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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegequalität und Patientensicherheit im Intensivpflegebereich



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DGF-online
16.04.2007, 17:01
Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) fordert eine Mindestquote von fachweitergebildetem Personal für deutsche Intensivstationen zur Gewährleistung der Patientensicherheit.

Aufgabenallokation und Neuverteilung der Verantwortlichkeiten vom ärztlichen in den pflegerischen Bereich sind gesetzgeberisch zu regeln. Vorbehaltsaufgaben für Fachkrankenpflegende sind verbindlich festzuschreiben um eine Versorgung von kritisch erkrankten Patienten in Krankenhäusern ökonomisch sinnvoll und zukunftsfähig sicherzustellen.

>>> weiter >>> (http://www.zwai.net/pflege/zwaitens/Partner/DGF/Mitteilungen/2007/Erklaerung_zu_Pflegequalitaet_und_Patientensicherh eit_im_Intensivpflegebereich/)

Elisabeth
17.04.2007, 15:09
Sehr schöner Alleingang eines Verbandes der Mitglied des DPR ist. Kämpft jetzt jede Sparte für sich? Arbeiten die Kollegen außerhalb der Intensivstation nicht kompetent? Hat der Pat. nur auf der Intensivstation einen Anspruch auf Fachpflege?


Elisabeth

Shaya
17.04.2007, 17:03
Danke, DGF, das klingt ja alles sehr schön. Schön das das endlich mal jemand fordert- die Frage ist nur, interessiert es denn auch jemanden das der DGF das fordert? Besser gefragt:: Was tut den die DGF um diesen Forderungen den nötigen Nachdruck zu verleihen??? Das den Kliniken dringend empfohlen wird, z.B. eine 1:1-Betreuung beatmeter Patienten umzusetzen ist ja lobenswert, aber wer erklärt das denjenigen, die für die Finanzierung und Wirtschaftlichkeit verantwortlich sind und der Meinung sind, das es auch anders und sogar mit noch weniger Personal geht??

Ich arbeite für einen privaten Krankenhausbetreiber. Die leider unschöne aber realistische Situation ist hier, das wir so gut wie kein Fachkrankenpflegepersonal mehr haben, weil die Weiterbildung selber finanziert werden muss, und noch auf einen Teil Gehalt verzichtet werden muß. Unser Pflege-Patienten-Verhältnis für beatmete Patienten ist im Tagdienst 1:3, im Nachtdienst sogar teilweise 1:5.

Meine Meinung über die potentielle Reaktion unserer "hohen Herren der Klinikleitung" zu den gut gemeinten DGF-Empfehlungen: Sie werden darüber lachen und sie als "nicht realisierbar" abstempeln.

curare
17.04.2007, 18:25
Ich muss Shaya leider Recht geben! Freiwillig wird, bei immer knapper werdenden finanziellen Mitteln, kein Krankenhausträger diese Vorgaben umsetzen.

Und wer sagt denn überhaupt dass eine bessere und qualifizierte Besetzung sich positiv auf die Kosten auswirken kann? Sinkt die Verweildauer der Patienten dadurch wirklich? Gibt es weniger Komplikationen? Das sind doch alles leider sehr theoretische Gedanken, die hier in Deutschland meines Wissens nicht durch Studien nachgewiesen sind, oder? Wäre mal eine Aufgabe für die Pflegeforschung!

So ziemlich alle Kliniken hierzulande sind im Moment wohl auf Sparkurs. Und wie kann man bekanntlich in kürzester Zeit die Bilanz verbessern? Personalkosteneinsparen!
Auf Kostenersparnis durch mehr Pflegequalität wird sich im Moment kaum jemand einlassen und ist vielleicht auch gar nicht gewollt!?

Trotzdem: Ich finde es richtig dass die DGF solche Forderungen aufstellt. Ich bin darauf gespannt wie diese, hoffentlich in Zusammenarbeit mit dem DPR, eingefordert werden.

Meine persönliche Prognose ist: In den nächsten 5 Jahren wird die Anzahl qualifizierter Personen im Intensivpflegebereich weiter abnehmen! Das betrifft nicht nur Pflegepersonal sonder auch die ärztliche Berufsgruppe! Und ehrlich gesagt sieht es auf den peripheren Stationen oder sonst wo im Krankenhaus auch nicht besser aus.
Ich hoffe darauf dass es in 10 Jahren wieder besser wird und werde weiter versuchen das Beste draus zu machen...

Sören Lösche
17.04.2007, 18:41
Die DGF vertritt alleine die Interessen der Fachkrankenpflege. Das wiederspricht in keiner Weise dem DPR. Oder muß man bei Forderungen immer alle Interessen ander Gruppen miterwähnen. Die Anästhesisten sind auch in der Lage mit der Münsteraner Erklährung I+II der Interessen dar Anästhesisten deutlich zu machen. Die Urologen schreien da nicht wegen Mißachtung. Das wäre eine falsche Interpretation von Solidarität.
Die Erklärung ist gerade wegen der abnehmenden personellen Ressourcen getroffen. Die Begründung ist Bestandteil der Erklärung. Natürlich ist damit ein Kontrast zur Realität entstanden, aber ganz bewußt, um nicht alles freiwillig aufzugeben.
Es sollen ersteinmal Forderungen gestellt werden. Die Pflegenden in den Häusern sollen sich auf die Erklärung berufen können.

Sören

madison
17.04.2007, 18:59
Bin mit der Erklärung sehr einverstanden,
leider lese ich kein Wort zur Anästhesiepflege,
aber da kommt sicher noch ein knackiges Statement, ich bin ganz sicher!!!;)

Gruss, Madi

Elisabeth
17.04.2007, 19:58
Was verändert die Welt? Kann ein einzelner, können wenige das System verändern?

1,2 Mill. Pflegekräfte in Deutschland... wieviele sind FACHpflegekräfte für A/I? Haben Pat. auf Stationen mit weniger als 70% Fachpersonal ein schlechteres Outcome?

Auf der einen Seite wollen Fachpflegekräfte eigenverantwortlich:

• Entwöhnung vom Respirator
• Planung und Durchführung spezieller Lagerungstherapien
• Durchführung von Nierenersatzverfahren
• Bedienung technischer Überwachungsgeräte
• Steuerung der Analgosedierung und Schmerztherapie
• Durchführung und Überwachung der Ernährungstherapie und Flüssigkeitsbilanzierung

durchführen. Auf der anderen Seite stellt man gerade fest, dass das Helliosmodell der Eigenverantwortlichkeit der Mafas dann doch zu weit geht. Was denn nun? Eigenverantwortlich oder auf Arztanweisung? Und wenns auf Arztanweisung geht... warum dann eine umfangreiche Ausbildung? Der Arzt denkt doch in D für das Pflegepersonal. Eigenständigkeit ist da nicht erwünscht- siehe den jüngsten Zwischenfall in Düsseldorf.


• Einhaltung und Sicherung hygienischer Mindeststandards.
Ob man dafür nur Personal mit Fachausbildung einsetzen kann darf bezweifelt werden.

Die Intensivpflege ist nicht die Krone der Pflege... sie ist eine Facette. Elitedenken kann in der Berufspolitik eher hinderlich sein als förderlich.

Elisabeth

Klaus Notz
17.04.2007, 20:42
Insgesamt finde ich es sehr gut, dass unsere Berliner Erklärung so viel Interesse findet und die Kollegen Ihre Meinung abgeben.

Wir im Vorstand und im Kreis der Landesbeauftragten der DGF haben uns entschlossen, diese Erklärung gerade in der jetzigen angespannten Situation zu formulieren und zu veröffentlichen. Es gibt leider keine aktuellen und auf Deutschland bezogenen Aussagen zur qualitativen und quantitativen Besetzung von Intensivpflegestationen.

Die Kollegen vor Ort benötigen eine Orientierung in der Diskussion mit den Pflegedienstleitungen und den Geschäftsführungen, um die Versorgung der Patienten sicherstellen zu können, und um hierzu zumindest Argumente vorlegen zu können. Wer außer der DGF soll den sonst eine solche Erklärung abgeben?
Es geht hier nicht um die Eigendarstellung der Fachkrankenpflege als elitäre Berufsgruppe innerhalb der Pflege. Es geht hier um das berufliche Überleben der Kollegen, die täglich in dieser Mühle die Sicherheit der Patienten gewährleisten müssen. Der Arbeitsdruck im Intensivpflegebereich erreicht Zustände, die nicht mehr für die Kollegen ertragbar sind. Die Verweildauer im Intensivbereich geht drastisch zurück. Viele Kollegen ergreifen die Flucht in neue Aufgabenbereiche in den Klinken (Qualitätsmanagement, Studium) um aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Dies darf so nicht weiter gehen. Es muss möglich sein, in der Intensivpflege zu arbeiten und auch bis zum Rentenalter in Würde Patienten pflegen und betreuen zu können.

Wir wissen, dass unsere Forderung nicht wissenschaftlich belegt ist. Aber zumindest haben wir nun eine klar formulierte Position. (Vergleichen Sie doch bitte einmal die Münsteraner Erklärung der DGAI, auch diese Positionen beruhen auf der Erfahrung und nicht auf wissenschaftlicher Basis, und die Gerichte orientieren sich daran!!).

Wir haben aber bei der Formulierung auf die Aussagen von erfahrenen Intensivpflegekräften und Pflegewissenschaftlern, deren Meinungen und Erfahrungen übernommen. Vielleicht ist die Berliner Erklärung ein Auslöser für pflegewissenschaftliche Studien in Deutschland in diesem Themenbereich. Im Europäischen Ausland gibt es ja bereits Studien zur qualitativen und quantitativen Personalbesetzung in Bezug zur Sterblichkeit.

Für die Zulassung von neonatologischen Zentren wird übrigens eine Fachpflegequote von 75% gefordert.

So viel einmal heute. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die weitere Diskussion.

Superfantastisch
17.04.2007, 22:33
elisabeth ... ich frage mich, warum in beinah jedem deiner beiträge zur fachpflege ein gewisser negativer, beleidigter ton vorherrscht. da wird viel genörgelt und schlechtgeredet.
konstruktiv ist das jedenfalls nicht. :wut:


Hat der Pat. nur auf der Intensivstation einen Anspruch auf Fachpflege?

nein, selbstverständlich nicht. sobald die intensivstationen mit ausreichend fachpersonal besetzt sind, kann man natürlich anfangen, AI-pflegende auch für die regelpflegestationen weiterzubilden.
aber wahrscheinlich kapier ich einfach nur nicht, worauf du hinaus willst.

Elisabeth
18.04.2007, 08:53
Wir sitzen alle im selben Boot, egal wo wir arbeiten- Intensiv oder periphere Station oder... . Was nutzt z.B. eine sehr gute kompetente Intensivpflege wenn die Nachbetreuung auf der peripeheren Station nicht ebenso fachkompetent angeboten wird?

In Anlehung an F.Engels: Pflegende aller Fachrichtungen, vereinigt Euch. Nur gemeinsam werden wir etwas bewegen können. Fordern wir also von unseren Funktionären, dass sie als Mitglied des DPR sich eindeutig positionieren und gemeinsame Erklärungen abgeben. Die Öffentlichkeitswirksamkeit dürfte viel höher sein als wenn nur einzelne (kleine) Verbände ein Statement abgeben.

Elisabeth

Aestiva1
18.04.2007, 10:40
@Elisabeth: Danke für Deine Einstellung!
@all:
Ich kann sehr gut verstehen, was Elisabeth mit Ihrem Beitrag sagen möchte. Wir alle arbeiten ja eigentlich im Sinne des Patienten auch wenn es uns nicht immer sehr leicht gemacht wird durch die Umstände unter denen wir arbeiten.
Nur zeichnet es ja alle Pflegenden aus zu improvisieren in der Pflege, so traurig es auch ist.
Zum Thema, jeder von uns hat es doch schon mal erlebt, dass wir Patienten aus dem AWR oder von der Inte auf die Peripherie verlegen und dabei wissen, dass Beste ist die Verlegung für den Patienten nicht. Wie oft erlebe ich, dass Patienten die am späten Abend aus dem AWR auf Station gehen sollen, dann noch das Letzte Wache.- oder Intensivbett bekommen, da man angst hat die Nachtschwester ist überfordert mit dem Patienten. Darf sie ja auch sein, bei 36 Patienten und einer Pflegekraft. Ich denke, dass Optimale für den Patienten heraus zu holen ist allen klar. Nur wird es Keinem leicht gemacht. Keiner von uns ist die bessere Pflegekraft. Vielmehr sind es Erfahrungen und der Arbeitsbereich jedes einzelnen. Ich ziehe den Hut vor den Kollegen auf Station. Ich könnte es mir nicht mehr vorstellen auf einer peripheren Station zu arbeiten. Da bin ich ganz ehrlich. Da sind bei uns die Bedingungen in der Anästhesie noch immer besser aber auch nicht toll.
Viele Grüße aus der Hauptstadt:)

Superfantastisch
18.04.2007, 11:26
:wow: das klingt ja so, als ob sich eine fachgesellschaft dafür rechtfertigen müsste, wenn sie die interessen ihrer mitglieder vertritt.

:mad: klar sind die intensivstationen unterbesetzt.
:mad: klar sind die normalstationen unterbesetzt.
:mad: klar sind die physiotherapeuten unterbesetzt.
:mad: klar sind die mtas unterbesetzt.
:mad: klar sind die reinigungskräfte unterbesetzt.
:mad: klar sind die pförtner unterbesetzt.

:mad: und natürlich sind auch die ärzte unterbesetzt.

:mad: und in meinem Aldi ist auch immer eine kasse zuwenig geöffnet.

sollen wir uns mit denen allen zusammentun, um gemeinsame erklärungen abzugeben or what?

Elisabeth
18.04.2007, 12:42
:mad: klar sind die intensivstationen unterbesetzt.
:mad: klar sind die normalstationen unterbesetzt.


Mir würde schon reichen wenn sich erst mal diese beiden Berufsgruppen zusammentun. Und wennd ann noch die ambulante Pflege und die Altenpflege dazufinden, dann wären wir eine nicht zu übersehende politische Gruppierung.

@ Superfantastisch Was glaubst du warum das Ergebnis des "Ärzteaufstandes" im letzten Jahr so gut war? Wie wäre es ausgegangen, wenn sich da nur die Intensivmediziner oder nur die Chirurgen oder nur ... stark gemacht hätten?

Pflege hat ein riesiges Problem: Sie ist zersplittert in viele Bereiche. Zusätzlich behaupten dann noch einige Bereiche von sich einmalig und besonders wichtig zu sein. Das macht die Zusammenarbeit nicht gerade erfreulich.
Freuen tun sich andere. Schon die alten Römer wußten: Teile und Herrsche.

Elisabeth

Sören Lösche
18.04.2007, 16:44
Das ist doch auch nicht die ganze Wahrheit. Die Pflegeverbände tun ssich doch nun auch zusammen und arbeiten gemeinsam an Problemen, die alle Pflegenden treffen wie zum Beispiel der Heilberufeausweis um Zugriff auf die elektronische Gesundheitkarte zu haben. Die Thema ist existentiell für alle Pflegenden im Besonderen für die ambulanten Dienste. Aber die Bereiche Anästhesie und Intensiv, in denen ganz anders im Team gearbeitet wird, warum soll da nicht wie bei den Ärzten en einzelner Berufverband die Stimme erheben. Der weiß es doch für den Bereich am besten. Soll das alles auch noch mit BALK, VPU und anderen besprochen werden. Dann dauert es noch zehn Jahre. Wenn die Kritiker auch den Verbänden aktiv helfen würden, ginge noch viel mehr. Aber auch ehrenamliche in Verbänden Tätige haben ihre Grenzen. Ich find Elisabeths Argumentation kontraproduktiv gegen die Tätigen auf den Intensivstationen. Zumindest die Mitglieder in den Verbänden haben ein Recht vertreten zu werden. Sie bezahlen dafür. Wir können ja mal abwarten, was die Mitglieder im Forum so alles sagen.
Übrigens waren bei den Ärztestreiks alle betroffen. Auch von denen haben sich viele inzwischen distanziert. Viele Assistenten haben inzwischen gemerkt, dass wenn sie keine Dienste mehr machen auch keine mehr bezahlt bekommen. Dann bekommen haupsächlich Oberärzte mehr Gehalt. Die stimmung ist da denkbar schlecht. Mindestens die Hälfte der Häuser zahlen die Tarife gar nicht. Haben Haustarife oder bezahlen nach AVR.
Sören

Elisabeth
18.04.2007, 18:47
Aber die Bereiche Anästhesie und Intensiv, in denen ganz anders im Team gearbeitet wird,... .

Da entsteht doch glatt die Frage: Schon peripher gearbeitet? Schon mehr gesehen als nur eine Fachrichtung?
Ich für meinen Teil durfte fast alles sehen in meiner bisherigen Laufbahn: Kinder, Intensiv, Peripherie. Gearbeitet wurde überall im Team und es wurde überall hochspezialisierte Fachpflege geleistet.


Ich find Elisabeths Argumentation kontraproduktiv gegen die Tätigen auf den Intensivstationen.

Wie kann etwas kontraproduktiv gegen eine Berufsgruppe in der Pflege sein, wenn man die Zusammenarbeit mit allen Berufsgruppen anmahnt?

Bitte bei der Reflexion des Ärztestreikes beachten: es haben nicht die Fachrichtungen seperat gestreikt. Hätte auch wenig Sinn gemacht- der Druck wäre nicht groß genug gewesen.
Und wenn man die Durchsetzung des Ergebnisses unter deinen Gesichtspunkten betrachtet dann hätte mans auch gleich lassen können.

Welcher Erfolg mag da ein Statement auf einer Fachtagung haben?

Warum fordern wir nicht von den Verbänden zusammenzuarbeiten? Ich bezahl den DBfK und den DPR mit meinen Beiträgen... du den DFG und den DPR. Selbst wenn nur die organisierten Pflegekräfte endlich aufstehn würden, wäre schon ne Menge getan.

Steht die Frage: wie kann man die Verbände zum Zusammenarbeiten zwingen.

Elisabeth

curare
18.04.2007, 19:35
Was spricht denn eigentlich dagegen wenn Pflegeverbände zweigleisig fahren? Also die DGF formuliert präzise die Interessen der Intensivpflegenden (wer sonst könnte das so tun?) und der DPR setzt sich für die globalen Interessen aller Pflegenden ein!
In der Tat höre ich vom DPR in dieser Hinsicht bisher wenig, da muss bald mehr geschehen!

Ich halte die Berliner Erklärung für richtig, weil sie sich endlich mal an den wirklichen Problemen der Intensivpflegenden vor Ort orientiert! Es ist ein Anfang! Die Lage spitzt sich nun mal auf vielen Intensivstationen zu! Es ist richtig gegen zu steuern! Ob es hilft werden wir sehen....

Klaus Notz
18.04.2007, 19:55
Wir sitzen alle im selben Boot, egal wo wir arbeiten- Intensiv oder periphere Station oder... . Was nutzt z.B. eine sehr gute kompetente Intensivpflege wenn die Nachbetreuung auf der peripeheren Station nicht ebenso fachkompetent angeboten wird?

Was nützt es den Fachpflegekräften und den Patienten, wenn sie sich an den peripheren Stationen orientieren.


In Anlehung an F.Engels: Pflegende aller Fachrichtungen, vereinigt Euch. Nur gemeinsam werden wir etwas bewegen können. Fordern wir also von unseren Funktionären, dass sie als Mitglied des DPR sich eindeutig positionieren und gemeinsame Erklärungen abgeben. Die Öffentlichkeitswirksamkeit dürfte viel höher sein als wenn nur einzelne (kleine) Verbände ein Statement abgeben.

In Anlehnung an Klaus Notz: Pflegende aller Fachrichtungen, werdet Mitglied in einem Berufsverband. ´(Ich freue mich natürlich wenn Sie die DGF auswählen)

Superfantastisch
18.04.2007, 19:57
Ich für meinen Teil durfte fast alles sehen in meiner bisherigen Laufbahn: Kinder, Intensiv, Peripherie. Gearbeitet wurde überall im Team und es wurde überall hochspezialisierte Fachpflege geleistet.

herzlichen glückwunsch, das hast du ganz toll gemacht.



Bitte bei der Reflexion des Ärztestreikes beachten: es haben nicht die Fachrichtungen seperat gestreikt. Hätte auch wenig Sinn gemacht- der Druck wäre nicht groß genug gewesen.

äppel und birnen, wieder mal das thema verfehlt, setzen 6.

ich versuche auch, dir zu erklären, warum:

bei fachgruppenübergreifenden angelegenheiten wie z.b. einem tarifvertrag stimme ich dir uneingeschränkt zu. kannst du dich daran erinnern, dass hier die pflege auch gemeinsam gestreikt hat? (achtung, rhetorische frage, bitte nicht antworten!)

nur ist die qualitative besetzung von intensivstationen ein anderes thema, zu dem die DGF vollkommen richtig in dieser deutlichkeit stellung bezieht.

nachdem du deine meinung dazu nun hinreichend dargelegt hast, können wir uns jetzt hoffentlich wieder auf das eigentliche thema konzentrieren.

Elisabeth
19.04.2007, 07:37
nur ist die qualitative besetzung von intensivstationen ein anderes thema,

@ Superfantastsich Und dieser doch sehr elitäre Gedankengang erübrigt aus meiner Sicht jegliche weitere Diskussion.


Schon die alten Römer wußten: Teile und Herrsche.

Elisabeth

FireBIPAP
19.04.2007, 09:29
Hi!
Danke DGF für den "Leitfaden".
Es ist ein Anfang!
Es ist richtig das ihr klar position bezogen habt und unsere interressen augenscheinlich erkannt und formuliert habt.

Danke, Simon

Aestiva1
19.04.2007, 09:48
Ich kann mich nur anschließen, der DGF hat eine klare Position formuliert und ich denke damit kann man konform gehen.
Eine Disskussion um elitäre Verhaltensweisen oder Positionen in der Pflege halte ich für sehr unglücklich. Das bringt Niemanden weiter.
Es ist auch völlig unbestritten, dass die Lage auf den Intensivstationen momentan z.T. schon sehr grenzwertig ist. Ich errinnere mich an meine Zeiten auf der Inte, wo wir in manchen Schichten nur geschaut haben, dass wir alle Patienten lebend durch die Schicht bekommen. Bestimmte Dinge der Grundpflege sind dann ausgefallen, ganz bestimmt nicht weil wir keine Lust hatten.
Zum Thema Ärztestreik, bitte nicht falsch verstehen, deren Probleme tangieren mich nicht so richtig. Wir Pflegekräfte habe damals die Ärzte unterstützt, nur wo war die Unterstützung als wir Pflegende gestreikt haben? Das war für mich ein Erlebnis, was mal wieder bewiesen hat, welchen Stellenwert wir bei den Medizinmännern haben. *Das ist jetzt meine persönliche Meinung*
In Sachen Protest der Pflege kann man ja auch deutlich die Frage stellen, wo sind die Kollegen, wenn es darum geht auf Missstände und die eigene Situation aufmerksam zu machen. Bei sämtlichen Aktionen sind immer nur eine Handvoll von Kollegen anwesend, aber es regen sich immer alle auf. Daher denke ich ist unsere Berufsgruppe teilweise selber schuld an manchen Lage.
Zum Schluss, ich finde das Statement des DGF ist schon der richtige Schritt in die richtige Richtung.
Viele Grüße

FKP-Watcher
19.04.2007, 10:28
Prima Statement!! Leider mindestens 10 Jahre zu spät aber eben besser spät als nie...
Was mir rätselhaft ist: Warum beklagt der Fachverband das fehlen evidenzbasierter Erkenntnisse? Wäre es nicht spätestens jetzt an der Zeit entsprechende Forschungen zu finanzieren? Warum schaffen sich die Fachgesellschaften nicht endlich hieb und stichfeste Argumente für ihre begründeten Forderungen. Selbstverständlich ist es so dass, durch die Vermeidung von Komplikationen und Fehlbehandlungen, enorm viel Geld gespart werden wird und am Ende (nachdem der neue Personalschlüssel die Fachpflege betreffend eingeführt sein wird) wird so glaube ich sogar noch reichlich über sein! Aber: Das muß den Verantwortlichen im Gesundheitswesen auch klar gemacht werden und es reicht eben nicht "nur" mit Expertenmeinungen daherzukommen. Dann wird leider zu schnell unterstellt man betreibe lediglich Lobbyismus.
Um etwas zu verändern halte ich es darüberhinaus für sehr sinnvoll wenn zunächste die "Eliten" die Schritte nach vorne tun! Ich kann auch nicht wirklich begreifen was daran so schlimm sein soll. Wer eine höhere Ausbildung hat ist eben auch kompetenter und wird von Verhandlungspartnern auch so wahrgenommen. Ich glaube das die Gleichmacherei dem Berufsstand als Ganzem nicht wirklich dienlich ist. Pflegende mit Fachausbildung könnten und müßten deutlich andere Verantwortlichkeiten übernehmen und sollten dementsprechend auch besser bezahlt werden.
Das ist kein Affront gegen Pflegefachkräfte (auch so`n Begriff...fragt mal`nen Laien...der kann da keinen Unterschied sehen zu Fachpflegekräften...also vieleicht besser Pflegende mit Grundausbildung;) ).
Selbstverständlich wird auch "peripher" gute und z.t. sehr gute Arbeit geleistet aber man muß den politisch verantwortlichen Laien auch eine gewisse Struktur an die Hand geben anhand derer sie Prioritäten setzen können. Sicher wird man auf politischer Ebene nicht den gesamten Pflegebereich als Ganzes auf einen Schlag verändern können(und wollen) da kann es sehr hilfreich sein wenn gewisse "Eliten" vorausgehen. Wenn das zur Folge hat, dass sich mittelfristig sowohl die Qualtät als auch die Ökonomie der Häuser in den "elitären Bereichen" verbessern wird das Leuchtturmcharakter haben.
@Elisabeth: Divide et impera passt sicher ganz gut...die Frage ist von welcher Seite das ausgeht. Es macht keinen Sinn wenn die Fachpflegenden die Grundausgebildeten schlecht reden und das erlebe ich auch eher selten (alle haben den "peripheren" Bereich während ihrer Grundausbildung durchlaufen und wissen das dort gute und meist anstrengendere Arbeit geleistet wird), ebensowenig macht aber Sinn "Eliten" zu einem Schimpfwort zu degradieren. Das ist einfach nur kontraproduktiv im Sinne der gesamten Berufsgruppe der Pflegenden.

Watcher

tildchen
19.04.2007, 10:59
Für die Zulassung von neonatologischen Zentren wird übrigens eine Fachpflegequote von 75% gefordert.

Der gemeinsame Bundesausschuß fordert meines Wissens eine Quote von 40%fachausgebildeten Kinderkrankenpflegekräften oder Pflegekräften mit mind. mehrjähriger Erfahrung (im Neointensivbereich) für eine neonatologische Intensivstation nach Level 1 (höchste Versorgungsstufe). Level 1 wird gar nicht anerkannt, wenn diese u.a. Vorraussetzungen nicht gegeben sind.

Auch wenn schon mehrmals in gleicher Form geäußert, ich halte die Forderungen des DGF ebenfalls für unterstützenswert, schon aus persönlichem Interesse. Die Belastungen im Intensivbereich sind vielerorts so hoch, dass meines Erachtens leider nicht viel Zeit bleibt um sich um die unerfahrenen oder nicht intensivausgebildeten Kollgen zu kümmern. Das es ebenfalls sinnvoll erscheint auch auf Normalstationen für ausreichend gut ausgebildetes Personal zu sorgen wird doch gar nicht in Frage gestellt, aber es ist nicht möglich eine Nichtintensiv-Station im Krankenhaus völlig ohne examiniertes Personal zu besetzen. Eine Intensivstation kann jedoch mit "nur grundausgebildeten" Pflegekräften besetzt werden.
Einen schönen Tag noch
Tildchen

Elisabeth
19.04.2007, 14:46
@Elisabeth: Divide et impera passt sicher ganz gut...die Frage ist von welcher Seite das ausgeht. Es macht keinen Sinn wenn die Fachpflegenden die Grundausgebildeten schlecht reden und das erlebe ich auch eher selten (alle haben den "peripheren" Bereich während ihrer Grundausbildung durchlaufen und wissen das dort gute und meist anstrengendere Arbeit geleistet wird), ebensowenig macht aber Sinn "Eliten" zu einem Schimpfwort zu degradieren. Das ist einfach nur kontraproduktiv im Sinne der gesamten Berufsgruppe der Pflegenden.

Watcher

Du hast sicher recht. Das Wort Elite müßte erst mal definiert werden. Warum man uns teilt??? Gute Frage- müßte man an die Verbände weiterreichen.

Was mich hier ärgert ist das für mich offensichtliche Erheben einiger Intensivkollegen über den Rest der Pflege. Da kann ich und will ich nicht mit- auch wenn ich den Abschluss als A/I in der Tasche habe.
Was machen die Kollegen die hochfachkompetent arbeiten in einem Bereich für den es keine Fachweiterbildung gibt? Beispiel: Neurologie. Dort brauchts z.B. auch gute Fachkräfte mit umfangreichen Fachwissen. Auch dort dürfte es fast unmöglich sein das gesamte Team nur aus "Laien" zu bestücken. Auch dort findet Einarbeitung kaum noch statt.

Ein Problem, was übrigens derzeit fast gänzlich ausgeblendet wird: der Nachwuchs fehlt. Das Durchschnittsalter der Pflegekräfte auf den Stationen steigt zunehmend. Ohne die Möglichkeit der Einarbeitung der nachfolgenden Generation geht wichtiges Fachwissen verloren. Auch dieses Problem betrifft alle klinischen Pflegebereiche.

Die Frage bleibt also: wie kann man die Verbände zum Zusammenarbeiten zwingen um den Forderungen mehr Gewicht zu verleihen und nicht in die Problematik zu kommen, dass die eine Berufsgruppe gegen die andere ausgespielt wird auf dem Rücken des Patienten.
Siehe: Ärzte auf Kosten der Pflege

Elisabeth

Sören Lösche
19.04.2007, 15:11
beitreten und gestalten!!!
Sören

FKP-Watcher
19.04.2007, 15:30
Beispiel: Neurologie. Dort brauchts z.B. auch gute Fachkräfte mit umfangreichen Fachwissen. Elisabeth

Recht hast du! Nur das in der Neurologie die Patienten mE eben nicht gleich sterben wenn sie inkompetent behandelt werden. Die zurückbleibenden Schäden werden dort (leider nicht nur von Laien) eher als schicksalhaft angesehen. Im Intensivbereich dagegen ist es auch dem Laien bzw. dem Politiker verständlich dass schlecht ausgebildetes Personal Leben gefährdet. Daher empfinde ich es als sehr hilfreich wen eben wir in unserem Bereich als erste aufstehen und Forderungen stellen.
Ein weiterer Grund aus dem heraus ich "Eliten" für durchaus wichtig halte ist eben genau der des Nachwuchsmangels.
Wie sieht das denn für junge Leute aus die in diesem Bereich tätig werden wollen? Du machst deine drei Jahre Ausbildung und das war`s...danach sind wir alle gleich egal wie wir uns Fort-oder Weiterbilden:wut: .
Wenn die höhere Kompetenz die sich Fachpflegende erworben haben nicht nur besser kommuniziert, sondern bei ansteigender Verantwortung vor allem auch DEUTLICH besser bezahlt würde, dann gäbe es auch größere Anreize durch Aufstieg und Bezahlung in unserem Job tätig zu sein.
Übrigens habe ich erst neulich einen Fachpfleger für Rehabilitation auf der Neurologie kenngelernt...wußte auch nicht das es den gibt...und der ist auch kompetenter als die Grundausgebildeten Kollegen;)

Elisabeth
19.04.2007, 15:51
Nur das in der Neurologie die Patienten mE eben nicht gleich sterben wenn sie inkompetent behandelt werden. Die zurückbleibenden Schäden werden dort (leider nicht nur von Laien) eher als schicksalhaft angesehen.

Und da sind sie wieder die Vorurteile. *ggg*

Übrigens- nur am Rande: die DGF steht nicht nur für die A/I Fachpflegekräfte. Laut der eigenen Aussage will sie für alle Fachweiterbildungen sprechen.


Die DGF ist ein Forum
für die Interessen aller Pflegekräfte aus
Intensivpflege und Anästhesie
Operationsdienst
Nephrologie und Dialyse
Endoskopie
Kardiologie
Psychiatrie
Rehabilitation
Altenpflege
ambulanter Pflege unabhängig von einer Weiterbildung
http://www.dgf-online.de/aufgaben.htm

Da muss ich mich ja glatt revidieren und mich dem Aufruf anschließen. *fg* Vielleicht sollte ich tatsächlich überlegen vom DBfK zum DGF zu wechseln- billiger wirds allemal.
... Nur weiter bringts nicht, da die Mitgliederanzahl weit unter dem DBfK liegen dürfte. Also doch im FBfK bleiben? Aber der macht auch nichts um auf die desolate Personalsituation aufmerksam zu machen.

Man dreht sich im Kreis. Pflege muss endlich aktiv werden. Vereinzelte Aktionen starten und verglühen scheinbar ohne Effekte. Das Hauptproblem ist nach wie vor das Pflege keine Vorbehaltsaufgaben hat. Jeder kann aus Sicht des Laien alles machen. Für "wichtige" Sachen braucht es aus Sicht des Laien eh den Arzt.
Ergo: Vorbehaltsaufgaben festlegen. Wer machts?

Elisabeth

Obs-Pfleger
19.04.2007, 17:34
Hallo!

Ich kann mich den Erklärungen des DGF nur anschließen und sie unterstützen!
Das hat überhaupt nichts mit einem Alleingang eines Berufsverbandes zu tun, sondern einzig und allein damit, das die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste die Interessen ihrer Mitglieder vertritt und sich für diese einsetzt!


Die Intensivpflege ist nicht die Krone der Pflege... sie ist eine Facette. Elitedenken kann in der Berufspolitik eher hinderlich sein als förderlich.

Das hat keiner behauptet und ich bin mir sicher das das der DGF mit seinen formulierten Forderungen auch nicht darstellen wollte! Es ist einfach Tatsache das Fachpflegekräfte für A&I oder Pflegekräfte mit langjähriger A&I Erfahrung, Institutionen benötigen, welche ihre Interessen vertreten, darauf aufmerksam machen und durchsetzten! Dies geschieht vor dem Hintergrund und den Anforderungen dieses hochspezialisierten Aufgabengebietes der Anästhesie- und Intensivpflege (...nein, das hat NICHTS mit "Elitenbildung" zutun...)!


Zitat:
Zitat von
nur ist die qualitative besetzung von intensivstationen ein anderes thema,


@ Superfantastsich Und dieser doch sehr elitäre Gedankengang erübrigt aus meiner Sicht jegliche weitere Diskussion.

Hä? Was bitte soll eben genannte Aussage von Superfantastisch mit einem "doch sehr elitären Gedankengang" zutun haben??? Wieso, weshalb, warum (...wer nicht fragt bleibt dumm...) erübrigen sich Diskussionen? Fragen über Fragen - doch wer weiß die Antwort!

Wie schon erwähnt :guck mal:
Es geht hier nicht um die Eigendarstellung der Fachkrankenpflege als elitäre Berufsgruppe innerhalb der Pflege. Es geht hier um das berufliche Überleben der Kollegen, die täglich in dieser Mühle die Sicherheit der Patienten gewährleisten müssen. Der Arbeitsdruck im Intensivpflegebereich erreicht Zustände, die nicht mehr für die Kollegen ertragbar sind. Die Verweildauer im Intensivbereich geht drastisch zurück. Viele Kollegen ergreifen die Flucht in neue Aufgabenbereiche in den Klinken (Qualitätsmanagement, Studium) um aus diesem Teufelskreis auszubrechen.
Genau diesen Zustand erlebe ich in meinem Arbeitsumfeld mit zunehmender Häufigkeit!!! Dies gilt es zu verhindern oder zumindest "einzudämmen"! Die Erklärung des DGF ist dazu der erste Schritt in die richtige Richtung! Ziel festlegen - Ziele darlegen, formulieren und begründen - AUSFÜHRUNG!!!

Mfg Obs-Pfleger

Superfantastisch
19.04.2007, 17:38
schon vergessen, elisabeth?


Und dieser doch sehr elitäre Gedankengang erübrigt aus meiner Sicht jegliche weitere Diskussion.


danke

Otto
19.04.2007, 21:01
Hallo,
die DGF- Erklärung kann ich nur unterstützen.
Warum nicht Forderungen für einen Teilbereich der Pflege aufstellen? Wer sollte Nachteile dadurch haben? Ich denke, dadurch profitieren im Nachgang auch andere Pflegedisziplinen, wenn sich ein Paradigmenwechsel vollzogen hat.
Mich würde interessieren, ob es Reaktionen außerhalb dieses Forums auf die Erklärung gegeben hat?

Otto

Schwester S.
20.04.2007, 08:35
In Anlehung an F.Engels: Pflegende aller Fachrichtungen, vereinigt Euch

Bin mir ziemlich sicher; das ursprüngliche Zitat von wegen Proletarier aller Länder vereinigt Euch stammt von Karl Marx.
Zumindest steht es so auf seinem Grabstein in London...

Sorry, tut zwar nix zur Diskussion, aber ich wollte diesen Irrtum aufklären.

Schwester S.

arnold kaltwasser
20.04.2007, 09:28
naja ich würde eher sagen von beiden...
http://de.wikipedia.org/wiki/Manifest_der_Kommunistischen_Partei

Ansonsten freue ich mich, dass die DGF die Berliner Erklärung veröffentlicht hat!
Meiner Meinung nach deutlich qualifizierter als die vom DBfK ...
so long arnold

ostfriesland
20.04.2007, 15:42
Moin,
kann mich der "Berliner Erklärung" des DGF nur anschließen.
Gruß

r.dubb
20.04.2007, 18:29
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir sollten unsere Energie nicht auf Nebenkriegsschauplätzen verschwenden sondern die Chance nutzen, diese für die Pflege insgesamt sehr wegweisende Berliner Erkärung der DGF bekannt zu machen. Dieses Papier ruft geradezu danach in den verschiedensten Diskussionen präsentiert und zitiert zu werden. Ich jedenfalls freue mich auf einen fruchtbare und konstruktiven Dialog - nicht nur - aber auch mit anderen Berufsgruppen in unseren Kliniken. Wenn sich daraus eine politische Diskussion entwickelt, wären wir doch schon ein ganzes Stück weiter.

fridolin
20.04.2007, 19:43
Hallo,@all.
Schöne Erklärung, gute Forderung.
Was nützt die beste Erklärung, wenn sie nur der Fachpflege bekannt ist?
Was nützt die beste Erklärung, wenn sie nicht mit Nachdruck vertreten werden kann?
Ich kann mich sehr lebhaft an das Jahr 1989 erinnern. Pflege hat es in dem Jahr geschafft, Druck zu machen und - man glaubt es kaum - zu S T R E I K E N !
Es gab einen deutlichen Erfolg - Sand in das Gesicht der Pflegenden! (= Etwas mehr Geld - wer sich entsinnt, wurden daraufhin die Eingruppierungen im BAT verändert, sowie Einführung der PPR - mehr Personal)
Dann wurde doch sehr schnell gemerkt, wie teuer Personal ist und Pflege wurde somit zum überflüssigen Anhängsel erklärt.
Nun hat sie die Landschaft gewandelt und Pflege ist am Ende und nun müssen wir dringend wieder für bessere Arbeitsbedingungen streiken.
Ich bin für :streik: !

Kania
23.04.2007, 09:57
Liebe Kollegen,
mal die DIVI Stellungnahmen lesen! ( 2004 )
III.10 Seite 146 - xxx Zum Tätigkeitsbereich der Intensivpflegekraft
2.1. Vergütung
... Tarifvertrag 1990 sind Sr. und Pfl. in der Intens. u. Anaesth. finanziell benachteiligt worden. Dies hat zur Abwanderung aus der Its geführt...
2.6.
Definition des Berufsbildes
Verbesserung des Berufsbildes ( durch pos. Tätigkeitsbeschreibungen, Hinweise auf eigene Verantwortlichkeit, etc. ... )
Teamarbeit in der Intensivmedizin, Einbeziehung der Pflegekraft ... Entscheidungsprozess ...

Auch ein Personalbedarf ist beschrieben. ( Stellenschlüssel )
Und was wurde verbessert?

Vielleicht noch ein kleiner Gedanke zur Elite, so sehe ich mich nicht, eher als "Meister" ( dem Handwerk angelehnt ), mit einer höheren Verantwortung und der Motivation an der Aus - Weiterbildung - Anleitung der " Neuen" mitzuarbeiten.
Allerdings um Verbesserungen durchzusetzen ist eine ganze Berufsgruppe wesentlich "stärker" als nur ein Teil dieser!

FKP-Watcher
23.04.2007, 12:54
Hallo zusammen,
scheinbar führt der Begriff der Elite ja zu einiger Verwirrung :motz: obwohl ich glaube das die Meinungen m.E da gar nicht so weit auseinander gehen...
Wikipedia sagt:"Unter „Elite“ (lat.: Auswahl) versteht man die Zusammenfassung überdurchschnittlich qualifizierter Personen (Funktionseliten, auch Leistungseliten)" Da unter diesem Begriff jedoch auch andere Bedeutungen subsummiert werden ist der Begriff "Meister" vieleicht angebrachter. So habe ich es weiter oben zumindest gemeint...

Was spricht eigentlich gegen einen Streik aller Intensivpflegenden in Deutschland? Gibt es Alternativen um entsprechende Öffentlichkeit zu erreichen bzw. gesellschaftlichen Druck auszuüben? Ich glaube kaum eine andere Berufsgruppe könnte mit so wenig verweigertem Personaleinsatz so eine Wirkung erzielen...die (zweifellos) erreichte Aufmerksamkeit könnte dann auch als Plattform für Pflege insgesamt genutzt werden. Natürlich müsste das gut geplant sein und nicht zuletzt muß man sich auch Gedanken machen wer sich zB. zu Christiansen setzt. Sonst reden wiedermal nur Politiker oder höchstens PDL`s (oder -noch schlimmer-Ärzte:wut: ) über die Belange der Pflege Basis.

pflegerli
24.04.2007, 14:42
Was spricht eigentlich gegen einen Streik aller Intensivpflegenden in Deutschland?

Erst vor einigen Wochen wurde unser Haus bestreikt. Dabei mussten wir erfahren, dass unser Streikrecht insofern eingeschränkt ist, als daß wir als Intensivstation zur Notfallversorgung gehören, und dort immer eine definierte Grundversorgung gewährleistet sein muß, was letztendlich eben eine Mindestbesetzung bedeutet.
Dabei haben wir dann so nebenbei erfahren, daß wir eigentlich sowieso schon länger praktisch nur noch mit der Mindestbesetzung arbeiten, bei Krankheitsausfällen durchaus auch mal darunter.

Mit Streik war also nicht viel los bei uns, hat sich dann eher auf Freizeitaktivitäten einzelner Interessierter oder auf Teilzeitstreik während der Dienstüberlappungen beschränkt. Waren wir mal besser besetzt, wurde das durchaus unterstützt und auch begrüßt, wenn jemand zu den div. Streikveranstaltungen wollte. Tatsächlich ergab es sich aber eher selten.

Soviel zum Streikaufruf: :wut:

Schönen Tag noch
pflegerli

Randbayer
24.04.2007, 22:29
Hallo @ all!

Ich unterstütze ebenfalls die "Berliner Erklärung" des DGF.

Zu aller erst, es ist mit Sicherheit kein elitäres Auftreten des DGF`s Forderungen zu stellen, welche besondere Leistungsmerkmale von "Fachpflegenden", formulieren. Keiner unterstellt den Kollegen auf den peripheren Stationen, dass sie nicht fachkompetent arbeiten und pflegen. Es ist definitiv so, dass die Pflegequalität unter reduzierter Fachkompetenz leidet. Jeder weiß, wenn man lange in einem Fachbereich arbeitet, man zum "Fachidioten" wird, aber in seinem Gebiet qualitativ gut ist. Also keine Abwertung der Kollegen auf der peripheren Station. Ich hab Respekt vor den Aufgaben der Kollegen, vor allem bei immer weiter reduzierten Personalschlüssel und immer mehr Großstationen.

Zum Thema "Gemeinsam sind wir stark" oder wie es Elisabeth mit den Worten von Marx formulierte "Pflegende aller Länder vereinigt euch!". Es gibt Interessengesellschaften und Interessengesellschaften und jeder vertritt die Interessen einer Gesellschaft. In diesem Fall eben unter anderem der Fachpflegenden für Intensivpflege. Warum nicht mit anderen Verbänden zusammen schließen? Irgendjemand muss ja die eine Facette vertreten die nicht durch eine andere Facette vertreten werden.

Warum haben einige eine Fachweiterbildung über 2 Jahre über sich ergehen lassen? Um etwas für sich getan zu haben? Weil ich schon immer etwas mehr als nur 3 Jahre "Grundausbildung" über mich ergehen zu lassen? Weil es mein Wissen beruhigt? Nein, weil ich mich weiterbilden wollte um mehr über mein Tun und über meinen alltäglichen Umgang mit kritischen Kranken "qualitativ" zu verbessern. Leider tut es mir immer wieder weh, wenn Kollegen ohne Fachweiterbildung kritisch Kranke betreuen und zum Teil wirklich Situationen verkennen, die den Patienten "bedrohen". Okay, man kann sie ja fortbilden, aber wenn sie kein Interesse haben? Würden wir uns in der freien Wirtschaft, irgendwo in einer Bank arbeiten und wir würden uns weiterbilden (Bankkaufmann -> Bankwirt -> BWL Finanzwirtschaft ....), dann würden mir auch Aufgaben anvertraut, die ein Bankkaufmann ohne jegliche Weiterbildung nicht anvertraut bekommen würde. Wir im sozialen Bereich wollen immer das alle gleich behandelt werden. Also warum nicht Tätigkeitsfelder, die nur Fachweitergebildeten vorbehalten werden.

Die Umsetzung ist ein anderes Thema. Wie mach ich den Klinikleitungen das klar? Sicher es gibt zu viele Sparzwänge, aber auf Kosten der Qualität auf Intensiv und Peripherie. Personalkosten sind nun mal ein riesen Paket im Gesundheitswesen, aber man kann Qualität nur mit entsprechender Qualifikation erreichen. Leider ist unser Berufsbild facettenreich, aber es gleicht in den Grundzügen nur die Fachbereiche fordern eine spezielle Qualifizierung. Leider verharren wir immer noch in alten Strukturen, aber das ist ein anderes Thema. Ich kann mich noch genau an unsere Zertifizierung erinnern, als die Kollegen der KTQ nach dem Fachpflegeschlüssel unserer Station fragten und deren Aufgaben. Ich glaub es reicht.


Gruß der Randbayer

Elisabeth
25.04.2007, 08:00
Ist euch eigentlich bewußt, dass die DGF sich auf die Fahnen geschrieben hat alle Fachkräfte zu vertreten?

Die DGF ist ein Forum
für die Interessen aller Pflegekräfte aus
Intensivpflege und Anästhesie
Operationsdienst
Nephrologie und Dialyse
Endoskopie
Kardiologie
Psychiatrie
Rehabilitation
Altenpflege
ambulanter Pflege unabhängig von einer Weiterbildung
http://www.dgf-online.de/aufgaben.htm

Ein eigenartiger Verein der sich nicht für alle seine Mitglieder einsetzt sondern nur die weitergebildeten Kollegen.

Was wäre beim Ärztestreik letztes Jahr rausgekommen wenn der Marburger Bund nur die Arbeit der Anästhesisten und Intensivmediziner unterstützt hätte. Man kann m.E. viel von den Organisationsstrukturen der Ärzte lernen. Ob da auch über die Bedeutung der einzelnen Fachabteilungen für den Genesungsprozess des Pat. gestritten wurde?

Elisabeth

Sören Lösche
25.04.2007, 19:51
an Elisabeth,
das kann doch nicht alles dein Ernst sein.
1. Nur weil die DGF eine Weiterbildungsquote empfiehlt, versagt sie nicht den Anderen die Unterstützung. Man muß auch mal schauen wer Mitglied ist, die sollen ja erstmal vetreten werden. Wer hat denn die Weiterbildungen etabliert?
2. Dann sind sich Ärzte selten einig im Genesungsprozess des Patienten. Hier wird auch heute bis zum letzten gekämpft. Ich erlebe es in Veröffentlichungen wie auf unserer Intensiv.
3. Im übrigen scheinst du mit deiner Meinung noch recht allein zu sein in diesem Thread.
Sören

curare
25.04.2007, 20:23
Die Berliner Erklärung ist gut und schön. Trotzdem stellt sich mir die Frage was kann sie bewirken? Auch wenn ich mich inhaltlich damit identifizieren kann und ich dabei bin sie auch außerhalb dieses Forums Weiterzutragen, so wird meine PDL doch nur freundlich lächeln.... Die Klinikleitung wird sie nicht einmal lesen, denke ich.

Wie geht es jetzt weiter? In der Tagesschau wurde die Erklärung ja noch nicht erwähnt, oder? Es wird wohl auch nicht helfen wenn ich vom DBFK zur DGF wechsele, oder? Hat meine Gewerkschaft womöglich einen Rat? Vielleicht hat Elisabeth doch ein bisschen Recht, wenn sie sagt wirklich erreichen können wir Pflegenden nur etwas in der großen Gruppe?

Das soll nicht heißen dass es nicht richtig ist die Erklärung herauszugeben. Ich möchte Wissen, wie wir jetzt einen organisierten Schritt weiter gehen können?

Tempo
26.04.2007, 03:00
Hallo Zusammen!
Ich finde die Berliner Erklärung ausgesprochen gut!

... und übrigens Elisabeth, Intensivstationen sind elitäre Stationen; sie sind oftmals Vorreiter für Veränderungen die dann das ganze KH betreffen. Als Mitarbeiter einer solchen Station denke und handele ich anders, als die KollegInnen auf den Normalstationen. Die arbeit dort ist anders und ich ( wie wahrscheinlich die meisten F für I und A's ) habe mich nicht einfach so irgendwann dafür entschieden weiter zu lernen und in einem Bereich zu arbeiten wo mir ein wenig mehr abverlangt wird, als bei der Visite stramm zu stehen, Essen zu verteilen, und der "satt und sauber" Mentalität zu frönen! Ich habe weitergelernt und betrachte mich als Fachkraft in diesem Bereich. Als Fachkraft gehöre ich durchaus einer gewissen Elite an und das ist auch gut so.
Die Kolleginnen und Kollegen auf den Normalstationen haben sich eben dafür entschieden nicht weiter zu lernen und dem normalen pflegerischen Tagesgeschäft nachzugehen. Ohne sie würde ein KH nicht existieren können.
Von daher hast Du natürlich recht, sitzen wir alle in einem Boot. Wenn man mit anderen in einem Boot sitzt ist es immer so, daß es auch darunter Ingineure, Intellektuelle und solide Handwerker gibt.

Elisabeth
26.04.2007, 08:40
3. Im übrigen scheinst du mit deiner Meinung noch recht allein zu sein in diesem Thread.


Damit kann ich ganz gut leben. Ich hätte mich auch gewundert, wenns anders wäre. *ggg*

Danke an Tempo der die Gedanken vieler (nicht aller!!!) Intensivpflegekräfte auf den Punkt gebracht hat.

Aber vielleicht verlassen wir mal die Wahrnehmungsinsel der Intensivpflege. Wieviele Intensivler kennen sich aus mit Validation, Bobath, FOTT usw.? Warum braucht ein Intensivler Checklisten zum Erkennen und Beschreiben des Dekus? Wieviele Intensivler mögen sich auskennen mit Mobilisationstechniken nach z.B. Hüft-OP. Wer kennt sich aus mit Augentropfen- wann, in welcher Reihenfolge was gegeben wird und was sich nicht verträgt? usw., usw.

Elite/ Spezialisten gibt es überall. Das eine Kollegin im peripheren Bereich arbeitet weil sie sich nicht weiterbilden mag würde ich mal ganz schnell ins Reich der Sagen und Mytehn verbannen. Überall gibts Leute die sich weiterbilden. Die Inhalte unterscheiden sich logischerweise. Und auch auf der Intensivstation gibt es weiterbildunsgresitente Kollegen, die ihr Wissern allein über die tägliche Routine erworben haben und vielleicht sogar trotzdem gute Arbeit leisten.

Ergo: Für eine fachkompetente Pflege braucht es mittlerweile eine Spezialisierung analog zur Medizin. Im Akutbereich und in Spezialbereichen sollte eine Fachkraftquote von 70:30 nicht unterschritten werden.


Ich möchte Wissen, wie wir jetzt einen organisierten Schritt weiter gehen können?
Das würde mich als ehemalige Intensivpflegekraft mit A/I Abschluss auch interessieren.

Elisabeth

Tempo
26.04.2007, 13:54
Hallo Elisabeth!
Eines muß man Dir lassen, aufrütteln ist wirklich eine Gabe von Dir:) !

Die Arbeit der MitarbeiterInnen auf den Normalstationen möchte ich keinesfalls schmählern, aber eine Weiterbildung mit dem Umfang an Inhalten gibt es in vergleichbarer Art und Weise kein zweites mal im Bereich der Pflege ! Das Patientenklientel auf einer ITS fordert einem alles mögliche ab und genau das macht die Arbeit - zumindest für mich - auf der ITS so interessant. Sie hat etwas allumfassendes, etwas multifunktionelles !
Die Kolleginnen und Kollegen auf der Normalstation können immer nur bestimmte Sequenzen im Bereich der Fort - und Weiterbildungen wahrnehmen. Meistens natürlich das, was in ihrem Arbeitsbereich schwerpunktmäßig angesat ist und da hat die Kollegin auf der Wöchnerinnenstation ganz gewiß vollkommen andere Schwerpunkte als die Kollegin / Kollege in der Handchirurgie, bzw. auf der Palliativstation!! Auf der ITS habe ich aber u.U. auch mit diesen Patienten zu tun - und das, liebe Elisabeth, zeichnet die Mitarbeiter auf den ITS aus !
Es gibt noch einen Punkt, der mich stutzig und auch wütend macht. Ich habe im letzten Beitrag geschrieben, daß Intensivstationen oftmals Vorreiter für Veränderungen sind.Das gilt auch für berufpolitische Inhalte.
In Niedersachsen laufen gerade die sehr, sehr schwierigen Tarifverhandlungen in für die Mitarbeiter in der Diakonie. Man will uns richtig ans Leder. Nun gibt es verschiedene Aktionen und Kundgebungen und rate mal, welche Abteilungen sich in erster Linie da blicken lassen; es sind zu über 90% Kolleginnen und Kollegen aus den Funktionsbereichen ( OP, Anästhesie, Intensiv, ZNA ... )! Mitarbeiter von den Normalstationen sind immer nur vereinzelt auszumachen. Ich habe mal nachgefragt warum dem so ist, weißt Du was eine häufige Antwort war, " ihr macht das schon !"
Als ich noch in der MAV war hat mich diese Verhaltensweise in meiner Meinung bestärkt, daß in den Funktionsbereichen eher ( nicht nur, aber eher ) die Leute zu finden sind, die sich ein bischen mehr Gedanken machen. In den anderen Krankenhäusern die ich kenne ist es haargenauso!
Aus alldem resultiert für mich, daß in jedem Bereich eines Hauses ganz bestimmte Persönlichkeiten zu finden sind!
Puh, das war - glaub ich - mein längster Beittrag in diesem Forum! Ich werde mich jetzt erstmal bei Rasenmähen und der Vernichtung des Schachtelhalmes abreagieren!

Kania
26.04.2007, 15:08
Hallo Tempo,
leider glaube ich Du hast es richtig beschrieben, die Motivation zur Verbesserung, doch ist es da nicht Aufgabe möglichst VIELE Kollegen gerade auch von der sog. Peripherie mitzureißen?
LG

WomBat
26.04.2007, 18:43
Hallo Liebe Forum Mitglieder,

Ich begrüße den Vorstoß des DGF, eine Mindestquote für examiniertes, 2jährig weitergebildetes Pflegepersonal für Intensivstationen zu fordern. Je nach Autor ist in der Fachpresse zunehmend Lit. zur Bedeutung von genügend Fachpersonal pro Intensivpatient zu lesen. Wenn ich das richtig verstehe, ist es trotzdem äußert schwierig, diese Forderung anhand von Fakten zu begründen – z.B. welchen Einfluss hat (Intensiv-)Pflege auf die Verhinderung einer Pneumonie (oder wirken so viele Faktoren mit, dass es nur schwer auch der Pflege „zugerechnet“ werden kann?) Anders gesagt, wie können einzelne Faktoren herausgesiebt werden die in direktem Zusammenhang mit Pflegeleistungen zu positiven Ergebnissen („nursing sensitive outcomes“ in Denglisch) führen? So ziemlich alle Autoren sprechen von der Notwendigkeit weiterer Forschung.

Dennoch wissen die, die täglich pflegerische Leistungen auf einer Intensivstation bringen, wie bitter nötig genügend und gut ausgebildetes Pflegepersonal ist um die Sicherheit der Intensivpatienten 24h/T zu gewährleisten. Die Frage ist, wissen das auch die, die das Geld verteilen? Ich glaube, sie wissen es nicht wirklich. Wüssten Sie es, wäre die Forderung des DGF unnotig.

Folgendes Zitat ist mir in Kangaru-Hüpf-Manier entgegen gesprungen unweit meiner Höhle (Wombats sind bekanntlich wenig geneigt, sich poetisch oder gar elegant auszudrücken :) )


„Wagt ruhig einen großen Schritt, wenn es nötig ist. Über einen Abgrund kommt man nicht mit zwei kleinen Sprüngen.“ David Lloyd George

Andere Version:

„Das gefährlichste Unterfangen auf der Welt ist, einen Abgrund mit zwei Sprüngen zu überqueren.“ David Lloyd George

WomBat

fridolin
27.04.2007, 18:21
Liebes Forum,
ich persönlich finde die "Berliner Erklärung" gut, wenn auch der nötige Druck zur Umsetzung und das Aufzeigen von möglichen Wegen dahin fehlt.
Aus meiner Sicht ist diese Erklärung der DGF als erstrebenswertes Idealbild anzusehen und somit muss die Diskussion eigentlich lauten:

"Wie kommen wir dahin?"
Wenn wir über diese Fragestellung diskutieren, so haben wir aus meiner Sicht einen Schritt in die richtige Richtung, zur Umsetzung nämlich, gemacht.
Viele liebe Grüße
der sitzende
fridolin

Superfantastisch
01.05.2007, 04:10
so, elisabeth. hast das schon gelesen?

http://www.dbfk.de/bay/stellungnahmen/heimgesetz.htm

70% Fachpersonal in den Pflegeheimen


Eine Erhöhung der Fachkraftquote in den Heimen forderte Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK , Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe in Bayern, anlässlich der Anhörung zum Heimgesetz am 26.04.07 im Bayerischen Landtag. „Nur mit einer angemessenen Zahl qualifizierter Altenpflegerinnen und Altenpfleger lassen sich die Missstände in den Heimen bekämpfen,“ so Biederbeck.

[...]

Der DBfK fordert eine Festschreibung der Fachkraftquote auf mindestens 70% und eine Erhöhung des Personalschlüssels um 30%.

[...]



Sehr schöner Alleingang eines Verbandes der Mitglied des DPR ist. Kämpft jetzt jede Sparte für sich? Arbeiten die Kollegen außerhalb des Pflegeheime nicht kompetent? Hat der Pat. nur im Pflegeheim einen Anspruch auf Fachpflege?

Trittst Du jetzt aus dem dbfk aus?

Elisabeth
01.05.2007, 11:40
Danke für die Info. Hier gilt derselbe Satz wie für den DGF. Ich frage mich, wofür es einen DPR in Deutschland gibt?

Ich wiederhole mich zwar, aber: Einzelauftritte bringen absolut nix. Wobei man davon ausgehen könnte dass die Altenpflege bessere Karten hat als der klinische Bereich: sie ist insgesamt sichtbarer in den Medien und in der Gesellschaft. Wenns aber an den Geldbeutel des Bürgers geht wirds auch da keine Besserungen geben. Wie hat Blüm ehedem festgestellt: Pflegen kann jeder der guten Willens ist und schon mal ein Kind gepflegt hat.

Problem bei allem ist, das Pflege nicht definiert ist. Es gibt keine Vorbehaltsaufgaben für Pflegekräfte. Es gibt keine gestezlichen Vorgaben, dass bestimmte Tätigkeiten erst nach einer speziellen Weiterbildung durchgeführt werden dürfen.
Ergo bringt es nichts eine Fachkraftquote zu fordern, wenn man die Tätigkeit nicht genau festlegen kann.

Welche Tätigkeit darf ein Intensivpflegekraft erst nach einer Fachweiterbildung ausführen? Achtung: die deutsche Gesetzgebung beachten!

Elisabeth

curare
02.05.2007, 20:15
Zumindest scheint auch dem DPR die problematische Situation der Pflege bekannt zu sein! http://www.deutscher-pflegerat.de/balk.nsf/0/41911FA84D9AEA7AC12572BC00597E35?openDocument Eine wissenschaftliche Untermauerung über den Zusamenhang zwischen qualifizierter Personalausstattung und Patientenoutcomes scheint im Moment einer der wichtigsten Schritte zu sein...

WomBat
02.05.2007, 22:45
Bin ganz Deiner Meinung, Relax!

WmBt

Kania
03.05.2007, 07:50
Zumindest scheint auch dem DPR die problematische Situation der Pflege bekannt zu sein!

Die Einladung zur Informationsgewinnung und Diskussion des DPR ist makaber, klasse formuliert und teuer. Der Vorstand des DPR scheint sehr akademisch zu sein, wie nahe dieser wohl der Pflegebasis steht?

Eine wissenschaftliche Untermauerung über den Zusamenhang zwischen qualifizierter Personalausstattung und Patientenoutcomes scheint im Moment einer der wichtigsten Schritte zu sein...

Warum muß denn eine offensichtliche und bereits wahrgenommene Situation wissenschaftlich untermauert werden, bevor darauf reagiert wird?
Müssen denn auch in der Pflege Mogule, Manager, Funktionäre leiten?
Es scheint so.

Kania

Elisabeth
03.05.2007, 08:07
Eine wissenschaftliche Untermauerung über den Zusamenhang zwischen qualifizierter Personalausstattung und Patientenoutcomes scheint im Moment einer der wichtigsten Schritte zu sein...

= Festlegung von sogenannten Vorbehaltsaufgaben für Pflegekräfte: welche Tätigkeit erfordert welche Ausbildung. Und da ist der DPR wahrscheinlich nicht der richtige Ansprechpartner. Hier gehts um die Aufgaben einer Pflegekammer. Diese Kammern müssen in den Bundesländern entstehen- eine bundesweite Einrichtung scheitert an den Gesetzesvorgaben.
Wer ist hier aktiv in solchen Gremien und setzt sich ein für die Festlegung dieser Aufgaben?

Elisabeth

Kania
03.05.2007, 08:56
@ Elisabeth

Zum Tätigkeitsbereich der Intensivpflegekraft (26.10.1990)
Die zu knapp bemessenen Stellenpläne ... und die zunehmenden Schwierigkeiten Stellen zu besetzen, führen immer wieder zu Diskussionen über den Umfang des pflegerischen Aufgabenbereiches ... und der Abgrenzung gegenüber dem ärztl. Aufgabenbereich.
...
Ausgehend von der Differenzierung zwischen Grund- und Behandlungspflege stellt die DIVI fest, dass beide Tätigkeitsbereiche an das Pflegepersonal ...
besonders hohe, spezielle Anforderungen stellen.
...
Aus diesen Gründen erfordert der erweiterte pflegerische Aufgabenbereich einen speziellen Personalschlüssel ... rechtfertigt eine höhere tarifrechtl. Vergütung...
...
Die DIVI hält folgende Maßnahmen für dringend geboten, um einer weiteren negativen Entwicklung vorzubeugen:

a) Definition des Berufsbildes der Intensivschwester/ Pfl. durch !! zutreffende !! Aufgabenbeschreibungen, Tätigkeitsbeschreibungen und Qualifikationsmerkmale.

... u.v.m.
( DIVI, 5. Auflage, Dezember 2004 )

Kania
03.05.2007, 09:09
Ein wenig ärgerlich ist es schon, denn die Forderungen die diese Diskussionen ausgelöst haben, sind bereits mehrfach gestellt worden, allein die sinnvolle Umsetzung ist offensichtlich nicht geschehen.
Ob nun eine der "Krankenpflegeorganisationen" ausreichen wird, diese Forderungen tatsächlich zu erfüllen und auch diese die nötige "Power" dazu hat?
Mich macht es ein wenig traurig, denn im Endeffekt ist es der Patient der unter der zunehmenden Leistungsminderung der Fachpflegenden leiden wird, irgendwann sind die Kompensationsmechanismen erschöpft, vielleicht kommt es dann zu einer Reaktion.
Kania

Sören Lösche
03.05.2007, 15:15
@ Elisabeth,
deine Frage müsste dir bequem der Vorstand vom DBFK beantworten können. Frag doch mal dort, wo deine Beiträge hinfließen.

@Kania,
du hast sicher recht, doch nützt es nicht allein die Forderungen aufzulisten. Solange der Organisationsgrad der Pflegenden sowohl in Verbänden, wie in Gewerkschaften so lächerlich gering bleibt. Die Ärzte haben ein System von 100% (Ärztekammer). Die Pflegeverbände können im Ehrenamt nicht mehr leisten. Bei der DGF geht z.B. viel Energie in das Gesalten und Ausrichten von Fortbildungen. Aber auch hier ist der Erfolg zu gering. Bei uns sind die kleineren fachbezogenen Fortbildungen z.B. A+I bei Pflegerischen Veranstaltungen fast leer, bei ärztlichen Veranstaltungen fast voll. Leider sind die Pflegenden hier schwer zu motivieren.
Sören

tildchen
03.05.2007, 16:18
Bei der DGF geht z.B. viel Energie in das Gesalten und Ausrichten von Fortbildungen. Aber auch hier ist der Erfolg zu gering. Bei uns sind die kleineren fachbezogenen Fortbildungen z.B. A+I bei Pflegerischen Veranstaltungen fast leer, bei ärztlichen Veranstaltungen fast voll. Leider sind die Pflegenden hier schwer zu motivieren.
Sören

Hallo Sören,
auch wenn es nicht ganz zum ursprünglichen Thema gehört, das möchte ich nicht unkommentiert lassen.
Es ist in vielen Fällen nicht ausschließlich ein Frage der Motivation Fortbildungen zu besuchen, sondern häufig einfach nicht leistbar, was die zeitlichen und vor allem finanziellen Ressourcen angeht.
Meine Erfahrung ist, dass Ärzte ohne groß Fortbildungsanträge zu stellen, während ihrer Arbeitszeit Fortbildungen besuchen können und das mehrmals im Jahr, wenn sie Lust haben. Und wenn sie schlau sind, lassen sie sich das noch von diversen Firmen sponsorn. Pflegende haben es in den Kliniken immer schwerer überhaupt eine Freistellung zu bekommen und wenn dann noch Teilnahmegebühren und Reisekosten dazu kommen, dann gehört schon einiges an Einsatz dazu.

Aber du hast recht, wenn die Pflegenden es nicht schaffen, sich vernünftig zu organisieren, dann wird es schwer bleiben Forderungen durchzusetzen.

Gruß tildchen

curare
03.05.2007, 17:02
Es ist leider nicht zu bestreiten dass wir Pflegende ein großes Problem haben. Wir sind nur ungenügend organisiert und uns fehlt ein gemeinsames Sprachrohr. Das auch mal lauter wird und an entscheidender Stelle sich auch mal durchsetzen kann!

Was ist los mit unserer Berufsgruppe? Sind die meisten desinteressiert? Sind die meisten resigniert? Liegt es daran das es ein Frauenberuf ist? Hängen uns die alten Zöpfe der Unterwürfigkeit immer noch nach?

Auch vor 20 Jahren gab es schon Stimmen die nach Pflegekammern schrieen! Nur haben wir sie bis heute noch nicht geschaffen. Warum?

Die Arbeitsbedingungen scheinen mir heute schlechter als früher zu sein und damals waren sie schon nicht besonders gut. Wie kann das sein, dass wir uns Alles gefallen lassen? Warum schaffen wir es nicht unsere Berufsgruppe zu organisieren?

Kania
03.05.2007, 17:29
@Kania,
du hast sicher recht, doch nützt es nicht allein die Forderungen aufzulisten. Solange der Organisationsgrad der Pflegenden sowohl in Verbänden, wie in Gewerkschaften so lächerlich gering bleibt. Die Ärzte haben ein System von 100% (Ärztekammer). Die Pflegeverbände können im Ehrenamt nicht mehr leisten. Bei der DGF geht z.B. viel Energie in das Gesalten und Ausrichten von Fortbildungen.... so beschrieben!

@Sören Lösche,
die Motivation im Ehrenamt mag ja groß sein, doch wenn allein die Diskussion über Forderungen und Verbesserungen durch eine "Pflege"- Organisation angeboten wird, für 60 Euro, frage ich mich nicht, ob ich mich einer solchen stellen sollte und ganz und gar nicht ob ich diese in irgeneiner Form unterstützen sollte!
Ich bin mir sicher das es genügend Möglichkeiten gibt, doch wird durch die
"Wasserkopfverbände" kaum etwas bewegt und Streik ist uns verboten, die gewerkschaftliche Organisation innerhalb der Caritas ebenso, - also?
Wie gehabt, lass uns schimpfen das der Frust nicht zu groß wird und alles wird galaktisch gut :wut: :D

Sören Lösche
04.05.2007, 08:54
@Kania
klar du hast im wesentlichen schon recht. Allerding bin ich trotz AVR Caritas gewerkschaftlich organisiert. Allerdings nicht sehr glücklich, da die Gewerschaft für diesen geringen Anteil nix tut. Als ich im öffentl. Dienst war und wir auch gestreikt haben, haben die Kollegen von der Müllentsorgung und der Stadtentwaässerung für Aufsehen gesorgt. Die waren auch zu ca 80% organisiert. Wir zu unter 10%. Das ist schon schade.
@tlidchen
ich sehe das anders. Wir sollten uns nicht bedauern. Die Fortbildungen, die ich meine sind alle zu 100% in der Freizeit und kosten nix. Ich habe meinen Mitarbeitern angeboten die Zeit als Dienstzeit anzurechenen inclusive Versicherungsschutz und die Themen mitzugestallten. Es kommt dennoch keiner. So geht es meinen Kollegen aus anderen Häusern auch. Nur wie wollen wie uns noch als Fachkraft bezeichnen, wenn wir uns nach der FWB nicht mehr fortgebildet haben. Die äußeren Bedingungen sind offenbar nicht schuld.
Sören

Elisabeth
04.05.2007, 09:29
Die Fortbildungen, die ich meine sind alle zu 100% in der Freizeit und kosten nix. Ich habe meinen Mitarbeitern angeboten die Zeit als Dienstzeit anzurechenen inclusive Versicherungsschutz und die Themen mitzugestallten.

*neugierigbin* Um welche Weiterbildungen handelt es sich denn da? Zeitaufwand? Und wann finden die Angebote statt?

Elisabeth

Sören Lösche
04.05.2007, 10:12
Es hadelt sich wie gesagt um Fortbildungen, nicht um Weiterbildungen. Sie dauern 60-90 min. Finden 1x monatlich Montags am Nachmittag statt. Sie haben Themen aus A+I sowie einige wenige gesundheitspolitische Themen. Das gleiche gilt für die ärztlichen Fortbildungen. Sie finden im Anschluß statt.
Sören

tildchen
04.05.2007, 10:45
Guten Morgen Sören,
schön dass es bei euch solche Fortbildungen gibt. Ich kenne sowas nicht und würde es das geben, dann gäbe es aus meinem Kollegenkreis sicher die ein oder andere die gerne daran teilnehmen würden. Vorausgesetzt, dass die Fortbildungen geplant sind und man dies auch vorher weiß. Ich bin ganz deiner Meinung, dass wir uns immer weiter fortbilden müssen und nicht da stehen bleiben dürfen wo wir nach Examen (oder Weiterbildung) stehen und ich selbst investiere zeitlich wie auch finanziell einiges in meine Fortbildung. Aber wenn es wie bei uns kaum noch Unterstützung seitens der Arbeitgeber gibt, dann wird es dem ein oder anderen willigen Kollegen sehr schwer gemacht.

Gruß Tildchen

zwai
08.05.2007, 20:31
Pflegepraktikern ist klar: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl und Qualifikation pflegerischer Mitarbeiter auf einer Station einerseits und dem Outcome andererseits.

Der Zusammenhang zwischen Personaleinsatz und Pflegequalität ist auch hinreichend in Studien belegt, doch die stammen alle aus dem - vornehmlich angloamerikanischen - Ausland. Dass dortige Strukturen und Ausbildungsstandards nicht einfach so auf deutsche Verhältnisse übertragen werde können ist ein Argument, mit dem Forderungen nach ausreichend qualifiziertem Personal (siehe "Berliner Erklärung" der DGF (http://www.zwai.net/pflege/zwaitens/Partner/DGF/Mitteilungen/2007/Erklaerung_zu_Pflegequalitaet_und_Patientensicherh eit_im_Intensivpflegebereich/)) regelmäßig als nicht wissenschaftlich fundiert zurückgewiesen werden.

Über Ursachen und Hintergründe gibt der gelernte Krankenpfleger und Pflegewissenschaftler Prof. Dr. phil. Frank Weidner im aktuellen Newsletter des Deutschen Pflegerats Auskunft. (holbeu)

>>> zum Newsletter des DPR (pdf, 160 KB) (http://www.deutscher-pflegerat.de/balk.nsf/B7850BEF10804059C12572BD002926B8/$File/DPR-Newsletter%20-%20Mai%202007.pdf) >>>

WomBat
14.05.2007, 22:14
Einer geht noch :D , mindestens!

Impact Of The Nurse Shortage On Hospital Patient Care: Comparative Perspectives
Peter I. Buerhaus, Karen Donelan, Beth T. Ulrich, Linda Norman, Catherine DesRoches, Robert Dittus

Health Affairs, 26, no. 3 (2007): 853-862

WmBt

DGF-online
27.06.2007, 17:35
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Stichworte „qualitative Versorgung der Patienten, Delegation ärztlicher Aufgaben und Übernahme von Tätigkeiten durch Pflegende” bestimmen derzeit die Diskussionen in Deutschland auf politischer und berufspolitischer Ebene. Parallel dazu drehen sich weitere Diskussionen um die Frage des weiteren Stellenabbaus in der Pflege und die Frage inwieweit ein Zusammenhang besteht zwischen Quantität und Qualität.

Das Konfliktpotential ist so groß, dass sehr unterschiedliche Stellungnahmen der ärztlichen und pflegerischen Berufsverbände leider keine Ausrichtung im Sinne einer gemeinsamen Lösung erwarten lassen. Infolgedessen versuchen die Pflegeverbände unter dem Dach des DPR zusammen, aber auch gemäß ihrer spezifischen Vertretung Lösungen anzubahnen. Die zuletzt erschienene Erklärung der DGF zur Pflegequalität und -sicherheit in der Intensivpflege war ein Auftakt dazu. Weitere Stellungnahmen und Erklärungen werden folgen und sind nicht losgelöst zu sehen von einer gemeinsamen Strategie der Pflegeverbände, was einige Leser mit ihren Stellungnahmen auf der Internetseite von zwai.net befürchten. Im Gegenteil. Je mehr durch nicht professionell Pflegende an der Professionalität gezweifelt wird und durch unsachgemäße Äußerungen bekundet wird, desto größer wird das Begehren werden, Planstellen zu sichern und Tätigkeitsfelder zu beanspruchen, die der Kompetenz der hervorragend aus- und weitergebildeten Pflegenden entspricht.

Diese Initiativen ergeben sicht nicht aus unterstelltem Eigennutz und passieren schon gar nicht - wie zu lesen war - in virulenter Form, sondern sind bedingt durch die notwendige, best mögliche Versorgung der Patienten, auf die sie ein Anrecht haben.

(Dietmar Stolecki)

>>> weiter zum Editorial der DGF-Mitteilungen 03/2007 >>> (http://www.zwai.net/pflege/zwaitens/Partner/DGF/Mitteilungen/2007/Ausgabe_3/Editorial/)


Erster Entwurf des EfCCNa Komitees „Studie zum Personalbedarf Intensivpflege 2006 - 2008”

Das Thema Personalbestand (workforce) ist nach Angabe des International Council of Nurses (ICN) der zurzeit zweitwichtigste Aspekt im Bereich der Pflege. Der ICN hat daher das „International Centre for Human Resources in Nursing” (Internationales Zentrum für personelle Ressourcen in der Pflege) eingerichtet ichrn.org/.

Auf Grund dessen hat die European Federation of Critical Care Nursing Associations (EfCCNa), die Europäische Föderation der Intensivpflegeverbände, am 28.04.2006 ein Komitee zur Studie des Personalbedarfs für die Intensivpflege eingerichtet.
Die Leitung liegt in den Händen von Ms Amparo Bernat Adell, dem spanischen EfCCNa Ratsmitglied. In einem Entwurf sind in der EfCCNa Ratssitzung am 29.04.2007 erste Empfehlungen diskutiert worden.

(Heike Strunk)

>>> weiter zum Artikel in den DGF-Mitteilungen 03/2007 >>> (http://www.zwai.net/pflege/zwaitens/Partner/DGF/Mitteilungen/2007/Ausgabe_3/Erster_Entwurf_des_EfCCNa_Komitees_Studie_zum_Pers onalbedarf_Intensivpflege_2006-2008/)

Randbayer
27.06.2007, 19:03
Pflegequalität darf auf gar keinen unter einer dünnen Personaldecke leiden, dass ist uns immer wieder bewußt. Doch wird immer wieder mit Personalkosten gekontert. Viel zu hoch und soweiter. Folgende deutsche Studie hat die tatsächlichen Kosten pro Tag und Patient erhoben und unter anderem heraus gefunden das zum Teil die Intensivkosten durch einen groß Teil durch Medikamente, Therapie- und Diagnostikverfahren verursacht werden. Da ist alos noch Spielraum bis die Argumente Personalkosten ziehen.

A German national prevalence study on the cost of ICU care: an evaluation from 51 ICUs (http://ccforum.com/content/pdf/cc5952.pdf)
Onnen Moerer , Enno Plock , Uchenna Mgbor , Alexandra Schmid , Heinz Schneider , Manfred Bernhard Wischnesky and Hilmar Burchardi;
Critical Care 2007, 11:R69 doi:10.1186/cc5952 Published 26 June 2007

Gruß der Randbayer

Elisabeth
28.06.2007, 08:50
das zum Teil die Intensivkosten durch einen groß Teil durch Medikamente, Therapie- und Diagnostikverfahren verursacht werden. Da ist alos noch Spielraum bis die Argumente Personalkosten ziehen.


Da bin ich ja mal gespannt, ob und wer da reduziert zugunsten von Personal. In Deutschland wird doch immer noch das Modell Eichhorn genutzt.


Die Begriffe Grundpflege, Behandlungspflege wurden in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch den Krankenhausökonomen Eichhorn (Eichhorn 1967, 1975) in die bundesdeutsche Fachdiskussion eingeführt.

Grundlage hierfür bildete eine britische Studie, die die Arbeit Pflegender im Krankenhaus in "technical nursing" und "basic nursing" aufteilte (Nuffield Provincial Hospital Trust 1953).

Das Deutsche Krankenhausinstitut (Deutsches Krankenhausinstitut e.V. Düsseldorf 1954), das die Übersetzung vornahm, übersetzte den Begriff "technical nursing" in "Behandlungspflege" und "basic nursing" in "Grundpflege". Der Begriff Behandlungspflege umschrieb die medizinisch-therapeutische Hilfestellung bei der Ausführung ärztlicher Anordnungen, während "Grundpflege" die Unterstützung bei Alltagsaktivitäten meinte.

Den ärztlicherseits definierten Zielen und Aufgaben in der Patientenversorgung wurde höchste Priorität eingeräumt. Folglich wurde auch der "Behandlungspflege" der vorrangige Platz bei allen Arbeiten, die examinierte Pflegekräfte ausführen sollten, zugewiesen. Da die technischen Handlungsabläufe der Behandlungspflege große Kompetenz erfordern, sollten diese ausschließlich examinierten Pflegefachkräfte überlassen bleiben.

"Grundpflege", das "basic nursing", wurde als Vorbereitung für die Behandlungspflege beschrieben. Da die "Grundpflege" bei allen Patientinnen gleich sei und wenig Bedeutung für die Gesundung der Patientinnen habe, kann diese laut Eichhorn an Auszubildende oder Praktikantinnen und Praktikanten delegiert werden (Bartholomeyczik 1997, Schwarzmann 1999, umfassend: Müller, E. 2001).

1989 wurden die Begriffe Grundpflege und Behandlungspflege im Rahmen der Einführung des § 37 SGB V des Gesundheitsreformgesetzes in die Sozialgesetzgebung als Vorgabe für die Krankenhausorganisation übernommen, obwohl es keine Legaldefinition dieser beiden Begriffe gab (Klie 1998: 14, Igl & Welti 1995).
http://www.geroweb.de/krankenpflege/grundpflege-behandlungspflege.html

Nach dieser Devise wird heutzutage das Gesundheitswesen gestaltet. Ein Krankenhausökonom ist schließlich unvoreingenommen und weiß deshalb am besten Bescheid. *grummel*
Schöne Bestätigung dieser These aus meiner Sicht: Erhöhung der Fallzahlen, Verkürzung der Liegedauer --> Reduzierung des Pflegepersonals und umgekehrt proportional Erhöhung der Arztstellen. Begründung entscheidender Stellen: Es erhöht sich der medizinische Behandlungsbedarf weil ja in weniger Zeit mehr Diagnostik und Therapie.

Ergo: Zuerst muss die Sichtweise der entscheidenden Gremien (und vieler Kollegen) verändert werden. Forderungen nach mehr Personal bringen da gar nichts. Zumal in Deutschland nach wie vor die meisten Pflegekräfte täglich nachweisen: auch mit weniger Personal ist die gleiche... manchmal soagr bessere (Behandlungs-)qualität zu erreichen.

Grundpflege- wozu? Die Technik erübrigt doch schon viel. Ich warte auf die volltechnisierte Waschstraße für Intensivpat.. Einen Vorstoß gabs ja schon: Oasis Bed Bath (http://www.krankenschwester.de/forum/arbeitshilfsmittel/2013-oasis-bed-bath.html)... das Feuchttuch für die Ganzkörperpflege: zeitsparend, materialsparend... der schnelle Waschgang.

Elisabeth

Tempo
28.06.2007, 10:43
@ Randbayer: Gibt's die Studie auch auf deutsch?

WomBat
28.06.2007, 20:29
:) Tempo, Google hat eine Übersetzungsfunktion. Da ist so ein Kästschen, da kannst Du etwas eintippen, Klick auf "Übersetzen", und dann hast Du es!

Habe es schon ausprobiert, ist ganz OK, für kleine Passagen.

Hie (hihi) und da ein kleiner Patzer (z.B. bei der Eingabe von "male nurse" [Krankenpfleger] erscheint "männliche Krankenschwester" :D .

Elizabeth, bei der Eingabe von "basic nursing care" sagt Google "grundlegende Krankenpfelge". Siehse, hätte der olle Eichhorn das gehabt, müssten wir uns heute mit dem Quatsch nicht herumschlagen! :)

WomBat, ja der Eichhorn, der zählte noch Blumenpflege zu unseren Tätigkeiten (das waren doch noch Zeiten, Elizabeth!)

Elisabeth
29.06.2007, 07:34
:) Tempo, Google hat eine Übersetzungsfunktion. Da ist so ein Kästschen, da kannst Du etwas eintippen, Klick auf "Übersetzen", und dann hast Du es!

Habe es schon ausprobiert, ist ganz OK, für kleine Passagen.



Du willst uns doch wohl nicht weismachen, dass du auf diese Art und Weise dir regelmäßig deine Texte erschließt die du hier einstellst. *gg*

Mein Englisch beschränkt sich auf ein Jahr Schulenglisch (obwohl *grübel* von den 5 Jahren Russisch ist auch nix übrig). Ich versuche mir stets mit der Übersetzungshilfe von Google das Englische zu erschließen. Ein mühsames Geschäft und leider muss ich sagen auch sehr anstrengend. Es geht tatsächlich nur wenige Sätze- dann läßt die Konzentration erheblich nach.

Ich beneide alle die des Englischen mächtig sind. Habe ich doch oft den Eindruck, dass mir viele Infos verschlossen bleiben. Deshalb bin ich dnakbar, wenn man z.B. hier eine kurze Zusammenfassung der Texte erhaschen kann. *g*

Elisabeth

fridolin
30.06.2007, 14:12
Lieber WomBat,
liebe Elisabeth,
seit bitte umsichtig und vorsichtig mit den Google-Übersetzungen - sie können auch insbesondere bei feststehenden Ausdrücken auf das Glatteis führen und somit u. U. den Sinn verdrehen.
Ein kleines (bekanntes) Beispiel: "It`s raining cats and dogs" wird von Übersetzungsprogrammen zum Teil wörtlich übersetzt - es regnet Katzen und Hunde - würde aber bei korrekter Übersetzung heißen: "Es regnet Bindfäden".

Zurück zu Pflegequalität und Personalabbau:
Das Pflegepersonal ist auf allen Ebenen (es gibt natürlich auch ausnahmen!) so auf Sparflamme gefahren worden, dass dies zu einer kontinuierlichen, nicht mehr tragbaren Überlastung der Pflegenden geführt hat.
Und Schuld an der Misere sind in erster Linie die Politiker, die weitab von der Realität noch nicht einmal 10,00 € Eintrittsgebühr beim Arzt bezahlen müssen, die abgesichert sind bis an ihr Lebensende, Berufspolitiker eben.
Und zum Anderen müssen wir Pflegende uns auch den Schuh anziehen und endlich aufstehen und uns wehren.
Bundesweite Protestaktionen, ein Streik der Pflegenden in den Krankenhäusern (Ärzte konnten das auch) und eine gute (deutlich bessere und ehrlichere) Öffentlichkeitsarbeit als Begleitmusik könnte hier etwas ändern.
Nur: wir Pflegende meinen immer, alles aushalten zu müssen und sei die Situation noch so schlecht, demütig jeden Tritt in den Hint... hinnehmen zu müssen und überhaupt - organisieren, wozu? Wir haben ja doch keine Lobby, da können wir ja doch nichts machen.
Wir können nur unsere eigene Lobby sein und müssen endlich aufstehen und uns organisieren.
Leider kenne ich als "Kampforganisation", die auch Tarifpartei ist, nur ver.di.
Wenn der Organisationsgrad der Pflegenden bei ver.di deutlich höher ist, ließe sich auch etwas erreichen - nur leider habe ich auf dem Wege der Diskussion eben dieser Problematik noch kaum eine Pflegekraft von der Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation überzeugen können, Pflegekräfte sind eben omnipotent.
Viele liebe Grüße
der sich nun selbst pflegende
fridolin

Elisabeth
30.06.2007, 15:51
Leider kenne ich als "Kampforganisation", die auch Tarifpartei ist, nur ver.di.


Wenn ich den Lohn sehe, den ich bekommen würde wenn ich die Stadt wechseln muss aus familiären Gründen... . Verdi ist das Letzte wo ich mich organisieren würde.

Verdi wird sich außerdem nur für Gehaltsvorstellungen einsetzen können und nicht für Qualitätssicherung. Das ist ein anderer Spielplatz... der übrigens noch nicht besetzt ist. Die Verbände sind eventuell bereit diesen zu besetzen... aber da sind die Eigeninteressen wohl im Wege sich aktiv zu betätigen.

Elisabeth

fridolin
30.06.2007, 21:05
DBFK? - Vergiss es.
BIG? - Wird ganz klein und ohne Tarif(-partei) geschrieben.
DGF? - Hat andere Aufgaben.
Und Sonst?

Der Platz ist wohl vakant.

Wollen wir ihn besetzen?
Wenn ja, wer macht aktiv mit und wie wollen wir es tun ?? (das "Besetzen", natürlich!)

Viele liebe Grüße
der gespannte
fridolin

Kania
01.07.2007, 17:48
@ Fridolin,
da bildet sich ein sog. Pflegerat / Pflegekammer in Bln, ist jedoch im Aufbau und wird von Akademikern "geleitet".
Es soll einmal in einem Land Menschen gelebt haben, die eigenverantwortlich, mit bestem Wissen und Gewissen, nach den Regeln ihrer beruflichen Kunstfertigkeit, ohne einen Wasserkopf ernähren zu müssen...
LG Kania

Tempo
02.07.2007, 10:24
Lieber WomBat,
liebe Elisabeth,
seit bitte umsichtig und vorsichtig mit den Google-Übersetzungen - sie können auch insbesondere bei feststehenden Ausdrücken auf das Glatteis führen und somit u. U. den Sinn verdrehen.
Ein kleines (bekanntes) Beispiel: "It`s raining cats and dogs" wird von Übersetzungsprogrammen zum Teil wörtlich übersetzt - es regnet Katzen und Hunde - würde aber bei korrekter Übersetzung heißen: "Es regnet Bindfäden".

Zurück zu Pflegequalität und Personalabbau:
Das Pflegepersonal ist auf allen Ebenen (es gibt natürlich auch ausnahmen!) so auf Sparflamme gefahren worden, dass dies zu einer kontinuierlichen, nicht mehr tragbaren Überlastung der Pflegenden geführt hat.
Und Schuld an der Misere sind in erster Linie die Politiker, die weitab von der Realität noch nicht einmal 10,00 € Eintrittsgebühr beim Arzt bezahlen müssen, die abgesichert sind bis an ihr Lebensende, Berufspolitiker eben.
Und zum Anderen müssen wir Pflegende uns auch den Schuh anziehen und endlich aufstehen und uns wehren.
Bundesweite Protestaktionen, ein Streik der Pflegenden in den Krankenhäusern (Ärzte konnten das auch) und eine gute (deutlich bessere und ehrlichere) Öffentlichkeitsarbeit als Begleitmusik könnte hier etwas ändern.
Nur: wir Pflegende meinen immer, alles aushalten zu müssen und sei die Situation noch so schlecht, demütig jeden Tritt in den Hint... hinnehmen zu müssen und überhaupt - organisieren, wozu? Wir haben ja doch keine Lobby, da können wir ja doch nichts machen.
Wir können nur unsere eigene Lobby sein und müssen endlich aufstehen und uns organisieren.
Leider kenne ich als "Kampforganisation", die auch Tarifpartei ist, nur ver.di.
Wenn der Organisationsgrad der Pflegenden bei ver.di deutlich höher ist, ließe sich auch etwas erreichen - nur leider habe ich auf dem Wege der Diskussion eben dieser Problematik noch kaum eine Pflegekraft von der Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation überzeugen können, Pflegekräfte sind eben omnipotent.
Viele liebe Grüße
der sich nun selbst pflegende
fridolin

Wie wäre es mit der Gründung eines ganz neuen Verbandes?

fridolin
02.07.2007, 19:37
Lieber Tempo,
leider habe ich heute meine rosarote Brille vergessen....
Erfahrungen und Diskussionen zeigen mir doch, dass Pflege an sachkundiger Vertretung nicht interessiert ist - muss ich doch oft genug erklären, was Gewerkschaften sind und machen und warum wir sie dringlich brauchen...
Nebenbei bemerkt halten sich viele KollegInnen oft - wie vor Kurzen vom einem Kollegen der Anästhesie bemerkt - für "die Handlanger der Ärzte". :confused:
Mit solchen Einstellungen sich zu engagieren halte ich für äußerst schwierig.
Schön wäre es, wenn eine neue Organisation "pro Pflege - wir für uns - Pflege an die Front - ohne Pflege keine Politik - wir, die Gewerkschaft Pflegefachkräfte der BRD" oder welcher Name auch immer gewählt werden würde mit der Macht aller gut 250.000 aktiv Pflegenden ausgestattet als politisches Gewicht die Bühne betreten könnte....
Viele liebe Grüße
der politisierte
fridolin

Tempo
03.07.2007, 14:16
Es gab doch vor ein paar Jahren schon mal den Versuch eine " Pflegegewerkschaft" in's Leben zu rufen! Was ist dennn darsu geworden?
Verdi kann ich leider überhaupt nix abgewinnen!

fridolin
03.07.2007, 18:23
Lieber Tempo,
nichts - dies zu Deiner Frage.
Und zur Gründung einer eigenen Vertretung:
die Vertretung muß als Gewerkschaft anerkannt und Mitglied der Tarifparteien sein, da sich sonst nichts erreichen lässt und auf die Arbeitgeber kein Druck ausgeübt werden kann.
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
03.07.2007, 21:00
Fridolin, Yes! diese Übersetzungsprogramme machen auch Dumfug, keine Frage!

Elisabeth, Sicher kann Goo nicht ganze Artikel übersetzen. Abstracts sind da schon interessanter, z.B. die Ergebnisse (dann weis man wenigsten, ob es sich lohnt, weiter zu schuften)....die heißen dann z.B. results oder conclusions, unter anderem.

Man kann auch Kommunikationskurse besuchen, hier wird geholfen, "Wie stellt man höflich Fragen", Elisabeth.

Noch was zur Vergangenheit: mir ging es immer so, (nach meiner Erinnerung jedenfalls), dass es mich immer gedrängt hat, eine neue Stelle (oder einen neuen Stil) zu finden, wenn mir auffiel, das ich hauptamtlich nörgele. Oder nebenamtlich stänkere. Ich dachte, es ist gut für meine Gesundheit. Und für andere.

WomBat, ab und zu Motzen ist gut, macht Luft und schaftt Klarheit der Meinung. Nörgeln ist nervig. Denn es ändert nichts. Selbst wenn es die autonom gewählte Vorgehensweise ist.

Tempo
04.07.2007, 11:43
Lieber Tempo,
nichts - dies zu Deiner Frage.
Und zur Gründung einer eigenen Vertretung:
die Vertretung muß als Gewerkschaft anerkannt und Mitglied der Tarifparteien sein, da sich sonst nichts erreichen lässt und auf die Arbeitgeber kein Druck ausgeübt werden kann.
Viele liebe Grüße
fridolin

Moin Fridolin!
Das sehe ich ausnahmsweise mal ganz anders als Du! Ein gut organisierter und aufgestellter Verband kann sehr wohl einiges bewirken; ich glaube sogar, daß ein solcher Verband mehr erreichen kann, da er nicht unter einer gewerkschaftlichen Verblendung an zu lösende Probleme herangeht. Der Marburger Bund ist doch ein ganz gutes Beispiel dafür.
Bei uns in Niedersachsen sind gerade die Tarifabschlüsse für die Beschäftigten in der Diakonie unter Dach und Fach gebracht worden. Es waren sehr, sehr schwierige Verhandlungen innerhalb der Arbeitsrechtlichen Komission. Es gab Demos, aktive Mittagspausen usw. Verdi hat - dankenswerterweise - ein wenig finanziell und logistisch ausgeholfen. Jetzt erwartet Verdi, daß viele von uns aus lauter Dankbarkeit Mitglied werden. Das geht für mein Empfinden ein wenig zu weit.
Ich habe mich von Verdi - wie schon an anderer Stelle erwähnt - noch nie vertreten gefühlt und jetzt kann ich mich des Eindrucks nicht erwähren, daß Verdi bei den nächsten Tarifverhandlungen gerne die Geschicke leiten möchte. Die MAVen würden sich in eine bestimmte Abhängigkeit begeben. Das fände ich nicht in Ordnung. Es gibt in unserem Hause sehr viele die ganz große Bedenken gegenüber Verdi hegen.
Ich habe unserer MAV vorgeschlagen eine Art Fond, oder Verband zu gründen in dem jeder einen bestimmten Betrag pro Monat einzahlt ( z.B. E1=1€, E14=14€ ). Auf die Dauer käme ( wenn fast alle 30000 Mitarbeiter der Diakonie mitmachen würden ) ein ganz stattlicher Betrag zustande aus dem dann für die nächsten Tarifverhandlungen Aktionen finanziert werden könnten und Geld das uns Verdi zur Verfügung gestellt hat zurückgezahlt werden kann. Einen solchen Weg würden viele Mitarbeiter wesentlich eher mitgehen, als Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden.
Ich bin mir natürlich vollends darüber im klaren, daß dies ein absolut naiver Vorschlag ist der natürlich niemals Realität wird. Er wäre viel zu einfach und das geht in good old Germany ja gar nicht, aber es wäre eine Alternative zur Gewerkschaft!

Elisabeth
05.07.2007, 09:04
Bevor wir an Tarifverhandlungen denken können, müssen wir erst mal festlegen: was muss zwingend von welcher Pflegekraft mit welcher Weiterbildung gemacht werden? Das war nämlich der Vorteil des Marburger Bundes: Vorbehaltsaufgaben machen eine Verlagerung der Tätigkeiten auf weniger ausgebildetes Personal unmöglich.

Also nicht zuerst nach dem Geld schielen, sondern erst mal Hausaufgaben machen: was ist Professionelle Pflege?

Elisabeth

Kania
05.07.2007, 09:31
Mehr Verantwortung für Pflegepersonal
Gesundheitswesen. Sachverständigenrat: Pflegende sollen ärztl. Aufgaben übernehmen. Experten begrüßen den Vorschlag.
Essen. Pflegekräfte sollen in Zukunft mehr Kompetenzen bekommen und einige ärztl. Aufgaben übernehmen.
...Ulla Schmidt ( SPD ) unterstützt diesen Vorschlag...
... wir sehen das sehr positiv, derzeit wahnsinnige Verschwendung von Ressourcen, Dr. Angelika Zegelin ( Institut für Pflegewissenschaften, Uni Witten/Herdecke )...
... Change durch die Neudefinition der Gesundheitsberufe die Patientenversorgung qualitativ zu verbessern ( Sabine Girts, Sprecherin des deutschen Pflegerates )...
Heute, Titelseite der NRZ j.jessen@nrz.de

immerhin, es ist Bewegung vorhanden.

Kania
05.07.2007, 09:42
Der Begriff Vorbehaltleistungen,
eine gute Wortwahl um ein Monopol zu schützen. Doch ist es das Ziel der (Fach)pflegenden die ärztliche Tätigkeit zu übernehmen? Das Monopol zu brechen?
Eine Definition des Berufsbildes und der Tätigkeitsbeschreibung der jetzigen Situation angemessen, würde ausreichen um aufzuzeigen welche Leistungen wir Pflegende erbringen.
LG
Kania

Elisabeth
05.07.2007, 09:50
Der Begriff Vorbehaltleistungen,
eine gute Wortwahl um ein Monopol zu schützen. Doch ist es das Ziel der (Fach)pflegenden die ärztliche Tätigkeit zu übernehmen?

Wer spricht hier von ärztlicher Tätigkeit? Ich sehe zuerst pflegerische Tätigkeiten... und dann kommen für mich ärztliche Tätigkeiten.

Eine Definition des Berufsbildes ist nicht ausreichend- die gibt es übrigens schon: nachzulesen im Krankenpflegegesetz.

Wir sollten in diesem Falle uns einmal an den Ärzten orientieren: gesetzliche Vorgaben für die Tätigkeiten- wer darf was.

Elisabeth

Kania
05.07.2007, 10:39
Geschätzte Elisabeth,

Eine Definition des Berufsbildes ist nicht ausreichend- die gibt es übrigens schon: nachzulesen im Krankenpflegegesetz.

Wir sollten in diesem Falle uns einmal an den Ärzten orientieren: gesetzliche Vorgaben für die Tätigkeiten- wer darf was.

Das ist gut geschrieben! Eine klare Antwort, mal richtig was feines.

Da bekomme ich nun ein ganz schlechtes Gewissen, denn
... die Überwachung während der Narkose ist eine nicht deligierbare Tätigkeit ... , und ich habe jahrelang regelmäßig ( Pausenvertretung, Arzt musste i.d. Ambulanz, etc. ) alleine da gessen! Was habe ich nur getan?
Das einmal als Beispiel. Ich möchte mit den Ärzten zusammenarbeiten, keine Tätigkeiten nach einem Katalog abarbeiten, sondern gezielt meine Fähigkeiten zum WOHL ( und nicht zur Abrechnung d. Krankenkassenkassen ) der Patienten einsetzen.
In der Funktions- und Akutpflege sind dies oftmals Vorbehaltsleistungen und diese durch Fachpflegende ausgeübten Tätigkeiten müssen als Tätigkeiten entsprechend des Berufsbildes ausgeübt werden können, nicht "machen Sie mal". Im Forum "Anästhesieassitent" ist darüber diskutiert worden, - was dabei herausgekommen ist sich an den "Ärzten" zu orientieren" ...
na ja,
schönen Tag noch
Kania

Elisabeth
05.07.2007, 11:01
Da bekomme ich nun ein ganz schlechtes Gewissen, denn
... die Überwachung während der Narkose ist eine nicht deligierbare Tätigkeit ... , und ich habe jahrelang regelmäßig ( Pausenvertretung, Arzt musste i.d. Ambulanz, etc. ) alleine da gessen! Was habe ich nur getan?

Wenn man bösartig wäre könnte man sagen, du hast die Organisationsunfähigkeit der Docs und der Verwaltung unterstützt.

Aber im Ernst: diese Tätigkeit übernimmst du freiwillig. Sie ist nicht an iregdnwelche Forderungen gebunden- du musst sie nicht machen (jetzt bitte mal das: aber sonst machts doch keiner ausblenden- denn: siehe oben). Demzufolge kann man den Wert deiner Arbeit frei bestimmen. Du hast kein Druckmittel. Und wenn es mal wieder eine Ärzteschwemme geben sollte, der OA oder Chef wechselt kann sich dein Aufgabengebiet schnell ändern.

Die Festlegung von Vorbehaltsaufgaben schließt ein Miteinander mit den Ärzten ja nicht aus. Es hat aber einen Vorteil: du stehst auf gleicher Stufe mit ihm... nicht nur gefühlt, sondern auch rechtlich.

Elisabeth

Kania
05.07.2007, 11:53
Die Festlegung von Vorbehaltsaufgaben schließt ein Miteinander mit den Ärzten ja nicht aus. Es hat aber einen Vorteil: du stehst auf gleicher Stufe mit ihm... nicht nur gefühlt, sondern auch rechtlich.

Genau!
darauf sollte es hinauslaufen.
LG Kania

fridolin
05.07.2007, 15:55
Liebe zwaimeinde,
lieber Tempo,
zunächst muss für Tempo und seine Mitstreiter hier Einiges klargestellt werde:
1. Die Diakonie ist nicht Mitglied einer Tarifpartei. (Hier weigern sich die Kirchen als Träger standhaft...)
2. Nur Mitglieder einer Tarifpartei sind berechtigt, Tariflöhne zu erhalten.
3. Ver.di ist Mitglied der Tarifparteien.
4. Der Marburger Bund ist ein schlechtes Beispiel, er hat seinen Mitgliedern, die den Streik getragen haben, einen Bärendienst erwiesen. Sie verdienen nun genau so viel bzw. z. T. sogar etwas weniger wie beim TVöD. Profitiert haben nur Ober- (ca. 500,00 € mehr) und Chefärzte.
Natürlich kann man Ver.di viel vorwerfen, aber selbst aktiv werden ist auch nicht leicht. Zunächst sollte erst einmal überlegt werden, welche Ziele soll so eine Organisation haben? Und wenn ich die Ziele habe, wie viele Menschen lassen sich als Mitglieder anwerben? Und wer trägt wie die Arbeit? Und und und.... (siehe Elisabeth)
Viele liebe Grüße
fridolin

Tempo
06.07.2007, 03:29
Moin Fridolin!
Ich finde nach wie vor, daß wir vom Marburger Bund eine ganze Menge lernen können.
Das die Diakonie nicht Mitglied einer Tarifpartei ist, ist mir klar. Die Verhandlungen zeigen aber auch, daß Tarifabschlüsse auch ohne Verdi ausgehandelt und erzielt werden können!
Mir geht es darum, daß ein starker Verband auch ein großes politisches Gewicht darstellt und damit auch in Verhandlungen gegenüber den Arbeitgebern auftreten kann.
Die Mitgliedschaft müsste natürlich verpflichtend sein. Ich weiß, jetzt schreien einige hier wieder auf, aber anders geht es meiner Meinung nach nicht.
Ich wette, wenn wir in 150 Jahren wieder auf dieser Welt sein sollten, dann können wir in diesem und in anderen Foren noch dieselben Diskussionen erleben und es gibt immer noch keinen starken Verband und / oder eine Gewerkschaft Pflege:wut:

Monty
06.07.2007, 18:26
Die Mitgliedschaft müsste natürlich verpflichtend sein. Ich weiß, jetzt schreien einige hier wieder auf, aber anders geht es meiner Meinung nach nicht.


Ein Aufschrei wär schon mal ein Anfang, im positiven Sinn. Wenn schon ca. ~700.000 Pflegende in diesem Land arbeiten und eigentlich einen (auch) therapeutischen Beruf ausüben, sollte es auch endlich eine gewisse Ordnung geben. Hierzu ist der Thread "Sachverständigenrat Gesundheitswesen" auch zu empfehlen, bzw. der Link zum Gutachten (S. 71 ff !): Berufsbezeichungen, Aus- und Weiterbildung, Zusammenarbeit, Delegation, Aufgabenverteilung, Kompetenzen, ...
War insgesamt sehr überrascht über die Ausführungen in diesem Gutachten :bravo: .

Monty

Elisabeth
07.07.2007, 11:04
Müller (DPR) attackierte auch Montgomery, dem sie einseitige materielle Interessenpolitik zu Lasten der Pflegekräfte vorhielt. Montgomery konterte: „Ich bitte Sie, sich nicht in den Arbeitsalltag der Ärzte einzumischen.“ Im Gegenzug konstatierte der MB-Vorsitzende, dass der Abbau von Pflegekräften im Krankenhaus angesichts starker Leistungsverdichtung und verkürzter Verweildauer logisch sei: „Wir brauchen mehr Ärzte und weniger Pflegekräftestunden.“
http://www.neuro-online.de/live/navigation/live.php?id=149&article_id=103887&_psmand=8





...Konsens dürfte darüber bestehen, dass professionelle Pflege u.a. die medizinische Behandlungspflege beinhaltet. Insofern ist die Behandlungspflege durchaus medizindominiert, gründet diese doch auf einer entsprechende Diagnose und dem sich daran anschließenden medizinischen Therapiekonzept, dass selbstverständlich der Arzt zu verantworten hat.

Zu fragen ist also, welcher Pflegebegriff den Forderungen nach mehr Eigenständigkeit der Pflege zugrunde zu legen ist? Weiter dürfte Einvernehmen dürfte darüber bestehen, dass die Wertigkeit des Pflegeberufes nicht darin zu erblicken ist, ein Rezept auszustellen und zu unterfertigen!

Nehmen wir also die Qualitätsberichte (des MDK) als Maßstab für die Beurteilung der Qualität der medizinischen Behandlungspflege, so muss die Frage nach den Ursachen der Defizite nicht nur erlaubt sein, sondern vielmehr in den Fokus der Betrachtungen auch über die Frage nach der Eigenständigkeit der Pflege gerückt werden. Wenn also – was wohl regelmäßig der Fall sein wird – das Pflegepersonal die vom Arzt angeordneten Maßnahmen der medizinischen Behandlungspflege durchführt und gleichwohl Qualitätsdefizite zu beklagen sind, fragt sich, ob sich eine qualitative Verbesserung der Ergebnisse einstellen wird, wenn das Pflegepersonal allein im Rahmen der berufspolitisch gewünschten Übertragung von sog. Vorbehaltsaufgaben die behandlungspflegerische Versorgung sicherstellt. Bestehende Zweifel hieran werden jedenfalls nicht dadurch ausgeräumt, in dem stereotyp der Ruf nach den Vorbehaltsaufgaben für die Pflege erschallt und alljährlich die Qualitätsberichte ein beredtes Zeugnis auch über die pflegerische Leistungen ablegt.
http://www.dailynet.de/News-file-article-sid-3796.html

Es geht um die Neuverteilung des Kuchens. Aktuelle Meldung aus der Tagespresse: "15,8 %- AOK MV teuerste Krankenkasse im Lande"
Dazu gestern bei KMA gefunden:


Haus- und Fachärzte würden sich zur Zeit überbieten mit unrealistischen Honorarforderungen, kritisierten die gesetzlichen Krankenkassen. So wollten die Hausärzte eine Versichertenpauschale (je Quartal) von 85 Euro durchsetzen; das liegt 70 % über dem geltenden Fallwert.
... und wolle damit letztendlich die Beitragszahler mit über 18 Milliarden Euro Mehrausgaben für die ambulante ärztliche Vergütung belasten.
... Sie würden bedeuten, dass die große Koalition ab 2009 den bundesweit einheitlichen Beitragssatz um nahezu zwei Beitragssatzpunkte höher festsetzen müsste.
http://www.kma-online.de/index.php?m=1000_12&t=1900&c=12944&sid=3055a45ebd917013dcabb5df5b26fd80

1,2 Mill. Pflegekräfte... 250.000 organsisiert in verschiedensten Verbänden und jeder Verband macht seine eigene Verbandspolitik. Wer wird wohl als Sieger aus dieser Sache hervorgehen? Schon der alte Römer wußte: "Teile und Herrsche." Hier teilt die Ärzteschaft und herrscht. Und die Pflege ist dankbar für jede angebotene Übernahme von ärztl. Tätigkeiten. "Brot und Spiele" ebenfalls eine Weisheit aus dem alten Rom- aktueller als "Zuckerbrot und Peitsche" bekannt. Man braucht Pflegenden nur erklären: du bist doch viel besser als dein Kollege der die Arbeiten nicht übernimmt und schon ist der "Hilfssheriff des Arztes" stolz und dankbar für soviel Vertrauen. *grmpf*

Elisabeth

Sören Lösche
07.07.2007, 11:30
@Elisabeth
Das kann nicht dein Ernst sein.
Wir haben den Deutschen Pflegerat, der das Dach der Pflegenden und der Hebammen bildet. Genau dieser Pflegerat hat mit sehr viel Engagement gerade erreicht, dass die GMK in Deutschland am 5.7.07 beschlossen hat, ein elektronisches Gesundheitsberuferegister einzurichten. Das ist sicher als überaus großer pflegepolitischer Erfolg zu werten. Ferner wurde gerade ein Gutachten des Sachverständigenrates zur Koopreation und Verantwortung als Voraussetzung einer zielorientierten Gesundheitsversorgung an das Bundesministerium für Gesundheit übergeben. Solche entscheidenden Dinge vollbringt der DPR, die einheitliche Vertretung der Pflege. Wie du jetzt noch behaupten kannst, jeder Verband denkt nur an sich, kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht solltest du deine Informationen aktualisieren und deine Ansichten der Aktualisierung anpassen. Die sind nur zwei entscheidende Bespiele aus diesem Monat:
Sören

Elisabeth
07.07.2007, 12:06
Für dein Beruferegister wird es zunehmend weniger Mitglieder geben, wenn es nach den Ärzten geht.

Zum DPR
Der DPR dreht seine Fahen nach dem Wind. Noch beim Hauptstadtkongress 2006 konnte es Fr. Müller gar nicht schnell genug gehen mit der Übernahme ärztl. Tätigkeiten. Offensichtlich sah sie es ähnlich wie H. Montgommery: Erhöhung Fallzahl + Verringerung Liegedauer = Reduzierung der Pflegestunden. Irgendwer hat sie dann wohl eines anderen belehrt und seit Ende des Jahres tönt es nun andersrum. AGNes- ehemals begrüßt vom DPR als innovative Entwicklung wird nun verteufelt.
Die Verbände haben es nach wie vor nicht geschafft sich eindeutig zu positionieren. Aufrufe starten kann jeder. Sinnvolle, zukunftsträchtige Inhalte schaffen scheint da schon eher ein Problem.

Wo ist die Aktivität der Verbände endlich eine Professionelle Pflege zu etablieren? Das Beruferegister ist es jedefalls nicht. Hier geht es lediglich um die Erfassung der Pflegekräfte um eine Nutzung der Elektronischen Kassenkarte möglich zu machen. Das Beruferegister ist an keine Forderung gekoppelt.

Die Freiwillige Registrierung zeigt ebenfalls, dass nur halbherzig entschieden wird. Welche Weiterbildungen sind für welche Berufsausübung nötig? Dazu gibt es keine Aussagen. Wie denn auch, wenn die Festlegung der Vorbehaltsaufgaben für Pflegekräfte nach wie vor fehlt.
Pflege soll studieren- was denn? Pflegemanagement, Pflegewissenschaften usw.- ich habe bis dato keinen Zweig gefunden in dem es um die patientnnahe Pflege geht. Auch hier müßte erst mal eindeutig formuliert werden, was denn Professionelle Pflege beinhaltet. Laut der Vorsitzenden des DPR brauchen die Pflegewissenschaftler noch mind. 10 Jahre bis man dies festlegen kann. Bis dahin sollten wir dann doch bitte die ärztl. Tätigkeiten übernehmen.

@ Sören- Erzähl mir nicht, ich soll mich umschauen. Ich schaue mich um... nicht nur auf den Verbandsseiten.

Elisabeth

Kania
07.07.2007, 20:47
Geschätzter Sören,
das ist wirklich aus der Spur, ich stimme im groben mit Elisabeth überein, allein die personelle Zusammensetzung des DPR zeigt mir, das dort eher abstrakte Ergebnisse erwartbar sind. Die Registrierung? Als Leistung für uns?
Eine Vertretung der Pflege, das sollten keine sich selbst gewählten Vertreter sein. Ich bleibe bei meiner Wasserkopftheorie.
LG

ostfriesland
07.07.2007, 22:57
Hallo,
für wen ist die Einrichtung des elektronische Gesundheitsberuferegister denn von Vorteil? Ist für mich irgendwann bestimmt zwingend vorgeschrieben und mit Kosten verbunden für nichts. Sowie bei z.B. bei den Ärztekammern, die kaum Leistungen für die Ärzte erbringen oder alles extra bezahlt haben möchten, und ich glaube kaum, das es bei Pflegekammern oder ähnlichen Einrichtungen um etwas anderes geht als die Mitglieder "abzuzocken".
Gruß

Elisabeth
08.07.2007, 09:49
Kammern tun nichts für ihre Mitglieder... . Ist nur reine Geldabzockerei.

Ist das wirklich so? Kammern garantieren ihren Mitgliedern das Recht für bestimmte Tätigkeiten das Monopol zu haben. Wer garantiert diesen Anspruch für die Pflege?

*ops* Wir wissen ja gar nicht auf was wir Anspruch erheben wollen.

Und so bleibt alles beim Alten: die Unzufriedenheit, die Möglichkeit zu jammern und damit Aufmerksamkeit zu bekommen usw..

Woran liegt es, dass Pflege sich gegen jedewede Veränderung sträubt?


Elisabeth

Elisabeth
08.07.2007, 12:54
Ich denke, dass ist nur die halbe Wahrheit.


Wieso ist die Pflege so resistent gegen jegliche Veränderungen ihres Status?

Meine Thesen:
Helfersyndrom- meint sich über das Helfen zu definieren ist der Berufsinhalt der Pflege. Da passt keine Professionalität. Selbstaufgabe im Beruf (Beruf als Berufung) wird immer noch als Ideal angesehen. Selbstaufgabe bedarf keiner Fachkompetenz- die ist da eher hinderlich.

Eine Mutter-/ Vaterfigur wird gebraucht die die Richtung vorgibt- die Stationsfamilie folgt. Mutter/ Vater übernimmt die Verantwortung. Eigenverantwortung kann nicht übernommen werden weil die Kompetenz fehlt kausale Zusammenhänge zu erkennen.

Die Gruppendynamik achtet darauf das oben beschriebene Tatsachen erhalten bleiben. Querdenker werden ganz schnell an den Rand gedrückt bzw. ausgeschlossen. Sie werden als Bedrohung des Systems emfunden.

http://www.krankenschwester.de/forum/pressebereich/14009-montgomerys-fordert-weniger-pflegekraefte-3.html#post90184

Es ist egal wie teuer die Weiterbildungsangebote sind. Den Sinn dieser Angebote verstehen nur wenige und noch weniger setzen die Inhalte um.

Warum soll man etwas ändern, wenn es doch (gut) läuft? Der Ablauf in den Einrichtungen ist stets garantiert. Erschöpfte, ausgebrannte Kollegen werden ersetzt durch neue frische Kollegen.

Elisabeth (die mittlerweise etwas ratlos ist)

Sören Lösche
09.07.2007, 15:26
Hallo,
ich denke wir sollten schon kontrovers diskutieren. Ich schätze die Möglichkeiten eiene e-Beruferegisters für hoch. Nur ganz kurz : Eine Planung, wieviel Pflegekräfte wann und wo nötig sind, um den gemorafischen Entwicklungen zu folgen, ist anders nicht machbar. Man kann zentral an einer Stelle die Führung der Berufserlaubnis verwalten, was in der Pflege zur Zeit ca. 4oo Stellen machen. Da blickt keiner durch. Endlich können Kriterien eingearbeitet werden, für wielange eine Pflegekraft eine Zulassung bekommt, wann sie ausläuft und wann sie eingezogen werden muß. Zur Zeit werden Sie nicht eingezogen. Fortbildungen können zur Pflicht werden. Alle Aufgammen einer Kammer können übernommen werden. Wir brauchen das dringend. Wir werden von anderen verwaltet. Freiwillig geht das nicht. Es muß ein Zwang werden. Das ließe sich verwirlichen und noch viel mehr. Andere Länder machen es lange. Auch wenn es nur aussieht wie eine Formalie, es öffnet den Weg für vieles.
Wenn man die Geschichte der Pflege betrachtet, sind mit dem DPR erstmalig solche Entwicklungen in Gang gesetzt. Ich finde es wichtig sich so zu professionalisieren. Dann können auch erst Vorbehaltsaufgaben oder ähnliches einfließen. Für die Ärzte leistet die Ärztekammer viel. Natürlich kostet das. Aber wir können das mit den anderen Berufen teilen.
Sören

Kania
09.07.2007, 15:58
Das ließe sich :hihi: verwirrlichen und noch viel mehr. :D
Lieber Sören, sicherlich ist Selbsverwaltung wichtig, allein wer ist SELBST?
Die Berufsbezeichnung, bzw. das Tragen der ermächtigt einen Maurer zu mauern, einer Krankenschwester zu pflegen etc. , sollte da ein Zwang für die Pflege entwickelt werden?
Fort- Weiterbildungspflicht, ist ganz einfach: der Dienstgeber wird verpflichtet, (s. Rettungsassistentengesetz!) kein Personal ohne dokumentiertem Nachweis der erfüllten Fortbildungspflicht tätig werden zu lassen.
Die zentrale Registrierung werde ich nicht mit "meinem" Geld finanzieren, es erinnert mich an eine Politik welche ich nicht schätze.
Noch immer der Wasserkopftheorie folgend.
LG Kania

Elisabeth
09.07.2007, 16:28
Wir wollen doch die Tatsachen nicht verändern. Der DPR bekennt sich meines Erachtens eher nur halbherzig zur Selbstverwaltung. Oder wie läßt es sich erklären, dass die Nationale Konferenz zur Errichtung von Pflegekammern nur am Rande erwähnt werden. Hier gibt es seit Jahren Bemühungen um die Selbstverwaltung.

Das Interesse des DPR an der Registrierung wurde doch erst intensiviert als abzusehen war, dass die Elektronische Krankenkassenkarte kommt. Und auch hier wieder Halbherzigkeit: Hauptsache Registrierung- alles andere wird schon noch kommen. Von der Politik wirds garantiert nicht eingefordert- da wartet der DPR diesmal umsonst.

Die Freiwillige Registrierung krankt an dem mangelnden Hintergrund:
keine Qualitätssicherung der Weiterbildungen
keine zielorientierte Weiterbildung: was brauche ich für welche Position

Woran liegt diese Halbherzigkeit? Vielleicht daran, dass man nicht wenigen Pflegekräften in Deutschland bescheinigen müßte: die Leistung reicht nicht aus?
Oder legen PDL, die ja in der Regel die Spitzenpositionen in den Verbänden besetzen, die Meßlatte so tief wie möglich an um sicher sein zu können: der Laden läuft auch wenn man nicht weiß, was man da tut. Hauptsache der Doc weiß es.

Elisabeth

FireBIPAP
10.07.2007, 10:55
Oder legen PDL, die ja in der Regel die Spitzenpositionen in den Verbänden besetzen, die Meßlatte so tief wie möglich an um sicher sein zu können: der Laden läuft auch wenn man nicht weiß, was man da tut. Hauptsache der Doc weiß es.

Hallo Elisabeth!
Ich bin zugegeben eher selten deiner Meinung, aber das hier sind mal wahre Worte!

Ich denke aber das wir auf jeden Fall einen großen Dachverband (wie er auch immer heißen Mag) brauchen in dem verpflichtend ALLE Pflegekräfte drin sind.

Cu Simon

Kania
10.07.2007, 11:07
Dachverband ja, doch keinesfalles VERPFLICHTEND ALLE, Zwang ist hier unangebracht.
LG Kania

Elisabeth
10.07.2007, 18:47
Dachverband ja, doch keinesfalles VERPFLICHTEND ALLE, Zwang ist hier unangebracht.


Ich nenne es bewußt nicht Zwangsmitgliedschaft sondern Pflichtmitgleidschaft. Ohne Pflichtmitgliedschaft ist es eher unwahrscheinlich etwas zu verändern:

1,2 Mill. Pflegekräfte in allen Sparten
davon sind 250.000 in diversen Verbänden
ca. 4500 haben sich freiwillig registrieren lassen.

Und bevor hier wieder die Diskussion um den Beitrag losgeht: der Verein zur Gründung einer Pflegekammer MV hat einen Jahresbeitrag von 30 €. das macht pro Monat: 2,50 €. Eine Schachtel Zigaretten kostet ??, eine Flasche Cola beim Aldi ??, ... .

Wie war das noch? Veränderungen müssen sein... aber bitte nicht bei mir selbst.

Elisabeth

fridolin
10.07.2007, 20:25
Liebe KollegInnen,
woher stammt die Zahl von 1,2 Mill. Pflegekräften? Wen oder was beinhaltet diese Zahl?
Wenn meine Festplatte unter der Schädeldecke keinen allzu großen Sprung hat, so ist aus meiner Erinnerung her die Zahl der Gesundheits- und Krankenschwestern/-pflegern viel geringer.
Meiner springenden Festplatte entlocke ich ständig eine Zahl von ca. 350.000 bis 250.000 (Quelle: statistisches Bundesamt), in den Jahren abnehmend.
Leider habe ich diese Zahl auf den Servern so nicht wieder gefunden - schade eigentlich.
Aber auch andere Veröffentlichungen geben ähnliche Zahlen mit Quelle statistisches Bundesamt an.
Vielleicht könnt Ihr mir hier einmal auf die Sprünge helfen.

@Elisabeth,
:bravo:

@Sören,
:confused:

Lieber Sören,
wäre es nicht viel sinnvoller, endlich die "Entkoppelung" von Pflege und Ärzten zu erreichen? Denn die (Nazi-)Gesetzgebung macht uns hier zu einem dem Arzt untergeordneten medizinischen Hilfsberuf - somit sind wir im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern keine selbstständige Berufsgruppe.

:dafuer: ein starker Verband, in dem sich alle anderen Verbände in Wohlgefallen auflösen

:dagegen: Zwangsabgabe an ominöse Verbände und freiwillige Registrierung.

Viele liebe Grüße
fridolin - mit den Sprung in der Festplatte

Elisabeth
10.07.2007, 20:46
http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_PROC?_XWD_2/7/XWD_CUBE.DRILL/_XWD_32/D.489/24184

2005

717.000 Krankenpflegekräfte (3jähriges Examen)
+ 310.000 Altenpfleger (3jähriges Examen)
= 1.027.000

+ 220.000 Krankenpflegehilfen (Ausbildung unklar)
+ 8000 Heilerziehungspfleger (2-5 Jahre Ausbildung)

= 1.255.000 Pflegekräfte insgesamt in allen Branchen

Statistik 2004 http://www.gbe-bund.de/gbe10/owards.prc_show_pdf?p_id=9898&p_sprache=D

Elisabeth

pflegerli
10.07.2007, 21:00
Liebe KollegInnen,
woher stammt die Zahl von 1,2 Mill. Pflegekräften? Wen oder was beinhaltet diese Zahl?


Das ist halt so ein Kreuz mit den Statistiken. je nachdem, wen man alles zu den Pflegekräften rechnet, kann man sich die Gesamtsumme zusammenbasteln.
Eine Übersicht findest du zB hier: PDF des Sachverständigenrates, Tabelle 2, Seite 86 (3,6MB) (http://www.svr-gesundheit.de/Gutachten/%DCbersicht/Langfassung.pdf).
Da wird dann klar, dass sich in den 1,2Mio alle GuKP + GuKKP (ca 699000), alle PflegehelferInnen (ca 220000) und alle Altenpflegekräfte + Altenpflegehelfer (ca 310000) wiederfinden (Statistik von 2005). Der DPR spricht dann von "beruflich Pflegenden".

Gruß pflegerli

pflegerli
10.07.2007, 21:00
... zu langsam...

Elisabeth
10.07.2007, 21:07
Wieso- wir haben unterschiedliche Datenquellen. Vielen Dank auch für den Hinweis wie die Zahl zustande kommt.
Ich hatte die Zahlen auch vom DPR und müßte mich jetzt eigentlich korrigieren. Meines Erachtens gehört die Helfer nicht in diese Rechnung. Aber beim DPR gehts wahrscheinlich nicht so um die Professionelle Pflege sondern um Mitgliedsbeiträge.

Elisabeth

Monty
11.07.2007, 00:48
Wenn man sich als professionell pflegende Fachkraft sehen will, sollte man sich auch so verhalten, d.h. Fort- und Weiterbildung. Aber ohne "sanften" Druck gehts auch bei sonst engagierten Kollegen nicht ganz so leicht. Wenn ich mal einen leidigen Sprung zu den ärztlichen Kollegen des therapeutischen Teams machen darf: Seit die es mit ihrer zertifizierten Fortbildung und Punktesystem bei den jeweiligen Landeskammern sehr genau nehmen, hat sich die Zahl der Teilnehmer an den regelmäßigen Fortbildungen drastisch erhöht. Ob´s Auswirkungen auf die Arbeit hat? Weiß ich nicht, ist aber natürlich denkbar. Da kennt doch sicher jemand eine Studie, oder? Der Pflege ist dieses System leider zu unsozial! Also keine Kontrolle, kein Druck, kein Aufwand, keine Verbessung, kein besseres Ergebnis.
Dann wären wir wieder beim Thema "Pflegequalität und Patientensicherheit im Intensivpflegebereich". Ansonsten geht doch eh jeder lieber den Weg des geringsten Widerstandes, d.h. dahinwursteln wie schon vor 10 Jahren.

Pro:
Registrierung aller beruflich Pflegenden, Erlaubnis der Berufsausübung
Fortbildungspflicht, Punktesystem

Contra:
??? :confused:


Monty

Tempo
11.07.2007, 04:01
Ich sehe es genau so wie Elisabeth. Eine Mitgliedschaft sollte für jeden in diesem Beruf verpflichtend sein - und das in einem neuen, übergeordneten Verband!
Ich habe noch knapp 20 Jahre bis zur Rente und ich glaube nicht, daß ich das in meinem Berufsleben noch erleben werde!
Wie gründet man eigentlich einen neuen Verband?

Elisabeth
11.07.2007, 06:57
Die Gründung ist relativ einfach. Es müssen sich 7 Freunde finden. Eine Satzung muss für den Verband her. Dann gibts die Gründungsversammlung auf der die Satzung und der Vorstand gewählt wird. Ein Notar bestätigt das reale Personen im Vorstand sind. Ein Vereinsregister gibts bei jedem Amtsgericht- dort eintragen lassen....

Und dann kommt die große Hürde: Aus 7 Mitgliedern ca. 1 Mill. zu machen.


Aber ohne "sanften" Druck gehts auch bei sonst engagierten Kollegen nicht ganz so leicht.

Und diesen "sanften Druck" kann ein Verband leider nicht ausüben. Dafür fehlen rechtliche Möglichkeiten.


Ansonsten geht doch eh jeder lieber den Weg des geringsten Widerstandes, d.h. dahinwursteln wie schon vor 10 Jahren.

Und das wird das Ende jeglicher Bemühungen sein. Die Politik hat kein Interesse an einer neuen Macht- der geballten Formation der Pflegekräfte.

Elisabeth

Monty
11.07.2007, 07:51
Tja, Elisabeth, da hast du leider recht. Ohne die Politik wird das nichts werden, wenn´s um eine rechtlich geforderte registrierte Pflege geht.
Wie macht man der Regierung klar, dass das Volk etwas vom ihr will? Petition? Druck auf die Bundestagsabgeordneten seines Wahlkreises? Vielleicht ist die Idee bei denen einfach noch nicht abgekommen.
"Wir sind das Volk!" Oder so ähnlich. Wie verschaffen wir uns Gehör?

Monty

Sören Lösche
11.07.2007, 11:19
@ fridolin,
zu den Zahlen: das ist ja ein Punkt, warum es eine zwanghafte Registrierung (wie in anderen europ.Ländern) geben muß. Wir brauchen nicht die Zahl derer, die einmal Examen gemacht haben, sonder die derer, die den Beruf ausüben. Da wir diese Zahlen nicht haben können wir den Politikern nicht belegen, dass wir die vielen gerade abgeschafften Ausbildungsplätze mehr als wieder brauchen. Dann können wir uns so professionell verwalten, dass es auch eine Chance gibt professionell pflegerische Aufgaben zu definieren. Der Weg über die elektr. Gesundheitskarte und allem was daraus folgt ist zwar merkwürdig, aber letztlich unsere große Chance ohne das Wort Pflegekammer in den Mund zu nehmen genau solche Strukturen zu etablieren. Auch das Handwerk ist hier besser aufgestallt.
Gruß
Sören:mosh:

fridolin
11.07.2007, 16:30
Liebes Forum,
danke für die schnelle Hilfe.
Da aber offensichtlich oft jede Berufsgruppe, die ein "P" im Namen führt, mitgezählt wird, kann ich mir die Zahl von 1,2 Mill. erklären.
Hier müssen die Voraussetzungen klar definiert werden:
> mindestens eine Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger -schwester und einer Tätigkeit in diesem Bereich, sei es stationär oder ambulant. Und wenn ich mich nicht täusche, reden aktuelle Zahlen dann von gut 250.000 Personen.
Dies erscheint mir auch realistisch.
Die hochgeschönte Zahl von 1,2 Mill. soll doch nur einen effektiven Mangel kaschieren, damit im Gesundheitswesen noch mehr Geld eingespart werden kann...
Die Lösung liegt mit Sicherheit nicht in Zwangsvereinen, sondern in vernünftiger Selbstorganisation.
Viele liebe Grüße
fridolin

Monty
11.07.2007, 16:35
Da muß man Sören eindeutig recht geben, sogar Berufe mit deutlich weniger Verantwortung für Leib und Leben seiner Mitmenschen sind besser registriert und verwaltet als wir. Man kann sich seinen Handwerker aussuchen und weiß, ob er eine Meisterprüfung abgelegt hat, sein Handwerk ordentlich macht, ...
Es würde sich doch keiner einen Handwerker ohne oder mit fraglicher Reputation ins Haus holen, wenn er die Wahl hätte. Nur in Krankenhaus hat man wohl keine Wahl, da darf jeder Pflegen, egal ob er noch irgendwie up to date ist oder nicht!
Warum entscheidet eigentlich nicht der Kunde (Pat.) wie er gepflegt werden will, weiß er es nicht besser oder ist es ihm egal? Bei einer Firma, die mangelnde Ware produziert, wird doch auch auf Qualität gepocht oder keiner kauft mehr was. Wenn die freie Marktwirtschaft immer mehr ins Gesundheitswesen drängt, stellt sich die Frage, ob es nicht zwangsläufig zu Regulationsmechanismen kommt.
Interessanterweise wurde bei uns vor kurzem der Zentralsteri zertifiziert, seitdem dürfen gewisse Personen manche Tätigkeiten nicht mehr durchführen, auch wenn´s für den Betrieb eher unpraktisch ist (z.B. einzelne Steri-Arbeiten am Wochenende durch OP- oder Assistenzpersonal) und sicher mehr Geld kostet, weil ein Sterimitarbeiter extra kommen muß. Mittlerweile wird doch alles mögliche zertifiziert, nur die Pflege braucht Qualität offensichtlich nicht nachweisen.:motz:
In unserem Staat wird doch alles mögliche reguliert und wenn es die Breite der Fahrbahnmarkierung auf ner Dorfstraße ist. Das Gesundheitssystem ist doch auch öffentliche Aufgabe. Wovor haben die entsprechenden Leute in der Politik Angst, gewisse Rahmenbedingungen zu fordern?

:mad: Monty

Elisabeth
11.07.2007, 17:35
@ fridolin,
zu den Zahlen: das ist ja ein Punkt, warum es eine zwanghafte Registrierung (wie in anderen europ.Ländern) geben muß. Wir brauchen nicht die Zahl derer, die einmal Examen gemacht haben, sonder die derer, die den Beruf ausüben. Da wir diese Zahlen nicht haben können wir den Politikern nicht belegen, dass wir die vielen gerade abgeschafften Ausbildungsplätze mehr als wieder brauchen.
Die Argumentation ist fast schon peinlich: Bitte die URLs in den Beiträgen http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9659&postcount=108 und http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9657&postcount=107 besuchen. Das Statistische Bundesamt kann dir sogar mitteilen, wieviel Teilzeit gearbeitet wird. Es gibt Aussagen zur Ausbildung. das Einzigste was fehlt, ist der Weiterbildungsstand. Und der ist uninteressant, da es keine Vorgaben gibt, wer was tun darf.


Dann können wir uns so professionell verwalten, dass es auch eine Chance gibt professionell pflegerische Aufgaben zu definieren. Der Weg über die elektr. Gesundheitskarte und allem was daraus folgt ist zwar merkwürdig, aber letztlich unsere große Chance ohne das Wort Pflegekammer in den Mund zu nehmen genau solche Strukturen zu etablieren. Auch das Handwerk ist hier besser aufgestallt.
Was willst du denn da verwalten? Anzahl der Pflegekräfte mit oder ohneWeiterbildung?
Die Antwort der Politik: Na und. Wozu soll das gut sein? Kostet Geld. Mitarbeiter will mehr Geld. Die Arbeit kann man auch ohne Fachspezialisierung machen. Überhaupt: welche Fachausbildung ist denn für welche Tätigkeit nötig? Muss eine Anästhesieschwester die Intensivpfelge beherrschen, wenn sie doch nur aushilfsweise dort arebiten wird alle paar Monate.

Für mich klingt da so ein bischen Angst vor dem Untergang des eigenen Vereins durch. Aber vielleicht geht der Verein ja auch in einer neuen Organisationsform auf.
Eine Kammer- eine Pflegekammer- kann diese Aufgabe übernehmen: Festlegung von Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofieln.

Das macht man nicht nebenbei (ich weiß wovon ich rede). Da braucht es Hauptamtliche. Die kosten Geld. Die Registrierung kostet Geld. Und da Pflegekräfte ja offensichtlcih alle schwäbischer Abstammung sind wird eine Pflichtregistrierung nicht zu umgehen sein.
Freiwillig funzt nicht: 1 Mill. dreijährig examniniertes Personal und davon 4500 registriert.

Elisabeth

Tempo
12.07.2007, 03:32
Wir sollten uns dann vielleicht langsam mal Gedanken darüber machen, ob wir denn der ganzen Diskussion auch mal Taten folgen lassen wollen, z.B in Form eines neuen Verbandes!

Monty
12.07.2007, 07:01
Wir sollten uns dann vielleicht langsam mal Gedanken darüber machen, ob wir denn der ganzen Diskussion auch mal Taten folgen lassen wollen, z.B in Form eines neuen Verbandes!

Aber ohne eine eindeutige rechtliche Grundlage wieder ein Verband neben den Anderen! Ohne Rechtssicherheit und Verbindlichkeit wird´s so laufen wie mit allen Verbänden. Man kann keinen Verband gründen und das Recht beanspruchen, daß alle da rein müssen, außer voher sind die rechtlichen Rahmenbedingungen festgelegt. Egal wie träge und desinteressiert die Politik ist oder erscheint, ohne die Bundesregierung geht´s nicht. Sonst hast du einen neuen Verband, der wieder nur einer Legitimation hinterherläuft!

Monty

Elisabeth
12.07.2007, 08:44
Und jetzt wirds echt interessant.
Wie fängt man es an, einen von der Politik/ Regierung unterstützten Verein zu gründen mit verpflichtender Mitgliedschaft UND gleichzeitiger Festlegung von Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofilen.

Mir fällt derzeit auch nix ein. Die bestehenden Verbände werden dieses Bestreben kaum unterstützen da ihre Existenz dann ja bedroht wäre.

Wer hat eine gute Idee?

Elisabeth

arnold kaltwasser
12.07.2007, 09:12
das erinnert mich langsam an die APO Zeit und dem versuchten Durchmarsch durch die Institutionen - wie wäre es gleich mit einer Partei
http://www.gegenentwurf-muenchen.de/partchra.htm#denkbar
ich glaube ein eigener threat wäre hier hilfreich!
vieleicht kann es zwai ja auftrennen...
so long arnold

Kania
12.07.2007, 09:14
Definitionen suchen, lach:
- Gruppe ( Bader )
- Verein ( zum Gesinnungserhalt )
- Gesellschaft ( für Brauchtum und Volkspflege )
- Bund ( deutscher Mädchen? )
usw. , usw...
Wir haben genug Vertretungen, allerdings fehlt es dort am Willen, vielleicht auch an der Kompetenz!
Alles zu reglementieren und noch `ne Kammer, etc. was soll das?
Ein Forummitglied hat einmal geschrieben: wer von den Pflegevertretungen hat noch Bezug zur Pflegebasis?
Der Wasserkopf, der Wasserkopf - reimt sich nicht!
--- das ist sarkastisch, kontraproduktiv - aber wahr! ---
PS. Ich glaube nicht das eine Berufspolitik so wie sie praktiziert wird, hilfreich in der Pflegequalitätssteigerung ist. Schön wäre es wenn sich die bestehenden Verbände mit den Problemen auseinandersetzen würden - und uns vertreten würden, wer glaubt denn daran das eine neue Vertretung dies tun wird? Eine Akademisierung des Pflegeberufes?

Elisabeth
12.07.2007, 09:43
Die derzeitigen Verbände denken zuerst an die eigenen Clams- schließlich wollen sie Mitglieder aus den eigenen Fachbereichen rekrutieren. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass eine andere Vereinigung einfach- sagen wir mal höfflich- diskreditiert wird (wer ist mehr wert).

Der DPR ist nix weiter als eine obere Vereinigung- ergo der Wasserkopf. Auch hier geht es meines Erachtens vordergründig um Erhaltung der Position. Gleichzeitig ist er der Pseudoansprechpartner, wenns um Pflege geht. Wieviel Wissen außerhalb des Managementbereichs mag dort vereinigt sein?

Pflegekammer ist für mich nach wie vor ein Mittel der Wahl- konkrete und einzigste Aufgabe: Festlegung und Kontrolle von Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofilen. Pflichtbeitritt ist notwendig zur Berufsausübung. Damit entsteht ein fachkompetenter Ansprechpartner und Koordinator für die Politik und die Verbände.

Zur Akademisierung: Ja ich bin für eine Akademisierung damit neben der derzeitigen praktischen Dressurausbildung (was lernt man sonst in der Grundausbildung als das optimale kopieren von Handlungen unterstützt durch Skala und Drehbuchstandard *grmpf* auch noch Zeit bleibt für eine fundierte theoretische Fachausbildung.

Elisabeth

Sören Lösche
12.07.2007, 13:36
Hallo,
wer einen neuen Verein gründen möchte soll dies tun. Ist ein demokratischer Akt. Die deutschen haben da Übung. Andere Länder machen eine Pflichtübung draus, die jede Pflegekraft bezahlen muß. Ich wüsste nicht warum wir es anders machen sollen. Geredet wurde schon genug. Außerdem sind die Weichen jetzt schon gestellt und von den Gesundheitsministern der Länder abgesegnet. Wir werden alle Hauptamtlichen finanzieren müssen, arbeitern dabei aber mit Hebammen und Physios zusammen.
Zu den Zahlen möchte ich eines sagen: Sie sind alle eine Mischung aus Hochrechnung und Mutmaßung. Es gibt keine validen Daten über Pflegekräfte. Unser Krankenhaus wurde noch nie nach tätigen Pflegekräften gefragt, nur nach Teilzeit und Schwerbehinderung, also müssen die Kräfte aus unserem Haus schon einmal fehlen. Von KollegInnen höre ich ähnliches.
Sören

Monty
12.07.2007, 14:20
Festlegung und Kontrolle von Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofilen. Pflichtbeitritt ist notwendig zur Berufsausübung.

Da haben wir ja vom Prinzip ja schon was. Jetzt noch eine Petition im Bundestag, dass dies eine Verordnung werden soll (natürlich etwas ausführlicher) und der erste Schritt (für "sanften Druck":hihi: ) ist getan. Ab 50.000 Stimmen bei einer Petition kommt man voran. Das dürfte bei 1,2 Mio. (? oder auch weniger) Pflegenden doch drin sein, oder? :wow:

Monty

rettungsmaus
12.07.2007, 16:17
Bei so vielen Beiträgen weiß ich nicht ob dies schon jemand weiter bekannt gegeben hat:

http://www.pflegekammer-nrw.de/index2.htm


Gruß
Heike

Elisabeth
12.07.2007, 16:44
Ab 50.000 Stimmen bei einer Petition kommt man voran. Das dürfte bei 1,2 Mio. (? oder auch weniger) Pflegenden doch drin sein, oder? :wow:


Monty ich mag dich nur ungern enttäuschen- aber:

Bezeichnung der Öffentlichen Petition:
Ärzte: Beurteilung der Pflegesituation durch einen Pflegesachverständigen
Eingereicht von: Gunnar Wende
Abgabedatum: Freitag, 16. Februar 2007
Themenbereich: Sozialversicherung, Kinderbeihilfen, Arbeitsmedizin
Anzahl der Unterstützer, Mitzeichner: 6391

http://itc.napier.ac.uk/e-petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=385

Es wird also ein hartes Stück Arbeit werden mind 50.000 Stimmen zu bekommen.

Wer schreibt die Petition? Ich kann nur diskutieren- für sowas fehlt mir die Kompetenz. *g*

Elisabeth

Monty
12.07.2007, 17:33
Da bin ich doch nicht enttäuscht. ;)
Ich hab schon ein paar Petitionen gezeichnet, zu verschiedenen Bereichen. Die Schwierigkeit ist es, rechtzeitig davon zu erfahren und sich den Hintergrund anzulesen. Sowas geht halt nur organisiert, z.B. vom DPR über die einzelnen Mitliegsverbände, ... . Das Interesse an einer entsprechenden Petition geht vorher allerdings von den Mitglieder nach oben.

Also :streiker: HALLO DGF-Funktionäre, liest hier einer mit? :wow:

Jetzt brauchen wir noch einen kompetenten Schreiber, ist hier einer anwesend?

Monty

Elisabeth
12.07.2007, 17:35
Und bitte daran denken: die Pflege besteht nicht nur aus der Intensivpflege!!! Ich schließe mich gerne einer Petition an, wenn alle dreijährig examnierten Fachkräfte in allen Branchen unter einen Hut- sprich Pflegekammer- kommen.

Elisabeth

Monty
12.07.2007, 17:46
"Wir sind das Volk!"


Natürlich alle, dass hatte ich damit schon gemeint. Aber wenn die Initiative von der DGF ausgeht, warum nicht?
Nach dem Motto: "der andere wird´s schon machen ..." :wut: , geht´s meist net.

Monty

Elisabeth
12.07.2007, 18:07
Aber wenn die Initiative von der DGF ausgeht, warum nicht?


Mir ist es egal, von wem es ausgeht. Und wenn ich mich recht erinnere, wollte der DGF ja nicht nur das Sprachrohr der Intensivler sein. *fg*


Die DGF ist ein Forum

für die Interessen aller Pflegekräfte aus

Intensivpflege und Anästhesie
Operationsdienst
Nephrologie und Dialyse
Endoskopie
Kardiologie
Psychiatrie
Rehabilitation
Altenpflege
ambulanter Pflege unabhängig von einer Weiterbildung

Das kann man ja wohlwollend eigentlich auch ausdehnen auf alle Pflegekräfte mit einer dreijährigen Ausbildung ......und schon überlegt Elisabeth ob sie vielleicht den Verein wechselt...zumal billiger als der andere *gggg*

Elisabeth

Kania
12.07.2007, 21:05
... gerade den Entwurf Pflegekammer ( Danke Rettungsmaus ) angeschaut, Erstentwurf 2003, Überarbeitet 2007, noch nicht beschlossen.
knusper, knusper, kläuschen...
Geschichtlich aus dem Handwerk: Bildung von Gilden ( daraus gingen z.B. auch die Freimaurer hervor ), Innungen ( erste berufsinterne "Krankenversicherungen"), Zünfte ( Ausbildungs- und Qualitätskontrollen ). Und was ist daraus nach der Bürokratisierung geworden?
Es fehlt an einem Organ welches unseren Berufsstand vertritt - nicht verwaltet, dieser sollte nicht von Akademikern sondern von Praktikern, basisnah und orientiert geführt werden, doch in dem globalen und einheitlichen Normgeschehen wäre das wohl eine undurchführbare Aufgabe.
LG Kania

rettungsmaus
12.07.2007, 21:11
Gern geschehen, Kania :)

Gruß
Heike

Elisabeth
15.07.2007, 11:15
Wird die DGF die Anfrage annehmen und eine Petition erstellen oder sollten wir uns nach anderen Institutionen umsehen?

Elisabeth

Monty
15.07.2007, 20:23
Hab schon versucht, den 1. Vorsitzenden des DGF auf diese Diskussion hier hinzuweisen, aus dem Thread "Sachverständigenrat". Mal sehen, ob´s angekommen ist. :D

@ Elisabeth:
An welche andere Institution würdest du denn da denken?

Monty

Elisabeth
15.07.2007, 21:16
Nationale Konferenz zur Gründung von Pflegekammern- Vorsitzende Fr. Skibicki. http://www.pflegekammer.de/Ueberuns.htm

Aber warten wir erst mal das Engagement der DGF ab, ob die sich für ALLE dreijährig examninierten Pflegekräfte einzusetzen vermag.

*grübel* Was folgt eigentlich einer Petition vorausgesetzt wur schaffen tatsächlich 50.000 Stimmen?

Elisabeth

Monty
16.07.2007, 11:17
.

*grübel* Was folgt eigentlich einer Petition vorausgesetzt wur schaffen tatsächlich 50.000 Stimmen?

Elisabeth


Ups, erwischt! :-o
Ja, wie gehts da weiter? Hab versucht die gesetzlichen Grundlagen zu überblicken, ist aber nicht grad einfach! Leider hab ich auf der Homepage keinen Klartext zu diesem Thema gefunden. So eine Überraschung :motz: !

http://www.bundestag.de/ausschuesse/a02/petitionsrecht_einfuehrung.html


Monty

Elisabeth
16.07.2007, 13:10
http://www.bundestag.de/ausschuesse/archiv15/a02/petitionen_allgemein/index.html

Ich verstehe, dass so, das eine Petition an das entsprechende Ministerium weitergeleitet wird zur Bearbeitung. Und dann wären wir beim nächsten Problem: wenn das Gesundheitswesen das Problem wahrnehmen könnte als Problem- warum dann bisher kein Handlungsbedarf? Liegts an falschen Ratgebern? Der DPR rühmt sich ja Verhandlunsgpartner zu sein.

*grübel* Ist es dann sinnvoll den DGF um eine Petitionserstellung zu bitten? Er würde die Arbeit des DPR öffentlich in Frage stellen???

Elisabeth

arnold kaltwasser
16.07.2007, 14:37
betrifft zwar nicht nur den Intensivbereich...
so long arnold

Elisabeth
16.07.2007, 15:02
Wie wir nun festgestellt haben verhallen solche sachen im Nirwana des Vergessens, Ignorierens usw.. Die Feststellung wird nicht besser nur weil die ARD/ Monitor jetzt informiert. Der DPR hat fast wortgleich (ohne Statistik) im Dezember letzten Jahres informiert. http://www.deutscher-pflegerat.de/balk.nsf/0/4533AABECF163C9EC125729E005F615C/$file/Presseinfo-DPR-1.12.2006.doc

Wie stehts nun mit Druck auf die Politik durch die Pflegekräfte selbst? hier war die Rede von Petition. Wer schreibt sie?

Elisabeth

arnold kaltwasser
16.07.2007, 15:19
Wie stehts nun mit Druck auf die Politik durch die Pflegekräfte selbst? hier war die Rede von Petition. Wer schreibt sie?

Elisabeth

Wie wäre es mit Elisabeth?

Grüße aus Dem viel zu warmen Reutlingen
Arnold

Elisabeth
16.07.2007, 15:49
Wer schreibt die Petition? Ich kann nur diskutieren- für sowas fehlt mir die Kompetenz. *g*
http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9708&postcount=128

Aber wenns gar net anders geht... wer hilft mit? Chat gibst hier ja net- wei wäre ein Austausch über ICQ?

Elisabeth

fridolin
17.07.2007, 11:52
Liebes Forum,
Taten sind immer gut, aber noch ein Verein? Noch eine Pflegekammer?
Zwang ist immer schlecht...
...gegen zwangvolle Registrierung...
FÜR:
Gründung einer schlagkräftigen Organisation, die die speziellen Interessen der Pflege vertritt und die Voraussetzungen für eine Gewerkschaft mitbringt.
Voraussetzungen laut BAG:
1. Arbeitnehmervereinigung, die für den von ihr beanspruchten Zuständigkeitsbereich insgesamt tariffähig ist.
2. Um tariffähig zu sein, muss eine Arbeitnehmervereinigung über eine Burchsetzungskraft verfügen, die erwarten lässt, dass sie als Tarifpartner vom sozialen Gegenspieler wahr- und ernstgenommen wird.
3. Sofern eine Arbeitnehmervereinigung bereits in nenneswertern Umfang Tarifverträge abgeschlossen hat, belegt dies regelmässig ihre Durchsetzungskraft. Das gilt sowohl für den Abschluss originärer Tarifverträge als auch für den Abschluss von Anschlusstarifveträgen.

Im Übrigen gibt es für die Anerkennung als Gewerkschaft nur das "Richterrecht", d.h. die Arbeitsgerichte entscheiden, ob die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
(Quelle: AiB, Heft 5/2007)

Ob wir das wohl gebacken bekommen?
Übersetzt bedeutet dies, die Arbeitnehmervereinigung muss in der Lage sein, einen Arbeitskampf zu bewältigen, der auch eine Wirkung auf die Arbeitgeber ("soziale Gegenspieler") hat.
Viele liebe Grüße
fridolin

Kania
17.07.2007, 12:07
lieber fridolin,
betreffs der organisation bin ich so deiner meinung!
allerdings beginnen hier die probleme, z.b. "streikrecht" - als mittel uns weitesgehend versagt, gewerkschaft - s. caritasrecht, etc. damit ist uns schon ein ganzer teil genommen...
vertreten weden wir von verdi, ...
lg kania

fridolin
17.07.2007, 12:19
Liebe Kania,
leider sind die KollegInnen, die in kirchlichen Kh`s arbeiten, deutlich schlechter gestellt als die KollegInnen unter anderer Arbeitgeberherrschaft.
Die Kirchen weigern sich standhaft, mit ver.di einen Tarifvertrag ab zuschließen, die Mitarbeiter weigern sich standhaft, für ihr Recht der Arbeitnehmerorganisation zu streiken.
Und - Du hast vollkommen recht - hier beginnen die Probleme.
Leider habe ich auch keine Lösung "auf der Pfanne" - außer der Organisation aller Pflegekräfte in verdi, um zumindest die Kirchen zu Tarifverträgen zu zwingen.
Aber vielleicht habt Ihr gute, auch umsetzbare Ideen?
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
17.07.2007, 12:45
Für was wollt ihr denn streiken? Die politische Entwicklung zeigt doch schon, weclhe Lobby Pflege hat.

Wir fangen wieder von vorne an zu diskutieren. Ohne gesetzlich vorgeschriebene Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofile kannst du streiken so viel du willst- der Geldgeber wird stets die billigste Variante wählen (müssen).

Warum ist man eigentlich gegen Pflichtregistrierung?

Thesen:
Man schätzt sein eigenes Engagement nicht genug ein und befürchtet die Ansprüche nicht erfüllen zu können.
Man befürchtet die Aufdeckung von Wissensmankos?
???

Obwohl- ich kann mir das bei den hier aktiven Usern eigentlich gar net vorstellen. Die derzeit 30 € Jahresbeitrag beim Eintritt in einen Förderverein zur Gründung von Pflegekammern liegt weit unter dem Beitrag von verdi. Am Geld kanns also auch nicht liegen.

Warum schaffen wir es nicht uns zu organisieren inklusive Pflichtmitgliedschaft?

Elisabeth

Kania
17.07.2007, 12:52
@ Elisabeth - lies meine antwort bitte im zusammenhang mit der vorhergehenden von fridolin!
@ Fridolin - zweischneidiges schwert, da manche kirchl. arbeitgeber über tarif entohnen...
LG Kania

Kania
17.07.2007, 12:54
@ Elisabeth
- ich bleibe dabei, die finanzierung eines weiteren wasserkopfes gerne, aber ohne mich! weder 30, noch 3 Euro! ( OK? )

Elisabeth
17.07.2007, 13:19
Das beantwortet nicht die Frage. Mit einer neuen Gewerkschaft würdest du auch einen neuen Wasserkopf bezahlen.

Warum also kein Geld für eine Einrichtung die die Möglichkeit hat Forderungen auf dem kurzen Weg zur Gesetzesfindung zu bringen. Verbände können dies nicht und es ist auch nicht ihre Aufgabe.


Aufgaben (Handwerks)-Kammer
Die Handwerkskammern haben nach der Handwerksordnung (HwO) die folgenden Ziele:

- die Interessen des Handwerks zu fördern und für einen gerechten Ausgleich der Interessen der einzelnen Handwerke und ihrer Organisationen zu sorgen,
- die Behörden in der Förderung des Handwerks durch Anregungen, Vorschläge und durch Erstattung von Gutachten zu unterstützen,
- regelmäßig Berichte über die Verhältnisse des Handwerks zu erstatten,
die Handwerksrolle zu führen,
- die Berufsausbildung zu regeln, dazu gehört:
eine Lehrlingsrolle zu führen,
- Prüfungsvorschriften zu erlassen und Prüfungsausschüsse hierfür zu errichten,
- Gesellenprüfungsordnungen für die einzelnen Handwerke zu erlassen,
- Meisterprüfungsordnungen für die einzelnen Handwerke zu erlassen und die Geschäfte des Meisterprüfungsausschusses zu führen.
Ferner unterstützen die Handwerkskammern ihre Mitglieder sowohl durch eine -Rechtsberatung als auch unternehmensberatend.
- Sachverständige zur Erstattung von Gutachten über Waren, Leistungen und Preise von Handwerkern zu bestellen und zu vereidigen,
- die wirtschaftlichen Interessen des Handwerks und die ihnen dienenden Einrichtungen, insbesondere das Genossenschaftswesen zu fördern,
- Schlichtungsstellen einzurichten
http://de.wikipedia.org/wiki/Handwerkskammer


Aufgaben eines Interessenverbandes
Verbände übernehmen Aufgaben für die Gesellschaft, für die Politik und ihre Mitglieder:

- Interessenartikulation, das heißt Formulierung einzelner Interessen
- Interessenaggregation, das heißt Verdichtung individueller Wünsche der Mitglieder zu einem entscheidungsfähigem Gruppenwillen
- Interessenselektion, d. h. Auswahl bestimmter, gleichgesinnter und umsetzbaren Zielen (geht Hand in Hand mit Interessenaggregation)
- Interessenpartizipation, d. h. gibt dem Bürger die Möglichkeit seine Wünsche und Interessen jenseits der Wahlen konkreter zum Ausdruck vor den Staatsgewalten zu bringen
- Interessensvertreter versuchen, wo immer sie können, für ihre Gesichtspunkte zu werben und diese zur Geltung zu bringen (vgl.: Lobbyismus)
- Staatliche Verwaltung wird von Verwaltung der Verbände kontrolliert (wenn Parlament und Parteien nicht mehr dazu in der Lage sind)
- Verbandsvertreter sind in ihrer Partei für die jeweiligen Sachgebiete die wichtigsten Vertreter und haben erheblichen Einfluss auf Willensbildung in der Fraktion
http://de.wikipedia.org/wiki/Interessenverband

Die Gewerkschaft ist ein Interessenverband der Arbeitnehmer.

Das freiwillige Engagement wird vom DPR derzeit auf 250.000 Mitglieder beziffert (Quelle unbekannt). Die Freiwillige Registrierung gibt an derzeit 4500 Einträge zu haben.
Nochmal zur Erinnerung: 1 Mill. Fachpflegekräfte gibt es in Deutschland.

Elisabeth

fridolin
17.07.2007, 21:32
OiOiOiOi, nun wird es immer doller.
Hab`ich etwas nicht mit bekommen, ich oller?
Diese Zahlen -
wo kommen sie nur her?
wundern mich doch sehr.

Liebe Elisabeth,
wie kommst Du auf eine Million Fachpflegekräfte?

Ist nicht eine Zahl von ca. 250.000 bis 300.000 zur Zeit aktiven Pflegekräften nicht viel realistischer?
Bitte nicht Äpfel, Nüsse und Weizenkörner zusammenzählen, das zählt nicht.

Elisabeth, eine "Lobby" müssen wir uns selbst schaffen, wir müssen endlich lernen, uns selbst zu vertreten!
Selbstbewusst unsere eigenen Interessen vertreten - und nicht unter Zwang in weiteren ominösen Organisationen verschwinden und - zahlen.
Siehe Kania.
Angst? Vor wem denn? Oder vor was denn?
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
18.07.2007, 09:17
Fridolin- wie kommt es, dass du Fragen wiederholst obwohl sie schon beantwortet sind?


Wenn meine Festplatte unter der Schädeldecke keinen allzu großen Sprung hat, so ist aus meiner Erinnerung her die Zahl der Gesundheits- und Krankenschwestern/-pflegern viel geringer.
Meiner springenden Festplatte entlocke ich ständig eine Zahl von ca. 350.000 bis 250.000 (Quelle: statistisches Bundesamt), in den Jahren abnehmend.
http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9654&postcount=106


2005

717.000 Krankenpflegekräfte (3jähriges Examen)
+ 310.000 Altenpfleger (3jähriges Examen)
= 1.027.000

+ 220.000 Krankenpflegehilfen (Ausbildung unklar)
+ 8000 Heilerziehungspfleger (2-5 Jahre Ausbildung)

= 1.255.000 Pflegekräfte insgesamt in allen Branchenhttp://forum.zwai.net/showpost.php?p=9657&postcount=107

Vielleicht magst du dir ja gerne selber mal die Mühe machen und beim Bundesamt für Statistik vorbeischauen. Manchmal bleiben solche Ergebnisse ja eher hängen, wenn man sich selbst bemüht. *grmpf*


Elisabeth, eine "Lobby" müssen wir uns selbst schaffen, wir müssen endlich lernen, uns selbst zu vertreten!...

Und da sind wir wieder beim allseits beliebten :man könnte, man sollte, man müsste - Spiel der Pflege. Veränderung ja- aber nicht bei mir und schon gar nicht verpflichtend. Ich hasse diese Gleichsetzung von Pflicht mit Zwang.


Pflicht, die; -, -en
1. von historisch gewordenen gesellschaftlichen Normen bestimmte Forderung an das Verhalten, Handeln des Menschen in der Gesellschaft: ...
2. die P. zur Entwicklung der eigenen Fähigkeiten und zur Erhöhung der Leistung; eine P. der Höflichkeit, Dankbarkeit; ...
http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&kompakt=1&qu=Pflicht


Zwang, der; -(e)s, Zwänge Druck, (massive) Einwirkung, durch die eine unausweichliche Einschränkung der individuellen Bewegungsfreiheit und eine bestimmte Verhaltensweise bewirkt wird
a) /von einer Gewaltherrschaft ausgehend/ (ständige) Androhung, Anwendung körperlicher oder seelischer Gewalt:...
b) /von einer Instanz ausgehend, die die Macht, Befugnis hat, über etw., jmdn. zu bestimmen/ der Z. von Vorschriften, Verordnungen, Verboten;
c) /von jmdm., von sozialen Gruppen und ihren Normen ausgehend/ dringende Veranlassung:...
d) starker Einfluß: ...
e) Selbstbeschränkung:...
f) gegebene Notwendigkeit:
http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&kompakt=1&sh=1&qu=Zwang

Nach der Auslegung der deutschen Sprache empfindet Pflegekraft eine verpflichtende Mitgliedschaft im Sinne der Demonstration der Einheit also als: Gewaltherrschaft, Machtmißbrauch, starken Einfluss auf die Persönlichkeit... kurzum lästig.
Akzeptiert. Und nun zur Gegenfrage an Fridolin und Kania. Wie schafft ihr es die Anzahl der aktiv sich engagierenden Pflegekräfte binnen weniger Monate mindestens zu verdoppeln. Und wie schafft ihr es das die Verbände zu Kammern mutieren. Nur Kammern können z.B. Vorbehaltsaufgaben und Qualifizierungsprofile festlegen und kontrollieren.
Dazu bitte bei Wikipedia nachlesen unter Verbände und (Handwerks-) Kammer und hier besonders die Aufgaben und Ziele beachten.

Elisabeth

Kania
18.07.2007, 12:07
geschätzte elisabeth,
dein angagement in allen ehren, doch was ist dein ziel? überzeugungsarbeit leisten? ich glaube bei den hier aktiven motivierten forennutzern wirst du offene türen einrennen, die formulierten forderungen ( zum groeßeren teil ) sind sinnig, vielleicht versuchst du einmal in bzw. mit einer bestehenden organisation tätig zu werden?
lg kania

Elisabeth
18.07.2007, 12:28
Da scheine ich ja einen wunden Punkt getroffen zu haben. Aber ich kann beruhigen- ich engagiere mich sowohl als auch.

Mein Engagement beim DBfK und damit beim DPR bringt m.E. nichts weiter als wortreiche Erklärungen, Aufrufe etc.. Es hat sich nichts geändert in den Jahren. Offensichtlich wird die politische Macht der Verbände maßlos überschätzt.
Ergo brauchts eine andere Macht die politisch gewollt ist, mit eindeutigen Bezügen zur Praxis- wie die Pflegekammern es sein könnten. Und auch hier scheint das Engagement vergebene Liebesmüh. Es trifft der Satz: es war so, es ist so, und es wird immer so sein... Pflegekräfte wollen zu ca. 90% lieb und nett sein und erleben ihre Erfüllung, wenn sie unter einer kaum zu ertragenden Arbeitsüberlastung stöhnen können. Veränerungen wären da fehl am Platze.

Elisabeth

PS Wie sieht dein Engagement aus- außer Mitgliedsbeitrag zahlen natürlich.

Kania
18.07.2007, 12:48
.... lach,
gerne immer wieder in der allgem. und pers. aus- und weiterbildung tätig, angagement in der vernetzung spezieller ausbildungsbereiche, etc.
LG
( wunden punkt getroffen, insoweit meine recherchen und informationsgewinnungsversuche immer wieder durch bürokratische und verwaltungstechnische "ausflüchte" und der kontakt mit einigen inkompetenten mitarbeitern der vertretungen, ämter usw. eine gewisse frustration gegenüber den sog. wasserköpfen hat entstehen lassen... )

pflegerli
18.07.2007, 13:00
Ich lese jetzt seit ca 1 1/2 Jahren regelmäßig in den verschiedenen Pflegeforen des Internets. Threads wie dieser kommen in schöner Regelmäßigkeit, es diskutieren dann interessierte Pflegekräfte miteinander das immer gleiche Phänomen: "alles wird schlimmer, nix passiert, lasst uns endlich gemeinsam etwas auf die Beine stellen, die Verbände machen ja nix, und und und .........".
Wenn man genau schaut, sind in den verschiedenen Foren auch zu einem guten Teil immer dieselben Diskutanten beisammen.

Ich selbst war bzgl. der Bildung einer Pflegekammer immer eher ablehnend eingestellt. Dabei hatte ich ähnliche Argumente wie zB "Kania" im Kopf: keinen neuen Wasserkopf aufbauen, keine verpflichtende Mitgliedschaft, weil dann nur ein unbeweglicher Bürokratieapparat entsteht, usw...

Mittlerweile glaube ich aber, dass es der Pflege tatsächlich erst dann gelingen wird, einen spürbaren Organisationsgrad der Pflegenden zu erreichen, wenn man sie in einer Organisation verpflichtend unterbringt.
Die Freiwillige Registrierung (http://www.freiwillige-registrierung.de/index.htm) kann man dafür gut als Beleg aufführen: seit Mai 2003 besteht diese Idee, bis Mai 2007 gab es lediglich 4300 Registrierungen, und das von allen angesprochenen 1.2 Millionen beruflich Pflegenden.

Mit Freiwilligkeit kann man also wohl kaum einen relevanten Organisationsgrad errreichen, der in der Politik ernst genommen werden würde.

Ich denke, Elisabeth sieht die Sache sehr realistisch.

Gruß pflegerli

Tempo
18.07.2007, 13:04
Moin Zusammen!
Ich sehe und empfinde die gesamte Situation ähnlich wie Elisabeth!
Die bestehenden Verbände und die Gewerkschaft Verdi bewirken für die Pflege rein gar nichts. Wenn wirklich etwas ernsthaft bewirkt werden soll, dann geht das auch nach meiner Meinung - wie schon mal hier geschrieben - nur über die Gründung eines neuen Verbandes oder Bundes der Pflegenden in Deutschland. Eine Mitgliedschaft sollte verpflichtend für jeden Mitarbeiter sein sonst würde es auch nur wieder ein kleiner, vor sich hin dümpelnder Verein werden in den ein paar mickrige Mitglieder einzahlen und dennoch nix bewirken.
Handwerkskammern, Innungen und der von mir durchaus geschätzte Marburger Bund haben uns doch - z.T. über Jahrhunderte - vorgemacht wie's laufen kann, wenn man gut organisiert und aufgestellt ist.
Die Pflege schafft das nicht, weil, wie Elisabeth schon sagte, die Pflegenden zu 80 - 90% lieb und nett sein und sich auf keinen Fall auf möglicherweise gravierende Konflikte, einlassen wollen!
Wie schon mal erwähnt, ich werde in 23 Jahren vermutlich immer noch dieselben Diskussionen hier erleben können - aber dann bin ich in Rente!

Elisabeth
18.07.2007, 13:31
@Kania- wieviel sind deine Weiterbildungen wert?

Der DGF fühlt sich bemüßigt in einem Aufruf darauf hinzuweisen, dass ein 70:30 Verhältnis von Fachkraft mit Zusatzausbildung und einfacher Fachkraft die Qualität sichert. Warum dieser Aufruf? Offensichtlich arbeiten viele Häuser nicht nach diesem Maßstab. Ist die Pflege schlechter?
Was ändert sich an den Arbeitsaufgaben nach einer Fachweiterbildung? In der Regel nichts. Man hat vorher dieselbe Leistung erbracht nur ohne Hintergrundswissen.
Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, die vorschreibt welches Qualifizierungsprofil nötig ist um eine Aufgabe kompetent ausüben zu können. Vorbehaltsaufgaben werden nach Gusto der Ärzte verteilt. Sie können zugestanden werden- bei Problemen wieder aberkannt werden ohne Begründung (siehe ATA).

Ergo: Du kannst dich weiterbilden. Wenn es ums Geld geht, wird dein AG sich für den billigeren AN der weniger Scheine hat entscheiden.

Ich bleibe dabei: Veränderungen werden allerorten eingefordert. Was kann der Einzelne bewegen? Und welche Veränderungen sind überhaupt gewollt? Vielleicht will Pflege ja auch gar keine Vorbehaltsaufgaben? Vielleicht ist Pflege ja mit dem jetzigen Zustand zufrieden? Aber dann bitte konsequent sein und aufhören zu jammern. Denn eigentlich gehts uns doch gar nicht schlecht.

Elisabeth

tildchen
19.07.2007, 12:10
@Kania- wieviel sind deine Weiterbildungen wert?

Der DGF fühlt sich bemüßigt in einem Aufruf darauf hinzuweisen, dass ein 70:30 Verhältnis von Fachkraft mit Zusatzausbildung und einfacher Fachkraft die Qualität sichert. Warum dieser Aufruf? Offensichtlich arbeiten viele Häuser nicht nach diesem Maßstab. Ist die Pflege schlechter?
Was ändert sich an den Arbeitsaufgaben nach einer Fachweiterbildung? In der Regel nichts. Man hat vorher dieselbe Leistung erbracht nur ohne Hintergrundswissen.
Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, die vorschreibt welches Qualifizierungsprofil nötig ist um eine Aufgabe kompetent ausüben zu können. Vorbehaltsaufgaben werden nach Gusto der Ärzte verteilt. Sie können zugestanden werden- bei Problemen wieder aberkannt werden ohne Begründung (siehe ATA).

Ergo: Du kannst dich weiterbilden. Wenn es ums Geld geht, wird dein AG sich für den billigeren AN der weniger Scheine hat entscheiden.

Elisabeth


Liebe Elisabeth,
für einzelne Bereiche gibt es bereits Regelungen, die eine hohe Fachpflegequote zur Bedingung machen. Will man Neonatologie in einem Level 1 Zentrum machen (Versorgung von Patienten mit höchstem Risiko) muß man die entsprechende Fachpflegequote haben, sonst kann/darf man diese extrem kleinen Frühgeborenen gar nicht versorgen.

Für die pflegerische Versorgung im Intensivtherapiebereich ist ein möglichst hoher An-teil (mind. 40 %) an Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/pflegern mit abge-schlossener Weiterbildung im Bereich „Pädiatrische Intensivpflege“ sicherzustellen. Al-ternativ zur Weiterbildung ist eine mehr als fünfjährige Erfahrung auf einer neonatologi-schen Intensivstation anzusehen. 5

Aber du hast recht, dass regelt noch nicht, dass man dann auch andere Aufgaben (Vorbehaltsaufgaben) hat.
Auch wenn ich die Bildung einer Kammer für sinnvoll erachte, mir fehlt zurzeit noch die Phantasie mir vorzustellen, wie wir die Politik davon überzeugen können. Wenn man nicht seitens des Gesetzgebers verpflichtet wird, dann wird das nix werden. Darauf zu warten, dass die "trägen, lieben und netten" Pflegekräfte sich versammeln, nee bis dahin sind wohl auch noch unsere Enkel in Rente. Wir hätten dann eine gewisse Macht und ob die gewollt ist wage ich noch zu bezweifeln. Forderungen (nach mehr Gehalt und /oder besseren Arbeitsbedingungen) könnten gestellt werden und das will zurzeit noch niemand bezahlen. Ich bin da momentan noch etwas ratlos....
Liebe Grüße
Tildchen

Elisabeth
19.07.2007, 12:13
Schön- die angegebene Alternative: 5 Jahre Berufserfahrung reichen auch. *grmpf*

Elisabeth

WomBat
23.07.2007, 19:59
Kam mer's noch einmal ansprechen? JA. :D Kammer die 1786ste (mindestens):


http://www.dpv-online.de/pdf/kammer_hoefert.pdf

http://www.dpv-online.de/pdf/kammer_skibicki.pdf

http://www.dpv-online.de/pdf/kammer_national.pdf


Nur zum Aufrischen.


Gleich dazu:

Buko-qs, siehe besonders: Punkt 5.21. Berufsverbände der Pflegefachberufe und 5.7. -Seite 85- FAZIT!

http://www.ollenschlaeger.de/mediapool/46/460824/data/GAGO_BUKOQS_0704final.pdf

WomBat, Kammer statt Jammer

Elisabeth
24.07.2007, 10:05
Jau... nur wie bekommst du die lieben Mitarbeiter dazu sich zu engagieren für eine Selbstverwaltung á la Kammermodell?

Elisabeth

WomBat
24.07.2007, 23:10
Gute Frage, Elisabeth!

Hier im Forum geht's über sich gegenseitig informieren sowie Argumente, Wissen, usw. austauschen zwecks Meinungsbildung.

OK, der ultimative Vorschlag: Alle Pflegende werden ab sofort verpflichtet, mindests 3 x pro Woche hier zu lesen. (wird alles kontrolliert, abgehakt wenn gelesen, mind. 4 online Klausuren pro Jahr mit "Bestanden"...sonst gibt's schlechte Beurteilungen. Fehlverhalten wird mit Lizenzentzug sanktioniert). :D

WomBat.

fridolin
25.07.2007, 07:06
....und der Proband, der die Klausur nicht besteht, wird mit einem Stromstoß bestraft...

...was uns auf das Niveau von Herrn Bush und god old Arnie (Todesstrafe) hebt...

Nein, nein, eher setze ich auf Eigenverantwortung und Pflegekräfte, die etwas auf sich halten, kennen das netteste nett, nämlich zwai.net. :mosh:

Noch`n Verein?
Wozu?
Wenn wir uns vertreten wissen wollen, so sollten wird uns erst einmal sicher sein, was von wem in welchem Umfang vertreten werden soll und welcher bereits existenter Verein unsere Interessen wahrnehmen kann - danach Eintritt aller Pflegekräfte in diesen Verein und dann? Kampf? Streik? Schmiergelder?
Kommen wir so weiter?
Konkret: wir brauchen zur Qualitätssicherung (Denkanstoß: Was ist Qualität in der Pflege und wer definiert sie?) in der Pflege eine starke Vertretung, die auch politisch Druck machen kann und da kenne ich (leider) nur Eine: ver.di.
Wenn alle Pflegekräfte dort organisiert wären, so hätten wir eine ungeheure Macht....
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
25.07.2007, 09:14
Also wieder von vorne.


Verbände übernehmen Aufgaben für die Gesellschaft, für die Politik und ihre Mitglieder:


Interessenartikulation, das heißt Formulierung einzelner Interessen
Interessenaggregation, das heißt Verdichtung individueller Wünsche der Mitglieder zu einem entscheidungsfähigem Gruppenwillen
Interessenselektion, d. h. Auswahl bestimmter, gleichgesinnter und umsetzbaren Zielen (geht Hand in Hand mit Interessenaggregation)
Interessenpartizipation, d. h. gibt dem Bürger die Möglichkeit seine Wünsche und Interessen jenseits der Wahlen konkreter zum Ausdruck vor den Staatsgewalten zu bringen
Interessensvertreter versuchen, wo immer sie können, für ihre Gesichtspunkte zu werben und diese zur Geltung zu bringen (vgl.: Lobbyismus)
Staatliche Verwaltung wird von Verwaltung der Verbände kontrolliert (wenn Parlament und Parteien nicht mehr dazu in der Lage sind)
Verbandsvertreter sind in ihrer Partei für die jeweiligen Sachgebiete die wichtigsten Vertreter und haben erheblichen Einfluss auf Willensbildung in der Fraktion

...
http://de.wikipedia.org/wiki/Interessenverband


Die Handwerkskammern haben nach der Handwerksordnung (HwO) die folgenden Ziele:


die Interessen des Handwerks zu fördern und für einen gerechten Ausgleich der Interessen der einzelnen Handwerke und ihrer Organisationen zu sorgen,
die Behörden in der Förderung des Handwerks durch Anregungen, Vorschläge und durch Erstattung von Gutachten zu unterstützen,
regelmäßig Berichte über die Verhältnisse des Handwerks zu erstatten,
die Handwerksrolle zu führen,
die Berufsausbildung zu regeln, dazu gehört:
eine Lehrlingsrolle zu führen,
Prüfungsvorschriften zu erlassen und Prüfungsausschüsse hierfür zu errichten,
Gesellenprüfungsordnungen für die einzelnen Handwerke zu erlassen,
Meisterprüfungsordnungen für die einzelnen Handwerke zu erlassen und die Geschäfte des Meisterprüfungsausschusses zu führen.
Ferner unterstützen die Handwerkskammern ihre Mitglieder sowohl durch eine Rechtsberatung als auch unternehmensberatend.
Sachverständige zur Erstattung von Gutachten über Waren, Leistungen und Preise von Handwerkern zu bestellen und zu vereidigen,
die wirtschaftlichen Interessen des Handwerks und die ihnen dienenden Einrichtungen, insbesondere das Genossenschaftswesen zu fördern,
Schlichtungsstellen einzurichten

http://de.wikipedia.org/wiki/Handwerkskammer

Wir brauchen nicht nur eine Interessenvertretung- wieviel die nützt spüren wir gerade selbst. Wir brauchen eine Organisation, die als Selbstverwaltung anerkannt ist und auch aktiv bestimmte Vorgaben (Vorbehaltsaufgaben, Qualifizierungsprofile) machen kann inklusive der Kontrolle.
Zur Gewerkschaft- verdi ist nicht das Einzigste und auch nicht das Beste... wie viele Kollgen derzeit zu spüren bekommen.

@wombat- lesen alleine bewirkt noch nix *fg* - verstehen muss man es können. Und da scheint es die großen Hürden zu geben- so zu argumentieren, dass man verstanden wird.

Elisabeth

fridolin
25.07.2007, 17:50
Liebe Elisabeth,
verstehe ich Dich hier richtig:
Du möchtest parallel zu ver.di eine neue Organisation aufbauen?
Diese Organisation soll dann "als Selbstverwaltung anerkannt" sein "und auch aktiv bestimmte Vorgaben (Vorbehaltsaufgaben, Qualifizierungsprofile)... inklusive der Kontrolle" erfüllen?
Wie stellst Du Dir das konkret vor?
Macht die "Orga Eli" (=Organisation Elisabeth) Berufspolitik und ver.di die Tarifpolitik?
Beispiel: die Orga Eli legt fest, wer mit welcher Qualifikation was in der Pflege machen darf,
ver.di legt fest, wer mit welcher Qualifikation wieviel verdienen darf?
Na, dann müssen nur noch all`die anderen Pflegekräfte mitspielen.
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
25.07.2007, 23:32
Ei ja jei!

Ich bleib mal pragmitisch....

Selbstverwaltung der Pflege am Beispiel….siehe Bußmeier-Lacey H.

http://www.hauptstadtkongress.de/2005/downloads/hsk_pk_050715.pdf



Der Pflege-Notstand ist vorprogrammiert. Tuula Lindemeyer in Pflege und Management 6/2007


http://209.85.129.104/search?q=cache:OU32L7BMMZEJ:www.kmaonline.de/index.php%3Fm%3D1030_3_49%26t%3D1900%26c%3D12411%2 6sid%3D+T.+Lindemeyer+und+Pflege&hl=de&ct=clnk&cd=15&gl=de&lr=lang_de


Nebenbei...

Wer ist Fr. Lindemeyer? Guckst Du hier im Cache:



http://209.85.129.104/search?q=cache:71mJuUD94h8J:www.kma-online.de/index.php%3Fsid%3D%2520%26m%3D1000_25%26t%3D1900%2 6c%3D11959+Portr%C3%A4t+Tuula+Lindemeyer&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de&lr=lang_de

WomBat, will keinen neuen Verein, will nur Selbstverwaltung (auch wenn das übele neue Probleme bringt. So wie heutzutage - und die letzen 50 J. - kann es auch nicht weitergehen)

Elisabeth
26.07.2007, 09:55
@fridolin

so langsam scheints zu klickern. *grmpf* Und wenn wir jetzt noch verstehen, dass die Orga Elli auch einen Namen hat- z.B. Pflegekammer- dann sind wir auf dem richtigen Weg. Und am wichtigsten ist die Erkenntnis: Unterschied zwischen Verband und Kammer und Gewerkschaft.

Aufgaben einer Gewerkschaft: Tarifpolitik. Keine Aufgabe von Gewrkschaften: Selbstverwaltung

Die Mitgliedsgewerkschaften des DGB handeln mit den Arbeitgebern Tarifverträge, u.a. zu Einkommen, Arbeitszeiten, Urlaub aus. Im Falle eines Arbeitskampfes organisieren sie den Streik und zahlen den Mitgliedern Streikunterstützung.
Sie helfen bei der Gründung von Betriebsräten, unterstützen die Beschäftigten bei betrieblichen Konflikten und vertreten sie bei Streitigkeiten mit ihrem Arbeitgeber. Gewerkschaftsmitglieder genießen kostenlosen Rechtsschutz.
http://www.dgb.de/dgb/aufgaben/aufgaben.htm/

Zurück zur Kammerentwicklung. Um eine Kammer gründen zu können bedarf es der Änderung des Heilberufegesetzes. Wer ändert dies?

Elisabeth

fridolin
26.07.2007, 10:26
Liebe KollegInnen,
kennt Ihr die aktuelle Veröffentlichung "Pflege-Thermometer 2007" des DIP?
http://www.dip-home.de/material/downloads/Pflege-Thermometer2007.pdf

@Elisabeth,
demzufolge (Seite 11) waren meine Gedächtnislücken doch nicht so groß...

Fakt scheint ein bundesweiter Abbau von Stellen im Pflegedienst (13,5%) und gleichzeitig ein Stellenaubau im ärztlichen Sektor (19,5%) bei steigender Belastung für das Pflegepersonal von 48 Patienten pro Pflegekraft auf 59 Patienten pro Pflegekraft.
Außerdem werden vermehrt ärztliche Tätigkeiten in den Pflegebereich verschoben und einfache pflegerische Tätigkeiten an anderes Personal (ohne QF) abgegeben.
Es scheint auch nicht strittig zu sein, dass diese Maßnahmen alles Andere sind als Pflegequalitätssichernd.
Ob unsere Politiker in Berlin dies auch so wahrnehmen?
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
26.07.2007, 11:02
Für das Pflegethermometer wurden 2139 Kliniken angeschrieben... 263 haben geantwortet. Wie repräsentativ ist diese Studie? Dazu auch mal die Landesverteilung auf S. 16 beachten.
In der Studie werden viele gefühlte Tatsachen abgebildet. Ein erhöhter Arbeitsaufwand wird anhand der steigenden Fallzahlen und sinkenden Verweildauern festgemacht... aber nicht mit Zahlen belegt. Dürfte auch schwierig sein, weil es keine einheitliche Größe zur Messung des (realen) Pflegaufwandes in Deutschland gibt.
Überstunden als Beweisführung zu nutzen funktioniert auch nicht:

Die Mehrarbeitsstunden werden in aller Regel durch Freizeitausgleich abgegolten. Sie können in der Realität der Betriebe nicht in eine Festanstellung von Mitarbeitern überführt werden. Insofern kann an dieser Stelle nicht von fehlenden Krankenpflegekräften ausgegangen werden. Es zeigt sich jedoch anhand der Zahlen, wie flexibel die Mitarbeiter den betrieblichen Belangen zur Verfügung stehen und wie sehr die Betriebe mit den
eigenen Personalressourcen „atmen“.
http://www.dip-home.de/material/downloads/Pflege-Thermometer2007.pdf s.22
Flexibiltät wird in der gesamten Wirtschaft verlangt. (Bitte jetzt keine Vergleiche von Autos und Menschen)

Übrigens. Der Stellenabbau in der Pflege wurde von mir hier im Forum schon mal angesprochen... vor über einem Jahr: http://forum.zwai.net/showpost.php?p=6502&postcount=157 . Für die Erkenntnis brauchts also keine Studie. Die Ärzteschaft hat bereits reagiert und die Zunamhme suffizient begründet: Umsetzung des EuGh- Urteils zur Arbeitszeit.

Verbände scheinen immer erst mitzubekommen, dass was nicht stimmt, wenn die Mitglieder austreten.

Zurück zur Pflegekammer... und war da nicht die Idee, den DGF zu bitten eine Petition aufzusetzen?

Elisabeth

fridolin
26.07.2007, 12:07
Liebe Elisabeth,
auf Seite 15/16 wird ausführlich auf die Frage der Repräsentativität eingegenagen und auch die Landesverteilung kurz erklärt.
Außerdem ist das "Pflegethermometer" eine Zusammenfassung der Studien, deren genaue Auswertung noch dauern kann.
Da es in Deutschland nicht viele, unabhängige Studien inn Bezug auf Pflegepersonalabbau und Verlagerunng von Tätigkeiten gibt, haben wir hier nun ein Werk mit Zahlen, Daten Fakten vorliegen, auf das wir uns stützen können, wenn es um die Weiterentwicklung der Pflege geht.

Zurück zur Kammer:
Wenn bei der Mehrheit der Pflegenden der Wunsch nach einer "Pflegekammer", die ähnlich der Handwerkskammer organisiert ist, besteht, so müssen wir erst einmal durch die Politik die rechtliche Stellung des Pflegepersonals ändern - Pflegepersonal gehört seit der Nazi-Zeit zu den ärztlichen Hilfberufen und ist somit, auch wenn wir es nicht gerne hören, nicht selbsständig.
Meine Meinung: es geht ein Stück weit am wirklichen Leben vorbei.
Viele liebe Grüße
fridolin

P.S.: Aufwertung der Pflege ja, aber andere Wege wären sicher realistischer.

Elisabeth
26.07.2007, 12:30
*ggg* Welchen Weg hälst du für realistischer???

Ohne Konflikte gehen Veränderungen nicht. Wie haben die anderen Länder es geschafft sich in kammerähnlichen Strukturen zu organisieren? Liegt es an der deutschen (Untertanen-)Mentalität: Führer sprich, wir folgen dir? Wenns das ist, dann brauchen wir "Führer" mit Charisma. *grmpf*

Elisabeth

Kania
26.07.2007, 12:54
@ fridolin,
... geht am Leben etwas vorbei ...
dies ist der Punkt. Eine Gedankenumkehr wird erst dann geschehen, wenn der jetzt schon offentsichtliche Mangel an Pflegekräften eskaliert und dies wird eher nicht geschehen - siehe aktuelle Politik der Fachkräftegewinnung ( und Kostenreduktion im Gesundheitswesen ) aus den sog Osten.
Nichts wird gut, es sei denn...
LG Kania

tildchen
27.07.2007, 17:23
*ggg* Welchen Weg hälst du für realistischer???

Ohne Konflikte gehen Veränderungen nicht. Wie haben die anderen Länder es geschafft sich in kammerähnlichen Strukturen zu organisieren? Liegt es an der deutschen (Untertanen-)Mentalität: Führer sprich, wir folgen dir? Wenns das ist, dann brauchen wir "Führer" mit Charisma. *grmpf*

Elisabeth


Liebe Elisabeth,
den Vergleich halte ich wirklich für unpassend und für viele Pflegekräfte ist er auch verletzend. Untertanmentalität hat was mit einer speziellen Person und deren Charakter zutun und kann nicht verallgemeinernd auf eine ganze Berufsgruppe übergestülpt werden.
Ich gebe Fridolin Recht! Solange die Politik nicht mitspielt und unserer Berufsgruppe dieses Recht zugesteht und dies auch gesetzlich regelt können wir soviel von Kammerbildung reden wie wir wollen...., es wird uns nichts nützen.

Liebe Grüße und allen ein schönes Wochenende
Tildchen

Elisabeth
27.07.2007, 19:58
^Wer darauf wartet, dass man ihm ein Recht zugesteht- wird warten bis zum Sanktnimmerleinstag.

Ich stehe zu der Aussage der Untertanenmentalität. Es betrifft sicher nicht 100%- dass will ich nicht hoffen. Aber ein nicht geringer Anteil ist dieser Mentalität verhaftet: der Doc hat gesagt... die SL hat gesagt... die PDL solls richten... die Verbände werdens richten... usw., usw.. Hautsache man selbst muss keine Verantwortung übernehmen... ändern sollen alles andere und bite auch nur bei den anderen. *grmpf*

Elisabeth

WomBat
28.07.2007, 00:39
Bei aller Zähigkeit der Politik (sie wird uns nichts schenken, wie Elisabeth schon sagte) und der Pflegenden > > > ich hasse es "Heilhilfsberuf" genannt zu werden. Besonders wegen der Nazi Diktatur. Ich will nicht so benannt werden. Es ist eine Frechheit, eine unglaubliche Vermessenheit - dass dieser Begriff nicht aus der Sprache entfernt wird - auch von sog. Verantwortlichen, wer auch immer diese sind in diesem Falle. Egal, sog. intelligente Menschen, darunter Ärzte, Rechtsanwälte, sogar Pflegende halten an diesem Begriff zT noch fest. Obwohl sie alle angeblich eine allgemeine Bildung genossen haben. Vielleicht war es eher eine gemeine Bildung.


Oder Erfüllungsgehilfe. Das ist fast genauso Dumm-Frech-Unverbesserlich-Arrogant. Das ist politisches Mobbing.


WomBat, don't ever call me Heilhilfsberuf, I am a nurse.

Elisabeth
28.07.2007, 09:32
Wenn ein Arzt einen Heilberuf ausübt, bist du als Krankenschwester (nur) ein Heilhilfsberuf. Kämpfen wir für die Anerkennung als Heilberuf?

Elisabeth

WomBat
29.07.2007, 23:26
Ich gebe zu dass ich auf das :wut: Wort "Heilhilfsberuf" (Heil...ihr wisst schon Bescheid) ALLERGISCH reagiere.

Die "Tradition" wollte ich nicht so ohne weiteres (trotz tradiert :D ) umschmeißen (zumindest nicht vor Registrierung oder Kammer).

Gut finde ich schlicht und einfach "Gesundheitsberufe". Darunter kann ich mich gut und gerne einordnen. Wo ist das Problem dieses (scheußliche, herabwürdigendes) Wort einfach nicht mehr zu gebrauchen?

Wombat, aus den Gesundheitsberufen

Sören Lösche
30.07.2007, 08:31
Wir bekommen alle einen Heilberufeausweis und keinen Heilhilf.........!
Ferner eine elektronisches Gesundheitsberuferegister, so der Stand zur Zeit.
Sören

Elisabeth
30.07.2007, 09:38
*ggg* Das wird interessant werden für die "verarmten" Pflegekräfte. Der Arztausweis liegt im Preis bei 50-70 €. (http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_arzneiversorgung_heilberufeausweis _1159349834.htm)Hinzu kämen die Registrierungskosten beim eGBR.
Und das alles fast ohne Gegenleistung. Jeder mit einem Abschluß bekommt die Karte- egal ob Fortbildung oder nicht. Kommunismus in der Pflege- alle sind gleich... und manche gleicher. *grmpf*

Elisabeth

Sören Lösche
30.07.2007, 12:50
Hallo Elisabeth,
ich denke hier sind in der Tat die Verbände gefordert. Die erste Ausstellung nach dem Examen ist keine Frage, dann sollte analog z.B. dem englischsprachigen Ausland eine Verlängerung an solide Kriterien wie pol. Führungszeugnis, Fortbildungen geknüpft werden. Im Sinne einer Re-Registrierung. Die muß den Verbänden gelingen. Meiner Ansicht nach stehen die Sterne dafür gerade günstig. Danach sollten die Vorbehaltsaufgaben und vieles andere geregelt werden. Ich möchte auch keine Form von Hilfsberuf behalten.
Sören

Elisabeth
30.07.2007, 15:11
Die Verbände können dies zwar anregen... eine Kontrollfunktion ausüben können sie nicht. Selbst die Registrierung ist eigentlich nicht die Aufgabe der Verbände.
siehe dazu: Aufgaben von Verbänden und Kammern: http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9843&postcount=165
Aufgabe von Gewerkschaften:
http://forum.zwai.net/showpost.php?p=9851&postcount=168

Elisabeth

Sören Lösche
31.07.2007, 07:55
Das ist richtig. Habe ich auch nicht gesagt. Die Verbände geben den Anstoß. Die Politik entscheidet. Eine von den Verbänden unabhängige Einrichtung führt aus. So soll es sein.
Sören

Elisabeth
31.07.2007, 10:18
Nur das ich beim Engagement der Verbände den Trend zur eigenständigen unabhängigen Einrichtung zwecks Kontrolle und Überwachung vermisse. Freiwillige Registrierung und eGBR ist nur die halbe Miete und wenn wir nicht aufpassen bleibst dabei: zahlenmäßige Erfassung aller examinierten Fachkräfte und eine eigentlich sinnlose- weil für die Politik inklusive Tarifpolitik uninteressante- Registrierung von dubiosen (wer kontrolliert hier die Qualität) Fortbildungspunkten.

Elisabeth

Tempo
15.08.2007, 11:05
Nanu! Ein abruptes Ende einer zum Teil hitzigen Diskussion nach 184 Beiträgen?? Es bleibt also - wie immer - alles beim alten! Aber das hat ja auch was für sich, schließlich gibt es in dieser Welt nur noch wenige Konstanten!

WomBat
16.08.2007, 19:35
Elisabeth, zu Deiner Bestätigung (weil, wie gepostet, die Diskussion abbrach - Sommerloch!)

http://www.sport.tu-muenchen.de/lsg/pdffiles/gp/professionalisierung_geschichte.pdf

Du hast viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter (hier aus einer historischen Perspektive).

Siehe Beitrag zu Antje Grauhan in der Präsentation! (Alle Beiträge sind interessant).

WomBat

Monty
17.08.2007, 01:53
Hallo aus dem Sommerloch!
Sitze auch noch irgendwie im selbigen.
Die Präsentation zeigt doch anschaulich, dass das Thema nicht so neu ist wie man meinen könnte. Allersdings kam mir bei einem Punkt die Eingebung:
"Bestreben, prestigearme Tätigkeiten deligieren zu können ... (untergeordnete Berufsgruppen)"
Wer sollte das sein und wer kann das Bezahlen? Wenn die Pflege sich professionalisiert und akademisiert, wird´s erstens teurer und zweitens braucht man ausführende Organe. In der Summe dürfte eine organisierte, akademisierte und professionalisierte Pflege Geld kosten, welche keiner bereit zu zahlen. Daher auch von Seiten der Politik kein Interesse an der Veränderung der Berufsgruppe Pflege und natürlich auch der indirekte Widerstand der Ärzteschaft. Keiner will sich das Wasser abgraben.
Wenn schon alles in unserem Land reglementiert und verordnet ist, warum will das von außerhalb der Pflege keiner? Na ratet mal. Die Verbände können sich noch so auf den Kopf stellen und mit den Fahnen winken, der Staat ist an einer Veränderung der Pflege nicht interessiert. Außer vielleicht den Begriff des Gesundheits- und Krankenpflegers zu konstruieren, damit nach Jahrzehnten wieder mal das Wort Pflege in den Mund genommen wird. (Welches Gremium kam eigentlich auf diese dämliche Idee? Nen neuen Namen verteilen, wie aus dem "Arbeitsamt" die "Agentur für Arbeit" zu machen, ist ja ne glanzvolle Idee gewesen. Hat sich ein frühpensionierter Sesselpumpser noch ein Denkmal gesetzt?:wut:
Die andere Spaßaktion beim Schrei der Pflege nach Professionalisierung:
Gebt ihnen ein paar Studiengänge, dann ist zumindest für ein paar Jahre wieder Ruhe!
Steckt da nicht ein System innerhalb der Politik dahinter?

Ratlos im Sommerloch.
Monty

Kania
17.08.2007, 09:57
... nicht unbedingt, denn ich glaube soweit reicht der Intellekt derer die z.B. Berufbezeichnungen ändern nicht. Weiterhin ist doch die Möglichkeit gegeben in der direkten Zusammenarbeit Rückrat zu zeigen und sich als autark zu präsentieren gegeben. Immerhin - solange die Kirche einer der Hauptarbeitgeber ist wird nicht gearbeitet, sondern "gedient"... ( SARKAS muß! )
LG

Elisabeth
18.08.2007, 10:39
Bin gerade im Urlaub,melde mich nach selbigen wieder ausführlich zurück. *fg*

Elisabeth

fridolin
19.08.2007, 18:11
Lieber Monty,
das mit dem Bezahlen geht ganz einfach:
die entsprechenden Stellenanteile werden aus dem Pflegebudget heraus gerechnet - immerhin gibt es für die Kosten einer Pflegekraft 1.5 bis 2 "ungelernte" arbeitswillige Menschen.
Dafür gibt es eben entsprechen weniger examinierte Pflegekräfte.
Wo das wohl hinführt?
Meine ganz persönliche Meinung:
"bach to the roots" => "Funktionspflege" ist wieder im kommen, es sagt blos niemand laut....
Viele liebe Grüße
der zur Zeit funktionierende
fridolin

Monty
19.08.2007, 18:52
Hallo Fridolin!

Erschreckend, aber vermutlich wahr.
Hatte vor einiger Zeit ein ähnliches Erlebnis:
Wegen massiven Personalnotstand auf der ITS, besser gesagt wegen Überbelegung, wurden Pflegekräfte von Normalstation geholt. So hat dann eine ITS-Pflegekraft die Aufsicht über mehr Pat. als sonst, die Grundpflege wurde übernommen und nur die ITS-spezifischen Tätigkeiten wurden von Intensivpflegenden durchgeführt. Hat zwar gut funktioniert und es konnte neues Personal gewonnen werden, aber als Dauerlösung mit deutlich weniger qualifizierten Personal (KPH´s?) wohl nicht so super, oder?:motz: :motz: :motz:

Monty

WomBat
19.08.2007, 23:28
Fridolin hat den scharfen Blick.

Das ganze wurde schlicht "skill-mix" genannt, hier auch "Quali-Mix". Bei Einführung der DRG in den US Staaten tauchte das Wort immer mehr auf. Hier anscheinend ähnliche Entwicklung.

So was passiert, wenn es ums Geld geht. Aufschlussreich sind die
Zwischenfälle. Da ist Zeug's dabei, das kennen wir gar nicht (noch nicht) -(z.B. Infusion an Tubus-Cuff mit fatalem Ausgang).

Schlimm, wenn Pflegemanager in ihrer Weiterbildung oder Studium nur Betriebeswirtschaft lernen und Pflegethemen hinten an stehen müssen. Es ist eine simple betriebswirtschaftliche Rechnung. Und die Rechnung hatte nur eine einzige Brille (Perspektive), die da heißt Euro, Dollar, Mäuse. Die Brille könnten wir auch als "Variable" bezeichnen, so wie man das in Mathe gelernt hat. In den USA wird die damalige Entwicklung (wie bei uns schon einige Zeit Mode) rückblickend bedauert. Heute müssen dort gute Pflegemanager hinter ihrem Team stehen, das ist ihre beste Ressource (human resources genannt).
Die Nummer, "ich steh' bei der Führung und spare brav das Pflegepersonal tot"
zieht nur noch dort, wo man sich nicht wirklich wehren kann, darf oder warum auch immer zu schwach ist.

Irgendwo war die Anmerkung zum Thema Professionaliserung mit dem runter-delegieren. Das hängt damit zusammen. Je mehr Pflegekräfte mit weniger Ausbildung (damit billiger), desto mehr Verantwortung an die Pflegenden mit mehr Aus(Weiter-Fort)Bildung bzw. Studium, umso mehr Delegation "nach unten". Das bringt auch Pflichten mit sich, nicht nur Delegier-Spaß.

WomBat, money makes the world go round, painful or not

pflegerli
20.08.2007, 14:58
...Da ist Zeug's dabei, das kennen wir gar nicht (noch nicht) -(z.B. Infusion an Tubus-Cuff mit fatalem Ausgang).
Wow, das klingt nach spannender Lektüre, hast du dazu zufällig nen link?

fragt sich pflegerli

Monty
20.08.2007, 15:10
Irgendwo war die Anmerkung zum Thema Professionaliserung mit dem runter-delegieren. Das hängt damit zusammen. Je mehr Pflegekräfte mit weniger Ausbildung (damit billiger), desto mehr Verantwortung an die Pflegenden mit mehr Aus(Weiter-Fort)Bildung bzw. Studium, umso mehr Delegation "nach unten". Das bringt auch Pflichten mit sich, nicht nur Delegier-Spaß.


Ja, von mir. Stammt aus deinem Thread (16.08.2007 19:35) mit dem Link zur TU München. Das hab ich auch so verstanden, wie du es beschreibst. Stellt sich die Frage, ob es sich betriebswirtschaftlich lohnt, geringer Qualifizierte deligierbar arbeiten zu lassen unter Aufsicht von "qualifiziertem" Personal. Bei unserem Lohnnebenkostenniveau kostet auch ein KPH´ler Geld. Passt so ein System wie in den USA in unser Sozial(-versicherungs)system? Diese Mitarbeiter müssen bei uns ja versichert werden (Rente, Krankenversicherung, ALG, ...). Die Ami´s machen so was ja auch ohne. Da lassen sich für den Preis einer Fachpflegekraft sicher mehr "Geringqualifizierte" einstellen als bei uns. Geht die Rechnung denn dann noch auf? Was macht die Qualität, oder besser in Geld ausgedrückt: Die Liegedauer bei einer Fallpauschale!?!
Läßt sich mit dieser Arbeitskraftverteilung die Liegezeiten halten, oder werden sie mehr oder weniger? Personalkosten lassen sich fraglich (s.o.) sparen, ist denn aber die Behandlung eines DRG-Patienten für das Krankenhaus wirklich lukrativer (Liegedauer, Komplikationen, ...).
Ab und zu denke ich doch darüber nach zu Studieren, um auf solche Fragen eine Antwort zu haben.


Monty

fridolin
20.08.2007, 17:03
Hi, @all,
habe gerade 4 Nächte hinter mir!
Als Beispiel für den heutigen Versorgungsstand mag nur folgendes dienen:
12 Betten ITS, vorwiegend internistisch, aber auch interdisziplinär, wenn die andern ITS belegt sind.
Belegung in den Nächten:
8 beatmete Patienten,davon 1 bis max. 2 NIV - Patienten, 4 nicht beatmete ITS - Patienten, ca. 2 bis 4 Überwachungspatienten (z. B. nach PTCA oder Thoraxkompression). Hinzu kommen auch Neuaufnahmen.
Personal: 3! Pflegepersonen, nicht immer alle mit Fachweiterbildung und 1 Arzt.
Entsprechend erschöpft ist das Personal nach diesen Nachtdiensten. Ist auch zum Teil unsere Schuld, weil in dem Glauben das Beste für den Patienten zu tun, immer versucht wird, das Arbeitspensum zu schaffen.
Leider habe ich keine Ideen, wie ein Lösungsansatz aussehen könnte.....
Viele liebe Grüße
der leicht erschöpfte
fridolin

Monty
20.08.2007, 19:04
Hallo Fridolin!

Respekt, Respekt! Und natürlich meine ernste Anteilnahme! :(
Seid ihr überbelegt, unterbesetzt oder ist das stellenmäßig der Normalzustand?
Lösungsansatz??? Gibt der Stellenplan nicht mehr her, sind so viele krank? Vielleicht bin ich ja verwöhnt, aber 12 Pat. zu 3 PK? Da dürfen die Überwachungspatienten ja nicht sehr anspruchsvoll sein! Na Gute Nacht!
Mal einen kurzen Ausblick:
19 Betten ITS interdiziplinär (vorwiegend (neuro-)traumatologisch, kardiologisch/internistische "Beimischung") hohe Beatmungsquote: 9-8-8
14 Betten ITS Brandverletzte/Internistisch/IMC Beatmung so halbe-halbe mit NIV: 7-6-5
6 Betten ITS überwiegend hoher Querschnitt, Beatmungsquote natürlich hoch bzw. "aggressives" Weaning: 4-3-2
Da kann man nicht meckern, wobei hier die Arbeit auch nicht selten am Anschlag steht, wenn´s brennt. Wobei die Abteilung laut Plan überbelegt ist, d.h. momentan haben wir mehr Betten als vorgesehen. In der Phase gibt´s natürlich viel Vorleistung und Überstunden, aber Personal wird nachgefahren. Und Gott sei Dank keine "Geringqualifizierten", nur wie schon gepostet gab´s mal Hilfe bei der Grundpflege durch Kollegen der Normalstationen (Freiwillige!).

Sehe die Zukunft zwar auch eher düstern, hab aber zu meinem Glück noch den besseren Arbeitgeber erwischt. :jubel:

Gruß,
Monty

fridolin
20.08.2007, 21:30
Danke, Monty.

"Seid ihr überbelegt, unterbesetzt oder ist das stellenmäßig der Normalzustand?"

Von Allem etwas....

Angeblich korrekt besetzt... (...für max. 4 Beatmungen...)

Und nun klingt die "Berliner Erklärung" wie Verhöhnung...

Aber. sooooo viel besser seit Ihr auch nicht `dran.....

Viele liebe Grüße

fridolin

WomBat
20.08.2007, 23:14
Pflegerli,

http://www.apsf.org/resource_center/newsletter/2002/fall/06tracheostomy.htm


Fridolin und Monty,
Übel, ich könnte so weitermachen, aber das wird langweilig. MIr sind meherere Stationen bekannt, die mehr oder weniger auf dem Zahnfleisch gehen...

Skill-Mix. Weis ich nicht, ob das wirklich übertragbar ist, ohne vorher Rahmenbedingungen genau zu vergleichen. Auch die Funktionspflege haben wir von drüben übernommen (nein, eher Übernommen-Bekommen, dank der BWLer damals, will keine Namen nennen). Manche sehen es als Segen im DRG Zeitalter (man muss dem ganzen irgendwie positive begegnen und sinnvolle Stragtegien entwicklen), manche sind not amused.

Hier ein paar Links rund ums Thema: (unter Suchen einfach "skill" eingeben für eine Punktlandung - trotzdem weiterlesen, ganz interesant)

Viele, viele, viele Daten
http://www.lernundenter.com/interaktion/newsletters/news63_IND.pdf


Skill Mix (auch in obigem Link benannt)
http://www.sbk-be.ch/files/Skill%20Mix.pdf

Abstract: Auswirkungen von Kosteneinsparungsstrategien und Stellenbesetzung….
http://www.verlag-hanshuber.com/zeitschriften/journal.php?abbrev=PFL&show=abstract&abstract=16356

F. Weidner
http://deutscher-pflegerat.de/balk.nsf/FBFC5E753978D991C12572D7003247F5/$File/Berlin070512-Weidner.pdf



Sichere Personalausstattung
http://www.dbfk.de/index.php?subaction=showfull&id=1147366158&archive=&start_from=&ucat=10&


Pflegen DownUnder im DRG System (Australien) Hospitations Bericht[

http://www.agnes-karll-institut.de/bv/fuehren/2007/download/PflegeDownUnder.pdf

Bsp: "Kosten für jährl. Weiterbildung und Registrierung werden idR von den Kliniken bezahlt", Elisabeth, auch wenn Du in Urlaub bist :) Ja, ja, ich träume weiter von DownUnder....

Pflegebezogene Ergebnisindikatoren
http://www.dbfk.de/download/download/ICNPflegebezogenePatientenergebnisse2007-06-12.pdf

Professionalisierung….Mythos oder realistische Perspektive?
(hier wird der skill-mix „Zauberwort“ genannt, und sie sind offenbar not amused)
http://gesundheit-soziales.verdi.de/gesundheitsberufe/pflegelehrerinnen_und_-lehrer/data/tagungsdokumentation



DRG Weiterentwicklung
http://www.deutscher-pflegerat.de/drg-weiterentwicklung.html

…..Neue Rollen in der Pflege…..
http://www.pflegeforschung-vfp.ch/weiterbildung/Referat%20Longerich%20060223.pdf

WomBat, dürfte ein Abend-füllendes Programm sein :D , Viel Spaß

pflegerli
21.08.2007, 13:34
@ Wombat:
danke für die links.

Natürlich ergeben sich daraus wiederum Fragen.

Zum ersten: Der Bericht über die fehlerhaft angehängte Infusion an den Cuff sagt nichts darüber, ob es sich bei der verantwortlichen Person um eine weniger qualifizierte Person gehandelt hat. Man darf aber wohl zurecht spekulieren, dass solche Fehler bei entsprechend niedrigerer Qualifikation vermehrt auftreten könnten (wie gesagt: Spekulation).

Zum zweiten:
Es werden immer wieder die angelsächsischen Länder als das bessere System vorgestellt. Einer deiner links führt uns nach Down-under-Australien. Die PowerPoint-Präsentation scheint ja auch aktuell zu sein, so dass wir hier wohl mit den genannten Daten jonglieren dürfen.
Da wundert es mich immer wieder, wie sie zu solch traumhaften Pflegepersonal-Ausstattungen kommen können. Wo ist der entscheidende Unterschied des Systems zu unserem, dass dort zB ein 1:1-Betreuung auf Intensivstationen 24h am Tag gewährleistet ist? Australien wird bzgl. der gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung ähnlich dastehen, wie wir hier in Deutschland, es sollte also ein ähnlicher Bedarf an Gesundheitsleistungen vorliegen. Wie schaffen sie es also in Australien, eine so viel bessere Personalausstattung vorzuhalten? Publikationen ähnlich jener PPP über Australien habe ich schon öfter gelesen, sie sagen aber in der Regel nichts darüber aus, wie solche Personalausstattungen finanziert werden.
Ist die Bezahlung insgesamt geringer (also auch jene der anderen Berufsgruppen, Ärzte, Therapeuten usw...)?
Sind die Leistungen, die für die Patienten erbracht werden so viel geringer?
Ist die Verwaltung abgespeckt, weniger Personalintensiv?
Wie sieht die Finanzierung von Gesundheitsleistungen aus? Staatlich? Privat? Ein Mix davon? Nur Leistung für jene, die sie bezahlen können?
Sind die Daten wirklich echt?

Ich verstehe es einfach nicht.
Fridolin arbeitet nachts mit 3 Pflegekräften für 12 Patienten auf seiner ITS (wir haben z.Zt. wenigstens noch 4 für 12, aber der Trend geht auch bei uns zu 3:12, ähnliches Patientenprofil wie bei Fridolin). In Australien arbeiten dort tatsächlich 12 Pflegekräfte für die 12 Patienten? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Finde ich ehrlich gesagt auch etwas übertrieben. Also zweifle ich mal schwer die Daten an, die so gerne genannt werden. Oder greift da der skill-mix, und es sind tatsächlich nur 2-3 ausgebildete Pflegekräfte und der Rest weniger qualifiziertes Personal?
Schade, ich würde ja gerne mal jemanden treffen, der sich mit den tatsächlichen Verhältnissen down-under auskennt.

Gruß pflegerli

Monty
21.08.2007, 20:00
Aber. sooooo viel besser seit Ihr auch nicht `dran.....


Hallo Fridolin,
dazu muß ich aber sagen, daß das Personal erhöht und nicht reduziert wird. Das derzeitige Pflege:Pat.-Verhältnis resultiert daraus, daß einfach nicht genug Personal da ist und es mit Überstunden kaum mehr zu kompensieren ist. Es wird insgesamt aufgestockt, um ein Verhältnis von 1:2 zu erreichen. Es sind zwar alles Beatmungsplätze in unserer Abteilung, aber auf gemischten ITS wird deutlich weniger beatmet. Da geht´s nachts 1:3, tagsüber i.d.R. 1:2.
Vor allem müssen wir kaum (!) unqualifizierte Arbeiten erledigen, d.h. Wäsche und Material auffüllen, Medikamente einräumen, Bettplatzreinigung, Entsorgung, Materialtransport im Haus, Essensbestellungen, Materialbestellungen, Bevorratung, ... . Mit gut eingearbeiteten Hilfskräften (auf Pflegestellen!) traumhaft! :jubel:
Da finde ich skill-mix ja ganz ok, ich bin eigentlich nur am Pat. beim Arbeiten. Rein pflegerische und intensivtherapeutische Tätigkeiten, für Laufarbeit sind wir wirklich zu teuer!

Gruß eines zufriedenen (wir sind wirklich noch gut dran :mosh: ) Monty! ;)

WomBat
21.08.2007, 21:03
Der geschilderte Fall ist nicht ganz neu. Ich bin vor (einiger Zeit? 2 Jahre her?) zufällig auf einem Pflege-Link gelandet, der diesen Fall beschrieb. Leider kann ich mich nicht genau darin erinnnern, welche Qualifikation die Person hatte, irgendwie habe ich aber im Kopf, dass es u.a. auch um skill-mix ging. Der Link den ich gepostet hatte, ist ein anderer, den "alten" habe ich nicht wieder gefunden :( . Also, ja, Pflegerli, es ist reine Spekulation, wer das war. Allerdings fand ich den "Fall" ziemlich...jedenfalls ganz neu für mich. (Der Fall wird auch von der JCAHO erwähnt, anscheinend Daten aus CIRS, also anonym).

Siehe auch das Forum allnurses (egal, was man davon hält), hier werden Konnektionsprobleme diskutiert. Gar nicht komisch.

http://allnurses.com/forums/f279/jcaho-alert-tubing-misconnections-persistent-potentially-deadly-occurrence-152631.html


Bzgl. DownUnder – wie ich sagte, ich träume nur von solchen scheinbar „Traumhaften Zustände“. Ich kann den Erfahrungsbericht hier aus meiner Höhle heraus keinesfalls bestätigen. Aber warum soll jemand aus Deutschland bewusst falsche Daten in dieser Art und Weise ins Internet stellen? Du hast schon recht, Glaube ist Religion, Wissen ist Wissen.

Deine Fragen zu beantworten bedeutet: weiter suchen, vergleichen….Eine wesentlich bessere Idee: nach DownUnder reisen und selbst gucken? Oder Fr. Flerchinger fragen? Ja, Ja, ich sehe es schon, die Zwaimeinde komplett an Bondi Beach...oder in den Blue Mountains...oder...irgendwo im Outback....

Monty, Du bist gut dran! Ist Dein Träger...ja wie ist er dann? Nur wenn Du möchtest...



WomBat

pflegerli
21.08.2007, 22:33
... nach DownUnder reisen und selbst gucken? ...Ja, Ja, ich sehe es schon, die Zwaimeinde komplett an Bondi Beach...oder in den Blue Mountains...oder...irgendwo im Outback....
Tja, davon träume ich auch :)
Gruß pflegerli

Monty
22.08.2007, 12:25
Monty, Du bist gut dran! Ist Dein Träger...ja wie ist er dann? Nur wenn Du möchtest...


Hallo Wombat!
Na, dann lass ich mal die Hosen runter! :schock:
Ein Hoch auf die Berufsgenossenschaften, sag ich nur. Ganz klar, eine teure und maximale Therapie ist immer noch billiger als lebenslang BU-Rente! Leider sind die gesetzlichen Kassen oft nicht so weitsichtig. Trotzdem werden die Kassenpatienten zumindest im INT/Anä-Bereich kaum anders behandelt, laut PD wird halt bei uns von den Kassen mehr gezahlt pro Fall bzw. Tag, weil wir in der Summe weniger Tage brauchen, ergo billiger sind!
Leider geht es nicht allen BG-Kliniken so gut, deswegen sind die derzeitigen Tarifverhandlungen auch so schwierig, denke ich.

Gruß,
Monty

Kania
22.08.2007, 12:48
... ein hoch auf die BGen...
die durch die BG finanzierten patientenversorgungen - sind gut, doch sollte nicht vergessen werden d.d. auch "nur" versicherungen sind. klar deren einnahmen sinken proportional mit dem wegfall der arbeitzsplätze, als beispiel einmal die durch die bg gezahlten renten für bergleute - die ausgaben sind zigfach höher als die einnahmen...
resultat vom finanzdruck: die wegeunfallversicherung steht/stand zur diskussion...
lg.

Monty
22.08.2007, 17:55
Ok, ok,...!
Ich geb nach.:-o
Da hat Kania schon recht, der Wegeunfallschutz war zur Diskussion gestanden. Dazu muß ich aber auch aus Erfahrungen mit genau dem Patientenklientel sagen: Teure Versicherung, leider auch für Schnellfahrer und Spätaufsteher, denen es dadurch in der Folge nicht an Hilfe mangelt. Nicht falsch verstehen, ich bin für die Wegeversicherung! Eine sehr häufige "Diagnose", mit durchaus schweren Verletzungsmustern.
Prinzipiell stehen die Bg´en EU-bedingt eh zur Diskussion. Unsere Ländernnachbarn sehen sich im Wettbewerb benachteiligt, weil Arbeitgeber bei der Unfallfürsorge bzw. derer Vernachlässigung Rückendeckung haben, was den Ausfall und die Zahlungen betrifft. Ausländische Firmen müssen das Arbeitsrisiko selbst versichern und sind zumindest laut EU im Wettbewerb benachteiligt. Mal sehen, wie lange es dieses fast einmalige System noch gibt.

So, zurück zum Thema ...

Wo waren wir eigentlich und wo begann es? :confused: :D

Skill-mix, Pflegequalität, Qualifikationsnachweise, ...
Da unser Land ja nicht dafür bekannt ist, einfache und gut funktionierende Systeme zu übernehmen (in allem Bereichen, siehe LKW-Maut :wut: ),
wie wird´s weiter gehen?

:confused: Monty

Kania
22.08.2007, 19:25
... na denn: ich hoffe die bg´en halten sich, denn zumindest die haben einen schönen leitsatz entgegen denen der krankenkassen:
Krankenkassen: Das für den Patienten nötige
BGen: Das bestmögliche für den Pat.
Immerhin!

WomBat
22.08.2007, 21:35
Danke Monty,

Ich habe nicht sehr viel eigene (persönliche) Erfahrung mit den BG Kliniken, aber was ich bisher gesehen habe, ist überzeugend. Ich wünsche Deiner Klinik weiterhin alles gute - und das Wege gefunden werden, mit der "Neuzeit" (nicht "Neu-Age-Kram") sinnvoll umzugehen. Ich bin sicher, von Euch könnte man 'was lernen (wenn man das will oder wolltet :D ) (Ist wolltet eigentlich ein Wort?)

So, wie war noch mal das Thema?

WomBat, ihr bringt mich noch aus dem Konzept :)

Monty
23.08.2007, 15:14
(Ist wolltet eigentlich ein Wort?)

So, wie war noch mal das Thema?



Hallo Wombat,
probier´s mal mit "wollen würde" oder "wollen würdet"! :D Liest sich zwar komisch, is aber so!:hihi:

Ja, das Thema:
Ich denke, wenn man das ursprüngliche Thema "Pflegequalität und Patientensicherheit im Intensivbereich" bedenkt, sind wir nach einem berufspolitischen Exkurs jetzt auch ziemlich gut im Rennen.
V.a. (= vor allem, nicht "Verdacht auf"; liest sich auch komisch, is aber so!:D ) seit du den Begriff skill-mix hier so in die Runde geworfen hast :bravo: .
Für das Kernthema eine Personalvariante, die ernsthaft diskutiert werden muß, wenn man die Fachpflegequote in den Mund nimmt. Ist denn nicht die Masse an Pflegekräften, welche noch keine FWB haben auch skill-mix in diesem Sinne. Was bedeuten könnte: Ist das auch Qualität, was wir hier im Land mit 2 Jahren "Wartezeit" auf die FWB produzieren?
Mal wieder ein Sprung ins Ausland: Muß man in der Schweiz nicht entweder die FWB schon haben oder dabei sein, wenn man auf ITS oder in der Anä.-Pflege arbeitet. Da kann ich schon verstehen, warum bei denen das getrennt ist, die werden schon 2 Jahre brauchen um die völlig Ahnungslosen auf die ITS vorzubereiten.
Bei uns baut man ja durch mindestens 1/2 Jahr ITS-Erfahrung vorher auf gewisse Grundkenntnisse auf.

:confused: Monty

WomBat
23.08.2007, 21:14
Monty,

Interessant!

Anscheinend haben wir skill-mix, nur reden wir nicht darüber! Schüler im Einsatz auf Intensiv oder Anästhesie, frisch-examiniertes Pflegepersonal, neue Mitarbeiter, mit und ohne Fachweiterbildung, erfahrene MA, sehr erfahrene MA, regelrechte Profi's (nach Benner: Experten), KPH, usw. usw.

Wie wird man dem Skill-mix gerecht im Sinne von bester Pflegequalität?

Ich glaube, so langsam weis ich auch wieder, über was wir hier diskutieren :D .

WomBat

pflegerli
23.08.2007, 21:16
...Ist denn nicht die Masse an Pflegekräften, welche noch keine FWB haben auch skill-mix in diesem Sinne....
Ich erlebe es doch live, dass eine FWB alleine überhaupt nichts aussagt. Ist die FWB erst mal einige Jahre her, und hat die betreffende Person sich in diesem Zeitraum nicht aus eigenem Antrieb weitergebildet, Fortbildungen besucht, sonstwie interessiert, so ist die FWB auch nur ein Papiertiger, nur ein scheinbarer Qualifikationsnachweis. Da sind manche Kollegen und Kolleginnen, die sich für ihren Job interessieren auch ohne FWB wesentlich besser qualifiziert, als die vermeintliche Elite, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht.
Um den regelmässigen Nachweis von (zertifizierten) Fortbildungen kommt unser Berufsstand einfach nicht herum, da muss sich endlich was tun, sonst werden wir unsere Qualifikation niemals als Argument in eine Tarifverhandlung eínbringen können.

Gruß pflegerli (ohne FWB)

Monty
24.08.2007, 09:40
Da hat pflegerli auf alle Fälle recht. Die FWB schützt nicht vor Unwissenheit.
Warum müssen wir eigentlich nicht die Führerscheinprüfung nicht regelmäßig wiederholen? Weil wird uns täglich hinter´s Steuer setzen. Allerdings bleibt das Auto ein Auto, und der Verkehr ändert sich auch kaum.

So kommen wir zurück zum Qulifikationsnachweis! Nur auf welcher Basis? Hab´s schon mal erwähnt, so was geht nur über gesetzliche Vorgaben. Und so was passiert in der Politik nicht, weil´s keinen interessiert, viel Arbeit ist und am Schluß im Gesundheitswesen noch mehr Geld kostet und sowieso für keinen Politiker ein Prestigeobjekt ist, mit dem er sich zur Ruhe setzen oder ein Denkmal setzen kann.:motz:

Ohne schöne Abendnachrichten oder einen Skandal greift kein Populist so ein Thema auf.

Monty

rettungsmaus
24.08.2007, 12:14
Ich erlebe es doch live, dass eine FWB alleine überhaupt nichts aussagt. Ist die FWB erst mal einige Jahre her, und hat die betreffende Person sich in diesem Zeitraum nicht aus eigenem Antrieb weitergebildet, Fortbildungen besucht, sonstwie interessiert, so ist die FWB auch nur ein Papiertiger, nur ein scheinbarer Qualifikationsnachweis. Da sind manche Kollegen und Kolleginnen, die sich für ihren Job interessieren auch ohne FWB wesentlich besser qualifiziert, als die vermeintliche Elite, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht.



Ich finde pflegerlis Einwand garnicht mal so uninteressant. Was bringt die FWB wirklich nach vielen Jahren noch für einen Unterschied zu "Nichtfachpflegenden".....ist es nicht die Erfahrung die die eigentliche Pflege ausmacht??;)
Ich selber bin immer für eine FWB. Ich glaube schon, dass in der Weiterbildung die Grundlagen für ein selbstständiges Handeln gelegt werden. Aber was macht den Unterschied in vielen Berufsjahren aus????

Gruß
Heike

Kania
24.08.2007, 12:26
Die FB gleidert sich in verschiedene Bereiche, ein meiner Meinung nach wesentlicher ist die damit zusammenhängende Befähigung praktisch auszubilden und anzuleiten ( unabhängig von sog. Mentoren ), berufspolitisch im Zusammenhang mit der Diskus. "Pflegekammer" wurde auch über Handwerksrecht gesprochen - hier ist der sog. Meister allein ausbildungsberechtigt gewesen und in versch. Berufen noch immer. Das die FB wesentlich mehr an Angagement ( Informationsgewinnung etc. ) fordert - zumindest jene welche ich vor geraumer Zeit absolvierte - zeigt doch den Willen sich über das normale Maß zu angagieren?
Das eine Routiene sich einschleicht und im zunehmenden Alter sich gegenüber Neuerungen durchzusetzen scheint - ist das nicht "normal" ?

WomBat
26.08.2007, 09:17
Hallo Zwaimeinde!

Folgendes passt nicht ganz in diesem Thread, hat aber viel mit "Pflegequalität" zu tun...daher das komplette Zitat:


Abstrakt: Link http://www.pflegekongress-muenchen.de/2004/programm5ce9.html


„Wie rationalisiert sich der Pflegedienst am besten weg? - oder: Pflegemanagement ohne Pflegewissenschaft »pflegt an den Patienten vorbei“



Dr. Olaf Scupin, Direktor der Abteilung Pflege am Friedrich-Ebert Krankenhaus Neumünster



„Einleitung: Zurzeit erleben wir, mal wieder (?) einen Wandel, manche sprechen von einer Revolution, im Gesundheitswesen. Die vorhandenen Strukturen werden unter anderem in individueller und gesellschaftlich-kultureller Hinsicht massiv verändert. Dieser Veränderungsprozess ist gekennzeichnet durch Begriffe, wie "Verweildauerreduzierung", "blutige Entlassung", "integrative Versorgungsformen", "Praxisgebühren", "Lohnnebenkosten" aber auch "betriebsbedingte Kündigungen", Klinikschließungen usw. (Arnold 2002, Braun et. al. 2004).

In dem Vortrag sollen die Auswirkungen und möglichen Entwicklungen für die professionelle (berufliche) Pflege von Menschen, die sich aus den Strukturveränderungen ergeben, in Teilen strukturiert und beleuchtet werden. Es soll versucht werden, einen Ausblick zu liefern, wie in operativer Hinsicht, also im täglichen pflegerischen Handeln, Konsequenzen aus den Veränderungsprozessen gezogen werden können.

Methodik: Zunächst wird ein Sachstand, soweit dies für die Fragestellung relevant erscheint, zum bundesdeutschen Gesundheitswesen vorgestellt. Für die Darstellung wird zur besseren Operationalisierung die Unterscheidung in die normative, die strategische und die operative Ebene vorgenommen.

§ Unter der normative Ebene werden gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Arbeitslosigkeit, Singularisierung und Überalterung, aber auch exekutive, wie legislative Maßnahmen, wie zum Beispiel die Beitragsstabilität (Sozialgesetzbuch - SGB V § 71), verstanden.

§ Mit der strategischen Ebene sind gesundheitspolitische Aspekte, wie die DRG-Einführung genauso gemeint, wie die notwendigen Organisationsentwicklungsschritte in den Einrichtungen des Gesundheitswesens.

§ In der operativen Ebene, und um die geht es in dem Vortrag primär, sollen die betrieblichen Aktivitäten, die die Frage nach der Qualität der Pflege als Leistung für eine Gesellschaft und das damit verbundene Führungsverständnis umfassen, vorgestellt werden.

Alle drei Ebenen besitzen Einfluss aufeinander (Schein 2003). Eine Veränderung in eine der drei Ebenen verändert die beiden anderen ebenfalls.

Fragestellung und Ausblick: Konkret muss sich die professionelle Pflege die Frage stellen lassen, welche Konzepte sie zur Sicherstellung und Versorgung der Gesellschaft mit pflegerischer Leistung besitzt und anwendet. Um die Aufgabe der Patientenversorgung und die Qualität der Pflege definieren zu können, muss gerade das Pflegemanagement die theoretischen Ableitungen der Pflegehandlungen aus den Pflegetheorien kennen und entscheiden, welche zur Anwendung kommen. Diese Entscheidung geschieht u. a. vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Bedürfnisse in gesundheitlicher, ökonomischer und ethischer Hinsicht. Der Anspruch an ein Pflegekonzept muss lauten: Transparenz und Konsequenz in unternehmerischer, ökonomischer und kultureller Hinsicht. Die Auswirkungen auf die Patienten-, Kunden- und Klientenversorgung, sowie auf die Mitarbeiter und die Profession der Pflege müssen erkennbar sein. Die Konsequenzen aus einem Pflegekonzept für die Gesellschaft - lokal oder kulturell - sollten in den Auswirkungen bekannt sein. Pflege und Pflegemanagement als Handlungswissenschaft beruht auf tatsächlichem Handeln, ist aber theorieabhängig (Chalmers 2001).“

WomBat

Monty
26.08.2007, 20:18
Ähhhh, wie bitte?

Muß man studieren, um das ganze komplett zu verstehen? :confused:


Monty

WomBat
27.08.2007, 23:12
Monty,
für mich waren die letzten 3 Absätze von Bedeutung...ansonsten guckt da schon so etwas soziologisches heraus :D

WomBat

Monty
29.08.2007, 09:04
Hallo!
Ah, jetzt ja!

Auch ein guter Artikel, mit Hinweis auf das letzte Sachverständigen-Gutachten der Bundesregierung, die dortigen Forderungen nach mehr Kompetenzen decken sich mit den Beispielen in diesem Artikel.

http://www.zeit.de/2007/35/M-Pflege

Doktor Schwester

Pfleger übernehmen neuerdings ärztliche Aufgaben. Sie geben Spritzen, nehmen Blut ab und operieren. Künftig sollen sie auch Rezepte schreiben.

Wenn sich diese Bewegung fortsetzt, kommen wir um einen Qualifikationsnachweis eh nicht mehr rum. Was nicht heißen soll, daß hier nur ärztliche Aufgaben übernommen werden sollen. Es geht hier auch um das nach unten deligieren fachfremder Leistungen:
»Leute mit einer dreijährigen Krankenpflegerausbildung Serviceaufgaben machen zu lassen ist Verschwendung«
»Man kann nicht munter Personal abbauen und dann überlegen, was die Pfleger noch für sensationelle Aufgaben erledigen sollen«

Hab das Sachverständigen-Gutachten gelesen, zum großen Teil. Wenn ich mir den Artikel ansehen, passiert hier eine interessante Entwicklung. Finde zwar nicht alles gut, was da so beschrieben wird, aber immerhin kommt was in Gang. Mal sehen, ob´s der Vorwärts- oder Rückwärtsgang ist.

Monty

arnold kaltwasser
10.09.2007, 14:15
falls noch mal jemand ne Frage hat zur Wichtigkeit einer Quantität und Qualität:D

http://eprints.soton.ac.uk/37613/#

so long arnold

WomBat
10.09.2007, 20:51
Monty, zu Deinem Beitrag! Die Kommentare sind auch :D

Argumentation mit Ähnlichkeit zum Abstract von Herr Scupin (wo man studiert haben muss :wow: ), nur in anderen Worten:

siehe Kommentar von bkrautz(Pflege auf dem Irrweg) zu „Doktor Schwester“ unter:

http://kommentare.zeit.de/commentsection/url/2007/35/M-Pflege#comment-71384


Arnold, welches Pflegesystem wird/sollte (oder muss!) sich auf Intensivstation durchsetzen?

WomBat, grüßt das Forum

Elisabeth
11.09.2007, 08:21
Dummerweise hat ein kleiner Teil der Pflegekräfte die Öffentlichkeit gerade wieder von ihrer Inkompetenz überzeugt. Stichwort: MDS- Gutachten.

Glücklicherweise schaut der MDK nicht wirklich nach der Fachkompetenz der Pflegekräfte. Ihm reicht es, wenn nach Checkliste und Standard gearbeitet wird. Das läßt den (Trug-)schluß für die Gesellschaft zu: wer lesen kann, kann auch in der Pflege arbeiten. Und daraus wird dann schnell eine "triviale" Krankenpflegeausbildung mündet in einer ebensolchen Prüfung.

Welche Fachkompetenz ist nötig um Pflegeabläufe optimal zu steuern? Wieviel Fachkräfte braucht es mit welchen Fachkenntnissen? ...

Und dann sind wir wieder bei Pflegekammer, Vorbehaltsaufgaben, Qualifizierungsprofilen.

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 09:25
... wer lesen kann, kann auch in der Pflege arbeiten. Und daraus wird dann schnell eine "triviale" Krankenpflegeausbildung mündet in einer ebensolchen Prüfung.
...
Elisabeth

jetzt mal halblang!
diese Worte diskriminieren jeden der diese Ausbildung mal gemacht hat!
Von denen die sie durchführen will ich noch garnicht reden...
bitte zurück auf Los..
arnold

PS wenn dann bitte mit konkreten Beisspielen und dann auch eine Meldung an die jeweilige Aufsichtsbehörde...

Elisabeth
11.09.2007, 09:51
Wie jetzt... in deinem Bereich gibt es keine Standards und Checklisten? Das wäre eine Meldung wert.

Spaß beiseite. Es gibt Expertenstandards- die werden abgewandelt, damit sie anwendbar sind für die (Fach-)pflegekräfte.
Beispiel: Dekubitus Checkliste ist notwendig damit Fachkraft keine Probleme übersieht. Dabei kommen nicht validierte Checklisten zur Anwendung. Die Maßnahmen erfolgen bei ca. 80% (?) der Einrichtungen (bezieht sich auf alle Pflegebereiche) nach "Drehbuchstandards"... so-und-soviele Punkte auf Skala XYZ dann die-und-die Maßnahme. Meist gehen die Empfehlungen auf irgendeine Studie einer Firma zurück.

Wieviel Grundfachwissen ist tatsächlich in der Pflege (es geht hier ja nicht nur um die Intensivpflegeexperten) vorhanden?
These: Ich wage zu behaupten: eher wenig. Ohne Checkliste und "Drehbuchstandard" kommt nicht mal die Grundausbildung aus. Wozu ist dies notwendig? Man versucht immer noch die eierlegende Wollmilchsau auszubilden. Bei dem umfangreichen Pflegefachwissen kann man nur an der Oberfläche kratzen. Qualitätssicherung erfolgt dann per Papier. Und da gilt dann: füll die Liste aus und du wirst schon richtig handeln.

Die Änderung des Ausbildungsmusters hat in vielen Schulen zu einem Chaos geführt. Lehrer sind nicht ausreichend vorhanden um die Lernfelder in Theorie zu vermitteln. Schulen sind zu unflexibel in der Umsetzung. Azubis sind es nicht gewohnt eigenständig Inhalte zu erarebeiten. Praktische Ausbildung- viele Azubis sind Lückenbüsser bei dem derzeitigen Personalmangel auf den stationen. Da macht auch der Einsatz von PA oft nur wenig wett.
So bleibt vieles auf der Strecke und die Ausbildung hat zwar einen hohen Anspruch, dem sie im Endeffekt nicht gerecht werden kann.

Elisabeth

PS Ich gebe Seminare zu den Pflegegrundprobleme und weiß wovon ich rede.

arnold kaltwasser
11.09.2007, 10:24
Welcher Film läuft hier?
arnold

Wombat die Frage nach dem Pflegesystem im Intensivbereich in der Zukunft ist berechtigt!
Die Antwort nicht gerade leicht:
kann nur auf den Vortrag am Do auf dem HAI hinweisen...Beatmungsmanagement aus Sicht der Pflege

hier der Abstract dazu:

Beatmungsmanagement ist ein Teil der täglichen Aufgabe im Intensivbereich. Grundsätzlich ist es eine interdisziplinäre Aufgabe. Diese ist umso wichtiger, da eine Ventilator oder/und tubusassoziierte Pneumonie eine wichtige Rolle beim Krankheitsverlauf hat (vgl.1, 2). Die Aufgaben der Intensivpflege haben durch die qualifizierte Weiterbildung zur Intensivpflege und Anästhesie und den Kostendruck der in den Krankenhäusern die letzten Jahre entstanden ist stetig zugenommen.
„So unterstützen Fachkrankenpflegende eigenverantwortlich medizinische Therapiekonzepte wie z.B.:
• Entwöhnung vom Respirator
• Planung und Durchführung spezieller Lagerungstherapien
• Durchführung von Nierenersatzverfahren
• Bedienung technischer Überwachungsgeräte
• Steuerung der Analgosedierung und Schmerztherapie
• Durchführung und Überwachung der Ernährungstherapie und Flüssigkeitsbilanzierung
• Einhaltung und Sicherung hygienischer Mindeststandards“ (3)
Im Vortrag wird auf die Punkte Therapieunterstützung, Technisches Management, Therapiedurchführung, Kommunikation, Lärm und Schlaf bei der Pflege von beatmeten Patienten besonders eingegangen.
Abschließend ist noch einmal anzumerken, dass eine Qualitätserhaltung oder Steigerung bei der Pflege von beatmeten Patienten nur durch ausreichendes und qualifiziertes Personal erreicht werden kann (vgl. 3, 4)!

Literatur
1)K.-F.Bodmann: Beatmungsassoziierte Pneumonie Therapie Dtsch Med Wochenschr 2002; 127: 748–751
2) Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen www.nrz-hygiene.de 15.06.2007
3) Berliner Erklärung der Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege & Funktionsdienste Erklärung zu Pflegequalität und Patientensicherheit im Intensivpflegebereich www.dgf-online.de 15.06.2007
4) Diagnose und Therapie der Sepsis; S2 Leitlinie der der Deutschen Sepsis-Gesellschaft e.V. und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/079-001.pdf 15.06.2007

Holger Beuse
11.09.2007, 11:37
Dummerweise hat ein kleiner Teil der Pflegekräfte die Öffentlichkeit gerade wieder von ihrer Inkompetenz überzeugt. Stichwort: MDS- Gutachten.

Da bin ich mir nicht so sicher. Der imbezile Teil der Öffentlichkeit (http://www.bildblog.de/2463/verbesserungen-bei-der-pflege-bild-geschockt) mag davon überzeugt sein und das ist wirklich schlimm. Aber in seriösen Presseberichten wurde schon soweit differenziert, dass nicht die Pflegenden als solche inkompetent sind, sondern dass die Personalausstattung in vielen Heimen hinsichtlich Quantität und Fachquote zu wünschen übrig lässt, dass der MDK als Prüforgan untauglich ist und dass die Finanzierung der Pflege solche Missstände forciert.

Und da die Kollegen Journalisten zumeist nur schreiben, was man ihnen sagt, haben die hier gelegentlich als untätig bezichneteten Verbände (auch hinter den Kulissen) bezüglich des MDS-Pflegequalitätsberichts deutlich reagiert. (Nein, die DGF war nicht dabei, da sie mit der hier im Zusammenhang stehenden Heimpflege nicht viel zu tun hat.)

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=18597
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=29660
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=1041809
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=1041793

Elisabeth
11.09.2007, 11:54
Ob wirs nun gut finden oder nicht: die Meinungsmache erfolgt in Deutschland über die Zeitung, die keiner liest, die aber die höchsten Auflagen hat. Kleinere Lokalzeitungen springen gerne auf diesen Trend auf, erhoffen sie sich doch ebenfalls eine Erhöhung der Verkaufszahlen. Nichts ist so gut, wie der aufgebauschte Skandal von gestern um die Probleme von heute zu überdecken.

Elisabeth

PS
Nein, die DGF war nicht dabei, da sie mit der hier im Zusammenhang stehenden Heimpflege nicht viel zu tun hat.)

Kennst du deinen Veband- die DGF und ihre Ziele und Aufgaben?

Die DGF ist ein Forum
für die Interessen aller Pflegekräfte aus
Intensivpflege und Anästhesie
Operationsdienst
Nephrologie und Dialyse
Endoskopie
Kardiologie
Psychiatrie
Rehabilitation
Altenpflege
ambulanter Pflege unabhängig von einer Weiterbildung
http://www.dgf-online.de/aufgaben.htm

arnold kaltwasser
11.09.2007, 12:04
PS

Kennst du deinen Veband- die DGF und ihre Ziele und Aufgaben?
na ja das ist ja fast impertinent

und für dieses Thema ist in erster Linie der DbfK zuständig...
arnold

Elisabeth
11.09.2007, 12:13
na ja das ist ja fast impertinent

und für dieses Thema ist in erster Linie der DbfK zuständig...
arnold

????


Die DGF will

die Sicherstellung einer optimalen Patientenversorgung
eine qualifizierte und berufsspezifische Fortbildung
staatlich anerkannte Weiterbildungen der Fachkrankenpflege in allen Schwerpunktbereichen
eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung
eine Registrierung und Beratung von anerkannten Weiterbildungsstätten in der Fachkrankenpflege
die Registrierung aller Fachkrankenpflegekräfte
gute Zusammenarbeit mit allen in der Patientenversorgung tätigen Berufsgruppen und deren Organisationen
http://www.dgf-online.de/aufgaben.htm

Fachkrankenpflege gibts also nur in der Intensivpflege- verstehe. Man sollte den Verband auffordern in der Aussenpräsentation dies auch deutlich zum Ausdruck zu bringen.

*grmpf*

Elisabeth

Holger Beuse
11.09.2007, 12:26
Kennst du deinen Veband- die DGF und ihre Ziele und Aufgaben?
Ja, kenne ich, ich war auch schon mal auf der Seite ;)
Die DGF will ja eben nicht auf dem "Olymp (http://forum.zwai.net/showthread.php?p=10270#post10270)" stehen und deshalb alle Fachkrankenpflegende mit einbeziehen. Aber es ist ja kein Geheimnis, dass der Fokus der DGF auf A + I (und auch etwas auf Nephrologie und Dialyse) liegt. (Die personellen Ressourcen erlauben zurzeit nur die Konzentration auf diese Bereiche, denn Berwerber für die ehrenamtliche(!) Verbandsarbeit stehen nicht eben Schlange.)
Und für die Heimpflege gibt es nun mal tatsächlich kompetentere Verbände.

Elisabeth
11.09.2007, 12:31
Man sollte den Verband auffordern in der Aussenpräsentation dies auch deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Ist ja kein Problem, wenn man es aus welchen Gründen auch immer nur auf die Intensivpflege begrenzen kann. Nur falsche Aussagen finde ich da problematisch.

Elisabeth

arnold kaltwasser
11.09.2007, 12:59
Ist ja kein Problem, wenn man es aus welchen Gründen auch immer nur auf die Intensivpflege begrenzen kann. Nur falsche Aussagen finde ich da problematisch. Elisabeth

wer sagt denn falsche Aussagen...

liebe elisabeth
Holger hat doch geantwortet...
Kommunikationskompetenz drückt sich auch im Lesen aus...
arnold

fridolin
11.09.2007, 23:05
Liebe Elisabeth,

Was hat dich so zerrissen?
Was hat dich so verletzt?
Was hat dich und dein Leben und dein Herz so zerfetzt?
Was hat dich so zerrissen?
Was hat dich so verletzt?
Was hat dich und dein Leben und dein Herz so zerfetzt?
(Text: Juli)
Musikvideo:
http://de.music.yahoo.com/ar-310335-videos--Juli
Ich habe das Gefühl, Du bist frustriert.
Worüber, wieso?
Achtung, burn-out droht!

Viele liebe Grüße
der mitfühlende
fridolin

Elisabeth
12.09.2007, 07:50
Achtung, burn-out droht!


Ist schon angekommen dank der optimalen Strukturen.

Elisabeth

arnold kaltwasser
24.09.2007, 12:40
so kann es dann auch gehen...
http://www.aerztezeitung.de/docs/2007/09/21/164a0203.asp?cat=/medizin

so long arnold

Kania
24.09.2007, 16:32
dieses Problem läßt sich auf fast alle Bereiche der Pflege und Medizin übertragen, Spezialisierung hat ihren Preis...
Bedauerlich ist schon die Regression? den Rückschritt zu erleben.
LG

arnold kaltwasser
25.09.2007, 08:32
http://psnet.ahrq.gov/resource.aspx?resourceID=1909

http://www.psnet.ahrq.gov/resource.aspx?resourceID=2828

und das:

Nurse working conditions and patient safety outcomes.
Stone PW, Mooney-Kane C, Larson EL, et al. Med Care. 2007;45:571-578.

wenn man so sucht:confused:
und olli findet :D
so long arnold

Kania
25.09.2007, 08:48
Respekt vor Deinen Recherchen, bzw. der Kunst der Informationssammlung!
Das sind die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten...
Der Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Arbeitserfolg usw. sind bekannt, doch scheints dort halten sich die Kollegen auch nur über Wasser...

WomBat
25.09.2007, 19:11
http://www.rand.org/health/feature/2007/070601_stone.html

Nurse Working Conditions and Patient Safety Outcomes

Stone P et al



In bewährter Zusammenarbeit, der Link zu Arnold’s Fund.

WomBat

ostfriesland
29.09.2007, 10:44
Krankenhäuser wie Magneten - attraktive Arbeitsplätze ziehen gute Mitarbeiter an
Eine motivierte Pflegefachkraft zu finden, glich in den USA Anfang der 80er Jahre der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Immer weniger US-Bürger wollten sich für einen Beruf entscheiden, dessen Ruf alles andere als gut war: harte körperliche Arbeit, viel Stress, wenig Verantwortung, mageres Gehalt. Die hohen Kosten für eine akademische Pflegeausbildung - umgerechnet 51 000 Euro - stellten eine weitere Hürde dar.

Zum Artikel: http://www2.aerztezeitung.de/docs/2007/09/28/169a0203.asp?cat=/politik/gesundheitssystem_and

Gruß

Elisabeth
01.10.2007, 16:19
Kliniken vor drastischem Personalabbau
Die deutschen Krankenhäuser planen Entlassungen.
ERSTELLT 01.10.07,
Berlin - Jedes dritte Krankenhaus in Deutschland will im kommenden Jahr Personal entlassen.
Das geht aus einem bisher nicht veröffentlichten Bericht des Deutschen Krankenhausinstituts hervor, der in der kommenden Woche in Berlin vorgestellt werden soll. Ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe), wonach Entlassungen vor allem in der Pflege geplant seien. ...
http://www.ksta.de/html/artikel/1191189658349.shtml


Krankenhäuser schlagen Alarm
Von Andreas Mihm
30. September 2007
...
Die Ergebnisse der Befragung von knapp 800 Krankenhäusern bestätigen die Warnungen. Mehr als ein Drittel der Kliniken plant einen Stellenabbau im nichtärztlichen Dienst. Der vom Statistischen Bundesamt beobachtete Abbau bei den Pflegekräften würde sich demnach fortsetzen. Obwohl viele Häuser Mediziner suchen, halten elf von hundert einen Stellenabbau im ärztlichen Dienst für realistisch. Fast 30 Prozent wollen frei werdende Arztstellen zeitweise nicht mehr besetzen. Gerade große Kliniken sehen das als Chance, Kosten zu sparen. Zudem wollen sie Arbeitsabläufe verbessern und von ärztlichem Personal Arbeit an Pfleger delegieren.
...
http://www.faz.net/s/RubC8BA5576CDEE4A05AF8DFEC92E288D64/Doc%7EEB9067149F560459D998C1E8F7DE953E6%7EATpl%7EE common%7EScontent.html


Die Realität scheint uns einzuholen und im rasanten Schritt zu überholen.

Elisabeth

frido23
01.10.2007, 17:20
Hier einmal ein Kommentar zum FAZ-Artikel... besser hätte ich es auch nicht treffen können...

"Das immer zu wenig Geld da ist, gehört schon seit einiger Zeit zum allgemeinen Ritual der Gesundheitsbranche. Nach anderen Quellen, wird den Krankenhäusern vorgeworfen, ihr Management nicht im Griff zu haben.
Genau so seltsam ist es nun, dass ausgerechnet nach der Bekanntgabe, des Finanzministeriums, dass man in diesem Jahr keine Schulden mehr aufnehmen müsse. Bei gleicher Gelegenheit verkündete man, dass die Sozialsysteme sich über milliardenschwere Mehreinnahmen freuen dürfen.
Umso merkwürdiger ist es, dass sich die Krankenhäuser ausgerechnet jetzt mit Forderungen zu Wort melden. Es ist zuz vermuten, dass andere folgen werden."

(den Kommentar habe ich per Copy/Paste eingefügt, nur für die die es nicht gelesen haben)

Gruß

curare
29.11.2007, 22:04
Unterschriftenaktion "Uns reicht's!": gegen Stellenabbau und unzumutbare Arbeitsbedingungen in der Pflege

http://www.pflege-uns-reichts.de/eintragen.php

oder

http://www.pflege-uns-reichts.de/download.html

Kania
30.11.2007, 09:13
Guten Morgen,

ein wenig enttäuscht bin ich schon von den Flyern, vielleicht wäre es wirksamer aus Sicht des Versorgtwerdenden die Mängel welche durch die Belastungen der Pflegenden entstehen aufzuzeigen, "wir sind keine Dispositionsmasse" - sind wir nicht, doch darauf so hinzuweisen empfinde ich als (selbst)degradierung. Mal schauen was geschieht!
LG
Kania

Karsten Gehmlich
10.12.2007, 20:52
Hallo Kania,

Der Reiser sind die Flyer sicherlich nicht, hätte sie perönlich auch anders gesteltet, letztlich ist aber wichtig und interessant, dass unsere Proffesion, unser e Interessen und die Probleme mit denen wir uns rumärgeern müssen, ins öffentliche Interesse gestellt werden.
"Respekt und Anerkennung für die Leistung, die wir für den Behandlungserfolg erbringen " zu fordern, das tun wir viel zu wenig.

Karsten

Nicht "Schauen was geschieht" sondern

:mosh: "SCHAUEN; DASS WAS GESCHIEHT" muss das Mooto sein:bravo:


Guten Morgen,

ein wenig enttäuscht bin ich schon von den Flyern, vielleicht wäre es wirksamer aus Sicht des Versorgtwerdenden die Mängel welche durch die Belastungen der Pflegenden entstehen aufzuzeigen, "wir sind keine Dispositionsmasse" - sind wir nicht, doch darauf so hinzuweisen empfinde ich als (selbst)degradierung. Mal schauen was geschieht!
LG
Kania

arnold kaltwasser
16.04.2008, 10:22
und das betrifft uns auch...

http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/38/aid/4880/title/DKG_zur_DKI-Studie_%E2%80%9ENeuordnung_von_Aufgaben_des_AErztl ichen_Dienstes%E2%80%9C

so long arnold

arnold kaltwasser
11.06.2008, 13:22
und ein lesenwerter Artikel....

http://www.protectmasspatients.org/docs/June%2007%20Stone%20Medical%20Care%20Work%20Cond%2 0Hosp%20Infection.pdf

so long arnold

arnold kaltwasser
22.08.2008, 13:14
und hier noch eine aktuelle Pressemitteilung der DGF:

http://www.dgf-online.de/mitteilungen/DGF_Pressemitteilung_190808.pdf

so long arnold

arnold kaltwasser
22.08.2008, 13:20
und noch etwas älteres gefunden:
http://www.chestjournal.org/cgi/reprint/113/3/752
so long arnold

fridolin
22.08.2008, 13:58
Wie wäre es denn mit dieser Kampagne?

http://www.der-deckel-muss-weg
.de/ (http://www.der-deckel-muss-weg.de/)

See you in Berlin

Nur wenn Pflege massenhaft auf die Strasse geht, ändert sich aus etwas.


fridolin

arnold kaltwasser
17.06.2009, 11:22
und mal wieder etwas aktuelleres:
http://wjn.sagepub.com/cgi/content/abstract/31/2/153

so long arnold

arnold kaltwasser
19.06.2009, 16:15
und ne interessante Studie zum Thema...
http://www.mig.tu-berlin.de/menue/research/aktuelle_projekte/rn4cast

so long arnold