PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wärmetherapie im OP



scorpina71
14.04.2005, 18:49
Hallo Kollegas!!
Bei mir im Haus ist die insuffiziente perioperative Wärmetherapie gerade mal wieder in der Diskussion. Wir Pflegende sind uns einig, daß diesbezüglich einfach zu wenig getan wird. :wut: Daher haben wir uns die Mühe gemacht, eine "Bedarfsanalyse" durchzuführen: OP-Dauer, postop. Shivering,...
Unser Problem ist, daß wir gerne was "Handfestes" hätten (Empfehlung der DGAI o.ä.), um eine Aufstockung unsere vorhandenen Materialien nicht nur subjektiv begründen zu können.
Meine Frage: Wie handhabt ihr das Ganze? Ab wann wird aktiv erwärmt? Habt ihr irgendwelche Richtlinien? Welche Geräte sind im Einsatz?

Hanno H. Endres
14.04.2005, 19:48
Hallo Birgit.

Kennste den schon?

Gabriele Depenbusch : Heiße Tipps gegen coole Fälle
erschienen in der 'intensiv' - Fachzeitschrift für Intensivpflege und Anästhesie, Georg Thieme Verlag (intensiv 2002; 10; 48 - 59) (http://www.zwai.net/pflege/Anaesthesie/Journal/Anaesthesie/Perioperative_Waermemassnahmen_fuer_Patienten/)

Schönen Gruß,

hhe

P.S. Erinnert mich bitte jemand daran,bei Gelegenheit alle Pink-Töne aus der Liste der Schriftfarben zu entfernen?! ;)

madison
14.04.2005, 20:04
hallo scorpina,

perioperative wärmetherapie - genau mein thema!

status unserer abteilung zur zeit:

alle patienten mit zu erwartender op-dauer 2 h + werden mit bair hugger erwärmt, zusätzliche infusionserwärmung bei superlangen eingriffen, immer mit körpertemperaturmessung.
enorm effektiv ist die präoperative erwärmung in/vor der einleitung, der temperaturabfall in der ersten op-phase ist dadurch deutlich geringer.
studien habe ich keine zur hand, aus der klinischen erfahrung, kann ich sagen, dass durch konsequente erhaltung der normothermie vielen patienten die nachbeatmung erspart worden ist.
erwähnenswert ist auch, dass die patienten die aktive erwärmung in der einleitung oder bei anwendung von regionalverfahren durchaus positiv registrieren.

mein ziel ist es, deutlich mehr patienten schon in der wartezeit/einleitungsphase zu erwärmen, dazu fehlen uns aber auch noch ein paar geräte und bei manchen kollegen auch (leider) immer noch die einsicht...

viel erfolg bei deinen verhandlungen, madi

:)

R.Fischer
15.04.2005, 08:08
Hallo Scorpina!

Bei uns ist es ähnlich wie bei Madi - bair hugger bzw. warm - touch + Infusionswärmer + warme Tücher. Die präoperative Wärmezufuhr ist gerade groß im Kommen und sicher auch sinnvoll. Da wir ebenfalls nicht genügend Geräte haben machen wir dies mit angewärmten Tüchern und angewärmten Gelmatten in der Einleitung.

Was ebenfalls positiv (neben der kürzeren bzw. wegfallenden Nachbeatmung) zu beobachten ist: das postoperative Shivering ist selten geworden! :)

Auch die subjektive Empfindung wird von vielen Patienten als sehr angenehm wahrgenommen.

Und wenn man bedenkt daß die Patienten zum Teil ohne Muskeltonus direkt unter der Klimaanlage liegen (wo viele unserer Anästhesisten sich noch einen zusätzlichen Kittel holen) , dann ist das durchaus auch nachvollziehbar.

Übrigens ist die Sicherheit von hygienischer Seite aus wohl auch gesichert: unsere Geräte haben einen Luftfilter eingebaut, so daß die gefilterte Luft der Klimaanlage, die ja angesaugt wird, nochmals gefiltert wird, bevor sie auf den Patienten trifft. Und es gibt ja jetzt auch Studien, wonach die postoperative Infektionsanfälligkeit durch perioperative Wärmezufuhr gesenkt wird.

Viele Grüße aus Schwaben,
Rainer.

maiwald
19.04.2005, 10:45
Hallo,

hier auf der ZWAI-Site unter Anästhesie/Journal ist ein interssanter Artikel zu finden.

Grüße aus dem Ruhrgebiet