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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : pressen gegen den Respirator



lucky
17.03.2008, 13:12
Hallo zusammen,
lese seit einigerzeit im Forum eure Themen, somit bin ich nicht ganz neu, jedoch erst jetzt angemeldet.
Bin grad in der FWB und schreibe ne Facharbeit über die Herangehensweisen bei COPD Patienten, die bei Pflegerischen Handlungen gegen den Respirator anpressen trotz ausreichender Analgosedierung. Also was kann man dagegen tun (ohne die Patienten vorher ins Nirvana abzuschießen :motz: )
Hat jemand von euch Erfahrungen, evtl. internetseiten, Ideen zur Basalen Stimulation usw.????:confused:
Viele Grüße und danke mal im voraus
lucky

uli
17.03.2008, 16:42
Hallo Lucky,
nichts ist so individuell wie die Einstellung eines Beatmungsgerätes. Vielleicht kannst Du noch einige Details zum Patienten und vor allem zu Euren üblichen Beatmungsformen, Drücken, etc. sagen?

liebe Grüße

Uli

lucky
18.03.2008, 03:04
Hallo Uli,
es geht mir in erster Linie um den sedierten COPD Patienten, der plötzlich, meist aus dem nichts heraus oder bei pflegerischen Handlungen das pressen beginnt, oder z.b.unter der Spontanatmung die Luft anhält. Evita 4 sagt dann immer "Tubus blockiert" meist läuft der Patient dann blau an ohne irgendwelche anderen Wachheitserscheinungen zu zeigen. Unsere gängigen Beatmungsformen sind BIPAP, CPAP/ASB/ PPS,
Gruß lucky

Helmut
18.03.2008, 09:33
Hallo Lucky
Die Frage ist ob ihr es tolerieren könnt oder nicht.
Bei einem Pat. mit SHT in der Akutphase ist Pressen und Husten absolut nicht erwünscht, d. h. wir passen die Sedierung an, zur Not wird auch relaxiert. Wenns bei dem gleichen Pat. danns ins Weaning geht, sind solche Phasen des Pressens oftmals nicht zu verhindern und werden bis zu einem gewissen individuellen Ausmaß auch in Kauf genommen.
Mit einer Änderung von Beatmungsparametern wird du nicht weit kommen, ist zumindest unsere Erfahrung, aber wir beatmen auch mit dem Servo 300 A, entweder druckkontrolliert oder CPAP mit Druckunterstützung. Linderung bringt hier wohl blos die entweder frühzeitige Extubation oder eine Tracheotomie. (natürlich nicht nur weil der Pat. presst.)
Gruß Helmut

nurcy
22.03.2008, 21:31
Nun mal ehrlich, was hälst du da von einer wunderbaren NIV?
Wir haben da, gerade bei COPD Patienten die besten Erfahrungen gemacht.
Das comingout wr und ist einfch nicht zu toppen.
Pressen gegen den Respirator ist nach ordentlicher Einstellung des Patienten kein Problem.
LG :jubel:

Otto
26.03.2008, 03:11
Hallo Lucky,
mit den COPD- Patienten ist es so eine Sache. Normalwerte (PO2, PCO2) passen nicht, in den Ramsay Score sind sie zumindest am Anfang nicht einzuordnen und sie haben nicht nur äußerlich eine dünne Haut.
COPD- Patienten sind nicht nur von der Lunge aus, sondern auch von Psyche her eine Herausforderung.
Das von Dir beschriebene Pressen gegen den Respirator ist zumindest in der Anfangsphase der Beatmung ein Problem. Meine Strategie besteht in der Toleranz von niedrigen SPo2 für eine gewisse Zeit, gut zu reden bzw. beruhigend einwirken (rationale Aufforderungen wie, "jetzt hören Sie mal auf zu pressen", führen in der Regel nicht zum Ziel). Ich komme auch ab und zu nicht um einen Bolus Sedativa herum (Nirvana für kurze Zeit).
Im Laufe des Weaning werden die " Pressphasen= Abwehr= Angst?" seltener.
Ich denke es liegt daran, dass wir tagsüber die Patienten wach werden lassen (Ramsay 2-3) und der Patient darüber orientiert ist, dass Beatmung keine Bedrohung sondern eine Hilfe ist.
Zur Bemerkung von Nurcy zur "wunderbaren NIV": Ich gehe davon aus , dass COPD- Patienten nur invasiv beatmet werden, wenn die NIV vorher gescheitert ist bzw. Kontraindikationen gesehen wurden.
Basale Stimulation ist eine gute Sache bei diesem leicht in erregbaren Patientenklientel.
Viele Grüße Otto

nurcy
26.03.2008, 11:09
Hi Otto, schön wäre es wenn die invasive Beatmung erst zum Einsatz kommt wenn die NIV gescheitert oder eine Kontraindikation besteht. Leider erlebe ich im ländlichen Bereich und an kleineren Häusern es viel zu oft das dort keine NIV möglich ist.
Fehlende Maschinen, Ärzte die zu schnell zur Intubation greifen, zu wenig geschultes Personal!
:wut:
Basale Stimulation finde ich auch super. Gerade für COPD.

So nun zu dir Lucky:
ich war vom 06-08.09. 2006 beim Forum für Intensivmedizin und Intensivpflege in Marburg das war klasse gemacht und ging hauptsächlich um NIV und das Problem mit Beatmungen auch bei COPD vielleicht findet man dort Literatur.
:)
Google das mal.
Sonnige Grüße Nurcy

lucky
06.05.2008, 12:05
Hallo zusammen,
vielen Dank mal für eure Antworten, besonders dir otto, damit kann ich was anfangen. Guter Satz übrigens: "die haben nicht nur äußerlich eine dünne Haut"
Gruß