Vollständige Version anzeigen : Stellenschlüssel Intensivstation
Gerhard Klug
26.10.2004, 22:45
Hallo, Guten Abend !
Kann mir jemand eine Quelle nennen, wo ich Richtlinien finde, die beschreiben, wie das Verhältnis Patienten/Pflegekräfte auf einen Intensivstation sein sollte ? Existiert vielleicht ähnliches für den Bereich Anästhesie ?
Bereits jetzt Vielen Dank
und Liebe Grüße,
Gerhard
arnold kaltwasser
27.10.2004, 09:36
Hallo, Guten Abend !
Kann mir jemand eine Quelle nennen, wo ich Richtlinien finde, die beschreiben, wie das Verhältnis Patienten/Pflegekräfte auf einen Intensivstation sein sollte ?
Hallo Gerhard Klug,
schön wäre es!!!!!!!!!!!
Das einzige relevante (das mir bekannt ist :-o ) ist hier
http://divi-org.de/pdfs/02empf.pdf
zu finden
so long arnold
nimmbecks
22.02.2005, 23:57
Hallo,
Normalerweise liegt das im Ermessen der Krankenhausleitung, richtige Richtlienien gibt es meines Wissens nicht.
Was aber wirkt, ist eine Leistungserfassung, aus der man dann den Bedarf berechnen kann. Recht einfach ist die Einteilung in 4 - 5 Gruppen, denen man Minutenwerte zuordnet, dann noch Außenarbeiten, Ausfall und Organisations- sowie Schulungsaufwand dazu -> Fertig ist der Bedarf.
Irgendwo mußte es die klassische Bedarfsrechnung anhand des prozentualen Anteils der Beatmungen geben, abhängig von Auslastung (Mitternachtsbelegung) und Fachrichtung. I.d.R: Beatmungsplatz 4:1, Überwachung 2:1 - 1:1, also für z.B. 10 Betten mit durchschnittlich 3 Beatmungen bei Vollbelegung etwa
4x3(Beatmungen)+2x7(Nichtbeatmete)bzw 1x7=12+14bzw7 = 19-26 Stellen.
Für die Beispielstation ergibt die Leistungserfassung ca 24 Stellen.
fridolin
02.03.2005, 21:46
Liebe Forumaner,
alles ändert sich, nichts bleibt wie es ist. Auch nicht die Empfelungen der DIVI von 1984 bzgl. der Personalbemessung von Intensivstationen.
Da sich die Krankenhausfinanzierung geändert hat, wird sich auch die Personalbemessung ändern. Bei der Abrechnung nach DRG`s wird der Anteil des Geldes für die Pflege berechnbar - und dies ist unberechenbar schlecht für die KollegInnen auf den Normalstationen. Hier findet zuerst ein massiver Personalabbau statt. In einem zweiten Schritt wird der Personalbedarf nach DRG in allen anderen Abteilungen - also auch in Intensivstationen sowie Anästhesiebereichen durchleuchtet werden - ich glaube, das Ergebnis steht jetzt schon fest. Personalabbau :eek: ist auch hier die Folge. Es wird sicherlich auch zu vermehrten organisatorischen Veränderungen kommen, die z.T. die fehlenden Hände auffangen sollen - doch was ist mit den Köpfen?
Außerdem wird es zu einem vermehrten Technikeinsatz in den Bereichen Intensiv/Anästhesie kommen, um den restlichen Fachpflegekräften zu ermöglichen, die Arbeit im Rahmen des rechtlich zulässigen noch irgentwie zu schaffen. :mad:
Leider - hier kann ich nur dazu aufrufen, die vorhandenen Stellen mit Zähnen und Klauen gegenüber PDL und GF zu verteidigen.
Ich bemühe mich immer positiv zu denken, doch was hier fernab von der Realität durch die Regierung entschieden wurde, läßt mich kalt erschauern.
Hier noch einmal der Appell: verteidigt Eure Stellenanteile, läßt auch keine Altersteilzeit(wird von den Arbeitgebern zum Stellenabbau mißbraucht) zu, argumentiert mit höchsten Patientenzahlen, Sonderleistungen (z.B.: ZVK, PM,...) und laßt Euch nicht entmutigen - vielleiccht lohnt es sich ja....
Gruß
fridolin
[QUOTE=nimmbecks]
Normalerweise liegt das im Ermessen der Krankenhausleitung, richtige Richtlienien gibt es meines Wissens nicht.
Liebes Forum,
Die Krankenhausleitung ist überaus und überall bestens informiert darüber, welche und wie viel Arbeit in welcher Qualität durch Pflegepersonal einer Intensivstation (oder Anästhesie Abteilung) geleistet wird. :( Daher gibt es auch so passende Richtlinien.
Auch wenn es schwer fällt - müßig ist, wir befassen uns freudig und laufend über praktisch- fachliches - (Praxis geht vor), daher bleibt der scheinbar unnötig Bereich der Theorie halt irgendwie grau und schemenhaft. Dieser Bereich befasst sich mit Grauer Theorie, z.B. so langweiliges Zeugs wie Pflegefachsprache, Klassifikationen und sonstigen Unnötigen Dingens. Schön, das wir diesen Bereich aus dem "fachlichen" ausklammern, dann können wir uns ganz der Praxis widmen (macht auch nichts, wenn Krankenhäuser schließen, wir arbeiten ja schließlich und haben keine Zeit uns politisch zu betätigen).
Das macht es der Krankenhausleitung umso leichter in ihrem Ermessen uns zu sagen, was wir brauchen und wie viel davon.
WomBat, heute etwas renitent, impertinent, und verbal inkontinent
arnold kaltwasser
03.03.2005, 09:41
Liebe Forumaner,
...
Ich bemühe mich immer positiv zu denken, doch was hier fernab von der Realität durch die Regierung entschieden wurde, läßt mich kalt erschauern.
Hier noch einmal der Appell: verteidigt Eure Stellenanteile, läßt auch keine Altersteilzeit(wird von den Arbeitgebern zum Stellenabbau mißbraucht) zu, argumentiert mit höchsten Patientenzahlen, Sonderleistungen (z.B.: ZVK, PM,...) und laßt Euch nicht entmutigen - vielleiccht lohnt es sich ja....
Gruß
fridolin
An der Stelle ist zu bedenken, dass dies alles durch den Bundesrat ging und auch im Bundestag wenn ich mich recht erinnere keine grundlegenden Einsprüche von der Opposition kamen.
so long arnold
Ansonsten Jammern alleine (vor allendingen alleine) nützt nichts, geht in die Verbände und Gewerkschaften
fridolin
03.03.2005, 18:26
Ansonsten Jammern alleine (vor allendingen alleine) nützt nichts, geht in die Verbände und Gewerkschaften
Lieber Arnold,
liebes Forum!
Habe ich den Eindruck erweckt, ich würde jammern? Schade. :wow:
Richtig ist, sich persönlich zu betätigen und vor Allem in Gewerkschaften aktiv zu sein. Im Übrigen: auch vor Ort läßt sich eine Menge tun, z.B. in Personal- und Betriebsräten und vielleicht bewegt viel Einfluß im Kleinen auch Etwas in der großen Politik.
Auch ist das politisch orientierte Gespräch mit dem Hinweis, was zu tun ist, an der richtigen Stelle wichtig.
Hierzu gibt es bei www.verdi.de weitere Informationen. Ihr könnt dort auch zum Tarifabschluß ÖD einige Eckpunkte nachlesen. (Diskutiert werden sollte der Tarifvertrag unter einem neuen Thema, wenn es gewünscht wird. Stelle auch gerne mein beschränktes Wissen zur Verfügung. :mosh: )
Viele liebe Grüße
fridolin
Lieber Gerhard,
schau mal in das Buch "Personalbedarfsermittlung im Krankenhaus" Personalbedarfsermittlung im DRG Zeitalter.
ISBN 3-932285-05-0 (CD-ROM)
ISBN 3-932285-16-6 (Studienbuch)
zu Bestellen bei folgender Internetadresse :
http://www.gobnet-online.de/GOBnet/index.php?action=printWelcomeShop&Navigation=8
Dort findest du sogar die Personalbindungsminuten pro DRG z.B.
A08Z Langzeitbeatmung >956 Stunden < 1200 Stunden
Arzt 14400 Min. Pflege 52401 Min. MTD/FD 17452 Min.
usw.
Aber auch alle anderen Anhaltszahlen und Berrechnungsgrunglagen bis hin zum Anästhesiedienst.
hoffe dir weitergeholfen zu haben
Gruß
Tornado
fridolin
27.09.2005, 17:51
....Dort findest du sogar die Personalbindungsminuten pro DRG z.B.
A08Z Langzeitbeatmung >956 Stunden < 1200 Stunden
Arzt 14400 Min. Pflege 52401 Min. MTD/FD 17452 Min.
usw.....
Lieber Tornado,
könntest Du diese Zahlen bitte etwas näher ohne Abkürzungen erläutern?
Erst dann sind sie sinnvoll zu lesen, denn nicht jeder Leser besitzt oder kauft sich diese Bücher.
:danke: :danke: :danke: :danke:
fridolin
Lieber Friedolin,
gerne erläutere ich die Zahlen etwas genauer.
Das Beispiel bezieht sich auf die DRG "A08Z" so sind die nunmal abgekürzt.
Im Klartext heist diese Diagnose:
"Langzeitbeatmung mehr als 959 Stunden und unter 1200 Stunden".
Die Personalbindungsminuten für die DRG "A08Z" sind:
14400 Minuten Ärtztlicher Dienst (unabhängig von der Qualifikation).
52401 Minuten Pflegerischer Dienst (unabhängig von der Qualifikation).
17452 Minuten MedizinischTechnischer/Funktionsdienst (z.B. OP, Rö.,KG, Labor usw.)
Das bedeutet ein Patient mit der DRG "A08Z" bindet während seines Krankenhausaufenthaltes Personal in oben angegebenen Umfang.
Gruß
Tornado
Ambu das Beuteltier
27.09.2005, 20:55
Hallo Forum,
der DGAI-Arbeitskreis Ökonomie in der Anästhesie hatte vor Jahren eine Erhebung heraus gegeben die Zahlen über Anästhesiekosten in alle möglichen Zusammenhänge stellte und mit Sachmittelverbrauch, OP-Minuten, usw. verglich. Die Autoren hatten damals viele Kliniken befragt und die Ergebnisse nach Krankenhausgrößen sortiert dargestellt. Diese downloads sind über einige Suche (google) im Internet zu finden und noch immer downloadbar.
ansonsten ist der Arbeitskreis jetzt zu finden unter www.qm-anaesthesie.de
Dort findet man auch die Ansprechpartner mit Kontaktadressen.
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