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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leitfaden zur Delegation ärztlicher Tätigkeiten



WomBat
18.03.2005, 19:17
"Leitfaden zur Delegation ärztlicher Tätigkeiten
Pflegende und Ärzte in Kooperation für Qualität und Wirtschaftlichkeit"

Ein Beitrag zur rechtlichen Sicherheit und Prozessoptimierung im
Krankenhaus

Hg: Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der
Universitätsklinika in Deutschschland e.V.

ISBN 3-00-014950-3

Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Str. 33
48129 Münster

Schutzgebühr: 25,00 Euro (Skript hat 21 Seiten)

Tätigkeitsfelder die im Skript genannt werden:

"Allgemeinpflege/Spezielle Pflege
Intensiv- und Anästhesiepflege
Funktionspflege/OP-Pflege
Onkologische Pflege"

Ist ganz interessant zu lesen, was die sich so ausgedacht haben....

WomBat, würde mich freuen, wenn das Forum seine Meinungen dazu kundgibt

Kiwi
19.03.2005, 21:40
Hallo Mr. WomBat,
kann zu diesem Leitfaden noch keine Meinung abgeben, da ich ihn noch nicht gelesen habe. Würde aber gerne. Wie komme ich daran? Ist er im Internet nachzulesen oder nur käuflich zu erwerben?

Gruß
Kiwi

zwai
06.06.2007, 09:31
Das Universitätsklinikum Münster (UKM) testet in einer Pilotphase in zwei Kliniken, welche Zeit- und Personaleinsparungen durch die Delegation von Blutentnahmen und i.v.-Medikamentengaben auf das Pflegepersonal erzielt werden können.

In einem Testlauf konnte die Pflegedirektion bereits feststellen, dass die Ärzte einer Station im Schnitt knapp acht Stunden pro Tag mit diesen Tätigkeiten verbringen, anstatt mit der ärztlichen Qualifikation entsprechenden Aufgaben. Im Gegenzug sollen pflegerische Aufgaben wie der Patiententransport an ArzthelferInnen abgegeben werden.

„Mit der Delegation von ärztlichen Tätigkeiten werden wir allmählich in allen Berufsgruppen, die eng mit dem Patienten zusammenarbeiten, eine deutliche Entlastung von fachfremden Aufgaben erreichen“, stellte UKM-Pflegedirektor Michael Rentmeister in Aussicht. (hhe)
>>> zur Meldung bei uni-muenster.de >>> (http://klinik.uni-muenster.de/shownews.php?id=1200)

WomBat
06.06.2007, 22:00
Kiwi,

da war doch noch was:

Delegation ärztlicher Tätigkeiten an das Krankenpflegepersonal (H. Killmer)

http://www.deutscher-krankenhaustag.de/de/vortraege/pdf/Ref_.pdf

Nicht das ganze Teil, aber ein Hinweis.

WomBat, grüßt alle EKG-Schreiber und so. Alle anderen natüralement auch! :)

Elisabeth
07.06.2007, 07:36
Nun bezieht sich die Delegation der ärztlichen Tätigkeiten ja nicht nur auf den Intensivbereich- dort wird es seit Jahren so gehandhabt, dass in der Regel Blutabnehmen pflegerische Kunst ist.

Ich finde es einfach nur verachtend den Kollegen auf den peripheren Stationen gegenüber sich damit zu brüsten dass man im ärztlichen Bereich pro Tag 8 Stunden einsparen kann. Diese 8 Stunden werden den eh schon durch die Aufgabenverdichtung belasteten Kollegen auf den peripheren Stationen zugemutet.

Es steht mehr Zeit für den Pat. zur Verfügung? Wers glaubt. Aber wahrscheinlich wird der Pat.-kontakt beim Blutabnehmen damit gemeint sein.

Die Reduzierung berufsfremder Arbeiten wie SekretärinnenTätigkeit für Ärzte, Transportdienste u.ä. soll zukünftig angegangen werden. Aber erst mal austesten wie belastbar die Pflege noch ist, wenn man mehr Tätigkeiten an sie delegiert. Ist schließlich die Berufsgruppe die immer versucht ALLES zu machen.

Elisabeth

madison
07.06.2007, 09:37
hallo,

im 'elisabethischen' Sinn ;) stellt sich mir die Frage warum nun das Pflegepersonal die Blutentnahmen machen soll,:


Denn die Qualifikation für Blutentnahmen haben längst nicht mehr nur Ärzte: Bei niedergelassenen Ärzten ist es seit Jahren Gang und Gäbe, dass Arzthelferinnen die Nadel setzen. Zitat UKM

Wie wäre es mit einem Arbeitskreis, der frei denken darf, berufsfremde Tätigkeiten bei Pflege und Ärzten benennt, und die dann an die Arzthelferin delegiert??? Fragt sich nur wie die Stellen geschaffen werden.... naja, da könnte doch der Arbeitskreis kreativ weiter denken....

Gruss, Madi

WomBat
09.06.2007, 08:59
So geht es einer Semi-Profession! Keine berufliche Autonomie in der Auswahl von "Arbeitsinhalten". Wir hätten doch genügened Arbeitskreise. Jeder Arbeitskreis arbeitet und kreist so in seiner eigenen Welt. And never the trains shall meet. Und nie treffen sich die Züge. Und selbst wenn mal gemeinsam arbeits-gekreist würde, wäre es eher von Wichtigkeit, das eine starke Gruppe (Kammer? :)? hinter den Abschlüssen steht (gerade steht, nicht da 'rum hängt wie Piek 7 auf Gleis 8).

Da gibt es Phänomene, die sind echt wundersam. Wie kann es sein, dass eine Berufsgruppe mehr als 30 Jahre über "Spritzen" schwätzt (i.m., Blutentnahme usw.)? Wer's kann, soll's tun (incl. Verantwortung übernehmen). Eine positive Sanktionierung in Form von Mäuse, Pinke-Pinke (falls sich noch jemand daran erinnert, was das ist :)) wäre auch nicht unerwünscht.

Zu den nicht-ärztlichen, nicht-pflegerischen Dingens: Ist es nicht wundersam, dass das Management duldet, dass ausgebildetes Personal putzt, Botengänge durchführt usw. usw., zu einem solch' hohen Preis? Wieso kommen die nicht auf die Idee, das ausgebildetes Personal ans Patientenbett gehört? (Nein, nicht mit den Wischtuch wedeln oder ewig im Flur mit Rö Bilder oder kleinen Röhrchen 'rumläuft?) Ich hätte gern mal den Vergleich, was es wirklich kostet, wenn Pflegepersonal (inzwischen auch Ärzte) ein Teil der Arbeitszeit damit verbringt, völlig patienten-fremde Aufgaben zu erledigen?

Auch wundersam: wieso muss immer die Pflege laufen? (z.B. Labor usw.). Diejenigen, die für die Patienten da sein sollen (z.B. 25 oder 30 Patienten), zu Zweit in einer Schicht, müssen weg von den Patienten, um irgendein Botendienst zu erledigen. Diejenigen, die keine bettenführende Abteilungen haben, werden von uns bedient. Und dann kommen die noch mit Sturzprophlylaxe :) Mein Vorschlag: die Labormenschen machen Sitzwache neben den Patienten (Sturzprophlylaxe), während ich die Röhrchen spazieren trage, danach, wenn ich wieder da bin, kann der Labormensch wieder ins sein Labor. Dass wäre wenigsten KONSEQUENT in der Anwendung der seltsamen ManagementMethoden, so, dass alles das tun, wofür sich nicht zuständig sind. So, habe mich ausge-...tippt.

WomBat, so, jetzt reicht es wirklich. Danke für's Mitlesen, liebes Forum!

Elisabeth
09.06.2007, 10:36
@Wombat- Ein Dank für diesen Beitrag.

Warum sich Pflege nicht trifft? These: weil Pflege stets damit beschäftig ist eigene Clames (schreibt man das so?) abzustecken. Und schon der alte Römer wußte: Teile und herrsche. Wenn wir uns eins wären würden viele Stühle in den Verbänden und in den Managementebene mächtig wackeln. Und wer sägt schon am eigenen Stuhl.

Elisabeth

madison
09.06.2007, 12:00
jaja, WomBat...

wer nichts weiss, gründet einen Arbeitskreis. ;)


Zu den nicht-ärztlichen, nicht-pflegerischen Dingens: Ist es nicht wundersam, dass das Management duldet, dass ausgebildetes Personal putzt, Botengänge durchführt usw. usw., zu einem solch' hohen Preis? Wieso kommen die nicht auf die Idee, das ausgebildetes Personal ans Patientenbett gehört? (Nein, nicht mit den Wischtuch wedeln oder ewig im Flur mit Rö Bilder oder kleinen Röhrchen 'rumläuft?) Ich hätte gern mal den Vergleich, was es wirklich kostet, wenn Pflegepersonal (inzwischen auch Ärzte) ein Teil der Arbeitszeit damit verbringt, völlig patienten-fremde Aufgaben zu erledigen?

...eben! Wenn Pflege das nicht mehr tun würde, wäre wahrscheinlich in dem ein oder anderen Fall die Konsequenz, dass die ein oder andere Planstelle in der Pflege wegfallen würde, und vielleicht mit 2 un- oder anders qualifizerten Menschen besetzt würde. (Ich rede jetzt nicht von 30-Betten-Stationen, wo sich im Spätdienst 2 Kollegen den A.... aufreissen.)
Ich höre die Kollegen schon zetern, wenn es, wie Elisabeth schrieb,'an die eigenen Claimes geht'... Die ungezählten Kollegen, die sich über patientenfernere Tätigkeiten ihr Selbstbild polieren, die gar nicht näher an den Patienten 'ran möchten! Ich erlebe eben immer noch Stationsleitungen, die sich an ihrem Schreibtisch anketten, dort gar nicht weg wollen...

habe fertig... vorerst...

Madison

Elisabeth
09.06.2007, 12:10
Zeig mir den Abteilungsleiter in der freien Wirtschaft, den man in der Fabrikhalle suchen muss, weil er dort am Band genau die gleiche Arbeit leistet wie sein Untergebener. Abteilung leiten sozusagen als Nebenjob in der Freizeit.

Leiten und leiten ist zweierlei. Die "angeketteten Ösen" leisten selten Leitungsarbeit. Meist sind sie mit Sekretärinnenarbeit beschäftigt: Kurven malen, Blätter ausfüllen, Untersuchungstermine organisieren, als Ansprechpartner für lauffaule Ärzte dienen... .

Man findet in der freien Wirtschaft aber wahrscheinlich auch wenige Abteilungsleiter die Teams von 10-15 Mann leiten.

Man könnte m.E. die Anzahl der Ösen wahrscheinlich halbieren wenn man Stationssekretärinnen einstellen würde. Ops- da rede ich ja vielen Öse die Daseinsberechtigung ab. Schnell, schnell- gründen wir eine Arbeitsgruppe zum Erhalt dieser Position. *fg*

Elisabeth

WomBat
10.06.2007, 23:00
Verdammt! Da habe ich etwas vergessen beim mich ausgiebig ausgießen...da war doch noch 'was! Ach ja, die Waschstrassen, Pflege besteht nur aus Waschstrassen. Es ist überhaupt das Allerheiligste, wie konnte ich das vergessen? Hauptsache Sauber. Ist ja auch so eine Saubere Kompetenz, so irgendwie Glänzend und Berufsinhaltich Füllend...

WomBat,
Warm las' ich weg, das Wetter tut das von ganz alleine. Satt spare ich auch aus, da gibt es so seltsame Urteile. Bleibt nur die Waschstrasse...die Heilige Kuh. So als könnten wir sonst nix...(Wenn einer nicht gewaschen werden MUSS, dann ist 'halt "Oh, mein G. , wir haben nichts zu pflegen" :D )

Kennt jeder die Studie über die optimierte Anzahl der Waschschüsseln? Oder die neueste Waschschüssel mit Doppelkammer? Wer sie nicht kennt, muss jetzt nachsitzen. Sechsen, Setz. Oder so ähnlich.

madison
11.06.2007, 18:58
@Elisabeth: In der Industrie wird in Gruppen gearbeitet, zB Autobau. Da hat auch einer die Stellung des 'Gleichen unter Gleichen'...

Wenn die Pflege 'nur' pflegen dürfte/wollte, patientenferne Tätigkeiten an entsprechende Leute abgeben würde, könnte unsere Arbeit vergleichbar organisiert werden. Wer sich dann weiter qualifizieren will, kann das tun.
Geht das dann schon in Richtung Primary Nursing???

Madison

WomBat
12.06.2007, 19:22
Zitat aus: f&w 3/2007 24 Jahrg, S. 276 „Kooperatives Prozessmangement – Eine konzeptionelle Basis für das Störungsfreier Zusammenspiel von Ärzten und Pflegenden“ (f&w > Führen und Wirtschaften im Krankenhaus)

VersorgungsmanagerIn und Pflege: „….es ist keineswegs automatisch davon auszugehen, dass alle Pflegenden diese Voraussetzungen …,mitbringen…..in Zukunft dürften diese …..am ehesten durch in klinischer Praxis erfahrene, studierte Pflegekräfte ausgeführt werden, die mit dem Bezugsarzt auf Augenhöhe kooperieren können…“

Der Artikel befasst sich auch mit „arztentlastenden Maßnahmen“ sowie Vorschläge zur „Aufgabenübernahme“, die zZ diskutiert werden (Blutentnahme, Antibiotika-, Schmerzmittelapplikation, Durchführung best. Narkosen unter ärztlicher Bereitschaft, Anschluss-Umstecken-Abstöpseln von Inf /Perf, i.m. und s.c. Injekt., Operationsassistenz, Koordinierendes (Fallmanagement). (S. 273-274) Auch taucht der Begriff Primary Nursing auf.



WomBat, heißt das, dass nicht-studierte nicht ...???

madison
12.06.2007, 22:22
kann schon sein, daß es das heißt, Wombat... schon wegen der Augenhöhe!

ALARM:schlafen: :schlafen: :schlafen: :schlafen: :schlafen: :schlafen: ALARM

WomBat
12.06.2007, 22:57
Alarm ist wohl (Jawohl) die richtige Reaktion.

Interessant sind die zu-verteilende (neu-zu-verteilende) Tätigkeiten. Als ob das, für die, die das übernehmen sollen, NEU wäre.

WmBt, Alarm

Obs-Pfleger
12.06.2007, 23:04
Zitat aus: f&w 3/2007 24 Jahrg, S. 276 „Kooperatives Prozessmangement – Eine konzeptionelle Basis für das Störungsfreier Zusammenspiel von Ärzten und Pflegenden“ (f&w > Führen und Wirtschaften im Krankenhaus)

VersorgungsmanagerIn und Pflege: „….es ist keineswegs automatisch davon auszugehen, dass alle Pflegenden diese Voraussetzungen …,mitbringen…..in Zukunft dürften diese …..am ehesten durch in klinischer Praxis erfahrene, studierte Pflegekräfte ausgeführt werden, die mit dem Bezugsarzt auf Augenhöhe kooperieren können…“


Ok, das mit der "...am ehesten durch klinische Praxis erfahrene..." kann ich ja noch nach vollziehen, aber was dann kommt...:vomitus: :vomitus: :vomitus: ...da bekomm ich echt das kalte Kotzen!!!! Muß man/ich denn heute mittlerweile schon studieren um "sozialkompetent" zu sein bzw. "...mit dem Bezugsarzt auf Augenhöhe kooperieren können..." Mich würde interessieren wer da solch geistige Diarrhoe von sich gegeben hat...oder hab ich da einfach was falsch verstanden???

Mfg Obs-Pfleger - "geht bald nur noch Schränke auffüllen, putzen, Essen portionieren - war ja nie irgendwo imatrikuliert"

WomBat
12.06.2007, 23:17
ohohohoh,

Bitte, irgendwie den gesamten Artikel besorgen (liegt vielleicht beim PD oder sonstigem Management auf dem Tisch irgendwo herum....) und dann Urteilen. (Bibliothek? falls vorhanden!)

Wollte nur darauf hinweisen, was so alles publiziertes-zu-finden-ist-wo-wir-darin-vorkommen.

WmBt, trotzdem Alarm

Obs-Pfleger
12.06.2007, 23:24
ohohohoh,

Bitte, irgendwie den gesamten Artikel besorgen (liegt vielleicht beim PD oder sonstigem Management auf dem Tisch irgendwo herum....) und dann Urteilen. (Bibliothek? falls vorhanden!)

Ok, ich dachte mir das das nicht alles sein kann...

Mfg Obs-Pfleger - "versucht jetzt erstmal irgendwo den Artikel zu schnorren - meldet sich dann nochmals zu Wort"

Ps.: ALARM ALARM

WomBat
13.06.2007, 22:33
siehe

http://www.sp.haw-hamburg.de/sp/pflege/news/pdf/forschung/forschungsschwerpunkt_kurz.pdf

Die Grundidee finde ich in Ordnung, auch das man für studierte Pflegende "Arbeit" beschaffen will (Märkte finden, erorbern).
Wenn in einem Land die Ausbildung auf Hochschulniveau "gehoben" wird, oder schon ist, dann ist das Argument völlig OK.

Auf "Augenhöhe", dieses Argument ist weder neu noch von der genannte Stelle erfunden, es ist ein Argument, welches fast alle mit BS oder MS in der USA (und sonstwo) nutzen. Es ist simple (leicht verständlich), quadratisch und gut. Mann kann selbst als Akademiker eher auf Augenhöhe kooperieren (sonst wird man nicht ernst genommen). In solchen Länder hat es nicht unbedingt etwas "elitäres" an sich, sondern dient der Berufsgruppe. In Länder, wo die Grundausbildung für viele nicht auf Hochschulniveau stattfindet (und auch nicht unbedingt gewollt wird), kommt irgendwie das Wort "elitär" in den Sinn.
Siehe auch Robert Bosch Stiftung, da fing das an mit "Pflege braucht Eliten". Genau dieser Spruch wurde von vielen US Pflegewissenschaftlern (innen) heftig wiedersprochen. Ihr Argument: Die Grundausbildung muss für alle Pflegende auf Hochschulniveau. Die mit der besten Ausbildung gehören direkt ans Bett (Argument Nr. 1: beste Patientenversorgung). Dann kann man so argumentieren, ohne das es "elitär" wirkt.

Gute Nacht. Madi, schau mal in den Postfach :)

WomBat

Elisabeth
14.06.2007, 07:48
Die Grundausbildung muss für alle Pflegende auf Hochschulniveau. Die mit der besten Ausbildung gehören direkt ans Bett (Argument Nr. 1: beste Patientenversorgung).

Genau das muss passieren, damit es endlich aufhört, das Tätigkeiten unrefleketiert kopiert und als professionelles Handeln verkauft werden.
Stichwort: Checkliste, Skala, Drehbuchstandards usw.

Warum wird es nicht so kommen?
1. zu teuer
2. keine Lobby für Pflegekräfte
3. keine Vorbehaltsaufgaben für Pflegekräfte (pflegen kann jeder)

Die derzeit angebotenen Studiengänge in Deutschland zielen m.E. nicht darauf ab die Pflegequalität am Bett zu heben. Hier geht es mehr um Managment u.ä.- nicht selten mit fraglichem Erfolg für die Pflege am Bett.

Elisabeth

madison
14.06.2007, 08:13
Bisher habe ich immer bezweifelt, dass die gesamte Pflegeausbildung an die Uni gehört, dazu kenne ich auch ua. das US-System nicht gut genug.

Aber heute trifft nach meinem Geschmack Elisabeth den Nagel auf den Kopf!

Gruss, Madison

WomBat
14.06.2007, 23:19
Hmmmmmm,

siehe die Geschichte der Pflege (nein, ich mein nicht Hildegard) in Ländern mit akademisierung. Die Phase 1 ist eher geprägt von "zuerst will ich MICH profilieren".

Danach kommt der Patient. Könnte frau/man sich so denken. Aber, da ist noch das Menschliche.


WomBat, fände es gut aus der Geschichte zu lernen und nicht alle Räder neu zu erfinden. Mach aber auch nix, wie sagte Nietzsche "Menschliches, all zu Menschliches" oder so ähnlich hat er gesagt, der Nietzsche

Elisabeth
15.06.2007, 07:46
Die Phase 1 ist eher geprägt von "zuerst will ich MICH profilieren".

Danach kommt der Patient.

Wie untermauerst du diese These?

Wenn ich zu einem Psychologen gehe, dann erwarte ich von ihm eine distanzierte Fachkompetenz und nicht dass er seine Bauchgefühl walten läßt. Das bedarf einer sehr guten Fachausbildung.

Ich denke schon, dass eine fundierte Fachausbildung auf akademischer Grundlage die Qualität der Pflege weiter bringen könnte.
@ Wombat- nimm all deine mittlerweile in Weiterbildungen und Selbststudium erworbenen Fachkenntnisse weg- dann hast du die Pflegekraft die zu etwa 50-80% unseren Beruf vertritt. Das bezieht sich auf alle Pflegebereiche.

These zur Ursache: Die Pflegeausbildung orientiert sich derzeit fast ausschließlich an somatischen Aspekten- psychologische Aspeket werden fast vollständig ausbgeblendet. Ziel der Ausbildung ist nach wie vor nicht das bewußte anwenden von Fachkenntnissen- individuell angepaßt auf die jeweilige Situation- ... es geht vordergründig um den Erwerb von handwerklichen Fähigkeiten im Sinne von Dressurleistungen. Der Azubi lernt in den 3 Jahren, dass es ausreicht zu kopieren um zu pflegen.

Elisabeth

WomBat
15.06.2007, 23:43
Elisabeth, wirkt irgendwie nach Missverständniss pur auf mich! Ich versuch mich mal vollständiger auszudrücken:

Viele Europäische Länder haben schon längstennnnssss die Pflege(grund)ausbildung auf Hochschulniveau etabliert. (Warum dauert das bei uns soooo lange?)

Fakt ist, hätte man z.B. schon recht spät :) z.B. 1985 das Krankenpflegegesetz richtig geändet, dann wäre vieles heute "kein Thema" mehr (z.B. Bildung statt Dressur). Anscheinend sind Bonsai-Gesetz-Entwürfe (in Bezug auf Pflege) erwünscht. Bis heute. (Will hier die ATA, MAFA, OTA, Gesundheitspflegerin) Diskussion eigentlich gar nicht mehr führen, siehe nochmals Bonsai.) Dann kam ca. 1991-1992 (?) die Robert Bosch mit dem Buch "Pflege braucht Eliten". Schon wieder Bonsai, nun aber als Großmacht Zwerg. Wir lernen aus der Geschichte, das die Grund-Pflegerische Ausbildung auf ein anderes Níveau gehört, damit die, die am Bett stehen, bes. gut ausgebildet sind und auf Augenhöhe mit andern Mitgliedern des interdisziplinären Teams kooperien können. So genug von dem Schwall. R. Bosch wollte aber nur "Eliten" in Management, Pädagogik und Pflegewissenwissenschaft. Komischerweise nicht "am Bett" (das kann jeder, der 2 Füße und Hände hat). Damit untermauerten sie traditionelles Denken (Pflege am Bett ist doch eigentlich Wertlos). Gleichzeitig wurde und wird von Qualität geschwallt. Ja, mein Lieber Bonsai-Elite-Denker, glaubst Du wirklich, gute Pflege am Bett geschieht rein über Management, BWL, Pädagogik oder so? "Bildet die Oberen, die Unteren "pflegen ja nur", so hätte das Buch heißen müssen. Viele sind darauf 'reingefallen (wie bei toller Werbung für schlechte Produkte).

Mein Spruch war im (fast) Volltext:
„Siehe die Geschichte der Pflege…in Ländern mit Akademisierung. Die Phase 1 (der Akademisierung) ist eher geprägt von "zuerst will ich MICH profilieren"…..Danach kommt der Patient.“ Du hast gefragt: „Wie untermauerst du diese These?" Ich untermauere gar nichts (nicht Maurer gelernt), sondern verweise Dich auf z.B. Meleis. Sie (auch andere) berichtet von dem gnadenlosen gegenseitigen innerberuflichen Kampf der Pflegende untereineinander in den ersten Phasen der Akademisierung. Halt Konkurenz-Kampf untereinander, statt der Sache zu dienen. Erst einige Zeit danach began man sich wieder um die "Sache" zu kümmern. In welcher Phase der Akademisierung befindet sich die Deutsch Pflege zur Zeit? Ich wünsche mir bessere Bildung für alle Pflegende dh mit BS Abschluss, und gleich an der Sache bleiben ohne innerberufliche Kämpfe um den Verteilungsnapf bis frau/man wieder zu Räson kommt (die akademische Nase wieder normal hoch hält, statt übertrieben hoch). :)



Wenn bei uns jetzt davon gesprochen wird (siehe Posting über f&w), dann sehe ich darin latent den Beginn (vielleicht schon mehr) des Kampfes von Studierten gegen Nicht-Studierten Pflegenden (doch nicht etwa um Arbeitsplätze?). So schlicht war meine Aussage. Der Sache dienlich wäre sicherlich vieles, das hier riecht nach Kuchenverteilung. Irgendwie habe ich den Verdacht, es ist zunächt schon längst gelaufen, bes. für die Generation, die es nicht mehr schaffen wird,"Pflege" zu studieren. Das 2004 Gesetz sieht hier auch keine Änderung vor, einzelne brechen vor, z.B. in dem eine Ausbildung plus BS angeboten wird. Nichtsdestotrotz, wird es die Pflege in Deutschland nicht gelingen viel weiter zu kommen unter diesen Bedingungen. Und die Studierten sind nicht immer bereit, mit den nicht-studierten zu kooperieren, oder nur anzuerkennen, dass die nicht-studierte schon jahrzehnte die Patientenversorgung aufrechterhalten haben. Und nicht alle die Studiert haben oder Studieren, sind heutezutage an Pflegerischer Qualität interessiert, sondern (wie in anderen Ländern, die erste Welle der Akademisierten wollen erst mal Karriere mache und denken mehr an sich, wie an Pflege). Wenn die Grundausbildung für alle auf Hochschulniveau wäre, dann wäre das heute kein Thema. (siche Chancengleichheit in Bildungssachen). So kann es leicht so kommen, wie Meleis und andere Berichten, über die erste Welle der Akademisierung. Mach nix, wir wiederholen das Alles genauso!

Im Klartext: nichts dagegen, nur bitte breiter und für die gesamte Berufsgruppe, weg mit dem Elite-Denken. Die Elite gehört ans Bett, statt darüber endlose Bonsai Diskussion zu führen.

WomBat, d'accord Elisabeth?

Elisabeth
16.06.2007, 08:43
Text in deinem Sinne jetzt verstanden. Danke für die Aufklärung des Mißverständnisses. *g*

Elisabeth

ostfriesland
23.08.2007, 19:14
Doktor Schwester
Von Stefanie Schramm
Pfleger übernehmen neuerdings ärztliche Aufgaben. Sie geben Spritzen, nehmen Blut ab und operieren. Künftig sollen sie auch Rezepte schreiben
Zum Artikel bei zeit.de: http://www.zeit.de/2007/35/M-Pflege?page=1
Gruß

WomBat
16.01.2008, 20:52
Die ATAMAFAFachkrankenpflegeCRNAoderNursePractioner Diskussion ist noch lange nicht am Ziel. Für die Anästhesiepflege hier. Besonders die Diskussion um "was kostet welcher Anbieter und wie niedrig/hoch ist die Komplikationsrate bzw. M&M?". In unserem Land zeigen die Statistiken, dass "die Anästhesie" "sicherer" geworden ist. Bravo. Finde ich gut, für alle betroffene Patienten und für die Menschen, die in "der Anästhesie" arbeiten. Völlig unklar und unerwähnt bleibt die "Fachkrankenpflege", sog. Anästhesiepflege (oder wie auch immer sie geschimpft werden). Wer weis was dazu hierzulande? Hat die Anästhesiepflege seit ca. 1969 in Deutschland einen Beitrag zur Patientensicherheit geleistet? Vielleicht hat jemand ein paar Daten dazu....


In der Zwischenzeit,

Was ist eine CRNA? Certified Registered Nurse Anesthetist

Guckst Du hier:

http://nursing.uc.edu/AcademicGraduate/MajorInfo/CRNApopup.htm

ein paar Daten aus dem Text übersetzt

z.B. die älteste “nursing speciality” der USA, in den späten 1800er gegründet. Um die Morbidität und Mortalität zu reduzieren, wählten Chirurgen eine Berufsgruppe ( a Profession), die sich ganz um die Patienten während der Narkose kümmern sollten.

Historie: Sr. Alice Magaw – ca. 14,000 Narkosen ohne Komplikationen.

Gegenwart: In 2002 arbeiteten fast 28,000 CRNAs in den USA. Sie führen ca. 65% der 26 Millionen Narkosen jährlich durch (in ländlichen Gebieten ca. 85%). In der Berufsgruppe sind ca. 45% männlich. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag 1999 bei ca. 105,000 $.

“The education of CRNAs is conducted in around 83 accredited programs in the United States and Puerto Rico. In 1998, the Council of Accreditation of Nurse Anesthesia Programs (COA) required all nurse anesthesia programs to be at the graduate level. Nurse anesthesia programs are in or in association with institutions of higher education and range from 24 to 36 months of integrated academic and clinical study. The anesthesia component of the curriculum must include: advanced anatomy, physiology, and pathophysiology, biochemistry and physics related to anesthesia, advanced pharmacology, principles of anesthesia practice, research methodology and statistical analysis, and finally research or other scholarly endeavor. In addition to didactic work, the anesthesia student is required to complete a minimum of 450 cases using a variety of anesthesia techniques. Admission requirements stated by the COA include a Bachelor of Science in Nursing, license as a registered nurse, and a minimum of one year of acute care nursing experience. After completion of an accredited school of nurse anesthesia, the nurse anesthesia student must pass a national certification examination to become a CRNA. The CRNA must complete 40 hours of continuing education credits and re-certify every two years.”



Weiter geht's. Andere Quellen:

laut verschiedenen Arbeiten (siehe zB http://cnaptexas.org.placeholder.name/leg_visits/handouts/Talking_Points_CRNA.doc )


"keine der Studien fand signifikante Unterschiede in den Narkose "Outcomes" - Ergebnissen bei "nurse anesthetists" versus Anästhesiologen"


"...As part of its literature review, CHER reviewed three studies that have explicitly examined anesthesia outcomes by provider type. The CHER researchers concluded that "none of the studies detected significant differences in anesthesia outcomes among nurse anesthetists versus anesthesiologists." “

WomBat
17.01.2008, 22:06
hmmm, keine Antworten! Macht nichts, antworte ich mir selbst.

Ich hätte so einen Verdacht....

Was viele, aber nicht alle, gerne hätten, wäre wohl ein AFFE. Zumindest reden manche so. (Anästhesie FachpFleger Ersatz)



WomBat, entschieden :dagegen: :dagegen: :dagegen:

Sören Lösche
18.01.2008, 12:52
hallo WomBat,
das ist doch bekannt. Viele Ärzte wollen gerade soviel kompetente Fachpflege, wie sie gerade benötigen. Also abhängig von dem eigenen Stellenplan. Auf jeden Fall dürfen wir alles antezipatorisch vor- und nachbereiten, unter Berücksichtigung persönlicher Vorlieben. Allerdings gibt es zum Glück Ausnahmen.
Sören

WomBat
19.01.2008, 09:56
Hallo Alle! Hallo Sören, es hätte ja sein können :) , dass wir es in der Hektik des Alltags vergessen! Dazu kommt die unglaublich niedrige Rate von organisierten Pflegende (so ca. 16% nach einem aktuellen Bericht).

Spaß und Organisationsrate bei Seite.

Welche Fakten, Hinweise, Zahlen gibt es, die evtl. nachweisen könnten, dass die AN Pflege auch einen Beitrag zur Sicherheit für Patienten in Zusammenhang mit Narkosen geleistet hat (bzw. das noch tut)?

Bin auf Antworten gespannt.

Grüße, WomBat

arnold kaltwasser
21.01.2008, 08:40
@all,
danach ist eine Intensivpflege und Anästhesiepflege ohne Fachkrankenpflege eigentlich nicht mehr möglich...
wenn die Verbände ihre Entschlüsse ernst nehmen:

http://www.dgai.de/aktuelles/2007-11-15_Entschliessung-Kernkompetenz-u-Delegation.pdf
http://www.dgai.de/aktuelles/verb_dgai_delegat.pdf

so long arnold

fridolin
21.01.2008, 18:31
Genau so ein Projekt wie in Münster gibt es auch bei uns...

Die Ärzte geben (ungeliebte) Tätigkeiten wie z. B. die Blutentnahmen an die Pflege ab, die Pflege gibt (was sie immer schon gefordert hat..) "hauswirtschaftliche" Tätigkeiten wie z. B. die Versorgung der Patienten mit Essen an "Billigkräfte" (die auch nicht Beschäftigte der Klinik sind und nur - oh, schande - den Mindestlohn von ca. 7,50 € pro Stunde verdienen) ab.
Des Weiteren legt Pflege Viggos und gibt bestimmte, durch eine Positivliste festgelegte Medikamente i.v.
Das ist unser Projekt in "Ultrakurzform"...

Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
21.01.2008, 19:55
Arnold, Fridolin und Das Forum!

Status quo (fast), immerhin besser als Abwertung.

Da kann ich nur auf Watzlawick kommen (Der verlorene Schlüssel, oder "mehr desselben"). Siehe Google.

Nochmals 30 Jahre "mehr desselben"?

Wie hätte Aufwertung ausgesehen? (aussehen können?)

Wer bestimmt ein Berufsbild?

WomBat, grüßt. Hat noch alle Schlüssel im Sack. :D

Kania
22.01.2008, 12:06
Guten Tag,
die Diskussion ist anregend, sicherlich auch zu komplex um umfassend eine Aussage zu machen, doch sehe ich da wieder als Konsens die Beschreibung des Berufsbildes und der entspr. Tätigkeit...
Eine Aussage war "wenn Du es kannst - tue es"... ( Kontext zu "Bonsai-Elite-Denker" )
Da gab es einmal eine Kollegin die hat auf einem Schlachtfeld von first aid bis special nursing alles geregelt - und mehr...
Hat dort jemand gefragt was Sie darf, was ärztl. Tätigkeiten anbelangt?
Heute mit den Gestzeschwemmen ( nebst die der Entbürokratisierung ) weiß doch keiner mehr wie weit er befugt ist am Menschen tätig zu werden.
Dann die Aufsplittung unserer Berufsgruppe ( Rettungsdienst, Altenpflege, Kranken- und Fachkrankenpflege, etc. ) und die beschriebene Akademisierung.
Ich glaube modern zu sein kann auch bedeuten einen Schritt zurückzugehen - in die Berufsselbstständigkeit.
Liebe Grüsse
Kania

fridolin
22.01.2008, 14:17
Liebe KollegInnen,
liebe Kania,
...und dann kommen da auch noch neue Berufgruppen innerhalb der Pflege hinzu wie z. B. der/die Wundexpert(in), Diabetesfachschwestern -pfleger sowie OTA, ANA und was sonst noch gefällig ist.
Damit wird die Zersplitterung der Pflege zu größer, recht hast Du, mit der negativen Folge, dass es noch schwerer wird, die Pflege zu vereinen und berufpolitische Erfolge zu erzielen.

@WomBat,
lieber WomBat, wo siehst Du bitte den status quo? gegenüber der derzeitigen Situation ist doch der Weg in Richtung einer anderen, höherwertigen Qualifikation mit anderen Aufgaben für die Pflege geebnet, denn bis dato durfte fast jede Arzthelferin mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen als die Krankenpflege.

Viele liebe Grüße
der heute nicht nur Sonne im Herzen sondern auch um sich habende
fridolin

WomBat
22.01.2008, 19:26
Lieber Fridolin, Liebes Forum, da fehlt mir im Moment der phantasievolle Weitblick? Liegt bestimmt an mir, bin gerade eher beim Frust, weniger bei der Lust.
Mir scheint's zu beschreiben, was 'eh von den meisten gemacht wird - auch wenn nicht anerkannt. Dazu kommt noch die Erlaubnis, eine Viggo zu legen :)
Der "Fachpflegestandard" ist neu (ich sagte ja, Status quo - aber nur "fast"), was anscheinend die Arzthelferin usw. ausschließt, siehe Aussage von Arnold. Die Ernsthaftigkeit wird auch von unseren Berufsverbändennnnnnnnn (Anzahl schwer auszumachen :), wie Kania schon andeutet, zu untermauern sein, es sei dann, diese haben andere Ideen.....

Kania's Gedanken gefallen mir eher in diesem Kontext :)

Ich meine, ich sehe kein große Veränderung im täglichen Wirkungsspektrum...??? Natürlich kam es immer auf das jeweilige Krankenhaus bzw. Abteilung an, was "erlaubt" ist und was nicht und auf den gesetzlichen Rahmen. Wobei diese nach meiner Erfahrung nicht immer die gleichen Schnittstellen hatten.

Auf jeden Fall werde ich das Ding noch mal genauer durchlesen :), wenn der Frust wieder Tschüss sagt (wird nicht lange dauern, ist nur so 'ne kleine Welle)

WmBt, geht jetzt lesen

Spreche oben nur von Anästhesiepflege.


PS Neu bei der Intensivpflege? Ich darf jetzt wirklich ganz formal und so Absaugen...Geräte bedienen....andere Anordnungen, z.B. Ernährung usw durchführen?

und eine art. Kanüle legen? Wow!

fridolin
22.01.2008, 20:30
Lieber WomBat,
es geht hier nicht um die Fachpflege Anästhesie oder Intensiv. Die durfte schon immer mehr. Vielmehr geht es hier um die allgemeine Pflege. Ohne allgemeine Pflege keine Intensivpflege und auch keine Anästhesie.
Zuviel zur Klarstellung.
Viele klosbrühenklare Grüße
fridolin

WomBat
22.01.2008, 20:57
Fridolin,

Ja, natürlich! Meine Frage: in beiden Texten ist von "Gesundheits- und..... usw. für Intensivpflege und Anästhesie" die Rede.

?

WomBat, ?

arnold kaltwasser
28.01.2008, 09:12
und wenn dann zuviel Delegation angenommen ist und man/frau nicht mehr zur Hygiene-Pflege kommt...

http://www.wsws.org/de/2008/jan2008/gies-j26.shtml

so long arnold
PS gefunden in einem anderen Forum;)

Kania
28.01.2008, 09:36
" Personelle Engpässe " kenn wir wohl alle aus der Pflege / Funktionspflege,
dieser Bericht ist mir unter die Haut gegangen, im Vergleich z.B. zu dem Personalschlüssel Anderer ( Ausland/Privatklinik ) ist es wiederlich erleben zu müssen, wie die Profitgier um sich greift!

fridolin
28.01.2008, 19:18
Lieber Arnold,
kommt mir bekannt vor...
Ist offensichtlich in fast allen deutschen Kliniken ähnlich.
Personalstand unter dem vor der PPR.

@WomBat,
habe Dich offensichtlich missverstanden...

Viele liebe Grüße
...unterstützt ver.di, werdet Mitglied und: :streik: en!!

(...geht nicht, gibt es nicht!!)

Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
28.01.2008, 20:54
Ausverkauf? Keine Frage, Pflegende sind hart von der Profitgier betroffen.

Ausverkauft werden aber die Patienten. Jeder könnte ein Patient werden.

Ich finde es gut, wenn Pflegende "öffentlich" gehen (siehe Gießen), selbst wenn sie dabei anonym bleiben. Es wird so langsam Zeit, die Wahrheit laut und deutlich zu sagen. Es geht nicht "nur" um mehr Geld für Pflegende, es geht auch um die ethischen Werte vieler Berufe in dem "Geschäft Gesundheit" (müsste eigentlich "Krankheit" heißen - aber alle wollen nur noch von Gesundheit reden - WER geht deswegen ins Krankenhaus?) Scherz beiseite, es wird so langsam eng. Und Schicksale einzelner Menschen hängen daran (die leider keinen Börsenwert haben, außer für....nein, sage ich nicht.) Ja, Arnold, Hygiene ist ein großes Thema. Da gibt's Politiker, die sind der Meinung, MRSA ist kein Problem in der BRD (siehe TS in Niedersachsen).

Frechheit und Dummheit und Profitheit werden zunehmend Salonfähig.

WmBt, nicht mehr gefrustet, nur sauer, entrüstet über soviel Blödheit (der angeblich nicht-Blöden). Nee, stimmt auch nicht. Weis nicht, ob das Blödheit ist oder schlichte Eiskaltigkeit

PS, Lieber Fridolin, ist schon OK, postings sind halt nicht immer so klar....wenn mann sich nicht gegenübersitzt

arnold kaltwasser
28.05.2008, 13:45
Erst das:
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.5877.6174.6248
:confused:

und unsere;) Politiker sagen das:


http://www.deutscher-pflegerat.de/dpr.nsf/0/205DF80BBF16211BC12573F0006B15F9

so long arnold

arnold kaltwasser
10.10.2008, 08:25
und mal wieder was aktuelles:
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=61783
so long arnold

WomBat
10.10.2008, 19:41
Missstände am Gießener Uniklinikum, Folgen der Privatisierung: Linktipp von Arnold vom 28.01.2008

Habe mal in die Richtung geschaut…..;)

Rhön-Klinikum Gießen / Marburg, Neue Vorwürfe und ein Dementi
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1597786_Neue-Vorwuerfe-und-ein-Dementi.html

Pflegerin beklagt Einschüchterung nach FR-Bericht
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1596671_Pflegerin-beklagt-Einschuechterung-nach-FR-Bericht.html

Profit statt Pflege
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1595405_Profit-statt-Pflege.html

Klinik der Angst (unter anderem: ein Intensivpfleger berichtet)
http://www.fr-online.de/top_news/1609511_Klinik-der-Angst.html

Bei uns gibt es keine Repressalien (Interview mit dem Geschäftsführer)
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1609510_Bei-uns-gibt-es-keinerlei-Repressalien.html

Weitere Berichte sind bei den Links zu finden. Ausverkauf der Patientenversorgung! Aktionäre wollen offenbar nicht wissen, wie blutig ihre Renditen sind. Ist blutiges Geld auch „schmutziges Geld“? Und wer wäscht es?

Oder lieg’ ich da VÖLLIG falsch? Und es sind nur ein paar Scharfmacher, die die Presse anheizen? So wie der Geschäftsführer in rosige Zeiten blickt – wenn die paar „Problemchen“ gelöst sind?

WomBat, Verzeihung, bin etwas off-topic. Aber zur Delegation fällt mir nicht wirklich etwas Neues ein. Das, was ver-diskutiert wird, ist eh schon längst delegiert! So ein Pech aber auch!

PS Zitat aus Arnolds Link: „führte Windhorst aus, um jedoch gleichzeitig angesichts der gegenwärtigen Diskussion über den Ärztemangel in vielen Regionen Deutschlands einzuschränken: „Wir dürfen nicht nach der Devise ,Not macht erfinderisch‘ Entscheidungen treffen, die uns in fünf Jahren wehtun.“ Mich wundert nun, wer ist „uns“ in „die uns in 5 Jahren wehtun“?

Und „Es gehe den Ärzten dabei nicht um Besitzstandswahrung oder um die Beschränkung einer anderen Berufsgruppe.“ Um was geht es Ihnen denn?

arnold kaltwasser
13.10.2008, 08:46
Klinik der Angst (unter anderem: ein Intensivpfleger berichtet)
http://www.fr-online.de/top_news/1609511_Klinik-der-Angst.html

Hallo Wombat,
kannst du das nochmal verlinken?
Danke
so long arnold

ostfriesland
13.10.2008, 09:07
Moin,

dazu passend:


Auf www.rhoenwatch.de können Berichte und Erfahrungen geschildert werden, um vorhandene Mängel aufzudecken.

Die Seite wird von verdi ins Netz gestellt.

Gruß

WomBat
13.10.2008, 18:38
Der Artikel war auch zu finden unter (Profit statt Pflege) als Link, ziemlich weit unten auf der Seite.

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1595405_Profit-statt-Pflege.html

Arnold, Du hast recht! Der Link geht nicht mehr…!?!

:D
Hier bin ich fündig geworden:

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1609511_Die-Angst-um-den-Job-beherrscht-das-Klima.html

Wenn das nicht geht, dann google die Hauptwörter wie unten:


Klinik der Angst
In den Unikliniken Gießen und Marburg gibt es zu wenig Personal für zu viele Patienten. Die Folgen sind dramatisch. Ein Beschäftigter der Klinik berichtet aus dem Arbeits-Alltag.

VON JUTTA RIPPEGATHER

WomBat, hofft es geht jetzt

fridolin
13.10.2008, 20:26
Schade nur,
das über die Bankenkrise die Krise im Gesundheitswesen und hier insbesondere die Misere in den Krankenhäusern untergeht...


P.S.: Die Milliarden Euro`s, die nun gewissenlosen Banken"fach"leuten und skrupellosen Mangern hinterher geworfen werden, wären besser, sinnvoller, ökonomischer im Gesundheitswesen untergebracht.
Hier wäre auch ein Riesennutzen volkswirtschaftlicher Art zu verbuchen, nun haben den Nutzen die Menschen, die eh`schon viel (Gehalt) haben, und alle Anderen werden auf die Strasse gesetzt!

Viele entsetzte Grüße
fridolin