PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stellungnahme zur staatlichen Regelung der Ausbildung zum OTA



DGF-online
13.09.2004, 13:31
Seit zehn Jahren wird durch eine Initiative der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und einigen engagierten Krankenhäusern dem Fachkräftemangel in den Operationsabteilungen dadurch Rechnung getragen, dass eine in Deutschland neue Berufsausbildung unter Federführung der DKG etabliert wurde. Diese dreijährige Ausbildung findet an neu gegründeten Ausbildungsstätten der Krankenhäuser statt und wird durch diese finanziert. 1.600 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht und 3.000 Stunden praktische Ausbildung gewährleisten eine hohe fachliche Qualifikation für das zukünftige Berufsfeld. Die Akzeptanz in den Krankenhäusern und auf dem Arbeitsmarkt ist groß und sehr positiv zu bewerten.

Mit Entsetzen nehmen wir zur Kenntnis, dass erwogen wird, die Ausbildung in das Berufsbildungsgesetz (BBiG) einzugliedern und nicht mit einer eigenen staatlichen Anerkennung, analog dem Krankenpflegegesetz oder dem Gesetz zur Ausbildung der Medizintechnischen Assistenten zu versehen.

>>> http://www.dgf-online.de/pub_ota.htm

Edeltraut Döbler
26.10.2004, 10:42
Sehr geehrter Herr Westerfellhaus,
sehr geehrter Herr Notz,
liebe KollegInnen,
mit Erstaunen und Befremden las ich die Sorge der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege um die Entwicklung einer Mitarbeitergruppe, die sich eindeutig als nicht pflegerisch bezeichnet. Ich habe die Öffnung der DGF um den Begriff Funktionsdienst (wie problematisch er auch sei)immer so verstanden, als dass die Pflegenden in den Funktionsdiensten Op und Endoskopie gemeint seien.
Welches Interesse verfolgt die DGF mit dem Diskussionsaufruf zum Thema
OTA's?? Wollen Sie sich zukünftig um neue Mitglieder erweitern und auf die
Fachkrankenpflege verzichten?
Gibt es keine anderen drängenden Fragen in Bezug auf die Entwicklung der
Fachkrankenpflege die von den Pflegenden diskutiert werden können (z.B. pflegeausbildung an den Universitäten)?

Nebenbei bemerkt, aus der Sicht eines/r OTA kann ich den Schritt der
staatlichen Ausbildung (die ja wohl doch schon erfolgt ist) gut nach-
vollziehen: anders können sie sich nicht professionalisieren. Ob dass
im Moment allerdings gefragt ist, darf gerne bezweifelt werden.Schließlich
erleben alle Praktiker eine Tendenz zur Qualitäts- und Kostensenkung.
Meiner ganz persönlichen Meinung (als OP-Fachkrankenschwester) nach,
erreicht man durch die pflegerischen Fachweiterbildungen eine höhere und
kostengünstigere Qualität.

Erlauben Sie mir noch eine Anregung: In der wundervollen Zeitschrift
Intensiv, dem offiziellen Organ der DGF, habe ich seit Öffnung des Verbandes
nur einmal einen kritischen Kommentar zum Thema Öffnung Funktionsdienst
gelesen. Gibt es eigentlich keine Kontakte zu Fachweiterbildungsstätten für
Funktionsdienste? Vielleicht könnte auch einmal ein Artikel zu einem
pflegerischen Thema aus diesem Bereich erscheinen. Es würde zumindest den
Schritt der Öffnung erklären und der "Fachöffentlichkeit" verdeutlichen.


Mit freundlichen Grüßen
Edeltraut Döbler
Kinästhetiktrainerin
(vordem Weiterbildungsleitung)
Ev. Krankenhaus Düsseldorf
Kirchfeldstr. 40
40217 Düsseldorf

Klaus Notz
26.10.2004, 13:43
Sehr geehrte Frau Döbler,

als Vorsitzender der DGF freue ich mich immer über Rückmeldungen. Nur so ist es möglich, auch die Interessen der einzelnen Mitglieder bei der ehrenamtlichen Vereinsarbeit zu berücksichtigen.

Die Diskussion um die Erweiterung der DGF wurde sehr lange und ausführlich diskutiert und fand letztendlich durch die Namenserweiterung ihren Abschluss. Es wäre nun für alle damals beteiligten sehr unverständlich, wenn diese Diskussion erneut aufgegriffen würde. Perspektivisch lähmen wir die eigene Handlungsfähigkeit.

Ihre Anregung, mehr Fachartikel aus dem Bereich OP-Dienst anzubieten, nehmen wir gerne auf. Derzeit führen wir Verhandlungen mit dem Thieme Verlag, speziell für die Mitglieder aus dem OP-Dienst eine spezielle Zeitschrift anzubieten (OP-Journal). Da wir leider nur sehr wenige aktive Mitglieder aus dem OP-Bereich haben, gestalteten sich die Verhandlungen sehr schwierig.

Grundsätzlich machen wir die Erfahrung, dass OP-Personal nur sehr schwer in freiwillige ehrenamtliche Tätigkeit zu involvieren ist. Dies spiegelt sich geradezu in den Aktivitäten und den Mitgliederzahlen der DGF aus dem Bereich OP wieder. Gerne würden wir mehr anbieten, jedoch benötigen wir auch die aktiven Mitglieder hierzu.

Vielleicht hätten Sie Interesse, für den OP-Bereich aktiv in unserer DGF mitzuwirken. Wir würden uns hierüber freuen.

Klaus Notz
1. Vorsitzender der DGF

Klaus Notz
26.10.2004, 15:09
Staatliche Anerkennung der OTA in Schleswig-Hollstein

Liebe Kollegen, gerade hat mich ein Artikel erreicht, der zur staatlichen Anerkennung in Schleswig Holstein berichtet, dort wurde die OTA Ausbildung von den Kliniken weg zum BBiG übertragen mit nun nicht unerheblichen folgen, aber lesen Sie selbst:

>>> <redaktion@kgsh.de> 15.10.2004 14:12:45 >>>
==================================================
KGSH Newsletter
==================================================

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren,

die im Juni 2004 in Kraft getretene Landesverordnung über die
Berufsausbildung zur oder zum Operationstechnischen Angestellten
(OTA-VO) zeigt erste negative Auswirkungen: Insgesamt 57
Ausbildungsplätze sind in den schleswig-holsteinischen Krankenhäusern
verloren gegangen. Bisher beteiligte Kliniken bilden nicht mehr aus,
weil ihnen die Grundlage für eine qualifizierte Ausbildung entzogen
wurde.

Zum Hintergrund: In den vergangenen Jahren wurden OTAs praxisorientiert
und in den Krankenhausbereich integriert nach den Richtlinien der DKG
ausgebildet. Zugangsvoraussetzung war Realschulabschluß - und am Ende
der Ausbildung fand eine praktische Prüfung statt. In fast allen
Bundesländern werden OTAs auch weiterhin so ausgebildet.

Anders dagegen in Schleswig-Holstein. Hier ist den Krankenhäusern das
duale System aufgezwungen worden. Dabei wird ein großer Teil der
Ausbildung auf die Berufsschulen übertragen. Dies führt zu weniger
praktischem Unterricht und ungenügender Qualifizierung der
Auszubildenden. Auch sieht die neue Landesverordnung einen
Hauptschulabschluß als Zugangsvoraussetzung und wesentlich weniger
praktische Unterrichtsstunden vor. Am Ende der Ausbildung steht nur ein
fallbezogenes Fachgespräch, jedoch keine praktische Prüfung. In welchen
Einsatzgebieten die praktische Ausbildung stattfinden soll, ist der
Landesverordnung nicht zu entnehmen.

Zweifel an der Ausbildungsqualität? - Offenbar ja! Denn die
OTA-Ausbildung wurde flächendeckend zunächst eingestellt. - Derzeit
zählen wir nur noch 4 Auszubildende an einer Klinik. Eine Situation,
über die in den Gremien der KGSH zu beraten sein wird!

Viele Grüße
Ihre KGSH-Redaktion

Grüße Klaus Notz
1. Vorsitzender der DGF

Edeltraut Döbler
27.10.2004, 13:58
Sehr geehrter Herr Notz,
bei dem Organisationsgrad unserer (?) Berufsgruppe ist es kein Wunder wenn wenig OP-Personal in der DGF zu finden ist, schließlich werben wir auch in den I&A WB-Kursen durch ihre Zeitschrift für die DGF. Bei den Teilnehmerzahlen in den WB'en ist die Bereitschaft zur Organisation aber auch bei den I&Akollegen erschreckend gering.
Zu ihrer Anfrage: Ich wäre bereit in ihrer Zeitschrift für den Bereich OP- und Endoskopiedienst mitzuarbeiten. Allerdings glaube ich, dass "Nachschub" an guten Artikeln nur durch die Weiterbildungen zu bekommen sind - und leider bin ich in dieser Position nicht mehr tätig, da "meine" WB-Stätte aus Kostengründen nicht mehr weiter betrieben wird. Wir sind nur ein mittelgroße Klinik (580 Betten) und haben die Uni vor der Nase. Gerne kann ich meine alten Kontakte nutzen um auf die DGF aufmerksam zu machen.

Leider sind Sie in Ihrer Antwort nicht auf meine Anfrage zur Unterstützung der DGF für die OTA's (später vielleicht ATA's) eingegangen. Sehen Sie Fachweiterbildungsteilnehmer und OTA's gleichwertig nebeneinander ? Unterstützen Sie die OTA's weil sie auch das Konzept der ATA's für denkbar halten?
Mit freundlichem Gruß
E.Döbler

Klaus Notz
01.11.2004, 22:33
OTA und ATA haben eigentlich nur gemeinsam, dass beide in Kliniken arbeiten und die Abkürzung aus drei Buchstaben besteht und beide auch mit Assistenten enden. Für die OTA gibt es verschiedene Rechtsgutachten für den Einsatz im OP und die gleichwertigkeit der Ausbildung mit der Weiterbildung. Die DGF hat sich entschlossen, diesen aus der Fachkrankenpflege entstandenen Beruf zu vertreten - Beschluss der Mitgliederversammlung - und somit auch aktiv auf die Entwicklung des Berufsbildes Einfluss zu nehmen. ATA werden in Deutschland nicht gebraucht, da es genügend Fachpflegekräfte gibt und daher keine Notwendigkeit für ein neues Berufsbild vorhanden ist. Was sollte denn auch der Vorteil eines zusätzlichen Berufsbildes sein. Interessant scheinen ATA nur dann zu sein, wenn Kliniken nicht auf dem Weg der Weiterbildung genügend Anästhesiepflegekräfte gewinnen kann. Deshalb ist es für die Zukunft äußerst wichtig, das Berufsbild der Fachkrankenpflege weiter zu entwickeln und sich dabei am Bedarf der Kliniken zu orientieren. Es könnte durchaus auch wieder dazu kommen, mehr Aufgaben aus dem ärztlichen Tätigkeitsfeld zu übernehmen. Aber dazu braucht es keine ATA sonder genügend qualifizierte Fachpflegekräfte.

In diesem Sinne hoffe ich doch Ihre Frage erschöpfend beantwortet zu haben.

Tobi Bo
04.11.2004, 13:26
Was sollte denn auch der Vorteil eines zusätzlichen Berufsbildes sein.

Eine schnellere und an die Bedürfnisse besser angepasste Ausbildung?! :cool:

Edeltraut Döbler
04.11.2004, 13:45
Hallo herr Notz, ich bin leider ein bisschen langsam mit dem Antworten, ich denke aber es störrt nicht. Was Sie zur ATA sagen, kann ich nur voll unterstützen, sie ist überflüssig wie ein Kropf und scheint Gott sei Dank nicht in gleichem Maße umgesetzt zu werden wie die OTA. Ich höre nur von vereinzelten Anstellungen von Arzthelferinnen ( die selbstverständlich nur bei ASA 1-2 Narkosen stehen + niemals alleine sind, was selbstverständlich nicht eingehalten wird. Übel - mann / frau kann auf Konsequenzen warten.

Nun zur OTA - aus meiner Sicht trifft die Frage nach dem Vorteil einer neuen Berufsgruppe auch hier zu. 1. Kann man nicht genügens qualifizieren, 2. läuft der Nachschub an Pflegekräften im Moment hervorragend - und drittens gibt es keine Gleichwertigkeit und schon erst recht kein anerkanntes Gutachten. Es gibt im Gegenteil schon ganz alte Stellungnahmen aus dem Ministerium, dass keine Veranlassung besteht die OTA's stattlich anzuerkennen weil Ihnen der Pflegeanspruch fehlt.

Das Entstehen der OTA's ist übrigens auf Aktivitäten von Verwaltungsleitern zurückzuführen, und zwar immer in Häusern wo das persönliche Auftreten operierender Menschen dafür sorgte das niemand im OP blieb.Offizielle Stellungnahmen von Pflegeverbänden (DBFK) haben immer auf das Problem der fehlenden Eingruppierung von OTA's aufmerksam gemacht (auch schon alt).
Wären die OTA's nicht gut in unser System zu integrieren wenn Sie zur beginn ihrer Ausbildung erst einmal ein Kph-Examen erreichen könnten?
Und kann es in den Häusern nicht eine noch bessere Möglichkeit der Zusammenarbeit von OP und Anästhesie geben? Wenn keine Anästhesiepflege da ist wird nicht eingeleitet - das heißt man nimmt lieber teure Wartezeiten und daraus resultierrende Überstunden in Kauf ??? Oh Managementkompetenz erwache.
Soviel aus der Praxis mit freundlichen grüßen
Edeltraut Döbler

Klaus Notz
07.11.2004, 16:09
Eine schnellere und an die Bedürfnisse besser angepasste Ausbildung?! :cool:


Ob schnell gut ist, das muss kritisch hinterfragt werden. Berufserfahrung ist ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Weiterbildung. Das hat sich in der Vergangenheit bewährt. Erst wenn ich gewisse Erfahrungen habe, wächst auch der Wunsch in diesen Situationen richtig handeln zu können. Wenn ich keine Gefahren kenne, sehe ich auch nicht die Notwendigkeit,mich auf solche Situationen vorzubereiten.

WomBat
07.11.2004, 23:20
Einmischung / nicht wegen der Hauptfragestellung, sondern wegen diesem Detail:

„Wenn keine Anästhesiepflege da ist wird nicht eingeleitet - das heißt man nimmt lieber teure Wartezeiten und daraus resultierende Überstunden in Kauf?“

Zum Einleiten brauch’s nun mal mehr als 2 Hände. Über Köpfe will ich hier gar nicht reden.
Wir sind gar nicht so weit auseinander denn, „teure Wartezeiten“ ist das eine, teure Schäden bei Menschen das andere – in Zahlen nicht messbar.
Vielleicht kann die Zusammenarbeit da beginnen, wo man/frau sich gegenseitig schätzt und den „Qualitäts-Beitrag“ des anderen sog. „Funktionsdienstes“ (Unwort) anerkennt.
Lieber keine Einleitung, wenn keine Anästhesiepflege vorhanden, wäre mein Motto. Lieber keine (elektive) Operation, bis ein OP Schwestern/Pfleger Team vor Ort. (Notfälle ausgenommen)

Die Lektion für mich heißt bzw. was ich glaube erkannt/erlernt zu haben:

Im Krankenhaus wird immer ein schwarzes Schäfchen gesucht, wenn es zum Problem kommt. Hier: Wartezeiten. Schwarze Schäfchen können OP Schwestern sein, Anästhesiepflegende, Ärzte verschiedener Fachrichtungen, in Zweifel war die Station daran SCHULD. Wir suchen immer Schuldige.

Mein Weg durchs Krankenhaus führte mich schon vor vielen Jahren zur Auffassung, dass es oft systemische Mängel sind, schlicht weg zu wenig Personal, fehlende klare Richtlinien, mangelhaftes Management usw. usw. Die altruistischen Mitarbeiter blenden dieses aus und bekämpfen sich gegenseitig.

Ergo: So lange keiner dazu befähigt (im echten Sinne) ist, bei der Einleitung den AN Pflege Teil zu übernehmen, ist es für den Patienten besser man wartet. Gleiches gilt für den Anästhesisten, den Operateur, die OP Pflegende…usw. usw.

Die Bedeutung liegt darin, dass alle Beteiligten ihren Kram auf die Reihe kriegen sollten, und wenn’s dann immer noch klemmt, kann auch mal über den Tellerrand nach außenstehenden Verursachern geschaut werden. Vielleicht ist das Schaf gar nicht im OP!

In diesem Sinne, Wackle ich zu meiner Höhle zurück,
WomBat

Klaus Notz
08.11.2004, 10:51
Gut finde ich Ihre Erkenntniss, dass häufig organisatorische Mängel vorliegen. Falsch sehe ich Ihre Forderung, dies mit mehr Personal zu kompensieren, dies manifestiert lediglich organisatorische Unfähigkeiten.
Gut finde ich, dass Sie die Kommunikation als sehr wichtigen Punkt erkannt haben. Es arbeiten immer auch Menschen zusammen.

Grüße

WomBat
08.11.2004, 20:39
Falsch sehe ich Ihre Forderung, dies mit mehr Personal zu kompensieren, dies manifestiert lediglich organisatorische Unfähigkeiten.


Herr Notz,

Ich glaube da liegt ein Missverständnis vor.

Ihre Interpretation, dass ich "mehr Personal" aufgrund organisatorischer Unfähigkeiten forderte, stimmt nicht. Mir ist nicht bewußt, dass ich an irgendeiner Stelle "mehr Personal" gefordert haben soll. Falls ich mich unklar ausgedrückt habe, wäre es nett, wenn Sie mir sagen könnten an welcher Stelle meines Textes Sie das gelesen haben.


In freundlicher :) Erwartung Ihrer Antwort, WomBat

Klaus Notz
10.11.2004, 14:44
Einmischung / nicht wegen der Hauptfragestellung, sondern wegen diesem Detail:


"Mein Weg durchs Krankenhaus führte mich schon vor vielen Jahren zur Auffassung, dass es oft systemische Mängel sind, schlicht weg zu wenig Personal, fehlende klare Richtlinien, mangelhaftes Management usw. usw. Die altruistischen Mitarbeiter blenden dieses aus und bekämpfen sich gegenseitig."


Aus dieser Stelle entnehme ich Ihrem Beitrag den Wunsch nach mehr Personal.

Tobi Bo
11.11.2004, 14:50
Ob schnell gut ist, das muss kritisch hinterfragt werden. Berufserfahrung ist ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Weiterbildung.

beim anästhesie-assistenten werden ja meines wissens nur leute weitergebildetet, die schon soundsolange in der anästhesie arbeiten.

die erfahrung ist also vorhanden.

in der aktuellen fachweiterbildung lernen die leute ja auch 'nur' 3 Jahre Standardpflege, müssen dann 1 jahr (oder warens 6 Monate?) in dem Bereich arbeiten, um dann schon zur weiterbildung zugelassen zu werden.

und ob man in diesen 6 bzw. 12 monaten die notwendige erfahrung sammeln kann?

für den ota-bereich kann ich mir das noch vorstellen. 3 jahre pflege plus 2 jahre weiterbildung sind doch da wirklich etwas zuviel des guten.

viele grüße,

tobi

Klaus Notz
11.11.2004, 14:56
Beim Anästhesitechnischen Assistenten handelt es sich um eine dreijährige Grundausbildung. Die Auszubildenden kommen von der Schule direkt in die Ausbildung und sind nach drei Jahren und erfolgreich abgelegter Prüfung für die Arbeit in der Anäshtesie qualifiziert - so jedenfalls stellen es sich die ersten Schulbetreiber vor.

Bei der Weiterbildung ist es in der Tat so, dass nach der Pflegeausbildung und Praxiszeit eine weitere zweijährige Qualifizierung folgt.

WomBat
11.11.2004, 20:19
Gut finde ich, dass meine sog. "Forderung" nun den Status eines "Wunsches" errreicht hat.

Ich kann daraus nicht entnehmen, dass es ein Wunsch war, bin aber gerne bereit, selbst meine Wünsche mitzuteilen. So eine Chance bekommt man selten.

Zum Thema "mehr Personal": ich vertrete die Meinung, das eine adäquate Anzahl von Personal vorgehalten werden muss. Leider wissen wir immer noch nicht so richtig, was "adäquat" ist.

In meinem ersten Beitrag in diesem Thread ging es hauptsächlich um Solidarität unter Pflegenden.

MFG, WomBat

Klaus Notz
12.11.2004, 16:10
Nun zu wie viel Personal kann ich Ihnen ein Studienergebnis aus der USA zitieren. Ist vielleicht eine kleine Hilfe.

Zahl der Pflegekräfte verglichen mit der Sterblichkeitsrate(Krankenhäuser=168; Patienten=232,3K; Nurses=10,2K)

Pro 100 chirurgische Patienten, die innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff sterben,
↓ Pflegekräfte = ↑ Sterblichkeit.
Die Gegenüberstellung Patient/Nurse belegt:
4:1 = 100 Todesfälle
5:1 = 107 Todesfälle
6:1 = 114 Todesfälle
7:1 = 123 Todesfälle
8:1 = 131 Todesfälle

University of Pennsylvania Report (2002) “Hospital staffing and patient mortality, nurse ‘burnout’ and job dissatisfaction”.

WomBat
12.11.2004, 20:38
...von Linda Aiken, inzwischen meine Lieblingsfrau in Bezug auf Stellenplan, Beweisführung (Forschung) PRO Pflege (wieder im Sinne von möglichst hoher pflegerischer Qualität für den Patienten), z.T. auch im Bereich Leistungserfassung.

Meine Hoffnungen gehen in diese Richtung. Nicht zu vergessen, es wird uns wenig nutzen nur mit diesen Zahlen zu operieren. Wir brauchen nicht nur eigene Zahlen, sondern auch die entsprechend Kompetenz incl. Verantwortungsüberhnahme für unser Tun. Pflegeforschung kann uns helfen, aber auch tägliche gute Dokumentation durch alle Praktiker (sonst haben wir keine Daten zum interpretieren). So nahe hängt das alles zusammen. Zusammen können wir es meistern, wenn wir nur wollen.

Es gbit ein wunderbares Buch "Nurse" mit dem Untertitel:
"Doctors Don't Keep You Alive. I do". Von Peggy Anderson.
Eine wahre Geschichte von 1978 (!). (Berkley Books, New York)

Aus einer Geschichte wird Pflegeforschung. Nurse Anderson wußte es schon, nur Sie hatte damals keine Beweise. Bravo

Transfers und Parallelen zur heutigen Zeit und Situation der I + A Pflege überlasse ich dem Forum. Sowie die weitere Diskussion um ATAs. (Könne wir auf die Unterstützung der OP Pflege setzen? - obwohl wir da eher passiv waren?)

MFG, WomBat

zwai
24.08.2005, 17:13
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat eine Gemeinsame Erklärung zur Schaffung einer bundeseinheitlichen, staatlichen Ausbildungsregelung für Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten (OTA) verabschiedet. Die mit maßgeblichen Partnern im Gesundheitswesen unterzeichnete Erklärung sieht vor, den OTA-Beruf durch ein Bundesgesetz als nichtärztlichen Heilberuf zu klassifizieren. Ferner soll die Finanzierung der OTA-Ausbildung gesetzlich geregelt und deren Anerkennung auf europäischer Ebene sichergestellt werden. >>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/Weiterbildung/Journal/DKG_empfiehlt_bundeseinheitliche_Regelung_zur_OTA-Ausbildung/)

DGF-online
24.08.2005, 17:14
Die Partner dieser Erklärung handeln in Verantwortung für die Sicherung einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung in den Krankenhäusern der Bundesrepublik Deutschland.

Das gemeinsame Ziel einer hochwertigen und differenzierten Krankenhausversorgung erfordert vor allem auch adäquat qualifiziertes, nichtärztliches Fachpersonal im Operationsdienst der Krankenhäuser.

Die Nachfrage nach Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten auf dem Arbeitsmarkt ist seit geraumer Zeit deutlich angestiegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen übersteigt das Ausbildungsplatzangebot deutlich. Die Absolventen finden problemlos bundesweit einen adäquaten Arbeitsplatz.

Operationstechnische Assistentinnen/Assistenten sind heute aus den Krankenhäusern nicht mehr wegzudenken.

In der Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin/ zum Operationstechnischen Assistenten sehen die Partner dieser Erklärung ein probates Instrument, um den hoch spezialisierten Leistungsprozessen insbesondere im klinischen OP-Bereich effizient und mit höchstem Qualitätsstandard Rechnung tragen zu können.

>>> zur Erklärung >>> (http://www.zwai.net/pflege/Weiterbildung/Journal/Gemeinsame_Erklaerung_fuer_die_Schaffung_einer_bun deseinheitlichen_Ausbildungsregelung_fuer_OTA/)