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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stellenschlüssel Intensivstation



Gerhard Klug
26.10.2004, 22:45
Hallo, Guten Abend !
Kann mir jemand eine Quelle nennen, wo ich Richtlinien finde, die beschreiben, wie das Verhältnis Patienten/Pflegekräfte auf einen Intensivstation sein sollte ? Existiert vielleicht ähnliches für den Bereich Anästhesie ?
Bereits jetzt Vielen Dank
und Liebe Grüße,
Gerhard

arnold kaltwasser
27.10.2004, 09:36
Hallo, Guten Abend !
Kann mir jemand eine Quelle nennen, wo ich Richtlinien finde, die beschreiben, wie das Verhältnis Patienten/Pflegekräfte auf einen Intensivstation sein sollte ?

Hallo Gerhard Klug,
schön wäre es!!!!!!!!!!!
Das einzige relevante (das mir bekannt ist :-o ) ist hier
http://divi-org.de/pdfs/02empf.pdf
zu finden

so long arnold

nimmbecks
22.02.2005, 23:57
Hallo,

Normalerweise liegt das im Ermessen der Krankenhausleitung, richtige Richtlienien gibt es meines Wissens nicht.
Was aber wirkt, ist eine Leistungserfassung, aus der man dann den Bedarf berechnen kann. Recht einfach ist die Einteilung in 4 - 5 Gruppen, denen man Minutenwerte zuordnet, dann noch Außenarbeiten, Ausfall und Organisations- sowie Schulungsaufwand dazu -> Fertig ist der Bedarf.

Irgendwo mußte es die klassische Bedarfsrechnung anhand des prozentualen Anteils der Beatmungen geben, abhängig von Auslastung (Mitternachtsbelegung) und Fachrichtung. I.d.R: Beatmungsplatz 4:1, Überwachung 2:1 - 1:1, also für z.B. 10 Betten mit durchschnittlich 3 Beatmungen bei Vollbelegung etwa
4x3(Beatmungen)+2x7(Nichtbeatmete)bzw 1x7=12+14bzw7 = 19-26 Stellen.

Für die Beispielstation ergibt die Leistungserfassung ca 24 Stellen.

fridolin
02.03.2005, 21:46
Liebe Forumaner,
alles ändert sich, nichts bleibt wie es ist. Auch nicht die Empfelungen der DIVI von 1984 bzgl. der Personalbemessung von Intensivstationen.
Da sich die Krankenhausfinanzierung geändert hat, wird sich auch die Personalbemessung ändern. Bei der Abrechnung nach DRG`s wird der Anteil des Geldes für die Pflege berechnbar - und dies ist unberechenbar schlecht für die KollegInnen auf den Normalstationen. Hier findet zuerst ein massiver Personalabbau statt. In einem zweiten Schritt wird der Personalbedarf nach DRG in allen anderen Abteilungen - also auch in Intensivstationen sowie Anästhesiebereichen durchleuchtet werden - ich glaube, das Ergebnis steht jetzt schon fest. Personalabbau :eek: ist auch hier die Folge. Es wird sicherlich auch zu vermehrten organisatorischen Veränderungen kommen, die z.T. die fehlenden Hände auffangen sollen - doch was ist mit den Köpfen?
Außerdem wird es zu einem vermehrten Technikeinsatz in den Bereichen Intensiv/Anästhesie kommen, um den restlichen Fachpflegekräften zu ermöglichen, die Arbeit im Rahmen des rechtlich zulässigen noch irgentwie zu schaffen. :mad:
Leider - hier kann ich nur dazu aufrufen, die vorhandenen Stellen mit Zähnen und Klauen gegenüber PDL und GF zu verteidigen.
Ich bemühe mich immer positiv zu denken, doch was hier fernab von der Realität durch die Regierung entschieden wurde, läßt mich kalt erschauern.

Hier noch einmal der Appell: verteidigt Eure Stellenanteile, läßt auch keine Altersteilzeit(wird von den Arbeitgebern zum Stellenabbau mißbraucht) zu, argumentiert mit höchsten Patientenzahlen, Sonderleistungen (z.B.: ZVK, PM,...) und laßt Euch nicht entmutigen - vielleiccht lohnt es sich ja....
Gruß
fridolin

WomBat
02.03.2005, 23:01
[QUOTE=nimmbecks]

Normalerweise liegt das im Ermessen der Krankenhausleitung, richtige Richtlienien gibt es meines Wissens nicht.


Liebes Forum,

Die Krankenhausleitung ist überaus und überall bestens informiert darüber, welche und wie viel Arbeit in welcher Qualität durch Pflegepersonal einer Intensivstation (oder Anästhesie Abteilung) geleistet wird. :( Daher gibt es auch so passende Richtlinien.

Auch wenn es schwer fällt - müßig ist, wir befassen uns freudig und laufend über praktisch- fachliches - (Praxis geht vor), daher bleibt der scheinbar unnötig Bereich der Theorie halt irgendwie grau und schemenhaft. Dieser Bereich befasst sich mit Grauer Theorie, z.B. so langweiliges Zeugs wie Pflegefachsprache, Klassifikationen und sonstigen Unnötigen Dingens. Schön, das wir diesen Bereich aus dem "fachlichen" ausklammern, dann können wir uns ganz der Praxis widmen (macht auch nichts, wenn Krankenhäuser schließen, wir arbeiten ja schließlich und haben keine Zeit uns politisch zu betätigen).

Das macht es der Krankenhausleitung umso leichter in ihrem Ermessen uns zu sagen, was wir brauchen und wie viel davon.

WomBat, heute etwas renitent, impertinent, und verbal inkontinent

arnold kaltwasser
03.03.2005, 09:41
Liebe Forumaner,
...
Ich bemühe mich immer positiv zu denken, doch was hier fernab von der Realität durch die Regierung entschieden wurde, läßt mich kalt erschauern.

Hier noch einmal der Appell: verteidigt Eure Stellenanteile, läßt auch keine Altersteilzeit(wird von den Arbeitgebern zum Stellenabbau mißbraucht) zu, argumentiert mit höchsten Patientenzahlen, Sonderleistungen (z.B.: ZVK, PM,...) und laßt Euch nicht entmutigen - vielleiccht lohnt es sich ja....
Gruß
fridolin
An der Stelle ist zu bedenken, dass dies alles durch den Bundesrat ging und auch im Bundestag wenn ich mich recht erinnere keine grundlegenden Einsprüche von der Opposition kamen.
so long arnold
Ansonsten Jammern alleine (vor allendingen alleine) nützt nichts, geht in die Verbände und Gewerkschaften

fridolin
03.03.2005, 18:26
Ansonsten Jammern alleine (vor allendingen alleine) nützt nichts, geht in die Verbände und Gewerkschaften

Lieber Arnold,
liebes Forum!
Habe ich den Eindruck erweckt, ich würde jammern? Schade. :wow:
Richtig ist, sich persönlich zu betätigen und vor Allem in Gewerkschaften aktiv zu sein. Im Übrigen: auch vor Ort läßt sich eine Menge tun, z.B. in Personal- und Betriebsräten und vielleicht bewegt viel Einfluß im Kleinen auch Etwas in der großen Politik.
Auch ist das politisch orientierte Gespräch mit dem Hinweis, was zu tun ist, an der richtigen Stelle wichtig.
Hierzu gibt es bei www.verdi.de weitere Informationen. Ihr könnt dort auch zum Tarifabschluß ÖD einige Eckpunkte nachlesen. (Diskutiert werden sollte der Tarifvertrag unter einem neuen Thema, wenn es gewünscht wird. Stelle auch gerne mein beschränktes Wissen zur Verfügung. :mosh: )
Viele liebe Grüße
fridolin

Tornado
27.09.2005, 16:42
Lieber Gerhard,
schau mal in das Buch "Personalbedarfsermittlung im Krankenhaus" Personalbedarfsermittlung im DRG Zeitalter.
ISBN 3-932285-05-0 (CD-ROM)
ISBN 3-932285-16-6 (Studienbuch)
zu Bestellen bei folgender Internetadresse :
http://www.gobnet-online.de/GOBnet/index.php?action=printWelcomeShop&Navigation=8

Dort findest du sogar die Personalbindungsminuten pro DRG z.B.
A08Z Langzeitbeatmung >956 Stunden < 1200 Stunden
Arzt 14400 Min. Pflege 52401 Min. MTD/FD 17452 Min.
usw.

Aber auch alle anderen Anhaltszahlen und Berrechnungsgrunglagen bis hin zum Anästhesiedienst.

hoffe dir weitergeholfen zu haben

Gruß
Tornado

fridolin
27.09.2005, 17:51
....Dort findest du sogar die Personalbindungsminuten pro DRG z.B.
A08Z Langzeitbeatmung >956 Stunden < 1200 Stunden
Arzt 14400 Min. Pflege 52401 Min. MTD/FD 17452 Min.
usw.....

Lieber Tornado,
könntest Du diese Zahlen bitte etwas näher ohne Abkürzungen erläutern?
Erst dann sind sie sinnvoll zu lesen, denn nicht jeder Leser besitzt oder kauft sich diese Bücher.
:danke: :danke: :danke: :danke:
fridolin

Tornado
27.09.2005, 18:49
Lieber Friedolin,
gerne erläutere ich die Zahlen etwas genauer.
Das Beispiel bezieht sich auf die DRG "A08Z" so sind die nunmal abgekürzt.
Im Klartext heist diese Diagnose:
"Langzeitbeatmung mehr als 959 Stunden und unter 1200 Stunden".

Die Personalbindungsminuten für die DRG "A08Z" sind:
14400 Minuten Ärtztlicher Dienst (unabhängig von der Qualifikation).
52401 Minuten Pflegerischer Dienst (unabhängig von der Qualifikation).
17452 Minuten MedizinischTechnischer/Funktionsdienst (z.B. OP, Rö.,KG, Labor usw.)
Das bedeutet ein Patient mit der DRG "A08Z" bindet während seines Krankenhausaufenthaltes Personal in oben angegebenen Umfang.

Gruß
Tornado

Ambu das Beuteltier
27.09.2005, 20:55
Hallo Forum,

der DGAI-Arbeitskreis Ökonomie in der Anästhesie hatte vor Jahren eine Erhebung heraus gegeben die Zahlen über Anästhesiekosten in alle möglichen Zusammenhänge stellte und mit Sachmittelverbrauch, OP-Minuten, usw. verglich. Die Autoren hatten damals viele Kliniken befragt und die Ergebnisse nach Krankenhausgrößen sortiert dargestellt. Diese downloads sind über einige Suche (google) im Internet zu finden und noch immer downloadbar.

ansonsten ist der Arbeitskreis jetzt zu finden unter www.qm-anaesthesie.de

Dort findet man auch die Ansprechpartner mit Kontaktadressen.

WomBat
03.08.2010, 20:43
Nurse staffing and patient outcomes in critical care: A concise review

Critical Care Medicine: July 2010
Aragon Penoyer, Daleen PhD, RN, CCRP, FCCM

WomBat Grüßt das Forum

PS gute Replikate der Studie auf Deutschem Boden wäre doch...ganz interessant :D

arnold kaltwasser
30.09.2014, 16:08
wo der Betriebsrat recht hat...hat er recht ;)

https://www.station24.de/news/-/content/detail/7732420

arnold

WomBat
30.09.2014, 21:40
Ja! :)
WomBat

Hermelin
10.10.2014, 18:50
und dran denken Stellenschlüssel ist nicht Besetzungsschlüssel!

http://intensivrundschau.podspot.de/?page=3
(siehe Episode 7)

arnold kaltwasser
12.10.2014, 16:15
Spannend finde ich zur zeit, dass ehemals mit den beteiligten vereinbarten notbesetzungen während des letzten Streiks unterschritten werden. ...:confused:
Arnold

arnold kaltwasser
26.11.2014, 14:45
wir werden ohne Personal nicht weiterkommen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60996/Neonatologen-fordern-ausreichend-Pflegepersonal-in-der-Fruehgeborenenmedizin

„Fachkrankenschwestern und -pfleger stellen sich gerne den besonderen Herausfor*derungen auf der Intensivstation. Wir können aber auf Dauer unsere Arbeit nur fachlich verantworten, wenn die dazu notwendigen Rahmenbedingungen, wie von der DIVI gefordert, zur Verfügung stehen“, sagte Klaus Notz, ebenfalls Präsidiumsmitglied der DIVI und Vertreter der nichtärztlichen Mitglieder."

arnold

fridolin
26.11.2014, 16:45
Ich plaudere einmal aus der üblichen Praxis:

Internistische ITS, Schwerpunkt Cardiologie
ITS Besetzung Nacht: 3 Pflegekräfte für 12 Patienten (egal, ob beatmet oder nicht)
ITS Besetzung Tag Früh: 4 Pflegekräfte für den gleichen Pat. - Stand
ITS Besetzung Tag Spät: 4 Pflegekräfte für den gleichen Pat. - Stand
Zusätzliche Versorgung von Notaufnahmen internistisch
Zusätzlich SchülerInnen und PraktikantInnen anleiten und beaufsichtigen

Mit viel Glück eine KollegIn im Regeldienst....

Pflegequalität? Freundlichkeit? Menschlichkeit? Gespräche? Pat. = Nummer?

Und dann?

Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
26.11.2014, 18:40
Die ganze "Billig-Heimer" Bewegung ist :( :motz: :wut: :schock: .

Leider finde ich mehr und mehr, dass meine Worte viel zu harmlos sind.

Ich glaube, wir sind nicht weit entfernt von

"Kriminellen Zuständen".

WomBat

Anke F.
26.11.2014, 22:34
Hallo Fridolin,

10 Betten plus Notaufnahmebett und Herzkatheterlabor, ZVK, Shaldon und Cardioversionen, demnächst auch REA Telefon, mit
eigentlich 4/4/3 z.Zt. aber maximal 4/3/3.
Meistens nicht mal eine FKS, von den Dreien eine Kollegin gerade nach dem Krankenpflegeexamen, die nach 8 Wochen alles können soll. Ist Dritte im Nachtdienst oder auch Spätschicht.:motz: Es zählen nur Köpfe keine Qualifikation.

Gerade Feierabend
Anke F.

fridolin
27.11.2014, 08:22
Liebe Anke F.,

Es zählen nur Köpfe keine Qualifikation.
Das Köpfe zählen ist eine bekannte Unsitte, wobei eigentlich doch genau Folgendes passieren müsste:
1 GuK mit Fachpflege wird besonders hoch qualifiziert
a.) in Menschenführung
b.) in Delegation von Tätigkeiten
c.) in fachlicher Hinsicht inklusive Hygiene.

Diese, nennen wir sie einmal "Schichtführung", sollte auch besonders gut bezahlt werden und mit den entsprechenden Weisungsbefugnissen ausgestattet sein um dann über die vielen Hilfskräfte und Youngsters die Aufsicht führen zu können. Das bedeutet gute Ausbildung aber keine direkte Arbeit am Patienten-Bett.

Solche Systeme hätten mind. 3 Vorteile:
1.) es wären mehr Köpfe und Hände vor Ort (weil preiswerteres Personal eingestellt werden kann)
2.) die Beaufsichtigung und der korrigierende Eingriff in die Versorgung der Patienten wäre gesichert und
3.) es gäbe weniger Diskussionen über die Ausführung von Pflegetätigkeiten.

Die Nachteile aufzuzählen erspare ich mir hier...

Eine weitere dringend Forderung wäre, dass endlich fest zu erbringende Praxisanleiterstunden für die FachweiterbildungsteilnehmerInnen in der entsprechenden Verordnung vorgeschrieben sind ananlo der GuK - Ausbildung. Hier stelle ich mir aber mehr Stunden vor.

Ein weiteres Hilfsmittel wäre, gerade für die "Yousters", wenn es einen schönen Einarbeitungskatalog gäbe....

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht:
mein persönliches Ansinnen ist nicht, nur KollegInnen mit mäßiger Qualifikation um mich zu haben, auf einer ITS sollten m.E. nach Fachquoten von 80 % vorherrschend sein (Trifft im Übrigen auch auf den Bereich Anästhesie zu.)

Da wir in der Pflege aber "Sparschweine der Nation" sind, werden wir eher mit meiner oben genanten Szenerie leben müssen.

Viele liebe Grüße
der nicht spar-schweinende
fridolin

arnold kaltwasser
27.11.2014, 14:46
...
Da wir in der Pflege aber "Sparschweine der Nation" sind, werden wir eher mit meiner oben genanten Szenerie leben müssen.

Viele liebe Grüße
der nicht spar-schweinende
fridolin


liegt ja schon auch an uns;)
arnold

fridolin
27.11.2014, 16:35
liegt ja schon auch an uns arnold

Dann sollten wir unbedingt Lobbyisten werden, denn wir leben in einem Lobbyistenstaat. (Die Bundesregierung leistet sich kaum bzw. keine eigenen Berater!:wut:! Daher kann die Industrie, der Ärzteverband und sonst noch wer Gehör bekommen und die Abgeordneten bekommen die Reden geschrieben:motz: :motz: :motz: - das nennt sich dann "freier Rechtsstaat...")

Wenn es überall Pflegekammern gäbe....
....wäre ein Berufslobbyismus etwas, das die Pflege weiterbringt.

Viele liebe Grüße
fidolin

WomBat
02.12.2014, 19:21
Fridolin hat zu Recht gefragt, WER hier kriminell handelt.

Korrekt: nicht die Pflegenden.

WomBat

arnold kaltwasser
24.07.2015, 07:52
ein altes Thema...
und die Bundeswehr hat auch schon gemerkt, dass es Personal bedarf:)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63585/Von-der-Leyen-will-Personal-in-Bundeswehrkrankenhaeusern-aufstocken

arnold

asdf
04.08.2015, 00:05
Hallo,

es gibt zumindest Anforderungen an den Pflegepersonalbedarf in Bezug auf Kliniken mit einer Zulassung für das Schwerstverletztenartenverfahren der Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen.

Unter Punkt 2.8. Intensivmedizinische Behandlung heißt es: Am Krankenhaus muss eine intensivtherapeutische Betreuung Schwerverletzter jederzeit gewährleistet sein. Erforderlich ist daher die 24-stündige Vorhaltung entsprechender Intensivkapazität. Hierzu gehören insbesondere:
• Eine Pflegekraft für 2 Behandlungsplätze im Schichtdienst; eine Pflegekraft für einen Behandlungsplatz bei besonderen Situationen und
• Pflegekraft mit Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivtherapie mit hauptamtlicher Tätigkeit auf der Intensivstation als pflegerische Stationsleitung
http://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/sav1.pdf

Ähnlich lauten auch die Empfehlungen im Weißbuch Schwerstverletztenversorgung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie aus dem Jahre 2012: Zur personellen Ausstattung der Intensiveinheiten in regionalen und überregionalen Traumazentren heißt es dort:
• "1 Pflegekraft für 2 Behandlungsplätze im Schichtdienst,
• "1 Pflegekraft für 1 Behandlungsplatz bei besonderen Situationen: schwere Verbrennungen, extrakorporale Lungenersatzverfahren, > 60% Patienten mit Organersatzverfahren,
• Pflegerische Stationsleitung: Pflegekraft mit Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivtherapie mit hauptamtlicher Tätigkeit auf der Intensivstation
http://www.auc-online.de/fileadmin/user_upload/traumanetzwerk-dgu.de/docs/20_07_2012_Wei%C3%
9Fbuch_DGU_Schwerverletztenversorgung_2.erweiterte _Auflage_01.pdf

Bleibt nur die Frage, wo die Empfehlungen 1:1 umgesetzt werden und ob bei den Zertifizierungen die Einhaltung der Anforderungen auch nachhaltig überprüft wird.

Viele Grüße
Norbert

fridolin
04.08.2015, 16:00
Es ist eben nur eine Empfehlung.
Diese muss eben nicht zwingend umgesetzt werden.

Zwingend umzusetzen wäre z.B. eine gesetzlich festgeschriebne Fachpflegequote.

Viele liebe Grüße
der ungezwungene
fridolin

Pericardinchen
05.08.2015, 16:48
Eine Möglichkeit gäbe es über die Selbstverwaltung der Pflegeberufe.

arnold kaltwasser
09.08.2015, 15:23
Es ist eben nur eine Empfehlung.
Diese muss eben nicht zwingend umgesetzt werden.

Zwingend umzusetzen wäre z.B. eine gesetzlich festgeschriebne Fachpflegequote.

Viele liebe Grüße
der ungezwungene
fridolin

spannend wird es wenn einer klagt wenn eine Empfehlung nicht umgesetzt wurde!
Arnold
PS es freut micht immer mehr, dass wir durch die Berliner Erklärung der DGF so vile ins Rollen gebracht haben!

fridolin
09.08.2015, 16:42
PS es freut micht immer mehr, dass wir durch die Berliner Erklärung der DGF so vile ins Rollen gebracht haben!
Und wie viele Jahre hat der DGF benötigt, um den Stein rollen zu lassen???

Geduld ist eine Tugend, die in diesem Fall nicht angebracht ist!

Viele liebe Grüße
der für eine rund um die Uhr 1:1 Betreuung bei kritisch kranken Pat. plädierende
fridolin

arnold kaltwasser
10.08.2015, 13:26
das ging damals schnell :)
siehe Veröffentlichungen des BDA und der DGAI....
und dann ist alles in der DIVI nochmals bestätigt worden und in der Zwischenzeit im NRW Krankenhausplan!
:)so long arnold

arnold kaltwasser
10.08.2015, 13:44
wo Frau Minister Recht hat hat Sie recht:
"Für eine bessere Hygiene im Krankenhaus braucht es klare Vorgaben, Regeln und mehr Personal, sagt Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens."
aus:
https://www.bibliomedmanager.de/web/guest/interviews/-/content/detail/13694607
arnold

arnold kaltwasser
02.10.2015, 14:41
und hier wird eine Experten Kommission quasi mit null Pflege besetzt!
:schock:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64342/Expertenkommission-soll-Pflegebedarf-im-Krankenhaus-untersuchen
arnold

arnold kaltwasser
06.10.2016, 15:40
Das ist doch mal ein Wort:

9.09.2016, Mainz
Landespflegekammer setzt sich für gesetzliche Personalbemessung in der Pflege ein

Vertreterversammlung beschließt einstimmig Antrag – Forderung wird auf Bundesebene an Entscheidungsträger getragen

I...
„Wir brauchen dringend eine Personalbemessung in allen Bereichen, in denen Pflege stattfindet. Diese muss zwingend gesetzlich verankert sein und sich auf Personalstärke und Qualifikation beziehen“, betont Waltraud Friedrich, Mitglied der Vertreterversammlung und Initiatorin des Antrags.

Die Versorgung von Pflegeempfängerinnen und –empfängern werde zunehmend schwieriger, da die Rahmenbedingungen sich weiter verschlechtern würden. Eine fach- und sachgerechte Pflege sei daher immer schwerer sicherzustellen.
...
„Es muss endlich Schluss mit der Ausbeutung der Pflegenden sein! Wir wollen uns wieder um die Patientinnen und Patienten kümmern können und die Zeit für das so wichtige pflegerische Handeln, gerade auch für notwendige Prävention, haben.“

Personalplanung in der Pflege findet zu sehr nach Kassenlage statt und muss sich wieder stärker an der tatsächlichen Bedarfslage orientieren. Daher erheben viele Akteure in der Pflege die Forderung nach einer gesetzlich verankerten Personalbemessung, die eine angemessene und adäquate Pflege sicherstellt.
Mit dem Rückenwind des einstimmigen Votums will der Präsident der Landespflegekammer, Dr. Markus Mai, das Anliegen nun auf die Bundesebene, die entsprechend zuständig ist, bringen. „Die Forderung, eine gesetzliche Personalbemessung in der Pflege zu verankern ist nicht neu, muss aber endlich umgesetzt werden. Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um unseren gesellschaftlich so relevanten Auftrag, gute Pflege anzubieten, auch sicherstellen zu können.“

Von großer Bedeutung sei es, belastbare Instrumente zur Messung von pflegerischer Leistung zu etablieren, ...
„Wir werden Druck machen, damit die gesetzliche Personalbemessung in der Pflege endlich kommt“, betont Mai.

gekürzt kopiert aus:
http://www.pflegekammer-rlp.de/index.php/news-lesen/landespflegekammer-setzt-sich-fuer-gesetzliche-personalbemessung-in-der-pflege-ein.html

Arnold

fridolin
06.10.2016, 16:14
:bravo::bravo::bravo::bravo::bravo::bravo::bravo:: bravo::bravo::bravo::bravo::bravo::bravo::bravo::b ravo::bravo::mosh::mosh::mosh:
Viele liebe Grüße
fridolin

fridolin
10.11.2016, 08:11
@all,
ver.di schreibt in seiner Zeitung "Info-Dienst Krankenhäuser Nr. 74 (https://gesundheit-soziales.verdi.de/++file++57b559b424ac06030ab36e77/download/Infodienst-Krankenhäuser%20Nr.%2074.pdf)" etwas über die "Personalbemessung im Krankenhaus
– das Beispiel Kalifornien".
Dort sind für Deutsche Verhältnisse traumhafte Quoten Patient - Pflegekraft festgelegt. :bravo:
Auf der Seite 4 findet sich eine Übersichtstabelle.

Wann kommen auch wir dahin?

Ver.di beschreibt auch, dass hierzu auch gewerkschaftlicher Druck und die Proteste der Kalifornischen Pflegekräfte nötig waren.
Und - würde das in der BRD funktionieren??? :confused:

Ich habe da so meine Zweifel. Und Ihr? Eure Meinungen würden mich hier schon sehr interessieren... :mosh:

Viele liebe Grüße
fridolin

arnold kaltwasser
28.11.2016, 15:10
eine interessante ...und ich denke auch für alle anderen Fachbereiche interessante Beschlussfassung des G-BA bezüglich Fachweiterbildungsquote.
https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/651/

"Berlin, 24. November 2016 – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Anforderungen an die Fachweiterbildungsquote von Pflegekräften in kinderkardiologischen Intensiveinheiten geändert. Die bisherige Übergangsregelung, die eine Anrechnung berufserfahrener Pflegekräfte auf die Quote des fachweitergebildeten Kinderkrankenpflegepersonals ermöglichte, wird durch eine Stichtagsregelung ersetzt. Zukünftig können nur noch Pflegekräfte auf die geforderte Fachweiterbildungsquote von mindestens 40 Prozent angerechnet werden, die spätestens zum 1. Januar 2017 eine ausreichende Berufserfahrung nachweisen konnten. Voraussetzung für diese einmalige dauerhafte Anerkennung einer ausreichenden Berufserfahrung ist, dass die Pflegekraft mindestens fünf Jahre in Vollzeit auf einer kinderkardiologischen Inten*siveinheit tätig war, mindestens drei Jahre davon zwischen 1. Januar 2011 und 1. Januar 2017. Den Beschluss zur Änderung der Richtlinie zur Kinderherzchirurgie fasste der G-BA am Donnerstag in Berlin.
..."

arnold

arnold kaltwasser
08.12.2016, 09:05
und hier wird es ernst;
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71861/Verfassungsklage-gegen-Vorgaben-fuer-Fruehchenstationen-gescheitert

"Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat eine Verfassungsbeschwerde gegen die Einführung einer Mindestmenge bei der Krankenhausbehandlung von Früh- und Neugeborenen zurückgewiesen."
arnold

arnold kaltwasser
08.02.2017, 19:36
nichts neues aber ein weiterer guter Versuch!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/krankenhaeuser-wie-viel-pflege-braucht-der-patient-a-1133685.html

"Nun, im Wahljahr, hofft Ver.di auf eine neue Chance und bereitet sich für einen weiteren Vorstoß vor. So wird die Mindestbesetzung in deutschen Kliniken am 16. Februar in der Expertenkommission beim Bundesgesundheitsministerium diskutiert. Bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung regte Ver.di eine Analyse an, wie andere Länder weltweit das Thema angehen. Die von der Stiftung finanzierte Studie, deren Ergebnisse SPIEGEL ONLINE vorab vorliegen, gibt den Verfechtern klarer Personalvorgaben Vorschub: Der US-Bundesstaat Kalifornien und Australien demonstrieren, wie Pflegeschlüssel funktionieren können."

"Nachts ist die Lage besonders prekär
Deutschland liegt gegenüber vielen Ländern weit zurück bei der Personalausstattung in der Krankenhauspflege. Ein Pfleger kümmert sich hier im Schnitt um 13 Patienten, in den USA sind es 5,3, in der Schweiz und Schweden knapp acht. Insgesamt 70.000 Pflegekräfte fehlen laut Ver.di-Analysen hierzulande in Krankenhäusern."

arnold kaltwasser
07.03.2017, 15:30
das sind doch mal gute Aussichten:
https://www.station24.de/documents/10138/129771/Abschlussbericht_Pflegekommission/a826d209-32c8-428f-b3a8-f73d71d575fb

der Gesetzgeber muss wenn es nicht freiwillig geht:)

pflegerli
11.03.2017, 10:32
das sind doch mal gute Aussichten:
https://www.station24.de/documents/10138/129771/Abschlussbericht_Pflegekommission/a826d209-32c8-428f-b3a8-f73d71d575fb

der Gesetzgeber muss wenn es nicht freiwillig geht:)

Kombiniert man diese Meldung mit jener:

Keine Qualitätseinbußen in der Pflege: Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI kann für Pflegekräfte keine steigende Belastung messen (http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/931225/trotz-mangel-fachkraeften-keine-qualitaetseinbussen-patientenversorgung.html)
dann darf man mutmaßen, dass sich die Politik schulterklopfend für eine Personalmindestbesetzung auf dem aktuell vollkommen ungenügenden Stand einigen wird...

Hier der Link zur Studie (http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-materialien/rwi-materialien_104.pdf).
Hier der Link zu einer Stellungnahme dazu (http://www.pro-pflege.eu/files/inhalte/stellungnahmen/Stellungnahme%20Fachgesellschaft_RWI-Gutachten.pdf).

An den Weihnachtsmann glaube ich erst wieder, wenn ich ihn mal persönlich getroffen habe...

Gruß pflegerli

arnold kaltwasser
08.09.2017, 13:17
Eigentlich keine Überraschung, aber jetzt belegt:
http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-1166716.html
Während schlechter Besetzung steigt das Risiko!
Vg Arnold Kaltwasser

pflegerli
08.09.2017, 17:07
Naja, auch wenn wir gerne diese Aussage aus einer solchen Studie herauslesen wollten, ist doch die veröffentlichte Datenlage im Spiegel-Artikel nicht geeignet, genau diese Aussage zu treffen.
Da fallen mir adhoc doch ein paar gute Gründe ein, warum die Statistik solche Trends hergibt:
- am WE kaum geplante OPs, dafür vermehrt Notfall-OPs mit erhöhtem Sterberisiko
- am WE "langes" Dialyse-Intervall bei den nephrologischen Chronikern
- am WE zusätzliche Einlieferungen von "Party-Opfern" ...

Wenn es nur am Personalschlüssel liegen würde, sollte sich auch ein deutliches Tag/Nacht-Gefälle herauslesen lassen, aber selbst hier gelten ja auch die Punkte 1+3 (s.o.).

Das heisst natürlich nicht, dass nicht auch der Faktor "Personalstärke" eine entscheidende Rolle spielt, aber man sollte vorsichtig in seiner Argumentation sein, sonst wird einem eine solche Studie schnell zum Bumerang und hilft gar nicht weiter.
Studien sauber zu interpretieren ohne Erwartungs-Bias ist halt schwierig...

Gruß pflegerli

arnold kaltwasser
08.09.2017, 17:30
Du hast in manchen Punkten durchaus recht:)
Die Studie wird dir besser gefallen!

https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-017-0292-y
LG Arnold

pflegerli
08.09.2017, 18:16
Ja, sehr schön. Ist mal ein Anfang (da habe ich doch wahrscheinlich sogar selbst mitgemacht... :-o).
Die Schwäche von deskriptiven Studien ist halt, dass sie nicht mit harten Fakten daherkommen, sondern eher Emfindlichkeiten detektieren. Das reicht wahrscheinlich auch noch nicht, um irgendwelche Politiker zu überzeugen.

Aus dem Bauch heraus würde ich erwarten, dass es jedem einleuchtet, dass ich meine Patienten besser versorgen kann wenn ich weniger davon zur gleichen Zeit betreuen muss. Das ist ja keine Geheimwissenschaft.
Aus einem solchen Bauchgefühl heraus kann man aber eben noch nicht argumentieren. Dazu gehören harte Fakten.
Und wirklich überzeugend wird es ja leider immer erst dann, wenn Menschen sterben müssen, weil irgendwas falsch läuft.

Ich befürchte, es wird auch nach der Wahl keine Trendwende in der Gesundheitspolitik geben. Meine Befürchtung ist eher, dass die FDP wieder mit im Regierungsboot sein und dann wieder das Kapital über die Vernunft siegen wird...

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