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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nasenpflege



Christoph
08.01.2005, 14:43
Hallo

kennt jemand von Euch Untersuchungen oder eine Studie die den Sinn des nasalen Absaugens beim beatmeten Patienten im Rahmen der Nasenpflege belegt ?? :confused:
Bei uns wird entsprechend der momentanen Richtlinie alle 4 Stunden die Nase abgesaugt und danch mit Nasencreme per Tupfer eingecremt. Leider kommt es beim Absaugen immer wieder zu mehr oder weniger starken Blutungen die des öfteren auch über mehrere tage tamponiert wqerden müsssen.
Ich frage mich ob das 4 stündliche Absaugen von Sekret wirklich notwendig ist. Ich finde die Gefahr einer nasalen Blutung ist eine hohes Risiko des Patienten das man nicht einfach als notwendiges Übel im rahmen der Pflege abtun kann.
Wie sind eure Standards und vor allem auch Erfahrungen ???
Im Internet konnte ich bisher nur Richtlinien finden die nasales Absaugen empfehlen.

Ich freue mich auf eure Antworten !!

Christoph

ostfriesland
09.01.2005, 01:47
Hallo,
Studien zum Thema kenne ich nicht.
Zum Standard bei uns an der Klinik kann ich nur sagen, es gibt keine festen Zeiten, allerdings wird meistens einmal pro Schicht bei Mund- und Nasenpflege der Nasen-Rachenraum durch die Nase abgesaugt. Bei Blutungsneigung bzw. Läsionen wird in der Regel auf das Absaugen verzichtet.
Gruß

Ambu das Beuteltier
09.01.2005, 16:15
Hallo Christof,

Was ist eure Indikation zur Absaugung des Nasen-Rachenraumes?
Stellt eine klare Indikation und suche daraufhin die Literatur zum Thema!!

Natürlich ist es eine klare Sache das entstehendes Sekret überall dort abgesaugt werden muss wo es auf anderem Wge (z.B. Schlucken des Pat) nicht entfernt wird. Stehendes Sekret fördert lokales Keimwachstum. Die häufigste Indikation zur Absaugung des Nasen-Rachenraumes ist demnach die Keimbesiedelung hier gering zu halten und entsprechend lokale Infektionen zu vermeiden und dadurch bedingte "absteigende" Pneumonien zu vermeiden.

Ich halte jedoch eine zeitgesteuerte Absaugung für keine gute Indikation sondern würde das immer am Bedarf festmachen. Das wirft halt immer wieder das Problem auf das jeder die selbe Indikationsschwelle für einen solchen Absaugvorgang akzeptiert. Dafür halte ich klar formulierte Leitlinien (z.B. Stationseigene) eine echte Hilfe!

Stellt vor dem Absaugvorgang den Gerinnungsstatus des Patienten fest. Bei nicht intakter Gerinnung (z.B. hohe Liquemin Dosen und verlängerter PTT)oder besonderer Empfindlichkeit der Schleimhäute ist eventuell ein Absaugvorgang über den Mund-Zugang ausreichend. Eventuell kombiniert mit einer Spülung der Nasengänge (z.B. NaCl 0,9%). Wenn man die Sekrete also durch die Naseneingänge in den Rachen spült kann man diese dort absaugen.

Wie sieht es mit einer medikamentösen Vorbereitung mit abschwellenden Nasentropfen bei empfindlichen Patienten aus?

Zur Evidenz schau doch mal hier: http://www.rki.de/GESUND/HYGIENE/A66.PDF
und dort speziell in den Literaturangaben ob deine Fragestellung dort schon auftaucht.

Gruß, T.

Markus
09.01.2005, 23:05
Hallo!

Auch ich, bzw. wir halten nichts von regelmäßigem und geplantem nasalen Absaugen. Wir entscheiden individuell von Patient zu Patient, je nachdem was man erreichen bzw. bezwecken will.
Allerdings sind wir auch sensibilisiert, da wir häufig SHT-Patienten mit fronto-basalen Verletzungen oder Mittelgesichtsfrakuren haben.

Markus