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Vollständige Version anzeigen : Arzt-Arbeitsplatz wie "Jumbo-Cockpit"


Hanno H. Endres
13.11.2004, 07:31
Nachtvorlesung behandelt anschaulich Narkose und das Aufwachen nach einer Herzoperation

Trotz 11.11. - einmal mehr nahmen über 300 Interessierte im größten Hörsaal der Uniklinik Platz. Um Narkose und das "Aufwachen nach Herzoperationen" ging es bei der jüngsten Nachtvorlesung, einer Gemeinschaftsveranstaltung der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (HTG) und der Allgemeinen Zeitung, deren stellvertretender Chefredakteur Stefan Schröder moderierte.

Sehr dramatisch erlebte Hansheinrich Schnorr v. Carolsfeld Narkose und Aufwachen. Der stadtbekannte "Johanniter" wurde erst vor einer Woche in die Uniklinik eingeliefert. Diagnose: Herzinfarkt. Fünf mal wurde er reanimiert und erhielt dann vier Bypässe. "Extremer kann es einen Menschen nicht treffen", kommentierte HTG-Direktor Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl. Schnorr v. Carolsfeld, der sich auf der Intensiv-Station "fast wie zu Hause" fühlte, nahm es gelassen. Denn, so seine Erfahrung: "Das Mainzer Team arbeitet mit größter handwerklicher Qualität".

Eine echte Herz-Lungen-Maschine demonstrierte der HTG-Direktor höchstpersönlich: "Sie ist so teuer wie ein Ferrari", sagte er, nämlich 200000 Euro. Vahl zeigte den Einsatz des Gerätes am offenen "zappelnden" Herzen - per Film. "Das Durchsägen des Brustbeins erspare ich Ihnen", meinte er.

Oberärztin Dr. Irene Tzanova zeigte in Bild und Wort nicht nur, wie sie Patienten in Schlaf versetzt und für Schmerzfreiheit sorgt. Parallel seien Narkose-Ärzte während der OP auch für die Kontrolle aller Lebensfunktionen zuständig. "Angefangen vom Herzkreislauf bis hin zu den Gehirnströmen halten wir alle Fäden in der Hand", sagte die Kardio-Anästhesistin, die ihren technik-befrachteten Arbeitsplatz als "Cockpit eines Jumbos" beschrieb.

Dass dem Team nicht nur Ärzte angehören, unterstrich der leitende Intensivarzt Dr. Jörg Albers: "Ohne die Krankenschwestern und -pfleger ist unsere Arbeit undenkbar". Einer ist Marko Hoßbach. Der Fachkrankenpfleger schilderte den Alltag auf der Intensivstation in der Herzchirurgie: "Das erste, was wir machen, wenn der Patient aufwacht: wir drücken seine Hand, damit er spürt, dass er nicht alleine ist".

Auch die Zuschauer konnten wieder ihre Fragen los werden. Etwa beim "Biergarten-Gespräch" im Foyer. "Wie immer toll", schwärmte Gerda Lange. Die 68-jährige AZ-Abonnentin ist Dauergast bei den Vorlesungen. Ebenso wie Sarah Resch, mit 17 Jahren wohl die Jüngste: "Es ist nicht so trocken wie in der Schule", meinte die Fintherin, die regelmäßig mit ihrer Familie kommt.

Die letzte Nachtvorlesung der aktuellen Staffel am Donnerstag, 18.November, hat das Thema "Eingeengte Halsschlagader: Wie riskant ist Warten? Bewährte Wege zur Verhütung des Schlaganfalls". Die Vorlesung beginnt um 20 Uhr im Hörsaal der Chirurgie der Uniklinik, Gebäude Gebäude 505.Quelle: main-rheiner.de (http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=1683582)

r.dubb
14.11.2004, 19:35
Oberärztin Dr. Irene Tzanova zeigte in Bild und Wort nicht nur, wie sie Patienten in Schlaf versetzt und für Schmerzfreiheit sorgt. Parallel seien Narkose-Ärzte während der OP auch für die Kontrolle aller Lebensfunktionen zuständig. "Angefangen vom Herzkreislauf bis hin zu den Gehirnströmen halten wir alle Fäden in der Hand", sagte die Kardio-Anästhesistin, die ihren technik-befrachteten Arbeitsplatz als "Cockpit eines Jumbos" beschrieb.
Die Sache hat nur einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Im Cockpit des Jumbos sind die Fachleute bis zum bitteren Ende mit an Bord. Die Motivation den Jumbo sicher zu landen ist in diesem Fall bestimmt sehr hoch.:rolleyes:

PICCOlina
18.11.2004, 14:07
Gleich und gleich ist noch lange nicht gleich...
Warum gibt es im Jumbo sonst eine erste Klasse? ;)
Und der Jumbo kann im Notfall sogar vom Bodenpersonal gelandet werden. Vielleicht gibt es eine Funkverbindung in die Cafeteria(mit Bild und Ton), damit "die Fäden nicht verloren gehen" :cool:

Gruß
PICCOlina

arnold kaltwasser
13.01.2005, 10:57
Die Sache hat nur einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Im Cockpit des Jumbos sind die Fachleute bis zum bitteren Ende mit an Bord. Die Motivation den Jumbo sicher zu landen ist in diesem Fall bestimmt sehr hoch.:rolleyes:
jetzt verstehe ich auch die Stellungsnahme des BDA und DGAI zur Paralellnarkose (http://www.dgai.de/downloads/MuensteranerErklaerung_Parallelnarkose11-04.pdf) :D

Ambu das Beuteltier
13.01.2005, 20:43
hey piccolina,
wieso hat die Anästhesie etwas mit der Cafeteria zu tun, hä?



:motz:

ich hatte letztens auch mal vor einen solchen Arbeitsplatz zu fotografieren mir fehlte aber das Weitwinkel Objektiv um eine wirklich realitätsnhae Aufnahme vom umfangreichen Narkosearbeitsplatz zu machen. (ne FlugkapitänsMütze für die ein oder andere Anästhesistin dann dazu...bestimmt nicht schlecht das Bild...)
Ich bleibe dran und poste dann mal das Ergebnis!

Gruß, T.

:hihi:

PICCOlina
13.01.2005, 20:53
Ganz einfach,
Sind eure Ärzte etwa beim Patienten? :rolleyes:
Deshalb wäre doch die Funkverbindung eine prima Lösung ;) ;)


Und in der Anästhesie wird viel Kaffee getrunken, so sagt man ;)
aber ich als innere Schwester kann das nicht beurteilen. Zum Kaffetrinken bleibt bei uns keine Zeit. :jubel: Retter allzeit im Einsatz :cool:

R.Fischer
14.01.2005, 10:36
Ganz einfach,
Sind eure Ärzte etwa beim Patienten? :rolleyes:
Deshalb wäre doch die Funkverbindung eine prima Lösung ;) ;)


Und in der Anästhesie wird viel Kaffee getrunken, so sagt man ;)
aber ich als innere Schwester kann das nicht beurteilen. Zum Kaffetrinken bleibt bei uns keine Zeit. :jubel: Retter allzeit im Einsatz :cool:

Hast schon recht, in der Anästhesie wird viel Kaffee getrunken - im Bereitschaftsdienst von Pflegekräften und Ärzten, im Normaldienst nur von der höher dotierten Gruppe (bei uns zumindest).

Die Funkverbindung fände ich auch toll, aber nur mit Sichtverbindung, damit ich den Akademikern noch beim Einfüllen des Zuckers behilflich sein kann (wieviele Löffel, wie schnell in den Kaffee, wie oft umrühren etc.)... :D

Liebe Grüße aus Schwaben-
Rainer.

Ambu das Beuteltier
14.01.2005, 19:41
also OK,
in der Inneren wird ja auch häufiger Tee als Kaffee getrunken (um mal bei den Klischees zu bleiben). :-p

Aber was auch immer getrunken wird, alles Einteilungssache dazu zu kommen oder?

Ich kann mich noch gut an einen "Tatort" aus den siebzigern erinnern der letzlich ausgestrahlt wurde, da stand morgens um Elf Uhr die Pulle "Maurertod" auf dem Schreibtisch...aber auch dort sind diese Zeiten ja wohl vorbei.

Gruß, T.

fridolin
28.01.2005, 18:48
jetzt verstehe ich auch die Stellungsnahme des BDA und DGAI zur Paralellnarkose (http://www.dgai.de/downloads/MuensteranerErklaerung_Parallelnarkose11-04.pdf) :D

Schlußfolgerung aus der o.g. Stellungnahme:
Der Jumbo braucht im Cockpit immer den Copiloten;
der Anästhesist den Facharzt.
Der Facharzt aber hat sich aus dem Cockpit bereits mit dem Fallschirm gerettet -
(Wahrscheinlich hat er zu den Internisten gewechselt!)
Gruß
fridolin

P.S.: Irgentwie fehlt mir hier das Smiley mit dem Fallschirm....

WomBat
28.01.2005, 23:03
Oh, oh, o...h....

Und wer ist jetzt bei dem Passagier (oder wie auch immer der Kunde heißt?) Wenn der FA mit dem Fallschirm so zart Richtung Erde schwebt....dann ist das Ding PilotLOS :confused:

Nein, nicht antworten. Cobra, übernehmen Sie.


diedo,dieimmerdosin, WomBat

Hanno H. Endres
29.01.2005, 12:05
P.S.: Irgentwie fehlt mir hier das Smiley mit dem Fallschirm....

Wie wär's mit dem hier: :downwash:

DownDown&away,

hhe