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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fallbeispiel: Duschen!



Peter Nydahl
29.03.2011, 14:42
Männlicher Patient mit neuer, atypischer ALS, 57 J. Er hat eine gute Beweglichkeit, aber sehr schwache Atemmuskulatur. Er kann aufstehen, den ganzen Flur der Intensivstation gehen (90 Meter!), hat einen oralen Tubus. CPAP / ASB, FiO2 30%, ASB = 10-14 inkl. ATC. Jeder Versuch, seine Druckunterstützung zu verringern, versagt, er kann nicht atmen ohne ein Beatmungsgerät (wenn wir einen SBT versuchen, erhöht sich sein CO2 mehr als 10 mmHg pro Stunde bis zu 80 (wach) und 100 (bewusstlos).

Eines Morgens fragte er, ob er duschen könne. Wir hatten nur wenige Patienten und daher Zeit, also fragte ich eine andere Krankenschwester um Hilfe. Sie ist eine neue Schwester, so dass es ein guter Zeitpunkt war, um frühzeitig die Mobilität und die Kommunikation mit einem wachen Patienten zu lernen. Wir nutzten unseren Küchentisch (hat Räder), nahmen ein tragbares Beatmungsgerät, Monitor, Perfusor (3 mg Arterenol, 4ml / h), Urinsystem und Duschgel und gingen in die Dusche am anderen Ende des Flures
Dem Patienten ging es sehr gut, er achtete auf den Tubus und die Leitungen und genoss die erste Dusche während seines Aufenthalts. Unter der Dusche saß er auf einem Stuhl, das Ganze dauerte etwa 10 Minuten. Keine unerwünschten Ereignisse. Rückweg war dann aber doch im Rollstuhl...
Die ganze Tätigkeit dauerte etwa 30 Minuten und ein Problem war die Sauerstoffreserve. Die Sauerstoff-Flasche war fast leer, als wir sein Bett wieder erreichten... (woran man alles denken muss ...)

Erstaunlich: als ich ihn fragte, wie er das Gehen mit der Beatmung empfand, schrieb er: "Warum? Es ist einfach nur Gehen ... "

Für alle, die jetzt an NIV denken: Extubation wurde später versucht => NIV-Maske => Delir =>Re-Intubation => Tracheotomie => weiter mit Beatmung über den Flur gehen. Aktuell mag er gerne im Flur sitzen = zweiter Lebensraum!
Grüße vom Bademeister

Tobbi
29.03.2011, 15:19
Also was sagt uns das! Ein Sauerstoffwandanschluss in der Dusche muss her!:-p

gruß Tobi

Monty
29.03.2011, 17:50
Unsere Dusche ist komplett angeschlossen, mit Vakuum, O2 und Air!:jubel:
Allerdings geht unsere Pat. da nur im Liegen rein, v.a. die Querschnittsverletzen Dauerlieger. Aber die können eh nicht laufen.

Schöne Schilderung. :bravo: :bravo: :bravo:
Darf ich fragen, wie der Tubus fixiert war? Wie lief´s mit der Tubustoleranz?

Gruß,
Monty

Peter Nydahl
29.03.2011, 19:15
Hallo Monty
Tubusfixierung: Pflaster zur Tubusfixierung (diese weissen Dinger, duschfest ;-) )
Tubustoleranz: ging ganz gut ... wobei mir aufgefallen ist, dass er mit 2 Amp Sufenta auf 2ml/h gut klarkam ... lief es nur mit 0-5 - 1, musste er mehr würgen. Er wollte deswegen aber nicht sediert werden (hab aus Spass mal nachgfragt, als ein Kollege dabei war, der immer meint, man müsse das tun ...)

Und ganz klar: der Mann ist ein Ausnahmepatient. Ist nicht so, dass wir morgens mit den Intensivpatienten erstmal alle duschen gehen ...

Kurz-vor-dem-Nachtdienstgrüße
Peter

Hermelin
30.03.2011, 10:47
Wie lief´s mit der Tubustoleranz?

Gruß,
Monty

Mal ein Ansatz zur Tubustoleranz: Opiate nicht erhöhen (hemmen ja den atemantrieb)

Husten, würgen usw. lassen sich sehr gut vermeiden mit Xylocain i.v.
1% Lösung davon langsam und fraktioniert 5ml i.v. repetetiv gerne bis auf 10 ml erhöhen.

Ist auch nach HNO OP sehr gut, wenn die Anordnung lautet: Pat. darf nicht husten.

Monty
30.03.2011, 14:26
Husten, würgen usw. lassen sich sehr gut vermeiden mit Xylocain i.v.
1% Lösung davon langsam und fraktioniert 5ml i.v. repetetiv gerne bis auf 10 ml erhöhen.


Off-label-use?!?
Oder darf man das?

Gruß,
Monty

Hermelin
30.03.2011, 17:58
Würde sagen, das ist o.K. also wir machen das nicht heimlich


Ist vielleicht wie Dolantin zu betrachten, auch nicht 100% gegens Shivering zugelassen, funzt trotzdem und verboten findet das auch keiner, oder?

Monty
30.03.2011, 18:37
funzt trotzdem und verboten findet das auch keiner, oder?

Oh ja, da würden mir viele Sachen einfallen. :D

Nochmals Danke an Peter Nydahl für die Schilderung! :bravo:

Servus,
Monty

Peter Nydahl
01.04.2011, 13:08
Moin zusammen
Tubustoleranz: da habe ich auch was gelesen über Rivotril (Spader, C: The ICU workout. Nursing Spectrum, Critical Care Specialty Guide 2009: 24-26) zum Einsatz zur besseren Tubustoleranz.... ganz spannend und eigentlich ein Thema für eine Facharbeit... und anschliessender Veröffentlichung. Hat jemand Lust?

Beste Grüße
Peter

arnold kaltwasser
01.04.2011, 13:23
Hallo Peter,
wo findet man/frau denn diese Literatur?
so long arnold

Peter Nydahl
01.04.2011, 13:44
Hallo Arnold
Von Needham bekommen ;-)
Mal schauen: pubmed: "tube tolerance" ... nur ein Treffer:

Anaesthesia. 2007 Aug;62(8):796-801.
Remifentanil for tracheal tube tolerance: a case control study.

Machata AM, Illievich UM, Gustorff B, Gonano C, Fässler K, Spiss CK.

We assessed the minimal remifentanil dosage required for tracheal tube tolerance in awake and spontaneously breathing patients after major abdominal surgery. Forty postoperative patients received remifentanil 0.1 microg.kg(-1).min(-1), which was reduced in steps of 0.025 microg.kg(-1).min(-1) every 30 min. Respiratory response subscore of comfort scale (CSRR), Ramsay sedation scale (RSS), visual analogue scale (VAS), respiratory rate, and minute ventilation were recorded. Spontaneous respiration with no or little response to ventilation (CSRR 2) in co-operative, oriented and tranquil patients (RSS 2) was defined as the main outcome and study endpoint. Thirty-one patients (77.5%) reached a CSRR 2 and RSS 2 with remifentanil 0.025 microg.kg(-1).min(-1) and nine patients (22.5%) required remifentanil 0.05 microg.kg(-1).min(-1). Analgesia was sufficient in all patients (VAS = 30). Remifentanil 0.025-0.05 microg.kg(-1).min(-1) achieves satisfactory tracheal tube tolerance in awake and spontaneously breathing patients.

Es gibt aber sicherlich mehr. Komb. Suche mit tube, trachela tube, comfort, acceptance, self-extubation würde sicherlich was bringen ... dauert aber (und keine Lust jetzt nach dem Nachtdienst)

Viele Grüße
Peter

Hermelin
01.04.2011, 13:56
Rivotril . . . Funktioniert auch über eine zentrale Dämpfung.
Nachteil: Macht Delir, da ein Benzo.

Vielleicht keine schlechte Idee mit der Arbeit ....

Xylo blockt die Nervenleitung und hemmt weder den Atemantrieb noch beeinflusst es die Vigilanz. Geht auch super wenn über einen COOK Katheter Extubiert wird (habe dazu -Extubation- ein paar Folien für nen Vortrag .-)

fridolin
01.04.2011, 14:49
:bravo: :bravo: :bravo:
Lieber Peter,
vielen herzlichen Dank :danke: für den Klasse Beitrag.

Auch wir haben gelegentlich wache, kooperative beatmete Patienten, die theoretisch mehr könnten als ihnen zugestanden wird.
Sie dürfen in der Regel festgenagelt an der Überwachung den Bereich um das Bett nicht verlassen.
Und ein großes Problem würde das Duschen schon bereiten. Neu gebaute (2 Jahre) ITS ohne Patientendusche!:wut:
Und wenn dann doch einmal ein Pfleger (Ja, in der Regel sind das die Männer bei uns) so nett ist, mit einem Patienten die Personaldusche auf zu suchen, stößt er auf massiv incopliantes Personal. :nein:
Das geht so weit, dass die betroffenen Pflegeperson offen beschimft und hinterrücks gemoppt wird!:rabiata:
Grrrrrrrr

Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
01.04.2011, 15:08
Das Problem dürfte wohl darin bedingt sein, dass sowohl Architekten bzw. Verwaltungspersonal als auch beratendes Pflegemanagement eher eine sehr einfache Vorstellung von Pflege haben: füttern, waschen, trocken legen. Ersteren kannst keine Vorwürfe machen, letztere zeigen oft ungewollt ihre tatsächlich vorhandene sehr eingeschränkte Fachkompetenz.

Ich denke, die Verweigerung der Personaldusche hat auch was damit zu tun, dass Pflegekräfte sich abgrenzen wollen. Sie wünschen einen patientenfreien Raum. Dieser sollte ihnen auch zustehen und net streitig gemacht werden. Alternativen sind dann dei angrenzenden Stationen... oder eben der Verzicht auf diesen "Luxus".

Wenn du als Kunde einen Smart bezahlst, kannst nun mal keinen Porsche erwarten. Hier fängt die Diskussion: Was will Pflege? an. In diesem Falle musst drauf aufmerksam machen, dass das Produkt Pflege eigentlich viel mehr bedeutet. Kunde muss die Leistung einfordern. Hier der Angehörige.

Hast genug Beschwerden dann ändert sich was.


Elisabeth

Peter Nydahl
01.04.2011, 18:30
Ja, Fridolin
Ist schon ein interessantes soziologisches Phänomen, wie wir alles als "unser" und "meins" betrachten. Meine Station, meine Dusche, meine Kleidung, meine Medikamente. Alles Blödsinn, wissen wir, trotzdem wird man schief angesehen, wenn man etwas von "unserem" weggibt oder fremdbenutzen lässt. Beliebte Fettnäpchen sind da auch: Patienten Personalkleidung anziehen lassen, weil sie selbst nichts dabei haben ... oder Patienten einen Kaffeebecher vom Personal geben...
Ich bin Angestellter und mir gehört da gar nichts. Du hast mein volles Verständnis.
Sei tapfer und mach weiter so ...
Peter

Elisabeth
01.04.2011, 19:26
Ich hoffe mal net, dass die angestellte Pflegekraft beim Betreten sich in die Sklavenposition begibt. Ein gespräch mit dem BR dürfte hier erhellend sein. Der AG ist verpflichtet dem MA Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, die er net mit dem Patienten teilen muss. Und dieses Recht kann PK auch verteidigen. Sie muss deshalb noch keine schlechte Fachkraft sein.

Elisabeth (die ihren Pat. ehedem auch einfach die Personalkleidung angezogen hat *fg*)

WomBat
01.04.2011, 19:30
Deja-vu?
Siehe Aussage von Dr. T. Petty im Artikel „Frühe Mobilität auf der Intensivstation – wieder ein Deja-vu…“ (Deutsch)
http://asp-gb.secure-zone.net/v2/index.jsp?id=472/1229/2599&startPage=7

Zum Original von T. Petty (Englisch)
http://chestjournal.chestpubs.org/content/114/2/360.full.pdf
Chest 1998, Thomas Petty

In den 70igern haben wir beatmete Patienten, wenn es keine KI gab, sehr oft mobilisiert. Aufstehen, Sitzen, auch Laufen.
Auch wurde mit Tubus, T-Stück, Schlauch mit aufgestecktem PEEP-Ventil und O2 Flow mobilisiert.
Manche Patienten konnten so eine „normale Toilette“ besuchen. Im Einzelfall sind wir mit Patienten – wenn der Zustand und Wunden/Verbände usw. erlaubten – unter die Dusche.

WomBat, Deja-vu!

Hermelin
01.04.2011, 20:43
Das Problem dürfte wohl darin bedingt sein, dass sowohl Architekten bzw. Verwaltungspersonal als auch beratendes Pflegemanagement eher eine sehr einfache Vorstellung von Pflege haben:
Elisabeth

oder einfach gegen geltendes Recht verstossen:

https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=232&bes_id=4556&menu=1&sg=0&aufgehoben=N&keyword=Krankenhausbauverordnung#det214075

siehe §28

(1) Jede Pflegeeinheit muß mindestens einen besonderen Waschraum mit Badewanne und Dusche haben; seine Türen müssen § 16 Abs. 3 entsprechen.

Elisabeth
01.04.2011, 21:02
Die Verordnung tritt mit Ablauf des 31. 12. 2009 außer Kraft.
http://beck-online.beck.de/default.aspx?bcid=Y-100-G-NwKhBauVO

Bei http://www.gesetze-im-internet.de/index.html finde ich dazu auch nix mehr.

Wäre mal interessant zu erfahren, wieviel der sich selbst als modernste KH bezeichnenden Einrichtungen hier gespart haben beim Bauen... trotz der gesetzlichen Vorgabe.
Mir ist zumindest eines bekannt.

Elisabeth

Hermelin
01.04.2011, 22:02
Tritt außer Kraft, aber das heißt doch nur das alle Häuser die ab 2009 gebaut wurden sich nicht mehr dran halten müssen.

Alle anderen pochen auf Bestandschutz (z.B. beim Thema Brandschutz) das heißt aber auch das alle Vorgaben aus der Baugenehmigung usw. Bestand haben.

Bauten vor 2009 müssen sich an diesem Gesetz messen lassen

Hermelin
01.04.2011, 22:09
Darüber hinaus

http://www.ikbaunrw.de/AEnderungen-von-Landesvorschriften-zum-J.607.0.html

Die am 31.12.2009 außer Kraft tretende Krankenhausbauverordnung entfällt ersatzlos.

Derzeit ist eine Richtlinie für Brandschutz in Betreuungseinrichtungen in Bearbeitung, die voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft treten soll.

Neue Erläuterungen zu den einzelnen Teilen der SBauVO wurden mit Ausnahme der Hochhausrichtlinie nicht erstellt,

d.h. die Erläuterungen für die jeweiligen Verordnungen, soweit es denn welche gibt, gelten weiter fort.

sprich, bei einer Beanstandung würde die alte Verodrnung zu Rate gezogen, im Sinne einer Richlinie.

Triskal
02.04.2011, 00:35
Erstmal,

Danke für das schöne Fallbeispiel.
Eine Dusche auf Station ist schon was feines....schade das Wir sowas
nicht haben.

Zu Thema Tubustolleranz.
Wie wäre es mit Codein in Tropfenform?
Wir habe damit bei uns recht gute Erfahrungen gemacht.

Elisabeth
02.04.2011, 12:31
Es geht nur um die Finanzen- um nix weiter. Und da zählt für die "Experten" offensichtlich Duschen und Toilettengang im Intensivtherapiebereich zum Luxus, den man einsparen kann.

Aber wir kommen weit vom eigentlichen Thema weg.

Fachkompetenz in der Pflege... zeigt sich auch im sinnvollen anwenden von Pflegekonzepten. Hier: Anwendung der Zentralen Ziele aus der BasStim in der Pflege.

Kreativität ist hier gefordert. Anpassen der Pflegesituation an die Gegebenheiten vor Ort... dass beißt sich einfach mit den allseits beliebten Drehbuchstandards.

Elisabeth

fridolin
04.04.2011, 14:24
Lieber Peter,
liebes Forum,

Ist schon ein interessantes soziologisches Phänomen, wie wir alles als "unser" und "meins" betrachten. Meine Station, meine Dusche, meine Kleidung, meine Medikamente.Ich würde genau diese Verhaltensweise von KollegInnen noch von einer anderen Seite betrachtet wissen.
Spricht sie doch auch für eine Idendifikation mit dem Arbeitsplatz. Leider läuft genau dieser eigentlich positive Effekt (...mein Arbeitsplatz ist toll und ich mache eine wichtige Arbeit...) oft in die falsche Richtung und das Endergebnis ist immer noch "unser" und "meins" aber "...mein Arbeitsplatz ist scheiße [sorry für das harte Wort] und ich mache eine unwichtige, nicht anerkannte Arbeit..." - und darum darfst Du lieber Patient diese Grenzen nicht überschreiten. Und tut es einer von uns für Dich, so ist er zu verteufeln, zu ächten und verbal ab zu strafen.

Ich stimme mit Peter überein, dass das ein "interessantes soziologisches Phänomen" ist, ich glaube aber es geht viel tiefer und bedarf noch genauer Analysen warum Pflege oft so merkwürdig reagiert.
Im Übrigen betrifft dies nicht nur Intensivstationen sondern das gesamte Pflegepersonal.
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
05.04.2011, 15:07
Arztbesuch- wartefläche voll. Glaubst du, dass hier die Fachkräfte ihren Pausenraum öffnen?
Toiletten in öffentlichen Gebäuden. Von 2 Toiletten ist eine defekt. Glaubst du, dass hier die Personaltoilette zu Verfügung gestellt wird?
usw., usw., usw.

Ich denke, es ist kein Pflegeproblem, wenn Räume die vom AG für Personal zur Verfügung gestellt werden auch ausschließlich von diesen genutzt werden.
Da stellt sich dann eher andersherum die Frage: warum soll Pflege net das gleiche Recht wie andere AN haben?

Elisabeth

Peter Nydahl
05.04.2011, 21:58
@ Fridolin
"Selbstwirksamkeitserwartung" ist hier das Stichwort und Test gibt es unter www.coping.de ... meine These ist, das die SWE bei Pflegenden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen geringer ist und andersherum: durch Steigerung der SWE auch die Zufriedenheit gesteigert werden kann.
In Kopenhagen auf der EfCCNa-Konferenz war dazu ein interessanter Vortrag: Pflegenden, die die positive Teamarbeit betonen, geht es besser als denjenigen Pflegenden, die die Probleme und Mißstände hervorheben (unabhängig von der objektiven Anzahl von pos. / neg. Beispielen). Probleme haben wir alle, mit uns, unserem Arbeitgeber, den Gebäuden.... so what? Es wird nicht besser, wenn wir jammern, sondern das Beste draus machen. Nicht blauäugig, sondern einfach konstruktiv.
Wie die Pflegewelt wohl wäre, wenn man einen Tag nicht jammern und lästern würde ...?
Aber: ich will nicht jammern ;-)

Schönen Abend
Peter

manuva
01.05.2011, 15:13
Und wenn dann doch einmal ein Pfleger (Ja, in der Regel sind das die Männer bei uns) so nett ist, mit einem Patienten die Personaldusche auf zu suchen, stößt er auf massiv incopliantes Personal. :nein:



wenn ich ehrlich bin wollte ich auch nicht dass einer unsrer patienten die personaldusche benutzt.
ich dusche tgl auf der arbeit um möglichst wenige keime mit nach hause zu bringen.
und da wir alle kleine ferkel sind dürfte doch wohl jedem klar sein, dass die dusche nach benutzung durch einen patienten sicherlich nicht jedesmal eine grundreinigung erfährt... sei es durch zeitnot oder schlicht vergesslichkeit.

davon mal abgesehen...
unsere its hat garkeine duschen.

da fällt mir noch was anderes ein.
wie macht ihr das bei "problemkeimen"? duschen möglich??

fridolin
02.05.2011, 19:33
@Peter,

@ Fridolin
"Selbstwirksamkeitserwartung" ist hier das Stichwort und Test gibt es unter www.coping.de ... meine These ist, das die SWE bei Pflegenden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen geringer ist und andersherum: durch Steigerung der SWE auch die Zufriedenheit gesteigert werden kann.
In Kopenhagen auf der EfCCNa-Konferenz war dazu ein interessanter Vortrag: Pflegenden, die die positive Teamarbeit betonen, geht es besser als denjenigen Pflegenden, die die Probleme und Mißstände hervorheben (unabhängig von der objektiven Anzahl von pos. / neg. Beispielen). Probleme haben wir alle, mit uns, unserem Arbeitgeber, den Gebäuden.... so what? Es wird nicht besser, wenn wir jammern, sondern das Beste draus machen. Nicht blauäugig, sondern einfach konstruktiv.
Wie die Pflegewelt wohl wäre, wenn man einen Tag nicht jammern und lästern würde ...?
Aber: ich will nicht jammern ;-)

Schönen Abend
Peterhaben wir hier ein kleines Kommunikationsproblem?
Ich gehöre nicht zu der Gruppe der Jammerer sondern eher zu der "so what" Gruppe.
Ich scheue mich aber auch nicht Missstände zu erkennen und zu benennen, egal wo.
Mein Betrag sollte eher die Missstände in der eigenen Berufsgruppe ein wenig überspitzt darstellen und ging eher in die Richtung, die Gründe erforschen zu wollen, "warum Pflege oft so merkwürdig reagiert".

@manuva

davon mal abgesehen...
unsere its hat garkeine duschen.
...jetzt würde mich aber brennend interessieren, wie Du ohne Dusch nach dem Dienst duscht...?:confused: ;)
Viele liebe Grüße
fridolin