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Tempo
28.08.2004, 00:52
Moin Zusammen!
Wie läuft Mentorenarbeit für Fachweiterbildungsteilnehmer in anderen Krankenhäusern ab?

kraske
28.08.2004, 10:59
Moin Zusammen!
Wie läuft Mentorenarbeit für Fachweiterbildungsteilnehmer in anderen Krankenhäusern ab?

Deine Frage ist etwas einfach gestellt, was genau willst du denn wissen.
Sonst müsste ich einen roman antworten. :confused:

Tempo
29.08.2004, 08:31
Moin Kraske!
Gibt es Mentorentage an denen z.B. explizit auf Schwerpunktthemen eingegangen wird? Wie häufig finden Mentorentage im Monat statt? Wird der Fwbt an den Dienstplan des Mentors gekoppelt, so daß eine kontinuierliche Zusammenarbeit stattfindet? Welche Inhalte werden während des Einsatzes vermittelt? Wieviele Mentoren gibt es? Haben diese eine Mentorenausbildung absolviert?
Ich möchte mir einfach nur ein Bild davon machen, wie Mentorenarbeit in anderen Krankenhäusern abläuft!

kraske
30.08.2004, 07:25
hallo tempo,

ganz verstehe ich nicht die frage: gibt es mentorentage? was meinst du damit.
wir haben zur zeit in der abteilung 3 mentoren.
ja, diese haben eine mentorenausbildung gemacht nach den richtlinien der dkg. ausserdem haben sie weiter 80 stunden anschlussfortbildung noch in diesem jahr zu erbringen, sonst verlieren sie die anerkennung als mentor.
die fwb an den dienstplan gekoppelt??? nur in sofern das ein mentor einen kursteilnehmer über den einsatzzeitraum in unserer abteilung betreut.
unsere kursteilnehmer haben einen festen tag in der woche 8 stunden unterricht, über themen die fest in stundenplan vorgeschrieben sind.
die mentoren vermitteln die praktischen themen während der täglichen arbeitszeit, dies erfordert ein hohes maß an einsatz und disziplin. auch alle anderen kollegen/innen sind darin involviert "ihren" kollegen/innen (den mentoren) freiräume für die "qualitative gute ausbildung" zuschaffen. nur so ist das ganze für alle befriedigend und schafft eine basis auf der dies auch zu machen ist. die inhalte ergeben sich aus den vorgeschrieben themen der dkg und nach diesen werdeb alle themen abgehandelt.
frage zurück?
habt ihr eine fachausbildung am haus bzw. soll eine entstehen?
oder warum dieses interesse??
gruß kraske

Tempo
30.08.2004, 13:26
Moin Kraske!
Vielen Dank für die Antwort.
Ich bin selber schon einige Jahre Mentor und arbeite als solcher auf einer Interdisziplinären Intensivstation. Wir kooperieren mit 3 anderen Krankenhäusern in der Fachweiterbildung. In allen Krankenhäusern die ich kenne wird die Organisation der Mentorenarbeit anders gehändelt. Bei uns z.B. gibt es eben die sogenannten Mentorentage. Dabei wird vom FWBT ein Thema ausgewählt, eines welches gerade im Unterricht besprochen wurde / wird, oder eines wo der Schüler defizite aufarbeiten möchte. An diesen Mentorentagen laufen der Schüler und der Mentor im normalen Stationsdienst aussen vor, so das das Thema auch intensiv durchgegangen werden kann.
Wenn ein neuer FWBT auf die Station kommt, dann wird er die ersten 4-6 Wochen an die Dienste einer der Mentoren gekoppelt um eine strukturierte Einarbeitung und Anleitung zu gewährleisten. Das hat sich auch absolut bewährt. Diese Form der Einarbeitung ist längst nicht in allen Krankenhäusern selbstverständlich. Gerade kleinere Krankenhäuser haben oft große Probleme Fachweiterbildungsteilnehmer effektiv und strukturiert einzuarbeiten und anzuleiten, geschweige denn explizit auf bestimmte Schwerpunktthemen einzugehen!
Ich möchte in diesem Forum einfach nur wissen, wie Fachausbildung und Mentorenarbeit in anderen Krankenhäusern organisiert und durchgeführt wird!

kraske
31.08.2004, 10:07
Moin Kraske!
Vielen Dank für die Antwort.
Ich bin selber schon einige Jahre Mentor und arbeite als solcher auf einer Interdisziplinären Intensivstation. Wir kooperieren mit 3 anderen Krankenhäusern in der Fachweiterbildung. In allen Krankenhäusern die ich kenne wird die Organisation der Mentorenarbeit anders gehändelt. Bei uns z.B. gibt es eben die sogenannten Mentorentage. Dabei wird vom FWBT ein Thema ausgewählt, eines welches gerade im Unterricht besprochen wurde / wird, oder eines wo der Schüler defizite aufarbeiten möchte. An diesen Mentorentagen laufen der Schüler und der Mentor im normalen Stationsdienst aussen vor, so das das Thema auch intensiv durchgegangen werden kann.
Wenn ein neuer FWBT auf die Station kommt, dann wird er die ersten 4-6 Wochen an die Dienste einer der Mentoren gekoppelt um eine strukturierte Einarbeitung und Anleitung zu gewährleisten. Das hat sich auch absolut bewährt. Diese Form der Einarbeitung ist längst nicht in allen Krankenhäusern selbstverständlich. Gerade kleinere Krankenhäuser haben oft große Probleme Fachweiterbildungsteilnehmer effektiv und strukturiert einzuarbeiten und anzuleiten, geschweige denn explizit auf bestimmte Schwerpunktthemen einzugehen!
Ich möchte in diesem Forum einfach nur wissen, wie Fachausbildung und Mentorenarbeit in anderen Krankenhäusern organisiert und durchgeführt wird!


hallo tempo,
ich komme aus der anästhesie wie du sicher bereits weist. dort läuft das ganze etwas anders ab als auf z.b. unserer intensivstation. auch dort werden die kursteilnéhmer an bestimmten tagen zu einem bestimmten thema geschult. dies ist aber im op so nicht möglich, da dieses gebiet für die meisten teilnehmer komplettes neuland ist. aus diesem grund ist der mentor vom ersten bis zum letzten tag für seinen "schüler" und dessen ausbildung in dieser zeit verantwortlich. dies soll nicht heissen das er komplett unselbständig arbeitet während seiner einsatzzeit.
undefinedin unserer op-abteilung gibt es drei große bereiche und die werden in jeweils 6wochen rythmus durchlaufen, in dieser zeit hat der kursteilnehmer dann auch zeit bzw muss dann auch das erlernte selbständig anwenden und umsetzten. am ende des kompletten anästhesieeinsatz findet dann eine zwischenprüfung statt. diese setzt sich aus einem praktischen teil und einem mündlichen teil zusammen (die mündlichen fragen ca.10stück, erstellt der jeweilige mentor, der auch die prüfung begleitet) dies wird dann benotet und fliesst in die endnote mit ein.

PICCOlina
07.09.2004, 12:13
Hallo,
Hört sich alles prima an,bei uns katastrophal!
Auf meiner eigenen Station(Intensiv) haben wir auch einen Mentor,der sich um die Routanten kümmern sollte..... :o
Bei uns werden die Schüler immer noch als zusätzliche Arbeitskräfte missbraucht. :motz:
Aber in der hauseigenen Anästhesie habe ich es in meiner Schülerzeit durchweg positiv erlebt: Da durfte ich lernen,und nicht die "Drecksarbeit machen" Bravo

kraske
07.09.2004, 13:27
Hallo,
Hört sich alles prima an,bei uns katastrophal!
Auf meiner eigenen Station(Intensiv) haben wir auch einen Mentor,der sich um die Routanten kümmern sollte..... :o
Bei uns werden die Schüler immer noch als zusätzliche Arbeitskräfte missbraucht. :motz:
Aber in der hauseigenen Anästhesie habe ich es in meiner Schülerzeit durchweg positiv erlebt: Da durfte ich lernen,und nicht die "Drecksarbeit machen" Bravo

hallo picco,

was heisst missbraucht :mad: kursteilnehmer sind dazu da aktiv im stationsbetrieb mitzuarbeiten. ich denke keine klinik/abteilung kann sich leisten kursteilnehmer nur als "mitläufer" zubeschäftigen. zudem ist learning bei tuing, natürlich in begleitung des mentoren wichtig und macht auch dann das ganze attraktiv. ansonsten wird es ganz schnell langweilig und man verliert die aufmerksamkeit des lernenden.
aber vielleicht definierts du missbrauch noch mal genauer ;)

schönen arbeitstag noch

PICCOlina
07.09.2004, 19:46
Wir sind chronisch unterbesetzt, natürlich nicht lt.Stellenplan ;) . Wir haben 11 Betten und die "Innere" Notaufnahme mal so nebenbei (gestern waren es 18 Aufnahmen) Wir sind 4 Leute pro Schicht (nachts 3), davon ist einer für die Aufnahme zuständig. Bleiben noch 3 übrig. Einer davon ist der Schüler, da ist nix mit Anlernen. 11 Intensivpatienten (5-6 Beatmungen), das ist nicht wenig für drei! Zusätzlich "springen" die Schüler im Dienstplan hin und her, auch mal nur einen Nachtdienst (von Freitag auf Samstag vor dem freien Wochenende). Die "Alteingesessenen" meutern bei sowas laut genug, aber als Schüler backt man ja eher kleine Brötchen. Mir passt das überhaupt nicht, aber ich habe meine Familie zu versorgen, und unbefristete Verträge wachsen im Moment nicht gerade auf Bäumen. :mad:

Gruß PICCOlina

kraske
10.09.2004, 12:04
Wir sind chronisch unterbesetzt, natürlich nicht lt.Stellenplan ;) . Wir haben 11 Betten und die "Innere" Notaufnahme mal so nebenbei (gestern waren es 18 Aufnahmen) Wir sind 4 Leute pro Schicht (nachts 3), davon ist einer für die Aufnahme zuständig. Bleiben noch 3 übrig. Einer davon ist der Schüler, da ist nix mit Anlernen. 11 Intensivpatienten (5-6 Beatmungen), das ist nicht wenig für drei! Zusätzlich "springen" die Schüler im Dienstplan hin und her, auch mal nur einen Nachtdienst (von Freitag auf Samstag vor dem freien Wochenende). Die "Alteingesessenen" meutern bei sowas laut genug, aber als Schüler backt man ja eher kleine Brötchen. Mir passt das überhaupt nicht, aber ich habe meine Familie zu versorgen, und unbefristete Verträge wachsen im Moment nicht gerade auf Bäumen. :mad:

Gruß PICCOlina


hallo piccolina,

hört sich so an als wärst du der kursteilnehmer von dem du da schreibst?? :mad:
gruß kraske

PICCOlina
10.09.2004, 13:52
Weit gefehlt liebe Kraske, ich bin einer der "Alteingesessenen". Dienst in diesem Haus >10 Jahre. :) Trotzdem finde ich den Umgang mit den Schülern bei uns katastrophal, :mad: und ich reibe mich jeden Tag auf`s neue daran auf. Ich weiß nicht, wie Du das erlebst, aber in einem eher "familiären" Haus wie bei uns, sind die Strukturen schwer zu durchschauen und noch schwerer zu ändern. Aber ich gebe nicht auf... :cool: Möge die Macht mit mir sein ;)
Gruß PICCOlina

Tempo
25.11.2004, 10:43
Moin Zusammen!
Ich hatte dieses Thema zwar schon mal vorgebracht, aber ich kann einfach nicht genug davon kriegen!
Welche Freiräume werden für die Mentoren in anderen Krankenhäusern geschaffen, um Fachweiterbildungsteilnehmer adäquat anzuleiten und auszubilden? Bekommen Mentoren in anderen Häusern einen zusätzlichen finanziellen Obolus für ihre Tätigkeit? Wird Mentorenarbeit auf dem Dienstplan mit berücksichtigt ( z.B das man mit dem Fwbt eine komplette Schicht zusammenarbeitet, um darin bestimmte Themen durchzugehen und zu vertiefen)?

Derweissehai
25.11.2004, 22:16
Hallösche,
Leider ist es bei uns so gestrickt wie in vielen anderen Häusern ebenso, Mentorenarbeit läuft nebenher.Die Kursteilnehmer sind dazu angehalten in dem normalen Betrieb mitzuarbeiten, Raum für eine strukturierte Anleitung muss vom Mentor geschaffen werden.

Unser Mentor für FWB-Teilnehmer ist weder freigestellt noch bekommt er den zusätzlichen Aufwand, Mentorentreffen usw..., entlohnt.

Die damalige Stelle des Praxisanleiters, der freigestellt war und auf beiden ICU´s für die KuTei´s zuständig war, ist leider gestrichen worden.

In der Anästhesie läuft es ein wenig anders da ist eine Mentorin für die KuTei´s zuständig die zumindest in den ersten Wochen die Kollegen strukturiert anleiten kann. Dies funktioniert ber nur aufgrund der Kollegialität innerhalb dieses Teams.

Auf unserer Station gibt es 5 Mentoren für KPS, die eine 1 wöchige Schulung ,die Hausintern angeboten wurde , besucht haben. Was die KPS (´sche, sorry isch bin Hesse) betrifft funktioniert die Anleitung ganz gut, die 2 offiziell als Mentoren angemeldeten Kolleginnen strukturieren die Einarbeitung so das die Schüler gut angeleitet und eingearbeitet werden können.

Leider entsteht für mich immer noch der Eindruck das die Mentorenarbeit für KuTei´s etwas Stiefkindlich, von den oberen Etagen, behandelt wird.

Ciao Aaron

Markus
29.11.2004, 23:14
Hallo!

Ich finde es schon irgendwie bezeichnend, das die "Kursteilnehmer" in jedem Haus anders genannt werden. Bei uns spricht man von WBTlern, also Weiterbildungsteilnehmer, habe hier auch Kuteis und FWBler gelesen. Genauso scheint es sich mit der praktischen Ausbildung auf der Intensivstation bzw. in der Anästhesie zu verhalten.

Die praktische Ausbildung teilen sich bei uns die Weiterbildungsstätte und die Stationen. Das heißt, die WBTler werden von Praxisanleitern und Mentoren ausgebildet. Die Mentoren von der Station werden nicht freigestellt für ihre Arbeit. Auch nicht tageweise. Dafür wurden die Mentoren allerdings bis dieses Jahr eine Altersgruppe höher eingruppiert, nicht unbedingt viel, aber zumindest eine Anerkennung. Im Rahmen der knappen Finanzlage wurde diese freiwillige Leistung jetzt zurück genommen. Das motiviert nicht unbedingt.
I. d. R. werden die Mentoren vom Team unterstützt, weil von einem gut eingearbeiteten bzw. gut ausgebildeten Teilnehmer profitieren alle. Die Unterstützung schwankt natürlich von Station zu Station.

Die Einarbeitungszeit für Kursteilnehmer wird nach einer Checkliste ermittelt und liegt bei einer bis max. 4 Wochen.

Praktische Testate werden von der Schule abgenommen.

Grüße aus Köln

markus

Holger Beuse
30.11.2004, 02:20
Hallo Markus.
Wertes Forum.


Bei uns spricht man von WBTlern, [...]FWBler
Schon traurig, wie wenig ernst wir uns gegenseitig nehmen (siehe auch WomBats Beitrag "Meine Mädchen funktionieren" (http://forum.ml01.de/showthread.php?p=1499#post1499) ).

Die Silbe "ler" macht aus jeder ordentlichen Berufsbezeichnung einen üblen Diminuativ, sie verniedlicht oder setzt gar herab. Bastian Sick hat da mal was Interessantes bei Spiegel-Online zu geschrieben: "Von Protestlern, Widerständlern und Abweichlern" (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,269830,00.html).

HolBeu
zwailer

didi9
30.11.2004, 17:09
Hallo, habe mittlerweile eine Sammlung von 20 Bezeichnungen für praktische Anleiter: von Bezugsperson bis Pflegemeister. Trotzdem, die Hauptsache sie tun was. Aus vielen Kontakten weiss ich, dass die gezielte Anleitung im Anästhesiebereich fast immer besser läuft als auf Intensivstation. An machen Weiterbildungsstätten gibt es teilfreigestellte Mentoren, PA .... Analog dem KPG fordern manche Bundesländer einen Lehrgang über 200 Std. Wieviel Anleiter pro Teilnehmer scheint nirgends festgelegt zu sein - sowohl für "Ehrenamtliche" als auch "TeilzeitkämpferInnen". Eine Höhergruppierung ist theoretisch möglich, allerdings dann zum Prozentsatz der Freistellung, z.B. 0-50 %. Andere finanzielle Anerkennungen kenne ich nur von 2 Häusern, z.B. 2 steuerfreie Unterrichtsstunden/Monat/AnleiterIn.
In BaWü heissen die Teilnehmer nach dem Gesetz"Lehrgangsteilnehmende".

Tempo
01.12.2004, 10:12
Wird in anderen Bundesländern in den Krankenpflegeweiterbildungsgesetzen festgelegt, wieviel Anspruch auf praktische Anleitung ein Fwbt hat? Das wäre doch mal was, worauf sich Mentoren berufen können!

didi9
01.12.2004, 11:42
Meines Wissens gibt es keine Festlegung auf einen Anspruch. Habe zwar alle Gesetze/Verordungen in 2 Ordnern, kenne aber nicht alle Inhalte genau. Diesen "Stellenschlüssel" auf Umwegen hat die DKG (als Arbeitgeberverband) in allen Ordnungen/Musterordnungen vermieden.

WomBat
01.12.2004, 19:10
Sagt jemand zu den Teilnehmer/innen der Weiterbildung woanders auch "Schüler/in" oder passiert das nur im Outback?

WomBat, 2 mal Schüler/in gewesen


PS "Schlüssel'": Wer sitzt in der DKG? Sonst noch Fragen?

didi9
06.12.2004, 10:41
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) besteht aus 28 Verbänden, siehe auch www.dkgev.de
Für Arbeitsgruppen werden Spezialisten von ausserhalb aus den jeweiligen Bereichen ernannt.
Unter der Leitung eines DKG-Referenten werden Ergebnisse erarbeitet und vom DKG-Vorstand offiziell genehmigt und ggf. bekannt gegeben.

PICCOlina
06.12.2004, 20:52
Bei uns heißen die Schüler auch mal liebevoll :rolleyes: "Drecksroutanten" :rolleyes:
im Ruhrpott geht`s halt derber zu :cool:

Norbert Taminé
11.12.2004, 17:48
Hallo Zusammen,
Es ist ja recht interessant wie unterschiedlich die Betreuung der Weiterzubildenden in den verschiedenen Kliniken in Deutschland ist.
Ich kann nun mal aufzeigen wie es in unserer Klinik in der Schweiz gehandhabt wir.
Der Klinische Unterricht findet auf der Station statt. Der Weiterzubildenede hat eine Bezugsperson auf der Schicht auf der er arbeitet und muss sich mit dieser Bezugsperson absprechen bzw. muss die Bezugsperson ihn auf der Schicht unterstützen. Ein bis zwei Tage im Monat hat der Weiterzubildende einen ganzen Tag Klinischen Unterricht mit einem Kliniklehrer. An diesem Tag wird zu zweit ein Patient übernommen und dieser gepflegt. Nach Möglichkeit nimmt man einen Patient der dem Ausbildungsstand des Lernenden entspricht. Also nicht überfordet bzw. unterfordert. An diesem Tag schafft man sich auch Freiräume, so dass man ein bestimmtes Thema nähere kann vertiefen.
Ich finde wichtig, dass während eines klinischen Unterricht die Lehrperson keinen Patienten pflegt, sondern wirklich zusammen mit dem Lernenden einen Patienten übernimmt.

Grüsse aus der Schweiz

Norbert

WomBat
11.12.2004, 21:07
Guter Beitrag. Wie macht ihr das?

WomBat, möchte mehr wissen

Norbert Taminé
11.12.2004, 21:58
Hallo Womat,

Was möchtest Du den genau wissen?

Norbert

R.Fischer
12.12.2004, 09:13
Hallo Kollegen!
In unserer Anästhesieabteilung bin ich einigermaßen unzufrieden, was die Einarbeitung bzw. Anlernsituation für die FWB-Teilnehmer betrifft.
Wir haben 20 Stellen, davon 1 PA und 2 Mentoren.
Diese 3 Kollegen sind in keinster Weise freigestellt (von einem finanziellen Obolus ganz zu schweigen), die jeweils 2 FWB's sind als volle Stellen im Diestplan aufgeführt, d.h. in -den mittlerweile fast normalen- Zeiten personeller Engpässe muß ich sie eben in einen "leichten" Saal stecken, damit das Programm überhaupt durchlaufen kann.
Einer der Mentoren bin ich, mache aber neben meinem Saal her noch die Gesamtleitung der Anästhesie, so daß ich für Mentorenarbeiten so gut wie keine Zeit habe. Auch für Leitungsaufgaben gibt es bisher noch keine Freistellung.
Mentorentage gibt es bei uns 1 x pro Monat, dazu kommen vierteljährlich PA-Tage.
Da versuche ich dann die entsprechenden Kollegen auf jeden Fall hinzuschicken.
Aber Kopf hoch- aufgeben gibt's nicht, wir haben nun schon einige Male einen Saal wegen der schwierigen Besetzung bei entsprechend anspruchsvollen Sälen dichtgemacht und ich denke, mit der Zeit wird diese Politik Erfolg haben.
Man muß halt aufpassen, daß das Krankenhaus als Gesamtes nicht in Schwierigkeiten kommt, wie oben gesagt: "Unbefristete Verträge...".
Viele Grüße aus Schwaben-
Rainer.

WomBat
12.12.2004, 17:10
Hallo Norbert,

Ich interessiere mich dafür, wie das mit der Personalplanung geht - bei uns wird es an der Stelle meistens recht eng. Sozusagen stossen wie an institutionelle Grenzen.

WomBat, Hörner noch vorhanden - trotz Mauern

Norbert Taminé
12.12.2004, 17:49
Hallo WomBat,

Lernende betreuen auf der Schicht ganz normal einen Patienten (in Ausnahmen mal 2 Patienten, dann aber keine instabilen). Der Lernende erledigt seine Arbeit weitgehen selbst und muss aber Veränderungen mit seiner jeweiligen Bezugsperson absprechen. Die Bezugsperson muss dem Lernenden auch natürlich kontrollieren in seiner Arbeit und ihm Hilfestellung gebeten bzw. in manchen Dingen anleiten.
Der Klinische Unterricht ist extra und im Dienstplan fix geplant. An diesen Tagen übernimmt der Lernende einen Patienten mit dem Kliniklehrer. Der Lehrer zählt nicht als Pflegekraft auf der Schicht und übernimmt auch keinen Patienten. Der Aufbau des Tages ist unterschiedlich je nach dem Schwerpunkt wo man sich für den Tag gesetzt hat. Aber er beinhaltet sowohl praktische Anleitung am Bett, als auch theoretische Wissensvermittlung, Problemorientiertes Lernen etc.
Stellenplanmässig ist meine Stelle als Kliniklehrer im Stellenplan zu 50% enthalten. dies bedeutet diese 50% meines Pensums habe ich für die Betreuung der Lernenden inklusiv Bürotage zur Verfügung.
Ich hoffe dir ausreichend deine Frage beantwortet zu haben.
Gruss
Norbert

Tempo
13.12.2004, 10:43
Auf so einen ähnlichen Weg befinden wir uns in unserer Klinik, allerdings gibt es da immer wieder viele Haken und Ösen.