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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spitzfuß



Nina Tent
08.02.2005, 18:31
Liebe KollgInnen.

Bei uns ist ein Disput zwischen Pflege und der zweitgrößten Berufsgruppe ;) über die Spitzfuß-Prophylaxe entstanden.

Es geht um einen Patienten ohne neurologische Defizite (Parese o.ä.), der strenge Bettruhe hat. Zur Vermeidung eines Spitzfußes soll er eine Kiste ans Fußende bekommen.
Wir sind der Auffassung, dass ein permanenter Druck kontraproduktiv ist. Regelmäßiges Durchbewegen der Füße und ggf. intermittierender Druck durch Hilfsmittel ist u.E. völlig ausreichend.

Leider ist "Pflege heute" zum Thema recht vage. google verweist auf allerhand Seiten, alles aber nicht so richtig "wasserdicht". Ich hätte gerne "seriöse" Literatur aus pflegerischen oder ärtzlichen Publikationen. Kennt jemand aktuelle Studien, mit denen wir unsere ärztlichen Kollegen überzeugen könnten (oder es wenigstens versuchen)?

Nina

rolf
08.02.2005, 19:20
Hallo Nina
Frag mal eure KG´s in der regel können die bei diesem Problem weiterhelfen.
War jedenfalls bei uns so. Einen Literaturtip kann ich der leider nicht geben

Gruss Rolf :)

Elisabeth
09.02.2005, 09:08
Um die Frage beantworten zu können, müßte ja erst mal geklärt werden: Ätiologie Spitzfußentstehung.
Prophylaxe heißt für mich- die Ursache zur Entstehung beeinflussen. bzw. zu vermeiden.

Spitzfuß- Problem: Übergewicht der Fußbeuger (Wadenmuskulatur, Achillessehne)
Es darf alos zu keiner Verkürzung in diesem Bereich kommen. Aber auch zu keiner Reizung. Und da sehe dich das Problem der 90° Fußstabilisierung. Die Achillessehne wird konstant auf Zug gebracht.
Ergo: physiologische Lagerung des Fußes(leichte Beugung) mit Begrenzung
durch Kissen, regelmäßiges Bewegen des Fußes gemäß der Physiologie (siehe kinästhetische Bewegungsabläufe), beim freilagern der Fersen beachten, das nicht nur eine rolle unter die Ferse bzw. kurz darüber kommt- Unterlagerung des gesamten Unterschenkels notwendig mit Begrenzung Kissen an der Fußsohle.

Bettkasten und Turnschuhe im Bett gelten eigentlich als überholt. Wo hats der Doc gelernt?

Elisabeth

mikhag
09.02.2005, 11:51
Das ist die ewige Diskusion über die richtige Spitzfußprophylaxe.
Wie du es schon richtig erkannt hast so richtig Wasserdicht ist keine mir bekannte aktuelle Literatur. Auch der Bereich EBN ist da recht zweideutig Vertreten. Und genau das ist der Grund warum immer wieder diese eigentlich veralteten Metoden aufkommen. Aus Erfahrung würde ich meiner Vorrednerin recht geben. Jedoch anhand von Aussagekräftiger Literatur, oder gar Studien kann ich dieses nicht belegen. Unsere KG stimmt dem zu, kann dieses aber auch nicht belegen.
In unserer Klinik ist es dem Gusto der Pflege überlassen wie die Prophylaxe gestalltet wird. Man sieht einen klaren Unterschied zwischen den unterschidlichen Mitarbeitern, der sich nicht nur auf den Zeitpunkt ihres Examens zurückführen lässt, sondern häufig auch auf eine innere Kapitulation. Ich wünsche dir das du weiter so kritisch bleibst und dich auf den argumentativen Wettstreit mit der 2.Grössten Berufsgruppe sowie deinen Kollegen einlässt.

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Nina Tent
09.02.2005, 12:05
Vielen Dank für eure bisherigen Antworten. Auch wenn noch keine Literatur dabei war, freuen mich eure Hinweise. Werde mal unsere Physios fragen.

Wo hats der Doc gelernt?
Vermutlich im 4-Wochen Pflegepraktikum 1997. Da, wo er auch was vom "Blasentraining" und mit etwas Glück vom "Eisen & Föhnen" gehört hat. :motz:

Grüße,
Nina

arnold kaltwasser
09.02.2005, 12:49
wie wäre es mit dem Buch
Gärtner, Roth Physiotherapie in der Intensivmedizin Pflaum S118 ff mit Literaturangaben :D

Grüße an die zweitgrößte Berufsgruppe
so long arnold