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michael2504
16.09.2004, 19:23
Hallo,

ich habe folgendes Problem:
der Pflegedienst unserer Anästhesie untersteht bisher der PDL.
Nun ist geplant den Pflegedienst dem Chefarzt der Anästhesie zu unterstellen.
Hat jemand damit positive oder negative Erfahrungen und kann mir diese mitteilen.

Vielen Dank

Michael

maiwald
18.09.2004, 10:15
:schock: :mad: :eek:
Hallo,

wir haben diese Erfahrung gemacht und kann mit Nachdruck nur davor warnen.
Zum einen hat ein Chefarzt kaum Ahnung von Orga/Admin, geschweige denn von Personalführung und Recht.
Zum anderen ist ihm, wie wir erfahren mußten, das Pflegepersonal recht egal - hauptsache es läuft. Das monatliche Dienstplanunterschreiben war für ihn schon zu viel Arbeit, ganz abgesehen von der Urlaubsplanung oder gar Anträge für Fort- und Weiterbildung. Insgesamt ist der Ausdruck "Personalentwicklung" für ihn ein Fremdwort.
Außerdem ist er kein standesrechtlicher Vertreter für uns Pflegekräfte. Die PDL ist ja auch Mitglied der Betriebsführung, der Chefarzt, außer er ist ärztlicher Direktor, nicht.
Zum Glück sind wir seit einigen Monaten unter den "Fittichen" der PDL uns sind insgesamt zufrieden.
Ich würde es mir also sehr genau überlegen, ob ich dem Zustimme, oder alle Hebel in Bewegung setze, damit der Chef nicht auch noch der Dienstvorgesetzte wird. :schock:

michael2504
19.09.2004, 11:25
Ich danke Dir für diesen Beitrag. Wir haben die Befürchtung, daß es in die gleiche Richtung geht.

Tobi Bo
19.09.2004, 22:29
Wie ist es überhaupt möglich, dass der chefarzt den Pflegedienst leiten soll?

das heisst doch auch, dass er für einstellungsgespräche, versetzungen und sonstige personalien zuständig sein soll, oder verstehe ich da was falsch?

maiwald
20.09.2004, 07:26
Hallo,

ist vollkommen richtig. Die Vorstellungsgespräche waren katastrophal..! Wie bereits erwähnt - man kümmert sich um nichts.

michael2504
27.09.2004, 11:35
Hallo Kollegen,

damit alle wissen wohin es geht, auf der untenaufgeführten Seite findet Ihr einen Artikel über Profitcenter im Krankenhaus. Der Artikel heisst: Einzeln abrechnen, gemeinsam sparen. Dies ist bei uns geplant. Vielleicht hat ja jemand schon Erfahrungen gesammelt. Vielleicht melden sich die Kollegen aus Tübingen mal.

Schönen Tag noch
Michael
http://www.medinfoweb.de/drgz/drg_zeitung_14_09_2004.pdf

PICCOlina
30.09.2004, 01:46
Hallo,
bin gerade dem Link von Michael gefolgt und hintenübergekippt. Das hört sich an, wie der Einsparungsplan vom Cateringservice der Lufthansa. Ökonomie und Effizienz sind wichtig, muss man nicht mehr diskutieren, aber man darf auch nicht vergessen, dass da nicht "Appelmus übers Fließband" geht. Wir "arbeiten" an Menschen, die sich vertrauensvoll (oder gezwungenermaßen) in unsere Hände geben.
Ja, ich weiß - 5€ in die Phrasenkasse. Aber ich finde es nicht nur unverschämt, den Gang zur Weiterbildung mit dem Besuch der Weihnachtsfeier gleichzusetzen, sondern auch gefährlich. Wie lange kämpfen wir schon für kompetente Pflege?! Und jetzt ist Weiterbildung zu teuer und sowiso unwichtig? Das Geld wird gebraucht für neue Büroeinrichtungen! Spitzenidee!! :motz:
Dann gleich hinterher das vermeintliche Zuckerbonbon: Da steht dann (sinngemäß), dass eine kompetente Intensivschwester mehr verdienen soll, als ein Arzt, der gerade angefangen hat. Guter Witz! Die Schwester ist schon länger dabei und bekommt jetzt schon mehr als "der weisse Anfänger". Da ändert sich wohl nichts. Aber was ist mit den noch nicht Weitergebildeten? Die bekommen dann deutlich weniger, obwohl sie immer noch kompetenter sind?! Und wer entscheidet, wer genug Kompetenz für mehr Geld mitbringt? Der Chefarzt?? Sieht wohl so aus. Na dann PROST MAHLZEIT

Gruß PICCOlina

Steinlaus
03.10.2004, 20:00
Hallo,
bin neu im Forum und dieser Artikel hat mich dazu gebracht mich "einzumischen". Korrigiert mich wenn ich auf dem Holzweg bin, war aber bis jetzt der Meinung das Pflege sich zu einem Selbständigen Berufszweig entwickelt und wir nicht mehr nur noch für die Ärzte als Assistenz auftreten wollten. Pflege ist mehr als Tröhnchen schleppen und dem Doc den Kaffe bringen. Wie soll jemand der keine Ahnung von Pflege hat diese Leiten? Bin selbst in leitender Position auf der Intensivstation tätig und möchte nicht unserem Chefarzt unterstellt sein. Kann mir lebhaft vorstellen wie dann die Diskussionen über Belegungen und Personalschlüssel laufen.
Gruß Dagmar

PICCOlina
04.10.2004, 19:42
Hi Daggi,
Ist doch irgendwie logisch, dass die "Götter in Weiß" es nie akzeptieren würden, dass "wir" eigenständig sind und wohlmöglich noch fundierte Entscheidungen treffen.
Wofür brauchen wir "die" dann noch? ;)
In Deutschland kommt der Pflegeberuf doch gleich nach der Putzfrau. Ich fürchte wir werden nie eine eigene Lobby bekommen, die stark genug ist, sich gegen "die Ärzte" zu behaupten.
Wie oft erlebe ich, wie überschwenglich sich die Patienten bei "ihrem Doktor" bedanken. Dass die Schwester die ganze Arbeit macht, ist selbstverständlich, die wird schließlich dafür bezahlt! :eek:
Wir sollen doch wohl ganz bewusst "klein gehalten werden" :motz:

Gruß Drea

Steinlaus
05.10.2004, 13:36
Hi Drea,
ich kann nicht glauben, das die Pflege sich wieder zurückentwickelt, früher war es ganz normal das ein Arzt die Station leitet. Das kann gar nicht so effektiv gewesen sein, denn nicht umsonst hat sich eine selbständige Leitstruktur in der Pflege entwickelt. Sollen wir nun auf den Stand des Mittelalters zurückrutschen? :confused: Glaubst Du das Dein Chefarzt mit Basaler Stimulation etwas anfangen kann???? Ich glaube nicht, dass dann Fort-und Weiterbildung in den Pflegerelevanten Themen noch weiter gefördert werden. Ich möchte nicht das mein Beruf als Nebentätigkeit des Arztes verstanden wird.
Gruß Daggi

PICCOlina
05.10.2004, 15:15
Recht hast Du!
Bloß, ich denke solange die Ärzte "am längeren Hebel" sitzen, werden wir kaum etwas ändern.
Wenn der Vorschlag der "Leitungsänderung" gemacht wird, wer entscheidet dann?
Der med. Direktor und der Verwaltungschef. Und dann sitzt da die Pflegedienstleitung, die in vielen Häusern auch nicht der Kompetenz wegen auf diesem Stuhl sitzt. ;)
Wer würde denn für unsere Eigenständigkeit argumentieren. Wo wir noch nicht mal ein eigenes "Kontrollsystem" haben (Wie die Ärztekammer)
Und für die "Öffentlichkeit" sind wir doch sowiso nur das "Fußvolk" der Ärzte.
Wir können nur für uns selbst sprechen und hoffen, dass uns mal irgendwann einer hört. Streiken ist ja nicht drin. Wobei ich gestehen muss, dass ich mich "gewerkschaftstechnisch" überhaupt nicht auskenne :o