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Vollständige Version anzeigen : Der innerklinische Transport eines intensivpflichtigen Patienten


Hanno H. Endres
29.12.2004, 08:59
Was andere können, können wir schon lange - nämlich fremde Facharbeiten im eigenen Forum 'veröffentlichen'.

Deshalb an dieser Stelle der Hinweis auf die Facharbeit von Ingo Beecken vom Universitätsklinikum Münster zum Thema 'Der innerklinische Transport eines intensivpflichtigen Patienten' kostenlos, ohne Registrierung und so oft das Herz es begehrt heruntergeladen werden kann.

Innerklinische Transporte gehören in allen Krankenhäusern zur täglichen Routine. Der Autor legt dar, mit welchen Risiken und Komplikationen ein solcher Transport verbunden ist.

Ebenso interessant ist auch, dass noch keine universelle Lösung für die richtige Durchführung von innerklinischen Transporten gefunden wurde, was auch wohl zum Teil daran liegt, dass der Transport häufig eher als unwichtiger Bestandteil und nicht als Teil der intensivmedizinischen Therapie angesehen wird: Häufig werden mit intensivpflichtigen Patienten Transporte durchgeführt, wobei die intensivmedizinische Therapie, d.h. Respirator- und Medikamententherapie, teilweise unterbrochen wird.

Dies führt häufig zu einer vitalen Verschlechterung des Patienten während und nach dem Transport.

Mit dieser Arbeit beschäftigt sich Ingo Beecken mit der Bedeutung von Patiententransporten, deren Gefahren und Komplikationen, der optimalen Vorbereitung, der Wichtigkeit von Monitoring und Therapie während der Transporte und der Optimierung der Transportsituation.

>>> Download >>> (PDF, 320 kb) (http://pflege.klinikum.uni-muenster.de/bildung/anin/lehre/Facharbeit_Beecken.pdf)
(Link zur MedWeb des Universitätsklinikums Münster)

R.Fischer
29.12.2004, 17:35
Liebe Kollegen!

Diese Facharbeit zu lesen ist wirklich empfehlenswert, danke Hanno. Bravo

Als ich in der Anästhesie anfing (fragt lieber nicht, wie lange das her ist) gab es dieses Problem auch schon - viele erfinderische Leute in vielen Kliniken haben sich damals den Kopf zerbrochen, wie sie den Transport vor allem respiratorisch besser bewerkstelligen können. Denn damals gab es nur den einfachen Uralt-Oxylog (d.h. nur CMV mit aufgeschraubtem PEEP-Ventil) als Transportbeatmung oder eben einen Ambu mit Sauerstoffanschluß.

An der Uni in Tübingen wurde dann von einigen sehr fähigen Menschen (ich war leider nicht dabei) die sogenannte "TÜBE" (TÜbingerBeatmungsEinheit) erfunden, das war ein Servo 900C auf einer Transportliege mit 2 großen Sauerstofflaschen und einer Batterie, dazu ein HP - Monitor.

Gottseidank gibt es dieses Problem dank der Technik heute nicht mehr - aber Hut ab vor den Leuten, die es damals schon sicherer für die Patienten gemacht haben. :mosh:

Übrigens: meine Meinung ist: lieber dreimal überlegen was Sinn macht, bevor ein instabiler Patient durch die Gegend gekarrt werden muß.

Viele Grüße aus Schwaben-
Rainer.

WomBat
29.12.2004, 20:39
Danke für die Information! In der Arbeit wurden Richtlinien von 1994 genannt, diese wurden inzwischen erneuert:

Googlen/Suchen z.B. unter: "Transport of critically ill patients AND guidelines" oder "Inter- and Intrahospital transport of critically ill patients AND guidelines"

Neue Richtlinien Jan 2004
http://www.sccm.org/professional_resources/guidelines/table_of_contents/Documents/Warrenetal..pdf
dazu auch Abstract in Medline, sowie Kommentierung in Critical Care Medicine

Siehe auch: 1996 (Australien / Neu Zealand) für "minimal Anforderungen"
http://www.acem.org.au/open/documents/transport.htm

WomBat, Be wary, transports can be scary

Volker Neumann
06.01.2005, 15:46
Hallo Leute!
Ingo, Dir erstmal ein großes Kompliment für deine Facharbeit! (Hab meine auch diesen Sommer geschrieben.)
Wir haben neuerdings bei uns im Haus den Andockwagen2 und ich kann euch sagen, dass Ding ist echt Klasse. Er ist ganz individuell und auch zügig aufrüstbar mit allem was Ihr meint zu benötigen auf einem Transport.
Man kann sich den auch ausleihen um mal den Umgang damit zu testen.
Tschüß Volker
Ach ja, Frohes Neues noch ...

zwai
31.03.2005, 15:34
Alltägliche klinische Situation: Kritisch kranke und durch Katecholamine stabilisierte Patienten müssen von der Intensivstation zur Diagnostik oder nach z.B. kardiochirurgischen Eingriffen aus dem OP zur Intensivstation befördert werden. Transporte wie diese beinhalten dabei typischerweise mindestens eine Umlagerung, die ihrerseits häufig mit einer unvermeidbaren Höhenänderung zwischen Patient und Equipment einhergeht.

Dass daraus besonders bei der oben genannten Klientel durch einfache physikalische Sachverhalte dramatische Blutdruckschwankungen resultieren können und tagtäglich auch resultieren, ist ein oft beobachtetes, jedoch in der Literatur selten erörtertes Problem.

Eine im Jahr 2001 von Kern et al. im British Journal of Anaesthesia veröffentlichte Untersuchung [1] hat eindrucksvoll die Auswirkungen der Höhenänderungen von Spritzenpumpen auf das applizierte Volumen dargestellt und soll auch an dieser Stelle das klinische Personal für die Problematik während des Umlagerns auf dem Patiententransport sensibilisieren. (hhe)

>>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Intensivpflege/zum_Umgang_mit_Spritzenpumpen/)

Gerade beim Transport von Intensivpatienten sind einige Dinge zu beachten. Dazu gehören vor allem Vorbereitung und Umgang mit Perfusoren. Ergänzend zu dem Beitrag von gestern hat Marco Monnig Praxis-Tipps zum Umgang mit Spritzenpumpen zusammengestellt. (hhe)

>>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Intensivpflege/Praxis-Tipps/)