Vollständige Version anzeigen : Pflege Wissenschaft ?
Liebe Zwaimeinde,
ich habe da so ein Ärger-lebnis und möchte :motz: . Wir sind in Deutschland - wie allseits bekannt unter uns-, in der Pflegewissenschaft ein rühmliches Schlusslicht - so global gesehen unter den sog. "entwickelten" Länder.
Bis auf den Modelstudiengang Berlin so um 198?irgendwas, dauert es bis mind. 1990-91, und dann noch lange bis es weiterging und viele Studiengänge im Bereich "Krankenpflege" (Gesundheits-) angeboten wurden. Es läuft an, es gibt aber immer noch viele Probleme, sei es Finanzierung usw, Stellen für studierte Pflegende am Krankenbett (wer sieht das schon ein? Hallo, wenn hier ein Politiker mitliest, umso erfreulicher), usw.
Ist es schon mal aufgefallen, dass es Dissertation gibt mit Themen (?), hier 2 Bsp.:
"Psychologische, physiologische und psycho-akustische Korrelate starker Emotionen in Musik"
"Die Beatles, rockmusikalisches Phänomen des 20. Jahrhunderts, sind Gegenstand der vorliegenden analytischen Untersuchungen...Die erstmals im Jahre 1983 als Dissertation veröffentlichte Arbeit.."
1983! Ausrasten könnte ich. Werde es aber nicht. Gerade destotrotz der Ignoranz derer, die in Sachen Pflege immer noch glauben...."Ein gutes Herz, 2 Hände und 2 gesunde Füße reichen"...
Keine S-- hat ein Problem damit, dass solche Sachen (siehe Bsp. oben) wissenschaftlich "untermauert" werden (und gefördert werden! sowie belohnt mit akad. Titel!.) Und besser bezahlt werden! im Vergleich zu der Krankenschwester / des Krankenpflegers am Krankenbett.
Wohlgemerkt, bei steigende "Akutheit" der Betroffenen Patienten. Je mehr ich vergleiche, desto...mehr :wut: .
In einer Gesellschaft mit zunehmender "pflegebedürtftigkeit", demographischer Wandel (schon sehr lange bekannnt), studiert man gerne das Liebesleben der Maikäfer während die "Pflege der Menschen" ein sog. Lehrberuf bleibt. (Nichts gegen Maikäfer!)
Ist diese von zunehmender Pflegebedürftigkeit bedrohte Gesellschaft überhaupt noch zu retten?
WomBat, bin nur so am rum-denken....und wundere mich, was ander darüber denken :confused:
OH OH
geschätzter Wombat,
Deine Frustration ist für mich nachvollziehbar.
Gerade hinsichtlich der Akademisierung bin ich "entzwai"-gerissen, einerseits halte ich es für absolut notwendig den / die Pflegeberuf / e als eigenständige Berufsgruppe und nicht als Assistenzpersonal weiterzuentwickeln, andererseits bin ich dankbar dass viele Kolleginnen und Kollegen nicht aus akademischen "Kreisen" kommend und nicht nur theorieorientiert- sondern menschlich arbeiten und handeln.
Die Möglichkeit ein Studium nach Pfl. Ausb. zu beginnen besteht mittlerweile, das ist doch schon sehr positiv!
Und die von Dir genannten Promotionsthemen... "Verschnitt gehört dazu", leider.
Weiterhin bemerke ich eine zunehmende Volumenvergößerung des Wasserkopfes in der Pflegevertretung, zu-viele Organisationen und Einmischungen von Berufsfremden in unsere Berufspolitik.
Wenn ich mich richtig erinnere hat eine Kollegin in Zusammenarbeit mit einem Chirurgen die Fachausbildung auf den Weg gebracht, jetzt sind es FA für Anästh. und Intmed. die die Aufgaben erfüllen, welche ursprünglich von einer Krankenschwester geleistet wurden - war das nicht auch eine Form der "Akademisierung"?
FireBIPAP
29.02.2008, 23:19
Hi!
So habe ich das noch nie gesehen:
Die Anästhesie ist die weiterentwiklung der Fachpflege...
Finde ich irgentwie cool!
Cu Simon
Kania und FireBIPAP, Ja! Nachdenklich, aber Ja, es war auch eine Form der Professionalisierung!
Es gibt die Möglichkeit mit der Ausbildung einen BS zu verbinden in einigen Schulen (z.B. Alice Salomon). Es geht um die grundsätzliche Frage die „Ausbildung“ auf ein höheres „Niveau“ zu bringen….!?! Wie in den meisten Europäischen Länder schon längst geschehen. Anfangs ist das vielleicht nicht unbedingt besser, auf lange Sicht sollte es die Berufsgruppe insgesamt nach vorne bringen, glaube ich.
Es geht mir nicht darum, wer nun die bessere Schwester/ der bessere Pfleger ist, sondern um den Beruf allgemein. Es gibt ganz bestimmt Probleme, wenn ausschließlich herum-theorisiert wird (so ist das aber nicht gedacht :)) , meine Hoffnung ist es, dass Theorie und Praxis sich (bald - balder - am baldesten?) näher kommen und als „unteilbar“ angesehen werden. Mal sehen....
WomBat, wundert sich immer noch....
... eine Ansatz dazu ist sicherlich durch den Bologna-Prozesses gegeben worden, jetzt sind die werdenden bzw. schon etablierten Akademiker, welche aus der "Pflege" stammen gefordert. Die sog. Politikmüdigkeit welche in unserer Berufsgruppe herrscht muss überwunden werden - ebenso der ewige Pessimismus und die Hirachienen. ( denn die Ärztschaft soll Partner und nicht Vormund sein. )
Und das alles in einer Zeit der Regression!
LG
aus einer Rede über das für und wieder einer Pflegekammer, 2005
Prof. Weidner wies in einem Redebeitrag auf folgende Merkwürdigkeit hin: Den Pflegeberufen wird häufig im Alltag aber auch in Forschungsprojekten erstaunlich viel zugetraut, wenn es aber um die Verteilung von beruflichen oder gesellschaftlichen Einfluss geht, wird den Angehörigen der Pflegeberufe i.d.R. nicht mehr viel Beachtung geschenkt. Dies gehört abgestellt. Auch könne es nicht mehr sein, dass im Pflegeversicherungsgesetz weiterhin von "Prävention und Rehabilitation vor Pflege" gesprochen werde und damit die Pflege per se ans Ende der Versorgungskette gestellt werde. Vielmehr müsse erkannt werden, welch riesiges Potenzial in dieser Berufsgruppe für alle Bereiche der Gesundheitsversorgung stecke. Es gelte nun, so Weidner, dieses Potenzial insbesondere für die Lösung der stetig wachsenden Pflegebedürftigkeits-Problematik in der Gesellschaft zu entwickeln und zu nutzen.
Irgendwo in diesem wertvollem Forum habe ich mich mal zum Buch der R. Bosch Stiftung "Pflege braucht Eliten" kritisch geäußert. (Vielleicht hilft die Redaktion, die Stelle zu finden? Auch ich bin daran interessiert, wie ich das so geschrieben habe...:) ) Zurück zum Thema: Das möchte ich jetzt fortführen mit dem Hinweis auf folgende Arbeit:
"Zum Verhältnis von Akademisierung, Professionalisierung und Ausbildung im Kontext der Weiterentwicklung pflegerischer Berufskompetenz in Deutschland" von E. Bögemann-Großheim in Pflege und Gesellschaft 3/04.
http://www.dg-pflegewissenschaft.de/pdf/PfleGeBoegemannGrossheim0304.pdf
Wer in der "Professionalisierungs" Diskussion mitmacht, dem kann ich nur empfehlen sich diese 7 Seiten reinzuziehen!
Notfalls mehrmals, notfalls mit einem "soziologischen" Wörterbuch in Reichweite (kann auch ein "schwätzendes, gehendes Wörterbuch sein:))
Es werden "2 unterschiedliche Verständnisse" zum Thema Professionalisierung vorgestellt und kritisch diskutiert.
Diese Arbeit ist erfrischend, denn sie nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt "ES" realitäts-genau ohne Schnick-Schnack.
Bitte durchhalten, es sind nur 7 Seiten! Durch diese Arbeit wird vieles verständlich.
WomBat, es lohnt sich.
PS Bin weiterhin nicht für die "Option Elite" mit zunehmender vertikaler Hierarchie! sondern für Verlegung der Ausbildung der (Gesundheits-) und Krankenpflege auf ein höheres Schulniveau mit mehr Kompetenz, horizontaler Kollegenstatus - und Beste Pflege für Patienten
gar nicht so abstrackt!
Nicht direkt zur Thematik habe ich einen Gedanken der sich sofort manifestierte; der Zugang zur Berufsausbildung wird/würde durch die Professionalisierung weiter legitimiert(?), der Pflegeberuf wird zunehmend einen höheren Bildungsabschluss erfordern, eine weitere Aufsplittung erfolgt.
Mein "entzwaigerissen sein" hat dieser Artikel nicht beheben können, es stellt sich die Frage ob die Professionalisierung von unten -d.h. die Berufsausbildung zu erweitern die Lösung ist, oder aber den Pflegeberuf so zu definieren das sog. Vorbehaltstätigkeiten der Qualifikation angemessen legalisiert(?) werden?
LG
Kania, mal sehen was auf uns zukommt. Mal sehen was sich so tut...
Mir geht es wie Dir, etwas unschlüssig...denke aber, Vorwärts könnte besser sein. Rückwärts kennen wir bis zum Abwinken.
WomBat, dazu kommt, die Konkurenz schläft (mit Sicherheit) nicht
Holger Beuse
05.03.2008, 22:57
Irgendwo in diesem wertvollem Forum habe ich mich mal zum Buch der R. Bosch Stiftung "Pflege braucht Eliten" kritisch geäußert. (Vielleicht hilft die Redaktion, die Stelle zu finden? Auch ich bin daran interessiert, wie ich das so geschrieben habe...:) )
Mensch, WomBat! Ich find ja kaum was auf meinem Scheibtisch wieder. Aber da gibt's auch keine Suchfunktion...
Du meinst sicher das hier: http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9346&postcount=19
Danichfür,
HolBeu
Mensch, HolBeu! So was hab' ich nie geschrieben! :D
Danke, HolBeu, treffsicher wie immer! Grüße, WomBat
rettungsmaus
19.03.2008, 16:27
Passt vieleicht auch ein wenig hier rein!
http://www.diplom-pflegewirt.com/resources/Jung-dynamisch-unexaminiert.PDF
Wie seht ihr diese Geschichte???:confused:
Gruß
Heike
Hallo Rettungsmaus!
Das passt schon ganz gut, finde ich! Es zeigt unsere "seltsame" Bildungslandschaft recht gut auf.
So kann ich mir kaum einen Dipl-Medizinwirt vorstellen....:-p
Grüße, WomBat
rettungsmaus
19.03.2008, 20:09
@WomBat,
alles sehr merkwürdig:confused: ....wie kann ich in der ambulanten Pflege verantwortlich handeln wenn ich keinerlei praktische Erfahrung habe??? Ich kann mir das nicht so wirklich vorstellen aber ich habe auch, ehrlich gesagt, keine Ahnung von dem, was dort an praktischen Einsätzen so zu absolvieren sind.
Gruß
Heike
@ Rettungsmaus : interessanter Link
Deine Anmerkung "wie dann ohne entspr. Berufspraxis" verantwortungsvolles Handeln möglich sei ist nicht ohne Bedeutung.
In dem Vortrag werden als studienanschließende Erwerbsmöglichkeiten auch "Nischen" beschrieben, - im Bereich Verwaltung kann ich mir das vorstellen, jedoch bereits b. Qualitätsmanagement treten dort durch die fehlende Pflegeexpertise Probleme oder zumindest ein höherer Zeitaufwand auf.
In einem kürzlich mit einem ehemaligem Kollegen geführten Gespräch (Thema, Ärzte als Berufsanfänger) wies Er prägnant darauf hin, das der praktische Bezug zur Tätigkeit von diesen noch erlernt werden müsse, da eine Lehre im Sinne der praktischen Ausbildung nicht wie in der Krankenpflege durch das Studium ( trotz Famulaturen etc. ) gegeben ist.
z.B.: Den Gammaaminobuttersäurezyklus kann ein solcher Berufsanfänger prima erklären, doch d. Braunülen legen hat eine drastische Fingerverknotung zur Folge.
Abstrakt finde ich hier einen Bezug zu der Diskussion über den sog. Narkoseassistenten – Bildung ohne den nötigen praktischen Bezug.
Daher bin ich der Auffassung d. Studiengänge (die Pflege betreffend) eine entspr. Berufspraxis voraussetzen sollen.
LG
Elisabeth
20.03.2008, 10:01
Was wird in der Praxis vermittelt? Was kann ein Azubi nach 3 Jahren Ausbildung, was ein Pflegewirt ohne praktische Ausbildung nicht kann? Was meint: es fehlt die praktische Erfahrung?
Elisabeth
PS Bin nun mittlerweile auch zu alt zum studieren. Neben den finanziellen (Un)-kosten fehlte mir all die Jahre auch das richtige Studienangebot: praxisorientiert und nicht Management, Wissenschaft (á la ElfenbeinTurm), Pädagogik. Da muss es doch noch was anderes geben.
rettungsmaus
20.03.2008, 18:51
Ja Elisabeth, es fehlt die praktische Erfahrung. Wenn ich mich für ein Studium innerhalb des großen Bereiches "Pflege" entscheide, sollten voher einige Jahre Berufserfahrung vorhanden sein. Also nicht nur eine pflegerische Grundausbildung sondern auch 2-3 Jahre Berufserfahrung. Die "Pflegakademiker" sollten doch auch im Sinne der Pflege ihren Beruf (Management, Pädagogik, Wissenschaft) ausüben. Wie soll das möglich sein wenn die Pflege in ihrer Alltäglichkeit überhaupt nicht erlebt worden ist???
Die FWB geht auch nicht direkt nach dem Examen. Auch in unserem Bereich wird eine mindestens einjährige Berufserfahrung verlangt. Warum nicht auch für entsprechende Studiengänge???
(ok, sehen wir mal von den Diskussionen über bestimmte "Fachpflegekräfte" hinweg die auch ohne Examen in Grundpflege demnächst:confused: :( z.B. im OP stehen könnten und als Operationsassistenten instrumentieren...)
Gruß
Heike
Elisabeth
21.03.2008, 10:49
Was bringen 2-3 Jahre Berufserfahrung? Was erfährt der Praktiker, was dem Theoretiker fehlt?
Also: was kann man nur in der Praxis lernen?
Ich höre da unterschwellig ein: DIE wissen ja gar nicht wovon sie reden raus. DIE = die Pflegedienstleitung?
Ketzerische Frage: Wissen die Praktiker denn stets was sie tun? Oder ist es nicht so, dass wir im rahmen unserer Sozialisierung lernen effektiv zu kopieren- gemäß dem Satz: es war so, es ist so, es wird immer so sein.
Kommt nicht nach Jahren die Erkenntnis: das kann es doch nicht gewesen sein verbunden mit der Suche nach neuen (theoretisch belegten) Horizonten? Warum dann einen Umweg gehen?
Zu den OTAs. Da reagiere ich sehr empfindlich. Hier wird besonders schön das tradierte Denken sichtbar. Wozu braucht ein Operationstechnischer Assistent eine Pflegegrundausbildung? Er bekommt einen Einblick in die Pflege innerhalb eines 6wöchigen Praktikums. Das reicht um ein Minimum an Dressurleistung zu erwerben.
Die Aufgabe einer OTA ist das Assistieren bei einer OP- nicht das (Grund)-pflegen.
Ein Psychologe studiert auch nicht erst Humanmedizin (sondern gleich Psychologie) und kann trotzdem therapeutisch wirksam werden in seinem Fachbereich... übrigens manchmal besser als ein Psychiater mit Humanmedizinstudium.
Elisabeth
liebe elisabeth:
- wofür ota--
: allein um die aufgeben der pat. beobachtung (ambulanz, etc.) und betreuung wahrnehmen und ggf. pflegerisch tätig werden zu können?
allein zum intrumentieren: da stimme ich dir zu.
lg
Elisabeth
21.03.2008, 12:22
Wir haben kein Monopol auf Beobachtung und psychosoziale Betreuung. Ich würde sogar behaupten: im Gegenteil. Gerade die psychosoziale Betreuung und Beratung von pat. verkommt zunehmend zum Stiefkind der Pflege. Der Umgang mit medizinischen Aspekten ist für viele nun mal atraktiver.
Für Beobachtung braucht es wache Sinne und ein Grundmaß an Kenntnissen in Anatomie und Physiologie- Aspekte, die in der OTA- Ausbildung umfangreich vermittelt werden. Bei der OTA- Ausbildung geht es nicht um Dressur ... sondern um Mitdenken können bei der OP, der Endoskopie usw..
Aber wir kommen vom Thema weg: Was bringen 2-3 Jahre Berufserfahrung? Was erfährt der Praktiker, was dem Theoretiker fehlt?
Also: was kann man nur in der Praxis lernen?
Elisabeth
rettungsmaus
21.03.2008, 14:07
Gute Frage...was bringen 2-3 jahre Berufserfahrung?? Vieleicht bin ich ja ein wenig naiv aber ich bin mir sicher, dass nach 2-3 Jahren im Beruf wenigstens ansatzweise eine gewisse Routine aufgebaut worden ist und ich mir auch innerhalb der Pflegenden ein Bild von meinem Beruf bilden konnte. Vieleicht hat der ein oder andere danach schon "genug" und erkennt für sich, dass ein Studium oder eine FWB in einen bestimmten Bereich eine Alternative zum Stationsalltag sein könnte. Ich glaube einfach weiterhin, das es niemanden schaden kann Erfahrungen in einem Beruf zu sammeln um eine gewisse Grundlage im Studium zu haben und sich evtl. auch nach seinem Studium an diese Zeit zurück erinnert und uns sinnvolle "wissenschaftlich fundierte Hilfen" entwickelt....
Vieleciht nur kurz zu meinem OTA Beitrag. Ich sage nur: Wehret den Anfängen...Heute sind es die OTA´s die eine kürzere Ausbildungszeit brauchen und somit auch weniger Geld verdienen als die examinierten Pflegekräfte mit FWB und morgen sind es dann die Anästhesiefachpflegekräfte oder die "Beatmungsfachpflegekräfte" die sich nur noch um die Beatmungseinstellungen kümmern ect. Ich sehe das sehr skeptisch!
Gruß
Heike
... psychosoziale Betreuung vs. medizinische Betreuung ...
Ein interessanter Gedanke, zumal es doch die sog. ganzheitliche Pflege umzusetzen gilt.
... Schutz des Berufstandes ...
OTA`s, können diese als als Angehörige eines Heil- Heilhilfsberufes angesehen werden?
LG
Elisabeth
22.03.2008, 10:18
Fühlst du dich durch Spezialisierungen bedroht?
*sarkasmusan* Ich bin zum Erhalt der Pflegeberufung dafür, dass wir zurückkehren zu den Ursprüngen der Pflege. Wir kümmern uns nur um die physischen und psychischen Belange der Kranken und Siechen. Medizinische Aspekte fallen dann allerdings zurück in die Hände von Heilkundigen: Ärzten und "weisen Frauen". *sarkasmusaus*
Zum Thema. Ganzheitliche Pflege- was ist das? Pflege von Körper, geist und Seele. Was meint das konkret?
Wenn man eine (Pflege)-Wissenschaft betreiben will, muss man dann nicht erst mal festlegen, was Pflege genau ist?
Laut Aussagen der Pflegewissenschaftler kann man frühestens in 10-20 Jahren damit rechnen, dass eine eindeutige Definition: Was ist Pflege? zu erwrten ist. Wie beforscht man ein Fachgebiet, dass man nicht benennen kann?
Elisabeth
Sören Lösche
22.03.2008, 19:12
Wo verdienen OTA´s weniger als Fachkrankenpflegekräfte?
Die OTA´s haben längst bewiesen, dass sie nich die schlechteren Arbeitskräfte im OP sind. Das würde ich allerdings nie auf die Anästhesie übertragen. Es ist nicht miteinander zu vergleichen. Das gilt schon gleich für ITS. Experten für Weaning z.B. qualifizieren sich zusätzlich weiter, warum nicht, macht die Wundexpertin doch auch. Das ist Professionaliesierung in der Pflege!!:jubel:
Sören
Nachdem ist also eine 2 jrg. Ausb. ( wie OTA ) finanziell gleichgestellt mit der vorher 3 + 2 jrg. Ausb?
Ich sehe hier eine ganz andere Gefahr, ein Fachkrankenpfleger kann umsatteln, zurück i.d. Pflege, bzw. weitere Spezialisierung - der OTA ist an die direkte Tätigkeit gebunden...
Die Warnung drohenden Facharbeitermangels, die Niedriglohnpolitik etc, da kann ich Rettungsmaus in Ihrer Argumentation gut verstehen!
LG
Elisabeth
23.03.2008, 10:09
Bitte erst informieren, bevor man Aussagen macht.
Die Ausbildung ... dauert 3 Jahre. Sie besteht aus theoretischem Unterricht sowie praktischen Einsätzen in verschiedenen Fachabteilungen und schließt mit einer Prüfung ab.
...
Der Lehrgang umfasst:
mindestens 1600 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht
mindestens 3000 Stunden praktische Ausbildung unter fachkundiger Anleitung an obligatorischen und fakultativen Einsatzplätzen
die Prüfung ist in eine schriftliche Prüfung, mündliche Prüfung und eine praktische Prüfung gegliedert
der Unterricht wird im Rahmen von Blockunterricht und Studientagen vermittelt.
...
Theorie der Krankenpflege 100 Std.
Praxiseinsatz auf einer chirurgischen Allgemeinstation 230 Std.
http://www.uni-ulm.de/klinik/akademie/ausbildung/ota/operationstechnische_assistenz_ausbildung_dauer.ht m
Und weil die Staatliche Anerkennung den OTAs nach wie vor verweigert wird (es gibt nur eine Anerkennung der DKG) hatten die Ulmer die Idee den OTAs ein berufsbegleitendes naturwissenschaftliches Studium mit betriebswirtschaftlichen Anteilen zum staatlich anerkannten akademischen Grad eines Bachelor of Arts anzubieten.
Wieso sollte ein OTA seinen Beruf verlassen wollen und in die Pflege zurückgehen... etwas , was viele Pflegekräfte auch nicht machen. Ich kann mich immer wieder nur wundern über soviel Engstirnigkeit.
Die OTAs haben uns gegenüber einen großen Vorteil. Sie haben ein klar umrissenes Tätigkeitsfeld. Sie können ihr Berufsbild konkret beschreiben.
Zum Thema.
Wenn man eine (Pflege)-Wissenschaft betreiben will, muss man dann nicht erst mal festlegen, was Pflege genau ist?
Laut Aussagen der Pflegewissenschaftler kann man frühestens in 10-20 Jahren damit rechnen, dass eine eindeutige Definition: Was ist Pflege? zu erwrten ist. Wie beforscht man ein Fachgebiet, dass man nicht benennen kann?
Elisabeth
Sören Lösche
23.03.2008, 12:13
Elisabeth,
da gebe ich dir recht! Man sollte sich schon mal mit den Berufsbildern beschäftigen, bevor man so kühne Assagen trifft.
Sören
... manchmal ist es schwer ...
sorry ob meiner fehlerhaften Angabe, 3 Jahre sind sicherlich richtig!
Betr.: "kühne Aussage" bisher betrachtete ich dieses Forum als zum Erfahrungs (Info)austausch konzipiert?
Nochmals zum OTA, vielleicht kann ich mit einem Beispiel verdeutlichen wie mein Gedankengang hinsichtlich dieses Berufsbildes ist:
OTA - nicht einsetzbar ausserhalb seines Funktionsbereiches
KrPfl - bzw. Fachkrankenpfleger ?
Der Argumentationsweise von S. Löschke folgend: Fachbereichqualifizierung ohne Pflegeausbildung = Pflegeprofessionalisierung?
Elisabeth
23.03.2008, 12:53
Könnten wir beim Thema Pflegewissenschaft bleiben?
Elisabeth
Sören Lösche
25.03.2008, 08:20
Der Argumentationsweise von S. Löschke folgend: Fachbereichqualifizierung ohne Pflegeausbildung = Pflegeprofessionalisierung?[/QUOTE]
Hallo Kania,
du vermischst manches. Meine Aussage zur Professionalisierung bezieht sich auf das Beispiel mit der Weiterqualifizierung im Bereich Weaning.
Darüberhinaus bin ich der Meinung, dass OTA´s im OP sehr gut einsetzbar sind, Fachkrankenpflegekräfte auch. Aber es muß doch nicht jeder erst Pflege lernen, wenn er im OP arbeiten will, oder?
Sören
Elisabeth
25.03.2008, 09:10
. Aber es muß doch nicht jeder erst Pflege lernen, wenn er im OP arbeiten will, oder?
Sören
Um zum Thema zurück zukommen: braucht man Pflegepraxis von mehreren Jahren um Pflegewissenschaften zu studieren?
Elisabeth
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