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Vollständige Version anzeigen : Intensive Insulintherapie


Tobi Bo
27.07.2004, 19:33
Hallo liebe Kollegen.

Wir versuchen seit ca. einem Jahr die Vorgaben der Intensiven Insulin Therapie zu erfüllen (BZ 80 - 110 mg/dl), die von der Arbeitsgruppe Van den Berghe 2001 veröffentlich wurden. Dabei treten leider oft enorme Schwankungen bei den parenteral ernährten Patienten auf ( von 30 - 300 mg ), die wir mit der üblichen Insulinapplikation von 40 IE / 50ml Perfusor oft nicht vermeiden können. Wer hat diesbezüglich Erfahrungen gemacht und bessere Ergebnisse ?

Schwester S.
28.07.2004, 08:57
Wichtiges Thema, danke Tobi Bo. Wir dürfen z.b. das Insulin bzw. die Dosierung erst reduzieren, wenn der WErt 110 erricht ist; als nicht bei 115 von 2ml auf 1,5 reduzieren. Das hat dann aucch häufig Hypoglykämien zur Folge. Wie oft kontrolliert Ihr den BZ?????
SChwester S.

Tobi Bo
28.07.2004, 13:43
Hallo Schwester!

Regulär ist die BZ-Kontrolle unter intensiver insulintherapie alle 2 stunden vorgesehen. je nach wert bzw. bei starkem bz-abfall häufiger, bis zu halbstündlich.

(wenn nur die bz-geräte nicht immer verschwinden würden ...)

kollegiale grüße,

tobi

FireBIPAP
28.07.2004, 19:36
Hi!

Wir versuchen auch uns an diese Zielwerte zu richten.
Stimmt schon das es häufig zu schwankungen kommt.
Unsere Dosierung ist 50 oder 100 IE auf 50 Nacl 0,9% (je nach dem wie hoch der Perfusor läuft).
Konntrolle standart ca alle 2 Stunden, b.B öfter.
Um unerwünschte abweichungen zu reduzieren hilft es wenn bei Ende der SK oder der Glukoseinfusion entweder noch engmaschiger kontroliert wird oder der Perfusor blind reduziert wird. Ich stelle auch immer wieder fest das die Perfusor des öfteren entweder Patfern oder mit substanzen Zusammenl laufen die Inkompatiebel sind, das erschwert natürlich auch die Steuerung.
Eine Pauschale aussage ab 120 nicht zu reduzieren halte ich für diskusionswürdig, was wenn der gerade auf 10IE/h läuft....

Dieses verschwinden der BZ-Geräte ist aber das größte Problem;) , die verhalten sich wie Kugelschreiber.

Grüße Simon

PICCOlina
28.07.2004, 20:54
Hallo
Wir machen das schon seit ca. 2 Jahren und haben gute Erfahrungen gemacht. Am Anfang gab es starke Schwankungen, dann haben wir die Sondenkost gewechselt. (Nehmen jetzt Glucerna)
Der Perfusor enthält auch 50IE/50ml ,wir kontrollieren auch meist 2-stündlich,geben unsere Sondenkost auch nur über 12 h , danach enger kontrollieren. Als Faustregel könnte ich ableiten:Wenn der BZ unter 150 sinkt , den Perfusor um die Hälfte reduzieren. Klappt meist ganz gut. Der Rest ist , wie so oft "Gefühl"

PICCOlina

Christoph
02.08.2004, 17:42
Hallo
wir haben uns mit unseren StationsŠrzten auf das Ziel geeinigt den Blutzucker unter 150 zu halten. Das erreichen wir auch recht hŠufig, allerdings haben wir vor alllem mit jungen Diabetikern schlechte erfahrungen gemacht. Bei denen sind Schwankungen von 40 bis 300 leider keine Seltenheit. Kšnnte aber auch daran liegen, dass wir im Moment noch enteral als Bolus und gleichzeitig parenteral ernŠhren.

GrŸsse

Christoph

Pericardinchen
03.09.2005, 11:29
@Christoph:

wie oft kontrolliert ihr BZ`s?

@wir kontrollieren alle 2 h Stunden minimum! BZ`s schwanken bei uns auch, aber lang nicht so gravierend.
Es gibt auf Station keine BZ`s unter 70 mg/dl und wenn dann eher in die entgegengesetzte Richtung mit Werten so um 180 mg/dl im Schnitt (Maximum).
Natürlich gibt es auch Patienten mit Glucoseverwertungsstörungen/ Insulinresistenz /Diabetiker u.s.w. die mal engleisen - aber vorwiegend nach oben hin.

lg :)

Peter Nydahl
04.09.2005, 00:35
Hi Tobi und @ll

Wir haben vor kurzem bei uns ein Insulinschema eingeführt und damit gute Erfahrungen gemacht. Grundlage hierfür ist das im Netz gefundene Insulinschema aus Basel:
http://www.endo-diabasel.ch/PDF-Dateien/WB-2000-C3-Klinische-ErnhrungrevUKjan04inklI%20rev%20Held.pdf
Das Schema gibt Empfehlungen für eine Anfangsdosierung (nach BZ) und im Verlauf für eine Anpassungsrate eines Insulinperfusors ... und falls ein Abfall seit letzter Messung gewisse Grenzen überschreitet. Gutes Ding.
Als Ziel-BZ haben wir für kritisch Kranke 110, für Schlaganfallpatienten <150, für alle anderen (wir haben auf unserer Intensiv/StrokeUnit durchaus Aufstehpatienten) <200 ...
Nachtwachengrüße an alle
Peter

Superfantastisch
06.09.2005, 07:28
gute adresse, peter - danke!

in den studien usw. ist immer von mmol/l die rede. rechnet ihr auch damit?

in allen häusern, die ich so kenne, ist man noch bei mg/dl - weiß jemand, ob es dafür einen grund (vielleicht sogar einen guten :) ) gibt?

Peter Nydahl
06.09.2005, 12:57
Ja, Superfantastisch, ich weiß auch nicht, warum einige in mmol rechnen...
Unter folgender Adresse gibt es einen guten Umrechner und Tabelle:
http://www.diabetikerbund-hamburg.de/informationen/mgdlmmol.htm

Grüße
Peter

Elisabeth
06.09.2005, 16:51
Vor 25 (?) gabs den Versuch der Einführung von einheitl. international geltenden Meßeinheiten- zumindest bei uns im Osten. War schöber Streß damals, man mußte beide Werte kennen.

Einiges hat sich durchgesetzt, wie die mmol- Sache. Hat unsere Docs aus den Altbundesländern anfangs einige Mühe bereitet. *fg* Umgekehrt muss ich immer wieder rechnen bei euren Beiträgen.

Elisabeth

chris
08.09.2005, 03:40
Hallo an alle,
nochmal zu den BZ Schwankungen, seit wir die Sondenkost über 24 h kontinuierlich laufen lassen haben wir deutlich weniger BZ Abfälle.

Gruß, Chris

Datri
22.09.2005, 22:13
Hallo!

Wir handhaben die Bz Einstellung während der parenteralen Ernährung seit Jahren auch mit einem Perfusor. 40IE auf 50ml NaCl 0,9%, Perfusor wird nach BZ-Werten gesteuert, wir haben einen Richtwert von 80-110mg/dl. Messungen machen wir auch Standardmäßig 2-3Stdl, bei starken Schwankungen in kürzeren Abständen.
Neue Richtlinien besagen auch bei niedrigerem Bz Werten(siehe unser Richtwert) ist eine Sepsisgefahr niedriger, bei postoperativer Therapie. Deshalb jetzt bei uns strenge Bz Einstellung.

Gruß Melli

Otto
13.10.2005, 03:50
Noch kleine Anmerkungen zu BZ Schwankungen, Gründe können sein, bei gleichbleibender Nahrungszufuhr:


Physiol. Insuilinbedarfsschwankungen- Schwankungen, 2:00 Nachts ist der Insulinbedarf am niedrigsten
die Insulingegenspieler Adrenalin, Noradrenalin, Glucokortikoide
Stress
Fieber
Wird die Sondennahrung ausreichend verdaut/resorbiert ?
Insulin wird vom Material der Spritze bzw. der Perfusorleitungen resorbiert

Solche Dinge muß man im Hinterkopf haben und ein gewisses Händchen dafür entwickeln.

Wir kontrollieren in der Regel aller 6h und bei Problemen natürlich engmaschiger.

Viele Grüße
Otto

moosmuffel
31.10.2005, 20:42
Hallo zusammen,

wir arbeiten auch seit einiger Zeit nach diesen Vorgaben. Schwierigkeiten haben wir meistens bei der Einstellung d. BZ wenn die Pat. die eben von Otto genannten Probleme aufweisen.
Aber auch z.B. nach Umstellung d. Sondenkost oder bei Pilzinfektionen. Auch kommt es natürlich bei zusätzlichen Bolusgaben von Insulin und Glucose zu Schwankungen, oder bei Hochdosistherapie.
Insgesamt habe ich aber den Eindruck das die Pat. von diesem Schema profitieren.

Dosiermöglichkeit bei uns: 40 IE/40ml NaCl 0.9% = 1 IE/ml
oder
200IE/40mlNaCl 0,9% = 5 IE/ml

Gruß von hier

P.s: Gruß nach Leipzig

CoNa
12.02.2007, 20:44
Hallo, wir brauchen Eure Hilfe!
Wir arbeiten gerade an unserer Facharbeit im Rahmen unserer Weiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege und haben uns für das Thema intensive Insulintherapie und die dazugehörige Ernährungstherapie entschieden.
Uns interessiert die Umsetzung der kombinierten intensive Insulin- und Ernährungstherapie auf den verschiedenen Intensivstationen.
Wir haben im Anhang einen Fragebogen erstellt und würden uns sehr über zahlreiche Antworten freuen. Ihr könnt Euch auch direkt an uns wenden unter fawabi@gmx.net
Schon im Voraus vielen Dank für die Mithilfe!

JoergWichmann
16.02.2007, 15:54
Mit den schwankenden BZ-Werten kämpfen, glaube ich viele Pflegekräfte auf der ITS. Die einzige Maßnahme, die bei uns etwas gebracht hat, war die Insulingabe über ein eigenes Lumen. Dazu werden in den häufigsten Fällen mindestens ein
5-lumiger I-cath, evt. noch zusätzlich ein 3-lumiger, benötigt. Wenn irgendwie möglich, sollte jeder Perfusor über einen eigenen I-Cath- Schenkel laufen. Um Bolus-Gaben durch Kurzinfusionen zu vermeiden, braucht der Patient zusätzlich periphere Zugänge. Das ist alles ein großer und teurer Aufwand, aber es lohnt sich. Jedes Katecholamin, Pitressin, Simdax, Kalium, PLG, Lasix, Insulin, usw. alles braucht ein eigenes Lumen!

Hanno H. Endres
16.02.2007, 16:02
Wir haben im Anhang einen Fragebogen erstellt und würden uns sehr über zahlreiche Antworten freuen.

Irgendetwas ist da wohl mit dem Upload schiefgelaufen.

Über die Schaltfläche "Ändern" kannst Du Deinen Artikel editieren und den Fragebogen hochladen.

Wenn's Probleme gibt, einfach melden.

Schönes Wochenende,

hhe