PDA

Vollständige Version anzeigen : Anästhesieassistenz in Europa


Géri
18.03.2007, 09:56
Anästhesieassistenz/pflege, Pflegefachmann Anästhesie, infirmiere/r anesthésiste, enfermero/a Anestesia, nurse Anesthesia, Anesthesia da enfermeira/o…

Tour d`horizon in der Assistenzarbeit Anästhesie, Deutschland, Frankreich, Österreich und Schweiz:

Meiner Erfahrung nach gibt es in diesen Ländern sehr unterschiedliche Arbeitsmodelle, die den Anästhesieassistierenden Fachpersonen mehr oder weniger Kompetenzen einräumen und auch dafür sorgen, dass diese Kompetenzen in einem akzeptablen juristischen Rahmen geschützt sind oder nicht.


Meine Beobachtungen für Deutschland, wo ich viele Jahre tätig war resumiere ich so: Je nach Personaldecke auf der akademischmedizinischen Seite, erweitert oder verringert sich der Kompetenzkatalog der Assistierenden Pflege Personen. Ein Arbeitsmodel, was ausschliesslich an die Willkür der jeweiligen Abteilungen geknüpft ist.
Es gibt auch vielfach solche Abteilungen, die kategorisch die pflegerische Assistenzarbeit auf das Bereitstellen, Zureichen, Nachfüllen und assistieren von Anästhesien begrenzen und ganz bewusst den medizinischen Anspruch ausschliesslich in ärztlicher Hand belassen und schützen.

In Frankreich, wo ich herkomme, ist die/ der infirmiere/r anesthésiste häufiger direkt und eigenverantwortlicher mit der Anästhesie konfrontiert. D.h. die Assistenzperson ist als anestesie operator aktiv, wird dabei vom Anästhesisten supervisiert und wird im Rahmen von regelmässigen „testes de répétition“ (Qualifikationstest/Wiederholungstest) geprüft. Somit bekommt die Tätigkeit eienen höheren medizinischen Anspruch und wird auch attraktiver. Dieses Arbeitsmodel resultiert auch aus dem Mangel an Anästhesisten in Frankreich.

In Österreich decken sich die Arbeitsmodelle vielfach mit Deutschland. In Wien, wo ich zwei Häuser kennen gelernt habe, war nach Absprache gearbeitet worden, d. h. die Anästhesierenden Personen haben sich darüber geeinigt, wer das airway und wer die Zugänge mit der Medikamenten Induktion übernimmt. Dazu wurden beide von einem Op-Gehilfe unterstützt. Das Management um die Narkosemedizin wurde von den Anästhesiepflegepersonen sichergestellt.

In der Schweiz, wo ich derzeit arbeite, ist die Anästhesie Tätigkeit für die Pflegefachfrauen/männer äusserst anspruchsvoll. Die Einleitung, Führung und Ausleitung einer Vollnarkose muss beherrscht werden, da sie auch von diesen Personen durchgeführt wird. Dafür wird der nötige Rahmen geschaffen, d. h. Fortbildungen, Kongresse, Fallbesprechungen, Qualitätstest, Qualitätsgespräche, Feedback treffen etc.
Über die Anästhesiearbeit im Op hinaus, wird auch erwartet, dass die Notfallmedizin in Notarztkompetenz von den Fachpflegefrauen/männer Anästhesie beherrscht wird. Auch hier wird das Weiterbildungskonzept weit gefasst und mit den nötigen Inhalten gefüllt.

Ein kleiner tour d`horizon ohne die einzelne Model zu qualifizieren oder zu dequalifizieren. Im Rahmen der vielen Diskutionen über die Nützlichkeit einer Qualifizierung des Berufs der Obengenannten Berufsgruppen scheint es mir wichtig zu sein, zu betrachten und erfahren, was alles möglich ist und wie dies verwirklicht werden kann.
Für Detailfragen stehe ich gerne verfügung. Ein Diskussionsanstoss der es in sich hat.
Salut

Gégé

andreasuhl
20.03.2007, 08:48
Hallo Geri,

zunächst für das Forum, wir kennen uns gut aus jahrelanger Zusammenarbeit.

Du weißt, diese Vergleiche fallen immer schwer und wir sind geneigt uns die Rosinen rauszupicken.
Die Frage die bei allen Konzepten im europäischen Ausland und im englischsprachigen Raum bleibt ist die, wer macht die Arbeit des Pflegepersonales wenn diese die Arbeit der Ärzte übernehmen.
Gerade in Deutschland werden dem Pflegepersonal immer mehr hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Versorgungsaufgaben und Hol-und Bringedienste zugetragen.
Dazu kommt, daß wir heute ein beachtenwertes Qualitätsniveau unserer Mitarbeiter haben. Längst sind die Zeiten vorbei in denen wir sagten "hier können alle alles". Unter den heutigen Gegebenheiten, Teilzeitarbeit, fehlende Fachausbildung, Arbeitsverdichtung, fehlende Zeit zur Anleitung, übernahme von zusätzlichen Tätigkeiten, ständig wechselnden Arbeitszeiten, möglicherweise Rotation mit anderen Bereichen, ist es zunehmend schwer die Mitarbeiter auf einem hohen Qualitätsstandard zu bringen und zu halten.
Erschreckend kommt dazu, daß wir Weiterbildungsstätten haben die jeden Kursteilnehmer irgendwie mit durchziehen, will heißen, wir haben im Markt Kollegen mit der staatlichen Anerkennung die diese nicht verdient haben.
Erschreckend auch die zunehmende Nehmermentalität der Kollegen die sich zu reinen Gehaltsempfängern degradieren und an der Gestaltung der Prozesse nicht mehr teilnehmen.
Rundum, wir haben da ein Qualitätsproblem.
Warum also nicht besonders interessierte und fähige Kollegen weiterqualifizieren und dann auch zusätzliche ärztliche Aufgaben übertragen?
Weil das der Sache nicht dient. Wir brauchen ähnlich wie in Frankreich, du erinnerst sicher unser Gespräch in Paris mit den Kollegen, als wir staunten wie hoch die Anforderungen dort sind, Zulassungsregeln für die Zusatzqualifikation in Form von Testaten etc. und ständige Prüfung des Kandidaten. Diese Müsli-Erwachsenen-Bildung wie sie hier praktiziert wird ist untauglich.
Wir brauchen stete Fortbildung für die Kollegen.
Wir brauchen regelhafte Wissensabfragen zum Erhalt der Qualifikation.
All das ist möglich und die regeln für unsere Fachausbildung sehen das auch vor.
Wenn das alles umgesetzt ist, wir wieder ein hohes Qualitätsniveau, was die fachliche Kompetenz der Kollegen betrifft, erreicht haben und das für alle Kollegen im Funktionsbereich, können wir über die Ausweitung unserer Tätigkeiten nachdenken.
Machen wir uns mal nichts vor. In Deutschland ist es übliche Praxis, daß Pflegepersonal Narkosen überwacht während Anästhesisten pausieren, auf der Toilette sind, im Nachbarsaal helfen oder anderswo Ein- oder Ausleiten. Dies wird umsomehr praktiziert je später der Abend.
Ebenso ist es üblich, daß Pflegepersonal intubiert, Zugänge legt usw.
Dies ist die Grauzone die legalisiert werden muß.
Dies muß aber dann auch verantwortet werden!

Du siehst, wir sind auf gutem Wege.

Bleiben jetzt noch unsere profiliesierungssüchtigen Konzepteerfinder. Pflegepersonal soll interdisziplinär arbeiten. Also der Anästhesiepflegende soll auch den Op-Springer ersetzen, die OP-Schwester, wenn es sie noch gibt, also eher eine OTA, soll Narkosen mit Ein-oder Ausleiten. Fachausbildung soll nur für einen Teil der Kollegen notwendig sein. Alle Zeiten die nicht ausgelastet sind sollen mit Arbeit aufgefüllt werden. Am besten das Anästhesie/OP-Personal arbeitet auf Stationen wenn nicht operiert wird.

Und dann die Ärzte. Jetzt wo auch mal über die Stellenausstattung dieser Berufsgruppe nachgedacht wird wildern diese in anderen Arbeitsbereichen.
Keiner, aber auch keiner der mal laut gibt und klar und deutlich Aussagt wie es läuft. Im Gegenteil, da wird uns unterstellt wir würden ja nichtmal im Notfall Hilfe rufen und aus diesem Grund sei es gefährlich Pflegende Patienten in Narkose überwachen zu lassen.
Wer hat noch nicht zusammen mit einem leitenden Arzt Narkose durchgeführt und dabei die meiste Zeit alleine im Saal verbracht?

Du siehst, es hat sich nichts geändert.

Vergleiche sind immer interessant, sind sie auch hilfreich?

Wir müssen uns nicht verstecken. Daß wir vergleichbar sind sehen wir daran wie um uns geworben wird. Unsere Kompetenz ist im europäischen Ausland gefragt. Leider verlieren wir die besten.

Salut und Gruezi

Gégé
20.03.2007, 13:38
Salut Andreas,

mir ist das alles bestens bekannt, ich weiss auch um die Vergewaltigung des Berufs Anästhesiepflege in Deutschland, um die Frustrationen, die sich breit machen, um den Mangel an Wertschätzung usw. Fest steht, dass viele das Land verlassen auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen. Einige finden sie andere nicht. In Deutschland ist sicher der Qualitätstand in der Anästhesiepflege kompetitif, dennoch fehlt es an Festigkeit und Format, damit nicht jeder kommen kann um mit Hochqualifizierte Anästhesiepflegefachfrauen/Männer(die Schweizer Bezeichnung für unseren Beruf) x-beliebige Lücken in der Versorgung zu füllen, wie du es selber in deiner Abteilung erfährst.
Das Format und die Stabilität einer Profession sind dadurch zu erreichen, dass dafür gesorgt wird ein Maximum an Professionalität zu erzielen. Wie das geht wissen wir alle. Des Weiteren müssen die Kenntnisse mit Inhalte und mit der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen gefüllt werden. Es kann nicht sein, dass jeder dahergelaufener Mediziner aus Prinzip und nur kraft seines hierarchischen Standes uns in die Schranken weisen kann. Ich bin der Auffassung, dass eine gute Zusammenarbeit mit den Anästhesisten nur dann möglich ist, wenn es eine gegenseitige Wertschätzung gibt, wenn Vertrauen besteht und wenn alle wissen wieviel jeder tragen kann.
Diese Arbeitsform, der gegenseitigen Wertachtung, erlebe ich seit vier Jahren, es loht sich sich dafür einzusetzen.
Die Logistik um die Narkose Medizin vereinfacht sich zusehends: Einführung von Einwegmaterialien, zentralisierte Lagersysteme, technische Vereinfachung... Das Moto weniger ist mehr gilt besonders hier.

Ich meine, dass es wichtig ist mit in die Verantwortung genommen zu werden in der Entscheidung über medizinische Fragen in der Anästhesie, wir müssen unseren Teil Tragen, damit wir mitreden können, damit wir mit entscheiden können.

Grüsse in den Norden
Gégé

WomBat
20.03.2007, 20:17
Gégé, ich kann Dir nur zustimmen. Besser kann man es nicht formulieren!

"Je nach Personaldecke auf der akademischmedizinischen Seite, erweitert oder verringert sich der Kompetenzkatalog der Assistierenden Pflege Personen. Ein Arbeitsmodel, was ausschliesslich an die Willkür der jeweiligen Abteilungen geknüpft ist."

Für mich gibt es nur noch den zusätzlichen Gedankengang: In der Vergangenheit waren es die einzelnen Abteilungen. Heute ist es die DGAI und Co., die allen Abteilungen vorschreibt (versucht vorzuschreiben), den Kompetenzkatalog maximal zu verringern. Die Personaldecke ist zur Zeit noch gut. Wirkt fasst wie ein Marketing-Mechanismus, inkl. Propaganda.

Was fällt mir noch ein? Der Spruch "Macht souveräner Willkür" :)

Andreas:
Zwai für mich wichtige Sätze!
1) Dies ist die Grauzone die legalisiert werden muß.
2) Dies muß aber dann auch verantwortet werden!

1) bedeutet, dass berufspolitische Solidarität sowie Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Politik und Medizin eine Notwendigkeit darstellen. Bedeutet auch, das ein Berufsverband (oder Berufsverbände :) ) dieses "vertreten" können - ich meine, in der Lage dazu sein, dass auch wirklich vertreten zu können (und wollen).
2) Wissen wir, wie viele Anästhesie Pflegende mehr Verantwortung übernehmen möchten und oder auch könnten? Und natüralement, unter welchen Bedingungen?

Die "Konzepteerfinder", nach meiner Erfahrung stammen diese alle aus dem Pflegemanagement Bereich. Ich lasse mich gernen korrigieren, so erlebe ich es halt. Ich frage mich, mit welcher Kompetenz bzw. Kenntnis der Praxis - des Alltags in einer OP Abteilung werden solche Erfindungen erfunden?

Das mit der Müsli Bildung verstehe ich nicht wirklich ganz, vielleicht kannst Du mir auf die Sprünge helfen? Und "wir haben im Markt Kollegen mit der staatlichen Anerkennung die diese nicht verdient haben". Meinst Du veraltertes Wissen damit? (Das wäre doch durch stetige Fortbildung überwindbar? Denke ich mir.) Oder meinst Du evtl. Kollegen mit Motivationsmangelsymptome oder fehlende Pflegephilosophie (also eher schon immer Halb-Arzt gewesen)? Das wiederum bräuchte eher andere Maßnahmen oder die Zeit könnte das Regeln....Oder meinst Du...? Du wirst es mir schon begreifbar machen.

Grüße aus der Höhle, WomBat

Géri
21.03.2007, 18:34
Salut!

Hallo WomBat, deine Fragen sind spannend und verdienen beantwortet zu werden...

Sollte es dich mal interessieren, wie wir hier arbeiten, wie wir auf einfachem Weg Probleme lösen und wie sich das auf die Arbeitsmoral auswirkt, bin gerne bereit Auskunft zu geben.

Salut et belle soirée
Géri

madison
21.03.2007, 19:33
Hallo Gègè,

mehr von dir erfahren möchten sicher viele der ZWAIleser.

wie wir hier arbeiten, wie wir auf einfachem Weg Probleme lösen und wie sich das auf die Arbeitsmoral auswirkt,

das klingt verführerisch.........

Mein Frust ist im Moment so gross, dass ich schon nicht mehr ausführlich posten mag.

Gruss vom Rhein, Madi

WomBat
21.03.2007, 20:00
Hallo Madison! Grüß Dich!

Halt durch! Beiß einfach 'rein, wenn's denn sein muß.

Frage: Hast Du ein zwaites / zweites Standbein? Kein üble Idee, in diesen Zeiten....

WomBat

Géri
22.03.2007, 11:50
Saulut !

Unser Moto ist, Qualität durch Qualifizierung und Teamarbeit.
Qualitätsanforderungen sind die Herausfordungen, sie Erfordern Initiativen, Engagement und Interesse. Unsere Ärzte werden hier ganz bewusst in die Pflicht genommen, sie sollen Wissen weitergeben und mit Wissen bereichert werden (ein gegenseitiges Nehmen und Geben)
Ein kleines Beispiel: Unsere Reakonzept sieht vor, dass monatliche Schulungen stattfinden, ein Angebot für das gesamte Krankenhauspersonal. Die Anästhesiepflege organisiert und leitet diese Refrescherkurse.

Mit Kompetenz und Wissen gelingt es uns zu überzeugen, dazu legen wir grossen Wert auf eine stabile Sozialkompetenz.
Dem Teaching räumen wir eine besondere Rolle ein, hier werden der Grundstein und die Masslatte für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt, darüber hinaus wird der Qualitätsstandards gesichert.

Resümiert heisst dies:
• Qualität durch Wissen und Qualifizierung
• Kompetenzerweiterung durch Initiative und Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen
• Teaching als Basis zum Erhalt der Qualitätsstandards

Das Thema ist vast und spannend, hier habe ich einige Punkte genannt, die unseren Alltag in der Narkosemedizin attraktiv und interessant machen

A bientôt
Géri

WomBat
22.03.2007, 19:38
Géri,

kannst Du mal einen ganz normalen Arbeitstag beschreiben? Damit ich das besser verstehen kann (ich weis, große Aufgabe!). Stichworte würden mir auch schon weiterhelfen!

Merci im Voraus, WomBat

PS ja, es ist ein vaster Auftrag :)

madison
22.03.2007, 22:38
@Wombat:

2.Standbein: ich arbeite daran, nicht nur wegen der Zeiten (Multifunktionalität ist das aktuelle Stichwort),
sondern auch weil ich schon sooo lange durchhalte.... ;)

N8 vom Rhein, Madi

WomBat
23.03.2007, 22:18
Madison,

soooooooooooooooo Laaaaaaaaaaaannnnnnnnggggggggeeeee!ä!

Sieh's doch mal so. Was wäre das System ohne uns? :D

Auch wenn wir (Du) uns (Dich) verwandel(n)st, genau! Multifunkti!

Irgendwie geht es immer. Dadurch und dafür sind wir stark geworden.
Das nimmt keiner mehr weg.

WomBat, Grüßt

hansinsaudi
24.03.2007, 17:44
HAllo,
genau das ist es, Ihr gebt hier klar wieder, was fehlt im Deutschen Anästhesiepflegealltag. Hier bei uns läufts so, jährlich BLS und SAED, alle zwei Jahre ACLS und PALS, darüber hinaus zwei mal monatliche Fortbildung und mindestens 2 Fachvorträge abhalten im Jahr sind für jeden MA obligatorisch.
Nur schickt mal jeden MA auf diese Weiterbildungen, allein schon die Kosten die entstehen wenn man den Arbeitsausfall bedenkt, jeder MA ist pro Jahr für mind. 2 Wochen zusätzlich auf Fachweiterbildung, da ists doch billiger man stellt den AIP, falls es den noch gibt, in den Saal und ordnet der Anästhesieschwester an auf IHM/IHR aufzupassen und rechtzeitig einzuschreiten. Ich kann mich nicht mehr errinnern, wie oft ich dies von den Chef,- und Oberärtzten gehört habe......

Gégé
27.03.2007, 20:33
Salut WomBat,

Auf deine Anfrage, ein ganz normaler Tag in unserer Anä.:

• 7:00 Beginn
• Übergabe Nachtgeschehen, Op-Besprechung (Saaleinteilung durch Bereitschaftsdienst Pflege)
• Croissant et café au lait
• Vorbereitung Anä-Plätze + Narkosen
• Einleitung Regionalanä. Im AWR Assistenz AWR-Anä.-Person
• Narkoseeinleitung Anästhesist + Pflege im Saal
• Narkoseleitung Anästhesist oder Anä-Pflege(die Vollnarkose wird immer von einer der genannten Personen geführt, der Anästhesist ist jedoch immer im Op-Bereich)
• Ausleitung Anästhesist + Op-Pfleger oder Anä + Op-Pfleger
• Pager für RD mit Anä + Rearuf
• Op-Ende gegen 14:00 – 15:00
• Bereitschaftsdienst anwesend ab 13:30
• Tagesdienstende 15:30

Sonstige Tätigkeiten: Wir werden von den Stationen angefragt für das legen von Venenzugängen, bei schwierigen Venenverhältnissen. Wir bilden das REA-Team, organisieren und schulen das Personal in BLS, ALS Kursen. Schließlich sind wir in den Rettungsdienst eingebunden und rücken bei Einsätzen mit Anästhesie in Notarztkompetenz mit aus.
Vorbereitungen und Nachbereitungen der Narkosen plus Organisation um die Narkosen werden von Anä-Pflege gesichert.
Das mag umfangreich klingen, jedoch ist auch hier wieder alles nur eine Frage der Organisation.
Soweit nur kurz

A bienôt
Géri

andreasuhl
28.03.2007, 17:16
Hallo Wombat,
habe mich einige Tage ausgeklinkt. Du sollst Antwort bekommen.

Müsli Blidung. Wir pflegen heute eine Erwachsenenbildung bei der wir vom erwachsenen, mündigen Bürger ausgehen.
Jeder kann kommen und gehen tun und lassen was er will aber bitte die Stundenpläne anschauen und nicht immer stören. Ein bisschen kuschelig soll es auch sein und Prüfungenbereiten wir lange und intensiv vor. Es soll schließlich für alle schön sein und hinterher soll jeder seinen Schein bekommen, er war ja irgendwie dabei.
Die alten Frontalunterrrichte mit Prüfungen waren ja so unmenschlich und manchmal hat es einer nicht gepackt. Das war schlimm und gar nicht schön und alle waren ganz betroffen und die Prüfer waren böse Menschen.

Irgendwie sind wir da von einem Extrem in das andere verfallen. Aber bitte, so kann es nicht gehen. Wenn ich höre, daß sich Teilnehmer eines A+I Kurses im Unterricht benehmen wie eine Grundschulklasse dann sollen sie zuhause bleiben. Diese Leute brauchen wir nicht in den Krankenhäusern.

Es gibt Weiterbildungsstätten die den Ruf haben da fällt keiner durch, die kriegen das schon hin. Überflüssig. Falscher Ansatz.

Ich habe meine Fachausbildung an der Uni Klinik in Giessen gemacht. Die Schule hatte gar keinen Ruf, oder doch, nämlich den, daß dort ständige Konzeptionlosigkeit herrscht. Wir hatten sehr guten klinischen Frontaluntericht, Gruppenarbeiten zu speziellen Themen, viele Testate, Siege und Niederlagen und zum Schluss alle die, die zwei Jahre durchhielten, und das waren nicht alle, die staatliche Anerkennung in der Tasche.

Und dann die in der Hülle eines Krankenpflegers gefangenen Ärzte. Kommentar eigentlich überflüssig.

Wir haben gutes und qualifiziertes Personal und so soll es auch bleiben. Wir haben Berufseinsteiger in die motiviert sind und auf einen Platz in der Weiterbildung hinarbeiten. Die machen das auch.
Wir haben alte und ältere Kollegen die sind einfach Topfit.
Wir haben heute Fortbildungsmöglichkeiten von denen haben wir vor 20 Jahren nur geträumt. Und die nehmen wir auch wahr.
Wir haben einen guten Qualitätsstandard und den gilt es zu halten und daran zu arbeiten. Wir müssen nicht immer noch schneller und besser werden.

Das mit der Solidarität und den Berufsverbänden ist so eine Geschichte für sich. Wir lassen uns ja schnell instrumentalisieren, wie wir in den Tarifverhandlungen sehen konnten, und freuen uns wenn der Kelch an uns vorbei geht und die "Anderen" den schlechteren Tarifvertrag bekommen.
Der Organisationsgrad der Pflegenden in den Gewerkschaften und Berufsverbänden ist denkbar schlecht. Warum soll ein Müllmann für Krankenhauspersonal streiken wenn die doch nicht organisiert sind.
Was erreicht ein Berufsverband wenn er 1000 Mitglieder hat.
Wieviel Kolleginnen und Kollegen arbeiten im Anästhesiebereich?
4000, 7000, 10 000 ??? Wer vertritt unserer Interessen?

Wir dürfen uns jetzt nicht aufreiben und spalten lassen. Die Ärztefunktionäre betreiben Politik zu unseren Lasten. In den Kliniken sieht es anders aus und wir sollten uns nicht unter Niveau darstellen. Nur Stewardessen müssen kuschen Herr van Aken.Ach ja und immer dieser Vergleich mit der Luftfahrt.Schon krankhaft.Krankenhäuser sind wie Flughäfen, Narkosen wie Flüge. Wenn der Autopilot fliegt kann jeder am Steuer sitzen aber eine Narkose sollte schon qualifiziert betreut werden. Das Pflegepersonal auf die Stufe von hauswirtschaftlichen Mitarbeitern zu stellen ist schon frech.

Lasst uns weitermachen. Es lohnt sich. Anästhesiepflege in Deutschland ist eine interessante und verantwortungsvolle Aufgabe.

Weiterhin zuversichtlich

madison
28.03.2007, 21:57
@Wombat:
Multifunkti auch, wenn dies bedeutet, Lücken zu stopfen, wenn der operative Springer im Saal fehlt? Solange das unter dem Motto 'kollegiale Zusammenarbeit' steht, herzlich gerne.
Wenn es aber nur dem Ziel des Arbeitgebers dient, Personal einzusparen, und nicht einmal ordnungsgemässe Geräteeinweisungen für erforderlich gehalten werden, - tja, dann fühle ich mich wirklich wie eine von van Akens Saftschubsen. :vomitus:

@Andreas:
donnernder Beifall, auch wenn aus deinen Beiträgen viel Bitterkeit klingt.
Leider bin ich nicht mehr so zuversichtlich, es sei denn wir alle wachen endlich richtig auf, nicht nur die Pflege, in dem sie sich organisiert, sondern eben auch die Entscheider in den Krankenhäusern und wo sie noch so sitzen und sich die Taschen füllen.

Habe fertig.

Madi

andreasuhl
29.03.2007, 08:07
Hallo madison

so verbittert wie es scheint bin ich nicht. Wir müssen nur Ross und Reiter nennen und das dürfen wir uns auch nicht nehmen lassen.
Ich mache diesen Beruf aus Überzeugung, wollte nichts anderes machen und habe auch nichts anderes gemacht. Ich bin jetzt seit 1982 in der dritten Anästhesieabteilung und gehe immer noch jeden Morgen gut gelaunt zur Arbeit und meist genauso gut gelaunt nachhause.
Wenn es mal nicht rund läuft muß das eben kommuniziert werden.
Das gelingt uns meist. Ich weiß wie schwierig die Auseinandersetzung ist und möchte manchmal auch lieber die Kohl Nummer machen. Da muß jeder seinen weg finden.

Diese Multifunktionsarbeitskraft die sich, und das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit, PDLer mit Unterstützung von ehemaligen Kollegen aus den Funktionsbereichen ausgedacht haben, sind einfach die billige Alternative.
Da wollen irgendwelche Pflegeflüchtlinge, Studierte und auf wackenlnden Stühlen sitzende PDLer ihren Stellen retten indem sie auf unsere Kosten Stellen einsparen wollen.
Das wir uns im OP interdisziplinär und kollegial helfen steht doch nicht in Frage. Das ist so und bleibt sicher auch so ( ausser in Bayern, habe ich gehört, da wird strikt getrennt).

Es ist schon ernüchternd zu sehen wie es diesen Leuten gelingt einen Keil zwischen die Berufsgruppen und in die Berufsgruppen zu treiben. Erschreckend, daß sie damit teilweise sogar Erfolg haben.
Ich beobachte bei OP-Perosnal, daß die aus einer vermeintlich guten Position heraus, Fachkräftemangel etc., immer mehr Arbeiten abgeben und dabei nicht bemerken, daß sie sich selbst wegrationalisieren. Wenn das so weitergeht dann stehen irgendwann tatsächlich nur noch eine OTA im Saal, den Rest macht das Pflegepersonal der Anästhesie.

Als ich 1982 anfing war das teilweise so, daß in den OP's der verschiedenen Fachabteilungen zum Teil die OP-Schwestern(Springer) die Anästhesieassistenz durchführten. Unser erscheinen war damals gar nicht wirklich gewünscht, die Kollegen gewöhnten sich aber dann doch sehr schnell an uns. Das ist noch gar nicht solange her.

Weitermachen !

WomBat
29.03.2007, 21:37
Madison, ich habe mich missverständlich ausgedrückt! Mit der Multifunktionalität ging ich davon aus...dass Du das zweite Standbein gemeint heißt! Daher meine Reaktion - wenn Du Dich entscheiden hast - noch eine (sinnvolle) - Weiterbildung, Studium, was auch immer....dann ist das gut!
Bei aller Liebe, Saftschubsen brauchen wir alle nicht wirklich um berufliche ausgefüllt zu sein. Aber wie Du sagst, die neuen Moden (Andreas hat gesagt, Ross und Reiter nennen ist nötig) sind höchst Zweifelhaft und bringen mich nur so ins Staunen. Schlimmer noch, in Wut. Der Kapitalismus pur hat uns bzw. das Krankenhaus erreicht.

Persönlich finde ich es immer schlecht für die "Pflege" wenn Pflegende Bereiche verlassen, in denen sie die eigentliche "Arbeit" mit den Patienten mögen. Nach meiner Erfahrung sind es die ArbeitsBedingungen (RAHMEHBEDINGUNGEN), die uns dann dazu bringen über ein zweites (oder drittes) Standbein nachzudenken. Danach folgen häufig Entscheidungen. Die Entscheidungen bedeuten für die "Zurückgelassenen" wiederum ein Verlust für die Pflege (siehe Benner "brain drain"). Das, was Du durch durchhalten gelernt hast, nimmt Dir keiner mehr weg. Was auch immer Du tust, behalte es, nimm es mit. Es gehört Dir. Mulitfunkti als Lückenbüßer war nicht in meinem Sinne. Manchmal (eigentlich schon vor ca. 30 Jahren) denke (dachte) ich, das ganze System müsste mal zusammenstürzen, damit wir wieder sauber anfangen können. Problem dabei ist z.B. Ethik, denn wenn es stürzt, sind Patienten am leidtragenden Ende. Und schon wieder "leider", denn damit rechnen (und rechneten schon immer) die Vorstände, Aufsichtsräte, Verwalter und sonstige Verbandelte Lobbyisten, dass wir Pflegende zu viel Herz haben, um nicht Multifunkti zu sein. Wobei es nicht verständlich ist, wieso dieselben bereit sind Fachkräfte für Geld putzen, bringen, holen zu lassen. Halt durch, für Dich selbst, notfalls mit Veränderung. Saftschubsen, eigentlich dümmlich, das von Fachkräften zu erwarten.

Gege, danke für Deine Nachricht. Ich muss die noch verdauen.

Andreas, Du hast sicher Recht. Ich hoffe, es ist nicht überall so Kindergartenmäßig. Einerseits liegt es vielleicht wirklich am Kuschelbedarf (Friede, Freude, Eierkuchen). Aber wie Du sagst "Extreme"! Wir stürzen in Extreme. Die 3/4'se Gesellschaft empfinde ich so. Schwarz - Weis. Wenig Zwischentöne. Vielleicht müssen wir Schwarz auskosten, dann Weis, bis wir endlich auf die Idee kommen, Grau ist auch nicht sooooo schlecht. Da gibt es viele Zwischentöne.

Man kann Demokratie oder sog. Mündigkeit übertreiben. Man kann Professionalisierung so Ideologisieren, dass...keiner mehr Handlungsfähig ist (oder wird).
Passt irgendwie nicht zusammen. Professionaliserung bedeutet auch Selbstkontrolle einer Berufsgruppe. Wie kontrollieren wir uns bzw. unserere Berufsgruppe? In der Zwischenzeit, wurden und werden wir von den Docs gegeneinander ausgespielt. Leider spielen wir als Berufsgruppe zu oft mit. Die, die nicht mitspielen, werden in eine Schwarze oder Weise Ecke geschoben.

Andreas, Stolz und Kritisch, finde ich völlig OK.

Ende, WomBat, Gute Nacht

PS im Zeitalter des Internets und email: Könnten nicht die Weiterbildungsstätten ihre jährliche Statistik an eine zentrale Stelle schicken? z.B. Wie viele im gestarten Kurs? Wie viele abgesprungen? Wie viele Examen bestanden? (das "wie viele Durchgefallen" kann dann errechnet werden)
Ach ja, das ist die Arbeit einer Nörsing Board. Von mir aus Pflegekammer. Damit man über sich selbst Bescheid weis :)

Hanno H. Endres
29.03.2007, 21:42
Hi WomBat.

Könnten nicht die Weiterbildungsstätten ihre jährliche Statistik an eine zentrale Stelle schicken? z.B. Wie viele im gestarten Kurs? Wie viele abgesprungen? Wie viele Examen bestanden?

Die einzigen Daten, die ich dazu gefunden habe, sind diese hier:

-> http://www.aundio.de/fwbstatfr.htm

Wie aundio.de an die Zahlen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen herangekommen ist, steht leider nicht dabei ;) .

Schöne Grüße,

hhe

WomBat
29.03.2007, 23:04
Danke Hanno!

Gibt es diese Zahlen für andere Länder nicht? (Habe nicht gesucht, es ist so so spät :schock: )

Wirklich Gute Nacht, Wombat

Hanno H. Endres
30.03.2007, 10:09
Moin WomBat.

Gibt es diese Zahlen für andere Länder nicht?

Gute Frage. Ich erkundige mich mal beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.

Schöne Grüße,

hhe

Géri
30.03.2007, 11:42
An das Forum :

Wie ist die Kommunikationskultur, gibt es eine?
Wird von mir das Mitdenken erwartet?
Werde ich aktiv in Fachdiskussionen eingebunden?
Ist mein Umfeld hierarchisch-diktatorisch oder nicht?

In Hinblick auf diese elementaren Fragen der Zusammenarbeit, die im einzelne zu klären sind, bekommt mein Arbeitseinsatz ein Erfolgsversprechende Perspektive oder nicht.

Zur Kommunikationskultur:
In einem Op-Trakt sind grundsätzlich die Fronten immer verhärtet, manchmal hat man den Eindruck, man befindet sich auf einem Kriegsfeld. Wir wissen gut, wer gegen wen oder gegen was…
Der Patient als schwächstes Glied gerät hier in ein ungewolltes Schussfeld und befindet sich nicht selten auf einem Mienenfeld. Dem Patienten ist oft die Op-Welt fremd, in ihm steigen Ängste hoch, er ist um seine Gesundheit besorgt, evtl. hat er Todesängste. Wir glauben die Prämedikation macht alles weg und machen munter weiter.
Hier sind Kritik wie auch Selbstkritik gefragt und sie richtet sich an alle, damit die Fronten sich befrieden und der Op-Bereich ein Ort wird, in dem eine Kommunikationskultur sichtbar wird.

Wird mein Mitdenken erwartet:
Mit meinem Mitdenken kann ich lernen und auch Richtungweisend sein. Diese Sicht hat oberste Priorität in der Täglichen medizinischen Herausforderung, denn sie kann Leben retten.
Wir sind alle schon in diesen Situationen gewesen, durch das Mitdenken des, der Kollegen Fehler vermieden zu haben oder durch unser Mitdenken dazu beigetragen zu haben, dass Fehler vermieden wurden. Schon deswegen bekommt unser Beruf einen hohen Stellenwert, weil wir mitdenken müssen.

Werde ich aktiv in Fachdiskussionen eingebunden:
Aktiv heisst auch bewusst und gezielt, weil meine Erfahrung und mein Wissen einen Wert haben. Das hat mit Wertschätzung zu tun und bewegt sich in alle Richtungen. Hier ist besonders die Pflege gefordert sich selber nach vorne zu bringen und in den einzelnen Abteilungen ihren Bedarf und Interesse gegenüber der Ärzteschaft anzumelden. Genau so muss die Ärzteschaft sich bewusst sein, dass das ein Wertgewinn ist, wenn die Pflege wissen vertieft, denn so gewinnt die Narkosemedizin an Qualität.

Ist mein Umfeld hierarchisch-diktatorisch oder nicht:
Hier scheiden sich die Geister. Seit 1981 habe ich einige Abteilungen kennen gelernt, die in einer diktatorischen Zwangsjacke gefangen waren. Das Arbeitsresultat war katastrophal, die Qualität miserable, der Arbeitsanspruch gleich null, die Angst gross usw. Sicher ist, dass die Verantwortliche eines solchen Arbeitstils menschliche nichts sind, die zu bedauern sind.
Hierarchie ist immer auch vorgegeben, die Frage ist aber, wie setzt sie ihre Führungskompetenz um, damit die Produktivität den gewünschten Erfolg bring, damit die Mitarbeiter motiviert bleiben und eine positive Atmosphäre entstehen kann.

Es gibt sicher noch viele Fragen, ich habe hier nur den Sand etwas aufgewühlt.
A bientôt
Géri

WomBat
31.03.2007, 09:59
Geri,

Das hört sich gut an! Kann ich das unter "soziale Kompetenz" verbuchen, von mir aus auch unter "soft skills"?

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Pflegende, die in einer solchen Atmosphäre sozialisiert werden, ein höheres fachliches Potenzial erreichen können (im Gegensatz zu Pflegenden, die in starren hierarchischen Strukturen beruflich "aufwachsen" - Ausnahmen möglich). Auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen soll dadurch steigen. Könnte ein richtiger Qualitäts-Knüller sein, so rein theoretisch....

Ob das messbar ist? Laut Deiner Aussage müsste das doch gehen!? :bravo:


WomBat, Kontrolle ist gut, Vertrauen ist auch gut!

Luis1999
22.04.2008, 21:01
Hallo Geri!

ich bin ausgebildeter Krankenpfleger, habe 13 Jahre auf der operativen Intensivstation gearbeitet und arbeite seit 2 Jahren als Anästhesiepfleger in einem Universitätsklinikum in verschiedenen OP`s (Augen, Chirurgie, Kinder, Frauen etc.)
Mein Studium zum Dipl. Pflegefachwirt (Studiengang Pflegemanagement) habe ich abgeschlossen und möchte mich 2011 in der Schweiz oder Luxemburg bewerben.

Erst 2011? Ja, weil mein Kind hier noch die 6. Klasse abschließen möchte.
Dann bin ich aber schon 49 Jahre! Hat man in dem Alter noch eine Chance?

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten und reicht meine Qualifikation aus, oder muss ich noch weitere Qualifikationen erwerben?

Ich würde hier einen guten, alten Vertrag aufgeben- was sicherlich nicht ohne ist. Mein Arbeitszeugnis ist (ohne angeben zu wollen) hervorragend.

Freue mich auf Deine Rückmeldung

Viele Grüße

Luis

Gégé
25.04.2008, 14:03
Hallo Luis 1999,

sicher gibt es auch später noch Möglichkeiten in der Schweiz, Luxembourg oder vielleicht Skandinavien, in Deinem Fachgebiet arbeit zu finden.
Nutze die Zeit um in der Anästhesie viel Erfahrungen zu sammeln, denn im auslaund wird häufig mehr selbstädiges Arbeiten verlangt.
Die Allmacht der Ärzte ist in Deutschland meistens zu gross, somit ist es bestimmt nicht leicht selbstständig und eingenverantwortlich zu handeln.
Die Schweizer verlangen häufig die Fähigkeit eigenständig und eingenveranwortlich an der Vollnarkosen beteidigt zu sein. Dazu kommt auch eine Notfallmedizin mit Notarztkompetenz.
Die Arbeitsbedingungen sind in der Regel deutlich besser als in deutschland...
Also nutze Deine Zeit
Salut

Gégé