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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitsbeginn und Patientenbestellung



Kaddel
18.08.2010, 20:07
Hallo Zusammen,

aus recht aktuellem Anlass würde mich doch sehr interessieren wie es an anderen Häusern im OP so geht.

Wann fängt die Anästhesiepflege dort mit der Arbeit an? Zu wann wird der erste Patient bestellt und wieviel muss / kann in dieser Zeit gerichtet werden?
Wie läuft das bei Grossinstallationen (Herz OP, Viszeralchirurgie etc?).


Bei uns ist es aktuell so, dass wir erst gegen 7.15 Uhr in die Sääle dürfen und dann pro Saal 3 respis starten und testen müssen und alles für die erste Narkose richten. Standartmedis plus Zusatzgeschichten wie Arterie, ZVK, PD, was auch immer.
Der Patient kommt aber schon zwanzig nach sieben und auch wenn ich net grad langsam arbeite, stresst mich das ziemlich. Immerhin liegt der Patient in einer völlig unruhigen Vorbereitung und ich fühle mich ebenfalls net perfekt für die Anästhesie vorbereitet.


Leider sehen unsere Vorgesetzten es garnet gern, wenn man "früher" in die Sääle geht, um schon alles zu richten.
Begründun: der Morgenrapport ist obligat und fürs Teamgefühl unerlässlich. Sollte man doch früher in die Sääle gehen, wird man grad extrem schräg auf das "Fehlverhalten" aufmerksam gemacht.

Arbeiteszeiten vorverlegen ist keine Option, ebensowenig, wie die Patienten zu einem späteren Zeitpunkt zu bestellen.


Wie also funktioniert das bei Euch?



LG und Danke K

Apfelwiese
19.08.2010, 07:01
Guten Morgen Kaddel,
auch bei uns läuft es ähnlich. Dienstbeginn ist um 7:15 Uhr, mit kurzer Ansage am Morgen. In den Sälen sind wir dann ca. 7:25, erstes Schleusen um 7:30 Uhr.
Das reicht für den, den es als erstes trifft (je eine Schleuse für 3 Säle) gerade mal um die Narkosegeräte zu testen. Alles andere läuft erst, nachdem der Pat. angekabelt ist. Eigentlich sollten auch die saalführenden Anästhesisten bei den Vorbereitungen helfen, aber meistens lassen sich diese nicht blicken und sind ehrlich gesagt auch eh selten eine Hilfe dabei.
Auch wir haben schon oftmals angemerkt, das dies sowohl uns, als auch den Pat. unter gehörigen Druck setzt und letzten Endes die Abläufe verlangsamt, aber ohne Erfolg.

Gruß
Sebastian

Kaddel
19.08.2010, 07:18
Danke schonmal.

Vor allem denke ich, dass es ein erheblicher Sicherheitsmangel ist.
Nicht das es nicht möglich ist unter Zeitdruck zu arbeiten - kennen wir ja von Schockräumen, plötzlich blutenden OP`s usw, nur sollte man den Sicherheitsfaktor bei Routinenarkosen (und nix anderes sollte bei geplanten Patienten am Morgen laufen) der Sicherheitsfaktor net auch noch reduziert werden.

Monty
19.08.2010, 17:17
Hallo!

Wir treffen uns um 7 Uhr, viele sind aber schon 10 min. eher da. Der Bereitschaftsdienst stellt das Programm kurz vor, gibt Neuigkeiten weiter und darf dann endlich gehen. Dann werden die Säale aufgeteilt und durchaus noch etwas gequatscht, wenn Zeit ist.
Dann gehts in die Säale, die ersten Pat. treffen so ab 7:35 bis 7:50 ein. Die werden nach OP-Plan auch mit 5 Min-Abstand so geplant (pro Schleuse/OP-Bereich). Somit hat man gut 20 min. für die Vorbereitungen, wenn für einen Saal früher bestellt wird (größere Einleitung, langwierige Regionalanästhesie,...) richtet der BD schon etwas her.
Der anwesende Pat. erlebt höchstens noch ein paar Spritzenaufzieh-Arbeiten, ansonsten bleibts ruhig. Anästhesisten kommen kurz vor 8, dann gleich Narkose und dann .... Warten auf die Chirurgen .... Wenn man dann hinterherruft, kommt die Reaktion: "Was, ihr seid schon im Saal..." Als ob das morgens jemals anders gewesen wäre!:wut:

@Kaddel:
Wenn der Pat. 7:20 kommt, wann kommt denn der Anästhesist und wann ist die Chirurgie zur Stelle? Wieso ist später bestellen keine Option? Verbohrte Sturrköpfe? Wenn die erst um kurz vor acht auftauchen, ist´s echt ein Unding, die Pat. 40 min. rumliegen zu lassen. Wenn aber um 7:30 Narkosebeginn sein soll, dann müsste ihr früher in die Säale. D.h. früher kommen.
Also Frage: Wann gibts Narkose und wann ist Schnitt?


Servus,
Monty

Apfelwiese
19.08.2010, 17:49
Danke schonmal.

Vor allem denke ich, dass es ein erheblicher Sicherheitsmangel ist.
Nicht das es nicht möglich ist unter Zeitdruck zu arbeiten - kennen wir ja von Schockräumen, plötzlich blutenden OP`s usw, nur sollte man den Sicherheitsfaktor bei Routinenarkosen (und nix anderes sollte bei geplanten Patienten am Morgen laufen) der Sicherheitsfaktor net auch noch reduziert werden.

Da gehe ich d’accord! Meistens klappt es bei uns schon, das man eh nur noch ein paar Medikamente aufziehen muss (ähnlich wie bei Monty), aber leider gibt es die Unsitte, große Punkte als erste zu schleusen.
Das heißt, das ich gerade bei Punkten mit Fehlerquellen in der Vorbereitung (z.B. PDK, ZVK/Shaldon, MAT, etc.) Tempo machen muss. Wäre eigentlich mal was fürs Fehlermanagement wenn ich so drüber nachdenke!

Kaddel
20.08.2010, 16:36
Monty: der Anästhesisrt ist meist zeitgleich mit uns im Saal oder eben 10 Minuten später. Die "netten" richten mit und starten auch respis auf, die weniger "netten" kommen echt erst auf den letzten Drücker. Was mich generell net stört, das "Richten" ist ja net primär ihre Aufgabe.
Schnitt ist bei uns in der Regel so ab acht Uhr bis halb neun.

Klar klingt das machbar - wenn man ordentlich Tempo macht und weniger genau in seiner Arbeitsweise ist (wobei meine kleine Neurose da kein Mass sein soll ;-) - hab eben sehr gern sehr gut gerollt und gewickelt, sauber geschrieben und korrekt verpflastert...), geht es auch bei unkomplizierten Einleiotungen. Aber lass mal einen respi net dicht sein, Flaschenwechsel und Co, lass das Venflon net beim ersten Mal in die Vene gleiten....der ehr schwere Plexus....was auch immer, es braucht ja net viel.
Das Geschrei ist dann riesig, die Operateure stehen schon wie Löwen vor der Fütterung im Käfig....und der OP Manager....ja der schaut mal richtig mies drein.

Alles net so einfach.
Und eben schwer Lösbar aufgrund von Mitarbeiterkosten, Saalkosten usw.
Von daher denke ich, dass es sinn macht, am Tag vorher schon die Saalaufteilung bekannt zu geben und den Mitarbeitern, die denn gern früher (in ihrer Freizeit) zum Richten in den Saal möchten, es auch erlauben.
Net jeder legt Wert auf eine sehr genaue Vorberitung...und andere vielleicht mehr.

Soll jetzt aber net heissen, ich arbeite im Schneckentempo...definitiv net. Nur es gibt einfach genug andere Momente wo man noch oft genug in der Anä schnell handeln muss....;-)

Fleur
20.08.2010, 16:42
Hi!

Bei mir läuft es auf dem Papier eigentlich so ab. Das die Patienten um 7.15 Uhr im OP ankommen. Mein Dienstbeginn ist 7:30 und dann beginnt auch das einschleusen. Entgegengenommen werden die Patienten noch vom Nachtdienst. Einschleusen macht dann aber schon der Tagdienst und ich müßte eigentlich damit rechnen das um 7:35 mein Patient auf Tisch in meinen Saal gerollt kommt. Ergo habe ich theoretisch 5 Minuten Zeit um Gerät zu checken und alles zu richten. Da ich "Neuling" bin und ich es nicht in dieser Zeit schaffe (ich denke auch nicht das ich es mit mehr Erfahrung schaffen werde) bin ich schon immer unbezahlte 10 Minuten ehr da. Ein zusammentreffen mit den Kollegen gibt es nicht, es rennt sozusagen jeder gleich in seinen Saal.
Der Anästhesist kommt nach der Frühbesprechung meistens 7:45 und Schnittbeginn in unserem Krankenhaus soll um 8 Uhr sein und größtenteils sind dann auch die Chirurgen an Ort und Stelle.

Apfelwiese
20.08.2010, 16:44
Alles net so einfach.
Und eben schwer Lösbar aufgrund von Mitarbeiterkosten, Saalkosten usw.
Von daher denke ich, dass es sinn macht, am Tag vorher schon die Saalaufteilung bekannt zu geben und den Mitarbeitern, die denn gern früher (in ihrer Freizeit) zum Richten in den Saal möchten, es auch erlauben.
Net jeder legt Wert auf eine sehr genaue Vorberitung...und andere vielleicht mehr.


Hallo Kaddel
das Bekanntgeben der Saaleinteilung am Vortag (wie wir es auch praktizieren) halte ich schon für sehr praktisch. Dann jedoch früher in den Saal zu gehen um vor Arbeitsbeginn mit den Vorbereitungen anzufangen finde ich eher fragwürdig.
Solltet ihr die Vorbereitungen in der euch gegebenen Zeit nicht schaffen, müssen die organisatorischen Abläufe geändert werden. Das freiwillige, frühere richten zeigt dem AG ja, das es so klappt wie bisher. Wer dann auf eigene Kosten früher anfängt - selber schuld!

Kaddel
20.08.2010, 16:50
Ja Du hast Recht, es muss was am System geändert werden, momentan zeigen sich entsprechende Stellen aber wenig willig (und ich bin noch in der Weiterbildung und hab da eh net soo viel mit auf den Topf zu hauen).

Dennoch finde ich das "Früherkommen" für die, die es MéCHTEN absolut ok.
Es sollte natürlich klar sein, dass man es freiwillig macht, dass man dann net motzt, weil die Kaffeepause net um Faktor "Früherkommen" verlängert wird und das Faktor "Früherkommen" auch net gleichbedeutend ist mit: "ich geh dann auch ne viertel Stunde früher".

Monty
20.08.2010, 20:15
Hallo Kaddel,

Schnitt ist bei uns auch ab acht bis halb neun. Trotzdem kommen die Kunden nicht vor 7:30. Wir sind um 7:10 im Saal zu vorbereiten, somit mind. 20 min. Zeit.
Normale Einleitung beginnt so um 7:50 bis 8:00, um spätestens 8:05 ist der Kunde im Saal. Mit Regionalanästhesie oder ZVK/Arterie halt 8:30. Die Chirurgen wissen das in den Falle auch und kommen nach Anruf oder warten halt bis 8:30.

Früher kommen??? Für nix? Nicht mal ein Danke?

Da solltet ihr im Team mal drüber diskuttieren. Und denkt dran: Ohne Pflege gehts auch nicht. Wir sind das Volk!

Nur, wenn die Leitung nicht hinterm Team steht, wird´s schwierig.

Servus,
Monty

WomBat
21.08.2010, 00:32
:-p Verzeihung, Liebes Forum und sonstige, ich muss das mal loswerden

Ich liebe neue Manage-ment Ideen, verflixte Dienstzeiten von 4 verschiedenen Berufsgruppen, ich liebe es wenn der gestresste Patient zuschauen darf, während der Respi getestet wird und die Medikamente (Neu-Deutsch Medis, falls nicht klar) aufgezogen werden. Ganz bes. liebe ich es, wenn ein Gerät nicht funzt oder Material nicht da ist. (Das fehlt schon morgens um 7h, wie kommt es nur dazu? So ein Rätsel aber auch). Bes. liebe ich OP Schwestern, die dienstbeflissen nach ihrem Springer schreien. "Ich brauch bei dem Befund was bes. Scharfes". Wir sind ja alle soooo cool (heutzutage), nee, dat macht kein Stress. Nicht für die Arbeitenden, nicht für Patienten. :D

Warum ist es in manchen OPs nicht möglich, dass die benötigte Zeit für die Vorbereitung funzt (ich meine Sicherheit für den Empfänger der Leistungen)? Wer ist daran beteiligt? Manchmal sinds die Sparer aus der Verwaltung oder dem Consulting (renommierte Ahnungslose für Traumgehälter), manchmal sinds die Ahnungslose aussem eigenen Haus, manchmal ist es Chirurgie gegen Anästhesie oder OP Pflege gegen Anästhesie Pflege oder vice-versa (was die Dienstzeiten anbelangt), Verwaltung mit DRG Blick gegen alle Arbeitenden (die an der tatsächliche Leistung Beteiligte), Meine Güte die Kombinationen gehen gegen Unendlich. OK, mathematisch übertrieben…:-p

Ich liebe hektische Einleitungen, hektischer OP Klimper Betrieb, alle sind wie angestachelt. :( Endlich, Pat. schläft, alles drin und dran. Ab in den OP.

Und dann warten wir alle noch 20 min bis ein Operateur auftaucht:motz: . Ja, ich liebe es bes., wenn der noch rummotzt. :D

Macht alles nix, lieber Pat. :) Wir sind alle coole Übermenschen. Eine kleine Leakage am Respi oder ein fehlender Absaugkatheter oder aufgebrauchtes CO2 (oder mangelhaft gepackte Instrumente oder gar mangelhaft sterilisierte Instrumente)- ist doch heute in der neuen liberalen Marktwirtschaft wirklich kein Problem. Auch nicht wenn Du ASA 3bist, dein Puls über 100 und Dein RR entweder über 160 oder unter 100. Hol mal tief Luft, wir hätten gerne mind. über 90 was Deine O2 Sättigung anbelangt. Such Dir einen schönen Traum aus, wir haben alles im Griff. (wir haben es in Faust, sozusagen) Ja, und die fluchende OP Schwester kannst Du einfach überhören. Die ist halt…die hätte halt lieber etwas Schärferes für das Teil, was da raus soll.

WomBat, Ganz ruhig, wird schon gehen

PS an alle OP's die noch patient-orientiert arbeiten, Verzeihung, ich musste mal Motzen - für manch' OP leider Realität

primus
23.08.2010, 11:49
Hallo Kaddel,

der Ablauf in unserem Hause ist wie folgt geregelt, unsere Arbeitszeit beginnt um 07:30 Uhr und endet um 15:42 Uhr.
Wir sind ein 360 Betten Krhs. mit 5 schneidenden Fachabteilungen und 5 OP. Sääle, von den morgens zeitgleich 4 Anaesthesiearbeitsplätze vorbereitet werden müssen. Die Vorbereitungen umfassen die Standartmäßige Prüfung der Narkosegeräte in der Einleitung sowie im OP - Saal, Medikamentenzusammenstellund sowie zusätzliche Vorbereitungen für Kombinarkosen (PDK, Femuralis/ Ischiatikusblockaden, Scalenus usw.) Da wir sehr viel mit Packkits arbeiten, brauchen wir für diese Vorbereitungszeit 15 bis 20 Min.
Die ersten Patienten dürfen erst um 07:50 Uhr eingeschleust werden, woran sich die Station halten muss, da es so im OP Statut geregelt ist. Die Schnittzeit, Beginn 08:15 Uhr ist ebenfalls im OP Statut geregelt und wird von allen Chirurgen eingehalten.

Frogger
09.09.2010, 15:57
Bei uns ist Dienstbeginn 7:30, wobei ich, wie die meisten Kollegen, etwa 10 Minuten eher da bin, um rechtzeitig zum Eintreffen der ersten Patienten (ab 7:40) mit den Vorbereitungen fertig zu sein. Da wir in der Regel auch 10 Minuten vor dem offiziellen Feierabend den Funktionsbereich verlassen können, ist das für mich persönlich so in Ordnung.

Dazu sei noch erwähnt, dass das Einschleusen bei uns durch die OP-Pflege erledigt wird und wir morgens keine Team-Besprechung haben und somit direkt in die Einleitungen gehen können.

Die Anästhesisten erscheinen i.d.R. erst ab 7:50 (nach der Visite auf ITS).

Derzeit wird erprobt, Patienten mit besonders zeitaufwändigen Einleitungen auf 7:30 zu bestellen, wobei der Nachtdienst dann die Narkosevorbereitungen zu erledigen hat. In dem Fall soll der zuständige Anästhesist dann auch direkt in den OP kommen.

andreasuhl
10.09.2010, 09:33
Liebe Kollegen,

ich schließe mich dem gemotze von WOMBAT an.

Die Vorbereitungszeit, egal für welche Handlung, ist auch gegen den Wiederstand der Vorgesetzten einzufordern ! Ich weiss, wie schwer das ist. Ich weiss aber auch, dass niemand damit langfristig Erfolg haben wird, mit unzureichend vorbereiteten Arbeitsplätzen zu arbeiten.
Es gibt Verfahrensanweisungen der DGAI wie Narkosegeräte vor Arbeitsbeginn zu prüfen sind. Es gibt Anweisungen wie Narkosearbeitsplätze vorbereitet werden sollten. Und dafür wird ausreichend Zeit benötigt.
Wir haben das so geregelt :
Dienstbeginn 6:45 Uhr.
Bestellen der Patienten durch OP-Koordinator 7:15 Uhr.
Eintreffen der Anästhesisten bis spätestens 7:40 Uhr.
Freigabe durch Anästhesie bei Standardverfahren 7:50 Uhr.

Das bedeutet für die Kollegen :
Wer sich um 6:45 Uhr in das Zeitsystem einbucht, sich umzieht und einschleust, seinen Saal aufsucht und mit den Vorbereitungen beginnt, hat gut 20 bis 30 Minuten Zeit alles vorzubereiten. Wir haben eine interne Abmachung, dass bei Problemen spätestens um 7:20 Uhr Hilfe durch Kollegen eingefordert wird. Ziel ist es, dass alle Arbeitsplätze bis 7:30 Uhr vorbereitet und Startklar sind.

Auf die morgendliche Besprechung verzichten wir auf Wunsch der Kollegen seit ca. zwei Jahren. Das geht mit einigen Informationsverlusten einher, mit denen alle eben Leben müssen.

Es gab immer wieder Bestrebungen von verschiedenen Seiten, die Vorbereitungder Säle, das isnd bis zu zehn Säle, von den zwei Nachtdiensten durchführen zu lassen. Der Dienstbeginn sollte dann auf 7:30 Uhr verlegt werden. Das konnten wir bisher erfolgreich abwehren.

Allen viel Erfolg

Hoffnungsvoll

Andreas Uhl

Monty
12.09.2010, 15:32
Ich wundere mich, wie man ohne Morgenbesprechung die Aufteilung schafft.
Wir haben 12 OP-Säale, hinzu kommen gern mal das Herzkatheterlabor, Angiographie, Kernspintomographie mit Narkose oder ITS-Betreuung, ...
Mal läuft das eine, mal das andere früher oder später, wer geht wohin, welcher spätere Frühdienst rückt wo nach, sind neue Kollegen in Nachbarschaft mit erfahrenen Kollegen...
Wer hat da den Überblick?

Gruß,
Monty

morgenmuffel
12.09.2010, 16:51
Ich wundere mich, wie man ohne Morgenbesprechung die Aufteilung schafft.
Wir haben 12 OP-Säale, hinzu kommen gern mal das Herzkatheterlabor, Angiographie, Kernspintomographie mit Narkose oder ITS-Betreuung, ...
Mal läuft das eine, mal das andere früher oder später, wer geht wohin, welcher spätere Frühdienst rückt wo nach, sind neue Kollegen in Nachbarschaft mit erfahrenen Kollegen...
Wer hat da den Überblick?

Gruß,
Monty
Wir haben 29 Säale an 6 Standorten, wechsend etwa 4-6 (von ca. 20 möglichen) Unständige Anästhesiearbeitsplätze, 5 Aufwachräume.
Wenn dann noch Krankmeldungen, dringende zusätzliche Anästhesieleistungen dazu kommen ist die Arbeitsplatzverteilung durch eine Morgenbesprechung ein Ding der Unmöglichkeit.
Bei uns schreibt die Abteilungsleitung am Vortag einen "Tagesplan Klinikbesetzung Pflegedienst", so weiß jeder wo er am nächsten Tag arbeitet, welche Kollegen wo zu erreichen sind.
Alle haben den Überblick

Dienstbeginn 7:00, Einschleusen ab 7:10-7:30 durch die OP-Pflege, Nachtdienst richtet im chir. OP wenn Möglich nötiges Material und fährt die Narkosegeräte hoch. Die ärztliche Kollegen erscheinen so um 7:30.
In den ca. 20 min. bis zum Erscheinen der Ärzte, kann ich auch eine Herz-OP vorbereiten (Narkosewagen wird am Vortag gerichtet).
Um das Material für eine Verkabelung mit pVK, Tubus, ZVK und Arterie vorzubereiten reicht's immer, und wenn nicht muss halt der Doc die Infusion selbst legen!

Gruß morgenmuffel

Monty
12.09.2010, 17:28
Hallo morgenmuffel,

bei der Größe kann ich das verstehen. Da gehts nur per Verteilung durch die Leitung.
Wir haben nur einen Zentral-OP mit 8 Säalen und 2 dezentrale mit 2 bzw. 3 Säalen und einen gemeinsamen AWR.
Da wir mit Bereitschaftsdiensten arbeiten und nicht mit Nachtdienst, ist das vorbereiten nur bei Punkten die 20 min. früher als üblich bestellt werden, nötig. Und das wird eher seltener. Der echte Zeitgewinn scheint minimal. V.a. weil kein Anästhesist früher aufsteht als nötig. Dann ist der Patient zwar schon ewig da, aber der Doc kommt auch nur 10 min. früher. Meist eh nur bei Chef-Punkten.

Vernünftige Tagesplanung durch einen guten Oberarzt wäre wirkungsvoller. Unser leitender ist da eher ne Katastrophe, wenn´s sein Kollege macht, ist´s wunderbar. Der spricht das Vorgehen von OP-Punkten nach Ende unserer Frühdienstzeit mit der OP-Pflege und uns ab. Nur der ist grad im Urlaub und das Chaos vorprogrammiert.:(

Servus,
Monty

andreasuhl
13.09.2010, 08:40
Hallo Monty,

wir planen am Vortag nach erscheinen des OP - Programmes, sodass am Morgen jeder sieht, wo er eingeteilt ist.
Um 7:10 Uhr findet eine Besprechung mit dem OP-Koordinator statt. Änderungen werden dann direkt mitgeteilt.
Im Tagesverlauf ändert sich dann vieles, zusätzliche Arbeitsplätze, Krankmeldungen etc.
Darauf wird dann spontan reagiert.
Soweit kein Problem bei 8 -10 Sälen, präop-Zone, Schockraum und Diagnostik, externe Urologie und Hausnotfall.
Die Morgenbesprechung war die letzte Möglichkeit alle Kollegen die im Dienst sind einmal am Tage zusammenzu bringen. Das war auf Dauer von den Kollege nicht gewünscht. Es geht auch ohne.

Gruß

Andreas

Monty
13.09.2010, 17:46
Die Morgenbesprechung war die letzte Möglichkeit alle Kollegen die im Dienst sind einmal am Tage zusammenzu bringen. Das war auf Dauer von den Kollege nicht gewünscht.

Hört sich irgendwie nicht nett an. Bei uns hat die Morgenbesprechung durchaus auch eine soziale Komponente.
Außerdem kann auf spezielle Wünsche, wie punktuelle Anleitungen eingegangen werden, soweit der aktuelle Personalstand am Morgen das möglich macht.

Wobei wir echt ausreichend Zeit am morgen haben. Von Beginn der Besprechung bis zum ersten Einschleusen (durch die OP-Pflege) 35-40 min. Wobei wir oft zwei Säale gleichzeitig richten, weil einige spätere Frühdienste nachziehen und auf fertige Säale treffen.

Gruß,
Monty

andreasuhl
14.09.2010, 07:10
Hallo Mont,

hört sich nicht nett an, ist aber trotz alle dem eine nette Mannschaft.

Die Kollegen benötigten unterschiedlich lange Vorbereitungszeiten, trafen zu unterschiedlichen Zeiten ein, der OP-Koordinator änderte seine Präsenzzeit und kommt erst um 7:10 Uhr, davor war er um 6:45 Uhr anwesend, sodass Änderungen schon in die Besprechung um 7:00 Uhr eingebracht werden konnten,der Sinn der Besprechung wurde nicht mehr gesehen. Der Austausch untereinander ist trotzdem gegeben.
Wir haben jeden Mittwoch einen um eine Stunde versetzten OP- Beginn. Die gewonnene Zeit ist Besprechungs - und Fortbildungzeit.

Persönlich bin ich der Überzeugung, dass eine Frühbesprechung notwendig ist. Gegen den Willen der Kollegen dies aufrecht zu erhalten ist jedoch unsinnig.

Gruß

Andreas Uhl

Monty
14.09.2010, 20:05
Hallo,

was habt ihr den so für Arbeitszeiten im Frühdienst? Gestaffelt mit Nachrückern, oder alle zur gleichen Zeit? Bezogen auf die 8-10 Säale, die an sich jeden Tag fix sein dürften.

Mercy,
Monty

WomBat
15.09.2010, 22:34
Danke Dir, Andreas und Monty, für die freundlichen Worten bzgl. meines völlig vermotzten Beitrags. :) Wombat

PS dabei könnten Anästhesiepflege und Anästhesist glatt vergessen, die Handschuhe nach der Intubation auch wirklich ausziehen - es sei denn, mann erinnert sich daran, in welche Richtung man sie gerade werfen wollte :-p

Monty
16.09.2010, 19:42
Hi Wombat,
nur keine Hemmungen.
Motzen befreit manchmal. :D

;) Monty

dytide
17.10.2010, 14:54
18 OP-Säle + diverse Aussenbereiche + 3 AWR

Dienstbeginn 7.45 (ca. 7.50 im Saal)
Einschleusung ab 7.55
1. OP-Freigabe ist 8.20

Lilientraum
24.11.2011, 19:33
der thread ist zwar schon älter aber ich finde es ganz interessant zu lesen wie unterschiedlich das in anderen Häusern ist, da ich wahrscheinlich trotz fachweiterbildung keine andere anästhesie sehen werde aber ein anderes thema.

Wir haben 7 Op Säle, von denen 4-6 tgl. laufen, selten sieben aber kommt vor. Das ist eigentlich unser notfall saal für ops die nicht warten können bis eben ein Saal frei ist.
Einen Aufwachraum und drei außenbereiche(sehr selten in benutzung)
Unsere Kernarbeitszeit ist von 7:35 bis 16:00
wir haben einen Spätdienst von 9:00 bis 17:30
Der Bereitschaftsdienst ist von 7:35 bis 7:35 da.

meisten gibt es eine kleine morgenrunde in der neuigkeiten mitgeteilt werden oder ähnlihces.
Dann starten wir schon los, mit unseren Vorbereitungen.
Die Saaleinteilung steht ein Tag vorher.
Auf jeden Fall bereiten wir halt auch ganz normal vor, also Medis, Geräte, Zvk etc.
außer PDKs oder ISK und wie sie alle heißen an Schmerzkathetern,
die werden im AWR vorbereiten und gelegt, :D
die AWR Schwester fängt an und die zuständige Saalschwester löst ab, wenn sie mit ihren Vorbereitungen im Saal fertig ist.(es sei denn sie betreut zwei Säle)
Das einschleusen der ersten Patienten findet durch den Schleusendienst statt, je nachdem ob zivi oder festkraft, beim zivi kommen die patienten alle erst in den AWR und werden dort abgeholt und eingeschleust. Was natürlich angenehmer ist, da man sie holt wenn man fertig ist.
Bei uns ist nicht die Schnittzeit maßgebend sondern die Säulenzeit und die soll um spätestens 8:15uhr sein, ein wenig spät in meinen augen, denn meist kommen die operateure später wer kennt das nicht ;)

aber soviel zu unserem kleinen einblick.
Ach so, der SD ´nimmt entweder den saal den keine schwester hat, sonst kümmert er sich um Mittagsauslöse, zwischenaufgaben, außenbereischkontrollen, innenbereichskontrollen und löst um 16 den bd aus damit der sich hinlegen kann.
Der BD bereitet bei uns NIX vor. Einfach halt aus dem Grund wie schon mehrfach genannt, wenn er vorarbeiten würde, würde das uns eher entgegenarbeiten als helfen, so frei nach dem motto hat ja immer geklappt
(ausßnahmen bestätigen die regeln - krankheitsfälle)

Frogger
24.11.2011, 21:05
"Der Bereitschaftsdienst ist von 7:35 bis 7:35 da."


Ach, was bin ich froh, daß wir keine 24-Stunden-Dienste haben...
auch am Wochenende gibt es einen Tag- und einen Nachtdienst.

Kaddel
27.11.2011, 03:20
In dem Spital indem ich aktuell arbeite kann ich morgens vor Dienstbeginn in aller Ruhe mein Zeugs fertig machen, da sagt niemand was.
Allerdings hab ich dort auch 24er Dienste oder 48er Dienste und wenn man zumindest erstere schon mehrfach wirklich durchgearbeitet hat, dann geht man besser wieder in ein Spital, wos das nicht mehr gibt.
Dort wird die Saalaufteilung erst am Morgen stattfinden, allerdings richtet der Nachtdienst bereits alles fuer die ersten Patienten. Damit koennte ich wohl leben.


LG K