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Vollständige Version anzeigen : Leistung der Pflegenden beurteilen


Cicero
06.06.2008, 21:47
Hallo @ all ...

Bitte um eure Meinung zu folgendem Thema:

Denkt ihr, dass man Pflegende & ihre Leistungen objektiv beurteilen kann?

Danke für eure Antworten

Gruß Cicero

PS: ich war noch im falschen Forum, kann der Moderator den Beitrag bitte in das allgemeine Forum verschieben? Daaaanke + sorry

Elisabeth
07.06.2008, 09:52
Es gibt keine objektive Beurteilung. Siehe z.B. Johari- Fenster: http://de.wikipedia.org/wiki/Johari-Fenster .

Wieso fragst du?

Elisabeth

Cicero
07.06.2008, 11:53
Hallo Elisabeth...

Hauptsächlich wg. Einführung der leistungsorientierten Bezahlung in der Pflege.

Ich weiß, durch den letzten Tarifabschluss wieder hinfällig aber in unserem Unternehmen gibt es Bestrebungen diese trotzdem einzuführen.

Also muss Leistung doch beurteilbar sein, diese sollte doch objektive Kennzahlen haben, um vergleichbar sein zu können, oder? Wie soll das in der Pflege aussehen? Wo es doch hauptsächlich Serviceleistungen sind.

Es gibt keine objektive Beurteilung

Nun ich denke, es ist doch abhängig wie und wer beurteilt. Denkst Du nicht, dass wenn die Beurteilung z.B. durch mehrere Personen anhand eines Leitfadens durchgeführt wird, es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass sie objektiv ausfällt?

Elisabeth
07.06.2008, 13:32
Definiere Leistung in der Pflege!?!?

Ist de Anzahl der gewaschenen Pat. als Leistungskriterium anzusehen?
Ist die Fallzahl bzw. Verweildauer ein Ansatzpunkt?
Ist die Anzahl der Beschwerden eine Möglichkeit zur Beurteilung?
Ist die Anzahl der Überstunden ein Zeichen für Engagement?
???

Verdi hat nicht umsonst keine Kriterien ausgegeben. Würde auch dem Prinzip der Tarifidee wiedersprechen: alle bekommen das gleiche- egal wieveil sie leisten, wie engagiert sie sind.

In der DDR gabs so eine Art Neuererwesen. Für den Betrieb nützliche Ideen wurden belohnt. Ich sehe darin eine Möglichkeit Leistungen zu honorieren mit dem angenehmen Nebeneffekt für die Firma gleichzeitig sparen zu können.

Elisabeth

tildchen
08.06.2008, 01:46
Für den Betrieb nützliche Ideen wurden belohnt. Ich sehe darin eine Möglichkeit Leistungen zu honorieren mit dem angenehmen Nebeneffekt für die Firma gleichzeitig sparen zu können.

Elisabeth


Das ist eine schöne Idee und dies gibt es mittlerweile in einigen Krankenhäusern, hat aber mit Leistung nur bedingt was zutun.

Wenn ich nicht besonders kreativ bin und mir nichts einfällt, kann ich trotzdem eine hervorragende Pflegekraft sein. Subjektiv oder objektiv oder wie auch immer beurteilt. Und wenn ich Pflegefehler begehe und schlecht pflege, nicht auf die Patienten eingehe oder was auch immer und dann ab und zu eine gute, dem Krankenhaus nützliche Idee habe, dann wird meine pflegerische Leistung dadurch auch nicht besser...

Gruß tildchen

Elisabeth
08.06.2008, 11:59
Wie definiert sich "hervorragende Pflegekraft"?

Anzahl der gewaschenen Pat.? Anzahl der Dankesschreiben? Anzahl der Überstunden als Zeichen für Engagement? Anzahl der besuchten Fort- und Weiterbildungen?

Was ist "schlecht Pflege"? Wie definere ich "Pflegefehler"?

Wie kann man "auf die Patienten eingehen" messen? Was mache ich, wenn der Patient Zuwendung ablehnt?

Lebt unser Beruf nicht von Kreativität?

Elisabeth

rettungsmaus
08.06.2008, 13:33
Wenn ich als Stationsleitung Ideen einbringe die dem Haus Geld sparen (z.B. Personalpolitik besser strukturiere, Materialkosten senke, Wäschebedarf reduziere ect.) bekomme ich einen "Bonus" und somit mehr Geld.
Als Leitungskraft ist dies also möglich und man wird von der PDL schnell als "gute" Leitung angesehen. Aber als eine am Patienten arbeitende Pflegekraft auf einer Intensivstation (natürlich auch auf allen anderen Stationen, ich kenne halt nur die Möglichkeiten auf einer ITS) hat man doch kaum wirklich eine faire Chance beurteilt zu werden und somit mehr Geld zu verdienen.
Schwierige Sache. :(
Ich denke, dass es den PDLlern bzw. der Krankenhausführung nur ums Geld geht. Sprich: Jeder, der Ideen zum Sparen einbringt, wird evtl. Profit daraus ziehen können. Aber ist das gleich zu setzen mit "guter" Pflege???:confused:
Und wer beurteilt dies?? Die Ärzte? Der Verwaltungsdirektor? Die PDL? Die Patienten?

Gruß
Heike

Cicero
08.06.2008, 16:11
rettungsmaus: ... beurteilt zu werden und somit mehr Geld zu verdienen. ...

nun ich denke, dass es nicht immer um mehr Geld gehen muss. Leistungsorientierte Bezahlung kann ja auch Berufsentwicklung beinhalten. Sprich Fortbildungen, Kongresse etc. bzw. kann herangezogen werden, um eine Karriereplanung zu entwickeln. Denn auf die freie Stelle sollte doch die richtige Frau/Mann gesetzt werden und nicht wie noch häufig im öffentl. Dienst üblich, der/diejenige die am längsten durchgehalten hat.

Trotzdem führt mich das wieder zu meiner eigentl. Frage:
¿kann Pflege objektiv anhand bestimmter Kriterien (Arbeitsqualität, Motivation, Engagement etc.) beurteilt werden?

was denkt ihr?
Hat jemand damit Erfahrung gemacht?

Undiskutiert soll dabei der Aspekt bleiben, ob es Sinn macht. Die die es sich nicht vorstellen können werden keinen Sinn daran finden. Die motivierten Kollegen, die sich im Bereich der Weiterbildung und Einarbeitung bzw. der Entwicklung neuer Pflegetechniken etc. engagieren werden dem schon einen Sinn abgewinnen können.

Jeder von uns kennt die unterschiedl. Charaktere, mit denen man es so tun bekommt in der Pflege. Es gibt Kollegen, die sich um ihre Pat. „kümmern" und es gibt Kollegen die nutzen zusätzl. freie Zeit um sich in der Küche od. sonst wo herumzudrücken. Pflegende die gern ihr Wissen weiter vermitteln und andere die einen Mitarbeiter zur Einarbeitung als Hilfskraft und Entlastung verstehen ... Es gibt so viele Beispiele ... ich denke, dass es Zeit wird, auch Unterschiede zu benennen und zu kommunizieren.
Nicht getreu dem Motto die Faulen und Schlechten akzeptieren und durchschleppen, die Motivierten verbrauchen.
Warum sollte das Unternehmen Krankenhaus nicht als Ziel haben sich die BESTEN rauszusuchen, wenn es bereit ist, sie auch dementsprechend (egal nach welchem Modell) zu bezahlen?

tildchen
08.06.2008, 16:44
Wie definiert sich "hervorragende Pflegekraft"?

Anzahl der gewaschenen Pat.? Anzahl der Dankesschreiben? Anzahl der Überstunden als Zeichen für Engagement? Anzahl der besuchten Fort- und Weiterbildungen?

Was ist "schlecht Pflege"? Wie definere ich "Pflegefehler"?

Wie kann man "auf die Patienten eingehen" messen? Was mache ich, wenn der Patient Zuwendung ablehnt?

Lebt unser Beruf nicht von Kreativität?

Elisabeth

Liebe Elisabeth,

wie immer antwortest du mit Gegenfragen. Schön dann will ich es mal mit Antworten versuchen. Die Definition für eine gute Pflegekraft wird es nicht geben. Allerdings könnte ich dir hundert Beispiele für schlechte Pflege und auch Pflegefehler aufzählen, aber das ist hier wohl nicht nötig. Natürlich gibt es keine Skalen um Leistungen zu messen, aber dennoch kann man Leistungen unterschiedlich und wenn man mehrere Leute zu Rate zieht auch einigermaßen fair beurteilen. Und mit einem Ideewettbewerb ist es nicht getan. Ob eine Idee gut ist wird meiner Erfahrung nach, wie auch rettungsmaus schon sagt, eher an der Wirtschaftlichkeit gemessen. Und beurteilt wird dies doch eher von einer Komission, die die entsprechende Pflegekraft vielleicht noch nie gesprochen hat.

Du hast Recht, Kreativität ist sicher nicht schlecht in unserem Beruf, aber nicht der alleinige Maßstab. Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit, Bereitschaft neues zu lernen usw sind u.a. ebenfalls wichtig in unserer Arbeit. Und ob man auf Patienten eingehen kann mißt sich nicht an der Anzahl der Dankesschreiben wie du etwas ironisch anmerkst. Sondern daran, wie ich dem Patienten das gebe, was er braucht und das kann dann auch mal sein ihn/sie in Ruhe zu lassen. Leistung ist durchaus beurteilbar und am fairsten wird es zugehen wenn es dies nicht nur einer tut. Für Station ist "meine" Vision die, eine Gruppe zu bilden aus einem oder 2 Mitarbeiter (vielleicht ein "Alter" und ein relativ "Junger") aus dem Team mit Stationsleitungen und evtl noch Vertreter der anderen Berufsgruppen und dann eine gemeinsame Bewertung eines Mitarbeiters aus verschiedenen Perspektiven einigermaßen fair und objektiv zu schreiben. Dabei müssen natürlich alle Teilnehmer der Gruppe gleiches Stimmrecht haben. Was auch hilfreich sein kann ist, dass die "Beurteiler" gut geschult werden. Das hilft zwar nicht in allen Fällen seine persönlichen Emotionen rauszuhalten, macht aber sensibel.

Grundsätzlich finde ich es keine schlechte Idee Leistung zu honorieren. Denn jeder von uns kennt wohl die Kollegen, die sich aus allem raushalten, sich vor unangenehmen Arbeiten oder Patienten drücken und seit ihrem Examen lediglich die Pflichtfortbildungen abgesessen haben und sich sonst für nichts interessieren.

Tildchen

Elisabeth
08.06.2008, 20:33
Wenn du jemanden beurteilen willst, musst du einheitliche Kriterien vorgeben.

Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit findest du unter anderem in dem Bereich Soft Skills.
Bereitschaft neues zu lernen dürfte zu Erhöhung der Fachkompetenz führen.

Ergo: Beurteilung könnte den Spezialsierungsgrad abbilden und die Ausprägung der Soft Skills angeben. So eine Beurteilung lässt sich durchaus "skalieren".

Damit wäre es möglich die Leistung einer KS auf einer Wochenstation identisch mit der Leistung einer KS auf einer Intensivstation zu beurteilen. Softskills sind identisch- egal welcher Bereich. Fachkompetenz wird vom Fachbereich bestimmt.

Wie hoch soll die Fachkompetenz sein? Reicht das niedrigste Niveau?
Ich denke nicht. Dieser Bereich müsste jedes Jahr neu definiert werden.

Viel Aufwand für wenig Geld. Ich befürchte, es wird wie immer im Einheitsbrei landen: alle bekommen den gleichen Obulus.

Elisabeth

PS Fair und objektiv kann niemand beurteilen. Das hängt mit unserer Unfähigkeit zusammen, die Realität wahrzunehmen. Es wird immer eine persönliche Note in der Beurteilung enthalten sein- egal wie das Beurteilungsgremium zusammen gesetzt wird.

tildchen
09.06.2008, 18:33
PS Fair und objektiv kann niemand beurteilen. Das hängt mit unserer Unfähigkeit zusammen, die Realität wahrzunehmen. Es wird immer eine persönliche Note in der Beurteilung enthalten sein- egal wie das Beurteilungsgremium zusammen gesetzt wird.


Ein einzelner nicht, das ist richtig! Aber wenn mehrere Leute aus verschiedenen Hierachieebenen den gleichen Koillgen beurteilen wird es zumindest deutlich objektiver sein, wie wenn ein einzelner dies tut. Dass auch dabei immer noch eine gewisse persönliche Note mitspielen wird möchte ich nicht verneinen aber ich bin mir nicht sicher, ob ich dies in jedem Fall ausschließen möchte.


Ich halte es durchaus für umsetzbar gute Leistung auch besser zu bezahlen. Es gibt viele Möglichkeiten zu messen, ob ein Mitarbeiter einen Bonus verdient hat. Eine zusätzliches Instrument wäre auch eine Zielvereinbarung, also hat der Mitarbeiter sein vereinbartes Jahresziel erreicht oder nicht? Was hat er an Aufwand dafür eingesetzt? Warum hat er es nicht erreicht oder auch warum hat er vielleicht mehr erreicht als vereinbart?

Eine leitende Pflegekraft hat mir einmal in einem Gespräch gesagt, dass sie von mir mehr erwarte als von anderen! Warum eigentlich war meine Gegenfrage? Dafür dass ich sowieso mehr Anstrengung, Geld und Einsatz investiere mein Fachwissen zu erhöhen, dafür dass ich mich in Arbeitsgruppen engagiere und es als meinen Auftrag sehe junge Kollegen auch während der täglichen Routine an meinem Wissen teilhaben lasse usw. Wenn die leistungsgerechte Vergütung bedeutet alle von einem individuellen Ausgangswert zu betrachten und nur die Steigerung dessen beurteilt, dann halte ich dies auch für überflüssig. Wenn es aber bedeutet, dass man von einem stationsspezifischen Grundwert ausgeht der für alle gilt, und jene die
die mehr leisten (egal in welchem Bereich) entsprechend honoriert, kann dies für einige Mitarbeiter auch Ansporn sein, sich etwas mehr zu engagieren.

Gruß tildchen

Elisabeth
09.06.2008, 19:49
Eine zusätzliches Instrument wäre auch eine Zielvereinbarung, also hat der Mitarbeiter sein vereinbartes Jahresziel erreicht oder nicht? Was hat er an Aufwand dafür eingesetzt? Warum hat er es nicht erreicht oder auch warum hat er vielleicht mehr erreicht als vereinbart?



Sehr gute Idee- setzt voraus, dass die Leitung weiß was sie will. Und da sind wir wieder bei: Was ist gute Pflege?

Elisabeth

tildchen
09.06.2008, 20:46
Sehr gute Idee- setzt voraus, dass die Leitung weiß was sie will.
Elisabeth


Davon bin ich jetzt mal, positiv denkend, ausgegangen....!

Tildchen

WomBat
09.06.2008, 22:03
Jeder muss wissen, was er beurteilen will (und was ´"gute Pflege" ist :D ). Ganz objektiv geht eher nicht, die Objektivität kann durch mehrere Personen (ab zwai) erhöht werden - so als "Schnitt - Diagnose".
Fair geht ganz gut, dazu brauchen die Beurteilende bestimmte Eigenschaften (z.B. sie sollten "Fairness" sehr gut verstehen und wissen, dass sie niemals "objektiv" beurteilen können. Sie sollten auch eine Idee von "guter Pflege" haben). Bögen gibt es viele, jeder von uns wurde doch schon mehrfach "beurteilt" (in der Ausbildung und in Weiterbildungen und und und).

Suche im Deutsch: schwierig?!? Besonders wenn im Suchbegriff auch nach "evidenz" enthalten ist. Na Ja, hier so ein paar Dingens in Anglais, und ein Dingens in Deitsch.


Sprache > Englisch
http://www.chsrf.ca/final_research/ogc/pdf/obrien_final.pdf

http://cat.inist.fr/?aModele=afficheN&cpsidt=2742937

http://findarticles.com/p/articles/mi_m0FSS/is_3_14/ai_n17209491

http://www.nursingcenter.com/library/JournalArticle.asp?Article_ID=647572

http://www.anmc.org.au/docs/Principles%20for%20the%20Assessment.pdf


Sprache > Deutsch

http://quepnet.fh-bielefeld.de/data/doc/id_97/Q_LZK_Aarau_Teil1.pdf

WomBat, Igitt! Jeder glaubt, seine Methode wäre besonders gut und sinnvoll und evidenz-basierte und so weiter....Was ist, wenn die Beurteilungsmethode gut ist, der Beurteiler aber keine Ahnung von "guter Pflege" hat? :confused:

fridolin
10.06.2008, 09:44
Liebe KollegInnen,
objektive Beurteilungen gibt es nicht!!!
Und in der pflege schon gar nicht, fehlen doch hier messbare Kriterien. (Ich kann die in einer bestimmten Zeit hergestellten Waren zählen, aber auf den Patienten übertragen heisst das...?)

Und nun zum eigentlichen Problem: Wenn ein Arbeitgeber versucht, doch eine Art "Leistungsentgelt" einzuführen, so verhält er sich nicht mehr tarifkonform und der Betriebsrat ist gehalten, dem Arbeitgeber "einen zwischen die Hörner" zu geben... (ggf. mit Hilfe von ver.di)
Viele liebe Grüße
fridolin

Anmerkung:
Auch sog. 360° - Beurteilen sind ungerecht, weil subjektiv.

Alternativ würde ich mir "Berufsentwicklungsgespräche" wünschen. Inhaltlich müsste die Frage gestellt werden "....wo siehst Du Deine Qualitäten und ich sehe Deine Qualitäten da und da..." - "wäre für Dich es nicht ein lohnendens Ziel, Dich besonders um xy zu kümmern?"

Elisabeth
10.06.2008, 10:08
Moment- ist im letzten tarifvertrag nicht von einem möglichen Leistungsentgeld die Rede?

§ 18 VKA Leistungsentgelt

(1) 1 Die leistungs- und/oder erfolgsorientierte Bezahlung soll dazu beitragen, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern.
2 Zugleich sollen Motivation, Eigenverantwortung und Führungskompetenz gestärkt werden.

(2) 1 Ab dem 1. Januar 2007 wird ein Leistungsentgelt eingeführt. 2Das Leistungsentgelt ist eine variable und leistungsorientierte Bezahlung zusätzlich zum Tabellenentgelt.

(3) 1 Ausgehend von einer vereinbarten Zielgröße von 8 v.H. entspricht bis zu einer Vereinbarung eines höheren Vomhundertsatzes das für das Leistungsentgelt zur Verfügung stehende Gesamtvolumen 1 v.H. der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres aller unter den Geltungsbereich des TVöD fallenden Beschäftigten des jeweiligen Arbeitgebers.
2 Das für das Leistungsentgelt zur Verfügung stehende Gesamtvolumen ist zweckentsprechend zu verwenden; es besteht die Verpflichtung zu jährlicher Auszahlung der Leistungsentgelte.
http://www.der-oeffentliche-sektor.de/infoundrat/infothek/1448

Tja- der Kommunismus (Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen) im Tarifvertrag scheint endlich der Vergangenheit anzugehören... wenn der AG es denn wagt umzuschwenken: jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Leistungen.

Elisabeth

fridolin
10.06.2008, 12:31
Liebe Elisabeth,
liebes Forum:
die Tarifeinigung des TV ÖD sieht (vorläufig) den Wegfall des Leistungsentgeldes vor.
Zu finden unter folgendem Link:
http://tarif-oed.verdi.de/tarifrunden/oed-tarifrunde_2008/tarifeinigung/data/080331_tarifeinigung.pdf
Auszug:
"Besondere Regelungen für Krankenhäuser
1. Abweichend von Teil A Ziffer I Nr. 1 erhöhen sich die Tabellenentgelte
a) ab 1. Januar 2008 (Tarifgebiet Ost: ab 1. April 2008) um 50 Euro sowie anschließend
um 1,6 v.H. und
b) ab 1. Januar 2009 um weitere 4,3 v.H.
2. Die Beschäftigten erhalten im Tarifgebiet West ein um 1,0 v.H. vermindertes
Leistungsentgelt gem. § 18 Abs. 3 TVöD.
3. Die Zulage gem. § 52 Abs. 2 TVöD BT-K wird im Tarifgebiet West um 10 Euro
vermindert. Entsprechendes gilt für die Zulage gem. § 52 Abs. 4 TVöD BT-K.
4. Abweichend von Teil C Ziffer II beträgt im Tarifgebiet West die regelmäßige Arbeitzeit
gem. § 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. b TVöD für die Beschäftigten im Geltungsbereich
des TVöD BT-K 38,5 Stunden. Abweichend von Satz 1 gelten in
Baden-Württemberg 39 Stunden. Ziffern 2 und 3 gelten nicht im Bereich des KAV
Baden-Württemberg.
5. Die monatlichen Ausbildungsentgelte der Auszubildenden nach TVAöD
- Besonderer Teil Pflege - werden ab 1. Januar 2008 um 70 Euro erhöht."

Bedeutung:
Da im TVöD 1% Leistungsentgelt fixiert sind und 1% wegfällt, bleiben 0,00 % Leistungsentgelt übrig. (Zu finden unter Ziff. 2)
Es fällt also de facto weg. Was allerdings passiert, wenn das Leistungsentgelt erhöht wird, geht hieraus nicht hervor.

Ich hoffe somit ein wenig Klarstellung in den Dschungel des Tarifrechts gebracht zu haben.
Viele liebe Grüße
der unklare
fridolin