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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bauchlagerung versus 135°



prometheus
16.08.2004, 19:57
Kennt jemand irgendwelche Berichte/Literatur/Studien, in denen die Effektivität der "kompletten" Bauchlagerung mit der der 135° Lagerung d i r e k t verglichen wird ?
Ich selbst habe bisher immer sehr gute Erfahrungen mit der 135° Lagerung gemacht. Unser neuer Chef besteht nun aber immer darauf, das wir eine "komplette" Bauchlagerung durchführen, da er die 135°Lagerung für nicht so effektiv hält ... das wiederspricht eigentlich vollkommen meinen Erfahrungen und Kenntnissen darüber. Bin daher auf der Suche nach Argumentationshilfen ! Würde mich sehr über jede Hilfe freuen !!!

Tempo
17.08.2004, 10:50
Moin Prometheus!
Wir lagern auch nur in 135° und machen damit eigentlich ausschließlich gute Erfahrungen! Eine komplette Bauchlagerung soll vermieden werden, weil die Patienten dann mit höheren Beatmungsdrücken beatmet werden müssen. Abgesehen davon ist eine 135° Lagerung auch noch ein Kick physiologischer und im Notfall kann man auch schneller an den Patienten ran.
Eine Quelle habe ich leider nicht, aber ich meine das die Uni Heidelberg ( oder war es Münster?? ) mal die Effektivität verschiedener Lagerungsmöglichkeiten untersucht haben!

arnold kaltwasser
18.08.2004, 09:25
Hallo Leute,

in der neuen Intensiv- "Beilage" von der Zeitschrift Die Schwester/Der Pfleger ist ein Artikel u. a. von Rolf Dubb über genau dieses Thema.
with kindly regards arnold kaltwasser

prometheus
19.08.2004, 20:15
Danke ! Muß Dich allerdings korrigieren ... habe den von Dir genannten Artikel leider nicht in "die Schwester/der Pfleger", sondern (durch einen heißen Tip auf dem "pflegeboard"), in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "intensiv" (Thiemeverlag) finden können ! Titel : "Komplette und inkomplette Bauchlage beim akuten Lungenversagen. Pflegerische Aspekte beim Vergleich der Effekte auf pulmonalen Gasaustausch und Nebenwirkungsrate" (intensiv, Ausgabe 2/2004, S. 68-74)

Wirklich sehr interessant !!!

arnold kaltwasser
19.08.2004, 22:46
Muß Dich allerdings korrigieren ... ;)
Literatur´gibt es nicht nur bei Intensiv :)

Dubb et al. Inkomplette (135) versus komplette Bauchlagerung in PflegenIntensiv (Fachbeilage von Die Schwester/Der Pfleger) 3/04 Bibliomed

with kindly regards arnold

PS Rolf Dubb hält übrigens dieses Jahr auf den Reutlinger Fortbildungstagen 16. und 17. September ein Referat zu diesem Thema
:five:

prometheus
21.08.2004, 16:15
Hallo Arnold !

Kenne die Zeitschrift die Schwester/der Pfleger nicht so gut ... hatte eine Kollegin, die diese bezieht, nach dem Artikel gefragt ... in der aktuelllen Ausgabe ist da aber nichts zu finden ... ist diese "Intensivbeilage" soetwas wie ein Heft zum Heft ...oder ein gesondert gestalteter Artikel im Heft ?
Wäre schön, wenn Du mir da auf die Sprünge helfen könntest, damit ich besagten Artikel auch noch finden könnte !
Danke !

Hanno H. Endres
21.08.2004, 16:21
Hi prometheus!

Gemeint ist der Fachzeitschriftsversuch 'PflegenIntensiv' aus dem Hause Bibliomed - normalerweise zu finden unter www.bibliomed.de.

Normalerweise, weil die Seite beim Aufrufen derzeit nur folgendes von sich gibt:


Error Diagnostic Information
An error occurred while attempting to establish a connection to the service.

The most likely cause of this problem is that the service is not currently running. You can use the 'Services' Control Panel to verify that the service is running and to restart it if necessary.

Windows NT error number 2 occurred.

Schönen Gruß,

hhe

arnold kaltwasser
21.08.2004, 22:11
Gemeint ist der Fachzeitschriftsversuch 'PflegenIntensiv'

jeder fängt mal klein an :)

auch wenn ich als DGF Mitglied natürlich das Organ der DGF bevorzuge :D schadet ein wenig Konkurrenz bestimmt nicht.

cu in Reutlingen arnold

moosmuffel
04.09.2004, 01:56
Hallo Prometheus,

ich weiss deine Anfrage is schon länger her aber hab sie gerad erst gelesen.
Weiss auch nicht ob dir das weiter hilft aber Gattinoni ( Italien) hat vor einigen Monaten eine Studie veröffentlicht wonach die 180 Grad Bauchlage die Oxygenierung von Pat. mit akutem Lugenversagen im Vergleich zur Rückenlage zwar verbessert jedoch die Langzeitüberlebensrate nicht signifikant erhöht.
Eine bessere Oxygenierung d. Pat. mit 180 Grad vs. 135 Grad kann ich nur aus persönlicher Erfahrung berichten dies ist aber momentan nur subjektiv.
Auch ist meiner Meinung nach die Besserung abhängig von der Ursache Des Lungenversagens. Bei einem Lungenödem würde ich die Bauchlage zunächst vorziehen. Wogegen ich bei traumatischen Ursache eine rotierende kontinuierliche Lagerung wählen würde.
Mehr zu dieser Thematik lässt sich ( auch teilweise kontrovers diskutiert) bei verschiedenen Stichwörtern finden. z.B. Gattinoni Italien , Prof. Pape Hannover, Dr. Schreiter Leipzig, Stiletto Marburg, F. X. Keane u. den einschlägigen Firmen für Lagerung u. kinetische Lagerungstherapie.

m.f. G.

Tobi Bo
19.09.2004, 22:27
Muß Dich allerdings korrigieren ... ;)

PS Rolf Dubb hält übrigens dieses Jahr auf den Reutlinger Fortbildungstagen 16. und 17. September ein Referat zu diesem Thema
:five:

hallo arnold.

ich sehe gerade, dass du auch aus reutlingen kommst. warst du auch auf der fortbildung und kannst vielleicht was dazu schreiben, was herr dubb dazu erzählt hat?

danke,

to
tobi

r.dubb
21.09.2004, 20:04
hallo arnold.

ich sehe gerade, dass du auch aus reutlingen kommst. warst du auch auf der fortbildung und kannst vielleicht was dazu schreiben, was herr dubb dazu erzählt hat?

danke,

to
tobi
Hallo Tobi,

wenn Du Deine Frage konkret formulierst, dann kann ich Dir ggf. auch selbst antworten.

Gruss

Gruss

arnold kaltwasser
21.09.2004, 22:36
Hallo Tobi Bo,

die Abstrakts von Reutlingen werden bei DGF-online.de ins Internet gestellt. :cool:
Ansonsten den Inhalt vom Vortrag kann man jetzt schon bei PflegenIntensiv finden. s.o.;

with kindly regards arnold

Tobi Bo
27.09.2004, 19:30
wenn Du Deine Frage konkret formulierst, dann kann ich Dir ggf. auch selbst antworten.


Aber gerne doch: zu welchem Ergebnis bist du in deinem Vortrag gekommen?

;) ,

tobi

r.dubb
27.09.2004, 20:14
Aber gerne doch: zu welchem Ergebnis bist du in deinem Vortrag gekommen?

;) ,

tobi
Kurz zusammengefasst:

In dem, in Reutlingen gehaltenen Vortrag wurden die Ergebnisse der Multicenterstudie (Regensburg, Augsburg, Stuttgart) vorgestellt. Nachzulesen im Abstract der Reutlinger Fortbildungstage und in Kürze auch auf dgf-online.de oder


Rolf Dubb, Markus Hekler, Arnold Kaltwasser:
Bauchlagerung von Intensivpatienten - Gibt es neue Trends?
Intensiv 2004; 12; 4-8, Georg Thieme Stuttgart. New York, ISSN 0942-6035

K. Sabel, Th. Bein, A. Scherer, C. Papp-Jambor, R. Dubb, M. Hekler:
Komplette und inkomplette Bauchlage beim aktuen Lungenversagen. Pflegerische Aspekte beim Vergleich der Effekte auf pulmonalen Gasaustausch und Nebenwirkungsrate
Intensiv 2004; 12; 68-74, Georg Thieme Stuttgart. New York, ISSN 0942-603


R. Dubb, M. Hekler, Dr. Ch. Beyer, A. Kaltwasser, Prof. Dr. Th. Bein, K. Sabel
Inkomplette (135°) versus komplette (180°) Bauchlagerung

Vergleichende Studie an drei süddeutschen Kliniken.

PflegenIntensiv 3/04











Innerhalb von 6 Stunden nach Lagerungsbeginn zeigte sich sowohl bei der inkompletten als auch bei der kompletten Bauchlagerung eine signifikante Steigerung der arteriellen Oxygenierung.
Dieser Effekt war allerdings statistisch signifikant deutlich ausgeprägter während der „klassischen“ 180 Grad Bauchlagerung im Vergleich zur inkompletten Bauchlagerung.

Bezüglich der CO2 – Elimination wurden keine Unterschiede zwischen den Gruppen beobachtet.
Sowohl die komplette als auch die inkomplette führten zu keinerlei Beeinträchtigungen der Hämodynamik.
Die Analyse derjenigen Untergruppen von Patienten, welche an einem schwersten ARDS litten („Lung Injury Score“ > 2,5) zeigte, dass bei diesen Patienten die inkomplette Bauchlagerung eher ineffektiv war.
Bezüglich des Auftretens unerwünschter Nebenwirkungen (Ödeme, Druckulzera) fanden sich keine deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen.

Hanno H. Endres
27.09.2004, 20:26
Super, vielen Dank Rolf!

Besser als jedes Abstract!

Bravo ,

hhe

Tobi Bo
28.09.2004, 14:38
Kurz zusammengefasst:

danke für die Mühe! wie oben schon geschrieben wurde: besser gehts nicht!

werde mir alles mal in ruhe durchlesen.

kollegiale grüße,

tobi

Hanno H. Endres
17.02.2005, 13:06
In der aktuellen intensiv ist eine weitere Studie zu dem Thema erschienen:

Analyse der dorsoventralen Wechsellagerung in variabler Position (Near-Side-Prone-Position) im Vergleich mit anderen kinetischen Therapieformen bei chirurgischen Patienten aus pflegetherapeutischer Sicht
Eine prospektive Beobachtungsstudie


Diese inkomplette Bauchlagerungsform konnte sich nach einer Analyse von 39 mit diesem Verfahren behandelten Patienten durch überzeugende Praktikabilität, überdurchschnittlich gutes pulmonales Outcome bei verminderter Komplikationsinzidenz neben den anderen kinetischen Therapieformen etablieren. Die geringe Notwendigkeit von *Personal und Sachressourcen und der hohe therapeutische Nutzen - auch im Vergleich mit anderen Lagerungsformen - sowie die nahezu universelle Anwendbarkeit machen diese Bauchlagerungsform bei Patienten mit schweren *Lungenfunktionsstörungen zu einem Therapieverfahren der ersten Wahl.

-> http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/intensiv/doi/10.1055/s-2004-813630

schlusi
23.11.2006, 22:29
Bin seit einiger Zeit auf einer ITS beschäftigt.Bauchlagerung auf 135 oder 180 Grad was ist besser,war immer Thema.Was sagt Ihr dazu???:confused: Dazu nervt mich doch extrem das wir immer noch mit normalen Kopfkissen und harten Decken die Lagerung vornehmen:(
Gibt es bessere Lagerungskissen ( z.b. vielleicht mit kleinen Steroporkügelchen gefüllten
Kissen (ähnlich Stillkissen)???
Bin über jeder Idee dankbar....l.g. Schlusi
P.S. Unsere Pat. sehen nach spät. 8 Std. Bauchlagerung aus wie Kaulquappen...

fridolin
05.12.2006, 08:23
"...P.S. Unsere Pat. sehen nach spät. 8 Std. Bauchlagerung aus wie Kaulquappen..."
Liebe KollegInnen,
was auch immer bei Euch gedacht und gemacht wird, meine KollegInnen versuchen eben diesen Eindruck zumindest im Gesichtsbereicht durch Anlage einer breiten Binde um Augen-Nase-Mundpartie zu verhindern.
Das Aussehen der Patienten ähnelt den Vorstellungen über Kamikazeekämpfer mit verrutschter Stirnbinde...
Erfolg? Mäßig, um nicht zu sagen = NULL.
Viele liebe Grüße
der gar nicht gerne bauchlagernde
fridolin

P.S. Es gibt einen durchaus großen Anteil an Patienten, die während und nach der Bauchlage (180°) deutlich schlechtere Blutgaswerte haben, als in Seitenlage. Dieser eindruck ist subjektiv, wird aber von fast allen Stationsmitarbeitern geteilt.

Tempo
07.12.2006, 10:53
Moin Fridolin! Ausnahmsweise bin ich mal nicht ganz Deiner Meinung!
Bei Uns werden, wie bereits weiter oben erwähnt, viele 135° Lagerungen durchgeführt und der Erfolg ist durchweg ein positiver. Zu Beginn der Bauchlagerung wird die BGA oft erstmal schlechter, aber im weiteren Verlauf tritt eine deutliche Verbesserung der Lungenverhältnisse ein.

@Schlusi
Wir Lagern den Kopf mit Gelkissen. Diese haben wir in verschiedenen Formen vorhanden und damit lässt sich in der Regel jeder Kopf ganz passabel lagern.
Kamikaaze, oder Hisbollah - Kämpfer - Outfit gibt es nicht!:D :D

fridolin
07.12.2006, 14:35
Moin Fridolin! Ausnahmsweise bin ich mal nicht ganz Deiner Meinung!....
Hi, Tempo.
Ich glaube, ich habe mich nicht deutlich ausgedrückt.
Der Satz: "Erfolg? Mäßig, um nicht zu sagen = NULL." bezog sich die Methode "Binde um die Augen" und auf das Aussehen der Patienten, nicht auf den Erfolg bezüglich der Lunge...
Die Gelkissen sind auch mir bekannt, doch sind sie in der Anästhesie im Einsatz und wir dürfen "betteln", um einmal ein Gelkissen (m. E. die bessere Variante) einsetzen zu können.
Viele liebe nach nikoläusige Grüße
fridolin

Tempo
07.12.2006, 22:50
Hallo Fridolin!
Das beruhigt mich. Ich dachte schon, ich wäre nicht Deiner Meinung, denn meistens sind wir ganz stimmig!

ostfriesland
11.12.2006, 14:04
Hallo,
als Alternative zu Gelkissen kann man auch Cool-Packs benutzen, natürlich nicht eiskalt aus dem Kühlfach.
Gruß

Randbayer
11.12.2006, 17:57
Hi @ all!

Wir drehen unsere Patienten auch sehr häufig in 135° oder 180° - Lage. Je nach Lungenbild und Klinik ziemlich zügig. In diesem Sinne haben wir auch einige Lagerungshilfsmittel für den Kopf ausprobiert und auch vorrätig. Aber egal welches Lagerungshilfsmittel wir einsetzten, sei es ein Gelkissen, Handtücher, Lagerungsfelle oder ein Fritzchen (kleines Kopfkissen - nur für die, die diesen Ausdruck nicht kennen), sehen unsere Patienten im Gesicht immer wieder wie Kaulquappen aus. Das läßt sich nun mal nicht nach 6-10 Stunden gewähleisten, dass das Gesicht nicht vorher aussieht. Eine konsequente Oberkörperhochlagerung, sowie gerade gelagertem Kopf, für den besseren venösen Abfluß, nach der Lagerung und ein wenig kühlende Kompressen führen innnerhalb der folgenden zwei Stunden zu einer Normalisierung. Solange keine Druckschäden das Gesicht verunstalten, was absolut nicht sein muss, würde ich das Kaulquappengesicht einfach hinnehmen. Im Vordergrund der Lagerung steht immer noch die Lunge und deren Probleme.
Ist vielleicht mal ganz interessant zu erfahren, wie ihr nach der Lagerung verfahrt?

Gruß der Randbayer!

PS: ;) Manche Lagerung ist besser als Botox :schock: :D

Tempo
12.12.2006, 03:59
Ich finde Kaulquappen eigentlich ganz niedlich...!:D

fridolin
12.12.2006, 19:29
Liebe KollegInnen,
wie sieht es bei Euch mit der 30° - Oberkörper hoch Lagerung aus?
Und ich meine hier die "echten" 30° und nicht die "gefühlten" 30°, die real bei ca. max. 15° enden.
Wenn Patienten mit schwierigen Lungenverhältnissen auch in diese Lage gebracht werden, so ist meines Erachtens ein schnell messbarer Erfolg sicher.
Viele liebe Grüße
fridolin

morgenmuffel
12.12.2006, 22:02
Ja, die 30 Grad bringen schon was, vor allem bei den Kunden mit den dicken Bäuchen, noch besser wenn sie richtig sitzen, im Stuhl, am besten wenn sie stehen...
Scherz beiseite, klar West und die Umverteilung bringts immer, auch rechts links gelagert hilft, und wenn das Zwerchfell nicht auch noch gegen den Bauch mit seiner Fülle kämpfen muss sind wir noch weiter.
Gruß morgenmuffel

Tempo
15.12.2006, 11:50
30° Grad ist bei uns schon immer eine Vorgabe von Seiten der Anästhesie! Exakte 30° übrigens! Wie haben nämlich eine Gradeinstellung an unseren Betten!!;)

fridolin
15.12.2006, 12:10
Klasse Tempo.
Gradanzeiger wünsche ich mir für umsere Betten auch.
Vielleicht kommt zu uns auch irgentwann einmal der Weihnachtsmann....
(Den Weihnachtsmann vermisse ich übrigens als Smiley...)
Gruß
fridolin

Randbayer
15.12.2006, 16:04
Ihr glaubts nicht, aber ich hab vor 8 Jahren mal unter `nem Oberarzt "gedient", der hatte sich bei den Handwerkern ein ein Meter langes Brett mit `nem 30°-Winkel anfertigen lassen. Damit ist er bei Visite über Station gegangen und hat uns immer wieder gezeigt wieviel 30° sind. Ich mein ich hab`ne technische Grundausbildung und ich wurde immer wieder von meinen lieben Kollegen in die Schranken gewiesen wenn ich die Patienten "so hoch" gelagert habe.(Geht mir heute aber immer noch so.)
Ok, hier gehts um Bauchlage usw. aber die 30°-OK Lagerung ist bei den "zarten Rehlein" immer die erste Wahl der Verbesserung der Ventilation.

Gruß der Winkel-Randbayer

WomBat
01.02.2007, 21:43
"Einsatz der Lagerungstherapie auf deutschen Intensivstationen

Ergebnisse einer Umfrage"

T. Bein et al.

Der Anästhesist (2007)

WomBat, geht jetzt :schlafen: in 135 Grad

volkerallwicher
06.02.2007, 16:27
einfach mal den Intensivmediziner auf Station fragen... Daten dazu dürften jedem bekannt sein...
soweit ich weiss soll die 135°-Lagerung der Bauchlagerung tatsächlich unterlegen sein... nach Studienlage.
Quellen kenne ich leider nicht, aber ist ja schon was genannt worden.

ostfriesland
16.07.2007, 09:01
Moin,

Bein, Thomas; Kuhlen, Ralf; Quintel, Michael
Beatmung in Bauchlage beim akuten Lungenversagen
Zum Artikel im Ärzteblatt: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=56341
Gruß

arnold kaltwasser
16.07.2007, 09:57
"Das Drehen des gut vorbereiteten Patienten (Kreislaufstabilisierung, ausreichende Analgosedierung, Sicherung und/oder Verlängerung von Kathetern, Drainagen, Tubus) sollte mit mehreren Pflegekräften und einem Arzt erfolgen, der sich vor allem um die Sicherung des künstlichen Luftweges und der intravasalen Zugänge kümmert (23)."

Die kannten die zwei Leintuchmethode nicht?

http://forum.zwai.net/attachment.php?attachmentid=23&d=1096308658

so long arnold

Monty
16.07.2007, 10:43
Ich denke, jeder erfahrenen ITS-Pflegekraft ist klar, dass Pat. von einer kompletten (180°) Bauchlage mehr profitieren, als von der Inkompletten (135°). Dem gegenüber steht allerdings das höhere Risiko bzgl. Katheterdislokationen, Druckstellen und Tubuszugang. Der hohe personelle Bedarf, besonders bei Wirbelsäulenverletzungen oder SHT, ist auch nicht zu verachten.
Andererseits ist die inkomplette Bauchlage deutlich leichter durchzuführen, aus eigenen Erfahrung auch gut möglich mit einem erfahrenen Arzt und 1 (!) Pflegekraft, ohne großen zeitlichem Mehraufwand. Da bei uns die Indikation zur inkompletten Bauchlage sehr zügig gestellt wird, d.h. auch schnell mal prophylaktisch und wird durch sehr viel Erfahrung das auch schnell durchziehen, kommen wir seltener in die Not auf 180° wechseln zu müssen.
Lieber frühzeitig bei FiO2 > 0,5 mal schnell über nachts 2x gelagert, als mit 5 Mann komplett auf den Bauch wuchten! :mosh: Das führt allerdings schon mal dazu, dass die halbe Station nachts auf dem Bauch schläft, der Pflegeaufwand in der Summe aber auch nicht größer ist.


Gruß,
Monty

ostfriesland
16.07.2007, 12:59
Moin,
die zwei Leintuchmethode kennen auch viele meiner Kollegen/Innen nicht - man wird immer wieder schräg von der Seite angeschaut, wenn man den Vorschlag macht, mit einem zweiten Tuch zu drehen.
Gruß