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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Patientenverfügungen



Hanno H. Endres
13.11.2004, 07:33
kobinet (http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,6170/ticket,g_a_s_t)
12.11.2004 - 16:11
Patientenverfügungen bergen Gefahren für Behinderte.Berlin (kobinet) Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zu Patientenverfügungen im Betreuungsrecht birgt nach Ansicht des behindertenpolitischen Sprechers der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Hubert Hüppe, Gefahren für Menschen mit Behinderungen, die eine gesetzliche Betreuung haben: denn die Wirksamkeit der Patientenverfügung soll nicht nur auf unvermeidbar zum Tode führende Grundleiden beschränkt bleiben. Vielmehr soll es dem Betreuer und dem Arzt auch in weniger schweren Fällen erlaubt sein, auf lebenserhaltende Eingriffe zu verzichten. Zu diesen lebenserhaltenden Eingriffen zählen z.B. Operationen, künstliche Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr, Dialyse und Chemotherapien. «Besonders besorgniserregend ist, dass auch ohne eine mündliche oder schriftliche Patientenverfügung, unter Berufung auf den mutmaßlichen Patientenwillen, die schwerwiegende Entscheidung zum Verzicht auf lebenserhaltende Behandlung vom Betreuer und Arzt getroffen werden kann», erklärte Hüppe.

In der Praxis könne dies dazu führen, dass keine Beatmung und keine künstliche Ernährung mehr gegeben werden, wenn ein unter gesetzlicher Betreuung stehender Mensch ins Koma fällt. Dies sei möglich, wenn sich der Betreuer und der Arzt einig sind, dass dieses Vorgehen dem «mutmaßlichen Patientenwillen» entspreche. Für einen solchen Fall des Konsenses zwischen Arzt und Betreuer sei nicht einmal eine Prüfung durch das Vormundschaftsgericht vorgesehen. «Diese Regelung gefährdet das Leben von betreuten Menschen, da Patientenverfügungen nicht alle Eventualitäten des Lebens erfassen können. Zudem verfassen die wenigsten Menschen eine Patientenverfügung. Das Leben des Betreuten ist dann von den Mutmaßungen des Betreuers und des behandelnden Arztes abhängig, der Willkür ist hier Tür und Tor geöffnet», warnt der Unionspolitiker. Betreute Menschen bedürften des besonderen Schutzes durch den Staat. Deshalb sei im Zweifelsfall immer für das Leben zu entscheiden. hjr

Quelle: kobinet (http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,6170/ticket,g_a_s_t)

zwai
17.12.2004, 14:30
Die Enquete-Kommission des Bundestags „Ethik und Recht der modernen Medizin“ hat am 16. Dezember eine Kurzfassung ihres Berichts zum Thema Patientenverfügungen vorgelegt. Darin wird die Mehrheitsmeinung des Gremiums bekräftigt: Willenserklärungen von Patienten zu einem Behandlungsabbruch oder –verzicht, der zum Tode führen würde, sollten nicht unabhängig vom Krankheitsverlauf gelten. (hhe)
Quelle: Deutsches Ärzteblatt (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=18585)

zwai
23.01.2007, 19:40
Laut Umfragen ist die Zahl der Patientenverfügungen zwischen 1999 und 2005 von fünf auf 8,6 Millionen gestiegen. Über 80% der Bevölkerung daran interessiert, über lebensverlängernde Maßnahmen zu bestimmen.
Jedoch herrscht große Rechtsunsicherheit: bereits 2003 hatte der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil hatte auf Gesetzeslücken hingewiesen. Die große Koalition will nun entscheiden, ob Patientenverfügungen grundsätzlich Vorrang vor ärztlichen Überlegungen haben. Schon vor Ostern könnte ein fertiger Gesetzentwurf vorliegen. (hhe)
>>> zur Meldung bei heute.de >>> (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,4338038,00.html)

Randbayer
23.01.2007, 20:38
Hierzu zwei Links.

Broschüre des Bundesministeriums der Justiz:

Patientenverfügung (Stand 2005) (http://www.bmj.de/files/-/1512/PVfg-neu.pdf)

Die Bausteine als Word-Dokument (Seite 15-26) (http://www.bmj.de/files/-/1065/Textbausteine%20Patientenverf%FCgung%20Stand%20Sep tember%202005.doc)

Ich hatte bisher einen Fall, dass diese Art der Patientenverfügung bei einem Patienten vorlag. Es bindet und bindet doch nicht, weil es noch keine
greifbare Rechtssprechung gibt. Aber diese Form lässt einen zweimal darüber nachdenken was man tut.

Weitere Links zu dem Thema Patientenautonomie (http://www.bmj.de/enid/70795c3f529e61865f43398de7ccc209,0/Familienrecht/Patientenautonomie_ox.html)
und Betreuungsrecht (http://www.bmj.de/enid/70795c3f529e61865f43398de7ccc209,0/Familienrecht/Betreuungsrecht_kx.html)

Gruß der Randbayer

Die Broschüre ist auch in dem Beitrag verlinkt.

zwai
25.01.2007, 08:55
Nicht leben, nicht sterben


Weil Ärzte seinen letzten Wunsch ignorierten, wurde aus einem 68-Jährigen, was er am wenigsten wollte: ein Pflegefall. Die einzige Kraft, die ihm blieb, ist die der Verzweiflung.

>>> zum Artikel bei waz.de >>> (http://www.waz.de/waz/waz.aktuell.volltext.php?kennung=on1wazWESRegRegio n_Rhein-Ruhr39104&zulieferer=waz&kategorie=WES&rubrik=Region&region=Region_Rhein-Ruhr&auftritt=WAZ&dbserver=1)

Quelle: Westdeutsche ALLGEMEINE, 24.01.2007

zwai
25.01.2007, 10:18
Ärzte gegen weitreichende Patientenverfügungen
Kranke müssen sich auf Lebensrettung verlassen können


BERLIN. Die Bundesärztekammer hat gestern vor einem detaillierten Gesetz zu Patientenverfügungen gewarnt. "Der Gesetzgeber sollte sich darauf beschränken, eventuell notwendige verfahrensrechtliche Fragen klarzustellen, jedoch auf eine weitergehende Regelung verzichten", sagte der Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe der Berliner Zeitung. "Jeder Patient muss sich zu jeder Zeit sicher sein, dass Ärzte konsequent für sein Leben eintreten", unterstrich Hoppe. Zudem sei es fraglich, dass mit einem Gesetz tatsächlich Rechtsverbindlichkeit erreicht werde. "Krankheitsverläufe sind immer individuell und lassen sich nicht einfach mit einem Gesetz regeln", argumentierte er. Es sei illusorisch zu glauben, dass Verfügungen alle denkbaren Fälle erfassen könnten.

>>> zum Artikel bei berlinonline.de >>> (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/623061.html)

Randbayer
25.03.2007, 17:19
Bewegung in der Debatte über Patientenverfügungen


Berlin - Wenige Tage vor der ersten Bundestagsdebatte über ein Gesetz zu Patientenverfügungen kommt neue Bewegung in die seit Langem kontroverse Diskussion. Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kündigte heute einen eigenen Gesetzentwurf an, über den ihre Fraktion derzeit verhandle. Danach sollen Therapiebeschränkungen für jede Krankheitsphase zulässig sein, Entscheidungen des Vormundschaftsgerichts sollen auf Konfliktfälle beschränkt bleiben.

Bereits am Donnerstagabend hatten die Abgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU/CSU), Rene Röspel (SPD), Josef Winkler (Grüne) und Otto Fricke (FDP) einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Verankerung der Patientenverfügung im Betreuungsrecht vorgelegt. Ihm zufolge sollen solche Verfügungen eingeschränkt verbindlich sein. ... mehr (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=27933)

Quelle: Deutsches Ärzteblatt (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=27933) (23.03.2007)

Randbayer
28.03.2007, 13:13
Der Bundestag will am Donnerstag drei Stunden lang über das Thema "Patientenverfügung" debattieren.

Die Bundesärztekammer hält ein Gesetz zur Entscheidungsfindung für überflüssig.


Patientenverfügungen
"Gesetz ist überflüssig"

Eine gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen zum Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen ist trotz jahrelanger Diskussion weiterhin offen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen (CDU), wies am Dienstag in Berlin darauf hin, dass auch noch darüber diskutiert werde, ob es überhaupt einer Regelung dieser schwierigen Frage bedarf. Die Bundesärztekammer bezeichnete ein solches Gesetz als überflüssig.

Röttgen sagte, man stehe "am Beginn einer Meinungsbildung". Viele Abgeordnete würden sich erst jetzt zu einer Ansicht durchringen. Der Bundestag will am Donnerstag drei Stunden lang über das Thema debattieren. Ein Gesetz soll voraussichtlich in den nächsten Monaten kommen. Derzeit stehen sich im Parlament aber zwei Anträge gegenüber, die die rechtliche Verbindlichkeit von Patientenverfügungen völlig unterschiedlich regeln wollen.
... mehr (http://www.n-tv.de/783715.html)
Quelle: n-tv (http://www.n-tv.de/783715.html) (27.03.2007)

Empfehlungen der Bundesärztekammer und der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer zum Umgang mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in der ärztlichen Praxis (08.03.2007) (http://www.baek.de/downloads/Empfehlungen_Vorversion.pdf)

Begründung des Vorsitzenden der Bundesärztekammer Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe:


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte an den Beginn meiner Ausführungen ein Zitat stellen. Das ist zwar nicht üblich, aber in diesem Fall wohl gestattet, weil es einen ganz zentralen Aspekt berührt, der in der aktuellen Diskussion häufig unterschlagen wird, nämlich die Autonomie und Gewissensfreiheit des Arztes. Der Satz lautet:

„Ein Arzt, der seinem Eid und Berufsethos verpflichtet, in dem Bemühen Kranke zu heilen und die Behandlung eines Menschen in Kenntnis einer Patientenverfügung übernimmt, … wird damit nicht zu einem willenlosen Spielball dieser Verfügung, bar jeden Gewissens.“

Diese Feststellung entstammt einem Urteil des Oberlandesgerichts München vom 31. Januar 2002 (1 U 4705/98). Die Richter mussten sich mit dem Schmerzensgeldanspruch eines Zeugen Jehovas befassen, der gegen seinen in einer Patientenverfügung erklärten Willen eine Bluttransfusion erhalten hatte. Eine Bluttransfusion ist indiziert, wenn das Leben des Patienten auf dem Spiel steht. Deshalb haben sich die Ärzte über die Patientenverfügung hinweggesetzt und das Notwendige unternommen, um dem Patienten zu helfen. .... mehr (http://www.baek.de/page.asp?his=3.71.4993.5041.5042)
Quelle: Bundesärtzekammer (http://www.baek.de/page.asp?his=3.71.4993.5041.5042) (27.03.2007)


Umstritten ist die Verbindlichkeit
VON MARIANNE QUOIRIN, 27.03.07
Ein Gesetz soll Ärzten helfen, am Sterbebett den Willen von Patienten besser zu erfüllen als bisher.

Köln - Seit mehr als 20 Jahren streiten Ärzte, Juristen, Kirchen und Sterbehilfeorganisationen darüber, unter welchen Voraussetzungen Patientenverfügungen verbindlich sein sollen. Vor allem Ärzte fordern eine klare gesetzliche Regelung, da sie die höchstrichterlichen Urteile für ihre Entscheidungen am Sterbebett von Patienten für zu unpräzise halten, während nicht wenige auf Medizinrecht spezialisierte Juristen ein Gesetz für überflüssig, wenn nicht gar für gefährlich halten, weil das Sterben ein Prozess und deshalb nicht normierbar sei. ... mehr (http://www.ksta.de/html/artikel/1174922296000.shtml)

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger (27.03.2007)

Weitere aktuelle Links:
http://www.welt.de/politik/article780599/Der_schwierige_letzte_Wille_des_Todkranken.html (27.03.2007)
http://www.welt.de/politik/article780685/Im_Zweifel_fuer_das__Leben_entscheiden_.html (27.03.2007)
http://www.rene-roespel.de/patienten.htm (23.3.2007)

Gruß der Randbayer

ostfriesland
29.03.2007, 03:58
Ein weiterer Link zur Debatte bei der Zeit unter dem Titel "Und wie sterbe ich?"

http://www.zeit.de/online/2007/13/patientenverfuegung-uebersicht

Gruß

zwai
29.03.2007, 08:18
In seiner 91. Sitzung wird der Bundestag heute zwischen 09.00 und 12.00 Uhr erstmals darüber debattieren, ob und wie Patientenverfügungen zum Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen bei Bewusstseinsverlust verbindlich gemacht werden können.

Die Debatte wird live im Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestages übertragen:

ISDN-/Modem-Verbindung (http://www.bundestag.de/live/tv/live45.html) | DSL-Verbindung (http://www.bundestag.de/live/tv/live600.html)

Zusätzlich kann die Sitzung per Audio-Übertragung (http://www.bundestag.de/live/tv/radio.html) verfolgt werden.
Wer lieber richtig fernsehen möchte, kann das bei PHOENIX (http://www.phoenix.de/vor_ort/2007/03/29/0/126171.1.htm) tun.

(hhe)

Randbayer
29.03.2007, 18:14
Weitere aktuelle Beiträge:


Patientenverfügung
Für alle Fälle
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Gespräche im Familien- und Freundeskreis: Wie man heute schon über die spätere Behandlung entscheiden kann. Von Adelheid Müller-Lissner (29.03.2007, 12:35 Uhr)
Patientenverfügung: Für alle FälleWas wird aus mir, wenn ich schwerkrank in einer Klinik liege und meine Behandlungswünsche nicht mehr äußern kann? Wenn ich schon heute meinen Willen für einen solchen Fall bekunde - gilt mein Wort dann im Ernstfall, oder bin ich anderen ausgeliefert? Der Bundesgerichtshof hat in einem viel beachteten Urteil von 2003 prinzipiell bestätigt: Wenn eine Patientenverfügung vorliegt, muss sie beachtet werden. Doch die Tücke steckt im Detail. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will deshalb mehr Klarheit. Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz die Bedeutung und Reichweite von Patientenverfügungen regeln. In welchen Fällen gilt sie? Und: Wie muss sie überhaupt abgefasst sein? ... mehr (http://www.tagesspiegel.de/tso/aktuell/nachrichten/patientenverfuegung/97757.asp)


Quelle: Der Tagespiegel online (http://www.tagesspiegel.de/tso/aktuell/nachrichten/patientenverfuegung/97757.asp) (29.03.2007)

Plenarprotokoll - vorläufiges Protokoll der 91. Sitzung am 29.03.2007 um 09:00 Uhr (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarprotokolle/16091.html)


Wir kommen nun zum Tagesordnungspunkt 3:

Vereinbarte Debatte

Patientenverfügungen

Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für diese Aussprache drei Stunden vorgesehen. Die Parlamentarischen Geschäftsführer haben sich darauf verständigt, dass aufgrund der großen Anzahl der Redewünsche und der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit für die Aussprache die Reden derjenigen Kolleginnen und Kollegen, deren Redewunsch nicht berücksichtigt werden kann, zu Protokoll gegeben werden können. Ich nehme an, dass es auch dazu Einverständnis gibt. - Dann ist das so beschlossen.

Ich eröffne die Aussprache und erteile das Wort zunächst dem Kollegen Joachim Stünker für die SPD-Fraktion.

Joachim Stünker (SPD):

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Warum debattieren wir heute über die Frage der rechtlichen Verbindlichkeit von Patientenverfügungen? Wir debattieren darüber, weil circa 7 bis 8 Millionen Menschen in Deutschland eine Patientenverfügung gemacht haben und darauf vertrauen, dass ihre dort getroffenen Bestimmungen auch beachtet und befolgt werden. Sie wehren sich damit gegen die, wie sie es nennen, Apparatemedizin, gegen das Diktat des medizinisch Machbaren, gegen die Verlängerung eines Lebens, das für sie nicht mehr lebenswert ist. ... mehr (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarprotokolle/16091.html)

Quelle: Deutscher Bundestag (29.03.2007) öffentliches Protokoll (vorläufig, in 2-3 Tagen als PDF bzw. Textdatei vorhanden)

Der obige Link verweist auf die Seite vom Bundestag, dort sind die öffentlichen Protokolle der einzelnen Plenarsitzungen nachzulesen. Wer also die Bericht Erstattung im Fernsehn oder Radio nicht verfolgen konnte, hier findet ihr die gesprochenen Worte unserer Volksvertreter in geschriebener Form. Unter Tagesordnungspunkt 3 wird das Thema "Patientenverfügung" debatiert.

Gruß der Randbayer

Randbayer
30.03.2007, 17:48
Hallo liebe :zwai: netter!

Nachtrag der Protkolle der 91. Sitzung des Deutschen Bundestages (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/pp/91/index.html) mit dem Tagespunkt Patientenverfügung:

Gesamtes Protokoll (zip-Datei (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/pp/91/16091a.zip)/exe-Datei (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/pp/91/16091a_exe.exe))

Nur der Punkt "Patientenverfügung" (zip-Datei (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/pp/91/16091c.zip)/exe.Datei 1 (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/pp/91/16091c_exe.exe) /exe.Datei 2 (http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/pp/91/16091d_exe.exe))

Wem die Geschichte mit den selbstentpackenden exe-Dateien nicht koscher ist kann über den obersten Link auf die entsprechende Seite des Deutschen Bundestages surfen oder einfach die PDF-Version (http://dip.bundestag.de/btp/16/16091.pdf) wählen.

Gruß der Randbayer

Randbayer
10.04.2007, 11:25
Zypries für Patientenverfügung auch bei Wachkoma und Demenz


Zypries für Patientenverfügung auch bei Wachkoma und Demenz

Justizministerin Brigitte Zypries will Patientenverfügungen auch bei Koma-Patienten oder Demenzkranken anerkennen. Es müsse die Möglichkeit geben, deren Leben vorzeitig zu beenden.

Berlin - "Nach meiner Auffassung muss eine Verfügung in allen Situationen gelten, auch bei langen Krankheitszuständen, etwa einem Wachkoma oder einer starken Altersdemenz", sagte Zypries der "Berliner Zeitung". Es sei falsch, die Gültigkeit der Patientenverfügungen für diese Gruppe von Krankheiten auf den einsetzenden Sterbeprozess zu beschränken, wie dies von einigen Bundestagsabgeordneten gefordert wird. ... mehr (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,476317,00.html)

Quelle: Spiegel-Online (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,476317,00.html) (10.04.2007)

Gruß der Randbayer

ostfriesland
10.06.2007, 21:06
Neues dazu in der zeit online:
http://www.zeit.de/2007/24/Patientenverfuegung?page=1
Gruß

ostfriesland
17.10.2007, 19:29
Hallo,
Urteil betrifft zwar nicht die Patientenverfügung im eigentlichen Sinn.

OLG-Hamm erlaubt Stopp künstlicher Ernährung
Eltern durften Koma-Kind sterben lassen
Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat Eltern das Recht zugesprochen, die künstliche Ernährung für ihre im Wachkoma liegende vierjährige Tochter zu beenden.

Quelle: http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_aktuell_kuenstliche_1192527332.htm
Übrigens auch in der aktuellen Spiegelausgabe (Nr. 42) ein Artikel dazu.
Gruß

WomBat
17.10.2007, 22:09
Liebe Zwaimeinde,

Terri Schiavo ist nicht alleine. Modernes hat dazu geführt, dass Menschen vor eine solche Wahl gestellt werden. Ich möchte diese Wahl für einen anderen Menschen nicht wirklich treffen.....

WomBat
We do not fix emotions, we acknowledge them.

ostfriesland
18.10.2007, 10:53
Moin,
ich hätte die Entscheidung der Eltern auch nicht wirklich treffen wollen.
Liest man den Artikel im Spiegel, ist man noch betroffener. Zum einen wurden die Eltern mehr oder weniger von Anfang an im unklaren über den Zustand ihrer Tochter gelassen, keine Aufklärung durch die Ärzte (eher die Aussage: wird schon wieder werden!) und als Ihnen die Gesundheitslage ihrer Tochter bewusst wurde und sie ihre Entscheidung trafen, wurden durch die Ärzte Gerichte eingeschaltet. Und die ganze Situation hätte noch ein längeres hin und her bedeutet, wenn das Kind nicht gestorben wäre, denn das Sorgerecht in Gesundheitsfragen wurde nach wenigen Tagen wieder auf das Jugendamt übertragen.
Gruß

Elisabeth
18.10.2007, 18:40
Nach Angaben eines Anwaltes ist in Deutschalnd schon vielen Koma- Patienten durch Einstellung der Ernährung das Sterben ermöglicht worden.
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_aktuell_kuenstliche_1192527332.htm

Wie zynisch und verlogen. Verhungern lassen trifft es wohl eher. Und wie qualvoll es sein kann durfte die Welt ja bei Terry Schiavo miterleben.

Elisabeth

ostfriesland
26.10.2007, 02:01
Moin,

Ende ohne Gnade
Die Intensivmedizin lässt Willenlose leiden. Die Altenpflege lässt Hilflose verkommen. Doch die Gesellschaft verdrängt das grausige Geschehen in Kliniken und Pflegeheimen. Sie fürchtet Krankheit mehr als den Verlust der Würde
Der Artikel bei zeit.de unter http://www.zeit.de/2004/29/Pflegenotstand?page=1 ist zwar schon etwas älter, aber immer noch aktuell.

Gruß

Randbayer
26.10.2007, 16:19
Na da passt ja folgendes Lied von WIZO: :mosh:

Egon (http://www.punk.de/catalog/songs/5646208.m3u?osCsid=d4d4793aa10fbb4052c85b1953a9bea a)

Text: http://forum.zwai.net/showthread.php?t=321&page=11 (http://forum.zwai.net/showthread.php?t=321&page=11)

Gruß der Randbayer

Elisabeth
28.10.2007, 14:46
Seht ihr eure Arbeit als Quälerei am Patienten an?

Elisabeth

Monty
29.10.2007, 15:50
Seht ihr eure Arbeit als Quälerei am Patienten an?


Schwierige Frage!

Manchmal muß ich etwas, was ich als alleinstehender Akt als Quälerei bezeichnen würde, im Kontext eines Pflege- oder Therapieprozessen durchführen, auch mit Mißbilligung des Pat. Da sind wir aber auch schon gleich beim Thema Gewalt am Patienten. Einen momentan nicht einsichtsfähigen Pat. muß ich manchmal "quälen", um ihm zu helfen. Im nachhinein (auch schon öfters im späterem Gespräch mit selbigen Pat. geklärt) ist der Pat. durchaus froh drüber. Je nachdem welche Erinnerungen er dran hat, wenn überhaupt.

Monty

Randbayer
21.01.2009, 15:26
Interview zur Patientenverfügung
"Für Außenstehende ist das manchmal schaurig"


Der Bundestag diskutiert mehrere Gesetzentwürfe zur Patientenverfügung. Sie sollen festlegen, unter welchen Umständen lebenserhaltende Maßnahmen abgebrochen werden können. Wie schwer das in der Praxis sein kann, erzählt der Journalist Tilman Jens im Interview mit tagesschau.de. Sein Vater, der prominente Schriftsteller und Hochschulprofessor Walter Jens, leidet seit fünf Jahren an Demenz.
Das Interview ... (http://www.tagesschau.de/inland/interviewtilmanjens102.html)

Quelle:
tagesschau.de (21.01.2009) (http://www.tagesschau.de/inland/interviewtilmanjens102.html)

Zwischen Leben und Tod - die Positionen zur Patientenverfügung (http://www.tagesschau.de/inland/patientenverfuegung106.html)
Positionen von Joachim Stüncker (SPD) (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/084/1608442.pdf), Wolfgang Zöller (CSU) (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/114/1611493.pdf) und Wolfgang Bosbach (CDU) (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/113/1611360.pdf)
Die entsprechenden Gesetzesentwürfe der 3 Bundestagsabgeordneten sind mit ihren Namen verlinkt.

Video-Beitrag: Norbert Hahn, WDR [tagesschau 12:00 Uhr, 21.01.2009] (http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video438912.html)

Der Randbayer

ostfriesland
12.06.2009, 10:38
Moin,

Ärzte gegen Regeln für Patientenverfügungen
Zum Artikel: https://www.gkv-spitzenverband.de/News_Anzeige.gkvnet?NewsID=773
Gruß

Randbayer
17.06.2009, 15:43
Hallo :zwai: meinde!

Morgen stehen die Gesetzesentwürfe zur Patientenverfügung zur Abstimmung im Bundestag.

Liest du hier -> Tagesordnungspunkte des Bundestags 227. Sitzung 18.06.2009 Punkt 6 a-c (http://www.bundestag.de/parlament/plenargeschehen/to/227.html)

Gruß der Randbayer

Randbayer
18.06.2009, 11:40
Plenarsitzung live verfolgen: Web-TV - Deutscher Bundestag (http://www.bundestag.de/aktuell/tv/live300.html)

Gruß der Randbayer

ostfriesland
01.07.2009, 08:35
Moin,

„Ärzte können Behandlung verweigern“
Jörg-Dietrich Hoppe ist Präsident der Bundesärztekammer. Mit ihm sprach Werner Grosch über die Konsequenzen aus dem neuen Gesetz zur Patientenverfügung, das die Ärztekammer ablehnt.
Zum Artikel: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1238775236173.shtml
Gruß

Elisabeth
02.07.2009, 19:49
Es sterben ja bekanntlich immer die anderen, man selbst ist unsterblich.
Aus gegebenem Anlass würde mich interessieren, wer von den hier aktiven Usern hat eine Patientenverfügung? Wie lange habt ihr gebraucht für das Erstellen dieses Papiers? Wie geht es euch mit dem Wissen eine Patientenverfügung zu haben? Beruhigt es oder beunruhigt es?

Elisabeth

Helmut
03.07.2009, 09:13
Hallo Elisabeth
Ich habe seit Jahren schon eine Patientenverfügung (und Betreungsverfügung) und habe sie in den letzten Tagen gerade erst überarbeitet und verfeinert. Es steht jetzt auch audrücklich drin, dass ich z. B niemals eine PEG bekommen möchte, ich denke dabei ans Alter und Demenz, Schluckstörungen.....
Also, mich beruhigt meine Verfügung schon, vor allem nachdem nun klar ist dass sie auch in Situationen gelten soll die nicht unmittelbar zum Tod führen. Die
Ausarbeitung hat wohl Stunden in Anspruch genommen, Vorlagen aus dem Netz gezogen, durchgelesen, Textabschnitte übernommen, eigenen Text erstellt usw.

Gruß Helmut

Elisabeth
03.07.2009, 17:13
Also bei Apoplex mit Sprach- und Schluckstörungen keine Ernährung und Flüssigkeitszufuhr mehr- hab ich das so richtig verstanden? *grübel* Würde dann ja bedeuten, dass du bei vollem Verstand verhungern würdest.

Elisabeth

Helmut
04.07.2009, 07:59
Hallo Elisabeth
Solange ich in der Lage bin zu mich verständlich zu machen ist das ja alles kein Problem, eine Patientenverfügung kann jederzeit rückgängig gemacht werden, somit müßte ich bei einem Apoplex mit isolierter Schluckstörung und Sprachstörung auch nicht "verhungern" oder "verdursten". Mir geht es eher darum bei einem schleichenden Prozess wie der Demenz vorher eine klare Aussage getroffen zu haben, wenns mal nicht mehr geht und sich eine Mangelernährung einstellt, möchte ich keine PEG.
Helmut

Elisabeth
04.07.2009, 19:38
Axo, jetze hab ichs verstanden.

Ich habe ebenso wie du Stunden mit dem Erstellen des Papieres zugebracht und war hinterher doch stark verunsichert. Es gibt keine eindeutigen Zeichen, die z.B. absolut sicher vorhersagen, dass man sich im Sterbeprozess befindet... es sei denn ich nehme den Hirntod an, aber dann brauchst auch keine Patientenverfügung mehr.
Die Schwierigkeiten fangen schon an, wenn ich über Reanimation nachdenke. Eigentlich will ich nicht reanimiert werden... aber sterben will ich auch nicht. Ich will nicht dahin vegetieren. Es fällt mir ausgesprochen schwer, dass alles möglichst eindeutig zu formulieren. ... Und wie würde ich in der Situation dann selber denken? Der Mensch hängt am Leben.

Ich finde, diese Patientenverfügungen sind eigentlich eine nicht umsetzbare Idee. Der Mensch wird dazu gebracht seinen eigenen Tod vorzubestimmen ohne zu beachten, dass in jedem Menschen eigentlich der Überlebenswille mit am stärksten ist.
Ich werde auch den Eindruck nicht los, dass die heutige Menschheit ein riesiges Problem mit der Akzeptanz von Einschränkungen und der daraus schlussfolgernden Annahme von Hilfe hat.

Aber vielleicht verstehe ich bloß den Ansatz der Patientenverfügungen nicht richtig und es fällt mir deshalb so schwer nüchtern und emotionslos über mein Lebensende nachzudenken. Meine Familie jedenfalls hatte schwer zu kämpfen mit meinen aktuellen Vorstellungen.

Elisabeth

WomBat
05.07.2009, 22:11
Elisabeth, Helmut und Forum,

ich finde das beeindruckend.

Wie geht es denen, die weniger Wissen in diesem Bereich haben, frage ich mich...

WomBat, sehr nachdenklich

Elisabeth
06.07.2009, 13:42
Ich bin der Meinung, die denken, dass alles in ihrem Interesse geregelt ist. Wer kennt sich denn schon mit den Möglichkeiten und Unmöglichkieten des menschlichen Lebens aus. Es zählt: man will im Alter nicht allein sein und niemandem zur Last fallen. Da ist der kurze Weg der sozial verträglichste.
Ich glaube, dass der Laie die Dimensionen seiner Entscheidungen auch nicht ansatzweise übersehen kann und vielleicht auch nicht will. Wer denkt schon gerne über den Tod nach.

Elisabeth

Randbayer
14.07.2009, 16:41
Hallo :zwai: mainde!

Unter folgendem Link könnt ihr euch den Gesetzesbeschluss zur Patientenverfügung durchlesen.

Follow this Link (http://www.bundesrat.de/cln_099/SharedDocs/Drucksachen/2009/0501-600/593-09,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/593-09.pdf)

Im übrigen jede Patientenverfügung kann formlos jederzeit widerrufen werden.

Gruß der Randbayer

ostfriesland
23.09.2009, 14:58
Hallo,

"Auch Wachkoma-Patienten haben das Recht auf einen würdigen Tod"
"vorjurlife"-Expertenforum mit dem prominenten Medizinrechtler Wolfgang Putz
Zum vollständigen Artikel: http://pressetext.de/news/090909041/auch-wachkoma-patienten-haben-das-recht-auf-einen-wuerdigen-tod/?phrase=Putz
Gruß

ostfriesland
20.04.2010, 07:03
Moin,
eine andere Art der Patientenverfügung.

Dr. Angelika Zegelin fordert Ergänzungen zur Patientenverfügung
...Um ein besseres Beispiel zu geben, hat Dr. Zegelin nun eine eigene Patientenverfügung geschrieben und veröffentlicht. Darin geht es allerdings hauptsächlich um die kleinen Dinge des täglichen Alltags wie Parfum, fettige Haare und deutschen Schlager...
Die vollständige Patientenverfügung "Mein Fuß muss immer rausgucken" von Dr. Angelika Zegelin ist hier zu finden: http://www.uni-wh.de/die-uwh/aktuelles/dr-angelika-zegelin-fordert-ergaenzungen-zur-patientenverfuegung/patientenverfuegung-mein-fuss-muss-immer-rausgucken/?L=0
Gruß

Elisabeth
20.04.2010, 11:21
Sagen wir mal so: es fällt einem Pflegewissenschaftler wahrscheinlich schwer eine Patientenverfügung im juristischen Sinne von einer ausführlichen Pflegeanamnese zu unterscheiden.

Außerdem sollten wir bindend regelmäßige, mindestens 3 Monate am Stück, Praktika für Pflegewissenschaflter einführen, damit der Elfenbeinturm nicht zu hoch wächst.

Ich komme mir bei dieser Verfügung vera...t vor. Ich habe selbst vor kurzem eine solche Verfügung erstellen müssen mit der Frage: was soll passieren, wenn die OP nicht so glücklcih verläuft. Und da fallen einem tatsächlich als letztes die Füße ein. Da geht es um etwas Existentielles. Das Kollegen im Intensivbereich Empathie haben und Zuwendung geben wollen (sofern die szeitl. möglich ist), dass weiß ich auch ohne das ich sie dazu auffordern muss.

Elisabeth (die sich gerade sehr ärgert)

fridolin
22.04.2010, 19:14
Der Text von Dr. Angelika Zegelin ist so einzeln betrachtet juristisch sicher nicht haltbar, jedoch als Anhang zu einer juristisch korrekt verfassten Patientenverfügung sich schon. Gibt er doch Pflegepersonal Anhaltspunkte für Vorlieben und Wünsche.
Vielleicht macht es Sinn, solche Texte an die Patientenverfügung zu heften, doch wer hat im harten Pflegealltag die Zeit, lange Texte zu lesen?
Hier wären aus meiner Sicht kurze Zettel mit vorgefertigten Kästchen zum Ankreuzen und Eintragen von Stichworten besser und übersichtlicher.
Eine Version der Patientenverfügung lässt sich im Übrigen vom Bundesjustizministerium (http://www.bmj.bund.de/enid/1f8c4f075ca3829722c55363aebab669,33d0e45f747263696 4092d0933303334/Publikationen/Patientenverfuegung_oe.html) herunter laden, sogar mit Textbausteinen. Diese Version ist m. E. nach viel zu lang mit viel zu viel Text (den Eh`keiner liest)
Eine kürzere Version findest Du hier (http://www.freizeitfreunde.de/media/images/artikel/6rat___tat/2geld___recht/patientenverf_gung/Patientenverfuegung.pdf).
Weiter Versionen lassen sich googlen.
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
22.04.2010, 21:34
Und es bleibt immer ncoh das Problem: glaubst du wirklich, dass es nicht bereist normal ist, im Rahmn der Möglichkeiten alles zu tun. Und der Rahmen ist dummerweise zum einen durch den Personalspiegel begrenzt und zum anderen durch die Erkrankung selbst. Wie schon geschrieben: es geht bei einer Patientenverfügung um existentielle Fragen und nicht darum, ob man ein Bettwühler ist.

Den Angehörigen, Bekannten, Freunden dieses Papier ind ei Hand zu geben, kann ich nachvollziehen. Dann kann man mit einer informierten Person die Pflegemöglichkeiten absprechen und anpassen.

Der Begriff Patientenverfügung ist in den deutschen Sprachgebrauch fest eingefügt. Er hat eine ganz bestimmte Bedeutung. Und eigentlich erwarte ich von einer Pflegewissneschaftlerin, dass sie dies weiß und ihrer Idee einen passenden Namen gibt. Aber Pflegeanamnese war wahrscheinlich schon wieder zu überholt buw. man sah die Gefahr, dass Pflegekraft sich nicht für so ein "profanes" Papier interessiert.

Wie schon geschrieben: unsere Pflegewissenschaftler- wie immer völlig realitätsfern

Elisabeth

ostfriesland
28.04.2010, 02:40
Moin,

Sterbehilfe: Wie mutmaßlich kann ein Wille sein?

Fast ein Jahr lang war von den Gerichten wenig in Sachen Patientenverfügung und Einstellung lebenserhaltender Behandlungen bei einwilligungsunfähigen Patienten zu hören. Jetzt hat das Landgericht Oldenburg einen Beschluss gefasst, der zwar nicht von dem Ehrgeiz getrieben erscheint wesentliche Rechtsfragen zu klären, der aber Hinweise auf den Umgang mit Problemen des neuen Rechts der medizinischen Behandlung einwilligungsunfähiger Patienten liefert, das sehr viel mehr umfasst als nur die Regelung der Patientenverfügung.


Zum vollständigen Artikel: http://faz-community.faz.net/blogs/biopolitik/archive/2010/04/27/sterbehilfe-wie-mutmasslich-kann-ein-wille-sein.aspx

Gruß

Elisabeth
28.04.2010, 11:26
Warum habe ich nichts anders erwartet beim Umgang mit dem "Sterbetestament".
Die Frage, wann ein Leben lebenswert ist, ist in unserer Gesellschaft schon fetsgelegt: wenn man jung und dynamisch ist. Alt und hilfsbedürftig ist nicht vorgesehen... weil das in unserer Gesellschaft dem Verlust der autarken Entscheidungsbefugnis nach sich zieht. Ein Blick in diverse Altenheime zeigt, was ich meine. Andere, und hier vor allem Pseudopflegeexperten, entscheiden was zukünftig gut und was schlecht ist.

Wahrscheinlich ist es dann wirklich für viele der einzigst gangbare Weg diesem zu entkommen: kontrolliert Sterben.

Elisabeth

ostfriesland
19.05.2010, 10:14
Moin,
die Gesellschaft für Psychiatrie ...(DGPPN) hat eine Stellungsnahme zur Patientenverfügung auf die Versorgung psychisch Kranker veröffentlicht.
Zu lesen hier: http://www.dgppn.de/de_stellungnahme-2010-04-15_267.html
Gruß

herrbessel
10.11.2010, 20:48
Mit dem Dritten Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts wurde die Patientenverfügung nun fest verankert. Das führt zu mehr Rechtsklarheit und Rechtssicherheit beim Umgang mit Patientenverfügungen. Schriftliche Verfügungen sind für Ärzte künftig bindend und verpflichtend. Jeder ist also jetzt in der Lage, im Voraus darüber zu entscheiden, wann lebensverlängernde Maßnahmen durchgeführt werden sollen und wann nicht.

Sören Lösche
11.11.2010, 08:22
Das ist auch gut so.
Das größte Problem der Praxis bleibt zu prüfen, ob die Patientenverfügung individuell für die vorliegende Situation gilt. Hier empfehle ich aus eigener Erfahrung in besonders schwierigen Fällen eine Ethik Gruppe.

Sören

bassauer
11.11.2010, 15:44
Hallo!
Bin in der "Esslinger Initiative Vorsorgen - selbst bestimmen e.V." tätig.
Diese gibt seit über 10 Jahren verschiedene Vordrucke heraus und bietet Beraterschulungen an (diese Schulungen über 3 Tage werden z.Z. von mir organisiert. Berater sind Juristen, Ärzte und andere Berufe).
Neuerdings werden bei akuten Fällen die Angehörigen und Kliniken über die Wünsche und Umsetzungen der Verfügungsinhalte im konkreten eingetroffenen Fall beraten.
Gruß D. Bassauer

ostfriesland
15.10.2012, 09:43
Moin,

Selbst wenn der Patientenwille in einer Verfügung niedergeschrieben wurde, zögern Ärzte oft, die Behandlung entsprechend abzubrechen. Zu groß ist die Unsicherheit über rechtliche Folgen. Ein Gutachten des Deutschen Richterbundes könnte Licht ins Dunkel bringen.
Mehr unter: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/sterbehilfe_begleitung/default.aspx?sid=824022&cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20121015-_-Sterbebegleitung+%2f+Sterbehilfe
Gruß

ostfriesland
26.10.2012, 00:15
Moin
ein Beitrag zum Thema "Betreuung - Wenn ein fremder das Leben bestimmt" ist zu finden unter: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/betreuung155.html; dort ist auch ein Sendebeitrag zum Anschauen.
Gruß