wie schon oben bei Piccolina angeführt haben wir die "postanästhesiologische Pflegevisite " eigeführt. ( Veröffentlich in der Beilage Intensiv -- Die Schwester/ Der Pfleger vom Mai im Bibliomedverlag ).
Diese Visite ( so häufig durchgeführt wie es eben nur geht ) hat uns schon sehr viel Gutes beschert. Von Qualitätsaspekten über Motivationsmöglichkeiten bis hin zu einer deutlich verbesserten Kommunikationebene mit den peripheren Stationen. Weiterhin haben wir nun auch Möglichkeiten zu hinterfragen wie unser Tun und Handeln beim " Objekt " ankommt. Desweiteren werden die Ergebnissen im Krankenhausinformationssystem datentechnisch verarbeitet, was uns widerum Argumentationshilfen mit unseren Vorgesetzten an die Hand gibt.
Also kann ich bisher nichts negatives erkennen und so endet erstmals die Anästhesiepflege nicht an der OP-Tür. :bravo:

R.Fischer
19.10.2005, 21:16
Super!

Wäre ein Wunschtraum für mich!!

Aber an die Kollegen, die das bisher durchführen können:

wie sieht Eure personelle Situation aus und wer macht die Visiten bei Euch (Spät-, Früh-, Bereitschaftsdienst)?

Bei uns ist es im Moment so, daß im Frühdienst jeder Saal mit einer Pflegekraft besetzt ist, dazu kommen ein Spätdienst bis 18 Uhr und ein BD, der bis 19 Uhr offizielle Arbeitszeit hat.

Leider läuft meist mindestens ein Saal geplant bis 19 Uhr, dazu kommen geburtshilfliche PDK's, Sectios, Ambulanz mit manchen kleineren Eingriffen, Aufräumarbeiten und natürlich die Notfälle usw.

Ich denke, manchmal könnten wir es hinbekommen - aber hat es einen Sinn, dieses manchmal? Vor allem bei durchschnittlich 40 - 60 OP's pro Tag, kann doch einer alleine gar nicht schaffen??

Da komme ich wieder zu dem Schluß: vielleicht wenn man die zu besuchenden Patienten auswählt....?

Fragen über Fragen von Rainer. :confused:

Gasmann
20.10.2005, 09:35
Hallo Herr Fischer
Wir haben damit angefangen Lücken im Ablauf zu nutzen. ( Organisationsmängel, plötzlich ausfallende Operationszeiten , schneller zu Ende gehende Routineprogramme usw. ).
Wenn man diese Sache Stück für Stück aufbaut wird sich auch später ( durch den sich ergebenden Benefit ) mehr Zeit und auch entsprechend Personal ergeben. Qualitätsmanagement und " Kundenzufriedenheit " sind hier die Schlagworte. Aber man muß beharrlich dieses Ziel verfolgen, auch gegen sich regende Wiederstände. ( Wir haben genug zu tun, wir haben zu wenig Personal, wir haben keine Lust und und und ).
Gruß ;)

R.Fischer
24.10.2005, 19:27
Hallo Gasmann!

Würde mich wirklich brennend interessieren, wie ihr das so macht.
Wann geht Ihr zu den Patienten, wer geht, wie sucht ihr die Patienten aus zu denen Ihr geht, geht ihr auch präop usw.??????????????????????

Bei uns ist es leider eher so, daß noch was zum Routineprogramm dazukommt anstatt daß eine OP ausfällt.

Aber trotzdem kann ich einige Lücken ab und an erkennen. Wie gesagt würden mich Hilfestellungen zur Organisation eines solchen Dienstes am Patienten sehr interessieren.

Gruß, Rainer.

Gasmann
24.10.2005, 23:06
Hallo H. Fischer
Ich versuche mal die Infos zu komprimieren. Also sobald sich eine Lücke im Op Plan ergibt und oder anderweitig sich Möglichkeiten ergeben ( zb ein Weiterbildungsteilnehmer, der zusätzlich eingeplant ist , versorgt einen Saal selbstständig oder ein Operationssaal ausgesprochen zügig fertig wird ) , wird der betreffende Kollege/in beauftragt zur "postanästhesiologischen Visite ".
Er sucht sich 6 - 10 Fälle, nicht älter als drei Tage nimmt diese in einen Fragebogen auf, der auf einem PDA gespeichert ist. Dieser dient als Leitschiene in einem Gespräch mit dem Patienten. Es hat sich gezeigt das es günstiger ist das Gespräch zwar an den Fragen orientiert aber dennoch frei zu gestalten. So bekommt man eindeutig mehr Informationen.Häufig auch welche aus anderen Fachbereichen. ( Sehr interessant !! ). Man kann so auch zu vielen Dingen Stellung nehmen, die der Patient aus Unwissenheit der Narkose oder deren Nachwirkungen zuordnet.Mit den gespeicherten Fragebögen geht dann der Kollege auf die periphere Station, erkundigt sich dort nach dem Zimmer und schon ist man auch mit der peripheren Station im Gespräch, wodurch sich bei uns schon viele Mißverständnisse und andere Problemchen haben beseitigen lassen. Dann findet das Gespräch mit dem Patienten statt, sofern er einwilligt und wird hinterher im PDA festgehalten. ( zur späteren Übertragung ins Krankenhausinformationssystem-- wichtig als Arbeitsnachweiß und Argumentationshilfe gegenüber Vorgesetzten ). Die Patienten reagieren auf die Befragung extrem positiv.
nach der Visite wird der Leitung kurz Bericht erstattet und nötigenfalls ( negativ als auch positiv ) kurzfristig in einer Teambesprechung darüber gesprochen. --- Veränderungen oder Verbesserung in der Behandlung bzw Umgang mit dem Patienten können so schnell umgesetzt werden.
Nochmal :
Zeitauswahl : Wann immer es möglich ist
Patientenauswahl : Mit Absicht zufällig
Interviewer : Es wird darauf geachtet, das alle Kollegen einbezogen werden.
Bisher nur Postop :
Ursprünglich stand bei uns mal die Frage im Raum :
Wer beurteilt eigentlich meine Arbeit ? Normalerweise arbeit der die Anästhesiepflege allein ohne einen Kollegen. Soll der Anästhesist unsere Arbeit beurteilen !!!! ?????
Wir müssen uns am " Kunden " orientieren und wie schätz er unsere Arbeit ein ??
Ich hoffe ich habe ein wenig weiter geholfen.
Bis bald :mosh:

R.Fischer
25.10.2005, 15:51
Hast Du, Danke. :)

Gruß, Rainer.

Stevan
24.01.2006, 21:08
Tach,
in unserem KH ( 250 Betten ) ist es so, dass die Intensivpflegekräfte seit geraumer Zeit bei den Patienten, die für die IPS vorgesehen sind, ein Pflegevisite organisieren. Hier werden neben speziellen pflegespezifischen Belangen auch logistische Notwendigkeiten besprochen. Das kommt meinem Kenntnisstand nach sehr gut an. Wir in der ANpflege führen seit einigen Jahren ein präoperatives Pflegegespräch durch. Dabei gilte es einige Punkte festzuhalten:
- Wir haben bewußt diesen terminus technicus gewählt um irgendwelche "Kopiegerüchte" von vornherein zu umgehen.
- Das Pflegegespräch findet erst nach der ärztl. Visite statt.
- Es wird nur durchgeführt im Zusammenhang mit größeren Operationen.
- Primär geht es um das Vorstellen der eigenen Person, bzw. unseres Dienstbereiches. Darüberhinaus kann man individuelle Lagerungsbesonderheiten frühzeitig in Erfahrung bringen und darauf reagieren.
Auch etwaige Allergien oder noch fehlende Befunde werden erfragt bzw. zur Kenntnis genommen.
Gerade die älteren, ängstlichen Patienten halten dieses Verfahren der Vertrauensbildung für sehr konstruktiv und nützlich.
Sowohl unsere PDL als auch der ärztliche Dienst unterstützten diesen Bereich des Servicedienste an unseren Patienten, so dass wir auch in Zukunft diese Dienstleistung anbieten werden.

:jubel: Viele Grüße
Stevan