Vollständige Version anzeigen : Mehr Arbeit - weniger Geld
hallo kollegen.
bei uns (öffentlicher träger) werden jetzt nach und nach die verträge umgestellt: 41 Wochenstunden für eine volle stelle.
dabei wird dann alle 6 wochen oder so einen tag mehr gearbeitet.
ich hab gehört, dass andere häuser die zeit nur einfach irgendwie umrechnen und weniger geld ausbezahlen bei gleicher arbeitszeit.
eine ziemliche sauerei, das ganze, aber da kann man wohl nix dran machen.
mich interessiert, ob und wie sowas bei euch gehandhabt wird.
kollegiale grüße,
tobi
Superfantastisch
02.10.2005, 01:49
ganz genau so :(
R.Fischer
02.10.2005, 08:22
Bisher Gottseidank nicht. :)
Gruß, Rainer.
Elisabeth
02.10.2005, 12:50
http://www.klinikum.uni-greifswald.de/allgemein/dokumente/zukunftssicherungsvertrag_teil1.pdf
Ist zwar keine Verschlechterung im finanziellen Bereich, Problem ist nur, dass die gleiche Arbeit jetzt in weniger Zeit geschafft werden muss. Also auch nicht der Weisheit letzter Schluß in der Reaktion auf die sinkenden Einnahmen der Krankenhäuser.
Wie soll dann darauf reagiert werden? Ich finde es wird Zeit, dass der Kunde Patient endlich mal verstehen lernt, dass es so ein tolles Gesundheitssystem nicht zum Nulltarif gibt. Für mich wäre der erste Schritt dem Patienten bei der Entlassung eine Rechnung mitzugeben um ihm deutlich zu machen: 10 € pro Tag sind ein Tropfen auf den heißen Stein.
Elisabeth
Die 38,5 Stundenwoche konnte bei uns gehalten werden, aber dafür ist es zu einer Absenkung des Monatsentgeldes um 1,2% und eine Reduzierung des 13.ten Entgeldes um 20% gekommen. Der Nachtdienstzuschlag wird nur noch ab 22.00 Uhr statt bisher 20.00 Uhr gezahlt. Auch nicht gerade hübsch...! :( :(
Obs-Pfleger
02.10.2005, 19:38
Hallo zusammen!
Bei uns sieht es folgendermaßen aus:
Alle Mitarbeiter die ab ca. Mitte April 2003 eine Verlängerung ihres Arbeitsvertrages bekammen oder solche die neu eingestellt wurden arbeiten 41 Stunden die Woche, bekommen kein Urlaubsgeld mehr und nur noch 60% Weihnachtsgeld bzw. 13. Monatsgehalt. :wut: :wut:
Ohne Worte!!! :confused:
Superfantastisch
02.10.2005, 21:21
Die 38,5 Stundenwoche konnte bei uns gehalten werden, aber dafür ist es zu einer Absenkung des Monatsentgeldes um 1,2%
da is mir unsere variante mit 2,5 h mehr pro woche immer noch lieber, als mit weniger geld dazustehen.
aber wem ist letztlich mit diesen maßnahmen geholfen? Dem arbeitsmarkt bringts genausoviel wie den bediensteten - nix.
:motz:
Hanno H. Endres
02.10.2005, 21:56
Viele Informationen zu dem Thema gibt's auf dem ver.di-Portal unter dem Stichwort 'Wem gehört die Zeit? (http://www.verdi.de/0x0ac80f2b_0x000aac1b)'.
Sehr lesenswert dabei ein Artikel von Jörg Wiedemuth mit der Überschrift: 'Das Wettrechnen der Milchmädchen (http://www.verdi.de/arbeitszeit/arbeitszeitpolitische_initiative/data/logbuch_joerg_wiedemuth.pdf)' (PDF)
...,
hhe
Elisabeth
02.10.2005, 22:32
da is mir unsere variante mit 2,5 h mehr pro woche immer noch lieber, als mit weniger geld dazustehen.
Kommt das nicht auf dasselbe heraus? Meine Arbeitszeit ist für den AG billiger geworden.
Elisabeth
Superfantastisch
03.10.2005, 02:32
Kommt das nicht auf dasselbe heraus? Meine Arbeitszeit ist für den AG billiger geworden.
klar, aber mir gehts ja erstmal um mich - und ich hab lieber das gleiche geld als weniger im porte...portai... in der geldbörse.
Skysurfer
03.10.2005, 05:00
Tja Kollegen/innen,
schein als müssten nochmehr Leute wie ich in die Schweiz oder ins sonstige Umland abhauen, bevor sich was tut. Hinnehmen muss man garnichts, man muss sich nur entscheiden. Es gibt genug Alternativen und Möglichkeiten
1. Politisch, weiss nicht was unsere Bundeswehr wirklich in Afghanistan zu suchen hat, lieber die Jungs heimschicken und Geld ins Gesundheitswesen investieren.
2. Krankenkassen könnten Ihren Milliardenüberschuss seid der sog. Gesundheitsreform sinnvoll einsetzen anstatt sich Paläste zu bauen.....usw
als letzte Alternative käme noch ein Streik in Frage, klingt ziemlich revolutionär gell? ist doch aber nur normal oder? warum sollten wir nicht streiken dürfen, wenn wir nichtmehr zufrieden sind mit den Bedingungen brauchen wir auch nichtmehr schaffen zu gehen oder?
Ich denke wir als Pflegegemeinschaft wissen garnicht wieviel Macht wir hätten, würden wir es nur mal schaffen uns ordentlich zu organisieren und zusammen zu stehen.
Meckern gilt deshalb nicht und bringt auch nichts. Handelt!
Sky
Elisabeth
03.10.2005, 09:57
Verdi
An Unikliniken kann gestreikt werden
Stuttgart - Die Verdi-Mitglieder im Südwesten haben am Freitag grünes Licht für den deutschlandweit ersten zeitlich unbegrenzten Streik an Universitätskliniken gegeben. An den Wahlurnen votierten 92,5 Prozent für einen Ausstand, um im Tarifkonflikt mit der Verhandlungsgemeinschaft der Krankenhäuser ein besseres Angebot zu erreichen. 75 Prozent Zustimmung wären notwendig gewesen. An den Universitätskliniken in Freiburg, Ulm, Tübingen und Heidelberg sind 25.000 Schwestern, Techniker, medizinisch-technische Assistenten, Verwaltungs-, Reinigungs- und Küchenkräfte beschäftigt. Die Ärzte sind Angestellte des Landes und nehmen nicht an dem Streik teil.
"Verhandlungen konnten das Lager der Arbeitgeber nicht bewegen - folglich kommt es zur Bewegung in und vor den Häusern", sagte Ingo Busch, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission, am Freitag in Stuttgart. Die Gewerkschaft habe sich auf mehrere Wochen Streik eingestellt. Während des Ausstandes wird lediglich eine Notversorgung eingerichtet. Behandlungen, "bei denen es nicht um Leib und Leben" geht, werden verschoben. Nach Angaben von ver.di beläuft sich der Anteil der unbedingt notwendigen Operation auf zehn Prozent. Als aufschiebbare Operationen bezeichnet ver.di etwa Leisten- und Bandscheibenoperationen. In Tübingen werden während des Streiks drei Teams im Zentral-OP bereit stehen statt wie üblich 14 oder 15 Teams.
"Wir wollen die Arbeitgeber möglichst finanziell treffen", erläuterte der Tübinger Personalratsvorsitzende Johann Graf. Ein Verzicht auf aufschiebbare Operationen würde allein in Tübingen einen Einnahmeausfall in sechs- bis siebenstelliger Höhe pro Tag bedeuten. Aber auch die Bereiche Reinigung, Wäscheversorgung, Küche, Transportdienste und Labor werden von Arbeitsniederlegungen betroffen sein. "Jeden Tag wird in jeder Uniklinik irgendwo gestreikt", hieß es. Graf betonte aber: "Die Patienten sind nicht unsere Gegner."
Dagegen hält der Allgemeine Patientenverband die Verärgerung der Patienten für sehr wahrscheinlich. Grundsätzlich sei es richtig, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, doch der Ansatz der Gewerkschaft greife zu kurz; zugleich müsse auf Missstände im Gesundheitswesen wie Korruption, Verschwendung und Behandlungsfehler hingewiesen werden.
Da nur Ärzte für die Aufnahme und Abweisung der Patienten zuständig sind, sind die Streikenden auf deren Solidarität angewiesen. Die Ärztevereinigung Marburger Bund, die Mitte Oktober erstmals mit der Tarifgemeinschaft der Länder in Tarifverhandlungen eintritt, hat die 4000 Hochschulärzte im Land gebeten, den Kollegen "keine Steine in den Weg zu legen". Mit Blick auf seine eigenen Proteste in den vergangenen Monaten verzichtete der Ärzteverband im Südwesten zunächst auf einen Aufruf zu einem Solidaritätsstreik.
Die Gewerkschaft fordert den Erhalt der 38,5-Stunden-Woche und tabellenwirksam 50 Euro mehr im Monat für ein Jahr. Dies sei eine Erhöhung von im Schnitt zwei Prozent und entspreche lediglich einem Inflationsausgleich. Die Arbeitgeber wollen die 40-Stunden-Woche durchsetzen und bieten Einmalzahlungen von jeweils 300 Euro für die Jahre 2005, 2006 und 2007 an. Nach Berechnungen von Verdi bedeutet die Offerte der Arbeitgeber einen Einkommensverlust von sieben bis neun Prozent.
Die Arbeitgeber bestreiten dies. Verhandlungsführer Jobst-Hubertus Bauer betonte, er sei weiterhin verhandlungsbereit und verwies auf einen Gesprächstermin am 2. November. "Es ist bedauerlich, dass der Konflikt auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird", fügte er hinzu. Auch Befürchtungen von Verdi, dass mit einer Erhöhung der Arbeitszeit 1000 Stellen an den Kliniken verloren gingen, wies er zurück. Am 10. Oktober treffen sich die Klinikvorstände, um das weitere Vorgehen und ein neues Angebot zu beraten.
dpa/lsw
30.09.2005
Elisabeth
03.10.2005, 10:04
Gibt es hier Kollegen aus oben genannten Kliniken, die das bestätigen können? Wie läuft es konkret ab? Oder ist es eine Zeitungsente?
Elisabeth
PICCOlina
03.10.2005, 13:43
"Es ist bedauerlich, dass der Konflikt auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird", 30.09.2005
Wer sonst muss denn unter all den Reformen leiden?
Der gute Herr Bauer ist bestimmt "vollprivat" und bekommt "von Allem nur das Beste"
Wie war das mit dem Metaparadigma?... Pflege ist Dienen
Ich glaub mir wird schon wieder schlecht.
Gruß PICCOlina
Skysurfer
03.10.2005, 13:57
Wer sonst muss denn unter all den Reformen leiden?
Wie war das mit dem Metaparadigma?... Pflege ist Dienen
Ich glaub mir wird schon wieder schlecht.
Gruß PICCOlina
Applaus Applaus..... :bravo:
natürlich ist es so, dass der patient als erstes leidet, das ist mir aber wirklich nicht so richtig wichtig. Wenn Die Maler streiken leidet der Kunde auch....es beschwert sich nur keiner, oder es wird nicht so laut geheult.
In unseren Zeiten, wo wir alles als selbstverständlich annehmen und in denen das Gehirn und die Selbstverantwortung sowohl der Pflegenden als auch der Patienten an der Pforte abgegeben wird muss doch unsanft geweckt werden oder es ändert sich nie etwas.
Warum hat die Ärzteschaft nich so große Probleme mit "wehtuenden" Maßnahmen wie die Pflegenden? Die sind sich ziemlich sicher, was sie wollen und stehen auch relativ geschlossen für Ihre Ziele ein. Das macht sie zu einem starken Verhandlungsgegner...... :jubel: ich liebe dieses Banänsche...gg
sky
Elisabeth
03.10.2005, 14:23
Vorstellungen der Kunden von den finanziellen Möglichkeiten des Gesunheistwesens:
Flügelhemd... aber Schwester, warum bekomme ich kein Krankenhaushemd mehr. Mein Mann ist zuhause ganz alleine, da kann er dies nicht waschen.
Liegedauer...was Schwester meine Mutter soll zum Wochenende entlassen werden? Das geht leider nicht, wir haben da eine Familienfeier. Kann sie nicht noch bis Montag bleiben.
Kaffee... Schwester können sie mal einen Kaffee für meine Frau bringen. Was den gibts nur für Pat.? Sie sind aber sher unfreundlich.
Waschutensilien... ich soll für meinen Vater Pflegemittel mitbringen? Wieso, sie haben hier doch alles notwendige.
ambulante OP... Doktor ich kann da nicht schon um 7 Uhr im Krankenhaus sein, da fährt ja noch kein Bus. Kann ich nicht im Krankenhaus übernachten.
ambulante OP... Doktor nach der OP kann ich aber nicht nach Hause. Da ist ja niemand der sich um mich kümmert (außer der Ehefrau).
Nebenerkrankungen... wenn ich schon mal im Krankenhaus bin, dann könnte doch eigentlich gleich ... gemacht werden. Dafür müßte ich ja sonst ambulant kommen und da sehe ich gar keine Möglichkeiten.
....
Die Kosten des Gesundheitswesens werden auch durch die Vollkaskomentalität vieler Pat. gesteigert. Leider trifft die Reformen des Gesundheitswesens die falschen- die bescheidenen, chronisch kranken finanziell minder versorften Menschen.
Wie bekommt man realistische Vorstellungen zu Möglichkeiten des Gesundheitswesens unter die Leute? Vielleicht auch durch solche Streiks. Vielleicht sollte diese Zeit auch dazu genutzt werden, dem Kunden Pat. klar zu machen, dass die Genesung nur durch sein Zutun erfolgen kann und das der "Pflegesklave" bezahlt werden muss.
Elisabeth
hier ein paar arbeitgebervorschläge für mitarbeiter in kirche und diakonie:
arbeitszeit: 39 w-stunden, flexibel 38-42 durch dienstvereinbarungen
einkünfte: -5% gegenüber tarifvertrag öffentl. dienst
Einmalzahlung: keine
Sonderzuwendungen:urlaubs-u. weihnachtsgeld insgesamt 1x 60% einer monatsvergütung
kündigungsschutz:änderungen durch dienstvereinbarung möglich
alles nur vorschläge, noch ist nichts entschieden. :eek:
die unterschriftenliste, mit der die übernahme des tarifvertrages
(bzw. der vorschläge der arbeitgeber) des öffentl. diensts gefordert wird, fassen einige kollegInnen nur mit sehr spitzen fingern an. viele haben schlichtweg angst um ihren job, und das wissen unsere arbeitgeber auch sehr genau.
wenn man dann noch berücksichtigt, in welchem mass die arbeit 'verdichtet' wird, wie soll man dann in zukunft die kollegen zu wünschenswerten aktivitäten wie 'präoperative visite durch anästhesiepflege' motivieren?
kann mir das bitte jemand sagen???
solidarische grüsse,
madi
(die den gereckte-faust-smilie vermisst ;) )
@ Skysurfer
Der Vergleich hinkt aber ganz gewaltig. Der Maler wird weit weniger Ethische - und Moralische Bedenken haben, wenn er die Wände mal einen Tag nicht streicht und tapeziert! Wir haben uns nunmal für einen Beruf entschieden, in dem diese Dinge ( hoffentlich ) eine grosse Rolle spielen.
Die Arbeitsniederlegungen in den genannten Uni - Kliniken fand ich völlig in ordnung und vertretbar. Es hat ein grosses Echo gegeben und man darf gespannt sein, wie die Reaktionen ausfallen. Medienpräsenz ist wichtig. Das kriegen die Ärzte zugegebenermaßen besser hin. Aber ich glaube, daß auch wir Pflegekräfte auf einen guten Weg sind.
Skysurfer
06.10.2005, 11:20
Der Vergleich hinkt aber ganz gewaltig. Der Maler wird weit weniger Ethische - und Moralische Bedenken haben, wenn er die Wände mal einen Tag nicht streicht und tapeziert! Wir haben uns nunmal für einen Beruf entschieden, in dem diese Dinge ( hoffentlich ) eine grosse Rolle spielen.
@Tempo,
das ist Ansichtssache. Würde mir die Ethik egal sein, glaube ich nicht länger in diesem Beruf tätig sein zu können. Bin ja kein Sadist der sich am Leid Anderer zum Spaß aufgeilt. Die Kohle kann auch kein Argument sein, würde in einem anderen Job viel mehr verdienen mit demselben Aufwand! Man hat uns viel zu lange an unseren moralisch ethischen Grundsätzen kleingehalten und dies als Druck und Verhandlungsmittel eingesetzt. Das können wir uns nicht länger gefallen lassen, gerade wegen unserer Moral. Sonst kommt es soweit, daß wir Amerikanische Zustände kriegen. Das nenn ich Moral! LOL nur Leute mit Kohle behandeln. Ja, Super Moral..........Die Kohle is nun mal knapp und muss gerechter verteilt werden. Ausgebrannte Schwestern und Pfleger, die obendrein noch unterbezahlt sind, dies alles ist nicht länger akzeptabel! Fördert im übrigen nicht gerade die Moral und den Willen sich gut aus und vorallem weiterbilden zu lassen.
greetz, Sky
Hallo,
bei uns nennt sich das ganze "Notlagentarifvertrag" und ist von Verdi mit unserem Arbeitgeber ausgehandelt worden.
Konkret: Dieses und nächstes Jahr nur 50% des Weihnachtsgeldes!!
Dieses Jahr Keine Einmalzahlung von 100 Euro und nächstes Jahr
keine Einmalzahlungen der vorgesehenen 300 Euro (TvÖD)!
Dies alles um die drohende Insolvenz abzuwenden (in welche uns wahrscheinlich unsere Geschäftsführung geführt hätte).
So long...
Die Pflegenden der vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg sind zusammen mit den Angestellten aus der Verwaltung und den technischen Diensten in einen dreitätigen Erzwingungs-Streik getreten.
Ziel der Arbeitsniederlegung ist der Erhalt der 38,5-Stunden-Woche sowie der Erhalt von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Weiterhin wird eine monatliche Zahlung von 50.- Euro als Inflationsausgleich gefordert.
Der Streik, für den in der Urabstimmung 92,5 Prozent der Beschäftigten gestimmt haben, wird von der Gewerkschaft verd.di. organisiert. Die Arbeitskampfleitung betont, dass Notfälle selbstverständlich weiterhin behandelt werden. (hhe)
>>> zum Bericht bei suedkurier.de >>> (http://www.suedkurier.de/nachrichten/bawue/art1070,1735849.html)
Hanno H. Endres
07.10.2005, 19:23
Einen Bericht mit Video gibts vom ZDF:
-> http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,2381906,00.html
Hanno H. Endres
11.10.2005, 15:59
Sonderseite zum Streik der Beschäftigten in den Unikliniken in Baden-Württemberg bei sechserpakt.de:
-> http://www.sechserpakt.de/sonderseite-streik-an-den-uk-bw.php
Elisabeth
11.10.2005, 16:11
Also irgendwie erfahre ich über diesen Streik nur sehr wenig. Meiner subjektiven Wahrnehmung nach, interessierte der Streik der Ärzte mehr?
Elisabeth
Elisabeth,
geht mir ähnlich. (?)
Habe erfahren, das der Marburger B. 30% mehr fordert.
DRG heißt ein Kuchen für alle im Krankenhaus.
Jetzt will da einer zu seinem Stück noch ein Stück von 30%. Dazu.
WomBat, ähhhh, und dann?
Elisabeth
12.10.2005, 07:35
Dann geht Grundpflege den Bach runter und reduziert sich auf das optisch ansprechende vorbereiten des Patienten für die Visite.
Elisabeth
Zurücktreten bitte, Strangteilung!
Für die Aspekte der Grund- & Behandlungspflege bitte hier entlang zum neuen Thema 'Pflege' (http://forum.zwai.net/showthread.php?t=625), für die Diskussionen rund um Arbeitszeiten, Gehälter und Streiks geht's hier weiter.
Danke.
wollt nur mal anmerken, dass eine solche diskussion wie hier gar nicht selbstverständlich ist. in anderen foren wär so ein thread schon lange geschlossen
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=8105&
ich glaubs immer noch nicht:
Wir können hier jedes fachliche Thema diskutieren, aber die Tarifpolitik, Gewerkschaftskritik, Streikdiskussionen und alles aus diesem (sicher wichtigen) Umfeld gehört nicht hier hin.
Der Thread wird beendet; ich bin sicher, dass sie respektieren, das es für die Themenvielfalt bei AnInt.de Grenzen gibt.
Elisabeth
15.10.2005, 09:50
Hatte jemand etwas anderes erwartet von Medizinforum? Ich nicht. Man schaue sich nur die dortige Werbung an, dann geht einem schon ein Licht auf.
Deshalb vielleicht mal ein extra großes Dankeschön an Holger und Hanno für dieses Forum!!!
Elisabeth
Hanno H. Endres
15.10.2005, 11:22
*räusper*
Jedenfalls vielen Dank für die Blumen!
Schönes Wochenende,
hhe
Superfantastisch
16.10.2005, 14:05
Also irgendwie erfahre ich über diesen Streik nur sehr wenig. Meiner subjektiven Wahrnehmung nach, interessierte der Streik der Ärzte mehr?
vielleicht ein kleines bischen mehr, aber wie die beiträge hier zeigen, wird das thema ja schon von den medien aufgegriffen - und zwar von allen. ich hab gestern erst noch eine meldung dazu in den nachrichten im radio gehört, zum stand der verhandlungen.
In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Universitätskliniken in Baden-Württemberg konnte die Gewerkschaft Ver.di jetzt nach zweiwöchigem Streik ein Ergebnis durchsetzen:
Die Arbeitszeit von 38,5 Stunden bleibt dabei für die mindestes 40-jährigen Beschäftigten erhalten, in dem gestuften Modell gilt für jüngere Mitarbeiter eine Arbeitszeit von 39 Wochenstunden.
Weiterhin werden für den Zeitraum von Februar bis Dezember 2005 einmalig 390.- Euro ausgezahlt. In den kommenden zwei Jahren wird die Einmalzahlung 300.- Euro betragen. Anstelle eines gekürzten Urlaubs- und Weihnachtsgeldes werden die Beschäftigen zudem eine kombinierte Jahressonderleistung in Höhe von 88 Prozent eines Montasgehaltes erhalten.
"Wir haben trotz der schwierigen Situation ein sehr authentisches und eigenständiges Tarifergebnis für die Unikliniken erreicht", sagte Ver.di-Landeschefin Sybille Stamm der Stuttgarter Zeitung.
Dem Ergebnis muss nun die Tarifkommission zustimmen, bevor die Ver.di-Mitglieder in einer Urabstimmung ihr Urteil fällen. Die Ver.di rechnet dabei mit einer überdeutlichen Mehrheit.
Der Tarifvertrag tritt sofort in Kraft und läuft bis Dezember 2007. (hhe)
>>> zum Artikel der Stuttgarter Zeitung >>> (http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1012532?template=artikel_bildlinks_stz_druck&_suchtag=2005-10-17)
Ambu das Beuteltier
17.10.2005, 11:16
Immerhin!
Das wäre ja eine immerhin rechnerische Lohnerhöhung von 1,2% in diesem Jahr in BW!
Glückwunsch Kollegen.
Ach so: bitte rechnet davon doch noch die stufenweise Anhebung der Arbeitszeit, die faktische Streichung des Urlaubsgeldes und die noch auszuhandelnden neuen Entwicklungsstufen im Tarifwerk ab.
Aber diese Entwicklungen lassen sich wohl nicht mehr aufhalten...
Mich würde mal der Ablauf des Arbeitskampfes aus Sicht Beteiligter interessieren. Wieviel vom Klinikablauf wurde tatsächlich stillgelegt?
Wie war die Beteiligung Pflegender?
Gibt es im Forum dazu Wissende?
Gruß, T.
Skysurfer
17.10.2005, 11:40
Immerhin!
Das wäre ja eine immerhin rechnerische Lohnerhöhung von 1,2% in diesem Jahr in BW!
Glückwunsch Kollegen.
Gruß, T.
Tja mager zwar aber besser als nix. Weiter so. :mosh:
Mit dem von der Gewerkschaft ver.di organisierten Streik an den vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg sind erstmals Pflegende zusammen mit den Angestellten aus der Verwaltung und den technischen Diensten in einen Erzwingungs-Streik getreten und konnten damit ein Tarifergebnis erzielen.
zwai sprach mit dem Arbeitskampfleiter und Personalratsvorsitzendem am Universitätsklinikum Freiburg, Ingo Busch über Ergebnisse, Perspektiven und den Alltag im Streik.
>>> zum Interview >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Zusammen_wird_was_draus/)
Hanno H. Endres
16.11.2005, 10:17
Jetzt geht's los!
-> http://sechserpakt.de/
Aufruf zum Warnstreik an den Universitätskliniken in NRW
am Mittwoch, dem 16. November 2005
seit der Überführung der Universitätskliniken in NRW in Anstalten des öffentlichen Rechts (AöR) im Jahr 2001 gibt es für die Beschäftigten der Unikliniken keine unmittelbare Tarifbindung mehr. Eure Arbeitgeber, vertreten durch die Kaufmännischen Direktoren, haben bisher alle Aufforderungen angelehnt, Tarifverhandlungen zur Übernahme des neuen Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) aufzunehmen. Statt dessen
- wurde Euch allen in diesem Jahr die Einmalzahlung von 300 Euro verweigert,
- müssen die neuen Beschäftigten Arbeitsverträge mit einer verlängerten Arbeitszeit von 41 Wochenstunden, ohne U-laubsgeld und mit gekürztem Weihnachtsgeld unter-schreiben.
Auch für die wissenschaftlich Beschäftigten, die weiterhin noch direkt beim Land NRW angestellt sind, befinden sich in einer unhaltbaren Situation.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat die Arbeitszeitbestimmungen im Tarifgebiet West und die Tarifverträge zum Weihnachts- und Urlaubsgeld gekündigt. Neu eingestellte Ärztinnen und Ärzte haben längere Arbeitszeiten und Gehaltseinbußen. Das Land spart auf eure Kosten!
Wir rufen auf:
Beteiligt euch an den Warnstreiks und Solidaritätsaktionen zur Durchsetzung unserer Forderungen!
Wir fordern von den Universitätsklinika,
- dass das neue Tarifrecht des öffentlichen Dienstes auch mit den Universitätsklinken vereinbart wird,
- die Gleichbehandlung aller Beschäftigtengruppen an den Unikliniken mit den Kolleginnen und Kollegen der kommunalen Krankenhäuser in NRW,
Wir fordern vom Land Nordrhein-Westfalen und der TdL,
- die sofortige Wiederinkraftsetzung der Tarifverträge zum Weihnachts- und Urlaubsgeld und der durch die TdL gekündigten Arbeitszeitbestimmungen für die wissenschaftlichen Ange-stellten . - 38,5 in der Woche sind genug - für alle!
Billig ist krank - Tarifverträge statt Dumpinglöhne
Die Beteiligung an gewerkschaftlichen Streiks - dazu zählen auch Warnstreiks - ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung zulässig und darf nicht zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen!
:streiker: Bilder vom Warnstreik am Universitätsklinikum Münster sind nun in der Galerie zu finden:
-> http://zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=25
Hanno H. Endres
17.11.2005, 15:29
Am Klinikum Rostock wurde gestern ebenfalls gestreikt:
Warnstreik: Sorgen am Klinikum
NNN-Interview mit Detlev Follak, Verdi Rostock: neue Rechtsform, viele Fragen
Warnstreik am Klinikum der Universität Rostock. Verdi hatte gestern ab 7 Uhr zum zweistündigen Arbeitskampf aufgerufen.
Etwa 300 Beschäftigte beteiligten sich. NNN sprachen mit Detlev Follak, Fachbereichsleiter bei Verdi Rostock.
-> http://www.svz.de/nnn/newsnnn/NNNVermischtes/17.11.05/2683050/2683050.html
fredokus
17.11.2005, 18:29
MoinMoin
Also:
Unser Haus ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und eine Stiftungseinrichtung des Caritas. Heißt für uns gilt die AVR.
Wir haben in den letzten Jahren reingehauen, was das Zeug hält und sind dafür mit einer Budgetsteigerung jawoll: Steigerung belohnt worden.Reicht aber nicht, da die Kassen unsere Leistung trotzdem nicht abdecken.Die AVR ist im Moment noch eingefroren und es zeichnet sich kein Angleich an den TVöD ab.
Nun steht die Frage nach einer innerhäuslichen linearen Lohnsenkung von 3 bis 5 Prozent des Bruttogehaltes an.
Wir müssen noch die sog. Konvergenzphase abwarten (z.Zt. bis 2009) und dann wird alles gut (wers glaubt).
Ich bin doch schon sehr verwirrt. Wir bringen mehr Leistung (und wir sind bestimmt nicht die einzigen) und dürfen zum Dank auf Gehalt verzichten.
Vielleicht gehen gerade die falschen Menschen auf die Strasse.
Könnten wir doch mal die Kunden bewegen sich zu rühren.
Aber mit dem Bewußtsein, dass das niemals passieren wird, kann man durchaus noch ein paar Taler sparen.
Gerade not amused:
Der Fred
Superfantastisch
17.11.2005, 20:05
-> http://www.svz.de/nnn/newsnnn/NNNVermischtes/17.11.05/2683050/2683050.html
Da war der interviewer aber superfantastisch vorbereitet :wut: :
Sind 30 Prozent mehr Gehalt in dieser Zeit nicht doch maßlos?
Diese Forderung stammt nicht von Verdi, sie kommt vom Marburger Bund, der eine Politik ähnlich wie die Pilotenvereinigung Cockpit fährt. Da sagt man: Wir wollen nur eines, 30 Prozent mehr Geld für unsere Ärzte. Da die Krankenhaus-Budgets aber gedeckelt sind, könnte nur umverteilt werden. Das, was die Ärzte dann mehr bekommen, würde bei den anderen weggenommen. Wir wollen einen vernünftigen Tarifvertrag nicht nur für bestimmte Gruppen, sondern für alle Krankenhaus-Beschäftigten.
Superfantastisch
17.11.2005, 20:07
hallo fredokus.
Vielleicht gehen gerade die falschen Menschen auf die Strasse.
Wen meinste denn damit? Die Pflegenden an den Uni-Kliniken? :confused:
fredokus
17.11.2005, 21:47
Ne!
Ich meine die Menschen, die denn mal potentiell Patienten werden>>>>>>
Also Alle.
Nich` dass ich falsch verstanden werde:
:streik: :streiker:
Fred
Superfantastisch
18.11.2005, 12:02
Achso, alles klar! :peace:
Hanno H. Endres
21.11.2005, 17:25
Bericht zu den Warnstreiks in der taz:
Leere OPs, pfeifende Ärzte
Warnstreiks an Unikliniken in NRW: Die Beschäftigten wollen mit ihren kommunalen Kollegen gleichgestellt werden. Doch Klinikleiter wie Regierung fühlen sich für Tarifgespräche nicht zuständig
-> taz NRW Nr. 7822 vom 17.11.2005, Seite 1, 108 Zeilen (TAZ-Bericht), von MIRIAM BUNJES (http://www.taz.de/pt/2005/11/17/a0004.nf/text)
... und (m)ein Leserbrief dazu:
"Streik in der Pflege"
betr.: "Leere OPs, pfeifende Ärzte", taz nrw vom 17. 11. 05
[...] Während der Warnstreiks haben kaum Ärztinnen und Ärzte, sondern vielmehr die Pflegenden und sonstigen nicht-wissenschaftlichen Angestellten aus der Verwaltung, der Küche und den technischen Diensten protestiert.
Wie wenige Wochen zuvor in Baden-Württemberg, hat ver.di damit auch in NRW Neuland betreten: noch nie zuvor ist es hier zu einem Streik der Pflege gekommen - der größten Berufsgruppe im Krankenhaus.
Hanno H. Endres, Münster
-> taz NRW Nr. 7825 vom 21.11.2005, Seite 2, 10 Zeilen (LeserInnenbrief) (http://www.taz.de/pt/2005/11/21/a0016.nf/text)
Leider wurde der größte Teil gekürzt, in dem ich etwas dazu geschrieben habe, warum eher weniger Ärzte am 16.11. in NRW gepfiffen haben, aber immerhin.
Mehr oder weniger gebeutelt von den nun schon geraume Zeit andauernden Ärzteprotesten, fühlte sich das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jetzt genötigt, eine Presseerklärung dazu herauszugeben.
In einer Erklärung „Zahlen und Fakten zur Situation der Ärzteschaft“ gibt das Ministerium bekannt, dass es so schlecht gar nicht um diese Berufsgruppe bestellt sei, wie deren Vertreter momentan öffentlich behaupten. Die Kernaussagen der ärztlichen Protestler wurden hier einer angeblich eindeutigen Datenlage gegenübergestellt.
Ziel dieser Aussagenkonfrontation ist offensichtlich den Ärzten und ihrem Protest den Wind aus den Segeln zu nehmen: es werden z.B. Aussagen widerlegt, dass Ärzte gering verdienende Akademiker seinen, dass Ärzte regelmäßig überdurchschnittlich viel arbeiten müssten und auch dass der Medizinerberuf in Deutschland an Attraktivität verloren habe.
Beurteilend geschaut: die Pressemitteilung ist eine Spur zu durchsichtig und zu dick aufgetragen für ein Ministerium, das doch einen vernünftigen Dialog mit allen Berufsgruppen im Gesundheitswesen führen sollte.
Die Zukunftsgestaltung dessen erscheint ohnedies schon schwierig genug, also warum jetzt noch öffentlich denjenigen den Kampf ansagen, die berechtigterweise lautstark Veränderungen fordern und mitgestalten wollen.
Das kann nicht in unser aller Sinne sein - schlechte Performance der Pressestelle… (tmw)
>>> zur Pressemitteilung des BMG >>> (http://www.die-gesundheitsreform.de/presse/pressemitteilung/dokumente/2006_1/pm_2006-01-17-006.html)
Elisabeth
24.01.2006, 08:24
*grübel* Hat die Ärzteschaft nicht auch emotional argumentiert mit Einzelzahlen?
Wars gestern auf WDR? Dort wurde mir vorgestellt, dass wir eine Facharztschwemme haben. Laut Statistischen Bundesamt wurden die Ärzte 2004 tatsächlich mehr, während Pflegekräfteanzahl sank.*grübel* Warum braucht es beim Augenarzt, Gynäkologen, Kardiologen 8-12 Wochen bis zum Termin?
Ärzte machen zuviele sinnlose Untersuchungen. *grübel*Ich denke, hier bestimmt die Nachfrage das Angebot und nicht umgekehrt wie der Sender mir weiß machen will. Aber der Doc könnte dies lenken... mit einer besseren Aufklärung. Aufklärung- nicht selten ein Problem des Docs: dem Laien erklären worum es geht. da hat er nicht selten schon Probs mit dem Fachpersonal.
Die Wahrheit wird wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen.
Elisabeth
Ambu das Beuteltier
25.01.2006, 17:36
Also dann...
eine Plattform wird es geben zum Thema:
Im Nachtcafe des SWR, am 3.2.2006 um 22:00 Uhr!
Ein Marburger Assistentensprecher wird versuchen Tacheles zu kommunizieren!
Ambu ist gespannt....
:streik:
Sind wir schon so weit??? :wut:
MÜNCHEN: Die Staatsanwaltschaft untersucht eine verhinderte Lungentransplantation im Klinikum Großhadern. Eine schwerstkranke Patientin hatte dort die für sie vorgesehene Spenderlunge nicht erhalten. Als Grund gilt, dass die Ärzte und die für die Organisation von Organspenden zuständige Deutsche Stiftung Organtransplantation zu der Zeit um die Vergütung der Rufbereitschaft stritten.
Quelle:http://www.br-online.de/news/bayernkompakt/
Streik in gewisser Weise ist ja schön, aber sowas finde ich sehr schade und Verantwortungslos. Wenigstens lebt die Patientin noch. Und das auch noch aus dem eigenen Haus!
:streik:
Grüße Groha
Nach der Urabstimmung in der vergangenen Woche sind die nichtwissenschaftlichen Angestellten der Universitätskliniken in NRW heute in einen unbefristeten Streik getreten.
Zum Arbeitskampf für den Erhalt der 38,5-Stunden-Woche und der Übernahme des für kommunale Häuser bereits geltenden Tarifvertrags hat die Gewerkschaft über 30.000 Mitarbeiter aufgerufen.
In Münster teilte die Klinikleitung in einer Pressemitteilung mit, dass es zwar zu Einschränkungen im Bereich der Patientenversorgung kommen kann, Notfälle würden jedoch in vollem Umfang behandelt.
Ebenfalls laut Notdienstvereinbarung unbestreikt bleiben die Intensivstationen sowie die Kliniken, in denen Kinder und Schwangere behandelt werden. (hhe)
>>> zur Meldung bei westline.de >>> (http://westline.de/index_8827.php)
>>> medweb.uni-muenster.de: Streikfolgen so gering wie möglich halten >>> (http://medweb.uni-muenster.de/shownews.php?id=831)
>>> Gemeinsame Pressemitteilung der Universitätsklinika >>> (http://medweb.uni-muenster.de/shownews.php?id=830)
Elisabeth
13.02.2006, 13:49
Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust...
Als seit Jahren mit weniger Lohn zufrieden (zu sein habender) und im 40 Stunden Dienst tätiger MA des Gesundheitswesens in Neufünfland überlege ich um die Sinnhaftigkeit des Streikes um tgl. 18 min mehr Arbeitszeit.
Bei uns wurde die Arbeitszeit gekürzt unter Lohneinbussen- wie bereits geschrieben. Laut Papier arbeiten wir nur noch 38 Stunden. Laut Papier... die Tatsachen sehen ganz anders aus. Das hausgemachte Chaos verschlingt die gleiche Arbeitszeit wie vorher. Mehr MA können aus finanziellen Gründen nicht eingestellt werden.
Wer erklärt den vom Streik betroffenen Mitbürgern, dass ihr für uns entrichteter Obulus nicht ausreicht und er freundlicherweise mal darüber nachdenken sollte obs nicht ein bischen mehr sein kann.
Mir fehlt mal wieder die "globale" Sichtweise des Problems. Jeder, egal wo er arbeitet, sieht zuallererst sein Portomane. Und es werden seit Jahren nur die Löcher gestopft. Mir kommt das sehr bekannt vor. War vor über 15 Jahren in unserem Landstrich auch so üblich... bis der Staat nicht mehr liquid war. Dann gabs den Aufstand. In welches System wecheln wir dann???
18 min tgl mehr Arbeitszeit- nein. Aber nicht um mein Portomane zu füllen, sondern mit der Maßgabe endlich mal das Gesundheitswesen auf tragbare Füße zu stellen. Und da denke ich, kann man dem Mitbürger sehr wohl erklären, dass die fetten Jahre vorbei sind. Ob verdi da allerdings der richtige Partner ist, wage ich zu bezweifeln.
Elisabeth
Superfantastisch
13.02.2006, 21:35
überlege ich um die Sinnhaftigkeit des Streikes um tgl. 18 min mehr Arbeitszeit.
wenn es denn 18 minuten am tag wären. sind es aber nicht, weil die täglichen minuten solange gesammelt werden, bis ein ganzer arbeitstag dabei herumkommt. bei den meisten dienstplänen bedeutet das, einen tag im monat mehr und auch noch gratis arbeiten - vorzugsweise natürlich an wochenenden. dazu kommt ja auch noch das gestrichene bzw. reduzierte urlaubs- und weihnachtsgeld. da kommt eins zum anderen ...
Elisabeth
13.02.2006, 21:51
Wenn ich jetzt mal ganz kertzerisch denke: das Modell in Neufünfland hat sich bewährt und wird demzufolge auf ganz Deutschland übertragen. Man kann auch so angleichen. Obwohl wir wohl lieber gesehen hätten, es wäre andersrum gekommen. Nun fehlt nur noch die Gehaltsangleichung.
Das 18 min tgl. nicht tägl. 18 min länger arbeiten bedeuten muss, war klar. Das nennt man wohl neudeutsch Arbeitszeitmodell. Der AN kommt zu Spitzenarbeitszeiten in den Betrieb. "Spitzenarbeitszeiten" gibts nun mal naturgemäß am WE. *g*
Nochmal: Das bestehende System ist nicht mehr bezahlbar. Alle derzeitigen Maßnahmen zielen aber auf eine Festigung bestehender Strukturen hin. Das kann m.E. nur zum Zusammenbruch infolge Überlastung führen. Keine schönen Aussichten.
38,5 Stunden Woche und eine sinnvolle Reduzierung der anfallenden Arbeiten würden wahrscheinlich eher zum (nicht gewünschten ???) Erfolg führen... für alle Beteiligten.
Elisabeth
Superfantastisch
13.02.2006, 23:21
Jeder, egal wo er arbeitet, sieht zuallererst sein Portomane.
naja, ich traue mich kaum, es zu sagen, aber ....
:-o
... darum gehe ich auch hauptsächlich arbeiten!
kranken helfen ist zwar eine gute sache und arbeit kann idealerweise auch spaß machen, aber wenn die mir meine helferei nicht bezahlen würden, würde ich bestimmt nicht jeden tag ins krankenhaus latschen.
Elisabeth
14.02.2006, 08:25
Für sich selbst zu sorgen ist auch net verwerflich. *fg* Ich hab nur mein Problem mit NUR für sich selbst sorgen.
Ich akzeptiere das Bedürfnis der Gesellschaft ihre Ausgaben reduzieren zu müssen bei weniger Einnahmen. Mein Interesse ist, dass meine Freizeit nicht weiter beschnitten wird. Das Ziel was wir haben ist also eigentlich dasselbe: 38,5 Stunden zu behalten.
Um dieses Ziel zu erreichen, möchte ich aber nicht mehr Geld für mehr Arbeitskräfte sondern mehr Struktur und Organisation in das Gesundheitswesen. Denn das Chaos frißt die Zeit die jetzt angeblich mehr gebraucht wird. Und unnötige Mehrausgaben tun ihr übriges.
Elisabeth
Gut 2.600 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter der sechs Universitätskliniken in NRW haben gestern ihre Arbeit niedergelegt. Von dem unbefristeten Streik sind vor allem die Bereiche 'Anästhesie', 'Küche', 'Technik' und 'Hauswirtschaft'.
Laut Bericht des Spiegels können einige Patienten der Blockade allerdings auch positive Seiten abgewinnen. Mechthild Schulz, derzeit im Kölner Klinikum in Behandlung, meint: "Wenn hier wegen des Streiks das Essen ausfällt, dann ist das nun wirklich kein Verlust." (hhe)
>>> zum Bericht bei verdi.de >>> (http://gesundheit-soziales.nrw.verdi.de/uni-kliniken_im_streik)
>>> zum Streiktagebuch des Universitätsklinikums Essen >>> (http://essen.verdi.de/branchen_berufe/fb3_gesundheit_soziale_dienste_wohlfahrt_und_kirch en/streiktagebuch)
>>> zum Bericht bei Spiegel.de >>> (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,400665,00.html)
>>> zum Streik am Universitätsklinikum Münster bei muensterland.verdi.de >>> (http://muensterland.verdi.de/fachbereiche/fachbereich_3/uniklinik)
Elisabeth
14.02.2006, 13:43
Mechthild Schulz, derzeit im Kölner Klinikum in Behandlung, meint: "Wenn hier wegen des Streiks das Essen ausfällt, dann ist das nun wirklich kein Verlust." (hhe)
Das will ich ihr wohl glauben. Sie geht nach 7 Tagen nach Hause und gut is. Sie betrifft das Problem nur peripher... so glaubt sie. Spätestens bei der nächsten Erhöhung der Krankenkassengebühr wird sie Zeter und Mordio schreien. *g*
Elisabeth
Superfantastisch
14.02.2006, 16:07
Für sich selbst zu sorgen ist auch net verwerflich. *fg* Ich hab nur mein Problem mit NUR für sich selbst sorgen.
auch wenn ich deine argumentation nachvollziehen kann, sehe ich es trotzdem nicht ein, warum andere kollegen, die exakt die gleiche arbeit wie ich bei dem gleichen arbeitgeber ausüben dafür mehr geld bekommen als ich.
wenn ihr mit der regelung - weniger geld bei gleicher arbeitszeit - einvernehmlich einverstanden seid und du auf ein paar hundert euro verzichten kannst: gratulation! ich kann und will das nicht.
als krankenpfleger bin ich eh schon nicht überbezahlt.
morgenmuffel
14.02.2006, 17:02
Hallo zusammen,
ich komme aus dem schönen Lande Bayern. Bei uns geht's um 42 min tägliche Arbeit mehr für die mit Altvertrag. Denn Steuber der Räuber will ja auf 42 Stunden Wochenarbeitszeit erhöhen. Schon seit über einem Jahr werden alle neuen Kollegen bei uns mit 42 stunden und ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld und nur befristet eingestellt.
Klar Freizeit ist wichtig, Erholung, damit man die anstrengende Arbeit auch durchhält.
Wichtiger sind mir aber die Arbeitsplätze, die bei einer Erhöhung der Arbeitszeit (ca. 20 Tage im Jahr), und das ist, wenn man's durchrechnet grob jeder 12te, verlohren geht! Dann sind die mit Befristung nämlich die ersten die gehen müssen, werde, wie auch immer!
Gruß aus dem :streik:-enden Uniklinikum Erlangen
morgenmuffel
Fotos vom Streik am Universitätsklinikum Münster sind ab sofort in der zwai-Galerie (http://zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=28)zu finden.
fridolin
14.02.2006, 19:19
Hallo, @all,
auch ich bin ein Verfechter längerer Arbeitszeiten, aber nur mit 3-fachen Grundlohnausgleich!!
Ich arbeite gerne ohne Lohnausgleich - aber dann deutlich weniger!!
Bei allen anderen Arbeitsformen sage ich: :streik: !!
Durch die Währungsreform "Euro" haben die Arbeitnehmer deutlich weniger Geld in der Tasche - und nun sollen wir Arbeitnehmer auch noch die Verfehlungen der Politiker bezahlen?? :motz:
Weit ist es gekommen - vom Wirtschaftswunderland zum armen Arbeitslosenstaat - welch eine Reise!
Jeder von unseren Reiseleitern (Bundeskanzlern) sollte sich schämen für diese Politik, die doch wieder nur zu Lasten der gesellschaftlichen Randgruppen (und Pflege zähle ich dazu) geht...
Ich bitte alle KollegInnen, sich mit den Streikenden solidarisch zu erklären, denn es geht auch um uns alle...
Viele liebe Grüße
fridolin
Begleitet von Polizei, zahlreichen Trillerpfeifen und dem bekannten 'Münster-Meimel' hat die Gewerkschaft ver.di die Streikenden des Universitätsklinikums Münster heute zu einer Protestkundgebung am Prinzipalmarkt versammelt.
Vor dem symbolträchtigen Friedenssaal wiederholten die Verdianer lautstark ihre Forderungen an die Klinikleitung.
http://www.zwai.net/galerie/data/media/33/Streik_UKM_Kundgebung_1502006_032.jpg
Die Stimmungslage hat ANTENNE MÜNSTER eingefangen. (hhe)
>>> Download: Bericht von ANTENNE MÜNSTER >>> (http://zwai.de/inhalt/diverses/Radio_Antenne_Muenster_Streik_Uniklinik_Kundgebung -1502-1612h.mp3) (http://forum.zwai.net/images/attach/mp3.gif2 MB) - mit freundlicher Genehmigung von ANTENNE MÜNSTER (http://www.antennemuenster.de/muenster_frameset.htm)
>>> zur Foto-Galerie >>> (http://www.zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=33)
Ambu das Beuteltier
15.02.2006, 20:25
Glückwunsch nach Münster an alle Streikenden,
haltet durch !
Weiterhin viel gute Presse und auch ansonsten gute Kommunikation wünschen die Hessen (die derzeit nur ihnre Solidarität bekunden können).
Gruß, T.
Der Bericht von ANTENNE MÜNSTER kann nun in diesem Beitrag (http://forum.zwai.net/showpost.php?p=5626&postcount=61) als MP3 heruntergeladen werden.
Wir bedanken uns herzlich bei der Redaktion des Senders, die uns die Datei zur Verfügung gestellt hat!
Über den heute 4. Streiktag gibt es zwischenzeitlich ausführliche Berichte bei wdr.de (http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/arbeit_und_tarifwesen/oeffentl_dienst/060216.jhtml).
Am Ende der ersten Woche beschäftigen sich die Streikenden am Universitätsklinikum Münster u.a. mit ihrer ganz eigenen Monopoly - Version.
>>> zur Foto-Galerie >>> (http://www.zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=34)
http://www.zwai.net/galerie/data/media/34/Streik_UKM_16_1702006_002.jpg
Der Arbeitskampf wird in der kommenden Woche fortgesetzt. (hhe)
Während sich der Spiegel zum zeitgemäßen Streik-Marketing äußert (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,402086,00.html), wehen heute bereits am 8. Tag die ver.di-Fahnen über den Streik-Lokalen der nordrhein-westfälischen Universitätskliniken. Eine Einigung ist weiterhin nicht in Sicht.
Bereits am Montag hatten sich 4000 Streikende aus allen Kliniken zu einer gemeinsamen Kundgebung - ganz in Nähe der "Brücke der Solidarität" - in Duisburg versammelt.
Über die tagesaktuellen Ereignisse berichten die Streikzeitungen aus Münster (http://muensterland.verdi.de/fachbereiche/fachbereich_3/uniklinik), Düsseldorf (http://www.uni-duesseldorf.de/verdiUKD/Streikseiten/frame_Streikseite.htm), Essen (http://essen.verdi.de/branchen_berufe/fb3_gesundheit_soziale_dienste_wohlfahrt_und_kirch en/streiktagebuch) und Köln (http://gesundheit-soziales.nrw.verdi.de/uni-kliniken_im_streik).
Zwar wird in den kommenden Tagen wird der Streik an den rheinischen Universitätskliniken karnevalsbedingt ausgesetzt, doch spätestens am Aschermittwoch könnte es deutlich mehr Gedränge an den ver.di-Streiklokalen geben: der Marburger Bund hat die Ärzteschaft zum Warnstreik am 1. März aufgerufen (http://marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/presse/pressemitteilungen/pm2006/pm09_06.php). (hhe)
Elisabeth
23.02.2006, 09:23
Zwar wird in den kommenden Tagen wird der Streik an den rheinischen Universitätskliniken karnevalsbedingt ausgesetzt, doch spätestens am Aschermittwoch könnte es deutlich mehr Gedränge an den ver.di-Streiklokalen gebenWie ernst kann ein Streik gemeint sein, wenn er aus karnevalistischen Gründen unterbrochen wird?
Elisabeth
Hanno H. Endres
23.02.2006, 09:51
Weil an den Tagen in den Städten ohnehin nur eine Notbesetzung arbeitet.
Elisabeth
23.02.2006, 15:20
Ist das in NRW kein Arbeitstag? Ich hab mal im Kalender nachgeschaut- ein gesetzlicher Feiertag ist da nicht zu finden. Eigenartig, dass dann nur Notbesetzung läuft.
Wäre nicht gerade der Karneval geeignet um auf das Problem aufmerksam zu machen? *grübel* Oder hat Karneval andere Prämissen?
Elisabeth
morgenmuffel
23.02.2006, 15:43
Hallo
Ist das in NRW kein Arbeitstag? Ich hab mal im Kalender nachgeschaut- ein gesetzlicher Feiertag ist da nicht zu finden. Eigenartig, dass dann nur Notbesetzung läuft.
Wäre nicht gerade der Karneval geeignet um auf das Problem aufmerksam zu machen? *grübel* Oder hat Karneval andere Prämissen?
Elisabeth
Also in Düsseldorf stehts so in der Notdienstvereinbarung (http://www.uni-duesseldorf.de/verdiUKD/Streikinfos%20Duesseldorf/Notdienstvereinbarung.htm):
§ 2
[...]
Wochenenden und Feiertage sowie die Karnevalstage Altweiber (23.2.06), Rosenmontag (27.2.06) und Karnevalsdienstag (28.2.06) sind von den Arbeitskampfmaßnahmen ausgenommen.
Gruß aus dem durch-:streik:-enden Erlangen
morgenmuffel
Hallo liebe Jecke und Nichtjecke....
@Elisabeth: Karneval ist in NRW kein Feiertag(e), aber von heute bis Rosenmontag mindestens läuft in den meisten KH's der karnevalistischen Hochburgen der Betrieb auf Sparflamme. Z.B: ist hier und in Köln an den Unikliniken nur ein Eingang geöffnet, wenn man am Rosenmontag dorthin zur Arbeit fährt, kommt einem schonmal der Gedanke, ob vllt. Totensonntag ist???
Grüsse von der gleich die Karnevalsflucht antretenden
Madi:jubel:
PS: im radio läuft gerade der song: wer hat dir die rosen auf den hintern tätowiert??? also, nix wie weg.....:jubel: ;) :D
Am Ende der 2. Streikwoche halten sich die Verdianer im frostigen Münster passiv mit Heizstrahlern und aktiv am eigens angeschafften Kicker warm.
http://zwai.net/galerie/data/media/35/Streik_UKM_2402006_20.jpg
Nach Beendigung des Streiks soll das Tischfussballgerät der hiesigen Kinderklinik gespendet werden.
>>> zur Foto-Galerie >>> (http://zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=35)
Zwischenzeitlich erhitzt eine Mitteilung des Vorstandes (http://westline.de/nachrichten/archiv/index_mono.php?file_name=20060222230201_3204f08.ni t&jahrgang=2006&&start=0&order=relevanz&ort=%") zusätzlich die Gemüter:
Auf rosa-farbenem Papier hat die Klinikleitung den Streikenden vorgeworfen, die übrigen Mitarbeiter zur Teilnahme am Streik zu nötigen, der Gesundheit der Patienten und dem Ruf des Klinikums zu schaden sowie Einnahmeverluste in Höhe von täglich 200.000 Euro zu verursachen und damit Arbeitsplätze zu gefährden.
Die ver.di weist indes alle Vorwürfe energisch zurück (http://westline.de/nachrichten/archiv/index_mono.php?file_name=20060223231039_630_001_25 36480&jahrgang=2006&start=0&order=relevanz&ort=%): bereits seit zwei Jahren bemühe sich die Gewerkschaft vergeblich um die Aufnahme der Tarifverhandlungen und sah sich insofern gezwungen, als letztes Mittel zum Streik zu greifen. "Wenn Sie jetzt versuchen, ver.di für mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Streikmaßnahmen verantwortlich zu machen, stehen Sie nicht zu Ihrer eigenen Verantwortung.", so die örtliche Arbeitskampfleitung weiter. (hhe)
>>> zum offenen Brief der ver.di an den Vorstand des Universitätsklinikums Münster >>> (http://zwai.de/inhalt/diverses/verdi_offener_Brief_UKM_22022006.pdf) (PDF, 602 kb)
delphin025
02.03.2006, 04:52
Hi Leute!
Ich weis gar nicht was ihr wollt unser neuen Kollegen im Haus müßen 42 stunden arbeiten kriegen das Gehalte eine Mitarbeiters der bat w Gruppe Kr 4 und bekommen werden Urlaubs- noch Weihnachtsgeld. s gibt ein Punktebewertungschema und ein Krankheitstagenbewertung. Das Schlimmste es ist von der Verdi und vom Betriebsrat abgesegnet worden. und auch die Zulagen sind halbiert worden.
Beispiel.
ein alter Mitarbeiter der Bat W Kr 5a mit 28,8h/wo bekommt raus 1300,00 €
ein neuer Mitarbeiter auf 37,8 h/wo bekommt auch 1300,00€
d.h der neue Mitarbeiter muß pro Woche 9 h mehr arbeiten für das gleiche Geld und das alles unterem Segen der Verdi und unserm Betriebsrates
LG:wut
Elisabeth
02.03.2006, 09:43
Hast du etwa von verdi etwas anderes erwartet? Da bist du auf dem Holzweg. verdi muss derzeit aktiv werden um den Mitgliederschwund zu begrenzen. Da kommt der Streik ganz gut. Pech nur, wenn die Länder nicht so mitspielen und die Streikenden müde werden- siehe Abschluss in Hamburg. *grübel* Wollte verdi nicht in seinem aktuellen Tarifvertrag sich endlich von Familiengröße als Lohnrichtlinie verabschieden? Verdi hat, scheints, ein sehr bewegliches Segel auf ihren Pott.
Elisabeth
fridolin
02.03.2006, 20:37
Nun muß ich mich als "alter" ver.dianer auch einmal kurz zu Wort melden:
Seit dem Zusammenschluß zu der "Großgewerkschaft" ver.di ist nur noch eines wirklich groß: die Gebiete, die die Gewerkschaftssekretäre betreuen müssen.
Alles Andere geht leider den Berg hinab...
Ich bin seit fast 27 Jahren gewerkschaftlich organisiert - aus der Überzeugung heraus, das unsere Gesellschaft sowie die sozialen Errungenschaften nur mit Gewerkschaften machbar sind.
Leider stelle ich in lezter Zeit häufig fest, daß auch die Gewerkschaft sich von ihren Grundsätzen (z.B.: Basisdemokratie) sehr weit entfernt und außerdem den Arbeitnehmer mit seinen Intressen nicht mehr richtig vertritt. Vielmehr werden Parolen von Vorgestern (...alle Arbeitgeber sind prinzipiell den Arbeitnehmern nicht wohlgesonnen...) verbreitet und auch Entscheidungen gegen die Arbeitnehmer 8und Gewerkschaftsmitglieder) gefällt.
In diesem Kontext sehe ich auch den TVöD, der ein reiner Geldspartarifvertrag für die Arbeitgeber ist und die Arbeitnehmer "an der Front" verarsc.... (Beispiel: Zusatzurlaub für geleistete Nachtdienste, Beginn des Nachtdienst)
Auch die zu diesem Zeitpunkt (und nicht im Zusammenhang mit dem TVöD - Abschluss) gestartete Streikwelle halte ich für schlecht und Sand in die Augen der Arbeitnehemer streuen. Sie ist m. E. nur Werbe- und Druckmittel für die nun beginnenden Betriebsratswahlen.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Gewerkschaften sind ein unverzichtbares Instrument der Arbeitnehmer - und auch hohe Mitgliederzahlen sind wichtig.
Ich habe hier harte Kritik angebracht, jedoch ich stehe zur Gewerkschaft!
fridolin
P.S.: Nun ist meine Antwort doch übermäßig lang geworden.....
Superfantastisch
03.03.2006, 22:46
....
mensch, elisabeth *seufz*
ich weiß nicht genau, warum du immer wieder das mittel des streiks so schlecht redest.
wenn du doch mit der lösung bei euch (gleiche arbeitszeit bei weniger geld) zufrieden bist, ist das doch wunderbar. freue dich!
die kollegen, die streiken, sind mit ihrer situation jedoch nicht zufrieden und möchten genauso zufriedenstellende arbeitskonditionen - leider geht das dort leider nur über den streik. bitte glaube nicht, dass ein wochenlanger streik spaß macht und die kollegen einfach nur so die arbeit niederlegen, weil sie dadurch nicht arbeiten müssen. jeden tag im streik geht nicht nur an die nerven und die gesundheit, sondern auch an den geldbeutel - egal, ob verdi-Mitglied oder nicht.
ich zitiere mich mal selbst
auch wenn ich deine argumentation nachvollziehen kann, sehe ich es trotzdem nicht ein, warum andere kollegen, die exakt die gleiche arbeit wie ich bei dem gleichen arbeitgeber ausüben dafür mehr geld bekommen als ich.
wenn ihr mit der regelung - weniger geld bei gleicher arbeitszeit - einvernehmlich einverstanden seid und du auf ein paar hundert euro verzichten kannst: gratulation! ich kann und will das nicht.
wie würdest du das finden, wenn deine direkten kollegen fürs gleiche geld weniger arbeiten müssten?
Elisabeth
04.03.2006, 08:51
wie würdest du das finden, wenn deine direkten kollegen fürs gleiche geld weniger arbeiten müssten?
Ich arbeite seit 16 Jahren für weniger Geld... und muss noch danke sagen dafür, weils die Einheit so vorsieht. Der Vergleich hinkt also gewaltig. Ich bin nämlich dein direkter Kollege auch wenn ich hinter den innerdeutschen Grenze wohne.
Es gibt keine Gleichberechtigung- ob uns das nun passt oder nicht. Der Satz: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit triffts wahrscheinlich am ehesten.
Und ich möchte hier dann die nächste Frage an dich stellen:
Das Streikergebnis bedeutet mehr Lohn. Dieser Streik beschränkt sich derzeit auf den öffentlichen Dienst, sprich KKH die keinen Gewinn machen sollen/ dürfen. Hier ist also Einnahme in etwas gleich Ausgabe. Die Einnahmen sind begrenzt durch die DRGs.
Wie soll zukünftig mehr Lohn gezahlt werden bei sinkenden Einnahmen (Reduzierung der stationären Therapien)?
Nach der vorletzten erfolgreichen Lohnrunde von verdi gabs bei uns immer öfter zuweng Personal und man wurde dafür immer öfter aus dem Frei geholt. Da wirkte die verdi- Idee: dein Frei gehört dir fast wie ein Hohn.
Nach der letzten erfolgreichen Tarifrunde gabs für uns die Verkürzung der Arbeitszeit, weil sich das Haus dies nicht mehr leisten konnte.
Was mag nach der nächsten erfolgreichen Runde kommen?
Wenn wir etwas bewegen wollen, sollten wir etwas dazutun, dass Pflege endlich eine Lobby hat. Verdi ist da der falsche Partner. Ob sich auch soviele Kollegen für die Gründung von Pflegekammern engagieren würden? Pflegekammern könnten festlegen, was Pflegequalität ist und wieviel Personal für die Erbringung einer solchen Qualität nötig wäre. Pflegekammern wären ein politisch wirksames Mittel.
Als Nebenprodukt so einer Kammer könnte verdi dann vielleicht auch seinen letzten bundesweiten Tarifvertrag endlich einhalten: Entlohnung nach Leistung.
Elisabeth
PS jeden tag im streik geht nicht nur an die nerven und die gesundheit, Ich hoffe, dass das Gerücht: ab nächste Woche gibts für Pat. nur noch Behandlung bei lebensbedrohenden Situationen - eine journalistische Ente ist.
fridolin
04.03.2006, 17:27
Hallo, @all,
liebe Elisabeth,
...Da wirkte die verdi- Idee: dein Frei gehört dir fast wie ein Hohn.
Richtig. Sehe ich als altes ver.di - Mitglied genau so und nicht anders.
...Verdi ist da der falsche Partner.
Welche Alternativen hast Du im Sinn?
Und: wir müssen endlich lernen, unsere eigene Lobby zu sein und uns selbst zu vertreten!
Nebenebi bemerkt war schon vor 16 Jahren (als Papa Kohl zu den anderen Deutschen rief: "kommt heim ins Reich") der Ansicht: gleicher Lohn für gleiche Arbeit - überall, sonst kommt die Wirtschaft ins trudeln.
Um bei dem Thema zu bleiben: die Schuld an der Schieflage im Gesundheitswesen trägt eine kurzsichtige Politik mit Einnahmeverlusten für die Krankenhäuser und Sozialkassen, nicht das System der Bezahlung nach DRG (mit Ausnahme der schrägen Übertragung von australischen Verhältnissen auf die BRD...)
Viele liebe Grüße
fridolin
Superfantastisch
05.03.2006, 17:16
Ich arbeite seit 16 Jahren für weniger Geld... und muss noch danke sagen dafür, weils die Einheit so vorsieht. Der Vergleich hinkt also gewaltig.
Tut er nicht. Schließlich bezahle ich auch für mein brötchen und meine miete usw. 25% mehr als du, s. Z.B hier:
http://idw-online.de/pages/de/news85620
Besonders aufgrund großer Unterschiede in den Wohnungsmieten sind die Lebenshaltungskosten zwischen den Bundesländern sehr verschieden. Beispielsweise kostete im Jahr 2002 derselbe Warenkorb in Hessen etwa 25 Prozent mehr als in Mecklenburg-Vorpommern.
damit der vergleich eben nicht hinkt, meine ich mit "direkte kollegen" natürlich die, deren arbeitsverhältnisse direkt miteinander vergleichbar sind, die also bei dem gleichen arbeitgeber / der gleichen klinik / der gleichen station arbeiten.
Elisabeth
05.03.2006, 19:36
Der Warenkorb... wie amüsant- typisches Argument des Unwissenden. Aber lassen wir das. Wir fahren jedenfalls gerne in billigere Westgebiete in den Urlaub. *fg*
Bleiben wir bei den Argumenten von verdi für den Streik:
1. Deutschland ist nicht das Land der 35-Stunden-Woche.
Man gibt also zu, dass wir schon längst mehr arbeiten. Das deckt sich mit meiner Wahrnehmung. Das Frei gehört schon lange nicht mehr mir. Da hab ich für den AG da zu sein... auch dank der knappen Personalkosten bedingt durch gute Traifabschlüsse.
2. Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Wochenarbeitszeit und Arbeitslosigkeit.
Schön der Vergleich von EU Ländern. Der Wunsch der hier zugrunde liegt ist wahrscheinlich: Arbeiten wie die Franzosen, Urlauben wie die Holländer. Und so zu tun, als ginge es um die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen... das wäre ein ganz neuer Zug von verdi.
3. Im europäischen und internationalen Vergleich ist die deutsche Wirtschaft äußerst wettbewerbsfähig.
Warum schaffen wir dann eigentlich nicht die EU Zahlen? *grübel*
4. Wer die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängern will, verschleiert damit nur seine Absicht, die Löhne zu kürzen.
Da hat verdi doch tatsächlich mal recht und es bedarf keiner weiteren Erklärungsversuche. Rechnen kann wohl jeder Bürger.
5.Die 40-Stunden-Woche ist nicht das Ziel.
Warum finde ich diesen Anspruch gerade komisch. Wie zu erwarten war, darf der Ossi mit 42 Stunden rechnen- bereits lauthals geäußert von einem Politiker. Verdi sieht wohl doch noch in die neuen Länder. Nur leider zu spät. Aber das hatte fridolin ja schon begründet.
6. Längere Arbeitszeit schafft und sichert keine Arbeitsplätze.
Vielleicht könnte verdi hier mal beachten, dass wir ein nichtproduzierender Bereich sind und die Aussagen bei uns sich etwas anders gestalten: der Bedarf für unsere Dienstleistung ist massiv steigend bei sinkenden Einnahmen der entsprechenden Institutionen (KK, PK).
7. Längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich vernichtet Arbeitsplätze.
Moment... bei Punkt 1 wurde doch gerade festgestellt, dass wir längst länger arbeiten. Was denn nun?
8. Längere Arbeitszeit steht Innovationen im Wege.
Für einen nichtproduzierenden Bereich eine interessante Aussage. da hat verdi wohl zuviel kopiert bei den anderen Gewerkschaften.
9. Längere Arbeitszeit ist frauen- und familienfeindlich.
Ah ja. Die Ostfrau hat es in Einklang bringen können. Aber dafür bräuchten wir wieder Geld vom Staat, welches wir je gerade anders ausgeben wollen. Kinderkrippe, Kindergärten- im Osten eine normale Sache. Übrigens hab ich mit 5 Kindern es trotzdem geschafft in 3 Schichten zu arbeiten. Alles eine Sache der Organisation.
10. Längere Arbeitszeit wird für die Volkswirtschaft teuer.
Das ständige auf Abruf bereit sein aber auch. Und da hat verdi sein übriges zu getan, dass die Situation derzeit so ist. Krank machen nicht 40 Stunden Woche sondern das derzeitige Chaos.
11. Längere Arbeitszeit passt nicht zu flexibler Arbeitszeit.
Vielleicht braucht man dann tatsächlich weniger Zeitkonten u.ä., wenn genug Personal da ist.
12. Längere Arbeitszeit senkt die Produktivität.
Nochmal die Kritik: wir sind ein nichtproduzierender Bereich.
Elisabeth
Superfantastisch
06.03.2006, 12:17
Der Warenkorb... wie amüsant- typisches Argument des Unwissenden. Aber lassen wir das.
das finde ich auch.
8. Längere Arbeitszeit steht Innovationen im Wege.
Für einen nichtproduzierenden Bereich eine interessante Aussage. da hat verdi wohl zuviel kopiert bei den anderen Gewerkschaften.
...
12. Längere Arbeitszeit senkt die Produktivität.
Nochmal die Kritik: wir sind ein nichtproduzierender Bereich.
:wut:
deine ausführliche und spitzzüngige kritik in ehren, aber wenn man kritisiert, dann bitte auch fundiert!
"Produktivität" ist ein volkswirtschaftlicher begriff, der nicht zwangsläufig bedeutet, dass in einem unternehmen etwas produziert wird, das man anfassen kann (stahlträger, kuchen, trabant usw.).
Wikipedia kennt sich da aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t
Der begriff "Produktivität" findet man im gesundheitswesen genauso wie in jeder anderen branche auch. sogar das wiss. institut der aok benutzt die "produktivität" in ihren berichten: http://wido.de/khr_1997.html :schock:
Hallo ich habe da mal ne Frage.
Ich versuche nun schon seid ca 4 Monaten von Verdi zu erfahren ob es den Tatsachen entspricht, dass, wenn wir den neuen TvöD bekommen, das ich dann einiges weniger an Gehalt bekomme.
Weder unser personalrat noch die Gewerkschaft will mir hierauf eine Antwort geben.
Es ist noch nicht einmal möglich von denen zu erfahren in welche Entgeltgruppe wir einsortiert werden sollen.
Nach meinen Informationen ist eine Eingruppierung in 9a oder 9b realistisch. Will heißen 2495 bzw 2730€ Grundgehalt Brutto.
Zz beträgt mein Gundgehalt 2830 Brutto, ob die Zulagen Intensiv, Schicht, Gelähmten etc. weiterbezahlt werden will oder kann man mir ebenfalls nicht definitiv mitteilen.
Will heißen ich streike für weniger Geld. Warum sollte ich das tun?
Die Arbeitszeit ist eh nur ein Papiertieger. Viele von uns arbeiten eh mehr. Die Überstundenzuschläge gehen flöten.
Würde bei mir ca. 75 - 80€ im Monat ausmachen. macht immer noch ein Minus.
Also nochmal Verdi will das ich streike für einen Vertrag bei dem ich weniger bekomme wie ich jetzt habe.
Ach ja die reden da was von Bestandswahrung, die gilt aber für 50% der Belegschaft nicht. Da diese nach ihrem Zeitvertrag einen neuen bekommen.
Ausserdem finde ich die Öffentlichkeitsarbeit von Verdi fraglich. Mal ehrlich findet ihr euch in den Reden der Funktionäre tatsächlich wieder?
Auch zu Beginn der vierten Streik-Woche an den Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen ist keine Einigung in Sicht.
Während sich am vergangenen Freitag 5000 Streikende in Düsseldorf versammelten, untersagte NRW-Finanzminister Linssen den Klinikleitungen die Aufnahme eigener Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di. Nun gilt das Hauptaugenmerk den Gesprächen zwischen ver.di und der Tarifgemeinschaft der Länder (TDL) am Freitag dieser Woche.
http://zwai.net/galerie/data/media/36/Streik_UKM_07032006_045.jpg
Über 200 Streikende des Universitätsklinikums Essen statteten indes heute den münsteraner Kollegen einen Besuch ab und demonstrierten mit ihnen gegen die geplante Arbeitszeitverlängerung. (hhe)
>>> zur Foto-Galerie >>> (http://zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=36)
hallo!
Hallo ich habe da mal ne Frage.
Ich versuche nun schon seid ca 4 Monaten von Verdi zu erfahren ob es den Tatsachen entspricht, dass, wenn wir den neuen TvöD bekommen, das ich dann einiges weniger an Gehalt bekomme.
mannmann, wo haste denn dieses solide halbwissen her? ich dachte schon, ich hätte keine ahnung von tarifverträgen, aber bei deinem statement stimmt ja gar nichts, wenn ich das mal so sagen darf. hoffentlich erzählst du das nicht auch anderswo herum!
Weder unser personalrat noch die Gewerkschaft will mir hierauf eine Antwort geben.
Es ist noch nicht einmal möglich von denen zu erfahren in welche Entgeltgruppe wir einsortiert werden sollen.
wie könnten sie auch? der personalrat ist für sowas nicht zuständig, sondern nur die gewerkschaft. aber selbst wenn die ver.di wollte, kann sie dazu noch nichts sagen, weil es in NRW für die uniklinika noch keinen tarifvertrag gibt, wie bekannt sein dürfte.
das ganze muss doch erst noch verhandelt werden, daher verstehe ich deine aufregung nicht.
Nach meinen Informationen ist eine Eingruppierung in 9a oder 9b realistisch. Will heißen 2495 bzw 2730€ Grundgehalt Brutto.
Zz beträgt mein Gundgehalt 2830 Brutto, ob die Zulagen Intensiv, Schicht, Gelähmten etc. weiterbezahlt werden will oder kann man mir ebenfalls nicht definitiv mitteilen.
Will heißen ich streike für weniger Geld. Warum sollte ich das tun?
was ist denn die quelle deiner informationen?
natürlich streikt niemand für weniger geld, das wäre tatsächlich unsinn. wie oben schon gesagt: erstmal müssen die hohen herren von beiden seiten miteinander verhandeln, danach wird erst noch von den mitgliedern über das tarifergebnis abgestimmt und erst dann (nicht eine sekunde früher!) kann man konkret sagen, wer was verdienen wird. was du machst, ist reine spekulation.
Die Arbeitszeit ist eh nur ein Papiertieger. Viele von uns arbeiten eh mehr. Die Überstundenzuschläge gehen flöten.
Würde bei mir ca. 75 - 80€ im Monat ausmachen. macht immer noch ein Minus.
hä? den zusammenhang verstehe ich nicht. natürlich werden überstunden auch weiterhin bezahlt, egal ob mit tarifvertrag oder ohne.
Also nochmal Verdi will das ich streike für einen Vertrag bei dem ich weniger bekomme wie ich jetzt habe.
das ist nochmal und immernoch einfach nur falsch!
Ausserdem finde ich die Öffentlichkeitsarbeit von Verdi fraglich. Mal ehrlich findet ihr euch in den Reden der Funktionäre tatsächlich wieder?
sag mal konkreter, bitte. welche aussagen hast du denn in welchen reden gehört, die dir nicht passen?
und bitte: informiere dich mal etwas besser, bevor du unsinn in die welt setzt!
der tobi
Marburger Bund bereitet Ärzte-Streiks an Universitätskliniken vor (http://marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/presse/pressemitteilungen/pm2006/pm13_06.php)
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für gescheitert erklärt und ihre Mitglieder zur Urabstimmung über unbefristete Ärzte-Streiks aufgerufen. Am kommenden Montag und Dienstag (13./14. März) wird der MB in den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern, die zur TdL gehören, die Urabstimmungen durchführen. Die im Oktober 2005 aufgenommenen Tarifverhandlungen seien wegen „dogmatischer Unflexibilität“ der Arbeitgeber in eine Sackgasse geraten.
„Die Arbeitgeber spielen mit dem Feuer, wenn sie glauben, die Forderung der Universitätsärzte nach einem arztspezifischen Tarifvertrag nicht ernst nehmen zu müssen“, erklärte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Er kritisierte die Unbeweglichkeit der TdL insbesondere bei der Ausarbeitung einer neuen Ärztevergütung. Es könne nicht sein, dass der MB an die Grenzen der Verhandlungsposition gehe, während bei den Arbeitgebern kein Millimeter Entgegenkommen zu erkennen sei.
Die Streikbereitschaft der 22.000 Universitätsärzte sei nach wie vor extrem hoch, erklärte Montgomery. Zuletzt waren am 1. März rund 7.500 Ärzte einem Warnstreikaufruf des Marburger Bundes gefolgt und hatten bundesweit in 27 Unikliniken und 14 Landeskrankenhäusern gegen ihre Arbeitssituation und die schleppenden Tarifverhandlungen protestiert.
Mit einem arztspezifischen Tarifvertrag will der Marburger Bund bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter für die 22.000 Ärzte an Universitätskliniken durchsetzen. Außerdem fordert der MB die vollständige Bezahlung sämtlicher Überstunden, bessere Arbeitsbedingungen durch arztgerechte Arbeitszeiten, die Abschaffung kurzzeitig befristeter Arbeitsverträge und die Sicherstellung von Forschungs- und Lehrtätigkeit während der regulären Arbeitszeit.
Der Vollständigkeit halber:
Am 17. Streiktag erhielten die Münsteraner einen Solidaritätsbesuch aus Köln. (hhe)
>>> zur Foto-Galerie >>> (http://www.zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=37)
http://www.zwai.net/galerie/data/media/37/Streik_UKM_08032006_002.jpg
Am 10. März 2006 haben sich die Streikenden aller Universitätskliniken in NRW zu einer gemeinsamen Kundgebung in Essen versammelt.
http://zwai.net/galerie/data/media/38/Streik_Unikliniken_NRW_Kundgebung_Essen_10032006_0 06.jpg
>>> zur Foto-Galerie >>> (http://zwai.net/galerie/categories.php?cat_id=38)
Hallo Kolleginnen und Kollegen,
mit großem Interesse verfolge ich die Streikaktivitäten der Unikliniken in NRW und finde eure Berichterstattung einfach Klasse.
Haltet durch, wir in Niedersachsen machen auch weiter!
Für diejenigen, die es interessiert, wie der Streik in der MHH in Hannover läuft: www.die-distel-online.de
solidarische Grüsse von
Anke
Hallo liebe Streikenden,
das Münchner Klinikum Großhadern / Innenstadt streikt seit Gestern für 4 (vier) Tage lang.
Es arbeitet nur die Notbesetzungen bzw die Wochenendbesetzung.
Mehr infos: http://focus.msn.de/gesundheit/news/verdi-streik_nid_25407.html
Grüße aus dem :streik: -enden München
Groha
Gemeinsam sind wir stark!!! :mosh:
Während in Niedersachsen (http://focus.msn.de/finanzen/news/niedersachsen_nid_26192.html) der Tarifstreit nach viereinhalb Wochen beigelegt ist und in Baden-Württemberg (http://focus.msn.de/finanzen/news/schlichtung_nid_26175.html) die ersten Gespräche der Schlichtungskommissionen beginnen, haben sich in der von der Gewerkschaft "Marburger Bund" durchgeführten Urabstimmung 98,4 Prozent der Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern für den akademischen Streikbeginn (http://marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/tdl/tdl-005.php) gestimmt.
Heute hat die ärztliche Arbeitsniederlegung in den Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, München, Würzburg, Essen, Bonn, Mainz und Halle begonnen. Für die kommenden Tagen und Wochen hat der Marburger Bund die Ausweitung auf weitere Kliniken angekündigt.
Alleine in NRW sind knapp 70 Prozent der Uni-Ärzte über den Marburger Bund gewerkschaftlich organisiert. (hhe)
>>> zum Video 'Streik im OP' bei wdr.de >>> (http://www.wdr.de/themen/_config_/mediabox/index.jhtml?mid=7249&mkat=1&seite=1&realplay=y&connection=dsl&Start=Start)
Zwischenzeitlich wurde übrigens auch der Lohnstreit auf der Neverland-Ranch (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,406238,00.html) beigelegt.
siehe Forum Werner Schell
http://www.wernerschell.de/
Beiträge unter:
Ärztestreik - Patienten sind die Leidtragenden
Moin Zusammen!
Was passiert eigentlich mit uns, wenn der Marburger Bund es tatsächlich schafft 30% mehr an Gehalt rauszuschlagen? Ich glaube zwar nicht, daß es 30% werden, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es mittelfristig zu einer deutlichen Gehaltssteigerung bei den Ärzten kommen wird. Ich fürchte, wir werden dann einmal mehr doof in die Röhre gucken und keinen einzigen Cent mehr bekommen. Vor allem fürchte ich aber, daß das Arbeitsklima darunter leiden wird. Es wird wirklich Zeit, daß sich auch das Pflegepersonal organisiert!!
Moin Zusammen!
Was passiert eigentlich mit uns, wenn der Marburger Bund es tatsächlich schafft 30% mehr an Gehalt rauszuschlagen? Ich glaube zwar nicht, daß es 30% werden, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es mittelfristig zu einer deutlichen Gehaltssteigerung bei den Ärzten kommen wird. Ich fürchte, wir werden dann einmal mehr doof in die Röhre gucken und keinen einzigen Cent mehr bekommen. Vor allem fürchte ich aber, daß das Arbeitsklima darunter leiden wird. Es wird wirklich Zeit, daß sich auch das Pflegepersonal organisiert!!
Werden wir eigentlich nicht aus dem selben "Topf" bezahlt? Wenn die Götter in Weiß 30 % mehr bekommen werden wir erst recht nichts bekommen.
Kann man sich nicht schon organisieren?
Weis jemand warum verdi im Bayern die 39 Std-Woche abgeleht hat??
Ein enttäuschter Groha :(
Elisabeth
23.03.2006, 08:46
Weis jemand warum verdi im Bayern die 39 Std-Woche abgeleht hat??
Weil es in diesem Streik gar nicht um die Betroffenen geht, sondern weil der Streik als politischer Machtkampf mißbraucht wird. So einfach ist das. Die Verliere in diesem Streik sind die Mitarbeiter... und selbst dann, wenn er seine Ziele zum Teil erringt. Das Vertrauen der Kunden dürfte duaerhaft geschädigt sein. Und wo keine Kunden, da keine Einahmen. Und wo keine Einnahmen, da muss die Ausgabenseite gekürzt werden oder man landet unweigerlich in der Insolvenz. Aber auf letzteres warten die privaten ja nur. da sind noch vile Schnäppchen zu erwarten.
Und zu den Ärzten: da gibts bereits Berechnungen wie teuer es den Kunden kommt. 30% Gehaltserhöhung müssen durch die Erhöhung der Krankenkassenkosten um 0,3 Prozent abgedeckt werden.
Kann sich irgend jemand an so eine Rechenaufgabe für das zahlenmäßig am meisten vertretene Personal erinnern? Ich wüßte nicht, dass dies erfolgt ist- womit von vornherein klar war, dass der Streik von der Politik nicht ernst genommen wird.
Elisabeth
fridolin
23.03.2006, 11:54
Moin,
ich stelle mir gerade folgendes Szenario vor:
der Marburger Bund "gewinnt" den Streik, die Ärzte erhalten mit 30 Jahren statt der heutigen ca. 3600 Euro 30 % mehr, also ca. 4680,00 €.
Im Gesundheitswesen gibt es gewollter Maßen keine Kohle.
Wer bezahlt die Zeche?
Na klar, das Pflegepersonal. Davon gibt es ja mehr als genug und wir trinken eh`nur Kaffee....
Also, damit sich das für die Arbeitgeber rechnet, wird ca. 40 % Pflegepersonal eingespart.
Die paar Spritzen und Infusionen - das machen die Ärzte doch mit links nebenbei und Waschen - das können doch sowieso Hausfrauen machen.
Na bitte, die Ärzte haben ihren Willen - und wird gehen baden (Dürfen dabei aber nie absaufen, weikl die fachliche und kompetente Pflege fehlt.)
Viele liebe traurige Grüße
fridolin
Eigentlich müßten wir den Gegen-:streik: ausrufen!!
P.S.: Bin für 30 % - allerdings für ALLE im Gesundheitswesen beschäftigten Menschen.
Ärgerlich, aber nicht wunderlich empfinde ich das Verhalten der streikenden Ärzte, bzw. MB. Mir schient's eher ein Verteilungsproblem* zu sein. Einige, bes. jüngere Ärzte leiden wirklich, aber dieses betrifft nicht die gesamte Berufsgruppe. (*Verteilung von Arbeit, Finanzen sowie das Thema "Hierarchie")
Hat sich in den letzten 30 Jahre wirklich etwas verändert in der Beziehung (Hierarchie) zwischen Ärzten und Pflegenden? Während viele KH Manager usw. schon lange den Team-Gedanken - zwecks Qualität - im Krankenhaus propagieren, dauerte es bei den Ärzten viele Jahre bis sie das Thema Team aufnahmen, und das auch nur seit dem DRG Zeitalter. Warum wohl gerade jetzt? Und, wie ernst ist es Ihnen? Bei der täglichen Arbeit reden Sie mit uns und geben uns das Gefühl, wir sind OK. Streiken tun sie nicht mit uns, sondern ohne uns. Die Verwaltung lacht sich kaputt.
Im Lichte der parallel Streiks, empfinde ich deren Beiträge (Pflegepersonal als Partner, oh, Verzeihung, Mitarbeiter usw.) als Worthülsen. Aber vielleicht empfinde nur ich das so. Der MB hat im Herbst 2005 die Forderung "30% mehr" lauthals angekündigt, da war die unzureichende / nicht-vorhandene ? Solidaritat deutlich sichtbar.
Verletzend empfinde ich die politische Reaktion (oder besser: nicht Reaktion), den auch Politiker beschwören schon seit einiger Zeit die "Wichtigkeit" qualitifizierter Pflege (usw. gesülzt), oder war das nur während den Wahlperioden? Klar war, DRG bedeutet ein (ein wie "1") Kuchen zum Verteilen im KH, danach muss intern festgelegt werden, wie dieser Kuchen nun verteilt wird. Langsam aber sicher werden die Antworten klar, die Absichten sichtbar. Jetzt muss ich hören, "Ja, mit den Ärzten kann man ja reden". Als wäre bei den Pflegenden alles in Butter (ach ja, es sind ja nur 18 Minuten, hätte ich fast vergessen).
Vielleicht liegt es auch ein bisschen an uns, den wir verkaufen uns wahrhaftig nicht sonderlich gut - löbliche Anstrengungen vieler Pflegender und den Berufsverbänden will ich dadurch nicht mindern - es scheint mir nur so, dass sich zu wenige daran beteiligen der Gesellschaft deutlich zu machen, was Pflege leistet (statt Kaffee Trinken :)
Was die Berufsverbände anbelangt, glaube ich, wir haben zu viele. Punkt. Diese vertreten partikulär Interessen, die Message kommt ganz oben nicht an. Oder so ausgedrückt, es kommen zu viele verschiedene Messages an (man sollte Politk nicht überfordern :)
Zurück zu den leidenden Docs. Bei allem Verständnis. Aber: meine Altersgruppe kennt noch die 44 Std. Woche, notfalls auch "illegal", bes. durch sog. christliche Träger, überlange Nachtdienste sind mir noch gut in Erinnerung, mäßig bis schlechte Bezahlung, chronische Unterbesetzung bei dauernend Überstunden (da gab es auch "vergelt's Gott" statt Geld), übles Management, extreme Hierarchie, wenig Koordination und ewig geht die Liste weiter. Pflege als Aushängeschild der Nächstenliebe bei gleichzeitigen Anstrengungen, jede gute Pflege den Patienten vorzuenthalten (gleichzeitig schöne niedliche Kühlschränkchen im Krankenzimmer, Kunst an den Wänden, nette Dekoration im Eingangsbereich....), den damals hat auch keiner "unter die Decken der Patienten geschaut". Oben hui, Unten....(!). Da wurden Deku's als Gott-hats-gewollt akzeptiert, da hat es keinen interessiert, dass i.v. Spritzen schon nachts um 01:00 (von der Führung erwünscht) für den nächsten Tag gerichtet wurden, Patienten nachts geweckt (Fiebermessen! Alle, ob nötig oder nicht! Waschen, jeder muss sauber sein!). Pflegende, die sich dagegen wehrten, mussten sich neue Arbeitsplätze suchen, nur um festzustellen, das dort zwar keine Fieberrunden gewünscht waren, dafür aber Badetage, Beziehtage, Abführtage....)
Nun, heute muss ich dampf ablassen.
Rückblickend, behauptet ich, wurden Pflegende mehr oder weniger als Sklaven gehalten, oder von mir aus, als notwendiges Übel (= Hilfspersonal). Da hatte keiner Mitleid, da kam kein Politiker auf die Idee, hier etwas zu verändern (OK, gut, wir waren auch mucksmäuschen Still). Mich verletzt nicht, das Ärzte zu recht streiken (zumindest einige davon), mich verletzt vielmehr, wie sich unsere Geschichte wiederholt und wir uns schon wieder bedrohlich am Rande des Abhangs finden.
Ach so, und die Solidarität der Ärzte hätte mich persönlich erfreut. Hätte bestimmt auch positive Auswirkungen auf die Teamleistung, die täglich erbracht wird.
Na, ja, Beuteltier träumt weiter in seiner Höhle.
Und außerdem, haben wir ja schließlich Arbeitsplätze. Daher sind wir doch priviligiert. (Wiese lasse ich überhaupt Dampf ab ? ) In den "Fetten Jahren" waren wir soooo priviligiert, dass keiner Krankenpflege "lernen" wollte. Ganz im Gegenteil, wir wurden z.T. in der Öffentlichkeit bedauert (Die Armen! Warum lernen die dann nichts Gescheites? Na, bekamen halt nichts besseres). Die Anzahl derer, die diesen Beruf ergreifen wollen zeigt sich im Laufe der Jahre ähnlich einer Sinuskurve: Gute Wirtschaft und Arbeitsmarkt > wenig Bewerber. Schlechte Wirtschaft und Arbeitsmarkt > viele Bewerber (und viele "zugeschusterte", wenn's sonst wo Bergab geht). Falls ein "zugeschusterter" Leser dabei ist, ist OK, so lange Du verstehst was Dein Beruf ist und das profimäßig auch tust. Willkommen im Club.
Nun hoffe ich, dass sich ein/e Forumsmitglied findet, der sagt: "Ja, hast ja Recht, ist ja gut. Ich zeige Dir jetzt, dass alles besser wird. Das wir wirklich "Pflegen dürfen", das noch in sinnvoll besetzten Teams, das wir sinnvolle Arbeitszeitmodelle haben, das wir unser Fachwissen einbringen dürfen (sprich: ernst-genommen-werden), dass unsere Berufsanfänger arbeiten dürfen, dass wir angemessen bezahlt werden......."
WomBat, SAG ALLEN: ES GEHT VERDAMMT NICHT UM 18 Minuten!
Ich sage: Die Pflegenden haben es nicht anders verdient. Die sollen mehr arbeiten bei gleichem oder weniger Geld!
Hier in Hamburg kämpfen wir für den TVöD. Der Arbeitgeber will natürlich etwas anderes, besseres und flexibleres für ihn "und uns".
Aber wenn ich mir so anschaue was bei einem Streik/Warnstreik wirklich auf der Straße ist, kommen mir die Tränen.
Die Pflegekräfte gehen schön arbeiten und denken der Streik betrifft sie nicht und die auf der Straße sind werden es schon richten. Wer soll den die arbeit machen? Wer soll sich um die Patienten kümmern? Blos nicht streiken, der Arbeitgeber könnte mir ja Geld für den Tag/Stunden abziehen.
Wobei ich mich natürlich frage wie sie es verantworten können nicht zusätzlich (in ihrer Freizeit) nachts oder am WE zu arbeiten, da ist das Personal doch auch reduziert.
Solange die Kollegen sich nicht erheben und für ihre Rechte kämpfen, haben sie es auch nicht besser verdient. Es lebe die 45 Stundenwoche und weniger Geld.
LG aus HH
Uwe
Wow, Wombat! Du hast es wirklich auf den Punkt gebracht!! Schick Deine Mail doch mal an den MB und die verantwortlichen Politiker!!
Ich sage: Die Pflegenden haben es nicht anders verdient. Die sollen mehr arbeiten bei gleichem oder weniger Geld!
Solange die Kollegen sich nicht erheben und für ihre Rechte kämpfen, haben sie es auch nicht besser verdient. Es lebe die 45 Stundenwoche und weniger Geld.
LG aus HH
Uwe
Hallo Uwe,
bin nicht ganz Deiner Meinung, ALLEINE sind wir nicht "Schuld", vielleicht "e weng", wie die Bayern sagen....das Ganze ist viel zu komplex. Wir sind eher ein Spielball im Wind - daher ist es vielleicht ganz sinnvoll, mehr über WIND zu lernen. Wo kommt dieser her? Welche Eigenschaften hat dieser? Wie kann man diesen nutzen um Vorwärts zu kommen?
Nichts gegen Deine Meinung. Bin der Meinung, das die Arbeitenden Kolleg/innen auch etwas sinnvolles tun. Was wir gar nicht gebrauchen können ist eine Kündigung der gemeinsamen (weißer Schimmel, egal, genauso ist es, halt, bei näherer Betrachtung der kleineren und größern Komplexitäten) Solidarität.
Wenn mein letzter Beitrag etwas gefrustet war, heißt dass noch lange nicht, dass ich weder Interesse, noch Kampfbereitschaft noch Solidarität aufs Spiel setze.
WomBat, wir haben bessers Verdient
Tempo, Danke, aber übertreibe nicht! :D
"e weng", wie die Bayern sagen....
Wir sagen "a weng"! :rolleyes:
Ich finde wir sollten mal ganz anders streiken, nicht mit weniger Personal bzw. auf die Straße gehen, sondern mal keine Antibiosen anhängen, keine DK´s wechseln bzw. legen soll halt der Uro-Dienstarzt machen und ganz wichtig nix mehr eingeben bzw. erfassen (z.B. Dialysen;teure Medikamente). Das trifft die "Oberen" mehr als alles andere --> kein Geld mehr von den Krankenkassen!
Mit weniger Personal gehts doch auch, sieht man im Moment doch ganz gut!
Darüber sollten wir uns mal Gedanken machen.
Grüße Groha
:streik: :streik:
Hallo Tobi
Hatte recht wenig Zeit, musste arbeiten.
Deshalb erst jetzt meine Antwort.
In der Zwischenzeit hat Verdi ein Kommentar auf meine Frage abgegeben:
Ja ich werde weniger Reallohn bekommen, wenn ich im Besitz eines Zeitvertrages bin, bzw. neu Eingestellt werde. Für alle anderen gilt die Besitzstandwahrung.
Über die Höhe der Einbussen wollten sie sich nicht festlegen, ok. das kann ich nachvollziehen. Trotzdem, nocheinmal.
Ich Streike für den TvÖD 9a mit 50€ Erhöhung macht laut Verdi so ca 2600€ Brutto pro Monat, ohne Zulagen. Volles Weihnachtsgeld ist die Forderung, der Status Quo ist wahrscheinlicher, aber was soll´s nemen wir es an.
das macht ca 34000€ Jahresgehalt Brutto.
Jetzt sind es 35600€ bei 41 Std. und 60% Weihnachtsgeld.
38,5 Std hatte ich schon mal, dann kam die 41 Std. und damit eine drastische effektive Lohnkürzung.
Diese Lohnkürzung soll nun aufrechterhalten werden, allerdings unter 38,5 Std.
Damit wir uns richtig verstehen. Ich will keine 41Std. und finde den Streik im Prinzip korrekt und unterstützungswürdig. Aber ich mache mir Sorgen, das wir mal wieder verarscht werden. Und dieses mal von Verdi, denen es, so ist zumindest mein Eindruck, mehr um Machterhalt als um die Belange der Pflegenden geht. Die letzten Streikzeitungen lassen hoffen, da offensichtlich doch mal auf die Streikenden gehöhrt wurde und ihre Sorgen und tatsächlichen Nöte angesprochen werden, doch wie ist es in den Entscheidungsgremien?
Diese Zeilen sind eher der Ausdruck meiner und vieleicht auch eurer Ohnmacht, alles getan zu haben was in unserer Macht steht, aber letzten endes doch wieder nur zum Spielball gemacht worden zu seien. Ach ja und tolle kritische und kompetente Auseinadersetzung mit meiner Frage Tobi.
Ich sage nur 30% für alle!!
Groha, :), du wirst wahrscheinlich vorher einen Wombat finden, der Wienerwalzer tanzt, ehe Du einen Pfälzer findest, der richtig Bayrisch spricht! Ich werde nun "Aaaa weng!" üben.
Habe Unterstützung gefunden. Besonders bei Herrn Becker aus Kölllnnnn. :D
http://bawue.verdi.de/streik_kommunen/unterstuetzerinnen
Zum "mal anders Streiken"...fällt mir im Moment wenig ein, was nicht Patienten trifft, außer Aktionen/Demos außer Haus. Die Idee ist gut, aber wie?
WomBat, wienzerwalzernd zur Klippe....:jubel:
fridolin
27.03.2006, 21:53
Wir sagen "a weng"! :rolleyes:
Ich finde wir sollten mal ganz anders streiken, nicht mit weniger Personal bzw. auf die Straße gehen, sondern mal keine Antibiosen anhängen, keine DK´s wechseln bzw. legen soll halt der Uro-Dienstarzt machen und ganz wichtig nix mehr eingeben bzw. erfassen (z.B. Dialysen;teure Medikamente). Das trifft die "Oberen" mehr als alles andere --> kein Geld mehr von den Krankenkassen!
Mit weniger Personal gehts doch auch, sieht man im Moment doch ganz gut!
Darüber sollten wir uns mal Gedanken machen.
Grüße Groha
:streik: :streik:
Vorsicht, Groha,
Du schädigst Dich selber, wenn Du mit Deinem Streik dem Arbeitgeber erhebliche Einnahmeeinbußen als "Strafe" verpasst, denn die Konsequenz ist leider ein weiterer Arbeitsplatzabbau!
Und gerade DAS können, wollen und dürfen WIR Pflegenden nicht zulassen!!
(Wird im Übrigen von ver.di weitgehend verschwiegen, ist aber gängige Arbeitgeberpolitik.)
Vielmehr sollte ein Streik im Krankenhaus nicht Einnahmeeinbußen (z. B. durch Nichtdokumentation) zum Ziel haben, sondern nicht einnahmereleante Bereich mit Öffentlichkeitswirksamkeit betreffen (ich weiß, hier beginnt die Quadratur des Kreises), aber die Arbeitsplätze für Pfelgende sind dünn wie die Luft in 5000 Meter Höhe.
Natürlich stehe ich hinter den Zielen - erhalt der 38,5 Stunden - Woche für Ost und West sowie für 30 % mehr Gehalt für alle Krankenhausmitarbeiter als Ausgleich für den auch für Alt - Beschäftigte ungünstigen TVöD.....
Der lieber gezielt als generell streikende fridolin....
Elisabeth
28.03.2006, 07:30
Zum "mal anders Streiken"...fällt mir im Moment wenig ein, was nicht Patienten trifft, außer Aktionen/Demos außer Haus. Die Idee ist gut, aber wie?
Endlich für eine anständige Standesvertretung einsetzen: Pflegekammer. Um auf diesem Wege überhaupt erst mal als politische Macht wahrgenommen werden zu können. Das spült zwar erst mal nicht mehr Geld ins Portomane- aber auf längere Sicht eine Anerkennung professioneller Pflege. Die Betonung liegt hier auf professionell.
Elisabeth
Superfantastisch
28.03.2006, 11:06
Jena.tv hat einen guten Veranstaltungshinweis:
http://www.jenatv.de/index.php?main=nachrichten&lf=detail&id=1143461540
Bundesweite Pflege-Fachtagung
14:12 Uhr, 27.3.2006
Jena: Das Universitätsklinikum ist am 5. und 6. April Gastgeber eines bundesweiten Pflegesymposiums. Bereits zum dritten Mal treffen sich in Jena etwa 200 professionell Pflegende, um über den Wandel des Berufes und über neue Aufgaben zu diskutieren. Unter dem Motto „Gemeinsam neue Wege gehen“ soll u.a. aufgezeigt werden, wie Schwestern und Pfleger auf den Stationen trotz des Kostendruckes Patienten optimal betreuen können. Die Tagung knüpft an die beiden erfolgreichen Pflegesymposien 2002 und 2004 in Jena an. Eine der zentralen Fragen im Jahr 2006 ist, ob neue Strukturen im Pflegedienst und eine Spezialisierung der Mitarbeiter eine geeignete Antwort auf die vielbeschworene Kostenexplosion im Gesundheitswesen sind. Nach den Worten von Joerg-Dieter Storsberg, Pflegerischer Vorstand am Uni-Klinikum, ist es Zeit, über Neustrukturierungen im Bereich des Pflegedienstes intensiv nachzudenken. cd
:D
Danke für alle Tipps vom Forum !
Mon Dieu, Elisabeth! Das ist ein Wort. Da geh' ich glatt mit. Mehr als a weng....
siehe auch:
NUTZEN EINER KAMMER FÜR DEN BERUFSSTAND PFLEGE
http://www.pflegekammer.de/Nutzen%20f%FCr%20die%20Pflege.htm
Zum schmökern: Aktuelles, Historisches, Aufgaben, Mitglieder usw.
Homepage: http://www.pflegekammer.de/index.html
Mir geht es so wie Elisabeth (mit den 2 Herzen zum Streik), aber in Sachen Kammer. Einerseits very sinnvoll für die Entwicklung der Pflege. Andererseits...das liegt an der Dunkelheit der Höhle verbunden mit dem Teutschen besagten historischem - vererbtem? Schwermut... wenn's wirklich "professionell" wird, dann ist eine Mitgliedschaft in irgendeinem Pflege Club nicht mehr umsonst, auch nicht Fortbildung, Weiterbildung usw. Auch nicht Lizenz Erneurung und und und. Bei den jetzigen Bedingungen, eher schwer vorzustellen. Allerdings, wenn wir die Bedinungen nicht ändern wollen oder können, dann ist noch viel mehr schwer vorstellbar in der Zukunft...irgendwann müssen wir reinbeißen
WomBat, oder werden gebissen....
Elisabeth
29.03.2006, 07:57
Liegts vielleicht auch daran, dass vielen Pflegenden das Wort "professionell" suspekt ist und sie intuitiv ahnen, das ihre Pflege nicht professionell genannt werden kann? Würde bedeuten, man müßte mit Verdienstverlusten rechnen... und dann sind wir schon wieder auf der Straße.
Elisabeth
Bin der gleichen Meinung wie Tempo.
Wir werden vermutlich nicht nur dumm in die Röhre gucken, sondern wahrscheinlich uns dumm im Arbeitsamt umsehen dürfen. Wenn die Ärzte mehr bekommen sollten, was meint ihr, wo das Geld dann her kommt? Einsparen, engerschnüren geht doch eigentlich nicht mehr, oder?
Der Deutsche Pflegerat e.V., die Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, wies heute in Berlin die Forderungen der deutschen Ärzteschaft nach 30 Prozent mehr Gehalt als überzogen zurück, da diese Forderungen finanziell gegenwärtig nur auf dem Rücken der Patienten, d.h. der Beitragszahler, und der anderen Arbeitsnehmer im Gesundheitswesen, d.h. insbesondere den in der Pflege Beschäftigen realisiert werden können.
Daher seien langfristig Arbeitplatzabbau und damit ein Qualitätsverlust im deutschen Gesundheitswesen zu befürchten.
>>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Streiks_im_Gesundheitswesen/Aerzte-Streik_schaedigt_Gesundheitssystem/)
fredokus
29.03.2006, 22:23
MoinMoin
Eine sehr gute Stellungnahme des DPR, wie ich meine.
Auch wenn bei uns ( in der Klinik) nicht gestreikt wird, ist die Diskussion voll im Gange....
und es sind tatsächlich auch (wenige) Ärzte dabei, die bei einem Erfolg der streikenden Kollegen die vollständige "Entzweiung" der einzelnen Berufsgruppen, besonders aber die der Ärzte und Pflegenden, sehen!
Ich persönlich hoffe, dass dies auch die Medienlandschaft endlich sieht und die Wahrnehmungsbeeinflussung der Mediensuchenden nicht weiter im Sinne der Ärzteschaft beeinflußt.
Sollte es anders kommen, werden wir uns auf der Station deutlich überlegen müssen, für welche Tätigkeiten wir eigentlich Geld bekommen und für welche nicht. Spätestens dann, haben viele der Ärzte die 30 % Gehaltserhöhung tatsächlich "verdient".:motz: (Genug der Hetze)
Der ziemlich angsäuerte Fred
Bei uns im Hause ist dieselbe Diskussion losgebrochen und darin zeigt sich zum Teil schon, daß sich in dieser Sache jeder selbst der nächste ist. Wir Pflegende habe dabei leider das Problem - wie bereits erwähnt - daß wir schlecht bis gar nicht organisiert sind. Das sieht bei den Ärzten anders aus in deren Schatten wir immer standen und vermutlich auch in Zukunft weiter stehen werden. Aber was will man wirklich machen. Wie soll das in der Alltäglichen Praxis aussehen. Wenn "Die" wirklich 30% mehr kriegen, dann können "Die" auch Nacht's antanzen und die Lasix - Spritze selber reindrücken, oder die Viggo um 02.00 Uhr Morgens selber legen! Hört sich dramatisch an...! Bei den Ärzten wird es ganz schnell zur Unterscheidung " guter Pfleger - schlechter Pfleger " kommen, weil es immer welche geben wird, die es trotzdem machen. Abgesehen davon wäre damit niemandem geholfen außer das es in den Teams richtig anfängt zu gären und das Arbeitsklima langsam aber sicher in so ziemlich allen Krankenhäusern den Bach runtergeht! Will ich das? Nein, das will ich nicht. Ich muss noch 25 Jahre arbeiten und das möchte ich gerne in einer weitgehend gut verträglichen Atmosphäre machen, weil ich sonst a) auf die Dauer vor die Hunde gehe und ich b) Arbeit nicht nur im Sinne von Broterwerb sehe!
Wenn ich so Sätze höre wie " wenn die Ärzte 30% mehr bekommen, dann mache das, und das und das nicht mehr", denke ich an die Reaktionen trotziger Kinder - " Ich will das aber auch haben, sonst spiel ich nicht mehr mit dir!"
Das ist ein bischen billig und ich denke aus dem Alter sind wir wohl raus. Wenn wir mehr wollen, dann müssen wir es verdammt nochmal begründen können und das über EINEN Berufsverband! WomBat hat recht " irgendwann müssen wir reinbeißen".
Ich bin überzeugt, daß die Ärzte mehr Geld bekommen werden. Es wird hier genauso laufen wie vor ein paar Jahren bei der Pilotenvereinigung Cockpit. Die Piloten haben 30% mehr bekommen und die Stewardessen ein Jahr später 3,5%. Es wird eine Menge Geschrei geben aber nach einiger Zeit ist es normal und alles geht seinen Trott weiter. Wir haben ja eine Pflegekammer und einen DPR, diese müssen gestärkt werden und vermehrt in der Öffentlichkeit präsent sein dann wird auch die Bevölkerung irgendwann sagen " Ach ja, die arbeiten ja auch und zum Teil nochmehr am Patienten. Die sind wichtig und haben es verdient gut bezahlt zu werden!"
Ein innerlich aufgewühlter Tempo wird jetzt erstmal Wäsche bügeln!
Elisabeth
30.03.2006, 17:49
... Wir haben ja eine Pflegekammer ...
Hab ich da was verpasst? Über Fördervereine mit wenigen Mitgliedern sind wir da doch auch noch nicht hinaus gekommen. *grübel* Ach ja stimmt ja, da ging es ja nur ums Berufsbild und nicht um mehr Geld.
Elisabeth (die mittlerweile sehr frustriert ist)
Bei uns im Hause ist dieselbe Diskussion losgebrochen und darin zeigt sich zum Teil schon, daß sich in dieser Sache jeder selbst der nächste ist. ...
Das ist mal wieder typisch Pflege :wut:
Ärzte dürfen uns sagen was wir zu tun haben und was wir besser sein lassen sollen. Pflege darf aber dieses nicht!!??
Wir alle wissen doch das wir, gerade auf der Intensiv, viele Tätigkeiten übernehmen die per se in den ärztlichen Bereich fallen. Warum soll ich das denn nicht verweigern dürfen??
Die Ärzte haben sich m.E. nach durch den Streik vom restlichen Krankenhauspersonal abgekoppelt, wenn die das dann so wollen dann sollten sie auch ihre Aufgaben so erfüllen wie es vorgesehen ist.
Vielleicht erkennen sie dann das ein Veränderung nur gemeinsam zu vollziehen ist und nicht berufsgruppenspezifisch.
Immer den Bückling machen ist doch nun echt keine Lösung, aber Pflege kann das ja gut, nicht das ich noch vom Arzt als "schlechter Pfleger" angesehen werde, das wäre ja nicht auszuhalten.
Ich habe nix dagegen das die Ärzte mehr verdienen und auch ihre Arbeitsbedingungen verbessert werden, aber das alles so einseitig abläuft stinkt zum Himmel.
Die Ärzte gefährden doch durch ihre absurde Gehaltsforderung vital die Arbeitsplätze von Pflegenden, oder was denkst du wo das Geld herkommen soll was die Ärzte gerne möchten.
Wie gesagt eine Veränderungen der Strukturen geht nur gemeinsam mit allen im KH beschäftigten. Lösen sich die Ärzte von dieser "Gemeinschaft" dann sollen sie von mir aus sehen wo sie damit bleiben.
Gruß
P.S.: Ich sehe es netürlich auch so, dass Pflege sich besser organisieren muss um auch gemeinschaftlich als Berufsgruppe dazustehen. Im Zuge des aktuellen Ärztestreik würde ich da eine Chance sehen, varausgesetzt wir sagen uns von V.erdi los.
Aber dazu fehlen die entsprechenden Charakterköpfe oder auch Führungspersonen innerhalb unseres Berufes.
fredokus
01.04.2006, 08:20
Lieber Tempo, ja Du hast recht.
Reaktionen wie die beschriebene gehören sicher in die Kategorie "rebellisches Kind" und führen zu keiner Lösung.
Aber Enttäuschung, Wut und Trauer sind nunmal Grundemotionen, die auch zugelassen werden müssen. Ein Lösungsprozess muss dann sicher ohne emotionaler Beteiligung stattfinden.
Ja, ich gebe Dir recht.Die Ärzte werden mehr bekommen.Als Folge wird es einen Personalabbau geben und das Geschrei wird groß sein und dann verhallen...............wenn nicht aus dieser Situation ein emotional geführter Widerstand erwächst. Nicht gegen das Gehalt der Mediziner, sondern für eine adäquate Patientenversorgung mit entsprechenden Menschen, die das zukünftig auch tun wollen.
Der Vergleich mit der Pilotenvereinigung hinkt übrigens.......
Piloten kriegen 30% mehr....-> Flugpreise steigen, oder Gewinn fällt.
Ärzte kriegen 30% mehr....-> Kassenbeiträge müssen stabil bleiben, Gewinn gibt es eh keinen----> Personalreduktion, oder Gehaltkürzung.
Folgen werden schon "angedroht"
Der Fred
johannes driessen
02.04.2006, 10:43
Müssen wir wirklich eine Kammer haben? Es gibt schon Kammern für andere Berufsgruppen. Welche Mitglieder sind denn wirklich glücklich damit? Ich sehe eine neue Zwangsabgabe auf mich zukommen. In Zeiten wo viele Einrichtungen und Unternehmen( Energie, Kraftstoff, Steuern usw.) bereits zur Kasse bitten, kommt hier eine weitere Schröpfung. Der Erfolg einer solchen Massnahme ist, angesichts leerer Kassen, doch sehr zweifelhaft. Brauchen wir eine Lizenzerneuerung oder neue Lizenzen? Oder braucht eine Institution eine Existenzrechtfertigung? Was kostet eine Lizenz? Was kosten Berater und Beiräte? Wer organisiert den Ärztestreik? Die Ärztekammern? Wie setzt man seine Interessen wirklich durch gegen Leute die kein Geld in der Tasche haben?
Durch Reden? Ich arbeite in einem konfessionellen Haus. Möge der "liebe Gott" eine Kammer, nach diesem Strickmuster, in NRW verhindern
Elisabeth
02.04.2006, 22:49
Eine Lizenzerneurung in regelmäßigen Abständen würde ich sehr begrüßen. Zuviele Kollegen sind oft der Meinung eine (Grund-)ausbildung reicht bis zur Rente.
Eine Kammer hat nicht den Auftrag tarifpolitisch aktiv zu werden. Hier geht es um die Garantie einer Qualität bestimmter Leistungen gegenüber dem Auftraggeber- der Bevölkerung. Um diese Qualität zu erreichen, braucht es eine bestimmten Bildungsstand. Und deshalb: siehe oben.
Es geht also primär nicht um die Bedürfnisse der Pflegekraft, sondern um die Bedürfnisse des Patienten.
Wie setzt man seine Interessen wirklich durch gegen Leute die kein Geld in der Tasche haben?
Vielleicht sollte erst mal geklärtw erden, welche Leistung wie teuer sein sollte. Muss das einfache waschen eines Pat genauso hoch honoriert werden wie die Verantwortungsübernahme für einen Bereich inklusive Anleitung und Kontrolle. Muss ich für jede Arbeit ein dreijähriges Examen haben? Vielleicht wäre Pflege ja bezahlbar, wenn man gerade da ansetzen würde. Wieso verdient eine Kollegin( Berufsanfänger) auf einer Intensivstation genausoviel, wie die Kollegin (alter Hase) auf der peripheren Station. Letztere hat sich vielleicht noch nicht mal weitergebildet und ist auf dem Stand von... .
Elisabeth
Tempo, Danke für die Erinnerung an die Piloten-Flight Attendants Geschichte. Auch wenn es mir nicht gefällt, der Vergleich ist gar nicht so fern ab der Realität. (OK, hinkt a weng, siehe Vorredner). Nur einer fliegt, die anderen, na ja, assisstieren halt. Mir geht es nicht darum (Wahnsinn) die Machtverhältnisse umzukehren. Nur so viel, wie die WHO schon seit vielen, vielen Jahren propagiert, mehr Team Arbeit. Das heißt für mich ich werde gefragt, meine fachliche Perspektive wird berücksichtigt und in den gesamt Plan integriert (ohne Mullen und Knullen). Wie schon gesagt, um sinnvolle Pflege für betroffene Patienten überhaupt erst zu leisten. Davon sind wir weit entfernt. Patienten geht es ähnlich, ihren Willen wirklich zu respektieren (mehr noch, umsetzen) ist nicht immer 'drin. Solange Ärzte sich alleinig an der Spitze fühlen, als DIE Leistungsträger im Gesundheitswesen schlechthin und solange Pflegenden nicht den Mund (fachgerecht) aufkriegen, kann sich nichts ändern.
Allerdings bröckelt die Doc-Oben-Schwester/Pfleger-Unten Perspektive in einigen kleineren Bereichen. Gerade dann, wenn Patienten als austherapiert gelten (ich spreche nicht nur von Intensiv usw.) sind Pflegende oft diejenigen, die noch Lösungen für den Alltag und das Weiterleben haben. Siehe auch z.B. Versorgung von chron. Wunden, Heimbeatmung und alles was dazu gehört. Die Liste kann gerne erweitert werden. Nur Betroffene wissen wirklich, was Pflege leistet. Sind dann eher selten in der Lage, darüber öffentlich zu sprechen - haben nämlich ganz andere Probleme.
Ausrasten (könnt' ich) werde ich (aber) nicht. Der Helios Chef verkündete vor wenigen Tagen "das Pflegepersonal muß höher/besser qualifiziert werden, z.B. um Blut zu entnehmen". Ja, Wer denkt er denn macht das so täglich hunderttausend-fach? Pflegende KÖNNEN das schon, Herr Helios Chef - und nicht erst seit gestern. Vielleicht wären Sie gut beraten, mal zu fragen oder zu schauen, Was Pflegende so alles können. Es geht um so 'was wie, erlaubt uns gesetzlich, aus dem "illegalen Raum" herauszutreten, damit wir endlich zugeben können, dass wir vieles Tun - was wir gelernt haben und auch können - z.Z.. noch mit schlechtem Gewissen, weil wir diese unsinnigen Gesetze folgen müssen. Wer hat's so niedergeschrieben? Du darfst jetzt reinbeißen.
Genauso schlimm: da tritt ein Deutscher Anästhesist in einer TV Talk Show auf, nachdem er ins Skandinavische ausreiste. "Ich bin für mehere Operationssäle zuständig, nicht nur für einen OP, wie in Deutschland." Reporter (als Doc munter den OP verlässt, Richtung anderer OP) "Was tun sie den jetzt?" Doc: "Ich versorge einen anderen Patienten im nächsten OP". Die Schlüsselfrage hätte lauten müssen Ja, WER ist denn jetzt beim Patienten? Diese Frage wurde nicht gestellt. Der unschuldige Bürger kann sich jetzt verschiedenes ausdenken. z.B. Der Doc ist wirklich ausgelastet - macht 3 Narkosen gleichzeitig. Ob der Bürger denkt, irgendwer wird ihn schon betreuen...?
Muss ich noch mehr sagen?
Wahrscheinlich sind drei Anästhesie gebildete Krankenschwestern/Pflegern bei den 3 narkotisierten Patienten, überwachen und führen die Narkosen. Ich frage mich, hat der deutsche Doc aus Rücksicht auf seine Kollegen in Deutschland den Mund gehalten (wer jetzt die Narkose macht), hat der Reporter nicht gefragt weil Laie, hat der Sender es geschnitten, hat es niemanden interessiert? Hätte ein Schwedischer Doc die Wahrheit herausgelassen, evtl. sich der Brisanz für deutsche Zuschauer nicht bewußt?
Da wird ein Doc im Bereitschaftsdienst TV-mäßig begleitet. Millionen können zuschauen. Keiner sagt zu keinem Zeitpunkt, dass auch Pflegende Bereitschaftsdienst tun und ebenso belastet sind - für noch weniger Geld. Kann schon sein, das der Doc vorher in der Ambulanz oder sonst wo anamnestisch tätig war, während dieser Zeit arbeiten die Pflegenden Heinzelmännchen auf hochtouren, und danach arbeiten sie auch noch. (Nein, sie gehen nicht ins Bett nach der letzten Naht, falls sich jemand gerade wundert, was die denn noch so tun haben könnten...tatsächlich gibt es noch Einiges, heute gehe ich nicht darauf ein, sonst wird's ein Fachbuch und kein Leseremail).
Sehr geehrte Frauen und Herren PolitikerInnen, KrankenhausdirektorInnen und sonstige Interessierte: Ein virtuelles Beispiel folgt nun. Wir Pflegende können schon (lange) vieles, tun es auch. Nur, der Gesetzgeber verbietet es uns. Wir tun es aber (Ausnahmsweise und in vielen Fällen) trotzdem, weil in vielen Fällen sonst keiner da ist, der es tut.
Nur, keiner gibt dieses zu. Wir auch nicht, denn wir möchten gerne unsere Berufserlaubnis behalten. Der Doc behauptet (sichtbar auf der Abrechnung) er war's, wir bestätigen das er's war und alle bewegen sich in den gesetzten Grenzen (wie erwünscht). Friede, Freude. Eierkkuchen.
So, nun haben Sie ein kein Argument: Pflegende tun das alles nicht, weil es nicht erlaubt ist. Bleibt die Frage offen: Wer tut den eigentlich wirklich das Blut entnehmen (um beim virtuellen Beispiel zu bleiben) oder das i.v. Antibiotikum anhängen? Scheint ein Fall für Inspektor Sherlock zu sein.
Eine (noch) höhere Qualifizierung ist begrüßenswert, die Inhalte müssten allerdings einfallsreicher sein, als über die Blutentnahme, Viggo's legen, Infusionen an/umhängen zu diskuktieren. Die Bereitschaft dieses auch positiv zu sanktionieren, sehe ich allerdings nicht.
Ich wundere mich über das Geld. Ja, wo läuft es denn? Offenbar nicht bei den Jung-Docs, nicht beim Pflegepersonal....doch es ist da, wird verteilt. Die Pharma war's nett, auch nett die Medizintechnik, auch nett die Boss-Docs, auch nett die Vorstände. Wahrscheinlich wird es versehentlich den Patienten beim Frühstück verfüttert. Kein Wunder, wenn's denen Nausea und Vomiting wird.
Sherlock, Du bist entlassen! Bevor Du überhaupt loslegen konntest. Die Ergebnisse will keiner hören, denn sie würden zum umdenken zwingen.
(Elisabeth, Kopf hoch, es geht weiter! Frust kann fruchtbar sein....)
WomBat, ich verstehe, dass die Docs sich nur beim eigenen Verein vertreten fühlen. Mein Verein ist noch viel größer, nur leider nicht vereinigt.
ostfriesland
03.04.2006, 02:47
Moin,
ich möchte noch einmal auf die Bildung von Pflegekammern zurückkommen. Ich bin der selben Meinung wie 'johannes driessen'.
Ich sehe keinen Vorteil für mich, sollte es eine Pflegekammer geben, ausser das in der Folge Kosten auf mich zu kommen, wie ein regelmäßiger Zwangsmitgleidsbeitrag, evtl. noch ein Beitrag für eine Regestrierung