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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hypothermie nach Reanimation



Engel
13.03.2005, 15:24
Hallo,

wir setzen seit kurzem einen Kühlkatheter zur gezielten Hypothermie nach Reanimationen ein.

Wie sind eure Erfahrungen damit ?
Lagert ihr Patienten bei liegendem Katheter ?
Verläuft das Aufwärmen bei euch problemlos ?
Wie hoch ist eure Komplikationsrate (etwa defekter Katheter, ...) ?

Herzliche Grüße,

euer Engel ! :)

winti
14.03.2005, 11:22
Hallo,

wir setzen seit kurzem einen Kühlkatheter zur gezielten Hypothermie nach Reanimationen ein.


Hab ueber Studien zur Hypothermie mach Reanimation gelesen jedoch kenne diesen "Kühlkatheter nicht. Kannst du weitere Info's hierzu posten

:danke:

Winti

Monty
15.03.2005, 10:18
Hallo!

Wir verwenden den Coolgard 3000 der Fa. Alsius (www.alsius.com) mit den Kathetern Cool Line und Icy. Meine persönlichen Erfahrungen sind gut, das Gerät läßt sich unproblematisch bedienen und das Handling mit den Katheter ist einfach. Die Lagerung des Pat. hat mit diesen Katheter keine Einschränkungen, funktioniert wie mit Femoralis oder Subclavia-Kathetern. Das Kühlen und das Erwärmen verläuft aufgrund der Geräteautomatik (Kühl- bzw. Wärmerate, 0,05 - 0,6°C/Std.) problemlos. Bei hoch fieberhaften oder stark unterkühlten Pat. braucht man allerdings den leistungsstärkeren Icy-Katheter (hat mehr Oberfläche). Zur Komplikationsrate kann ich jetzt wenig berichten, hab noch keine Probleme gehabt, weder Undichtigkeiten noch höhere Infektionsraten (Liegezeit: Cool-Line 7d, Icy 5d). Probleme hab ich bislang nur durch "menschliches Versagen" gesehen (bei Katheterentfernung, Gerätemanipulation). Wenn die Einweisung schon zu lange zurück liegt und man das System zu lange nicht benutzt hat ... . Das ist ja bei allem so. Allerdings ist die Bedienungsanleitung des Geräts sehr gut und vor allem knapp und präzise formuliert, ebenso die der Katheter.
Aktuelle Untersuchungen zum Thema therapeutische Hypothermie findet man in der Januar- oder Februarausgabe "Der Anästhesist" mit Methodenvergleich und in "Notfall- und Rettungsmedizin".

Gruß, Monty

Engel
15.03.2005, 11:26
Hallo Monty, Hallo Winti !

Auch wir verwenden den 3000er, jedoch ausschließlich mit dem Icy - Katheter.

Frage zur Lagerung: nach unserem Stand sollte der Patient möglichst nicht gelagert werden ! D.h. sobald der Icy liegt bis zur Entfernung wird der Patient nach Möglichkeit nicht "gedreht" usw. (liegen auf Wechseldruckmatratzen).

Wir haben jetzt erst die beiden ersten Patienten damit behandelt: bei beiden Patienten traten starke Blutungen aus Mund/Nase (nach der Aufwärmphase)auf, obwohl bei beiden die Laborchemie "stimmte" !?

Das neurologische Outcam war bei beiden leider nicht so toll.

Bin auf weitere Statements gespannt !

Grüße aus dem Hunsrück,
Jörg !

zwai
01.09.2005, 11:29
Ab sofort haben Notfall-Patienten, die mit einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand in das Uniklinikum Greifswald eingeliefert werden, bessere Chancen, das Krankenhaus ohne Folgeschäden und wieder gesund zu verlassen.

Ende August hat die Herzklinik ein neues viel versprechendes Temperatur-Management-System (CoolGard) installiert, das die gefürchteten Ausfallerscheinungen am Gehirn nach einem Zusammenbruch mit Herzstillstand weitestgehend minimieren kann. Mittels CoolGard wird der Körper in Hypothermie versetzt und somit die Entwicklung von Giftstoffen im Gehirn reduziert. Nach Schwerin ist Greifswald die zweite Klinik, die das noch relativ neue Verfahren eingeführt hat. >>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Intensivmedizin/Kuehlschrankmedizin_nach_Herzstillstand_hilft_Folg eschaeden_zu_vermeiden/)

poppi
05.09.2005, 04:22
Hallo liebe KollegInnen,

neben der beschrieben verminderten Giftstoffentstehung ist die Hauptwirkung der Hypothermiebehandlung (neben ihren Nebenwirkungen!) die Herabsetzung des zellulären Stoffwechsels was eine Verminderung des Sauerstoff- und Nährstoffbedarfes der Gehirnzellen bedeutet. Das heißt auch schlecht perfundierte Gehirnareale (egal welcher Ursache!) haben die Chance längere Zeit zu überleben oder nach dem die Ursache behoben ist sich wieder zu erholen.

Mich würde interessieren wie an anderen Kliniken die Patienten wieder zur Normothermie zurückgeführt werden.


Viele Grüße von


Poppi aus Murnau

mnsturm
05.09.2005, 20:53
Hallo Poppi,

also wir Kühlen seit ca. 1 Jahr ebenfalls, wie im Artikel erwähnt, mit dem CoolGard-System von Alsius auf 33°C.
Nach 24 Stunden Kühlung auf 33°C wird diese beendet und der Patient wird
mit dem selben System langsam Wiedererwärmt.

Diese Wiedererwärmung in die Normaltemperatur erfolgt durch einen vorgegebenen Temperaturausgleich / Zeit (in unserer Klinik 0,1°C/Stunde) und einer vorgegebenen Zieltemperatur (in unserer Klinik 36°C) .

In der Praxis gibt es jedoch Patienten, die es schaffen sich passiv innerhalb von wenigen Stunden nach Beendigung der Kühlung auf Normaltemperatur zu bringen.

Viele Grüsse

mnsturm
:)

phil
14.09.2005, 14:08
Also bei uns werden die Patienten mittels kalter Lösungen und Kühlpacs auf eine Temperatur von 33 Grad gebracht. Das klappt bisher eigentlich ganz gut. Dieses System, welches Du ansprichst, wie funktioniert das genau?

mnsturm
16.09.2005, 23:50
Hallo Phil


Hier stelle ich Dir kurz das Funktionsprinzip des CoolGuard – System von Alsius
vor.
Es werden zwei verschiedene Kühlkatheter Angeboten, die jedoch das gleiche Funktionsprinzip haben.

Prinzip mit dem sog. Icy - Katheter

Über die V. Femoralis, wird zur intravaskulären Kühlung ein Katheter mit drei Kühlballons eingeführt.
Diese mit temperiertem Wasser (Kochsalzlösung) gefüllten Ballons befinden sich an der Katheterwand.
Über ein Steuerungssystem wird die Kochsalzlösung kontinuierlich gekühlt und über eine Rollerpumpe zu den Ballons befördert.
Diese Kochsalzlösung hat keinen direkten Kontakt mit dem Blut, die Kühlung erfolgt somit indirekt über das Blut, das an den Ballons vorbeifließt.
Die Kochsalzlösung kreist im System, es handelt sich um ein Rückgekoppeltes System.
Gekühlt wird die Kochsalzlösung mittel einer Metallspirale (Ich weiß nicht genau ob es wirklich Metall ist, jedenfalls etwas das leitet!) die mit dem Schlauchsystem verbunden ist. Diese Metallspirale liegt in einem Wasserbad (Aqua dest. vermischt mit eine Kühlmittel) welches in der Lage ist zwischen 0,5 °C – 42 °C zu kühlen bzw. zu erwärmen.
Die Wunschtemperatur lässt sich an einem Display am Steuerungssystem einstellen.

Ich hoffe Dir mit der Antwort weitergeholfen zu haben.

Grüsse

mnsturm
;)

Elisabeth
17.09.2005, 07:47
Ich muss mal was wahrscheinlich ganz dummes fragen: warum wirkt kühlen nach der Rea hirnprotektiv? Wieviel Zeit darf vom akuten Ereignis bis zum Kühlbeginn vergehen? Gibt es Outcomestudien?

Elisabeth

phil
17.09.2005, 18:34
Man geht davon aus, daß der Sauerstoffbedarf des Gehirns auf ein Minimum gesenkt wird. Dadurch sollen weniger neurologische Störungenp auftreten. Die Kühlung is meines Wissens nur in den ersten 24 Stunden wirksam. Studien gibt es mittlerweile dazu, auch ziemlich große

Elisabeth
18.09.2005, 09:37
Gehringewebe reagiert sehr empfindlich auf O2 Mangel. Nur wenige Minuten reichen aus um irreversible Schäden zu hinterlassen. Nach einer Reanimation funktioniert doch der Kreislaif wieder. Warum dann also kühlen? Irgendwie kann ich dem Gedankengang nicht folgen. Geht es hier vielleicht eher um eine herzprotektive Wirkung?

Bei den Potcomestudien ging es da um die Überlebensrate oder auch um die Lebensqualität?

Elisabeth

mnsturm
19.09.2005, 00:06
Hallo Elisabeth,

Ein weiterer Ansatz:
Nach einer mehrminütigen Unterbrechung der Blutzirkulation bilden sich im Körper freie Radikale. Sie können im wiederbelebten Patienten eine Kettenreaktion in Gang setzen, an deren Ende irreparable Hirnschädigungen stehen. Diese verstärken die Schädigungen, die bereits durch den Sauerstoffmangel selbst verursacht werden. Niedrige Temperaturen scheinen sowohl die Radikalenbildung als auch die von ihnen ausgelösten Stoffwechselprozesse zu verlangsamen.

Studien
Es gibt zwei unabhängige Studien die belegen das der Einsatz der milden Hypothermie sowohl die Überlebensrate als auch das neurologische Endergebnis entscheidend positiv beeinflusst.

Beide Studien wurden 2002 im The New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Grüsse

mnsturm ;)

Hanno H. Endres
19.09.2005, 15:00
Die Welt berichtet heute über den "Kalten Todesschlaf für Schwerverletzte" - das Prinzip ist ähnlich - die Methode allerdings unterscheidet sich, da nicht das Blut gekühlt wird, sondern direkt durch gekühlte Kochsalzlösung mit allerhand geheimen Zutaten ersetzt wird ...


Kalter Todesschlaf für Schwerverletzte
Drei Stunden ohne jeden Herzschlag hinterlassen keinen Hirnschaden - zumindest im Experiment mit Schweinen und Hunden
von Antonia Rötger


Pittsburgh - Nach einem schweren Autounfall oder einer Schießerei verbluten viele Opfer einfach schneller, als der Chirurg nähen kann. Oft sind die Wunden nicht einmal schwer zu verschließen - ein paar Stunden Zeit machen den Unterschied zwischen Leben und Tod aus. Diese Zeit könnte in Zukunft zur Verfügung stehen, zeigen die Forschungsarbeiten, die am Safar Resuscitation Center in Pittsburgh durchgeführt werden, zur Zeit allerdings noch an Tieren: Indem man das Blut aus dem Patienten herauspumpt und durch eine nahezu eiskalte Kochsalzlösung ersetzt, wird der Zerfallsprozeß angehalten, obwohl der Körper klinisch tot ist. Nachdem die Chirurgen in aller Ruhe die Wunden versorgt haben, erhält der Patient sein eigenes oder gespendetes Blut körperwarm zurück und wird wiederbelebt.

Weiter bei welt.de:

© WELT.de 1995 - 2005
Artikel erschienen am Mo, 19. September 2005 (http://www.welt.de/data/2005/09/19/777500.html?prx=1)

andrea
22.10.2005, 14:22
Hallo zusammen!
Wir arbeuten gar nicht mit den "Kühlkathetern" sondern mit Kühlmatratzen. Wenn die Patienten bei uns auf Station aufgenommen werden, werden Sie erstmal mit herkömmlichen aber überdiemensionalen Kühlpacks geküht und gehen so erstmal ins Herzkatheter Labor zur Diagnostik. Nach der Coro wird unter den Patienten eine Gelkühlmatte gelegt und als Decke bekommt er auch eine Kühlmatte. Die beiden Matten werden mit einem Gerät verbunden + eine rektale Temperatursonde und können dann durch das Gerät (Firmennamen zur Zeit nicht parat) durch eigene manuell Einstellungen oder durch wählen einer Ziel Temeratur für 24 h auf 32- 34 Grad runtergekühlt. Das kappt in der Regel ganz gut auch ohne kalte Infusionen. Nach 24 h werden die Patienten dann wieder langsam aufgewärmt. Bei uns machen wir das so, das Sie in 4 h um 1 Grad erwärmt werden bis wir 37 Grad erreicht haben.
Das einzige Prolblem was bei uns bei dr ganzen kühlerei aufgefallen ist, da die Patienten ja so wenig wie möglich bewegt werden sollen, das Sie schnell Dekubiti am Steiß entwickeln. Sie liegen ja schon auf einer Gelkühlmatte aber wir vermuten das die Kälte dran schuld ist.
Wir denken das die kontrollierte Hypothermie schon was bringt. Wir haben auch schon ein paar mißerfolge verzeichnen, woran wir aber keine Schuld haben, dnn die Hypoxzeit bertag gerade beim letzten Pat. wohl etwa 10-20 Min.. Bei andren Pat. hatten wir aber auch schon gute Ergebnisse. Erst waren die meistens zwar total durch die Tüte aber nach ein paar Tagen gab sich das auch wieder.
Schönes Wchenende Euch allen........
Gruß Andrea

Dirk Jahnke
22.10.2005, 23:18
Moin Andrea

Wir kühlen mit kalten Infusionen und naßen Wickeln + Ventilator
Ziel Temperatur wird meist in 1- 3 Stunden erreicht.

Und danach ist ein weiteres aktives kühlen meist nicht nötig. Unter ausreichender Analgo/Sedierung + Relaxierung halten die Patienten dann einfach den Zielbereich - gelagert wird mittels Mikrolagerung bzw. Keillagerung. Eine Häufung von Dekubiti konnten wir nicht festellen- Selbst bei zusätzlicher hochdosierter Katecholamintherapie wegen dem Mitteldruck.

Habe mal nachgeschaut wie es dieses Jahr so mit den Reanimierten aussah - 20 gekühlte habe ich in unserer Datenbank gefunden (waren aber wohl so um die 30) 15 haben die Station "gehend" verlassen - 5 sind verstorben. Da hatten wir schon ganz andere Zeiten. Liegt es nun am kühlen ? Die Zahlen wären eindeutig zu gut - oder hatten wir nur eine gute Serie ?
Aber aufgrund der frustranen Situation nach so manch häuslicher Reanimation ist die Akzeptanz sehr gut. Die Versorgung ist dank des Standards Kühlung in den ersten 24 Stunden eigentlich sogar unkomplizierter geworden ;)

Tschau
Dirk Jahnke

mnsturm
01.03.2006, 00:19
Hallo Ihr im Forum,

wer kann mir weiter Helfen, suche Pflegestandards sowie Anregungen, Vorschläge für das Erstellen eines Pflegestandards für die Hypothermie nach Herz-Kreislaufstillstand.

Gemeint sind so Dinge wie Lagerung, Kopfpflege (Mundpflege / Tubuspflege / Absaugung etc.), Körperpflege etc.

Über zahlreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.

Besten Dank im Voraus

Michael;)

WölfchenT
06.03.2006, 14:10
Hallo und guten Tag,
weiß jemand, was ein CoolGard System kostet?
Es gibt ja auch die Möglichkeit extern mittels Wassermatten zu kühlen. Hat jemand damit Erfahrung?
Danke für evtl. Auskünfte
WölfchenT

Rennrad
08.03.2006, 10:13
Hallo,

mit Interesse lese ich die Beiträge zur Hypothermie. Wir wende dieses Verfahren auch schon längere Zeit an.
Unsere Frage in unserem Team ist immer wieder nach den pflegerischen Aspekten der Hirnödemprophylaxe während er Kühlungsphase.
Pflegerische Standards scheinen bei diesem Thema nicht im Vordergrund zu stehen, sondern nur die vielzitierten Studien, die auch keinerlei Aussage machen über das begleitende pflegerische Tun bei der Kühlung.
Ich bin überzeugt, dass eben pflegerische Handlungen den angestrebten Effekt der Kühlung in Frage stellen können, wie z. B. das Bewegen des Patienten, ausgiebiges Lavagieren usw..
Miene Frage an alle: gibt es pflegerische Standards, gibt es Ablaufschamata wie der Verlauf der Kühlung auszusehen hat, wie z. B. CT-Kontrollen nach der Kühlung?

Ich würde mich freuen über rege Antworten, Gruß Rennrad.

Dirk Jahnke
08.03.2006, 11:49
Moin Rennrad

Indirekt schreibst du es ja schon - pflegerische Versorgung wie bei Hirnödem. Also Minimalhandling mit Microlagerung bzw. Keillagerung. Oberkörper 30 Grad ,Kopf gerade. Absaugen nur wenn nötig ! Bei uns zusätzlich noch Hände, Füße in Watte. In den ersten 24 Stunden wird man ja auch meist nicht schon vor größere pflegerische Probleme gestellt.

Zum Routine CCT - mit welcher Konsequenz - habe schon schwer hypoxische Patienten ohne pathologisches CCT gesehen. Hirnödem muss halt nicht sein. Bei uns nach 24 Stunden Hypothermie und dann Normotemperatur -> Analgosedierung aus und schauen was passiert. Dann im Verlauf aufgrund der Neurologie Entscheidung über CCT. Das CCT hilft aber nur DD (also zum Ausschluss anderer Probleme die verschleiert wurden) weiter, da meist oB.

Tschau
Dirk Jahnke

fridolin
09.03.2006, 21:09
Hallo, @all,
hier einige Links zum Thema "coolGard"

http://www.pro-4-pro.com/de/Medical/Company-6405428/42540f6c0bfa0.html

http://www.alsius.com/reference.html

http://idw-online.de/pages/de/news125748

Kosten des Systems: ca. 25.000 € = ca. 1/2 Stelle im Pflegedienst für 1 Jahr!

Betriebskosten?? (Katheter, Einmalzubehör, Personalaufwand??) - war leider nicht zu erforschen.

Im Übrigen hier nun unsere "Kühlschrankmedizin" im warsten Sinne des Wortes:
> Kühlung des Patienten mittels kalter Infusionslösung aus dem Kühlschrank
> Temperaturmessung per BDK
> Steuerung der Körpertemperatur durch kontinuierliches Monitoring der BDK - Temperatur.
Geht auch.... löst aber keine "Begeisterungsstürme" aus.
Viele liebe Grüße
fridolin

morgenmuffel
10.03.2006, 10:46
ca. 25.000 € = ca. 1/2 Stelle im Pflegedienst für 1 Jahr!


Hallo auch,
ich frage mich warum immer in Kosteneinheiten einer Pflegestelle gerechnet wird?
Ist die Therapie für manche Personen eher effizient / sinnvoll, wenn sie billiger ist als eine VK-Stelle?
Ich denke ein Kühlsystem wie coolGard ist sinnvoll, da es im Vergleich zu anderen Methoden (Matte, Kalte Infusionen, Icepack's etc.) die Zieltemperatur exakt erreicht und hält und dadurch die Personen im therapeutischen Team für andere Dinge frei sind als die Temperatur einzustellen.

mit solidarischen :streik:-Grüßen aus Erlangen
morgenmuffel

fridolin
10.03.2006, 11:20
Hallo auch,
ich frage mich warum immer in Kosteneinheiten einer Pflegestelle gerechnet wird?
Ist die Therapie für manche Personen eher effizient / sinnvoll, wenn sie billiger ist als eine VK-Stelle?
Ich denke ein Kühlsystem wie coolGard ist sinnvoll, da es im Vergleich zu anderen Methoden (Matte, Kalte Infusionen, Icepack's etc.) die Zieltemperatur exakt erreicht und hält und dadurch die Personen im therapeutischen Team für andere Dinge frei sind als die Temperatur einzustellen.

mit solidarischen :streik:-Grüßen aus Erlangen
morgenmuffel

Die Frage von Morgenmuffel ist falsch herum gestellt - sie müßte eigentlich lauten: wie viele Stellenanteile brauche ich für die Therapie und Überwachung bei den einfachen Methoden (Kühlmatte, kalte Infusionen u.s.w.) und wie viele Stellenanteile brauche ich bei CoolGard?
Was zählt, sind leider nur Zahlen, Daten und Fakten.
Dann wird Technik auch angeschafft.
Aber - an anderer Stelle habe ich meine Meinung auch schon in dieser Richtung geäußert - was den Pflegedienst drückt und für enormen Arbeitsanfall sorgt, sind veraltete, überkommene Strukturen und Organisationsformen innerhalb der Kliniken - sie wären dringlich zu reformieren, wobei auch die Ärzte mit ins Boot müssen sowie alle anderen Fachabteilungen.
Leider wagen die Krankenhäuser diesen Kraftakt zur Zeit nicht oder nur in Ansätzen - vermutlich gibt es eine zu starke, nicht pflegerische Lobby.
Es gibt noch viele andere, sinnvolle technische Hilfsmittel für den Preis eines Mittelklasseautos, die dem Pflegepersonal die Arbeit erleichtern könnten, aber sie werden nur selten angeschafft. Als gutes Beispiel seinen hier Mobilisationsbetten genannt.
Viele liebe Grüße
fridolin

Dirk Jahnke
10.03.2006, 13:25
Moin Moin

Habe nicht das Bedürfnis mit Collguard zu arbeiten!

Wenn der Ablauf der Hypothermietheraphie in die Routine übergeht - wie bei uns geschehen - ist der Aufwand nicht größer als bei anderen kritisch kranken Patienten. Nach dem runterkühlen (bei uns 1-3 Stunden / physikalisch besonders kalte Infusionen) ist der Aufwand bei uns aufgrund der tiefen Analgosedierung/Relaxierung sogar geringer als bei manchen anderen Patienten (planbare Versorgung). Weiteres aktives kühlen ist nach diesem Zeitraum nur äußerst selten nötig. Der Aufwand wird dann nicht mehr durch die Hypothermie bestimmt sondern eher von Komplikationen, die der Coolguard ja auch nicht vermeiden kann.


Im Moment, sicher durch die Jahreszeit begünstigt , bekommen wir die Patienten häufig schon nahe der Zieltemperatur vom Rettungsdienst übergeben. Und das Aufgrund des Wissens um die Hypothermie nach Reanimation.(neue Guidelines)

Solange keine Untersuchung eine geringere Komplikationsrate mit dem Coolguard aufzeigt, sehe ich bei uns keinen Grund für diese Anschaffung. Komme persönlich wegen einer Hypothermie nicht in Stress - kann gut meine anderen 1-3 Patienten versorgen. Das sieht bei einer akuten Sepsis oder einer resp. Globalinsuf mit ph < 7,2 und NIV schon anders aus - nur als Vergleich.
Bei Einführung dieser Maßnahme und dem finden einer Vorgehensweise sah das allerdings noch ganz anders aus :-o

Tschau
Dirk Jahnke

fridolin
10.03.2006, 13:35
Hallo, lieber Dirk,
eben genau das, was ich meinte!
Nicht immer bringen teure Geräte sooooo viel mehr, aber Dein Bericht ist leider subjektiv, "...komme nicht in stress....".
Hier würde ich mir Zahlen (z.B. Minutenwerte) wünschen, somit wäre eine andere Sachebene in der Diskussion erreicht.
Vielen Dank für Deinen schönen Beitrag
der kalte
fridolin:schock:

Dirk Jahnke
10.03.2006, 16:24
Moin fridolin

Sachlich gesehen - gut Minutenwerte würden wahrscheinlich objektiv sein.
Aber was mache ich denn zum kühlen. Infusionen holen und anhängen und aufdrehen, bei uns den Ventilator anstellen, nasse Wickel nass halten. Das über ca. 3 Stunden. Läuft so nebenher. Denn wenn - sollte man tatsächlich nur das aktive kühlen anschauen. Max also 180 min von denen sich nur ein Bruchteil auf das aktive kühlen beziehen. Werde mal schauen ob ich ein paar Zahlen sammeln kann :D . Aber alleine die baulichen Gegebenheiten - also der Weg zum Kühlschrank machen bei solchen Sekunden - Aktionen die Sache eigentlich schon wieder schlecht vergleichbar.

Glaube gerade die (stations) subjektive Belastung ist sehr unterschiedlich. Besonders in einer Aufnahmesituation sind die Aufgaben des Pflegepersonals sicher von ICU zu ICU unterschiedlich. Selbst die Verteilung innerhalb des Pflegeteams - die Selbstverständlichkeiten (z.B. muss der Patient elektronisch Aufgenommen werden - wer macht das) sind sicher variabel. BE und EKG macht bei uns z.B. der Arzt. Dafür assistieren wir bei Zugängen durchgehend bis zum Verband.

Wäre aber mal was - ein Thread mit einer Sammlung von teueren Geräten von denen man sich viel erhofft hat - und die heute irgendwo einstauben :mosh: (Robodoc lässt grüßen)

Tschau
Dirk Jahnke (dem auch schon ganz kalt ist :schock: )

fridolin
10.03.2006, 20:26
Hi, Dirk,
Deine Antwort ließ mich doch staunen:
"....bei uns den Ventilator anstellen...." - na, ist das denn wohl aus hygienischer Sicht einwandfrei?
Ich habe da so meine Zweifel.
Mit anderen Worten: von mir in meiner Eigenschaft als Praxisanleiter würdest Du für den Ventilator einen kräftigen 11 - Meter bekommen.... :motz:
Aber vielen tausend Dank für die Bereitschaft, Minutenwerte zu erheben. Auch ich habe mir vorgenommen, die benötigte Zeit zu notieren, um wenigstens einige aussagekräftige Zahlen zu bekommen, wird aber etwas dauern, da geeignete Patienten erst einmal von mir betreut werden müssen.
Wir sollten zu einem späteren Zeitpunkt unser Datenmaterial hier veröffentlichen.
Ist vielleicht für einige KollegInnen eine Hilfe.
Viele liebe Grüße
fridolin

Dirk Jahnke
10.03.2006, 20:35
Moin Fridolin

Deine Aussage zum Thema Ventilator wirkt jetzt aber auch subjektiv :) - Hygienische Problematik ist schon klar - aber da nur kurzer Zeitraum und keine postoperativen Patienten nehmen wir das halt in Kauf.
Ich als Praxisanleiter vermittele das bei uns so im Rahmen des Gesamtkonzeptes Hypothermie ;)

Tschau
Dirk Jahnke

R.Fischer
13.03.2006, 21:03
Liebe Kollegen!

Finde das mit dem Ventilator auch nicht so schlimm (...aber ist das echt wahr mit dem Fan?....), man föhnt den Patienten doch auch die Haare, oder?
Und da ist das dann sogar warme Luft.
Bin aber schon einige Jährchen aus der Intensivpflege draußen, vielleicht macht man auch das mit dem Föhnen nicht mehr?

Gruß aus dem frostigen Schwaben von Rainer.

Dani
16.03.2006, 20:45
Schreibe meine Facharbeit (im Rahmen der Sonderausbildung Intensivpflege) über "Therapeutische Hypothermie nach Reanimation beim pädiatrischen Patienten".
Wer hat damit von euch schon Erfahrung? Bei uns auf Station wird es leider noch nicht durchgeführt, wird aber hoffentlich bald kommen. Habt ihr Pflegestandards od. med. Standards für die Betreuung der Pat. und Durchführung der Hypothermie? Welche besonderen pflegerischen Probleme ergeben sich beim gekühlten Pat?

lg,
Dani

EMCOOLS
12.04.2006, 14:59
Hallo @all!

Bin via Google zu euch gekommen.
Ich weiß jetzt nicht ob ich hier willkommen bin und ob "Werbung" hier überhaupt erlaubt ist.
Ich arbeit für die Firma EMCOOLS (http://www.emcools.com) und wir entwickeln und vertreiben Matten für die milde Hypothermie.

Nur soviel sei gesagt, das EMCOOLSpad ist auch präklinisch hervorragend zu verwenden und hat eine deutlich höhere Kühlrate (3,6°C/h) im Gegensatz zu anderen Systemen.

Sollte jemand Interesse haben und mehr Infos diesbezüglich benötigen, könnt Ihr jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen.

Denjenigen die sich mit Hypothermie beschäftigen werden Hr. Prof. Behringer und Hr. Prof. Sterz sicherlich ein Begriff sein vom AKH in Wien.

Unsere Matte wurde in Zusammenarbeit mit den Beiden entwickelt und erprobt.

MFG Harald Schachinger

Obs-Pfleger
12.04.2006, 15:19
Hallo @all!

Bin via Google zu euch gekommen.
Ich weiß jetzt nicht ob ich hier willkommen bin und ob "Werbung" hier überhaupt erlaubt ist.


Hallo EMCOOLS!

Generell ist hier natürlich erstmal jeder willkommen! In Sachen "Werbung" kontaktierst du am Besten erst einmal die zuständigen Administratoren! Ist hier im Forum nicht so gerne gesehen wenn einfach so drauf los "geworben" wird!


Mfg Obs-Pfleger

EMCOOLS
12.04.2006, 15:24
möchte dieses forum nicht als vertriebsplattforum missbrauchen, meine vertriebswege werd ich mir sicherlich auf "altgebackene" weise suchen.
also keine angst, ich erwarte mir hier sicherlich keine bestellungen oder ähnliches ;)

wollte vielmehr inhaltlich meinen senf dazugeben, also wirklich rein informativ.

so long

Hanno H. Endres
12.04.2006, 15:32
Hallo Herr Schachinger.



wollte vielmehr inhaltlich meinen senf dazugeben, also wirklich rein informativ.


Ist bei uns auch genauso angekommen; zu den Details haben Sie soeben eine Mail von mir erhalten.

Schöne Grüße,

hhe

Obs-Pfleger
12.04.2006, 15:47
wollte vielmehr inhaltlich meinen senf dazugeben, also wirklich rein informativ.


Na dann nochmal ein Herzliches Willkommen :peace: ! Freue mich auf viele interessante Informationen zu diesem Thema!

Mit dem von Ihnen genannten "Kühlsystem" habe ich persönlich noch keine Erfahrungen gesammelt! Bis jetzt hab ich es nur mitbekommen das die Patienten nach Kardio-pulmonaler Reanimation mittels kalter Infusionen gekühlt wurden bzw. mit einer Kühlmatte wo mir das System und Hersteller momentan leider nicht bekannt ist! Mit diesem System dauert`s jedoch ewig bis man die Patienten "runtergekühlt" hat, hab ich zumindest das Gefühl!

Mfg Obs-Pfleger

EMCOOLS
12.04.2006, 15:56
also erstmals denke ich wir sollten beim du bleiben, möchte ja ein ganz normals forenmitglied sein... wenns recht ist.

als kleine hintergrundinformation:
die matte ist aus latex und hat ein gemisch aus destilliertem wasser und graphit als inhalt.
graphit desswegen weil es extrem gut wärmeleitend ist.

ich hab mich jetzt in diverse studien eingelesen und bei den meisten wird der faktor zeit als ganz wichtig beschrieben.
wir starten gerade ein projekt mit der wiener rettung wo erstmals weltweit im prähospitalen bereich die hypothermie angewandt wird.

sobald es erfahrungswerte dazu gibt, wie die sanitäter mit dem ding zurecht kommen, wie sehr es den einsatz stört oder aufhält gebe ich bescheid.

natürlich werden wir auch den neurologischen outcome verfolgen, der sich im zuge dieses projekts hoffentlich deutlich verbessert.

dann wäre nämlich wirklich bewiesen, dass eine rasche und effiziente hypothermie neben dem cpr und der defibrillation wirksam ist.

ich freue mich schon auf eure denkanstösse und ideen.
wir sind im augenblick echt noch in der phase solche in die entwicklung zu integrieren und dementsprechend froh über jeglichen input.:mosh:

Obs-Pfleger
12.04.2006, 16:30
also erstmals denke ich wir sollten beim du bleiben, möchte ja ein ganz normals forenmitglied sein... wenns recht ist.



Jawohl! Ist ok, ich :danke: dir erstmal für die interessanten Info`s!


Mfg Obs-Pfleger :D

Regina
03.08.2006, 23:49
Hallo Ihr,

melde mich wie ich gerade gesehen habe etwas spät.....bin leider kein regelmäßiger Gucker.........
Wir wollen die Hypothermie nach Rea ebenfalls einführen (zunächst mit der gnsigeren Variante: Coolpacks und Infusionen). Habe dazu allerdings noch Fragen und hoffe, dass mir die einer von euch beantworten kann.
1. In welcher Zeit kühlt ihr wieviel Grad herunter?
2. In welcher Zeit erwärmt ihr wieviel Grad herauf?
3. Ist eine höhere Sedierung oder besser gefragt welche Analgosedierung ist hierbei erforderlich? Wir relaxieren die Patienten im Allgemeinen nicht.
4. Warum sprecht ihr häufig von Mikrolagerung, warum kann der Patient icht "normal" gelagert werden?
5. Auch von mir dir Frage...hat irgendjemand schon Standards darüber auf seiner Station?

Wäre schön,von euch zu hören......

Grüße
Regina

Dirk Jahnke
04.08.2006, 00:45
Moin Regina

zu 1.

Kühlen so schnell wie möglich - gibt ja die Vermutung, dass die Zeit auch das outcome beeinflusst. Bei uns meist 2-4 Stunden.

zu 2.

weniger als 1 Grad pro Stunde

zu 3.

Wir analgosedieren sehr großzügig! Nach Körperbau 10-12 mg Midazolam und 0,5-0,6 Fentanyl pro Stunde. Wird nach 24 Stunden meist halbiert und bei Temp >36 Grad ganz abgestellt.

zu 4.

Mikrolagerung kam ja (auch?) von mir. Nur als Alternative bei sehr wackeligen Patienten zur Keillagerung. Grundsätzlich eine Lagerung mit bestmöglichem Abfluss vom Cerbrum bei 30 Grad Oberkörperlagerung.

zu 5.

Sende dir mal unseren Hilfstext - basiert auch auf der billigen Version.

Wobei wir, nach dem wir mit unserer Intensiv das 2. Mal in diesem Jahr umgezogen sind, erst einmal das Kühlzelt von KCI testen werden.

Tschau
Dirk Jahnke

Obs-Pfleger
04.08.2006, 14:03
Hi Regina!



melde mich wie ich gerade gesehen habe etwas spät.....bin leider kein regelmäßiger Gucker.........
Macht ja nicht's, die Beiträge laufen ja nicht weg! :guck mal: :zwai:



3. Ist eine höhere Sedierung oder besser gefragt welche Analgosedierung ist hierbei erforderlich? Wir relaxieren die Patienten im Allgemeinen nicht.
Kleine Ergänzung noch zum Beitrag von Dirk Jahnke, bei uns bekommen die Patienten alle einen Nimbexperfusor, wenn ich mich recht erinnere wird der "pur" aufgezogen (...ich glaube in einer Ampulle sind 10ml a' 10mg...oder....:duck: :rolleyes: ), der läuft dann meistens mit 4ml/h.


Mfg Obs-Pfleger - "ist auch wieder kühler geworden draussen, oder täuscht das?"

Regina
04.08.2006, 17:27
Huhu,
schön,so schnell von euch zu hören. Guck jetzt auch öfter rein..!!!
Danke.
Melde mich nochmal...habe bestimmt noch Fragen

Grüße Regina

Total kalt draussen

Ambu das Beuteltier
10.08.2006, 23:43
Hallo Forum,

in Marburg gibt es im September einen Referenten aus Austria zum Thema therapeutische Hypothermie.
Termin:
Forum für Intensivpflege und Intensivmedizin Marburg

6.,7.,8. September 2006 in Marburg.

Programm und Anmeldeunterlagen gibt es hier:http://www.doceducation.de/kongresse_detail.asp?id=132859

oder bei der DGF online bei www.dgf-online.de

Gruß, T.

Björn
04.09.2006, 14:38
Hallo
Mache zur Zeit meine Fachausbildung in Lübeck. Meine Abschlussarbeit geht
über die Hypothermie nach Reanimation .Am Ende möchte ich noch gerne ein Pflegestandard erstellen. Vielleicht könnt ihr mir ja eure Erfahrungen
mitteilen. Würde diesen Standard auch weitergeben.
Gruß Björn

Ducky
07.09.2006, 14:12
Hallo
Mich würde an dieser Stelle mal interessieren, wie teuer denn die verschiedenen Kühlsysteme sind. Es würde mich freuen wenn einer Zahlen weiß.
Mit besten und
Viele Grüße aus NRW
Ducky

Björn
09.09.2006, 11:43
Hallo
Das Bett von KCI ist uns für 40.000 Euro angeboten worden.
Ein Tunnelbezug kostet 200.-Euro
Das Cool Gard 3000 Gerät kostet in der Anschaffung 25.000 .- Euro
Der Katheter 250.- Euro und das System 200.-
Das sind alles Zahlen die der Vertreter uns gesagt hat was nachher
ausgehandelt wird weiß man doch nicht.
Gruß Björn

Fango
11.09.2006, 22:48
Hallo
Wozu braucht man unbedingt Kühlmatten oder Kühlsysteme?

Wir kühlen bei uns die Patienten nach Reanimationen seit ca. 1 Jahr auch ohne Anwendung von spezielle Kühlsystemen. Bislang haben wir recht gute Erfahrungen mit einfachen CrushEis aus der Eismaschine gemacht: diese wir in einen herkömmlichen (sauberen!) Müllbeutel gefüllt und dann auf den Patienten gelegt (ähnlich der Stammkühlung bei Fieber). Um dem Problem des sich aufgetauten Wassers zu umgehen wird ein Absaugkatheter mit in den Beutel gelegt und an eine Absauganlage mit geringem Sog angeschlossen und das Ganze dann luftdicht mit einem Kabelbinder o.ä. verschlossen. Durch den Sog entsteht eine recht steife Matte, die sich dem Patienten anpasst. Die Kühlzeit beträgt ca 1-1,5 Std. und wird für ca 24 Std bei rund 33-35° C gehalten, danach erfolgt ein passives Aufwärmen.

Also bis dann
Fango

morgenmuffel
12.09.2006, 04:18
Hallo Fango,
für 1,5 Stunden Eis auf der Haut, habt ihr da keine Probleme mit Gewebsschädigung?
Gruß morgenmuffel

Dirk Jahnke
12.09.2006, 04:33
Moin Fango


33-35 Grad - verschrieben oder weicht euer Zielbereich von den Empfehlungen ab?

Warum Kühlsysteme:

Wenn die Aussagen von KCI zutreffen wäre das ein Argument. Die Zukunft wird es zeigen. Nutzen ja im Moment auch eine selbstgestaltete Methode.

Fango
12.09.2006, 10:49
Hallo Morgenmuffel

Habe den SToffbezug (kleines Baumwolllaken) vergessenn zu erwähnen, bislang hatten wir noch keine Gewebsschäden!



Hallo Dirk

UNser ziel ist schon die 33° C klappt aber nicht immer vor allem wenn der Pat. zuvor schon erhöhte Temperaturen hat.

Fango

Dirk Jahnke
12.09.2006, 11:06
Moin,Moin

Die Aussage klappt nicht immer würde zur These "externe Kühlung alleine reicht einfach nicht" passen. KCI scheint ja auch mit kalten Infusionen intern kühlen zu müssen um in angemessener Zeit sicher die Zieltemperatur (32-34 Grad) zu erreichen. Goolguard ist sowieso ein intern ausgelegtes Verfahren.

Haben mit der Kombination extern/intern in den letzten 1 1/2 Jahren wenn wir wollten immer die Zieltemperatur erreicht und auch ohne Probleme gehalten. Wobei das halten eigentlich kein Problem ist.(Fallzahl geschätzt 40 pro Jahr)

Rennrad
13.09.2006, 07:31
Hallo Dirk,

da wir mit der Fallzahl ähnlich liegen, würde mich euer Pflegestandard bzgl. Kühlung interessieren. Gibt es einen speziellen für diese Patienten?

Gruß Rennrad.

Dirk Jahnke
13.09.2006, 10:08
Moin Rennrad

Kein Pflegestandart sondern eher eine Durchführungsanleitung (http://beatmung.mine.nu/dmdocuments/Durchf_hrung_der_Hypothermie_nach_Reanimation.doc) .

morgenmuffel
15.09.2006, 06:01
Hi Dirk,
Den Ventilator würde unsere Hygienefachkraft sofort einsacken! So was geht bei uns gar nicht!
Gruß morgenmuffel

Dirk Jahnke
15.09.2006, 06:13
Moin Morgenmuffel

Thema hatten wir schon :)

Habe letztens auf einem Intensivtag zum Thema auch mit Verweis auf den Ventilator referiert. Hygiene saß im Publikum. Habe nichts kritisch gehört :D

Mangels Alternativen bleiben wir im Moment noch dabei. Wird ja meist auch nur bis zur Zieltemperatur eingesetzt. Im Moment sind wir nur teilklimatisiert und brauchten den Ventilator auch bei anderen Patienten um es halbwegs erträglich zu halten.

Jane GR
28.09.2006, 21:53
High - ist ja alles ganz interessant - und bei Patienten nach Reanimatiopn auch schon recht lange mit sicher streitbarem Erfolg angewandt. Mich würde mal interessieren, ob jemand Erfahrungen mit der kontrollierten Hypothermie bei Schädel-Hirn-Verletzten, nach ICB und ähnlichem hat - wird ja bei neurochirurgischen Operationen schon länger gemacht - aber in der Versorgung dieser Patienten auf ITS machen wir das nicht. Gibts nachweislich Vorteile für die weitere Entwicklung ? Kann man unter einer dafür notwendigen tiefen Sedierung überhaupt eine gute Neurologische Verlaufskontrolle sichern ?

Björn
17.10.2006, 11:58
Hallo
Schreibe zur Zeit meine Facharbeit über Hypothermie nach Reanimation.
Sammel dafür noch ein paar Information. Wie sieht es mit Herzrhytmusstörung
aus ( bradykardien z.B.)
Hat schon jemand mit dem KCI Bett gearbeitet ?

Dani
20.10.2006, 22:20
Hallo!

Mich würde noch interessieren in welchem Spezialbett (ohne Wämeabgabe) ihr die Patienten lagert?

Lg

WomBat
20.10.2006, 22:36
StandarD. StandarTen:D befinden sich z.B. oft in Autokolonnen (schwarz, groß. Meist Limo.) an Autos.

WomBat

Manuel
02.11.2006, 17:52
Hi, ich hab mich erst seit kurzdem in diesem Thema eingelesen. Hätte da eine Frage an jende, die mittels kühler Infusionen eine Hypothermie erreichen wollen: Bei welcher Temperatur bewart ihr die Infusionen auf? Überwacht ihr die Temperatur mittels Tympanometer oder Blasenkatheter?

Dirk Jahnke
02.11.2006, 18:06
Moin Manuel

Infusionen kommen aus dem normalen Kühlschrank. Haben da 8l gelagert. Wenn es in seltenen Fällen eng wird nutze ich die Schnellkühlung über das Eisfach.

Überwachung bei uns über DK.

@Dani

Patienten liegen im normalen Bett ohne Spezialmatratze. Probleme mit Dekubiti haben wir unter Keillagerung/Microlagerung nicht.

Paddy
28.11.2006, 11:47
Hallo alle,
habt ihr eigentlich Erfahrungen mit dem Kühlgerät der Firma Hirtz? Variotherm 550? Das haben wir jetzt zum Testen auf unserer Station, weil die bisherige Therapie mit kalter Infusionstherapie und Kühlakkus nur eingeschränkt umgesetzt werden konnte.
Grüße,
Paddy

FireBIPAP
27.02.2007, 04:47
Hi!
wir haben seid ca. einer Woche das "KCI Deltatherm" mit dem "Lifetent" zur verfügung. Der erst Patient verstorben, der zwaite gerade da drin und wird z.Z. wieder aufgewärmt.
Das ganze Systhem ist sehr groß, macht lärm und produziert ´ne menge warmer Abluft. Allerdings ist es erstaunlich einfach zu handhaben und leicht zu bedienen.
Frage: Wer kennt das System noch? Wie kommt ihr damit zurecht? Erbitte Erfahrungsberichte.

Danke schon mal!

Cu Simon

Dirk Jahnke
27.02.2007, 06:03
Moin FireBIPAP

Haben auch gerade eine Teststellung.
Meine Eindrücke sind eher negativ.

Lautstärke müsste man mal messen. Auf jeden Fall ist das alleine ein Grund für tiefste Analgosedierung und Gehörschutz für Patient und Personal ;)

Kühlleistung konnte im Vergleich zum bisherigen Vorgehen nicht überzeugen. Nach 5 Stunden im Zielbereich. Aufwand bei reiner Infusionsmethode eher deutlich geringer - besserer Zugang zum Patienten (unser erster musste auch gleich flimmern). Patientenzahl bisher ist "1". Also ein ziemlich eingeschränkter Eindruck - bisher!

Bett konnte anschließendes auffiebern nicht verhindern - trotz Kühlleistung wie beim runterkühlen und entsprechenden hochziehens der Sedierung mit entsprechender Unmöglichkeit die Neurologie mit dem Ziel schnelle Extubation zu beurteilen. Aufwärmen vor dem Fieberschub klappte aber auf den Punkt :D

fridolin
27.02.2007, 20:59
Moin FireBIPAP

Haben auch gerade eine Teststellung.
Meine Eindrücke sind eher negativ.

... ein Grund für tiefste Analgosedierung und Gehörschutz für Patient und Personal ;)
:D

Na, es wundert mich gar nicht, das das Bett eher negativ beurteilt wird, wenn auch das Personal Gehörschutz trägt und tief Analgosediert ist....

Viele sedierte Grüße
von
fridolin,
der auch gerne herkömmlich kühlt..... (mangels technischer Ausstattung)

Schwester B
16.03.2007, 14:22
Hallo!
zu diesem thema kann ich nur sagen, dass ich es total genial finde. Pat. die wir gekühlt haben sind neurol. besser rausgekommen als Pat. die wir nicht gekühlt haben. Es dauert zwar auch lange ehe man die Pat.wieder fit hat.
Aber ich habe das Gefühl sie sind besser. Bei uns werden diese Pat. so wenig wie möglich gedreht. Die Aufwärmphase funktioniert durch das Gerät auch ganz gut. Es gibt ja auch ein Bett zum Kühlen.Was mächtig viel Platz beansprucht. Leider habe ich es noch nicht in Betrieb gesehen. Wenn wir es mal am Pat. haben kann ich ja mal berichten wie das so funktioniert hat. Wenn es gewünscht ist. Ich will mich da keineswegs aufträngen.
Grüsse Schwesterb:) .

morgenmuffel
17.03.2007, 11:08
Hallo,
wahrscheinlich billiger als ein Kühlbett ist das COOLGARD (http://www.alsius.com/) System. Eine gekühlte Flüssigkeit (NaCl 0,9%) wird durch Ballons eines Femoraliskatheter gepumpt. Das System regelt die Abkühlung/Aufwärmung nach Voreinstellung der Zieltemperatur und der Abkühl-/Aufwärmrate selbständig. In unserem Haus wird das System auf mehreren Intensivstation (Neurologie/Neurochirurgie/Kardiologie/Operative) eingesetzt.
Kein Lärm, geringer Arbeitsaufwand, Temperaturstabil.
Gruß morgenmuffel
Link (http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/05/briefing/2005-4100b1_01_510k%20Summary.pdf)

stechapfel
20.03.2007, 19:55
Hallo,
wahrscheinlich billiger als ein Kühlbett ist das COOLGARD (http://www.alsius.com/) System. Eine gekühlte Flüssigkeit (NaCl 0,9%) wird durch Ballons eines Femoraliskatheter gepumpt. Das System regelt die Abkühlung/Aufwärmung nach Voreinstellung der Zieltemperatur und der Abkühl-/Aufwärmrate selbständig. In unserem Haus wird das System auf mehreren Intensivstation (Neurologie/Neurochirurgie/Kardiologie/Operative) eingesetzt.
Kein Lärm, geringer Arbeitsaufwand, Temperaturstabil.
Gruß morgenmuffel
Link (http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/05/briefing/2005-4100b1_01_510k%20Summary.pdf)

Hallo! ...und ein nicht zu unterschätzendes Risiko für den Patienten...

1.
-der Katheter liegt in der Cava (Niederstromsystem) mit nem gewissen Risiko auf Thrombenbildung.

2.
-die femorale Anlage find ich hygienisch nicht gerade optimal

3.
-lt. ILCOR-Guidlines soll der Pat. so schnell wie mgl. der Kühlung zugeführt werden - erst einen Katheter legen...30min röntgen...15min

-> Pat. rein in die Deltatherm -> ferdich! ganz ohne Risiko! Tür zu! alle
sind glücklich! :mosh:

Nee mal im ernst, das sind Vorteile die man nicht unterschätzen sollte, schließlich wurden ein großteil der Pat. in der HACA-Studie mit einen noninvasiven Prototyp der Fa. KCI gekühlt (welches von der Performance aber nicht mit der momentanen Deltatherm verglichen werden kann - heute echt fix! - so meine Erfahrungen bei nem 170kg Pat.)

morgenmuffel
20.03.2007, 20:26
1.
-der Katheter liegt in der Cava (Niederstromsystem) mit nem gewissen Risiko auf Thrombenbildung.

2.
-die femorale Anlage find ich hygienisch nicht gerade optimal

3.
-lt. ILCOR-Guidlines soll der Pat. so schnell wie mgl. der Kühlung zugeführt werden - erst einen Katheter legen...30min röntgen...15min

-> Pat. rein in die Deltatherm -> ferdich! ganz ohne Risiko! Tür zu! alle
sind glücklich! :mosh:

Hallo Stechapfel
zu 1.
Einen ZVK braucht der Pat. eh. Die liegen nunmal alle in der Cava.
zu 2.
stimmt, aber es gibt auch Catheter für die Subclavia- bzw. Jugularvene also Vena Cava superior.
zu 3.
Eure Ärzte sollten etwas üben! 30 min für 'nen Cava Katheter. Bei uns sind die in 5 min angelegt. Und Röntgen ist nur bei Zugang über die Subclavia- bzw. Jugularvene nötig, wenn keine ZVK-Lagekontrolle durch intraatriale EKG-Ableitung durgeführt wird, daher bei uns der Icy-Catheter.

Gruss morgenmuffel

stechapfel
20.03.2007, 20:51
hallo morgenmuffel,

stimmt einen zvk brauchen sie alle, aber 8.5F :wow: sonst sicher nicht. nicht auszudenken wenn er in den rechten vorhof rutscht...

...die katheter für die subclavia bzw. jugularis hat bei weitem nicht die kühlperformance wie der femoral gelegte...(vergleich mal!)

...ok die 45min sind übertrieben, aber von der einfachheit ist so ein system mit nem Zelt (welches nur in der abkühlphase zu ist) kaum zu toppen zumal man auch gleich ein adequates weichlagerungssystem unterm pat. hat.

Monty
21.03.2007, 13:59
stimmt einen zvk brauchen sie alle, aber 8.5F :wow: sonst sicher nicht. nicht auszudenken wenn er in den rechten vorhof rutscht...


Wie wär´s mit annähen?!
Spaß bei Seite, die Cool-Line oder Icy-Katheter sind weder mikrobiologisch noch Thromboembolisch bedenklicher als andere venöse Katheter. Hab sie schon öfters bei Neurochirurgie-Patienten, hoch septische Pat., ... im Einsatz gehabt. Bislang gab´s noch nie einen Anhalt für Thromben oder Katheterinfektion, auch bei Überschreiten der ausgewiesenen Gebrauchsdauer ;) !
Der Einwand mit der Lokalisation ist schon richtig, der Icy-Katheter mit 3 Ballon passt schon aus anatomischen Gründen besser in die Femoralis.
Und die Hygiene, da müssen wir uns selber bei der Nase packen, wenn´s mit der Katheterpflege nicht so passt (vorausgesetzt die Doc´s halten sich an alle Hygienevorgaben bei der Anlage, und da schau ich schon genau hin und bin mit bösen Kommentaren nicht zimperlich :motz: )
Der große Vorteil des Coolgard ist die Temperaturstabilität, die konstanten Aufwärmraten und die Pat. machen peripher nicht so zu, da die Kälte nicht von außen kommt.

Gruß aus dem kalten Süden,
Monty

sam2309
21.12.2007, 19:02
Würde das Thema nochmal aufgreifen, da es bei uns gerade aktuell ist.

1. Inwieweit werden die Patienten bei Euch relaxiert? Mit Perfusor, oder
fraktioniert?
2. Wie oft konrolliert ihr in der Abkühl- und Aufwärmphase Kalium und
Glucose ?
3. In welchem Rahmen haltet ihr das Kalium?
4. Wird bei Euch die "Neurospezifische Enolase" standardmässig bestimmt?

Monty
22.12.2007, 00:07
Hallo!

zu 1.
Pat. werden nicht relaxiert, sondern tief analgosediert!
eine Muskelrelaxation kann zu ITS-assozierten Paresen führen
(Partridge BL, Abrams JH, Bazemore C, Rubin R. Prolonged neuromuscular
blockade after long-term infusion of vecuronium bromide in the intensive care unit. Crit Care Med 1990
Vanderheyden BA, Reynolds HN, Gerold KB, Emanuele T. Prolonged paralysis after
long-term vecuronium infusion. Crit Care Med 1992)

zu 2.
standardmäßige Kontrolle, wenn sich ne Tendenz zu rapide Veränderungen zeigt natürlich öfters

zu 3.
4-8 mmol/l

zu 4.
"Neurospezifische Enolase" Äh, wie bitte?! :-o
hab´s gegooglelt ...:schock: als Tumormarker gefunden und als prognostischer Marker für zerebrale Schäden?!?
kannst du´s kurz erläutern

Mercy, Monty

Dirk Jahnke
22.12.2007, 01:56
Moin Moin

zu 1.

Patienten werden tief analgosediert und die ersten 12- 24 h per Bolusgabe relaxiert.

zu 2.

Abhängig von den ermittelten Werten alle 4 Stunden oder häufiger.
Halt im Rahmen einer BGA zusammen mit pCO2 und Glucose die auch ihren Zielwert haben.

zu 3.

Um 4 mmol/l

@monty 4-8 ?

zu 4.
Neurospezifische Enolase

Was bastelt hier denn daraus. Ist der Wert für euer Vorgehen als Prognosemarker relevant ? Wir bestimmen den Wert nicht !

sam2309
22.12.2007, 11:35
Danke erstmal für eure Antworten.

Hier der Link zum neuronenspezifische Enolase:

http://de.wikipedia.org/wiki/Neuronenspezifische_Enolase

Der Wert wird bei uns nach 24, 48 und nach 72 Stunden bestimmt und dient einfach als Prognosemarker.

sam2309
22.12.2007, 11:56
Hallo!

zu 1.
Pat. werden nicht relaxiert, sondern tief analgosediert!
eine Muskelrelaxation kann zu ITS-assozierten Paresen führen
(Partridge BL, Abrams JH, Bazemore C, Rubin R. Prolonged neuromuscular
blockade after long-term infusion of vecuronium bromide in the intensive care unit. Crit Care Med 1990
Vanderheyden BA, Reynolds HN, Gerold KB, Emanuele T. Prolonged paralysis after
long-term vecuronium infusion. Crit Care Med 1992)


Mercy, Monty

Hast Du nen Link bezüglich der ITS-assozierten Paresen?

Dirk Jahnke
22.12.2007, 12:36
Moin Sam2309

Und hat die Bestimmung eine Konsequenz. Welchen Einfluss hat der Wert? auf die Therapie ?

Die Aussagen über den Nutzen erscheinen mir ja recht schwammig.

sam2309
22.12.2007, 12:59
Moin Sam2309

Und hat die Bestimmung eine Konsequenz. Welchen Einfluss hat der Wert? auf die Therapie ?

Die Aussagen über den Nutzen erscheinen mir ja recht schwammig.

Mir auch:-p Eine wirkliche Konsequenz hat der wert nicht wirklich.
Er gibt vielleicht einen Anhalt auf das Outcome des Patienten.
Die Schweizer nehmens halt sehr genau;)

Monty
22.12.2007, 14:27
zu 3.
Um 4 mmol/l

@monty 4-8 ?



Sorry, fieser Tippfehler! :-o
Natürlich 4-5 mmol/l !

@ sam2309:
Leider nicht, war Teil einer Arbeit.
Schmeiß die Links doch mal bei Pubmed rein. Die Arbeiten sind schon älter, da gibt sicher einen freien Zugang dazu.

Verändert sich was an der Therapie bei erhöhter NSE? Therapiebegrenzung, Einstellung?

Gruß, Monty

Monty
22.12.2007, 14:32
Schau mal hier:
http://www.dgai.de/downloads/Leitlinie-Analgosedierung.pdf

In Text weit unten steht was zum Thema Muskelschwäche und Relaxantien in Verbindung mit Kortikoiden.

Monty

Dirk Jahnke
22.12.2007, 14:46
Moin Monty

Bis zur Hypothermie wurde bei uns nur in absoluten Ausnahmesituationen relaxiert. Klassisch beim COPD´ler nach Intubation. ;)

Aber im Rahmen der Hypothermie sind wir darauf angewiesen (physikalisch und kalte Infusionen). Nur so haben wir es geschafft rasch in weniger als 3 Stunden in den Zielbereich zu kommen.(meine letzten waren sogar in 60 min im Zielbereich)
Habe nach milder Hypothermie auch noch kein Bild wie critical illness gesehen - halt nur hypoxisch bedingte Ausfälle.

Monty
22.12.2007, 14:54
Hallo Dirk!

Hast schon recht, die kurzzeitige Anwendung ist problemlos, es ging mir mehr um die Langzeitanwendung.
Bei uns werden SHT-Pat. teils über Tage gekühlt, bzw. im unteren Normbereich gehalten. So richtiges Tiefkühlen nach CPR hat ich selbst noch nicht bei meinen Pat.

Wie gestaltet ihr denn das Kühlen mittels Infusionen? Wie kalt sind die Infusionen und wieviel Liter braucht man denn bei einem ca. 80 kg - Pat.? Welche Infusionen werden benutzt (E´lyte-Belastung, ...)? Wie Plus-bilanziert werden die denn gefahren, bis man mit Diuretika dagegensteuert?

Gruß, Monty

sam2309
22.12.2007, 15:00
Sorry, fieser Tippfehler! :-o
Natürlich 4-5 mmol/l !

@ sam2309:
Leider nicht, war Teil einer Arbeit.
Schmeiß die Links doch mal bei Pubmed rein. Die Arbeiten sind schon älter, da gibt sicher einen freien Zugang dazu.

Verändert sich was an der Therapie bei erhöhter NSE? Therapiebegrenzung, Einstellung?

Gruß, Monty

Wenn der NSE sehr hoch ist wird ein Schädel-CT gemacht
Ist ein grosser Hirnanteil hypoxisch wird darüber entschieden
wie man weiter verfährt, evtl. Teraphieeinstellung.

Hier in Zürich kühlen wir mittels Coolgard, brauchen also keine kühlen Infusionen. Hier bekommen die Patienten soviel Volumen bis eine Normo- bzw. leichte Hypervolämie besteht.

Ich hatte vor kurzem eine Disskusion mit einem Kollegen aus Deutschland. Die kühlen dort mit Matten bzw. kalten Infusionen. Werde mal fragen wieviel Volumen die geben und wie kalt die Infusionen sind. Dort erhalten die Patienten einen Nimbex-Perfusor. Hier in der Schweiz hält man davon nichts, wahrscheinlich wegen der von Dir genannten Komplikationen, werde da aber auch noch mal nachhaken.

Dirk Jahnke
22.12.2007, 16:40
Moin,Moin

Wir kühlen jetzt seit 3 Jahren und da uns das Vorgehen Relaxierung,tiefe Analgosedierung,physikalisch und kalte Infusionen in Fleisch und Blut übergegangen ist sind, wir nur mit einem Auge auf der Suche nach Alternativen.

Infusionen kommen direkt aus dem Kühlschrank also 3-4 Grad. Wir benötigen 2-5l (im extrem aber auch 10l)
. Genutzt wird Nacl 0,9 bzw Vollelektrolyt Lsg bei bereits bestehender Hypokalämie. Eine Hypernaträmie habe ich unter der Maßnahme noch nicht gesehen. Furosemid nach Volumengabe und Grundsituation. Einem Vorderwandinfarkt gebe ich die erste Portion bereits mit dem ersten Liter.
Infusionen laufen immer über einen 14ér oder 16ér peripheren Zugang im Schuss.

Selbst bei initialer Stauung sehen wir übrigens unter Beatmung nur selten Probleme mit der Volumenbelastung. Sehe heute die Stauung im ersten Röntgenbild eher als Umverteilung nach Herzkreislaufstillstand. Trotz Plusbilanz sieht das Röntgenbild am nächsten Tag meist deutlich gebessert aus. Solange die Oxygenierung gut ist oder besser wird machen wir uns da wenig sorgen. Die positiven Erfahrungen mit der milden Hypothermie stehen da einfach im Vordergrund.

Vorteil der Infusionen ist übrigens (wie jetzt schon mehrfach erlebt), dass man mobil bleibt. Kühle auch im CT oder im HK Labor :)
Ins CT mit 35,5 und zurück bei 34 Grad :jubel:

Ist man im Zielbereich wird in den meisten Fällen einfach nur leicht abgedeckt und für tiefen Schlaf gesorgt. Weiteres aktives kühlen ist nach der initial Phase nicht mehr nötig. Nach 24 Stunden Analgosedierung halbiert und bei erreichen von 36 Grad ausgestellt. Danach kann ja in den meisten Fällen innerhalb der nächsten 48 Stunden extubiert werden.

CT nur initial bei Verdacht auf ein cerebrales Problem oder bei Auffälligkeiten nach beenden der Analgosedierung.

sam2309
22.12.2007, 20:28
[QUOTE=Dirk Jahnke]Moin,Moin

Wir kühlen jetzt seit 3 Jahren und da uns das Vorgehen Relaxierung,tiefe Analgosedierung,physikalisch und kalte Infusionen in Fleisch und Blut übergegangen ist sind, wir nur mit einem Auge auf der Suche nach Alternativen.

QUOTE]

Rexatiert ihr denn kontinuierlich über Perfusor? Oder alle paar
Stunden fraktioniert.

rettungsmaus
27.12.2007, 18:38
Hallo Zusammen,

wir kühlen nun auch endlich seit ca. einem Jahr :-o

Wir benutzen dabei auch gekühlte Infusionen ( bis zu 5 L je nach Coro-Wert) bzw. arbeiten wir mit physikalischen Mitteln. Kalte Tücher am Körperstamm, MS Spülungen mit kalten Wasser ect.

Habe die Erfahrung gemacht, dass die Patienten, wenn die Kühlung einmal anfängt und die Temperatur sinkt, dann relativ zügig bei einer Temperatur von 33° C. ankommen.

Wir relaxieren auch nur mit Bolusgaben (gute Analgosedierung reicht oftmals aus) Perfusoren halte ich nicht für optimal da die Maßnahme Relaxion bewußt durchgeführt werden sollte und nicht als "Dauereinrichtung" so nebenbei laufen sollte.

Wir nehmen routinemäßig alle 4 Stunden Elektrolyte, BZ (alle 2 Stunden bzw. bei Bedarf auch stündlich) und BB ab. Verschiebungen haben wir schon sehr häufig beobachten können.

Kaliumwerte halten wir auch wie bei Euch so um 4 - 5mmol/L.

Thema präklinische Hypothermie.
Ist das in Euren Städten (Landkreisen) ein Thema???

Meistens erübrigt sich das weil die Patienten eh schon unterkühlt sind:D

Im Ernst. Werden die Patienten bei Euch präklinisch bewußt gekühlt??? Unsere ÄLRD will das nämlich einführen. Halte ich für übertrieben....

Gruß
Heike

sam2309
27.12.2007, 18:58
Im Ernst. Werden die Patienten bei Euch präklinisch bewußt gekühlt??? Unsere ÄLRD will das nämlich einführen. Halte ich für übertrieben....

Gruß
Heike

Wieso übertrieben? Je eher man damit anfängt umso besser
das Outcome.

rettungsmaus
27.12.2007, 19:41
Weil der RD erst einmal genug damit zu tun hat, die Versorgung des Patienten zu organisieren.
Klar ist es am besten früh genug damit anzufangen aber bei (jedenfalls bei uns) maximaler Transportzeit von 15min. würde es reichen, wenn im KH mit der Kühlung angefangen wird. (Dann aber bitte auch recht zügig und nicht, wie bei uns, manchmal erst nach einigen Stunden....:( )
Logistisch gesehen ist es auch nicht so ganz einfach präklinisch zu kühlen da keine kalten Infusionen (außer die sowieso in ungewärmten RTW's vorhandenen;) ) da sind.


Gruß
Heike

Monty
28.12.2007, 13:21
Ich denke im Zuge der präklinischen CPR kann man mit einfachen Mitteln mit der Kühlung schon beginnen. Unanhängig davon, dass präklinische Pat. (v.a. Trauma) eh zum Abkühlen neigen, läßt sich es leicht etablieren, während der CPR einen Liter kalte Vollelektrolytlösung einlaufen zu lassen. Wenn man keine aktive Kühleinrichtung im RTW hat, muß man halt nehmen, was man hat. Da wir routinemäßig vorgewärmte Lösungen präklinisch verwenden, dann muß man einfach 1-2 Flaschen normal lagern.

Ausstattungen von RTW/NAW sind ja soweit ich weiß von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, oder?

Gab auch schon Zeiten, da hatten wir einen kleinen Kühlschrank für Med., dafür aber kein Wärmefach. Jetzt gibts dafür einen Wärmeschrank, aber keine Kühlung mehr.

Wie sieht´s denn wo anders aus? Wer bekommt vorgefrostete Pat. angeliefert? Aktiv kalt gemacht oder passiv ausgekühlt?

Frostigen Gruß, Monty

sam2309
28.12.2007, 15:17
Hier in der Schweiz bekommen wir die Patienten
leider noch nicht "vorgekühlt". Die gehen meist
erst ins Coro. die Kühlung wird dann erst auf
der IPS eingeleitet.

hannelore
12.05.2010, 00:11
Hallo liebe Leute,

ich wollte mal nachfragen wie denn die aktuelle Situation zwecks "Hypothermie nach CPR" auf den Intensivstationen ist.
Kühlt ihr? Habt ihr Standards? Wenn ja mit welcher Methode? Und welche Positiven und Negativen Erfahrungen habt ihr mit der Hypothermie gemacht?

Liebe Grüße hannelore

FireFight19222
12.05.2010, 02:07
Morche miteinander,

wir (16 Betten ITS, primär Kardiologisch geführt) Kühlen regelmässig Patienten nach CPR.

Benutzen dazu das Gerät Artic Sun. Patienten lassen sich super schnell und effektiv Kühlen, jedoch haben wir etwas probleme mit dem erwärmen über das Gerät. vermutlich Anwenderfehler :-o

So dann noch einen schönen Tag
Lg FireFight19222

rettungsmaus
12.05.2010, 02:14
@Zusammen,


die neue DIN 75079 NEF ist seit November in Kraft. Da ist die Kühlung nach Reanimation in sofern mit aufgenommen, als das man einen Kühlschrank im NEF installieren muss, der mindestens 5l gekühlte Infusionen bevorraten muß.


http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:d95jhO8OqRkJ:www.band-online.de/download/627.pdf+neue+din+Norm+NEF&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESiae_zj0F_VAHtXpENCSZrk07UgSGTRRL4qjjJZ 3Odf9K7bvVVnT9snwAXk61QFXPcCCKiFYD8bpm6G7Ny5f8y4nW Izk-2Sx297df0hd1hk1s9ndCR3Tnk608G7DOaodN3tx39M&sig=AHIEtbQfVkjm3z5dKTrATDnuhOC-sOq6HA


Wir kühlen unsere Reanimationspatienten (auf ITS) auf die günstige Art, physikalisch. Geht prima und kostet nichts. Wir haben allerdings auch (noch) den Stellenplan dementsprechend;) ......

Gruß
Heike

Sören Lösche
12.05.2010, 09:31
@alle,
es gibt eindeutige Empfehlungen, z.B.
"Therapeutic Hypothermia After Cardiac Arrest" von der American Heart Association. Veröffentlichungen sind zu finden unter
circ.ahajournals.org

Gruß
Sören

fridolin
12.05.2010, 09:55
Auch wir kühlen nach Altväter Sitte mit kalten Infusionen und Patienten "on the rocks" = Eis und Coldpacks, denn Personal kostet ja nix...:(
Viele liebe Grüße
fridolin


16.05.2010
P.S: Änderung: es sollte heißen: "denn Personal kostet ja nix..."! Der verflixte Schreibfehlerteufel hat das zweite "n" verschluckt, somit habe ich es hier heute in ROT nachgeliefert. Der Sinn des Satzes ist ein etwas anderer.
Vlg
fridolin

hannelore
13.05.2010, 15:05
Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, an die die noch auf herkömmliche Weise Kühlen, sprich mit Kalten Infusionen und Eis.
Gibt es bei euch ein einheitliches Vorgehen? Standard?
Wie messt ihr die Temperatur?
Und wie steuert ihr die Wiederaufwärmphase? 0,25C pro/h?

Bei uns hat sich das nicht immer als einfach erwiesen, ich wäre deshalb dankbar für gute ideen und Vorschläge.

Grüße hannelore

fridolin
13.05.2010, 17:09
Liebe hannelore,
erst einmal herzlich willkommen im Forum. Schön, dass Du uns gefunden hast und mitmachst.
Nun zu Deinen Fragen:
basierend auf den ECR - Leitlinien (http://www.grc-org.de/article/displayFullArticle.htm?articleId=1) für die Wiederbelebung ist von ärztlicher Seite aus ein Quasi - Standard erstellt worden.
Inhalt:
> kein zentraler Zugang, großlumige Viggo reicht!
> 2 bis 3, manchmal 5 l kalte Infusionslösung
> arterielle RR-Messung
> kontinuierliche Körpertemperaturmessung per BDK
> Beatmung und tiefe Sedierung
> Relaxierung per Pancuronium (R) (nach Start alle 2 Stunden 4 mg i.v.)
> Zieltemperatur möglichst schnell 32° C bis 34° C
> zusätzlich Kühlung der großen Gefäße von außen
> Dauer: 24 Stunden
> Aufwärmung: kontinuierlich und langsam, nicht mehr als max. 1° C pro Stunde

Probleme:
> manche Patienten lassen sich nicht sehr schnell auf die Zieltemperatur herunter kühlen (warum auch immer...)
> bei Erreichen der Zieltemperatur ist es meist kein Problem, diese Temperatur über 24 Stunden zu halten
> Aufwärmen: manchmal reichen schon dicke Decken, gelegentlich muss mittels warm-touch (R) oder ähnlicher technischer Hilfsmittel nachgeholfen werden
> nach der Aufwärmphase bekommen fast alle Patienten Fieber.... = Infektionen insbesondere der Atemwege
Das Aufwärmen mit der in den Richtlinien empfohlenen Temperaturerhöhung von 0,25°C bis 0,5 °C pro Stunde lässt sich mit den gegeben Mittel nicht sicher bewerkstelligen, (siehe oben) eine maximale Erhöhung von knapp 1°C ist schon machbar...
Ich hoffe, ich habe Deine Fragen ausreichend beantwortet.
Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Viele liebe Grüße
der lieber heiße als kalte
fridolin

rettungsmaus
16.05.2010, 11:01
Auch wir kühlen nach Altväter Sitte mit kalten Infusionen und Patienten "on the rocks" = Eis und Coldpacks, den Personal kostet ja nix...:(
Viele liebe Grüße
fridolin

OK, Ok lieber fridolin, nix kosten ist relativ in dieser Sache....gebe dir Recht!;)


Ansonsten hat fridolin schon soweit alles geschrieben.
Wir haben allerdings noch die Erfahrung gemacht, dass sich das Kalium recht heftig "verschiebt". Normalerweise wird bei uns relativ schnell Kalium substituiert. Hier sind wir recht zurückhaltend damit, da in der Aufwärmphase das Kalium wieder ansteigt!

Gruß
Heike

Dave
26.05.2010, 13:28
Wie steht es mit der reflektorischen Hyperthermie nach dem "vereisen" der Patienten, ich kenn das von Patienten die aus dem HCH-OP kommen, die fiebern schon bei uns wenn sie mit ca 35° aus dem OP kommen bis 39,5 oder 40° auf... Wie verhällt es sich mit den Patienten die über 24h on the rocks waren?

fridolin
26.05.2010, 16:52
Lieber Dave,
auch wir kennen das "Auf-fiebern" nach der Kühlungs-phase. Es ist fast die Regel nach dem Cooling.
Es betrifft die meisten gekühlten Patienten, aber eben Einige auch nicht. Warum? Keine Ahnung. Manche Patienten nehmen sich das Recht, auf deutlich über 39°C zu fiebern, andere Patienten bleiben moderat zwischen 38 und 39°C.
Viele liebe Grüße
fridolin

Hermelin
10.07.2010, 23:01
Manche Patienten nehmen sich das Recht, auf deutlich über 39°C zu fiebern, andere Patienten bleiben moderat zwischen 38 und 39°C.
Viele liebe Grüße
fridolin[/QUOTE]


Dieses "Recht" muss unterbunden werden. Die ERC sagt ja auch "nicht über 37°C für 72 Stunden!

Gibts eigentlich Häuser die den Patienten bewegen und/oder lagern unter Hypothermie?

rettungsmaus
11.07.2010, 09:43
Da wir "Kurbelbetten" haben (unsere Betten können nach rechts und links gedreht werden) können wir unsere Patienten in Rückenlage auch lagern.
Leider gibt es immer noch Kollegen, die von Rhabdomyolyse bei Hypothermie noch nie etwas gehört haben....:(

Gruß
Heike

Dave
11.07.2010, 11:56
Manche Patienten nehmen sich das Recht, auf deutlich über 39°C zu fiebern, andere Patienten bleiben moderat zwischen 38 und 39°C.
Viele liebe Grüße
fridolin


Dieses "Recht" muss unterbunden werden. Die ERC sagt ja auch "nicht über 37°C für 72 Stunden!

Gibts eigentlich Häuser die den Patienten bewegen und/oder lagern unter Hypothermie?

Er meinte auch NACH der Hypothermiephase... quasi nach dem erwärmen

Dirk Jahnke
12.07.2010, 19:15
Moin,Moin

Zum Thema lagern bewegen :

Ja wir lagern!

Patient liegt in der Regel auf einer Spezialmatratze. Lagerung mittels Keileinschub unter die Matratze. Betten müssen wir häufig aufgrund von ischämischen Durchfall :schock:

Eine Rhabdomyolyse nur durch Hpothermie ist mir aber noch nicht begegnet :mosh:


Er meinte auch NACH der Hypothermiephase... quasi nach dem erwärmen

Die ERC auch :)

War für uns auch die Motivation unseren Gerätepark mit der Artic Sun zu ergänzen. Bleibt ab Beginn der Hypothermie für 3-4 Tage platziert. So wirken die Kosten auch nicht so gewaltig :-o

fridolin
12.07.2010, 20:11
Er meinte auch NACH der Hypothermiephase... quasi nach dem erwärmen

Danke, Dave, für diese Klarstellung.
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
16.11.2010, 18:55
Give it some time! Stecker wird zu früh gezogen nach Hypothermie Therapie bei Stillstand-Patienten

Give it some time! Plug pulled too soon in hypothermia-treated cardiac-arrest
patients

http://www.theheart.org/article/1148175.do

WomBat

arnold kaltwasser
19.11.2013, 09:00
dies wird zu Diskussionen führen:
"Da es neben der Art der Kühlung noch andere Unterschiede gab – die erreichte Körperkerntemperatur war in der US-Studie höher – dürfte die randomisierte Studie nicht unmittelbar zu einer Änderung der Leitlinien führen. Granger gibt aber zu bedenken, dass eine effektiv organisierte Notfallversorgung der entscheidende Faktor für das Überleben der Patienten ist."

bin mal gespannt wie es in fünf Jahren ist:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56619/Herzstillstand-Milde-Hypothermie-in-US-Studie-ohne-Wirkung

so long arnold

arnold kaltwasser
19.11.2013, 09:09
und hier fast noch wichtiger:
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1310519

arnold

rettungsmaus
19.11.2013, 15:54
Dann brauchen wir ja im Winter die Patienten, die wir vom RD übernehmen, gar nicht mehr zu kühlen. Die kommen sowieso schon mit unter 36.0 ° C. bei uns an....;)

Mal sehen ob es Einzug in die nächsten Leitlinien hat. Was machen dann die ganzen Hersteller von so "tollen" Kühlsystemen?? 36,0°C bekommen wir auch ohne Technik hin!

Gruß
Heike

WomBat
19.11.2013, 21:52
Ich will mal zusammenfassen:
Extreme Analgosedierung war Mist. Unnötige lange post-operative Beatmung, strenge Blutzucker Kontrolle auch. Sepsis Therapie mit X auch. ZVD ist ziemlich Out. Eis-kalte OP's für den Comfort für irgendwelche Vermummte auch.
Nun die Hypothermische. Bei bequemen 36 Grad scheint es auch zu gehen.

Mobilität ist King. Fast-track funktioniert. Mundpflege ist wichtig!

Wie wäre es mal mit weniger „lass uns mal spinnen, was so möglich ist“, sondern sich mal (wieder) mit dem alten Konzept der Homoöstase etwas mehr befassen? Dabei war ich nie ein Rogers Fan (Martha).
Noch viel wichtiger, die „alten Pfleger und Schwestern“ mal fragen. Die wissen zwar nicht warum, aber die Können.

Ob ich zusammenfasssen will oder nicht, ist nicht die Frage (je länger ich nachdenke, desto länger wird die Liste....)

WomBat, wichtig ist, dass das Forum nun DENKT

Sören Lösche
20.11.2013, 08:22
Aber wiesollen dann die Kollegen mit den langen weißen Kitteln ihre Dissertationen machen? Und mit den Einnahmen über die Industrie wird es dann auch übersichtlicher.

Sören

WomBat
20.11.2013, 18:02
LOL, Sören! :D

Wären wir besser ausgebaut, so mit Pflegeforschung in der (tatsächlichen) Pflegepraxis (nicht Management oder Pädagogik), hätten wir sicher schon Sinnvolles für Íntensivpatienten beitragen können.

Nun, Ja, keine Ungeduld, WomBat, bald wird mehr Wissen darüber da sein. So ca. 20-30 Jahre nach meiner Rente, denke ich.

WomBat ;)

WomBat
27.11.2013, 17:37
mind. 38 Minuten reanimieren!

AHA: CPR of at Least 38 Min Advisable in Cardiac Arrest
http://www.nursingcenter.com/lnc/HealthdayArticle?Article_id=682256


WomBat

arnold kaltwasser
06.04.2014, 19:45
und das ist jetzt quasi der Versuch zu kühlen bevor es zu spät ist:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/medizin-hypthermie-experiment-soll-bei-not-op-leben-retten-a-961075.html

arnold

neucat
07.04.2014, 17:10
Hallo!
Wir kühlen bereits seit mehreren Jahren mittels des Alsius-Systems, allerdings nicht nach Reanimation, sondern bei primär neurologischen Patienten (insb. maligner Mediainfarkt). Wir haben mit dem System sehr gute Erfahrungen, läßt sich mit relativ wenig Zeitaufwand aufbauen (dank der guten Kurzanleitung am Gerät, ohne wäre ich aufgeschmissen) und mit so gut wie keinem Zeitaufwand betreiben. Wir kühlen allerdings auch für mehrere Tage auf 34-35°C und nicht wie nach Rea 24h auf 33°C.
Komplikationen habe ich bisher nur wenige gesehen, einmal einen versehentlich arteriell platzierten Katheter und selten mal eine Infektion der Einstichstelle, wenn der Katheter dann doch länger lag als empfohlen...
Eine Lagerung müßte eigentlich möglich sein, wird bei uns aber schon aufgrund der zugrunde liegenden Grunderkrankung (neurol.) nicht durchgeführt, da diese Pat. bei uns grundsätzlich nicht gelagert werden bzw. maximal eine Mikrolagerung durchgeführt wird.
Ein weiterer Vorteil ist m.E. auch, daß man mit dem Katheter auch zusätzlich Infusionslumen hat (zumindest beim ICY, bei den anderen weiß ich es nicht) und somit etwas Platz am ZVK schaffen kann.

fridolin
07.04.2014, 17:21
Vorsicht, die Homepage von alsius.com scheint Viren-verseucht! :wut:
Es kommt die Warnmeldung vor: "Blackhat SEO (type 1703)" ! :wut:

Wahrscheinlich aber meinst Du dieses (http://www.deltasurgical.co.uk/temperature-management/intravascular-temperature-management/ivtm-machine) System?
Auch bekannt unter Coolgard bzw. Thermagard?

Viele liebe Grüße
fridolin

riva
08.04.2014, 05:07
Kühlt ihr denn alle noch auf 33 Grad? Gibt ja wohl Studienerkenntnisse, dass man eher 72h auf 36° halten soll ...

Dave
14.04.2014, 11:51
AFAIK und laut Dr Kill aus Marburg ist die Studienlage noch recht unklar, aktueller Tenor ist aber, besser auf 36° als gar nicht kühlen. 33° ist halt schon recht kalt und Patienten die gerade eine kompetente Gerinnung benötigen, finden das oft nicht so gut...

arnold kaltwasser
14.04.2014, 13:54
zur Erinnerung:

"Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) empfiehlt bis zum Vorliegen weiterer Studienergebnisse, bewusstlose Erwachsene mit spontaner Zirkulation nach präklinischem Kammerflimmern nach wie vor für 12–24 Stunden auf 32–34°C zu kühlen. Zudem sollte bei allen anderen bewusstlosen Patienten nach einem Herzkreislaufstillstand eine Zieltemperatur von 36 °C aktiv angestrebt werden. Erhöhte Temperaturen sind in jedem Fall zu vermeiden."

http://www.dgiin.de/presse/pressemeldungen/ansicht/artikel/pressemitteilung-der-dgiin-zum-temperaturmanagement-nach-reanimation.html?tx_ttnews[backPid]=354&cHash=f3969c53e0925065e2e7bdc5dbd03600

so long arnold