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Tobias
09.09.2007, 13:09
Moin,
- ich möchte auch dass sich was in Deutschland in Sache Pflege bewegt
- ich möchte auch gern endlich eine Pflegekammer die mich politisch vertritt
- ich möchte dass die Pflegewissenschaftler anfangen die Pflege zu definieren. Wenn sie das fertig haben kann ich argumentieren was ich will kann und darf. Ich brauche keine Standards "Sturzprophylaxe" wenn ich nicht weiß was Pflege ist und eine andere Berufsgruppe delegiert mich nicht mehr bzw. sagt mir was ich tun soll :(

Welcher Pflege-Verein vertritt meine Meinung? Welcher ist der Richtige??
Gibt es nicht zu viele Vereine? Jetzt fangen sogar die Länder an Fördervereine zu gründen :confused:

Ich möchte mich "Freiwillig Registrieren". Ist das bei der DGF inklusive oder ist das ein anderer Part, obwohl alle das selbe wollen:confused: ?

p.s. ich provoziere hier zwar, aber in Weimar http://forum.zwai.net/showthread.php?t=1098 hat mich ein DGF Funktionär gefragt was sich will :) hier meine Antwort!

Was wollt Ihr?


LG Tobias

rettungsmaus
09.09.2007, 21:43
Ich war auch in Weimar und bin auch am DGF Stand nach meiner Meinung bzw. nach dem gefragt worden, was ich für richtig halte. Ich fand die Frage sehr schwierig zu beantworten. Natürlich möchte ich dieselben Sachen die oben von Tobias schon geschrieben worden sind. Ich suche noch nach Antworten....

In Weimar fand ich übrigens die Podiumsdiskussion sehr interessant. Bezeichnent allerdings die Bemerkung einer Kollegin an Prof. Dr. Meier-Hellmann (Chefarzt Helios-Klinik Erfurt) "dass sie als Teilzeitkraft und Mutter immer mehr Aufgaben auf ihre Schultern geladen bekommt und dieses nicht mehr einsieht...." Thema: Delegierbare Tätigkeiten!


Ich konnte dabei nur noch mit dem Kopf schütteln....:wut:


Gruß
Heike

Tobias
09.09.2007, 22:00
Hi Heike,
ich fand die Podiumsdiskussion auch Top!

Sie hat doch viele (wie auch mich) zum Nachdenken angeregt! :)

LG Tobias

arnold kaltwasser
10.09.2007, 15:07
es ist eigentlich ganz einfach:
Berufspolitisch bist du nur vertreten über eine Fachgesellschaft und in unserem Bereich sinnvollerweise in der DGF
Tarifpolitisch gehts nur über eine Gewerkschaft...

also werde Mitglied ;)

so long arnold

PS da hätten wir ja glatt ein ZWAI treffen machen können :D

http://forum.zwai.net/showthread.php?t=429

Klaus Notz
10.09.2007, 17:52
Freut mich wirklich, dass die berufspolitischen Beiträge in Weimar eine so positive Reaktion hervorgerufen hat.

Als Fachpflegekräfte a+i werden die Interessen selbstverständlich durch die DGF vertreten. Als Fachgesellschaft, und dies zu den weiteren Fragen, sind wir vollberechtigtes Mitglied im Deutschen Pflegerat. Hier wird die generalistische Berufspolitik gemacht. Herr Westerfellhaus, Geschäftsführer der DGF ist zugleich Vizepräsident des Deutschen Pflegerates. So viel zur Zersplitterung. Weitere Informationen zum Deutschen Pflegerat, der Dachorganisation des deutschen Pflege- und Hebammenwesens, findet Ihr auf der Homepage des DPR: www.deutscher-pflegerat.de
Informationen zur freiwilligen Registrierung für berufliche Pflegende findet Ihr auf der Homepage: www.freiwillige-registrierung.de
Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste findet Ihr auf der Homepage: www.dgf-online.de, hier gibt es auch die Möglichkeit der Online-Anmdeldung.

Durch eine Mitgliedschaft in einem Verband, der dem DPR angehört, wird die aktuelle Pflegepolitik unterstützt. Die DGF ist Mitglied im DPR und vertritt hier die Interessen der Fachkrankenpflege - also als Fachpflegepersonal wird man Mitglied in der DGF, unterstützt die Fortentwicklung der eigenen Profession und gleichzeitig die Weiterentwicklung der Pflege in Deutschland.

Jedes Mitglied zählt und stärkt uns!:mosh:

Klaus Notz
Vorsitzender der DGF

Elisabeth
11.09.2007, 08:35
@ Klaus Ich wiederhole mich eigentlich- aber das läßt sich wohl nicht vermeiden.

Zitat:

Verbände übernehmen Aufgaben für die Gesellschaft, für die Politik und ihre Mitglieder:

Interessenartikulation, das heißt Formulierung einzelner Interessen
Interessenaggregation, das heißt Verdichtung individueller Wünsche der Mitglieder zu einem entscheidungsfähigem Gruppenwillen
Interessenselektion, d. h. Auswahl bestimmter, gleichgesinnter und umsetzbaren Zielen (geht Hand in Hand mit Interessenaggregation)
Interessenpartizipation, d. h. gibt dem Bürger die Möglichkeit seine Wünsche und Interessen jenseits der Wahlen konkreter zum Ausdruck vor den Staatsgewalten zu bringen
Interessensvertreter versuchen, wo immer sie können, für ihre Gesichtspunkte zu werben und diese zur Geltung zu bringen (vgl.: Lobbyismus)
Staatliche Verwaltung wird von Verwaltung der Verbände kontrolliert (wenn Parlament und Parteien nicht mehr dazu in der Lage sind)
Verbandsvertreter sind in ihrer Partei für die jeweiligen Sachgebiete die wichtigsten Vertreter und haben erheblichen Einfluss auf Willensbildung in der Fraktion
...
http://de.wikipedia.org/wiki/Interessenverband



Zitat:
Die Handwerkskammern haben nach der Handwerksordnung (HwO) die folgenden Ziele:

die Interessen des Handwerks zu fördern und für einen gerechten Ausgleich der Interessen der einzelnen Handwerke und ihrer Organisationen zu sorgen,
die Behörden in der Förderung des Handwerks durch Anregungen, Vorschläge und durch Erstattung von Gutachten zu unterstützen,
regelmäßig Berichte über die Verhältnisse des Handwerks zu erstatten,
die Handwerksrolle zu führen,
die Berufsausbildung zu regeln, dazu gehört:
eine Lehrlingsrolle zu führen,
Prüfungsvorschriften zu erlassen und Prüfungsausschüsse hierfür zu errichten,
Gesellenprüfungsordnungen für die einzelnen Handwerke zu erlassen,
Meisterprüfungsordnungen für die einzelnen Handwerke zu erlassen und die Geschäfte des Meisterprüfungsausschusses zu führen.
Ferner unterstützen die Handwerkskammern ihre Mitglieder sowohl durch eine Rechtsberatung als auch unternehmensberatend.
Sachverständige zur Erstattung von Gutachten über Waren, Leistungen und Preise von Handwerkern zu bestellen und zu vereidigen,
die wirtschaftlichen Interessen des Handwerks und die ihnen dienenden Einrichtungen, insbesondere das Genossenschaftswesen zu fördern,
Schlichtungsstellen einzurichten
http://de.wikipedia.org/wiki/Handwerkskammer


Wir brauchen nicht nur eine Interessenvertretung- wieviel die nützt spüren wir gerade selbst. Wir brauchen eine Organisation, die als Selbstverwaltung anerkannt ist und auch aktiv bestimmte Vorgaben (Vorbehaltsaufgaben, Qualifizierungsprofile) machen kann inklusive der Kontrolle.
Zur Gewerkschaft- verdi ist nicht das Einzigste und auch nicht das Beste... wie viele Kollgen derzeit zu spüren bekommen.
http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9843&postcount=165

Ein Verband kann den Willen seiner Mitglieder kundtun... etwas verändern in der Pflege und diese Veränderungen kontrollieren darf und kann er nicht. Er kann keine gesetzlich verbindlichen Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofile festlegen. Eine Bestätigung dieser These sehe ich in der gesellschaftlich kaum wahrgenommenen Aussage zur prozentualen Verteilung von Fachkräften in der Intensivpflege.

Ergo: Über das Engagement in einer Interessenvertretung (Verband) für die eigene Spezialisierungsrichtung ist es notwendig sich in den Fördervereinen zur Errichtung von Pflegekammern zu engagieren- damit endlich per Gesetz Regelungen erstellt werden und auch kontrolliert werden können.

Elisabeth

PS Welche Aktivitäten erfolgen eigentlich seitens der DGF im Rahmen der Mitgliedschaft der Nationalen Konferenz zur Errichtung von Pflegekammern in Deutschland? http://www.pflegekammer.de/Mitglieder.htm

arnold kaltwasser
11.09.2007, 09:11
...Ein Verband kann den Willen seiner Mitglieder kundtun... etwas verändern in der Pflege und diese Veränderungen kontrollieren darf und kann er nicht. Er kann keine gesetzlich verbindlichen Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofile festlegen. Eine Bestätigung dieser These sehe ich in der gesellschaftlich kaum wahrgenommenen Aussage zur prozentualen Verteilung von Fachkräften in der Intensivpflege.

Liebe Elisabeth,
es stimmt eine Wiederhohlung ist deutlich zu erkennen, in den Texten...:(
und nun zu der oben gemachten Aussage:
Veränderung findet immer statt und in einer Demokratie dauert es halt immer ein bißchen...und manschmal geht es etwas schneller...
In der Gesellschaft wird die Berliner Erklärung nur bedingt wahrgenommen...wahr...Sie ist aber auch nicht für die Bildzeitungsleser geschrieben, sondern in erster Linie für uns Intensivpflegende (falls ich mich noch dazuzählen darf:D ) als Argumentationshilfe! ´Wenn in dem näheren Umfeld von dir sie nicht wahrgenommen wird...was soll ich dann sagen?
In den Ärztenverbänden, DPR, usw. wird sie sehr wohl wahrgenommen...
also liegt es an uns wer sie kennt und wer nicht!
regards arnold

PS lass dir mal von der DGF aufzählen bei welchen Vorbehaltsaufgaben, Qualitätsfestlegungen, S3 Leitlinien...etc. alles mitarbeiten; du wirst erstaunt sein wieviel sie ehrenamtlich tut...
Nachzulesen auch in den DGF Mitteilungen in der Zeitschrift Intensiv/Thieme
aber die liest du ja sicher eh...

Elisabeth
11.09.2007, 10:04
Es ging um das konkrete Engagement eine echte Selbstverwaltung für alle Pflegekräfte per Gesetz zu implementieren. Was macht da der DGF?

Teile und Herrsche- das Prinzip des ollen Cäsar macht es leicht die Gruppe der Pflegenden zu lenken und zu steuern. Gib der einen Gruppe mal ein Zuckerl- da freut sie sich... zum Ausgleich nehmen wir der anderen etwas weg. Der am lautesten schreit bekommt die meiste Zuwendung... das habe ich schon in der Kindererziehung versucht zu vermeiden, weil es keine echte Entwicklung bringt- nur Egoismus.
Krankt die Pflegelandschaft vielleicht an dem Egoismus der Verbände und macht somit eine sinnvolle Entwicklung unmöglich?
Es war so, es ist so, es wird immer so sein? Wie funktioniert dieser Satz noch, wenn sich das Umfeld ändert?

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 10:14
...Teile und Herrsche- das Prinzip des ollen Cäsar macht es leicht die Gruppe der Pflegenden zu lenken und zu steuern. Gib der einen Gruppe mal ein Zuckerl- da freut sie sich... zum Ausgleich nehmen wir der anderen etwas weg. Der am lautesten schreit bekommt die meiste Zuwendung... das habe ich schon in der Kindererziehung versucht zu vermeiden, weil es keine echte Entwicklung bringt- nur Egoismus.
Krankt die Pflegelandschaft vielleicht an dem Egoismus der Verbände und macht somit eine sinnvolle Entwicklung unmöglich?
...Elisabeth
willst du nicht sagen was dein Problem ist?
warum so destruktiv...beschreibe lieber dein persönliches Engagement...
Warum die angreifen die sich engagieren:confused:

arnold

Elisabeth
11.09.2007, 10:22
Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten ist nicht gerade professionell. *fg*
Ich zahle meinen Beitrag beim DBfK, bei Verdi und bin aktiv im Förderverein Pflegekammer. Der DBfK hat mich enttäuscht- Reisen nach China ... aber keine Aktivitäten für die Basis. Nur wohlklingende Beiträge in der Verbandszeitung bringen mich an der Basis nicht weiter.
Von verdis Errungenschaften reden wir mal lieber nicht.

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 10:27
Vieleicht liegt ja der Fokus im falschen Verein...
der arnold

Elisabeth
11.09.2007, 11:48
Interessant- jetzt wirbt ein Verein des DPR Mitglieder aus anderen Vereinen ab? *fg* Auch eine Möglichkeit seinem "eigenen Geschrei" mehr Nachdruck zu verleihen. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Prinzip: Teile und Herrsche bedient wird... oder einfacher: wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte.

Wie wäre es, wenn wir eine andere Erkenntnis aus der Historie beleben? In Anlehnung an den Schlußsatz aus dem Kommunistsichen Manifest:
Pflegekräfte aller Pflegebereiche vereinigt euch! Nur so kann man was bewegen.

Aber würde das für manche Intensivpflegekraft nicht einen Abstieg aus dem Olymp gleich kommen? Warum verfolgen wir verschieden anmutende Interessen und meinen doch eigentlich dasselbe?

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 12:09
Liebe Elisabeth,
diese Unterstellungen verbitte ich mir! (Abwerben, Geschrei...) Bei aller Höflichkeit wenn gewünscht werde ich meine Schärfe erhöhen...
Sollte nicht das Thema im Vordergrund stehen?
Also das mit dem Los war schon so gemeint...
der noch nicht sehr genervte arnold

arnold kaltwasser
11.09.2007, 12:10
PS interessant welche Ohren so hören

Schulz von Thun

Elisabeth
11.09.2007, 12:28
no commet *fg*

Und nun wieder zurück zum Thema:

- ich möchte auch dass sich was in Deutschland in Sache Pflege bewegt
- ich möchte auch gern endlich eine Pflegekammer die mich politisch vertritt
- ich möchte dass die Pflegewissenschaftler anfangen die Pflege zu definieren. Wenn sie das fertig haben kann ich argumentieren was ich will kann und darf. Ich brauche keine Standards "Sturzprophylaxe" wenn ich nicht weiß was Pflege ist und eine andere Berufsgruppe delegiert mich nicht mehr bzw. sagt mir was ich tun soll

Interessantes Erlebnis zum Thema Sturzprophylaxe: Ich fand den Expertenstandard Sturz nicht umsetzbar im Akutbereich. Die meisten Aussagen bezogen sich m.E. auf Pflege von alten Menschen. der hauseigene Standard tat sein übriges zu dieser Annahme. Bis mich jemand auf den ersten Absatz hinwies: Die Pflegefachkraft
S1 -verfügt über aktuelles Wissen
Ich hatte meine eigene Maxime vernachlässigt: ohne Fachkenntnisse keine professionelle Pflege.
Hat man Grundlagenwissen ist ein leichtes eine sinnvolle Pflegediagnostik zu betreiben und kreative Ideen zu entwickeln die zum Pat.problem in der jeweiligen Situation passen.
Vielleicht liegt da das Problem: wir werden nicht ernst genommen, weil wir die Grundlagen von Diagnostik und Therapie nicht nutzen (können). Für mich ist der Pflegeprozess eine Art von Diagnostik und Therapie. Kausale Zusammnehänge erkennen können und diese dann entsprechend in Lösungsmöglichkeiten einfließen lassen... ohne standardisierte Vorgabe á la Drehbuch.


Tobias hat recht- erst muss geklärt werden, was ist Pflege- erst dann kann man zur Selbstverwaltung schreiten. Aber wollen wir da noch mind. 10 Jahre warten?

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 13:07
... Aber wollen wir da noch mind. 10 Jahre warten?

Elisabeth
na ja :confused: siehe hier:
http://www.svr-gesundheit.de/Startseite/Startseite.htm
arnold

Elisabeth
11.09.2007, 13:37
Könntest du freundlicherweise deine Quelle spezifizieren? Wo genau findest du die Aussage, was genau professionelle Pflege von Pflege bzw. Laienpflege unterscheidet?

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 13:41
na das selbstwertgefühl wo ist es...im Krankenpflegegesetz steht alles...als Tätige in der Weiterbildung ist das Grundlage...

arnold
PS und in den jeweiligen Gesetzen bzw. DKG Regelung zur FWB steht dann noch mehr

Tobias
11.09.2007, 13:47
Moin,
na hier geht es ja zur Sache!
Schön dass ihr auch wieder bei Thema seid! :mosh:

Elisabeth hat es schon angedeutet Pflegekräfte aller Pflegebereiche vereinigt euch! Nur so kann man was bewegen.

Warum so viele Vereine, wenn doch alles das selbe wollen? Kann man da nicht seine Kräfte besser bündeln und den "Kopf" gering halten? Alle wollen eine Vertretung in der Politik, geht es zusammen nicht besser? Kann die "freiwillige Registrierung" nicht auch in der DGF integriert sein? Nee das ist was anderes, aber mit selben Ziel!!?

Wer fängt an Pflege zu definieren??

LG Tobias, der immer noch nicht überzeugt ist! :motz:

arnold kaltwasser
11.09.2007, 13:53
... ihr ...

...Warum so viele Vereine, wenn doch alles das selbe wollen? Kann man da nicht seine Kräfte besser bündeln und den "Kopf" gering halten? Alle wollen eine Vertretung in der Politik, geht es zusammen nicht besser? Kann die "freiwillige Registrierung" nicht auch in der DGF integriert sein? Nee das ist was anderes, aber mit selben Ziel!!?

...LG Tobias
!. Ihr... wenn Sie meinen...
2. Warum so viele Parteien...;)
jetzt bin ich ja wohl kein Funktionär, aber die Bündelung im DPR ist ja genau das was oben gefragt wird...
und mit der Gesundheitskarte kommt die freiwillge Registrierung automatisch...
so long arnold

Elisabeth
11.09.2007, 13:56
na das selbstwertgefühl wo ist es...im Krankenpflegegesetz steht alles...als Tätige in der Weiterbildung ist das Grundlage...

arnold
PS und in den jeweiligen Gesetzen bzw. DKG Regelung zur FWB steht dann noch mehr


Warum wird das Krankenpflegegesetz nicht umgesetzt? Wo bleibt die Salutogenese in der Pflege- wir nennen uns ja jetze Gesundheits- und Krankenpfleger. Pflegeprozess- für viele Kollegen ein notwendiges Übel. Wird gleichgesetzt mit: füttern, waschen, trocken legen. Kenntnisse brauchts (ausschließlich) im medizinischen Bereich.

Einfach auf eine altes Produkt ein neues Etikett drauf kleben, ein bischen Fassadenkosmetik... das bringt noch nicht bessere Qualität. Dies haben wir aber getan und wundern uns, dass der Kunde uns nicht ernst nimmt.

Elisabeth

PS läßt sich eine Aussage treffen zur Anzahl der Pflegekräfte machen, die in der Intensivpflege tätig sind? Der prozentuale Anteil an der Gesamtpflegeschaft (ca. 800.000) dürfte eher gering sein.

Elisabeth
11.09.2007, 13:58
und mit der Gesundheitskarte kommt die freiwillge Registrierung automatisch...

Mit der Gesundheitskarte wird eine Pflichtregistrierung erfolgen... allerdings ohne Auflagen- nur aus arbeitstechnischen Gründen. Bringt also weder zusätzliche Infos zu Qualifizierungsprofilen noch zu sonstigen Verteilungen.

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 14:27
Pflichtregistrierung und re und üh...
also nicht ganz so negativ!
und ein Fortschritt!

Warum so depressiv...dein Engagement in die Verbände, Zielgerichtet und wenn es die Kammer wird ... nicht dagegen...
aber bitte Kritik nicht nur in der Form der klassischen Deutschen verwenden...
wie wäre es mit englischem Stil?
regards arnold

Elisabeth
11.09.2007, 14:54
??? Was will deine Aussage mir mitteilen??? *g*

Elisabeth

WomBat
11.09.2007, 20:10
Arnold, bitte beschreibe den englischen Stil - wirklich, es interresiert mich. Hätte schon ein Ahnung dieser Subtilität, kann es aber mir selbst nicht wirklich erklären. Ich frage aus reinem Wissensdurst und meine es ernst. Noch besser wäre ein Vergleich :D

So, nun zu Dir Elisabeth. Ich schätze Deine Beiträge incl. die Einnahme einer, ich nennen es mal "kritische Perspektive". Aber wir wissen doch alle, hier tauschen wir uns aus und hier werden wir (selten?) etwas verändern. Deine unglaubliche Kraft würde (nach meiner Einer Ansicht) einem Verband -Deiner Wahl, natürlich-, einen kritisch-positiven Kick geben!

WomBat, hebt als Pflegeperson immer noch den Kopf hoch, der Frust wird mich nicht auffressen (eher umgekehrt, ich esse eigentlich ganz gerne!) :mampf:

Elisabeth
12.09.2007, 08:16
So, nun zu Dir Elisabeth. Ich schätze Deine Beiträge incl. die Einnahme einer, ich nennen es mal "kritische Perspektive". Aber wir wissen doch alle, hier tauschen wir uns aus und hier werden wir (selten?) etwas verändern. Deine unglaubliche Kraft würde (nach meiner Einer Ansicht) einem Verband -Deiner Wahl, natürlich-, einen kritisch-positiven Kick geben!


Ich habe einen Makel. *fg* Ich bin Autodidakt und kann nicht mit einem akademischen bzw. Management- Abschluss dienen. Als zahlendes Mitglied gerne- Aktivität setzt eine entsprechenden Kompetenznachweis voraus.

Elisabeth

arnold kaltwasser
12.09.2007, 09:19
Ich habe einen Makel. *fg* Ich bin Autodidakt und kann nicht mit einem akademischen bzw. Management- Abschluss dienen. Als zahlendes Mitglied gerne- Aktivität setzt eine entsprechenden Kompetenznachweis voraus.

Elisabeth
Darauf zu antworten fällt schon, schwer....
Wenn alle so denken würden und warten auf die die es richten die Kompetenten...dann gäbe es keine DGF DbfK usw.

und immer von außen nur negative Kritik üben bringt niemanden weiter!
so long arnold

Elisabeth
12.09.2007, 09:31
Ein bischen falsch verstanden... an Aktivitäten bestand kein Interesse, zahlendes Mitglied aber o.k.... ich habe ja schließlich eigentlich keine Ahnung. *ggg*

Elisabeth

arnold kaltwasser
12.09.2007, 09:35
Ein bischen falsch verstanden... an Aktivitäten bestand kein Interesse, zahlendes Mitglied aber o.k.... ich habe ja schließlich eigentlich keine Ahnung. *ggg*

Elisabeth
keine Sorge schon richtig verstanden...
arnold

WomBat
12.09.2007, 22:37
Ah-Ha! Jetzt kann ich drohen!

Hiermit drohe ich dem Lieben Forum eine Liste meiner Macken zu posten! :D

WomBat, Nee, besser nicht (der Server würde abstürzen... :tanz: )

rettungsmaus
13.09.2007, 09:42
Ich finde es sehr schade, dass hier anscheinend immer die gleichen Leute (mit entsprechendem Hintergrundwissen) immer die gleichen Argumente bzw. Gegenargumente schreiben. Es wird langsam langweilig.....

Haben die anderen Forumteilnehmer keine Meinung oder "trauen" sie sich nicht (ähnlich wie bei mir) mangels Hintergrundwissen hier mitzudiskutieren???? Mich würde auch mal eine andere Meinung hier interessieren als nur (nichts für ungut, Elisabeth) die immer und immer gleichen Argumente von immer den gleichen Leuten!:(

Gruß
Heike

Tobias
13.09.2007, 18:38
Haben die anderen Forumteilnehmer keine Meinung oder "trauen" sie sich nicht (ähnlich wie bei mir) mangels Hintergrundwissen hier mitzudiskutieren????
Gruß
Heike

Stimmt, keiner traut sich richtig, obwohl mich schon einige postiv bewertet haben (den Beitrag gut finden), schreiben se nix dazu!

Schade!
LG Tobias

tildchen
13.09.2007, 19:24
Warum so viele Vereine, wenn doch alles das selbe wollen? Kann man da nicht seine Kräfte besser bündeln und den "Kopf" gering halten? Alle wollen eine Vertretung in der Politik, geht es zusammen nicht besser? Kann die "freiwillige Registrierung" nicht auch in der DGF integriert sein? Nee das ist was anderes, aber mit selben Ziel!!?

Wer fängt an Pflege zu definieren??

LG Tobias, der immer noch nicht überzeugt ist! :motz:



Ich habe von dem ganzen Thema nicht wirklich viel Ahnung, bzw mich interessieren eben andere Dinge! Schlimm? Ich glaube nicht, aber ich kann Tobias nur zustimmen. Du hast meine Gedanken dazu ganz gut zusammengefasst.
Weil es für mich nicht wirklich was neues zu dem Thema beizutragen gibt, kann ich mich auch nicht weitergehend dazu äußern, es würde niemand weiterbringen.
Mich aktiv engagieren (wenn es mich interessieren würde), sorry aber dazu fehlt mir neben Vollzeitschichtdienst auf Intensiv und privaten Verpflichtungen die Lust und Zeit. Ich belasse es deshalb bei meiner inaktiven Mitgliedschaft einer Gewerkschaft.

rettungsmaus
13.09.2007, 20:06
Ja, aber dann liege ich doch nicht so ganz verkehrt. Ich glaube nämlich auch, dass sich viele nicht trauen hier ihre Meinung zu äußern. Geht mir ja genauso!!

So ist es aber doch "da draußen" auch, oder? Die wenigsten wollen sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen (neben Vollzeit und Privatem) oder haben definitiv keine Lust sich ernsthaft Gedanken dazu zu machen!
War in Weimar nicht wirklich überrascht, dass sich keiner aus dem Publikum (alle in der Pflege tätig und somit betroffen) getraut hat Fragen zu stellen oder Meinungen abzugeben.....:-o


Gruß
Heike

Tobias
14.09.2007, 00:49
Moin,
das sich nicht wirklich viele bei der Diskussion beteiligt haben, liegt bestimmt auch an der Tatsache, dass viel Hemmungen haben vor ca. 300 Leuten was zu sagen. Ich habe dieses Thema hier eröffnet, da ich auch erst einmal überlegen mußte, was ich den von den Vereinen möchte bzw. erwarte! (z.B. weniger Vereine aber mehr Mitglieder + inbegiffene freiwillige Registrierung)

@ tildchen: immerhin hast Du bekundet, dass ich nicht allein so denke! Danke! :jubel:

Wenn man einem Verein beitritt muß man nicht immer aktives Mitgleid sein! Bei der freiwilligen Reg. reicht man auch nur seine sowieso erbrachten Weiterbildungen ein.

LG Tobias
"Wissen mobilisiert Pflege!" :mosh:

Elisabeth
14.09.2007, 07:49
Gegen passive Mitgliedschaft ist auch nichts einzuwenden. Nur sollte man wissen, wie weit die Wirksamkeit der Vereinigung reicht und ob sie den Wünschen und Vorstellungen politisch auch wirklich Nachfruck verleihen kann.

Verbände können weder was festlegen, noch können sie diese Festlegungen kontrollieren.
Vielleicht ist verdi als Verband da gar nicht so ein schlechtes Beispiel. Verdi kann die Meinung der Mitglieder vertreten und mehr Lohn fordern. Ob der AG dies dann auch so umsetzt, ist eine anderes Blatt: Stichwort: Delegation von Arbeiten an minder ausgebildete Personen, Reduzierung des Personals unabhängig vom Arbeitsaufwand,Tarfifflucht.
Eine einklagbare Rechtssicherheit für den AN entsteht nur bedingt. Beispiel: überzählige Arbeitskraft wird innerhalb des Betriebes versetzt und muss eine Geldeinbusse hinnehmen, da neue Arbeitsstelle nicht so hoch dotiert. Klagegrund: mein Betrieb spart meinen Arbeitsplatz weg???

Elisabeth

tildchen
14.09.2007, 10:40
Eine einklagbare Rechtssicherheit für den AN entsteht nur bedingt. Beispiel: überzählige Arbeitskraft wird innerhalb des Betriebes versetzt und muss eine Geldeinbusse hinnehmen, da neue Arbeitsstelle nicht so hoch dotiert. Klagegrund: mein Betrieb spart meinen Arbeitsplatz weg???

Elisabeth

Ich verstehe nicht inwieweit das eine z.B. Pflegekammer verhindern würde.
Vor ein paar Jahren hat hier in der Gegend eine große Uniklinik die komplette Führungsriege der Intensivstationen neu organisiert. Sämtliche Stationsleitungen und Stellvertr. mussten sich auf eine deutlich reduzierte Anzahl von Leitungsstellen bewerben. Leute, die sich jahrelang für ein kleines bißchen mehr an Gehalt mit großem Engagement eingesetzt haben fanden sich plötzlich im team wieder. An solchen Maßnahmen, die ja in mancher Hinsicht ja auch Sinn machen können, verhindert doch auch kein einheitlicher Verband oder Pflegekammer und was die Tarifsicherheit (bzw das dafür kämpfen) angeht und die Unterstützung bei rechtlichen Fragen, fühle ich mich bei verdi, wenn auch nicht perfekt, einigermaßen gut aufgehoben.

Elisabeth
14.09.2007, 11:12
Der Vergleich hinkt sicher gewaltig- aber ich beobachte nach dem "Sieg" der Ärzte in ihrem Tarifstreik eine zunehmende Delegierung von einfachen ärztl Tätigkeiten in den billigeren Pflegebereich. Durch die Verkammerung der Ärztschaft hat dies gesetzliche Grenzen. Siehe das schnelle Zurückrudern bei den Mafas.

Wenn morgen dein Kliniksdirektor einen tollen Spareinfall hat: es braucht nur 50% Fachkräfte in deinem Bereich- dann kannst du zwar intervenieren. Aber du hast keine gesetzliche Grundlage. Es gibt kein klar definertes Qualifizierungsprofil für Intensivstationen und es gibt keine Kontrollmöglichkeit, dass das Qualitätsniveau auch tatsächlich eingehalten wird.
Wenn ein neuer Stationsarzt deine Kompetenzen beschneidet, kannst du intervenieren- aber er wird stets Recht bekommen. Es gibt keine Institution die garantiert, dass deine Fachweiterbildung auch wirklich das versprochene Niveau hat.
Wie heißt es so schön von Managern: Hauptsache, es läuft.

Vielleicht hilft auch das zur Erklärung: McPflege hat angeblich auf Drängen des DPR bei der Politik geschlossen. Google mal mit: 24 Stunden Pflege. Was kann ein Verband tatsächlich erreichen?

Elisabeth

PS McPflege war ein FakeAngebot von zwei Gesundheitsökonomen (?), die nie ernsthaft Verträge schließen wollten. Das Ziel war lediglich auf die Problematik aufmerksam zu machen.

tildchen
14.09.2007, 12:12
Und all das soll eine Pflegekammer verhindern, wenn es sie denn irgendwann gibt. Irgendwer muss ihr doch dann auch diese Rechte per Gesetz zubilligen. Ich bin mir nicht sicher, ob es dazu in unserem Lande kommt, nicht nur weil sich evtl zuwenige beteiligen, sondern auch weil dies für das zukünftige Gesundheitswesen enorme Kosten verursachen würde. Das wäre bei den Entscheidungsträgern sicher ein argument.
Versteh mich nicht falsch, ich stehe hinter all den Forderungen, die du beschreibst und könnte diese alle unterschreiben, aber mir fehlt die Kraft mich umfassender zu informieren und mich aktiv einzusetzen. Und ich glaube das geht ganz vielen überarbeiteten gestressten Vollzeitschichtdienstlern so.

Und in meinem Bereich (ich hatte das schon mal beschrieben in einem anderen Thread) gibt es bereits eine Fachpflegequote die erreicht sein muss, wenn das Klinikum ein sogenanntes Level1 Perinatalzentrum haben will, und es will deshalb kommt man in unserem Bereich (ist auch auf anderen Neonatologischen Intensivstationen ähnlich) nicht wirklich auf die Idee Fachpflege zu kürzen, eher im Gegenteil wenn es denn bezahlbar wäre, bzw man qualifizierte Kräfte fände.

Elisabeth
14.09.2007, 13:42
Wir sollten da durchaus mal zu den Handwerkskammern schielen- es muss ja nicht immer die Ärztekammer sein. Mein Lieblingsbeispiel ist da ja immer der Gasmonteur und der Herd.

Wird eine Pflegekammer mehr Kosten im Gesundheitswesen verursachen? ich denke nicht. Aus meiner Sicht bedarf es nicht überalle einer gleichen Fachkraftquote. Bestimmte Tätigkeiten kann man auch mit weniger Quali machen. Beispiel: Unfallpat.- hat sich den rechten Arm gebrochen, ist jung und fit. warum muss da eine dreijähriges Examen vorliegen um Essen auszuteilen, das Bett zu machen, beim Waschen behilflich zu sein usw..
Wenn wir über unseren Tellerrand hinaus schauen, dann finden wir sogar viele Laien die mit Hilfe und ggf. unter Anleitung von Fachkräften die pflegerische Versorgung zu Hause ganz allein übernehmen. Wir sollten uns von dem Monopolanspruch: nur wir können gut pflegen- verabschieden.

Elisabeth

PS Wenn ein Perinatalzentrum nachwiesen kann, dass es mit weniger fachpersonal einen besseren Output hat- wird die Verwaltung anfangen zu rechnen und Druck machen. Derzeit werden wahrscheinlich die Kosten für euren Bereich zu Lasten anderer Bereiche gerechnet. Mit einer Pflegekammer im Rücken könnte die PDL ganz andere Forderungen stellen.

tildchen
14.09.2007, 22:46
PS Wenn ein Perinatalzentrum nachwiesen kann, dass es mit weniger fachpersonal einen besseren Output hat- wird die Verwaltung anfangen zu rechnen und Druck machen. Derzeit werden wahrscheinlich die Kosten für euren Bereich zu Lasten anderer Bereiche gerechnet. Mit einer Pflegekammer im Rücken könnte die PDL ganz andere Forderungen stellen.


Ich gebe dir insoweit recht, dass man nicht für alles Fachkräfte braucht und ganz bestimmt viele Dinge von Laien unter Anleitung erledigt werden könnten.

Für die Perinatalzentren gilt im Moment, dass nur die mit Level 1, also u.a. mit einer entsprechenden Fachpflegequote, Hochrisikopatienten versorgen dürfen. Deshalb werden alle Frauen bei denen die Geburt zu früh droht in solche Zentren verlegt, weil dies gesetzlich so geregelt ist. Deshalb können die anderen gar nichts nachweisen;) ;) ;)
Grundlage dürfte die Erfahrung sein, dass Geburtskliniken und Neonantologische Stationen, die nicht über ausreichend Erfahrung , Personal und Routine zur Versorgung dieser kleinen Kinder haben, auch nicht den entsprechend nötigen hohen standard gewährleisten können. Ob unsere Kosten zu Lasten anderer Stationen gerechnet werden, weiß ich nicht, bezweifle dies aber!.

Elisabeth
15.09.2007, 10:05
Wer kontrolliert die Qualität deiner Ausbildung? Wir alle wissen, dass es da erhebliche Unterschiede geben kann. Wie ist das, wenn dein Abschluss schon 10 Jahre her ist? Erfüllt das immer noch die Vorstellungen der Komission?

Fachpersonal ist kein geschützter Begriff und kann m.E. ausgelegt werden.

Die Einnahmen müssen die Ausgaben abdecken. Wenn ich mich recht erinnere, hatte gerade die Neo erhebliche Probleme ihre Leistungen über DRGs abzurechnen. Wäre interessant zu erfahren, ob ihr Sonderkonditionen aushandeln konntet mit den Krankenkassen.

Elisabeth

tildchen
15.09.2007, 11:38
Wer kontrolliert die Qualität deiner Ausbildung? Wir alle wissen, dass es da erhebliche Unterschiede geben kann. Wie ist das, wenn dein Abschluss schon 10 Jahre her ist? Erfüllt das immer noch die Vorstellungen der Komission?

Fachpersonal ist kein geschützter Begriff und kann m.E. ausgelegt werden.

Die Einnahmen müssen die Ausgaben abdecken. Wenn ich mich recht erinnere, hatte gerade die Neo erhebliche Probleme ihre Leistungen über DRGs abzurechnen. Wäre interessant zu erfahren, ob ihr Sonderkonditionen aushandeln konntet mit den Krankenkassen.

Elisabeth

Du hast recht, niemand kontrolliert meine Ausbildung. Die Fachquote wird hier auch erfüllt, wenn jemand kein Fachexamen, sondern über mind 5 Jahre neonatologische Erfahrung verfügt. In meinem Fall sorge ich selbstständig und mit vergleichsweise viel Aufwand für regelmäßige Fortbildung, dass dies nicht alle Kollegen tun, weiß ich auch.

Ich verstehe immer noch nicht, wie eine Kammer die Qualität meiner Arbeit gewährleisten oder gar überprüfen will. Wie wir alle wissen kann auch eine Handwerkskammer nicht dafür sorgen, dass alle Handwerker gute Arbeit leisten, ich habe da jedenfalls auch schon negative Erfahrung gemacht.

Dass die DRGs die Leistungen der Neo nicht vollständig abdecken hat meines Erachtens nicht zuletzt damit zutun, dass die DRGs invasive Massnahmen eher berücksichtigen, als z.B. aufwendige medizinische und vor allem pflegerische Massnahmen, die beispielsweise ein Frühgeborenes vor Beatmung und den damit verbundenen Spätfolgen bewahren. Wie könnte eine Kammer da helfen?

rettungsmaus
15.09.2007, 12:18
Ich verstehe immer noch nicht, wie eine Kammer die Qualität meiner Arbeit gwährleisten oder gar überprüfen will. Wie wir alle wissen kann auch eine Handwerkskammer nicht dafür sorgen, dass alle Handwerker gute Arbeit leisten, ich habe da jedenfalls auch schon negative Erfahrung gemacht.

Das verstehe ich auch nicht so ganz. Klar hört sich "Pflegekammer" sehr gut an aber was soll sie nun praktisch bewirken? Das wir eine bessere Lobbyistenarbeit leisten können vieleicht?

Soll über die Pflegekammer die Qualität der Pflege überwacht werden? Oder ist es ein Sprachrohr für die Pflege? Soll es Verhandlungspartner gegenüber der AG werden? Viele Fragen.....:confused:

Gruß
Heike

Tobias
16.09.2007, 09:40
Soll über die Pflegekammer die Qualität der Pflege überwacht werden? Oder ist es ein Sprachrohr für die Pflege? Soll es Verhandlungspartner gegenüber der AG werden? Viele Fragen.....:confused:

Gruß
Heike

Moin,
das ist die Vision: http://www.pflegekammer.de/Aufgaben.htm

LG Tobias

rettungsmaus
16.09.2007, 11:24
Ja die Therorie kenne ich auch schon....:)


Link:
http://www.pflegekammer-nrw.de/index2.htm


Gruß
Heike

Tobias
16.09.2007, 11:47
Moin,
da hast Du aber so einen Förderverein gefunden, dessen letzte aktuelle Information von Juni 2006 sind ... super solche brauchen wir mehr! :wut:

Ich bin immer noch der Meinung, das wenn die Pflege was auf die Beine bringen will sollen sie es gemeinsam tun und nicht noch ´zig andere Vereine Gründen mit dem selben Zielen!

Für Insider: 46 haben es auch die KPD und SPD geschafft sich zusammen zu schließen und haben einen eigenen Staat, wenigstens für 40 Jahre, auf die Beine gestellt!

LG Tobias :mosh:

Elisabeth
16.09.2007, 12:28
Für Insider: 46 haben es auch die KPD und SPD geschafft sich zusammen zu schließen und haben einen eigenen Staat, wenigstens für 40 Jahre, auf die Beine gestellt!


Sei mir nicht böse- aber gerade diese Vereinigung zeigt, dass es nicht um Veränderung sondern um Macht ging... ähnliches finde ich in allen Vereinen: Profilierung auf Kosten anderer. Vielleicht- nein: sicher scheiterte der Staat auch gerade daran.

Elisabeth

PS Ein m.E. wirklich aktiver Förderverein Pflegekammer mit stets aktuellen Ausagen zu Aktivitäten: http://www.pflegekammer-niedersachsen.de/index.html . Woran liegt das?

Tobias
17.09.2007, 10:41
Moin ED,
klar hast Du Recht, das ging damals vor die Hose. Aber wollen wir nicht auch mehr Macht - Mitbestimmungsrecht ... ??

LG Tobias
der gerne etwas provoziert ! :D

fridolin
17.09.2007, 10:41
Liebe Elisabeth,
gut erkannt. Es geht auch hier nur um Macht! Und einmal ganz ehrlich: alle beteiligten Organisationen wollen nicht wirklich eine Veränderung.
Echte Veränderungen mit Verbesserungen/Modernisierungen werden doch in der Regel nur von einigen angagierten Basismeschen gewollt, alle Anderen sind entweder zu bequem, zu ängstlich oder zu sehr Funktionär um noch echte Veränderungen zu wollen. (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Der menschliche Trieb, alles Neue erst einmal aus Angst abzulehnen, tritt hier aus meiner Sicht deutlich zu Tage.
Richtig ist auch, dass der (teure) Verein ver.di uns in Tarifpolitischer Hinsicht vertritt (der Anspruch hingegen ist auch die berufspolitische Vertretung) - diese Vetretung brauchen wir als Arbeitnehmer dringlich auch in Hinsicht auf die deutlich knapperen Arbeitsplätze in der Pflege - die gewerkschaftliche Mitgliedschaft ist somit eigentlich für jeden Arbeitnehmer ein großes MUSS.
Richtig ist weiterhin, dass die Berufsverbände uns berufspolitisch vertreten wollen (und aus meiner Sicht bisher noch nicht können, da ihnen die Durchsetzungskraft fehlt.)
Nun wäre hier mein Lösungsvorschlag:
Kooperation vom DGF mit ver.di auf allen Ebenen. Wer ver.di Mitglied ist und als Pflegekraft arbeitet, ist automatisch DGF - Mitglied und umgekehrt.
Klingt nicht realistisch?
Na, dann müsst ihr einmal schauen, ob es realistischer ist, eine "Zwangsregistrierung" oder/und noch einen "Dachverband" einzuführen.
Und denkt einmal an die Basis - zu deren Nutzen doch Verbände und organisationen sein sollten....
Viele liebe Grüße
der verbandszweifelnde
fridolin

Tobias
17.09.2007, 10:52
fridolin,
ich bin Stolz auf Dich, denn ich bin nicht allein mit meinen Gedanken! :jubel: :jubel:

LG Tobias

tildchen
17.09.2007, 12:38
Nun wäre hier mein Lösungsvorschlag:
Kooperation vom DGF mit ver.di auf allen Ebenen. Wer ver.di Mitglied ist und als Pflegekraft arbeitet, ist automatisch DGF - Mitglied und umgekehrt.
Klingt nicht realistisch?
Viele liebe Grüße
der verbandszweifelnde
fridolin


Klingt gut und meines Ertachtens auch realistischer als die NEU-Gründung einer Pflegekammer!!!!!

Elisabeth
17.09.2007, 13:38
Bitte nochmal auf die Aufgaben von Verbänden und Kammern schauen.

zur Neugründung einer Pflegekammer als Selbstorgansiation der Pflege:

In Anlehnung an G. Schöne (Liedermacher) Du hast es nur noch nicht probiert und darum glaubst du's nicht... .

Warum nur ausgetretene Wege beschreiten und dabei hoffen, dass sie ohne zutun besser werden?

Elisabeth

tildchen
17.09.2007, 13:55
In Anlehnung an G. Schöne (Liedermacher) Du hast es nur noch nicht probiert und darum glaubst du's nicht... .
Warum nur ausgetretene Wege beschreiten und dabei hoffen, dass sie ohne zutun besser werden?

Elisabeth

Das kann man vom Vorschlag von fridolin doch auch sagen.
Ich halte es nur weiterhin für denkbar unrealistisch, dass man uns seitens des Gesetzgebers diese "Macht" gibt, weil die Entscheidungsträger sehr wohl erahnen was dann passieren könnte.

Aber für mich bleibt immer noch die Frage, wie eine Pflegekammer die Qualität meiner Arbeit überprüfen will, denn wie bereits gesagt schafft es eine Handwerkskammer auch nicht alle Handwerker zu kontrollieren und allen qualifizierte Arbeit abzuverlangen.....

Elisabeth
17.09.2007, 15:27
Wozu soll dann eine Selbstorganisation für die Pflege her, wenn wir uns doch lieber unterordnen und hoffen, dass uns vielleicht auch mal jemand fragt. Welchen Sinn soll sonst deine Vereinigung haben?

Gute Frage: Qualitätsnachweis. Wo beschwert sich derzeit der Kunde Pat. wenn er mit der Leistung nicht zufrieden ist? Wer kann ggf. Sanktionen erheben gegen Fachkräfte, die gegen die Berufsordnung verstoßen?
Bis dato wird dies von fremden Berufsgruppen gemacht. Was würde wohl der Handwerker sagen, wenn ein Nichtfachmann ihm erklärt, wie er zu arbeiten hat?

Elisabeth

tildchen
17.09.2007, 15:58
Gute Frage: Qualitätsnachweis. Wo beschwert sich derzeit der Kunde Pat. wenn er mit der Leistung nicht zufrieden ist? Wer kann ggf. Sanktionen erheben gegen Fachkräfte, die gegen die Berufsordnung verstoßen?
Bis dato wird dies von fremden Berufsgruppen gemacht. Was würde wohl der Handwerker sagen, wenn ein Nichtfachmann ihm erklärt, wie er zu arbeiten hat?

Elisabeth

Sorry Elisabeth, aber du antwortest mit Gegenfragen, das hilft mir nur bedingt weiter. Der Kunde beschwert sich beim Anbieter der Leistung, also Klinik oder Pflegedienst so wie ich mich bei der Handwerksfirma beschwere, wenn diese Murks gemacht hat. Dann geht man doch nicht zur Handwerkskammer.

Sinn macht für mich die Vereinheitlichung der Ausbildung und Prüfung, aber dafür brauche ich auch keine Kammer.
Was meinst du mit Unterordnung? Fakt ist doch, dass auch mit Einrichtung einer Pflegekammer nicht alle Pflegekräfte plötzlich aktiv werden. Die meisten werden ihre Fortbildungen irgendwo absitzen und hoffen nichts mit dem ganzen "Kram" zutun zu haben. Die meisten wollen njciht gefragt werden, sondern das irgendwer was für sie besser regelt. Das ist heute so (mitvielen Verbänden und vereinigungen) und wird sich wahrscheinlich auch nicht mit einer Pflegekammer ändern.
Das wir von verdi nicht ausreichend repräsentiert werden liegt doch maßgeblich daran, dass die Leute noch nicht mal bereit sind sich inaktiv als zahlendes Mitglied zu organisieren. Wenn dies anders wäre könnte man gewerkschaftlich sicher zumindest um bessere Löhne und Arbeits- bzw. Vertragsbedingungen streiten.

Elisabeth
17.09.2007, 16:56
Sorry Elisabeth, aber du antwortest mit Gegenfragen, das hilft mir nur bedingt weiter.
Entschuldigung- nicht bedacht. Läßt sich aber manchmal nicht vermeiden.
Der Kunde beschwert sich beim Anbieter der Leistung, also Klinik oder Pflegedienst so wie ich mich bei der Handwerksfirma beschwere, wenn diese Murks gemacht hat. Dann geht man doch nicht zur Handwerkskammer.
Gehen wir davon aus, dass keine Einigung erzielt werden kann- dein Handwerksbetrieb ist nicht einsichtig. Du hast erheblichen finanziellen Schaden erlitten durch die unsachgemäße Ausführung. Eine Nachleistung muss erbracht werden. Der Verursacher gibt an, dass er nach bestem Wissen gehandelt hat. Wie soll der Kunde zu seinem Recht kommen?

Sinn macht für mich die Vereinheitlichung der Ausbildung und Prüfung, aber dafür brauche ich auch keine Kammer.
Wer übernimmt hier die Vorgaben? Wer gibt an, was wie vermittelt werden soll? Derzeit klaffen die Vorstellungen trotz Vereinheitlichungen per Gesetz doch sehr auseinander.

Was meinst du mit Unterordnung?
Andere bestimmen derzeit, wo es in der Pflege lang geht. Fachfremde erklären uns was wir in welcher Qualität zu erbringen haben. Ein Arzt ist für mich keine Pflegefachkraft. ich mische mich in sein Revier auch nicht ein- na gut meistens. *g*
Fakt ist doch, dass auch mit Einrichtung einer Pflegekammer nicht alle Pflegekräfte plötzlich aktiv werden. Die meisten werden ihre Fortbildungen irgendwo absitzen und hoffen nichts mit dem ganzen "Kram" zutun zu haben.
Das mag sein. Ich erlebe es ja in meiner Referententätigkeit auch immer wieder. Interessant ist aber, das eigenartigerweise doch immer etwas hängen bleibt... in jeder Weiterbildung.
Die meisten wollen njciht gefragt werden, sondern das irgendwer was für sie besser regelt. Das ist heute so (mitvielen Verbänden und vereinigungen) und wird sich wahrscheinlich auch nicht mit einer Pflegekammer ändern.
Auch da hast du vollkommen recht. Der Mensch ist nun mal so konstruiert. Den will ich auch net ändern.
Das wir von verdi nicht ausreichend repräsentiert werden liegt doch maßgeblich daran, dass die Leute noch nicht mal bereit sind sich inaktiv als zahlendes Mitglied zu organisieren.
Ich bin ein zahlendes Mitglied. Aber auch dort werde ich von Leuten vertreten, die von Pflege keine Ahnung haben.

An folgendes Gespräch erinnere ich mich immer wieder gerne zurück. Ich war zu einem Kongress und wurde von einem verdi- Vertreter angesprochen als ich mir die Broschüre zum Thema: Mein frei gehört mir- ansah.
Irgendwann reichte mir das Gerede.
Ich- gewohnt provokativ: Sie wollen also keine Pflegekraft am Bett haben.
verdi- Vertreter: Das habe ich nicht gemeint.
Ich: Aber sie haben mir doch ebend erklärt: Mein Frei gehört mir.
verdi: Ja, natürlich. Der AG darf sie nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen rufen.
Ich: Wie jetzt- sie wollen keine Pflegekraft? Sie scheinen wenig Ahnung von der aktuellen Situation in der Pflege zu haben. Es gibt mittlerweile so wenige Pflegekräfte, dass man beim Ausfall einer Fachkraft keinen Ersatz hat.
verdi- große, ungläubige Augen... dann schneller Themenwechsel: aber wir haben jetzt aktuell geschafft, dass die 38 Stunden Woche erhalten bleibt.
Der arme Mensch hatte Pech. er konnte ja nicht ahnen, dass ich aus Neufünfland auch mal in die Altbundesländer fahre. Das (Werbe-)Gespräch war damit beendet.


Elisabeth

Tempo
18.09.2007, 18:53
@ Fridolin:
Deine Idee fände ich interessant! Da wäre selbst für mich ein Weg in Richtung Verdi denkbar, obwohl ich dem Verein eher sehr skeptisch gegenüberstehe!

fridolin
18.09.2007, 20:03
Liebe Leute,
offensichtlich sind doch einige zwaidianer mit meinem Vorschlag einverstanden.
Damit er nicht ungehört im Datennirwana verschwindet, muss uns nun etwas Gescheites einfallen, wie wir die Funktionäre der Verbände überzeugen könnten...
Ich hab`da so eine Idee...
Bin aber zunächst auf Eure Ideen gespannt...

Viele liebe Grüße
der Ideenlieferant
fridolin

madison
18.09.2007, 20:36
Hallo...

Fridolin's Idee hat Charme.
Und vielleicht stehen die Chancen von VERDI-Seite auch nicht so schlecht, bedenkt man den Mitgliederschwund der Gewerkschaften.
Und die DGF hätte sicher auch nichts gegen ein paar Mitglieder mehr...;)

Andererseits ist das dann fast ne Zwangsmitgliedschaft..... in dem ein oder anderen Verein....

Fridolin, ich bin gespannt....

Madison

Elisabeth
19.09.2007, 07:20
Was wird denn erwartet vom "Konstrukt"?

Elisabeth

Tobias
26.09.2007, 09:13
Moin,
bevor dieses Thema im Archiv landet will ich es mal "reanimieren"!

@ Fridolin bin auf Deine Idee gespannt! ;)

LG Tobias :)

fridolin
26.09.2007, 19:59
Lieber Tobias,
hier mein Zitat von Seite 5:

"Nun wäre hier mein Lösungsvorschlag:
Kooperation vom DGF mit ver.di auf allen Ebenen. Wer ver.di Mitglied ist und als Pflegekraft arbeitet, ist automatisch DGF - Mitglied und umgekehrt.
Klingt nicht realistisch?"

Reicht das für`s Erste?
Die Frage ist, wie werden die Funktionäre erreicht?

Habe da schon meine Idee, bin aber sehr viel mehr auf Eure Ideen gespannt, vielleicht sind die besser.

Viele liebe Grüße
fridolin

Tobias
26.09.2007, 20:47
Moin,

Die Frage ist, wie werden die Funktionäre erreicht?

ich dachte wir erreichen schon über dieses Forum Funktionäre :confused:

LG Tobias

Elisabeth
26.09.2007, 20:58
Welches Ziel soll dieses Konstrukt haben... außer Mitgliedersammlung? Verdi wirds freuen: mehr Mitglieder- eventuell. Die DGF wirds nicht anders sehen- mutmaße ich mal. *ggg*
Und welches Ziel soll das Schiff dann verfolgen?

Elisabeth

fridolin
27.09.2007, 14:30
Liebe Elisabeth,
ver.di soll sich nicht freuen, sondern auch den (teilweise selbst gestellten) Aufgaben gerecht werden.
Natürlich benötigt eine Organisation auch Ziele. Aber warum soll ich denn die Arbeit alleine machen? Ihr alle könnt doch mit formulieren.
Ich mache aber gerne den Anfang:

1. Ziel: Lobbyarbeit für die Pflege im allgemeinen (gemeint ist insbesondere hier eine Korrektur der Rechtsstellung von Pflegenden)
2. Ziel: Einführung von Verfahren permanenten Bildung / Fortbildung der Pflege zur Qualitätssicherung bis zur Rente der Arbeitnehmer
3. Ziel: Vertretung von berufspolitischen Zielen wie zum Beispiel die Festschreibung der benötigten Anzahl von Pflegenden pro Patient.
.
.
.

Viele liebe Grüße
fridolin

arnold kaltwasser
27.09.2007, 14:51
Hmm Ich muss gestehen, ich bin nicht unbedingt der Freund einer Verquickung berufspolitscher Arbeit mit Trarifpolitischer...
:confused:
arnold

Tobias
27.09.2007, 16:26
Hmm Ich muss gestehen, ich bin nicht unbedingt der Freund einer Verquickung berufspolitscher Arbeit mit Trarifpolitischer...
:confused:
arnold
Hat das eine nicht was mit dem anderen zu tun??

...

4. Definition: Was ist Pflege! Was kann Pflege, was darf Pflege!
5. Verknüpfung mit (freiwilliger?) Registrierung
6. Bildung einer Pflegekammer!
7. Tarife angepasster für Pflegende abschließen und nicht mit den anderen öffentlichen (Müllmännern?) gemeinsam
.
.
.

LG Tobias:)

Elisabeth
27.09.2007, 20:56
@fridolin- da wird der Wunsch der Vater des Gedanken sein. Eine Vereinigung Gewerkschaft* Berufsverband kann die von dir angestrebten Ziele zwar außern und unterstützen... einführen als Gesetz und die Durchsetzung kontrollieren kann sie sie nicht.

Beispiel: Einführung der PPR geschah auf Druck der Pflege(verbände). Die Politik hat diese nur wenige Jahre wieder außer Kraft gesetzt. Die Vereine waren gegen die Entscheidung machtlos.

Die beschriebenen Aufgaben gehören in den Bereich von Kammern oder ähnlichen Strukturen. Und da sollten alle Aktivitäten hinlaufen. DGF, DBfK... usw. sollten dies endlich zum Politikum machen und nicht immer den eigenen Verbandszielen alles opfern.

Elisabeth

fridolin
28.09.2007, 12:38
"...die Vereine waren machtlos..."
Und wer glaubt, dass die Politik uns Kammern (ähnlich den Ärzte-Kammern) zugesteht, der träume weiter.Das wäre eine enorme, politisch nicht gewollte Aufwertung der Pflege.
Im Übrigen kam der Druck zur Einführung der PPR auch (und wenn ich mich nicht irre überwiegend) von gewerkschaftlicher Seite, damals noch ÖTV.
Und gerade die gescheiterte PPR zeigt deutlich, wie wenig Interesse Politik an der Pflege hat. Um dies zu ändern, kann von Seiten der Pflege aus meiner Sicht nur der Schulterschluss mit den Gewerkschaften (hier leider ver.di) erfolgen.
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
28.09.2007, 12:56
Wenn dein starker Arm es will ... *g* . Ich bin ein DDR- Kind und durfte lernen, was eine Masse (das Volk) bewegen kann, wenn es denn will.

Glaubst du das dein Konstrukt soviel politische Macht hat? Die Macht von verdi kannst du dir im derzeitigen Tarifvertarg ansehen bzw. dort wo noch nicht mal nach Tarif gezahlt werden muss.
Das Druckmittel der Gewerkschaft fehlt.
1. Das dies nicht nur mit der Mitgliederanzahl zu tun hat, beweist die GdL derzeit sehr schön. Das Argument von verdi: wir sind halt nur zuwenige- zieht also nicht. Vielelicht auch weil sie alle, ob Mitglied oder nicht, "beglücken" wollen.
2. Die Lokführer waren glatt im Vorteil. Ihre Arbeit ist nur von ihnen leistbar, der Arbeitsauftrag eindeutiger umschrieben als es in der Pflege je üblich war. Ein Lokführer fährt seinen Zuf nicht von A nach B aus Nächstenliebe. Der Kunde ist ihm egal.

Welches Druckmittel hat Pflege?

Elisabeth

fridolin
28.09.2007, 13:22
An die schnelle Elisabeth:
Liebe Elisabeth,
Du hast eine der entscheidenden Frage gestellt: "Welche Druckmittel hat die Pflege"?
Und die unerquickliche DDR - Vergangenheit immer als Argument zur Verhinderung der Bildung schlagkräftiger Organisationen zu nutzen, greift meines Erachtens viel zu kurz.
Viele liebe Grüße
fridolin

P.S.:
Wir sind ein Volk, ein Land
und unsere Politiker waren und sind außer Rand und Band.!

Elisabeth
28.09.2007, 14:59
*g* Es ging nicht um die DDR- Vergangenheit sondern um die Möglichkeit, der Kraft einer Gruppe, wenn es um Veränderungen geht. Und da hat der DDR- Bürger offensichtlich einen Vorteil. Er hat diese Kraft einmal gespürt und angewendet. Uns Altkanzler Kohl ist nicht verantwortlich für die Wende- auch wenn er es gerne so hätte. Eingeleitet wurde sie durchs Volk.

Übrigens lohnt es sich auch Philosophen wie Marx und Engels zu kennen und nicht nur den Mißbrauch ihrer Theorien.
__________________________________________________ _________
Welche Druckmittel hat die Pflege?

Elisabeth

fridolin
28.09.2007, 17:41
Liebe Elisabeth,
ich gebe Dir recht.
1. Kohl ist nicht für die Wende verantwortlich. Er war nur zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort.
2. Marx und Engels sollte Standardliteratur sein, gerade im sog. Westen.
3. Richtig. Die Macht der Gruppe: war das nicht der Ausgangspunkt dieser Diskussion? Ging es nicht inhaltlich darum, wie eine machtvolle Gruppe "erzeugt" werden kann, um die Interessen der Pflegenden auch deutlich verständlich und durch kilometerlangen Politikerohrenschmalz zu Gehör zu bringen?

Welche alternativen Ideen gibt es noch bei, ich glaube, über 40 Gruppierungen, die den Anspruch erheben, Pflege auch berufspolitisch vertreten zu wollen?

Viele liebe Grüße
fridolin, der heute ein neues Wort (Politikerohrenschmalz) kreiert hat.

WomBat
28.09.2007, 19:44
Klasse Wortschöpfung, Fridolin, bes. davor die km :D

evtl. hat Deine Idee bei Pflegenden eine reelle Chance, zumal bisher nur wenige die "Kammer" wollen.
Gibt es Vergleiche (z.B. mit anderen Berufsgruppen) die so etwas je taten?
Kann so etwas ein Vorstufe zur Kammer sein...?!? (bisschen mehr Macht, was wiederum Appetit macht?) Nur so am "brain-stormen", was man/frau mit der Idee so alles anstellen k ö n n t e.

WomBat, beim "etwas anstellen" bin ich (immer) gerne dabei :)

Elisabeth
28.09.2007, 21:09
Schauen wir doch mal über die Grenzen. Wie wirds in anderen Ländern gehandhabt?

Elisabeth

madison
28.09.2007, 22:56
Liebe KollegInnen,

das mit Verdi wird nichts. Nie im Leben.
Ich unterschreibe meinen nächsten Mitgliedsantrag frühestens, wenn Verdi für die Pflege von den übrigen Berufsgruppen abgekoppelte Tarifverträge verhandelt.

Ansonsten hat Elisabeth Recht, Kammern sind unerlässlich, auch wenn wir deren Einführung vllt nicht mehr erleben werden.

Was können wir tun, ausser uns in kleinen Berufsverbänden oä zu engagieren?

Pflege ist zur Zeit ständiges Medienthema, das könnte eine Chance sein, Aufmerksamkeit zu erreichen.
Heute morgen sah ich diesen (http://morgenmagazin.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,7011985,00.html) Bericht im ZDF-Frühstücksfernsehen, und habe mir die Haare gerauft.
Zu Wort kamen Verfechter der Idee, Tätigkeiten, die bisher Ärzte ungern ausführen, von Pflegenden erledigen zu lassen. Weit und breit niemand, der einwand, das wir für ureigene Aufgaben nicht ausreichend Zeit haben.

Also.... warum sammelen wir nicht Artikel, Berichte zum Thema und reagieren darauf, mit Leserbriefen und Forumbeiträgen im Onlinebereich der grossen Zeitungen??? Häufig genug sind Redakteure direkt ansprechbar, interessiert sind sie im Moment ganz sicher.

Nur eine kleine Idee...

Grüsse, Madison

Elisabeth
29.09.2007, 07:24
Pflege ist zur Zeit ständiges Medienthema, das könnte eine Chance sein, Aufmerksamkeit zu erreichen.
Heute morgen sah ich diesen (http://morgenmagazin.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,7011985,00.html) Bericht im ZDF-Frühstücksfernsehen, und habe mir die Haare gerauft.
Zu Wort kamen Verfechter der Idee, Tätigkeiten, die bisher Ärzte ungern ausführen, von Pflegenden erledigen zu lassen. Weit und breit niemand, der einwand, das wir für ureigene Aufgaben nicht ausreichend Zeit haben.

Also.... warum sammelen wir nicht Artikel, Berichte zum Thema und reagieren darauf, mit Leserbriefen und Forumbeiträgen im Onlinebereich der grossen Zeitungen??? Häufig genug sind Redakteure direkt ansprechbar, interessiert sind sie im Moment ganz sicher.



Die Idee hat Charme und wenn wir es schaffen, einen Redakteur zu gewinnen (nun nicht unbedingt Bild) dann sollte der erste Schritt in die Öffentlichkeit doch getan sein. Wobei ich denek: Einzelpersonen wenig wirksam... aber die Zwai- Gemeinde wäre doch mal ein guter Anfang.

Elisabeth

johannes driessen
29.09.2007, 17:23
Liebe KollegInnen,

das mit Verdi wird nichts. Nie im Leben.
Ich unterschreibe meinen nächsten Mitgliedsantrag frühestens, wenn Verdi für die Pflege von den übrigen Berufsgruppen abgekoppelte Tarifverträge verhandelt.

Ansonsten hat Elisabeth Recht, Kammern sind unerlässlich, auch wenn wir deren Einführung vllt nicht mehr erleben werden.

Was können wir tun, ausser uns in kleinen Berufsverbänden oä zu engagieren?

Pflege ist zur Zeit ständiges Medienthema, das könnte eine Chance sein, Aufmerksamkeit zu erreichen.
Heute morgen sah ich diesen (http://morgenmagazin.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,7011985,00.html) Bericht im ZDF-Frühstücksfernsehen, und habe mir die Haare gerauft.
Zu Wort kamen Verfechter der Idee, Tätigkeiten, die bisher Ärzte ungern ausführen, von Pflegenden erledigen zu lassen. Weit und breit niemand, der einwand, das wir für ureigene Aufgaben nicht ausreichend Zeit haben.

Also.... warum sammelen wir nicht Artikel, Berichte zum Thema und reagieren darauf, mit Leserbriefen und Forumbeiträgen im Onlinebereich der grossen Zeitungen??? Häufig genug sind Redakteure direkt ansprechbar, interessiert sind sie im Moment ganz sicher.

Nur eine kleine Idee...

Grüsse, Madison


Ich hoffe das auch nachfolgende Generationen die Errichtung einer Pflegekammer nicht erleben müssen. Nach mündlicher Auskunft des 2. Vorsitzendendes Fördervereins zur Errichtung einer Pflegekammer in NRW, der mein PDL war, ist eine Pflegekammer nicht für die Pflegenden , sondern für die Patienten da. Dies wurde von ihm in einer Runde von Abteilungsleitern unseres Hauses verkündet.
In frühreren Beiträgen habe ich klargestellt, das ich eine Pflegekammer als veraltert und bürokratisch ablehne. Somit kann ich nie einer Organisation beitreten die eine Pflegekammer unterstützt!
In dem Gesamtbild das sich derzeit in der Pflege bietet mutet es komisch an, das der Vizepräsident des Pflegerates in einem Interview den verlust von 45.000 Arbeitsplätzen in der Pflege anmerkt, aber gleichzeitig Spielraum dafür sieht, das ärztliche Tätigkeiten mitübernommen werden könnten.
Die Übernahme von ärztlicher Tätigkeit, durch Pflegepersonal der Anästhesie, wurde in unserem Haus bereits geregelt. Der Stellenplan der Pflege wurde um eine halbe Stelle gekürzt und ein Asisstenzarzt eingestellt. Safety first?
Ich meine wir bräuchten in der Pflege etwas eine gemeinsame Haltung inclusive Kampfmassnahme, a la Marburger Bund oder Lokführergewerkschaft. ansonsten hört keiner hin.
Johannes

Elisabeth
29.09.2007, 20:20
Gibts da eventuell ein Mißverständnis? Mündliche Auskunft läßt ja stets einen größeren Spielraum der Auslegung zu.

3. Erklärtes Ziel des Fördervereins Pflegekammer ist es Sicherung und Verbesserung der öffentlichen Gesundheitspflege von Bürgerinnen und Bürgern in NRW zu fördern.
...
5. Zur Erfüllung der Aufgaben werden folgende Maßnahmen im Sinne des §2 Nr. 2 durchgeführt:
�� Die Fachöffentlichkeit für die Ziele des Vereins erreichen, sensibilisieren und gewinnen.
�� Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit der Pflegekammer in NRW organisieren.
�� Politische Initiativen kooperativ mit den Beteiligten der Landespolitik durchführen.
�� Unterstützung der pflegewissenschaftlichen Forschung.
�� Kooperation mit anderen Organisationen, die von der Einrichtung einer Pflegekammer tangiert werden.
erstellt am: 07.05.2004
http://www.pflegekammer-nrw.de/SATZUNG,%20F%F6rderverein%20Pflegekammer%20NRW.pdf

Dazu passend das Heilberufegesetz von NRW: http://www.aekno.de/htmljava/a/Heilberufsgesetz-NRW.pdf

Auch die Kammer der Ärzte verpflichtet diese sich um das Wohl des Pat. zu kümmern und dieses auf einem hohen Niveau zu leisten.

Ob die PflegeKAMMER nun veraltet ist oder nicht... die gesetzlichen Strukturen unseres Landes lassen keine andere Möglichkeit der Selbstverwaltung zu. Wir können dem Kind auch einen anderen Namen geben. Wie heißt das noch in den anderen Ländern, wie Großbritanien, Italien, usw.?

Elisabeth

WomBat
30.09.2007, 00:19
Viele Gedanken, hier ein Fund:

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=971801053&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=971801053.pdf

(Seite 78)

„…die Antwort auf die Anfrage im Deutschen Bundestag zur Einrichtung einer Pflegekammer belegt: „Nach Auffassung der Bundesregierung liegt die Voraussetzung für die Einrichtung von Pflegekammern nicht vor, weil ein den ärztlichen Berufen vergleichbares Therapiemonopol trotz selbstverantwortlicher Berufsausübung grundsätzlcih nicht gegeben ist.“ (Deutscher Bundestag 1993, S. 7 zit. nach Siebolds und Weinder 1998, S. 49)…“

Gilt das noch? ? ?

Womit ich wieder bei der Kammer bin, trotz (oder gerade wegen) der laufenden Diskussion!

In Anglais, „nursing board“ ?!?

WomBat, nörsing bort? :D

Elisabeth
30.09.2007, 10:04
Versteh ich das richtig: die Bundesregierung fürchtet die Einrichtung einer Pflegekammer? Was soll das Wort Monopol uns in diesem Zusammenhang sagen?

Monopọl, das; -s, -e /griech./
1. ... Zusammenschluß von kap. Unternehmen in Form von Kartellen, Syndikaten, Konzernen, Trusts zur Beherrschung der Produktion und des Marktes und zur Erzielung von Monopolprofiten, Monopolorganisation, -verband: ...
2. Beherrschung der Produktion und des Marktes durch 1, Monopolstellung: in einer bestimmten Branche das M. haben, besitzen, ausüben; der Kampf um die Wahrung, Erhaltung des Monopols; das M. brechen
3. etw., das von jmdm., bes. einem kap. Monopolverband, allein produziert, beherrscht wird: etw. zum, zu seinem M. machen; die Herstellung dieses Erzeugnisses ist ein M. dieses Konzerns
4. Recht eines bürgerl. Staates, gewisse Verbrauchsgüter zum Zwecke der Besteuerung allein herzustellen und zu vertreiben: ein staatliches, gesetzliches M.; das M. auf, für eine Ware haben; ...
5. ...; etw., das nur einem bestimmten Personenkreis vorbehalten ist: ...
http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&kompakt=1&qu=Monopol

Dazu Zitate aus: Professionelles Handeln als Mittel zur Bewältigung des
Theorie-Praxis-Problems in der Krankenpflege von A. Veit (http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=971801053&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=971801053.pdf)

Müller-Kohlenberg (1988 ).
Im psychosozialen Bereich kann die Arbeit von Laien gelegentlich ähnlich erfolgreich sein wie die professioneller Helfer.
Wenn sich Anbieter sozialer
Dienstleistungen auf dem Berufsmarkt professionalisieren wollen, versuchen sie deshalb, sich möglichst schnell ein Monopol auf ihre Tätigkeit zu sichern, Konkurrenz durch andere Berufsgruppen zu vermeiden und die alleinige Kompetenz für ihr Fachgebiet zu beanspruchen
Professionelle proklamieren damit ein exklusives Wissen für sich und schaffen bzw. beabsichtigen im Prozeß der Professionalisierung eine abnehmende Klienten- oder Laienkontrolle ihres Handelns.
Wenn insbesondere soziale Berufe ein Monopol für menschliche Beziehungen anmelden und ausschließliche Kompetenz dafür beanspruchen, ruft das bei den sich selbst für kompetent haltenden Laien die Forderung nach
Deprofessionalisierung auf den Plan, oder schärfer noch nach Entprofessionalisierung.
Dahinter steht die Angst der Klienten vor einer Ausnutzung bzw. eines Mißbrauchs ihrer Abhängigkeit durch den Professionellen, was durch die Art der Beziehung zwischen beiden prinzipiell möglich ist.
Mitbestimmung und Kontrolle seitens der Klienten setzen Professionsangehörige unter Druck, ihre Arbeit offenzulegen und damit der Kritik auszusetzen. Das impliziert, daß Laien über ein bestimmtes Wissen verfügen, das Kontrolle überhaupt erst möglich macht. Dieses Wissen ist
in der Regel jedoch nicht vorhanden. In dem Maße, wie sich Laien selbst als kompetent ansehen, verzichten sie deshalb zunehmend auf die Dienstleistung der Professionellen und hinterfragen deren professionelle und machtpolitische Position.

Steckt hinter der Aussage des Bundestages nicht eventuell auch die Urangst, dann von einer Berufsgruppe "beherrscht" zu werden in ALLEN pflegerischen Belangen- die Kompetenz pflegen zu können würde in ihren Augen dann ausschließlich in die Hände der Pflegekräfte übergehen. Eine Mutter ist ohne professionlle Pflegehilfe nicht mehr ind er Lage ihren Säugling zu versorgen, die Mutter eines behinderten Kindes kann ihr Kind gar nicht kompetent pflegen, die Tochter kann ihren bettlägrigen Vater gar nicht versorgen- sie muss per Gesetz einen Pflegedienst ordern (ca. 50% aller Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit versorgen ihre Angehörigen ohne irgendeine professionelle Hilfe).

Aber will Pflege dieses allumfassende Monopol überhaupt?

Elisabeth

fridolin
01.10.2007, 16:30
Stop it, please.

Liebe KollegInnen,
ich finde diese Diskussion einfach klasse.

Ich finde es aber noch mehr klasse, wenn am Ende der Diskussion
a.) eine klare Formulierung unsere Ziele,
b.) der Weg, wie diese Ziele zu erreichen sind und
c.) die Mittel, die genutzt werden, um diese Ziele zu erreichen stünden.

Ach ja, wir dürfen auch nicht die Analyse der derzeitigen Verhältnisse vergessen, sonst drehen wir uns im Kreise.
Und: es gibt nur 3sogenannte Professionen, den Klerus, die Jurisdiktion und die - wie kann es auch anders sein - Mediziner.
Daraus erklärt sich meines Erachtens so manches.
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
01.10.2007, 23:37
Fridolin, Ja, Du hast Recht mit der Analyse der derzeitigen Verhältnisse (ist ja schon fast geschichtlich). Und jetzt das "aber". Regeln (Professionen, Eiscreme, was immer Du willst) werden von Menschen gemacht. Und können von Menschen verändert werden (oder auch nicht). Somit hast Du noch mehr Recht, mit dem abc meine ich.

Ziele? Vorwärtsschub für die viel-gerühmte "Professionaliserung", nicht nur Worte (oder Fördervereine), sondern Taten. Beispiel 1) Grundausbildung auf Hochschulniveau 2) Einrichtung der beruflichen Selbstverwaltung 3) Praktzieren im Sinne der uns anvertrauten Menschen mit Fachwissen incl. hermeneutischer Kompentenz (dazu ist 1) und evtl. mehr nötig) 4) unter Rahmenbedingungen (Arbeiternehmer-Bedingungen), die das ermöglichen. 5) Gerechte Honorierung in finanzielller Hinsicht. Damit meine ich keine Überbezahlung, schlicht eine angemessen Bezahlung. Die Ziele sind der Weg.

Nur die Mittel fehlen anscheinend zur Zeit. Außer dass wir in Zukunft "ärztliche Tätigkeiten" für ein "Vergelt's Gott" verrichten sollen? Idealste Verbindung zwischen Staat und Kirche! Als ob wir das nicht schon Jahre tun! Nun kriegen wir gesagt, dass wir es tun sollen (in den Nachrichten zur Hauptsendezeit), aber bitte keine Forderungen stellen, den ihr habt Ja Euren Job. Diese Diskussion scheint mir eine richtige süßgiftige Nachspeise zu sein - einerseits die NEXT Studie - warum verlassen Pflegende den Beruf? und andererseits die Meldung, dass Krankenhäuser Pflegestellen kürzen wollen > Das ergänzt sich doch hervorragend. Galgenhumor vorausgesetzt.

Warum hat die Slowakei schon seit 1961 Pflegestudiengänge? Warum hat dieses Land eine Pflegekammer? Warum ist die Grundausbildung dort auf Hochschulniveau? Warum gibt es nur wenige Länder in Europa, die das nicht haben? Warum sind gerade wir dabei (bei denen, die das nicht haben?) Wer hindert uns? Immer wieder? Welche Rolle spielen wir dabei?

Ah ja, ein Gutachten aus Bayern kommt zu dem Schluss, die Einrichtung einer Pflegekammer wäre "verfassungsgemäß". Wie nett. Bestimmt gibt es Politiker (und andere), die einen Pflegenotstand genauso einstufen würden! Steht dem Volk halt zu. Ist unveränderlich, wie kein Mindestlohn, wie die drei klassischen Professionen. Ja, Ja, das Land der Dichter und Denker. Ich glaube, die sind längst ausgewandert! [Und wenn sie noch da sind, dann denken sie wahrscheinlich über das Dichten nach.]

WomBat, nee, heute ist nicht mein Tag, Fridolin, Du kannst auch nix dafür! Ich schreibe nur meinen Frust auf.....

Bye, Bye, Fräu-lein Auf-schwung-Wun-der, drove my Chevy to the levi but the levi was dry, good old boys drinking Jever und Bit....

Elisabeth, nätürlich hatten die eine gehöriges Maß Unwohlsein dabei, denke nur daran der ganzen Wut de Lobbyisten ausgesetzt zu sein...

Elisabeth
02.10.2007, 08:54
Deswegen fand ich die Idee von Niehus gar nicht so unpassabel: Lobby- Verstärkung durch die Empfänger der Leistung- den Pat. oder Bew..

Nach mündlicher Auskunft des 2. Vorsitzendendes Fördervereins zur Errichtung einer Pflegekammer in NRW, ..., ist eine Pflegekammer nicht für die Pflegenden , sondern für die Patienten da.
http://forum.zwai.net/showpost.php?p=10526&postcount=79

Wir drehen uns im Kreis mit dieser Diskussion. Immer neue Gegenargumente tauchen auf um eine Selbstverwaltung der Pflege durch die Pflege in Frage zu stellen. Vielleicht will Pflege auch gar nicht diese Verantwortung übernehmen in Deutschland. Ich habe mittlerweile den Eindruck es geht im Rahmen der zunehmenden Individualisierung immer mehr um die eigenen Bedürfnisse denn um die Berufsgruppe. Egoismus ist sicher nicht ungesund... aber er kann ausbremsend wirken für jede Entwicklung.

a.) eine klare Formulierung unsere Ziele,
b.) der Weg, wie diese Ziele zu erreichen sind und
c.) die Mittel, die genutzt werden

Ob wir es schaffen auf der Methaebene einen Konsens herzustellen der für alle Professionell Pflegenden zutrifft- also die Berufsgruppe für die die DGF angetreten ist? Nochmal zur Erinnerung:
Die DGF ist ein Forum
für die Interessen aller Pflegekräfte aus
Intensivpflege und Anästhesie
Operationsdienst
Nephrologie und Dialyse
Endoskopie
Kardiologie
Psychiatrie
Rehabilitation
Altenpflege
ambulanter Pflege unabhängig von einer Weiterbildung
http://www.dgf-online.de/aufgaben.htm
(Vielleicht kann man ja diese Formulierung mal ein wenig überarbeiten in Richtung Prpfessionelle Pflege- die wird nämlich auch auf peripheren Stationen geleistet.)

Elisabeth

FireBIPAP
02.10.2007, 12:24
Hallo Elisabeth.

Wie oft dürfen wir noch dein Zitat über die Berufsgruppen lesen für die die DGF eintritt?
Das ist doch schon mehrfach von den Funktionären klargestellt worden.
Und noch mal JA, auch auf den peripheren Stationen wird professionel gearbeitet. Ich kann mich nicht erinnern wann hier jemand das letzte Mal was gegenteiliges geschrieben hat.

Cu Simon

Elisabeth
02.10.2007, 13:43
Komisch, dass manche Leut solch ein Problem mit dem Zitat haben. *g* Scheint als wenn es getroffen hat wie beabsichtigt.

Aber zurück zum Thema: Der DGF wäre doch eine Institution dem offensichtlich sehr am fachkompententen Pflegen liegt. Das wäre doch schon mal ein guter Ausgangspunkt (und noch mal auf das Schlimme *fg*) für ALLE professionell Pflegenden.

Der Unterschied zwischen DGF und DGL ist nicht nur, dass das die DGF ein Verband ist und die DGL eine Gewerkschaft. Der Unterschied ist, dass die DGL- Mitglieder ein echtes Monopol auf eine Leistung haben. Ähnlich wie die Ärzte können sie über diese Monopolstellung Druck ausüben. Welches echte Druckmittel hat der DGF oder der DPR?

Auf welche Leistung hat Pflege ein Monopol... meint: anlernen anhand von Checklisten und Skalen bzw. Drehbuchstandards reicht nicht aus? Achtung: dies ist eine rethorische Frage. Insider können sie nicht beantworten- da sie eine andere Sichtweise als Politiker haben. Der hat in den letzten Jahren genug Pseudoqualität untergeschoben bekommen und glaubt damit keiner Aussage mehr.

Elisabeth

fridolin
02.10.2007, 18:55
Liebe Elisabeth,
wer, bitte schön, ist die DGL?
Eine Gewerkschaft doch mit nichten, denn eine Gewerkschaft ist Teil der Tarifparteien.
Die trifft zur Zeit (leider) nur auf ver.di zu.
Viele liebe Grüße
der heiße Diskussionen anregende
fridolin

Elisabeth
02.10.2007, 19:09
Ops- ein Buchstabendreher. Meinte natürlich die Gewerkschaft der Lokführer. Danke für den Hinweis.

Elisabeth

fridolin
02.10.2007, 19:31
O.k.
Akzeptiert. Dachte schon, es gäbe eine neue "Pflegegewerkschaft"...
Gruß
fridolin

Holger Beuse
14.10.2007, 12:33
Interessantes Interview mit Hagen Lesch, Leiter für Tarifpolitik und Arbeitskampfforschung im arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft, in der gestrigen taz. Geht eigenlich um Lokführer, aber insbesondere die Antwort auf die vorletzte Frage lässt aufmerken:

http://www.taz.de/index.php?id=digitaz-artikel&no_cache=1&ressort=sw&dig=2007/10/13/a0171&src=GI&cHash=be3e02c150

Elisabeth
14.10.2007, 17:10
Der Mann gefällt mir. *ggg* Und nun die Kardinalfrage: wie gründet man eine solche Gewerkschaft mit Mitgliedern des Berufsstandes die Null Interesse an so etwas haben? Jammern ist schöner.

Elisabeth (gewohnt zynisch)

Holger Beuse
22.10.2007, 19:31
Die Posts von WomBat und Tobias zum Thema "Magnetkrankenhaus" sind nun >>> hier (http://forum.zwai.net/showthread.php?t=1148) >>>

WomBat
22.10.2007, 22:55
E M A N Z I P A T I O N

So ganz spontan: Voraussetzung ist, "Freiheit" zu verstehen, auch im Sinne von "Freiheit von" und "Freiheit zu".

Manche Unfreie fühlen sich in Ketten frei...manche Freie fühlen sich angekettet....

WomBat, wollte nicht UNBEDINGT philosophisch werden, aber irgendwie finde ich, MUSS Emanzipation verstanden werden. Die Befreiung vom subjektivem Empfinden für das richtige Maß - haben wir den nötigen Zorn anzutreten?

madison
10.11.2007, 20:17
Gerade in den Nachrichten:

Frank U.'Monty' Montgomery, exVorsitzender Marburger Bund,
ruft die Ärzteschaft zur Unterstützung des Lokführerstreiks auf.
Gedächtniszitat: 'Die wollen ihre Arbeitsbedingungen selber regeln, wie wir!!!'

Video (http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video232566_bcId-_ply-internal_res-flash256_vChoice-video232566.html)
Wir sollten das auch tun, bevor der MB die Idee, auch für die Krankenpflege den Tarif zu regeln, aufwärmt.

Madison

Monty
10.11.2007, 22:36
Gerade in den Nachrichten:

Frank U.'Monty' Montgomery, exVorsitzender Marburger Bund,
ruft die Ärzteschaft zur Unterstützung des Lokführerstreiks auf.
Gedächtniszitat: 'Die wollen ihre Arbeitsbedingungen selber regeln, wie wir!!!'
Video (http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video232566_bcId-_ply-internal_res-flash256_vChoice-video232566.html)
Wir sollten das auch tun, bevor der MB die Idee, auch für die Krankenpflege den Tarif zu regeln, aufwärmt.
Madison

Na hoffentlich bringt mich keiner mit dem in Verbindung :streik: !

The one, but not the only MONTY !:mosh:

tildchen
15.11.2007, 10:57
Ich möchte gar keine Gewerkschaft, die auf Kosten anderer Berufsgruppen im Gesundheitswesen nur auf die eigenen Interessen schaut. Das ist genau das, was die Ärzte getan haben und aktuell die Lokführer (die mir mit ihren maßlosen Forderungen ziemlich auf die Nerven gehen) tun.
Eine Gesellschaft kann so nicht funktionieren und ein Krankenhaus auch nicht. Niemand kann dort ohne den anderen (mehr oder weniger).

Natürlich sollten wir uns organisieren, um uns mehr Gehör zu verschaffen und auf unsere berechtigten Interessen hinzuweisen , auch um für unsere Berufsgruppe etwas durchzusetzen. Aber wenn dafür eine Ensolidarisierung mit anderen Berufsgruppen nötig ist und dafür "niedere Berufsgruppen" drunter leiden müssen, dann ohne mich.

Tildchen

Elisabeth
15.11.2007, 14:13
leider sind die Zeiten vorbei, wo der eine dem anderen etwas abgibt... einfach so. Das war vielleicht in der Steinzeit so (?). Selbst die hehre Idee des Sozialismus und Kommunismus scheiterte an den Menschen. Die Gesellschaft entscheidet sich nun mal für Haben und nicht für Sein.

Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10 Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens."
Karl Marx

Niemand wird dir freiwillig mehr geben... im Gegenteil. Ich finde den Streik der GdL und deren Konsequenz bewundernswert. Sie haben das Monopol auf eine Leistung und damit lässt sich Druck ausüben auf die Politik aktiv zu werden.

Ähnlich handeln ja auch unsere finnischen Kollegen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,513592,00.html . Und am besten finde ich die Aussage einer Gewerkschafterin zum Thema Verantwortung für die abhängigen Patienten:

Private Pflegedienste sollen zwar für viel Geld die Lücken schließen, aber die knapp 13.000 in ihren Berufen sehr routinierten Pflegekräfte können sie nicht ersetzen. Das weiß auch die Arbeitgeberseite: Das Ganze sei unmoralisch, die Patientensicherheit sei durch eine solche Maßnahme in Gefahr, kritisiert sie deshalb. "Unsere Mitglieder arbeiten genau bis zum 19. November. Danach sind sie nicht mehr im Beruf tätig und dementsprechend auch nicht mehr in der Verantwortung", kontert Gewerkschaftlerin Jaana Laitinen-Pesola die Vorwürfe kalt.
http://onwirtschaft.t-online.de/c/13/17/57/56/13175756.html

Wer wird dir nachweinen, wenn du dich im Beruf aufgereiben hast und vor dem 67. Lbenesjahr in Rente gehen musst? Wen interessiert es, dass du eventuell mit Rentenabschlägen rechnen musst? Wen interssiert es, dass du für wenig Geld eine hohe Verantwortung übernimmst für die Gesellschaft? ...

NIEMAND!!!

Elisabeth

arnold kaltwasser
15.11.2007, 14:16
nach diesen Aussagen müsste man ja das Wort Solidargemeinschaft aus dem Duden streichen;)
Glücklicherweise denke ich nicht so!
so long arnold

Elisabeth
15.11.2007, 15:09
Wieso willst du eine Worthülse streichen?

Nur weil wir in einem sozialen Beruf arbeiten, sollten wir nicht glauben dass die Gesellschaft eine gleiche Sichtweise hat. Beispiel gefällig? http://www.vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=de9014&SID=WvitYOwPIaAc4pl4DuRqZnQm4WEjx6 .

Das mag alles sehr ernüchternd erscheinen- ist aber nun mal Realität.

Rezension zu Haben oder Sein von Erich Fromm
...
In der Existenzweise des Habens ist es das oberste Ziel zu haben. Diese Existenzweise resultiert teilweise schon aus dem in jedem Menschen vorhandenen Selbsterhaltungstrieb, dem biologisch bedingten Wunsch zu leben.
...
Ebenfalls wie beim Haben existiert ein angeborenes Verlangen zu sein. Im Gegensatz zum Haben nimmt das Sein jedoch durch die Praxis zu. Der Ethos des Seins ist das Teilen, die Solidarität.
...
Unsere Gesellschaft hat die Illusion durch Technik allmächtig und durch Wissenschaft allwissend zu sein.
...
Die objektiv gültigen Bedürfnisse jedes einzelnen sind nicht mehr wichtig. Dadurch wird das menschliche Wachstum nachhaltig behindert. Als zweiten eklatanten Negativpunkt nennt Erich Fromm die Eigenschaften, die unserer Gesellschaft hauptsächlich zur Funktionstüchtigkeit verhelfen: Egoismus, Selbstsucht und Habgier. Egoismus bedeutet nicht zu teilen, mit Habgier verfährt man nach dem Prinzip, immer mehr haben zu wollen. Neid und Feindseligkeit sind ein fester Bestandteil der Habgier, die Unterwerfung anderer, das Betrügen und Ausbeuten ist ebenso ein Teil von ihr. Diese unsere Gesellschaft tragenden Eigenschaften schließen jedoch Frieden und Harmonie völlig aus. Selbstsucht ist die Regel, Solidarität die Ausnahme.
http://www.haha-online.de/Referate/erichfromm.htm

Ich erlebe tagtäglich, dass sich der Egoismus ausbreitet. ich kann jetzt sagen: ich beteilige mich nicht daran. Welchen Effekt hätte das? Aus meiner Sicht keinen wirklich spürbaren- die Gesellschaft wird sich nicht verändern.

1990 stand an eine Mauer in unserer Stadt:
Mündiger Bürger du hast gewählt, jetzt halts Maul. Muss für viele ein sehr böser Satz und ein noch böseres Erwachen gewesen sein als sie erkannten die soziale Sicherheit wird nie weider so sein wie sie es einmal war.

Elisabeth

Elisabeth

arnold kaltwasser
15.11.2007, 15:15
Tja was für den einen Worthülse ist, ist für den anderen gelebte Realität...:zwai:
sonst würde es z.B. solch ein Forum nicht geben und leben...:schock:
nur mal so als Beispiel;)
so long arnold

Elisabeth
15.11.2007, 15:39
So betrachtet hast du natürlich recht. :)

Elisabeth

tildchen
15.11.2007, 20:49
Niemand wird dir freiwillig mehr geben... im Gegenteil. Ich finde den Streik der GdL und deren Konsequenz bewundernswert. Sie haben das Monopol auf eine Leistung und damit lässt sich Druck ausüben auf die Politik aktiv zu werden.


Wer wird dir nachweinen, wenn du dich im Beruf aufgereiben hast und vor dem 67. Lbenesjahr in Rente gehen musst? Wen interessiert es, dass du eventuell mit Rentenabschlägen rechnen musst? Wen interssiert es, dass du für wenig Geld eine hohe Verantwortung übernimmst für die Gesellschaft? ...

NIEMAND!!!

Elisabeth

Liebe Elisabeth,

es ist nicht bewunderswert, wenn eine kleine Gruppe mit einem Monopol auf eine Leistung einen solchen Druck auf die Gesellschaft ausübt, sondern egoistisch und unsolidarisch. Selbst wenn wir, wie von dir oft gefordert, Vorbehaltsaufgaben hätten und ein Monopol darauf, könnten wir nicht mit den gleichen Waffen (Streik) kämpfen wie die Lokführer. Denn dann kämen Menschen zu Schaden und das würde keiner wollen.

Natürlich finde ich es nicht toll, für wenig Geld viel Verantwortung zu übernehmen und auch noch schwer zu ungünstigen Zeiten zu arbeiten. Damit rechtfertigt sich aber noch nicht eine solche Verhaltensweise. Und irgendwann wird es auch die Gesellschaft interessieren, wenn es nicht mehr genug Pflegende gibt....., aber das ist ein anderes Thema.

Tildchen

Elisabeth
16.11.2007, 07:51
Nochmal: die vielgepriesene Solidarität gibt es nicht im Bereich Haben- die ist nur im Bereich Sein zu finden wie Arnold schon feststellte.

Zuviel Nächstenliebe- das wäre wohl das bessere Wort für deine Art von Solidarität- kann in einer Gesellschaft in der es bei der Verteilung von Gütern nicht um den Bedarf von allen sondern um den Profitgewinn von wenigen geht- sehr ungünstig sein.
Du produzierst keinen Profit. Eigentlich bist du eine moralische Instanz. Aber:
Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10 Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens."
Karl Marx
Da nutzt dann auch die Moral nichts.

Warum sollten Pflegekräfte nicht streiken dürfen? Irland hats gemacht... mit Erfolg. Die Finnen machens derzeit... wahrscheinlich auch mit Erfolg.

Es gibt bei einem Streik stets die Möglichkeit des AG Notsituationen abzupuffern- siehe dazu auch den Ärztestreik. Es ist kein Mensch akut bedroht gewesen. Wenn Pflege sich an diese Prämissen hält wäre auch ein Streik möglich.

Wenn die Lokführer ihre Erwartungen (die wahrscheinlich weit unter den 30% liegen) erfüllt bekommen, werden andere Branchen nachziehen. Das dürfte sehr spannend werden.
Ich befürchte nur, dass die Pflege sich dann weiter in ihrem Selbstmitleid wälzen und auf jeden böse sein wird, der seinen eigenen Wert auch zu schätzen und durchzusetzen weiß.

Elisabeth

Tobias
16.11.2007, 08:44
Hi tildchen,
ich sortiere mal Deinen Text etwas um: Und irgendwann wird es auch die Gesellschaft interessieren, wenn es nicht mehr genug Pflegende gibt ...

Denn dann kämen Menschen zu Schaden und das würde keiner wollen. Dann hakt jeder auf der Pflege rum, Ärzte gibt es genügend, die haben sich aufstocken lassen.
Willst Du es wirklich so weit kommen lassen. Sollten wir nicht schon vorher einschreiten, uns stark machen und über eine eigene Kammer in der Politik Gehör verschaffen?

LG Tobias

p.s. sind wir jetzt nicht vom eigentlichem Thema meilenweit weg?

arnold kaltwasser
16.11.2007, 08:50
http://familie.heilpflanzen-welt.de/gesundheit/aerzte-streik--gut-fuer-unsere-gesundheit.htm

;)
so long arnold
PS ohne solidarität, wie soll dann das mit der Kammer funktionieren:confused:

Elisabeth
16.11.2007, 08:59
Erwartest du da von einer Kammer nicht das Falsche? Ich erwarte von der Kammer lediglich eine Festschreibung welche Qualifikation für welche Tätigkeit nötig ist. Und das sie diese Festschreibung verteidigt. Das hat für mich nichts mit Solidarität zu tun sondern mit einem Festlegen einer Rechtssituation.

Solidaritạ̈t, die; -, /ohne Pl./ 〈franz.〉 auf dem klassenmäßigen Zusammengehörigkeitsgefühl und dem Wissen um die Gemeinsamkeit der Interessen und Ziele sich gründendes Eintreten der Angehörigen unterdrückter Klassen füreinander und die darauf beruhende gegenseitige Hilfe: die unzerstörbare Kraft der proletarischen S.; die internationale S. unterdrückter Klassen und Völker; Die auf voller Freiheit und demokratischer Gleichheit organisierte Arbeit, bei der einer für alle und alle für einen stehen, also die volle Solidarität herrscht Bebel Frau 476; die Teilnehmer an der Versammlung erklärten ihre S. mit ...; S. üben; an jmds. S. appellieren
http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&qu=Solidarit%C3%A4t

Wäre nun zu klären, was ist eine unterdrückte Klasse. Dazu vielleicht mal Marx lesen: http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_k/klassenkampf.html . Nach dieser Feststellung müssten wir uns eigentlich mit den Lokführern solidarisieren. Auch sie bieten eine Dienstleistung an, sind Lohnarbeiter.

Die Welt besteht nicht aus Blümchen- sie ist hart und man muss sich entscheiden ob man alles ertragen will oder die einem zustehenden Möglichkeiten nutzen will.

Elisabeth

tildchen
16.11.2007, 11:52
@Tobias

Es nicht soweit kommen lassen und bereits vorher einschreiten, gute Idee. In diesem Fall habe ich mir nichts vorzuwerfen. Bin seit meinem Examen gewerkschaftlich organisiert (zeitweise auch aktiv tätig) und wie bereits mehrfach erwähnt, wenn dies alle wären, hätten wir eine deutlich stärkere Lobby.

@Elisabeth

Die Welt ist hart, gut dass ich das jetzt weiß. Bestehende Möglichkeiten zu nutzen heißt für mich nicht, nur auf meinen eigenen Vorteil zu setzen. Wo fängt denn deine Solidarität an und wo hört sie auf? Pflegende sollen zusammenstehen, aber was ist mit all den anderen "sozialen" Berufen, die auch weit unter Wert bezahlt werden, denn sie produzieren auch keinen Profit wie du das nennst?
Jeder kümmert sich nur um sich, wie bereits gesagt, so funktioniert Menschsein nicht und Gesellschaft nicht.
Aber das ist hier nicht das Thema....

Elisabeth
16.11.2007, 12:09
Die Welt ist hart, gut dass ich das jetzt weiß. Bestehende Möglichkeiten zu nutzen heißt für mich nicht, nur auf meinen eigenen Vorteil zu setzen. Wo fängt denn deine Solidarität an und wo hört sie auf? Pflegende sollen zusammenstehen, aber was ist mit all den anderen "sozialen" Berufen, die auch weit unter Wert bezahlt werden, denn sie produzieren auch keinen Profit wie du das nennst?
Jeder kümmert sich nur um sich, wie bereits gesagt, so funktioniert Menschsein nicht und Gesellschaft nicht.
Aber das ist hier nicht das Thema....

Es tut mir sehr leid- aber so funktionierrt die Gesellschaftsordnung Kapitalismus nun mal und da ändert auch das Deckmäntelchen der angeblich Sozialen Marktwirtschaft nichts.

Der Marktwert einer Leistung wird nicht allein vom Anbieter bestimmt. Er kann durch eine (künstliche) Verknappung den Wert zu steigern versuchen. Wieviel der Kunde für das Produkt ausgeben mag- das bestimmt der Kunde. Er setzt die Prioritäten, ob er das Produkt braucht oder nicht.

Übernommen auf unseren Berufszweig bedeutet das: der Kunde kennt das Produkt nicht. Es wird ihm erklärt das er es braucht. Eine Bedeutung kann der Kunde aber nicht erkennen. Lieb und nett jemanden pflegen im Sinne von füttern, waschen, trocken legen... das kann die Hausfrau auch. Das Pflege eigentlich mehr ist, wird dem Kunden nirgendwo zugänglich gemacht. Wir sind mit der Anerkennung der Hausfrauentugenden: lieb, nett, sauber, pünktlich, hilfsbereit zufrieden. ... Oder vielleicht doch nicht?

Wenn nicht wäre es an der Zeit zu zeigen, was passiert wenn... . Ähnlich den Lokführern, den Kollegen aus Finnland usw..

Aber vielleicht wollen wir das alles ja gar nicht- keine Veränderung. Veränderung würde hier bedeuten: Übernahme der Verantwortung fürs eigene Handeln. Selbst verantwortlich sein scheint für deutsche Pflegekräfte der größte Horror zu sein. Lieber zieht man sich zurück und erfindet immer neue Ausreden um sich nicht verantworten zu müssen: zuwenig Geld, zuwenig Zeit, die anderen machen ja auch nicht mit, ich will ja meine Pat. nicht im Stich lassen, ich will mich erst mal mit anderen Berufsgruppen solidarisieren... .

Ist es eigentlich ein gutes Gefühl, wenn man sagen kann: anderen geht es ja noch schlechter als mir und die muss ich erst mal bemitleiden bevor ich an mich selbst denken kann? Vielleicht steckt die Erwartung der Dankbarkeit dahinter. Dumm nur: sie wird ausbleiben. ... Es sei denn, wir führen den Kommunismus doch noch ein: alle bekommen dasselbe Gehalt und sind zufrieden. *grübel* Komisch das wollte der DDR- Bürger nicht. Der wollte lieber Haben statt Sein.

Elisabeth

arnold kaltwasser
16.11.2007, 12:14
...
Übernahme der Verantwortung fürs eigene Handeln. Selbst verantwortlich sein scheint für deutsche Pflegekräfte der größte Horror zu sein. Lieber zieht man sich zurück und erfindet immer neue Ausreden um sich nicht verantworten zu müssen: ...
Elisabeth
Warum dann anonym und verdeckt in diesem Forum?
;)
arnold

tildchen
16.11.2007, 12:35
Aber vielleicht wollen wir das alles ja gar nicht- keine Veränderung. Veränderung würde hier bedeuten: Übernahme der Verantwortung fürs eigene Handeln. Selbst verantwortlich sein scheint für deutsche Pflegekräfte der größte Horror zu sein. Lieber zieht man sich zurück und erfindet immer neue Ausreden um sich nicht verantworten zu müssen: zuwenig Geld, zuwenig Zeit, die anderen machen ja auch nicht mit, ich will ja meine Pat. nicht im Stich lassen, ich will mich erst mal mit anderen Berufsgruppen solidarisieren... .

Elisabeth


Ich übernehme jeden Tag Verantwortung für mein pflegerisches Handeln und ziehe mich auch nicht zurück (du kennst meine Aktivitäten nämlich nicht)....und ich finde es nervig, wenn man meine Aussagen dahingehend interpretiert.....!

Elisabeth
16.11.2007, 13:41
Ich gehe mal davon aus, dass die hier diskutierenden User schon um ihre Verantwortung im Job wissen und auch um das Manko, dass dies viel zu wenige in der Pflege tun.

Wie schaut es aber mit der Übernahme von Verantwortung für die Berufsgruppe aus? Wo bleibt das aktive Engagement für die Berufsgruppe? Wie schaut es aus mit dem Druck der Pflegekräfte auf die Verbände?
Ich vergaß: da bezahlen wir ja den Beitrag und damit autorisieren wir sie und ihre Aktivitäten. Das hat für mich sowas von Abgeben der Verantwortung an eine höhere Instanz- hier der Berufsverband, wahlweise auch die Gewerkschaft. Schließlich bezahlen wir ja dafür, dass sie sich um unsere Belange kümmern.

Elisabeth

arnold kaltwasser
16.11.2007, 14:17
Warum dann anonym und verdeckt in diesem Forum?
;)
arnold
nicht gelesen?
arnold

fridolin
16.11.2007, 15:08
Hi, @all!
Ich habe schon mehrfach geäußert, dass ich Kammern zur Durchsetzung der Interessen von Pflegenden nicht für den richtigen Weg halte.
Es geht vielmehr darum, bessere, neue und vielleicht auch ungewöhnliche Wege zu finden.
Auch ist eine Kammer sicherlich der falsche Ort für "eine Festschreibung welche Qualifikation für welche Tätigkeit nötig ist" (Zitat von Elisabeth). Dann wird in dieser "Kammer" zwangsläufig auch die Festlegung von "Normen" für Arbeitsinhalt in quantitativer und qualitativer Form geschehen.
Na, danke schön! Noch ein Institut, dass mir vorschreibt, was ich am Patienten tun und lassen soll?!
Und nun der Streik der GDL. Wer ihn verfolgt hat, hat auch mitbekommen, dass deren Hauptforderung mehr Gehalt ist - es geht hier nicht um eine inhaltliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Und ich glaube, dass - wenn wir uns einmal ganz ehrlich prüfen - insgeheim auch bei uns die finanziellen Interessen eine große Rolle in der "Kammerdiskussion" spielen.

Unsere Politiker haben sich soeben ein Diätenerhöhung um 10 % gegönnt - nur in der Pflege scheint es ehrenrührig zu sein, ehrlich über mehr Lohn zu reden. (Siehe auch die Diskussionen zum Marbuger Bund Tarifvertrag).

Viele liebe Grüße
...Niemand verdient, was er verdient, am Wenigsten...
fridolin

Elisabeth
16.11.2007, 15:48
Wo rührt eigentlich die Angst her, die Pflegekräfte haben, wenn es um die Festlegung von Qualitätsstandards geht? Haben wir alle dann die "Drehbuchstandards" inklusive Checklisten vor Augen? Also gegen die verwahre ich mich. Mir schweben solche Sachen vor wie die Expertenstandards die Grundlagenwissen fordern.

Die Pflegefachkraft
S1 -verfügt über aktuelles Wissen zur Dekubitusentstehung sowie Einschätzungskompetenz des Dekubitusrisikos.
...

Die Pflegefachkraft
S1b - beherrscht die Auswahl und Anwendung von Instrumenten zur Einschätzung des erwartbaren Versorgungs- und Unterstützungsbedarfs nach der Entlassung.
...

Die Pflegefachkraft
S1a - verfügt über das notwendige Wissen zur systematischen Schmerzeinschätzung.
...
Die Pflegefachkraft
S1 - verfügt über aktuelles Wissen zur Identifikation von Sturzrisikofaktoren.
...
S1 Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz zur Identifikation von Risikofaktoren und Anzeichen für eine Harninkontinenz.
...
http://www.dnqp.de/

Dumm ist nur, dass die wenigsten Pflegekräfte tatsächlich über dieses Grundlagenwissen verfügen. Zu sehr ist unsere Grundausbildung und z.T. auch die Fachweiterbildungen an meizinischen Aspekten orientiert die in Handlungen münden die zur Unterstützung der ärztlichen Therapie gedacht sind. Da fällt natürlich eigenständiges Handeln schwer. Entweder ich bewege mich im Raum den der Arzt mit seinem Wissen belegt- wir messen unser Wissen um das Problem... oder ich gehe in den arztfreien Raum und begegne dem Doc als Partner.

Elisabeth

arnold kaltwasser
16.11.2007, 16:16
Hallo liebe Elisabeth,
schon wieder ein neues Fass:confused:
meine Frage bleibt unbeantwortet?;)
so long
arnold

FireBIPAP
17.11.2007, 03:10
Hi!

Also wenn ich mal ganz ehrlich und mit einfachen Worten sagen darf was ich will: ICH WILL MEHR GELD für exakt die arbeit, die ich z.Z ausführen darf. Ich durfte eine aus meiner Sicht sehr gute Ausbildung zum Fachkrankenpfleger absolvieren und arbeite in einem tollem Team auf einer Intensivstation wo es mir gefällt!
Klar gibt es Zeiten wo mich alles :vomitus:und ich die Brocken hinschmeißen will, wo alles zu viel wird, wo ich mich über ein Lob mehr freuen würde als über €.
Aber im ganzen gefällt mir mein Job.


3% der BAHN-Mittarbeiter legen Deutschland lahm... Und bekommen wohl was sie wollen. Wenn das schule macht, wenn jetzt jede kleinste Berufsgruppe ein Land lahmlegen kann (und das können verdammt viele Berufe), was ist dann mit dem Land???

Cu Simon

Elisabeth
17.11.2007, 10:15
@arnold
Was erwartest du jetzt?
Meinen Namen? Den kennst du- ich bin in mehreren Foren unter meinem Namen eingetragen.
Auskunft über meine Aktivitäten?
Haben ich meines Wissens auch schon gemacht: Mitglied DBfK, Mitglied im Vorstand des Fördervereins Pflegekammer M/V, Mitglied verdi, Nichtmitglied Freiwillige Registrierung.

Ich hoffe, dass du nun zufrieden gestellt bist. ;)

Sabine Elisabeth Dinse

Elisabeth
17.11.2007, 10:19
Um an der Gehaltsschraube drehen zu können bedarf es Vorgaben, wer was mit welcher Qualifikation machen darf/ soll. Wir brauchen erst die Festschreibung des Monopols. Sonst werden unsere Aktivitäten nicht die Früchte tragen, wie sie die Lokführer derzeit anpeilen.

Wenn die Lokführer sich durchsetzen wird eine ungeahnte Streikwelle das Land erschüttern. Profit wird dann wohl lange Zeit vielleicht nicht mehr so fließen und ein Politiker vielleicht lernen statt mit 3.500 € netto mit nur 1.500 auszukommen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. :D

Elisabeth

Elisabeth
18.11.2007, 10:25
Neue Infos von den finnischen Kollegen.

Eskalation im Tarifkonflikt: Per Gesetz will die finnische Regierung 16.000 Pflegekräfte zur Arbeit zwingen, die mit Kündigung drohen, falls sie mit ihren Forderungen scheitern. Wer nicht zur Arbeit kommt, soll nun Strafe zahlen - eher gehen wir ins Gefängnis, sagen etliche Krankenschwestern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,517650,00.html

Elisabeth

pflegerli
18.11.2007, 15:09
Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Analogie zum Lokführerstreik:
In Finnland scheint es 2 große Gewerkschaften zu geben in denen sich Pflegekräfte organisieren: SuPer (http://www.superliitto.fi/?lang=en) und Tehy (http://www.tehy.fi/in_english/). SuPer hat sich wohl mit der Arbeitgeberseite auf einen geringeren Tarifvertrag geeinigt, wogegen Tehy weitaus höhere Forderungen stellt:

Meanwhile there are reports of growing on-the-job tensions between members of the two unions representing public-sector nurses, Tehy and SuPer. The latter union accepted the local authorities' contract offer, while Tehy is fighting for a better deal -- arguing that nurses in Finland have long been paid well below the Western European average.Quelle (http://www.yle.fi/news/id72095.html)


Finnish practical nurses' union approves wage deal

27.9.2007 at 17:15

The Finnish Union of Practical Nurses (Super) on Thursday approved a pay and conditions offer by the Commission for Local Authority Employers.

The union delegates approved the offer with 30 to four votes against.

Juhani Palomäki, the chairman of Super, said the outcome of the vote meant that the union would not strike whatever the response by the Union of Health and Social Care Professionals (Tehy).

Tehy is to announce its verdict on the offer on Saturday.

Mr Palomäki added the draft deal would give the nurses higher wage increases than those secured by industrial workers.

Unions representing other municipal workers have already approved the municipalities' offer for a labour agreement.Quelle (http://newsroom.finland.fi/stt/showarticle.asp?intNWSAID=16834&group=General)


The Union of Health and Social Care Professionals (Tehy) is demanding a 24% wage increase for its members over 28 months, rejecting employers' 12% offer.Quelle (http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/7046852.stm)

Wenn ich nun lese, dass sich die Regierung gegen die Forderungen unserer Kolleginnen und Kollegen in Finnland stellen, wird die Analogie noch perfekter.
SuPer ist Transnet und Tehy die GDL.

Bin gespannt, ob sich die finnischen Pflegkräfte auf eine ähnlich vernichtend-schlechte Presse einstellen müssen, wie die deutschen GDL-Lokführer...

Elisabeth
18.11.2007, 18:54
Danke für die Aufklärung bezüglich der Organisationsstrukturen in Finnland. Läßt sich etwas über den genauen Organisationsgrad und die Verteilung der Mitglieder sagen? Welche Spezialisierung ist wo organisiert?

Elisabeth

pflegerli
18.11.2007, 21:37
Tja, ich will hier ja nicht den Eindruck erwecken, ich würde mich im finnischen Gesundheitswesen gut auskennen :-)

Mein Beitrag entstand nach einer längeren google-Sitzung. Mehr Infos, als in den verlinkten Artikeln habe ich auch nicht. Die englischen Webseiten der beiden Gewerkschaften bieten zu der Frage nach der genauen Mitgliederzusammensetzung auch nicht viel mehr. Dazu müsste man wohl die finnischen Originalseiten lesen können, die scheinen etwas ausführlicher zu sein.

Immerhin scheinen die finnischen Kolleginnen und Kollegen mehr Unterstützung der Bevölkerung zu bekommen ( 62% ) (http://www.yle.fi/news/left/id75206.html) als es hierzulande den GDLern vergönnt ist.

Von meiner Seite gibts auf jeden Fall mal einen herzlichen solidarischen Gruß an die finnischen Pflegekräfte :streik:

pflegerli

pflegerli
18.11.2007, 21:50
Was ich bei der ganzen (finnischen) Sache nicht so ganz verstehe: gibt es in Finnland keine Kündigungsfristen?Meanwhile, talks are continuing to find a settlement in the dispute. If no deal is reached, 12,800 members of the Tehy union will quit their jobs as of Monday night. Quelle (http://www.yle.fi/news/id75107.html)

Wenn diese 12800 Pflegekräfte zum Montag, den 19.11.07 kündigen, wieso ist dann diese Kündigung sofort wirksam?

Diese Methode wäre so jedenfalls in Deutschland nicht möglich. Da sagt zumindest mein Arbeitsvertrag etwas anderes.

Elisabeth
19.11.2007, 07:33
Immerhin scheinen die finnischen Kolleginnen und Kollegen mehr Unterstützung der Bevölkerung zu bekommen ( 62% ) (http://www.yle.fi/news/id75206.html) als es hierzulande den GDLern vergönnt ist.



Das nennt man Solidarität. *fg* Scheints in anderen Ländern doch zu geben.

Elisabeth

pflegerli
19.11.2007, 11:19
Ich bin ein bißchen irritiert, daß man über die aktuelle Situation des Pflegepersonales in Finnland und dessen bevorstehende Massenkündigung in deutschen Nachrichten so sehr wenig bzw. gar nichts hört.

Nach Durchsuchen der versch. online-Portale konnte ich auf folgenden Seiten gar nichts finden: n-tv.de, n24.de, tagesschau.de. heute.de, ard.de, zdf.de, rtl.de, sat1.de ... und dann hatte ich keine Lust mehr weiter zu suchen.

Lediglich euronews.net und ausländische Seiten berichten über diese Situation.

Ist das dieselbe Verweigerung der Presse gegenüber Pflegethemen, wie man es auch schon bei "Pflege bewegt Deutschland" erkennen konnte?

Ich versteh die Welt nicht mehr....

Um so interessanter gibt sich diese Nachricht: (http://www.yle.fi/news/id75333.html) Prime Minister Matti Vanhanen has been readmitted to Meilahti hospital overnight.
Prime Minister Matti Vanhanen braved the industrial climate to seek medical attention on Sunday night due to back pain.

The lower back pains for which he was admitted to hospital on Friday evening, have returned. Vanhanen was admitted to hospital Friday evening, where he stayed overnight for treatment of a urinary tract complication.
Da muß also der finnische Ministerpräsident ausgerechnet heute ins Krankenhaus. Wenn dem mal nicht der Arsch auf Grundeis geht :-))

Die neusten Nachrichten zum Thema gibts übrigens auf derselben Webseite: (http://www.yle.fi/news/id75298.html) Es scheint also heute abend um 18:00 Uhr eine Entscheidung zu geben. Both sides must announce their decisions by 6 pm.

Man darf gespannt bleiben.

pflegerli

Elisabeth
19.11.2007, 12:24
Ich bin ein bißchen irritiert, daß man über die aktuelle Situation des Pflegepersonales in Finnland und dessen bevorstehende Massenkündigung in deutschen Nachrichten so sehr wenig bzw. gar nichts hört.

Nach Durchsuchen der versch. online-Portale konnte ich auf folgenden Seiten gar nichts finden: n-tv.de, n24.de, tagesschau.de. heute.de, ard.de, zdf.de, rtl.de, sat1.de ... und dann hatte ich keine Lust mehr weiter zu suchen.



Man will doch nicht das Volk aufwiegeln. *ggg* Pflegekräfte in D könnten ja auf dieselbe Idee kommen befürchten wohl die "Zensoren". Die Angst kann man ihnen nehmen: in D ist dieses Vorgehen unmöglich. Nur 8% der Pflegekräfte sind organisiert. Einzigste Folge wäre: das Jammern wäre für einen gewissen Zeitraum mal wieder etwas größer. Das beruhigt sich aber bekanntlich wieder.

Ist das dieselbe Verweigerung der Presse gegenüber Pflegethemen, wie man es auch schon bei "Pflege bewegt Deutschland" erkennen konnte?

Hm- haben Pflegekräfte nicht selbst sich verweigert? Die Beteiligung war laut meinen Infos eher begrenzt. Vielleicht auch, weil man sich nicht mit der Kampagne identifizieren konnte und zwenig Infos an die Basis kamen?

Elisabeth

pflegerli
19.11.2007, 18:13
Geht doch...!!! (http://www.yle.fi/news/id75379.html):jubel: :jubel: :jubel:

...und der Ministerpräsident hats auch überlebt. (http://www.yle.fi/news/id75376.html)

ostfriesland
19.11.2007, 19:21
Hallo,
Keine Massenkündigung in finnischen Krankenhäusern
Einigung kurz vor knapp: Die finnische Krankenschwesterngewerkschaft hat im Tarifkonflikt eingelenkt und ein Schlichtungsangebot angenommen.

Siehe bei spiegel.de: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518258,00.html
Gruß

WomBat
19.11.2007, 20:39
Danke für die neuesten Beiträge!
Geht doch.
Herzlichste Glückwünsche an die Finnischen Pflegenden!

Es gibt so ein paar Stellen im Internet zum Thema Pflege-Streik in Finnland . Was ich so gefunden habe...(wer Cartoons mag, gleich zum Forum (Matti im Krankenhaus, ganz nach unten scrollen) zur nachträglichen Rekonstruktion oder zu