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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : pflegestandard schmerzmedikation



hanahbi
19.12.2004, 00:39
Hallo .....


...ich mache gerade meine ips-ausbildung in zürich und wollte in meiner pflegearbeit das thema wählen... schmerzmedikamente als pflegestandard bei bestimmten erkrankungen auf der ips...wer hat mit so etwas erfahrung, bzw. wer kennt sich damit aus oder praktiziert so eine form auf der ips ? ...wäre sehr dankbar für info`s`..... danke

Superfantastisch
21.12.2004, 23:45
hallo!

Mal ganz dumm zurück gefragt: ein Pflegestandard Schmerzmedikation - was soll das sein?

Medikation, gerade Schmerzmedikation, ist ja eine ziemlich individuelle Sache, die ärztlich verordnet wird. Den Sinn, hieraus einen Pflegestandard zu machen, kann ich nicht richtig erkennen.

Oder habe ich da nur was falsch verstanden?

hanahbi
18.01.2005, 05:21
hallo superfantastisch, hatte schon vor langer zeit eigentlich dir eine antwort geschrieben....leider fehlten noch ein paar worte und dann brach der stress auf station aus und irgendwie wurde alles gelöscht...nun gut heute ist mal wieder zeit...das problem ist natürlich das in der schweiz alles etwas anderes gehandhabt wird.....du kannst mehr machen...hast natürlich mehr verantwortung etc.....und in einigen notaufnahmen hier exestiert bereits so eine art standard.d.h. du als pflegekraft kannst bei bestimmten notfällen nach standard von dir aus medikamente verabreichen....natürlich unter berücksichtigung der gesamten klinik des patienten. da wir auf der ips natürlich mit ähnlichen immer wiederkehrenden krankheitsbildern zu tuen haben, wolllte ich für bestimmte patientengruppen in meiner arbeit
pflegestandards zum schmerzmanagement entwickeln.....und suchte bzw suche info^s dazu???????? deswegen mein aufruf/frage..grüsse

PICCOlina
18.01.2005, 10:29
Hallo,
hier in Deutschland ist die Medikation, wie Superfantastisch schon sagte, absolut in ärztlicher Hand.
Aber Schmerzlinderung ist auch pflegerisch möglich, zB. durch Lagerung,Wickel,Auflagen, Aromatherapie und was es sonst noch alles gibt.
Aber ich denke, das ist es nicht, was Du suchst, oder?

Kollegiale Grüße
PICCOlina

Tempo
18.01.2005, 10:33
Bei uns im Hause gibt es einen Standartschmerztropf den wir post op. von uns aus anhängen dürfen.

ostfriesland
18.01.2005, 13:00
Moin,
auf unserer Station wird auf dem jeweiligen Therapieplan eine Bedarfsmedikation angeordnet.

Holger Beuse
18.01.2005, 17:50
Hallo hanahbi!

Kennst Du schon den deutschen Expertenstandard "Schmerzmanagement in der Pflege"?
Er zielt zwar nicht speziell auf ICUs ab und beinhaltet schon gar nicht, in dieser oder jenen Situation das eine oder das andere Medikament in einer bestimmten Form und Dosierung zu geben. Ist eher abstrakt und allgemein gehalten, kann dir bei deiner Arbeit aber vielleicht weiterhelfen?

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (http://www.dnqp.de)

Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege (http://www.dnqp.de/ExpertenstandardSchmerzmanagement.pdf)

Gruz,
HolBeu

Gordon Duisburg
20.01.2005, 14:36
..ich denke, dass wir uns da, grade in Deutschland, auf einem sehr dünnem Eis bewegen...

Nimmt man(n) es rein rechtlich, so dürfen wir in der Pflege, was dieses Thema betrifft, rein gar nichts.

Allerdings ist es völlig normal, dass wir, mit Absprache der Ärzte, freie Hand in Sachen postoperative Schmerzmedikation haben.

Wir haben ein gewisses Spektrum, das wir ohne weiteres ausschöpfen können.
Dazu bekommen wir für jeden Patienten eine formgerechte Bedarfsanordnung.

Christoph
20.01.2005, 19:40
Hallo Hanhabi

ich versuch Dir mal vorzustellen, was bei uns Standard ist. Natürlich müssen das die Ärzte neu für jeden Patienten anordnen aber die Therapie ist primär immer gleich. Allerdings haben wir ausschließlich Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen mit medianer Sterniotomie.
Alle Patienten bekommen Dipidolor 3,75 - 7,5 mg in Boligaben 6 mal täglich und bei Bedarf. Bei absoluter Schmerzfreiheit auch weniger Dipidolor (Entscheidung der betreuenden Pflegekraft !!). Zusätzlich gibt es 4 mal 1g Novalgin in 24 Stunden. Falls dabei och Schmerzen auftreten kann es durch Katadolon oder Voltaren in Rücksprache mit dem Arzt ergänzt werden.

Ich hoffe es hilft Dir weiter, die Allgemeinchirurgie hat einen etwas umfangeicheren Standard den ich aber nicht im Kopf habe.

Grüße

Christoph

Ambu das Beuteltier
25.01.2005, 18:39
Hallo Kollegen,
auch der neue Standard "Schmerzmanagement in der Pflege" ist Thema eines Referates auf dem ersten Marburger Anästhesiepflegetag! Eine der Mitautoren wird diesen dort Vorstellen.

Da ich glaube das die Schmerztherapie immer weiter in den Aufgabenbereich der Pflege fallen wird (soweit nicht schon eh geschehen) ist dieser Themenschwerpunkt sicherlich interessant als Fortbildungsprogramm.

Gruß, T.

(Werbe hier für eine Beteiligung an der Fortbildung in Marburg)
:)

WomBat
25.01.2005, 21:42
Ist medikamentöse Schmerztherapie Sache der Pflegeberufe?

Mit dieser Frage beschäftigte sich Fr. Abu-Saad. H. schon sehr lange. Fachthemen dazu betreffen eher die Kinderkrankenpflege, jedoch hat sie sich auch berufspolitisch damit auseinandergesetzt. Ist für die Älteren hier schon "historisch" :D - macht aber nix, denn ihre Argumente sind sehr einleuchtend. Wer sich diesem Thema "berufspolitisch" nähern möchte > sie ist eine 1-A-Sahne Adresse.

Gedanken:
Wer steht am Bett? :)
Wer schätzt's ein? :)
Wer ergreift die Maßnahme? :)

Vielleicht gehört dieses unter die Rubrik "inoffizielle Kompetenzen" (sprich, nicht erlaubte :schock: ), aber wir tun es :D .
Wenn wir es können :D (und wissen warum und wie und wie/wann nicht), warum dürfen wir es immer noch nicht :wut: ? Obwohl wir es tun? Irgendwie ist das alles widersprüchlich oder denke ich irgendwie falsch? :confused:

WomBat,
Jetzt beiß' ich aber 'rein :jubel: .
Obwohl iccrrh's nicht errrrfunden habe. ;)

grünkittel
25.01.2005, 22:50
Vielleicht gehört dieses unter die Rubrik "inoffizielle Kompetenzen" (sprich, nicht erlaubte :schock: ), aber wir tun es :D .
Wenn wir es können :D (und wissen warum und wie und wie/wann nicht), warum dürfen wir es immer noch nicht :wut: ? Obwohl wir es tun? Irgendwie ist das alles widersprüchlich oder denke ich irgendwie falsch? :confused:

Das ist halt das Problem an einem semiprofessionellen Beruf wie unserem. Da fehlt uns leider die rechtliche Grundlage. Deswegen wird es auch in ferner Zukunft, wenn sich auf gesetzlicher Ebene nichts tut, hier nichts ändern und wir werden weiter mit solchen Widersprüchen leben müssen. :(

Gruß
Lars

willi
27.01.2005, 09:45
Hallo,
ich bin etwas verwundert, hat sich denn die PCA auf den Intensivstationen noch nicht durchgesetzt??
Bei uns haben Patienten nach großen chirurgischen oder urologischen OP's entweder über einen PDK oder den ZVK eine PCA-Pumpe, die über den PDK eine Basisrate und über den ZVK bei Abruf des Patienten Schmerzmittel appliziert. Zusätzlich kann der Patient mit dem PDK über seine Pumpe noch Boli abrufen. Als Standard gibt es dann noch 4 - 6 x 1g Novalgin iv. tägl. dazu.
Hier haben wir von der Pflege dann einen gewissen Ermessensspielraum, der uns erlaubt Novalgingaben vorzuziehen oder auszusetzen. Wenn der Patient allerdings mehr Schmerzmittel als angeordnet benötigt, wird der Anästhesist informiert.
Grüße aus Dortmund
Willi